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Full text of "Urkunden und Actenstücke zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von ..."

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PRINCE HENRY OF PRUSSIA 

ON BEHAX.F OF HIS MAJESTT 

THE GERMAN EMPEROR 




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ASSISTANT PROFESSOR OF HISTORT 



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URKUNDEN UND ACTENSTÜCKE 

ZUR GESCHfCHTE 

DES 

KURFÜRSTEN FRIEDRICH WILHELM 

VON BRANDENBURG. 



AUF \'ERANLASSÜN(J SEINER KÖNIGLICHEN HOHEIT DES 
KRONPRINZEN VON PREUSSEN. 



ZWEITER BAND. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER. 
1865. 



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URKUNDEN UND ACTENSTÜCKE 



ZUR GESCHICHTE DES 



KÜRFÜRSTEN FRIEDRICH WILHELM 



VON BRANDENBÜRG. 



AUSWÄRTIGE ACTEN. 

ERSTER BAND. 
(FRANKREICH.) 

KERArSGEGEBEN 
VON 

D»- B. ED. SIMSON. 

PRIYAT-DOCBNTBN AN DER UNIVBBSITÄT ZU JENA. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER. 
1865. 



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HARVARD COLLEGP LIBRARY 

JAN 6 -19C5 

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Vorwort. 



-Lfie Commission ftlr die Herausgabe der Urkunden 
und Actenstücke zur Geschichte des grossen Kur- 
fürsten ertheilte mir im Herbst des Jahres 1861 den Auf- 
trag, die Pariser Archive und Bibliotheken flir die Zwecke 
ihrer Publication zu. durchforschen. In Paris angelangt fand 
ich die Erwartung bestätigt, dass die dortigen Archive des 
Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten der 
bei weitem wichtigste und beinahe einzige Fundort der Ma- 
terialien sein würden, nach denen ich suchte. Auch ver- 
schaffte mir die Fürsprache der königl. Gesandtschaft sehr 
bald den Zutritt zu denselben. 

t Die dort aufbewahrte brandenburgische Correspon- 
denz aus den Jahren 1640 bis 1688 umfasst dreissig durch- 
aus chronologisch geordnete Bände, welche sich über diesen 
Zeitraum in folgender Weise vertheilen: 

Band I. Correspondenz aus den Jahren 1600 — 1654. 

- n. - ... 1655—1656. 
. UL - ... 1657—1659. 

- IV. - ... 1660—1666. 
• - V. - ... 1667-1668. 



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VI 



Band VI. Sendung des Marquis v.Va üb run, April 1669 
bis Februar 1670. 
VII. Supplementband ftir 1669—1672. 
VIII. Sendungen der Grafen Saint-G^ran und de 
la Vauguion, Nov. 1671 bis Sept. 1672. 
IX. Sendung von Verjus 1673 erste 8 Monate. 
X. - - - - letzte 4 - ' 

XI. - - - 1674 erste 5 

XII. . . - - letzte 7 

XIII. Correspondenz aus den Jahren 1675 — 1679. 

XIV. Sendung des Grafen R^benae de Feu- 

quiferes 1680. 
XV. Supplementband ftir 1680. 
XVI. Sendung R^benae's 1681. 
XVII. Supplementband für 1681 — 1683. 
XVIII. Sendung R^benac's 1682 erste 6 Monate. 
XIX. - - - - letzte - 

XX. - - 1683 erste - 

XXI. - - - letzte - 

XXII. - - 1684 erste 5 

- XXIII. - - - letzte 7 

- XXIV. - - 1685 erste 7 

XXV. - - - letzte 5 

' XXVI. - - 1686 erste 6 

- XXVII. - - - letzte - 

- XXVIII. - - 1687 erste - 
^ XXIX. - - - letzte - 

XXX. Letzte Berichte Rdbenac's und Berichte sei- 
nes Secretärs Poussin 1688 erste 6 Monate. 
Die Ungleichartigkeit dieser Vertheilung erklärt sich 
leicht. Denn abgesehen davon dass die Beziehungen zwi- 
äolicn Brandenburg und Frankreich während des ersten De- 



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VII 



cenniums der Regierung des grossen Kurfürsten noch keine 
alku lebhaften*), dagegen seit den Verträgen von 1679 we- 
nigstens eine Zeit lang ausserordentlich innige waren, sind 
die Acten aus jener frühen Zeit bei der Gründung des fran- 
zösischen auswärtigen Archivs') auch nur theilweise beige- 
bracht worden. Eine im wesentlichen absolute Vollständig- 
keit derselben scheint in unserm Falle sogar erst mit der 
Sendung des Grafen R^benac de Feuquiferes zu be- 
ginnen, wenn auch die Lücken vom Jahr 1655 an keines- 
wegs mehr bedeutend sind. Den Hauptinhalt zum mindesten 
derjenigen unter den bezeichneten Bänden, welche ich habe 
durchlesen oder doch genau durchsehen können '), bilden ab- 
wechselnd die Originaldepeschen der französischen Gesandten 
am brandenburgischen Hofe an den ihrigen und die Concepte 
der ihnen ertheilten Instructionen. Dazu kommen dann Schrei- 
ben der brandenburgischen Residenten in Paris (d. h. na- 
mentlich Abraham Wicquefort's), Briefe des Kurfttrsten 
oder seiner Räthe an Mazarin, Ludwig XIV. und dessen 
auswärtige Minister sowie Entwürfe von Schreiben dieser an 
jene, einzelne andere Memoires und Druckschriften, Entwürfe 
oder Copien von Verträgen u. s. w. 

Da es nun im Wesen einer solchen Correspondenz liegt, 
dass man nicht wohl eine grössere Anzahl einzelner Stücke 
aus ihr herausheben kann, ohne zugleich ihren Gesammtver- 
lauf mindestens berichtend darzulegen, ein solcher Bericht 
aber nicht in der Absicht dieser Publication lag, so schien 
hier nur ein Ausweg übrig. Ich musste mich — wie es 
inzwischen auch der Herausgeber der ,, Politischen Verhand- 

') Vgl. auch uDten die Einleitong zu Abschnitt I. 

') Dieselbe erfolgte im Jahr ITIO, vgl. H. Bordier Les archives de la 
Franoe p. 309. 

').Dies sind (vgl. unten) Bd. X — XV., ein grosser Tbeil yon Bd. V. und 
Bd. Xnr — XXX. 



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Jungen** gethan hat — damit begnügen, nur einzelne Stücke 
wörtlicli abzuschreiben und den Inhalt der übrigen, mit Bei- 
seitelassung völlig unbedeutender, lediglich in einer Analyse 
festzuhalten. 

Die ersten fünf der bezeichneten Bände ist es mir 
vergönnt gewesen fast vollständig in solcher Weise zu ex- 
cerpiren, und die Archivdirection hat von diesen Auszügen 
nur sehr weniges zurückbehalten oder hier und da einzelne 
Zeilen darin gestrichen. Für eine gleiche Benutzung der 
folgenden Acten ergaben sich dagegen Anstände, welche zu 
überwinden mir nicht möglich war (s. unten p. 430). Ich musste 
mich hier darauf beschränken, Abschrift der in ihnen befind- 
lichen Briefe des Kurfürsten zu nehmen, wenn ich auch die 
sechzehn letzten Bände, welche die Correspondenz des Grafen 
Rdbenac enthalten und Verhältnisse näher darlegen, welche 
von Pufendorf ungenügend behandelt sind, überdem auf- 
merksam durchgelesen und ihren Inhalt so genau als möglich 
aus dem Gedächtniss zu Papier gebracht habe. Obschon der 
Aufnahme solcher Aufzeichnungen in dies Werk ihre nicht 
authentische Form entgegenstand, hoffe ich dennoch, dass 
sie sowohl wie noch andere unten nicht veröffentlichte Aus- 
züge aus den Acten des Pariser Kriegsarchivs und aus Manu- 
scripten der dortigen Bibliotheken, welche ich ebenfalls mit- 
gebracht habe, bei den ferneren Arbeiten der Commission 
werden verwerthet werden können*). 



') Da HDS die betr. Acten fär die Jahre 1668 bis 1679 aber nach dem obigen in 
ihrem Zusammenhange noch unbekannt geblieben sind und von Mignet nur weniges 
daraus ausgezogen ist, so erscheint es wenigstens als ein glücklicher Ersatz, dass 
hier gerade die neuerdings veröffentlichten Memoiren des damaligen auswärtigen Mi- 
nisters Lndwig's XIV., des Marquis von Pomponne, in die Lücke eintreten. 
Der erste Theil derselben, ein von Pomponne verfasstes Memorial relatif aus 
int^rdts des princes de l'Europe k la fin de 167.9, behandelt auch die wäh- 
rend der Periode seiner Verwaltung swischen Frankreich und Brandenburg gepfloge- 
nen Verhandlungen ausführlicher. (M^raoires du marquis de Pomponne pu- 



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IX 



In Bezug auf das Verfahren bei der Herausgabe 
wäre sodann folgendes zu bemerken. 

Alle unten mitgetheilten Stücke, über deren Fundort 
nichts besonders bemerkt ist, sind den oben angeführten Bänden 
des Pariser Archivs der auswärtigen Angelegenheiten entnom- 
men und zwar, soweit sie in den sieben Abschnitten der Pu- 
blication enthalten sind, Band I — V., die im Anhange hinzuge- 
fügten Briefe des Kurfürsten dagegen Bd. V., VI., VIL, VIII., 
XL, XIL, Xm., XV., XIX., XXI., XXIL, XXV. - Bei den 
wenigen andern Piecen des Anhangs, welche ich dem kaiser- 
lichen Kriegsarchiv — nämlich den Bänden 275 (1672 Guerre 
de Hollande 5 premiers mois M. & LR. l^r vol.), 346 (1673 
Guerre d'AUemagne avril et mai M. &LR. 3^ vol.), 347 (1673 
Guerre d'AUemagne juin, juillet, aoüt M. &LR. 4^ vol.), 348 
(1673 Guerre d'AUemagne septembre et octobre M. & LR. 
5« vol.), 349 (1673 Guerre d'AUemagne novembre, ddcembre 
M. &LR. 6e voL), 411 (1674 Guerre d'Allemagne mars, avril 
M. &LR. 2 vol.), 413 (1674 Guerre d'AUemagne mai, juin, 
juillet, Supplement), 417 (Diplomatie ann^es 1671, 1673 et 
1674) — entlehnt habe, ist diese ihre Herkunft ausdrücklich 
notirt worden. 

Was femer die Eintheilung und Anordnuj^g des 
Materials betrifft, so ergaben sich die Gruppen, in welche 
dasselbe zu sondern war, im wesentlichen von selber nach 
den einzelnen Missionen der Gesandten. Nur den grössten 
Theil des ersten Abschnitts füllen vielmehr Schreiben des 
brandenburgischen Residenten in Paris (Wicquefort) und 
ausserdem sind ein Paar kürzere Missionen mit den grös- 
seren, denen sie sich anschliessen , zusammengezogen wor- 
den. Zwischen die Berichte der Gesandten und die ihnen 

bli^s d^apres un manuscrit in^dit de la bibliotheqne du Corps L^giB- 
latif par J. Mavidal. T. I. Paris 1860. p. 279—322.) 



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ertheilten Iiistiuctionen habe ich indessen die gleichzeitigen 
aiiderweiten den Verkehr zwischen Brandenburg und Frank-» 
reich betreiFenden Schriftstücke, wie Briefe des Kurfürsten, 
Mazarin's, Ludwig 's XIV. u. s. w., unmittelbar einge- 
schaltet und überhaupt in der Aufeinanderfolge der Abschnitte 
sowie innerhalb derselben durchaus die chronologische 
Ordnung eingehalten. 

Jedem Abschnitt sind kurze einleitende Bemer- 
kungen vorausgeschickt, um in die betreffenden Negotia- 
tioiien, deren Verlauf im einzelnen die Continuität der Acten 
selbst darlegt, im allgemeinen einzufahren und namentlich 
auch über ihre Träger die wichtigsten Personalien an die 
Hand zu geben. 

Wenn in den übrigens auf das nothwendigste beschränk- 
ten Anmerkungen dennoch fortwährend auf die entsprechen- 
den Stellen in Piifendorf's Werk verwiesen ist, so lag der 
Fall hier eben wesentlich anders als' bei den Act^n der er- 
sten Folge j welche jenem selber zur Grundlage gedient 
haben '), 

Schwierigkeiten in Betreff der Daten ergaben sich nur 
selten, da diejenigen der französischen Acten natürlich 
alle den neuen Kalender beobachten. Bei den branden- 
burgischen Schreiben ist in dieser Beziehung nach den 
Angaben und Regeln verfahren worden, welche das Vorwort 
zum ersten Baude (p. XVIII. ff.) enthält und zwar auch hier 
in der Art, dass in den Ueberschriften und Texten der 
Stücke deren eigene üatirung beibehalten, am Rande da- 
gegen stets das Datum neuen Kalenders vermerkt wor- 
den ist 

Grossentheils in Chiffren sind unter unsern Documen- 



') B. Vorwort m B*nd I. p. XVUI. 



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XI 



ten die Depeschen der fi-anzösischen Gesandten aufgesetzt, 
die EntzifiFerung jedoch meist — und zwar allem Anschein 
nach sogleich nach dem Empfange — zwischen den Zeilen 
eingefligt worden. Nur bei denjenigen Millet's ist dies lei- 
der grossentheils versäumt. Die Briefe und Denkschriften 
Wicquefort's dagegen sind s'ämmtlich oder doch fast sämmt- 
lich von ihm eigenhändig und niemals in Chiflfren aufge- 
zeichnet. Bei den wenigen Briefen des Kurfürsten, welche 
von seiner eigenen Hand herrühren, ist dies ausdrücklich be- 
merkt worden, sowie natürlich auch jedesmal, wenn die mit- 
getheilten Actenstücke mir nur in Concept oder Abschrift, 
nicht im Original vorgelegen haben. 

Wie der Herausgeber des ersten Bandes voij der Wie- 
dergabe der deutschen Orthographie des siebzehnten Jahr- 
hunderts abgesehen hat, so schien es auch den Gebrauch 
dieser französischen Documente zu erleichtern, wenn ihre von 
der heutigen zudem nicht erheblich abweichende Schreibart 
in diese umgesetzt würde. Ein Verfahren, welches, soviel 
ich sehe, auch französische Herausgeber einzuschlagen pfle- 
gen, wenn sie dabei auch diese oder jene Eigenthümlichkeit 
der älteren Orthographie beibehalten, eine „conventionelle, 
der modernen sich nähernde Schreibweise^ annehmen, welches 
aber ausserdem die Erwägung empfahl, dass Analysen des 
Inhalts dieser Documente in unserer heutigen deutschen Schrift- 
sprache mit wörtlicher Wiedergabe ihres Textes in alt fran- 
zösischer Orthographie wechselnd ein noch seltsameres An- 
sehen gewonnen haben würden als dies schon jetzt der Fall 
ist. Es kam femer hinzu, dass ich einigen in Mignet's 
N^gociations relatives k la succession d'Espagne 
ebenfalls wesentlich in neuerer Schreibart mitgetheilten Aus- 
zügen aus den Mill et' sehen Depeschen, welche ich nach 
Vergleichung der Originale in diese Publication mitaufgenom- 



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mea habe, die Ergänzungsstticke in analoger Gestalt ein- 
fügen wollte, — Dasö hierbei jede Veränderung der Formen 
selber, mindestens insofern sie Sinn und Inhalt im gering- 
sten alteiiren konnte, durchaus veimieden worden ist, bedarf 
kaum der Veiaichemng, 

Wie auaserordentlichefci die meisten Nationen in der Ver- 
stümmelung fremder Namen leisten, ist bekannt und so 
gilt auch von unser n fianzösischen Berichterstattern was 
Mavidal von Pomponne sagt*): „Le marquis de Pom- 
poune ^crit presque toujours les noms propres ^trangers 
d'aprfes la prononciation francjaise et poiht d'aprfes Tortho- 
graphe nationale.^ Diese bisweilen bis zur Unkenntlichkeit 
entstellten Fonnen beizubehalten, erschien zweckwidrig und 
vielmehr geboten, die richtigen an ihre Stelle zu setzen. In 
einigen wenigen Fällen, wo letztere nicht völlig zuverlässig 
zu ermitteln waren, habe ich die Formen des Manuscripts 
unter dem Text ebenfalls angegeben. 

Endlich kann ich diese Vorbemerkungen nicht schliessen, 
ohne Herrn Dr. Erdmann sdör ff er für die Freundlichkeit, 
womit er mich bei der Eevision des Drucks unterstützt und 
meine Hinweisungeu in den Noten öfters vei-mehrt hat, den 
besten Dank zu sagen. 

Jena, 2. Juli 1865, 

B. Ed. Simson. 

^} M^molres de Pom|Jonne II. p.211. 1). 



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Inhalt. 



Vorwort v 

I. Berichte von 1640 bis 1664. (Wicquefort und Saint-Romain.) 

Einleitung 3 

Acten 6 

II. Berichte von 1655 bis 1656. (de Lumbres.) 

Einleitung 35 

Acten 37 

in. Berichte von 1657 bis 1658. (Blondel.) 

^^Einleitung 117 

Acten ' 123 

IV. Berichte von 1659. (Frischmann.) 

Einleitung 189 

Acten . 193 

Y. Berichte von 1660 bis 1664. (de Lesseins.) 

Einleitung 233 

Acten 236 

VI. Berichte von 1665 bis 1666. (du Moulin und Colbert-Croissi.) 

Einleitung 297 

Acten 302 

VII. Berichte von 1667. (Millet.) 

Einleitung 427 

Acten 431 

VIII. Anhang. (Einzelne Actenstücke aus den Jahren 1668 bis 1685.) 499 

Namenregister 543 



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I. 
Berichte von 1640 bis 1654. 

(Wicquefort und St. - Romain.) 



Mater, lur Gesch. d. Gr. Kurrorsien. U. 1 

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Einleitung. 



Y on den dreissig Quartbänden, in welche die französische Correspon- 
denz aus Brandenburg während der Jahre 1600 bis 1688 geheftet ist, füllen 
die bis 1654 reichenden Actenstücke nur einen einzigen. Der „mächtige, 
doch weitentsessene** König von Frankreich hatte mit Brandenburg noch 
wenig zu thun. Daraus erklärt es sich, wenn wir aus den ersten Jahren 
der Regierung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm hier nur sehr weniges 
zu verölTentlichen haben und auch unter diesem erst die Schriften, welche 
dem brandenburgischen Residenten in Paris Abraham Wie que fort an- 
gehören, Zusammenhang und Bedeutung gewinnen. 

Wicquefort') war ein in seiner Zeit vielgenannter Publicist. Beson- 
ders sein Werk über den Botschafter (L'ambassadeur et ses fonctions) hat 
noch heute in der diplomatischen Literatur einen Namen und wird in völ- 
kerrechtlichen Fragen citirt. Ausserdem hinterliess er u. a. den Anfang 
einer Schrift über die Geschichte der vereinigten Provinzen von Holland 
vom Münsterer bis zum Nymweger Frieden. — Was seine äusseren Lebens- 
schicksale betriflft, so verliess er, etwa 1598 in Amsterdam geboren, früh 
sein Vaterland, um in Frankreich sein Glück zu machen'). Im Jahr 1645 
engagirte ihn Fabian von Dohna während seiner Anwesenheit in Paris 
als brandenburgischen Residenten am französischen Hofe. Das Schreiben 
welches ihn bei Mazarin in dieser Eigenschaft beglaubigt, datirt freilich 



*) Vgl. über ihn ü. a. A. I. 1. p. 612 ff. Basnage Annales des Provinces ünies 
I. p. 5. Y. Orlich Qescbichte d. preass. Staats im siebzehnt. Jahrhundert I. p. 217. 2). 
Droysen Zar Quellenkritik der deutschen Qeschichte des siebzehnten Jahrhunderts 
in Forschungen zur deutschen Geschichte IV. p. 24 ff. 

') Wie es scheint 1626 oder 1627 Basnage schreibt, dass er in die Ungnade 
des Cardinais fiel (s. unten Einl. zu Abschn. IV.), nachdem er 32 Jahre lang in 
Paris yerweilt hatte. Auf dieser Angabe wird auch der schon I. 1. p. 612. 10) ge- 
rügte Irrthum bei Joch er beruhen, dass Wicquefort seit 1626 bereits brandenbur- 
gischer Resident daselbst gewesen wttre. 

1* 



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4 I. Berichte von 1640 bis 1654. 

erst vom 12. September 1646. Wiequefort führt zugleich den Titel eines 
Geheimen Raths des Karfürsten (conseiller en son conseil d'6tat). Er war 
und blieb aber einer der diplomatischen Abenteurer jener Zeit, welche meh- 
reren Herren zugleich dienten. 

Aus seinen gewandten Berichten — sie sind durchgängig von seiner 
eigenen zierlichen Hand geschrieben — eltfahren wir zunächst weiteres in 
Betreff seiner Verhandlungen über .eiua Alliance Prankreichs mit dem Kur- 
fürsten im J. 1647. Der von ihm und Brienne vereinbarte Entwurf der- 
selben ist schon I. 1. (p. 612 ff. 664 ff.) mitgetheilt und in seiner Bedeutung 
gewürdigt worden; es wird von Interesse sein, hier noch einen Zusatzartikel 
zu demselben zu finden. Wir erfahren ausserdem hier näheres über die 
Reise, welche Wiequefort in dieser Angelegenheit nach Deutschland unter- 
nahm und die ihn nach Cleve an den Hof des Kurfürsten, nach Münster 
und Osnabrück und ferner an die braunschweigischen Höfe führte, mit denen 
des Kurfürsten Oberkammerherr Conrad von Burgsdorf (sowie mit Knr- 
sachsen) jener Zeit die Bildung einer ^dritten** bewaffneten Partei im Reiche 
vereinbaren sollte. Von dieser Mission kehrte er zu Anfang des nächsten 
Jahres (1648) mit guten Aussichten nach Paris zurück. — Freilich schon 
1649 sehen wir ihn dem französischen Hofe wegen der Nachrichten, die er 
überallhin über denselben verbreitete, verdächtig, wenn auch sein Verblei- 
ben daselbst wenigstens noch möglich blieb. — ■ Auf die weiteren Schicksale 
dieses befähigten, aber intriguanten und boshaften Agenten kommen wir 
weiter unten zurück*). — 

Ausserdem verdienen wol die beiden Berichte von Saint-Romain, 
wovon der erste aus dem Anfang Januar 1647, besondere Beachtung. Mel- 
chior de H6ron Baron von Saint-Romain*), in der Schule des Gra- 
fen d'Avaux gebildet, ward in der Zeit des Congresses von Münster in 
mannigfachen Geschäften verwandt '), war erst Resident in Osnabrück, dar- 
auf in Münster, wurde 1646 nach Schweden, im folgenden Jahre 'an den 
Kurfürsten von Cöln gesandt. Später (1672 — 1676) vertrat er sein Vater- 
land bei der schweizerischen Eidgenossenschaft und war vom September 
1681 bis zum December des folgenden Jahres mit de Harlay zusammen 
Bevollmächtigter Ludwig's XIV. bei den Frankfurter Conferenzen, welche 
die Streitigkeiten zwischen dem Reiche und Frankreich beilegen sollten''). 

Saint-Romain ward aber gegen Ende des Jahres 1646 von den 
französischen Friedensbevollmächtigten an den Kurfürsten nach dem Haag 
entsendet ') , um ihn zum Austrag mit Schweden wegen Pommern auf die 
Bedingungen hin zu veranlassen, dass jene Krone Vorpommern sammt der 



*) S. die Einl. zu Abschn. IV. 

*) Vgl. über ihn namentlich Flassan Histoire de la diplomatie fran^aise IV. 
p.66. 

*) S. N^goc. secr. 

•) Flassan p.66— 68. — Der Abb^ von St.-Romain, welcher als ausserordent- 
licher Gesandter Frankreichs in Lissabon das Offensiv- und Defensivbündniss awi- 
schen beiden Kronen am 31. Mftrz 1667 abscbloss, scheint ein anderer au sein. 

") S auch Pafendorf II. 68. 



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Einleitang. 5 

iDsel Wollin erhalten, in Bezug auf Stettin und Garz er die Wahl haben 
solle, ob er diese Orte selbst oder eine Geldentschädigung dafür vorziehe. 
Verweigere der Kurfürst die Annahme dieser Bedingungen, so werde man 
sich durch seine Hartnäckigkeit in dem Abschluss des Priedenswerks nicht 
weiter aufhalten lassen. Der Kurfürst ertheilte dem französischen Abge- 
sandten indessen dieselbe ablehnende Antwort, wie 'dem des Kaisers, Pletten- 
berg, welcher ihm im wesentlichen die nämlichen Forderungen, nur in noch 
viel kategorischerem Tone, ülrerbracht hatte.; Die französischen Bevollmäch- 
tigten in Münster nahmen seine Erwiderung unwillig auf. Aber Friedrich 
Wilhelm vergass auch seinerseits Frankreich diesen Druck, den. es auf 
ihn geübt hatte, lange nicht. Nur mit Schmerz, sagte er noch viel später* 
zu einem französischen Gesandten an seinem Hofe''), könne er der Gewalt 
gedenken, welche diese Krone damals gegen ihn angewandt habe, indem 
sie ihn durch die Drohung, eventuell ohne ihn Frieden zu schliessen und 
ihn von der allgemeinen Garantie zu excludiren, gezwungen, sein Eigenthum 
an Usurpatoren zu überlassen. — Saint-Romain suchte dann gegen Ende 
des nämlichen Jahres 1648 den Kurfürsten noch einmal zu Cleve-auf, um 
eine Wendung der kurfürstlichen Politik nach der kaiserlichen Seite zu hin- 
tertreiben, die ihm denn auch nicht zu befürchten schien. 



*) S. die nnten mitgetheilte Depesche Blond eTs an Mazarin vom 21. Mai 1658. 
yDieu veaille,' sagt da der Kurfürst eu Blond el, ^que je m^en paisse niieax trouver 
que par le pass^, ne pouvant me sonvenir qu^avec doulenr de la violence dont la 
France a us^ en raon endroit pour m^obliger k laisser mon propre bien k des usnr- 
pateurs en nie mena(;ant par M. de Saint-Romain de faire la paix sans moi et 
de m*exclare de la garantie universelle^ si je ne m^accommodais k leurs desseins.* 



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L Berichte von 1640 bis 1654. 

(Wicquefort und St. -Romain.) 



Bergmann') an d'Avaugour'*). Dat. Königsberg 11. Febr. 1641. 

(Abschrift.) 

[Dank für d'Avaugour's Bemühungen. Beschwerde üher das Verfahren der Schweden 
in der Mark. Die preussischen Angelegenheiten rücken nicht vorwärts.] 

1641. Monsieur, et ce que vous m'avez fait Fhonneur de m'6crire par 

U. Fehr. yotre trös - gracieuse lettre du 21 du passö et ce que M. Tasky') m'a 
r6för6 en votre nom m'a grandement obligö et content^ Son Altesse 
mon maitre meme, qui m'a commandö de vous remercier de Toffice que 
lui avez fait pour son service et de vous communiquer . . . son regret 
qu*il a de la rüde proc^dure de messieurs les Suödois U86e eu son 
pays de la Marche. . . . 

Son Altesse donc se persuade que cette proc^dure des Suödois ne 
pourra agröer Sa Majestö trös-chretienne (k laquelle Dieu a donn6 en 
main la balance des puissances au monde); mais quelle en aura un 
grandissime diplaisir et que vous, monsieur, la d^testez et ne laisserez 
pas d'en faire quelque mot lä oü il sera ä propos. ... 

Pour nos affaires ici, elles ne s'avancent nuUement, ötant retardöes 
par les proc6dures lentes du roi ... et les irrösolutions de nos ötats 
ici. De quoi j'espöre que dans peu de temps j'aurai Thonneur de vous 
faire relation enti6re de bouche. . . . 



^) Peter Bergmann, Resident des Karfürten in Danzig, vgl. I. 1. p. 7. 
') Charles d'Avangoar, französ. Resident in Danzig. 
') Lasky? 



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L 



Machinationen gegen die schwedische Heirat. Diversion Crockow*8. 7 

Bericht d'Avaugour's. [o. D.] Sept. 1641. 

[Dank für die Bemühungen Frankreichs auf dem poln. Reichstage. Der Kurfürst und 
der poln. Hof auf einem Bai. Kanzler t. Götze.] 

Der Kurfürst lässt sich für die guten Dienste bedanken, welche ihm Sept. 
dnrch Frankreich auf dem polnischen Reichstage geleistet worden sind '). 

„Qu'il avait toujours eu beaucoup de d^votion vers le Roi de France, 
ainsi que tous les ministres fran^ais qui Font vu pourraient bien as- 
ßurer (notamment le feu baron de Charnacö, s'il vivait encore)." .. . 

„Quelques heures aprös mon audience, il dut aller au bal, oü la 
princesse de Pologne*) dansa un gentil ballet pour lui plaire, qui y 
parut (avec la reine et toute la cour) si richement par^e que rien de 
plus. Mais M. Tölecteur ne s'y trouva -qu'avec un rabat sale, les bottes 
toutes toumies et crott^es k demie la jambe et tellement nöglige de 
tout point, que les moins clairvoyants pourraient ais^ment apercevoir 
qu'il avait peu de coeur ä danser en cette compagnie, laquelle en au- 
"tres cör^monies de galanterie, comme des comedies, bals, festins etc., 
fit tout son possible, certes, pour le r^galer, les princes de Pologne 
lui baillant toujours la bonne main et meme souvent la reine, qui ne 
lui parlait jamais qu'en souriant et avec applaudissement sur tout ce 
qu'il disait. Mais la fete a beau etre grande et belle, si le coeur n'y 
va ou n'en est qu'ä demi. 

... Le chancelier Götze m6riterait bien, ä mon petit avis, une 
petite lettre du Roi, pour Tobliger toujours de bien instruire et entre- 
tenir son maitre dans les bonnes inclinations qull t^moigne d'avoir. II 
a un grandissime pouvoir sur Tesprit de ce jeune prince. 



d'Avaugour an die preuss. Oberräthe. Dat. 26. Sept. 1643. 

(Abschrift.) 

[Ermahnung gegen die Schritte des kaiserl. Obersten Joachim Ernst y. Crockow 
auf der Hut zu sein.] ') 

Messieurs, en Tabsence de monseigneur l'ölecteur, auquel je devais 1643. 
baiser les mains de la part du Roi tr^s-chrötien et Tassurer aussi, 26ßöp^' 
avant mon döpart pour rAUemagne, que la meme aflfection que le feu 
Roi son pftre avait eue pour la sörönissime maison de Son Altesse se- 



') Vgl. Pufendorf F. W. I. 24 (bei der Investitur mit Preussen). 

•) Schwester Vladislav IV. — Der poln. Hof wünschte die Heirath des Kurfür- 
sten mit Christine von Schweden zu hintertreiben (vgl. Pufend. I. 41. Droysen Gesch* 
der preuss. Politik UI. 1. 243). 

') Vgl. I. 1. p. 137. 



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g I. Berichte Yon 1640 bis 1654. 

rait toujours conservöe Wen soigneusement par Sa MajesW, j'eflfectuerai 
ce commandement-lä devers vous, messieurs, en attendant ceux que 
vous daigneriez faire Thonneur de bailler pour le sujet de vos Services 
& votre petit serviteur, lequel recevant maintenant nouvelles certaines 
de France que le si6ge de Thionville ') ne clora pas encore la cam- 
pagne de Tarmöe victorieuse qui Ta si g6n6reusement finie, a pens6 vous 
en devoir aviser, et qu'aussi la conquete de cette place est de teile 
importance, qu'elle obligera sans doute les Autrichiens ä se porter tout 
de bon k la paix, en ce que ceux connaitront par-lä que Sa Majestö 
a beaucoup plus ä esp^rer qu'ä craindre dans la continuation de la 
guerre. Ils accourent ici de toutes parts k rassembl6e de Munster, 
comme les deux couronnes de France et Su^de avec leurs alliös fönt 
semblablement de leur cöt6, et comme je sais parfaitement, messieurs, 
que votre passion ä la voir heureusement termin6e n'est pas moindre 
que vos intörgts k la guerre, je vous convierai par ceux de ne point 
favoriser les desseins du sieur Crockow, afin de n'y faire roidir et 
opiniätrer davantage ' ceux qui demandent aujourd'hui faire diversion 
en Pom6ranie, 6tant bien certain que leurs pensöes s'61oignent tant plus 
des traitös de paix qu'ils se verront aid^s et soutenus k continuer la 
guerre. C'est ce que vos grandissimes prudences, messieurs, vous re- 
pr^senteront bien mieux que je ne le saurais faire; et comme les mi- 
s^res de la Pom6ranie ne peuvent gu6re durer sans incommoder vos 
fronti^res, k cause du nombre d*amis, de parents et d'habitudes qu'a 
mondit sieur Crockow lequel s'efforce') dintöresser tout le monde de 
par-decä en ses desseins, vu Fimpossibilitö qu'il a d'ßtre bien aide d'ail- 
leurs, vous savez la caution k quoi monseigneur Tölecteur et tous les 
6tats de Prusse sont Obligos par la tröve de Hoindorf), sur laquelle 
la couronne de Suöde et ses alliös s'appuient si fort aussi, qu'on ne 
doutera jamais de vos observances en ce point-lä ni que meme vous 
ne vous employiez toujours utilement de la bien remontrer au voisinage 
Selon r^quitö et vos int^rets propres. Or, comme Toccasion de ce faire 
vous y conyie assez aujourd'hui, que monsieur Crockow pourrait d'a- 
venture etre n6cessit6 d'y reprendre son chemin, soit que celui füt 
poussö par les Suödois ou bien qull voulüt passer de son pur gr6 vers 
la Livonie, ce qu'il ne saurait faire sans traverser les terres et rivi^res 
de votre d'uche, il semble assez etre de vos pr6voyances, messieurs, 



') Thionville war, in Folge des Sieges bei Rocroy, angegriffen und erobert. 

') se force Ms. 

*) Sic — Stumsdorf? 



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kL. 



Brandenburgs Sonderstellung in der dAniscben Sache. 9 

d'aviser d'heure ä tels inconvßments et aux importantes suites qu'eux 
pourront vous causer, en vous pr^parant les meilleurs moyens de clore 
ce chemin auditCrockow auparavant son approche, ce qui vous con- 
firmerait toujours l'amiti^ de vos voisins et assurerait davantage la par- 
faite tranquillit^ et repos que vous souhaitez. . . . 



Denkschrift eines brandenburg. Abgesandten (memoire du 
gentilhomme envoyd par M. T^lecteur de Brandebourg) an 
die französischen Bevollmächtigten in Münster den zwischen 
den Kronen Schweden und Dänemark abzuschliessenden Ver- 
trag betreffend, [o. D.] Januar 1645. 

Son Altesse dectorale ... ayant — une enti^re confiance en vos 1645 
Excellences, Sadite Altesse les prie ... de lui faire la faveur que dln- Januar, 
struire ou de faire instruire de la part du Roi monseigneur de l9 
Thuillerie') des intörets de Son Altesse ölectorale, afin que le p^age 
ne soit point hauss^, mais plutot que tout soit remis ä son premier 
etat, et que le p^age que le roi de Danemark a mis depuis peu sur 
le Kuder') ..., chose qui appartient indubitablement ä la Pom^ranie, 
soit casse. 



Brdgi') an die Königin - Regentin von Frankreich. 
Dat. Königsberg 24. Sept. 1645. 

[Höfliubkeit und französische Sitten am Hofe zu Königsberg.] 

. . . Pour moi, madame, il me semblait etre en France, par la po- 24. Sept. 
litesse qui est en cette cour. Le prince a des vertus tr6s-relev6es . . ., 
les princesses et la noblesse sont extremement civiles et vetues k la 
fran9aise, jusques-lä que la langue allemande y est döfendue comme 
un p^chö mortel. . . . 



*) Französ. Ges. in Schweden (vgl. über ihn Ndgoc. secr., hier namentlich 
II. 2. part. p. 188). 

') Sic. — Gemeint ist die Insel Kuden (an der NW. Spitze von Usedom). 

*) Der Vicomte de Brdgi war französ. Gesandter in Polen; vgl. über die Beise 
Bregi's nach Königsberg I. 1. p. 171f. Pufendorf U. 45. 



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10 I- Berichte von 1640 bis 1654. 

Bi%i an den Cardinal Mazarin. Dat. Königsb. 24, Sept. 1645. 

[ZusaramenkuEft des Königs von Polen mit dem Kurfürsten. Stimmung des Letz- 
tore a , er mag von der schwedischen Heirath nichts wissen. Neuburgische Angele- 
geüheit. Burgadorf. Der Kurfürst will einen vertrauten Agenten nach Frankreich 

schicken.] 

24- Sept. ... A mon arriv^e k Königsberg, je sus que mondit sieur Fölec- 

tetir etait all^ sur les frontiöres de Prusse et de Lithuanie, oü le roi 
de Pologne <5tait ä la chasse. . . . Enfin, monseigneur, j'amvai pr^s de 
sadite Majeste') le 12e, et j'appris du sieur Fantoni') que le sujet de 
TaboucbemeDt avec T^lecteur 6tait pour la dace que le roi tire de Kö- 
nigsberg, laquelle il veut augmenter avec le consentement dudit sieur 
^lecteuF*}. . . . 

- - . Je voua puis assurer, monseigneur, que c*est un prince bien- 
fait, spirituel, tr6s-accompli et beaucoup plus que je ne Tavais oui* 
estimer- J'ai bien connu qu'il n'est pas fort affectionnö ä Tempereur 
ui aux Su^dois^ et quoique je lui aie parl6 discr^tement de ces der- 
nicrs et du mariage avec leur reine, je Tai trouvö fort froid et me 
tömoignaüt quil n*esp6rait pas que les ministres de Su^de voulussent 
m deioettrc de leur autorit^, outre qu'il ne pouvait pas sürement ni 
lionorablenient h^aiter avec eux de cette affaire, avant qu'ils lui eussent 
restihi6 piciuenient la Pom^ranie, ne pretendant point par un mariage 
confondre ses pays avec ceux de la couronne de Su^de. 

n est ausBi, monseigneur, fort porte ä la guerre, et il est ais6 de 
juger que le döplaisir le plus grand qu'il ait est celui de se voir hors 
d'^tat dy avoir part, et j'estime que s'il se trouvait Toccasion avanta- 
geüse, il y entrerait fort librement. 

ßr^gi schildert nun den Oberkammerherrn Conrad v. Burgsdorf als 
einen eitdn Manu; .er hat sich mit ihm über die Neuburgischen Angelegen- 
heiten unterhalten, um deren willen Dohna nach Frankreich gesandt ist*). 

,,L'dccteur me fit prier par ledit sieur chambellan d'^crire sur ce 
point k Vütre Eminence et de la supplier ... de faire en sorte que 
Leurs Majestös ßcrivent a M. le duc de Neubourg . . ., qu'il se porte, 
suivant la justice, k entendre k un bon accommodement en demeurant 



1 



') la Wilna. 

'j DonilKjrr Fanton i, einer der vertrautesten Rathgeber Vladislav's IV.; vgl, 
L 1. p. 166.239. 

') Eh handelte sich um die Erneuerung des Vertrags über die preussischen See- 
EÖlle, wovoti auäfübrlich I. 1. p. 163 ff. 

*) Vgl. über die Sendung des Burggrafen Fabian v. Dohna nach Paris I. 1. 
p. 610. 640 ff. 



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Die schwedlscbe Heirat. Die scbwediBchen Ansprüche auf Pommern. | ] 

anx traitts qui ont 6t6 faits et commenc^s par le roi Henri IV ... et 
renouvelös par MM. les Etats. 

L'ilecteur fait passer mil ehevaux de recrue dans le pays de C16- 
ves. . . . Pour ce qui touche M. le grand-chambellan, je sais bien qull 
ne sera pas difficile k Votre Eminence de Tacqu^rir. ... Enfin, mon- 
seigneur, M. Tdecteur s'est disposfi d'envoyer en France un agent se- 
cret et affidö et qui ne sera connu que de celui qui lintroduira prös 
de Votre Eminence, de laquelle ledit agent recevra les ordres et les 
aviß pour les faire savoir ä son maltre, et qu'il ny aura que Votre 
Eminence, ledit sieur 6lecteur et le grand-cbambellan participants de 
cette seeröte correspondance. . . . J*estime . . . [que ce ne serait] point 
une chose inutile, si Votre Eminence m'envoyait un mot de lettre pour 
ledit sieur grand-chambellan. . . . 



Saint -Romain. Dat. Münster I.Jan. 1647. 

[Der Kurfürst wiU auf die schwed. Ansprüche' auf Pommern niclit eingehen Seine 
Beschwerden über dieselben sowie über die Generalstaaten. Sein neuer Vorschlag.] 

Relation du voyage que j'ai fait ä la Haye vers M. T^lecteur 

de Brandebourg. 

J'avais ordre de disposer Tölecteur de 8*accommoder aux derniöres 1647. 
pr^tentions des Su^dois sur la Pom^ranie: j'y ai peu gangö. II pro- ^ *^*°* 
teste qull n'y consentira jamais, disant qu'il aime beaucoup mieux 
abandonner tout et commettre TafiFaire ä Dieu*) que de consentir ä 
une composition si däsavantageuse et qui le rendrait esclave de la 
eouronne de Su^de. II se plaint et s'etonne de la rigueur que lui tien- 
nent les Suödois; il dit que Wolgast les rend maitres de la principale 
embouchure de FOder, et quHls auront plusieurs autres bons ports sur 
la mer Baltique, en la Pom6ranie antörieure et en Mecklembourg, et 
que lui n*en aura aucuu considörable en la Pom6ranie ultörieure qu'on 
lui veut rendre; que d'ailleurs tous ses 6tat8 de la Marche ne peuvent 
avoir communication k la mer que par TOder, et que si la petite em- 
bouchure de WüUin et la ville de Stetin, qui sont de la Pom6ranie 
ult6rieure, demeuraient aux Su6dois, il serait entiörement, lui et tous 
ses etats, ä leur discrötion; qu'on pourrait faire prösentement par force 
et par violence ce qu'on voudrait; mais que de son consentement on 
ne le mettra point aux fers. — 



^) Fnfendorf II. 64. Enm (der Kurfürst) San -Romano a Qallis ad se misso 
aaseyerasse, malle se extrema quaeyis tolerare quam Stetino et Odera decedere. 



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J2 I- Berichte von 1640 bis 1654. 

Comme je lui disais que personne aux assembl^es ne parlait en 
sa faveur que les ambassadeurs de France et que je lui demandais, 
pour le faire parier, si MM. les Etats ne feraient rien pour lui, il me 
repartit avec Emotion et coWre: „la Suede a trop de pensionnaires 
ici," et il me parut peu satisfait de MM. les Etats. — 

Nonobstant cela, M. Tölecteur parait resolu. II t^moigne que son 
plus grand soin est de voir que la France est mgl6e en cette aflFaire 
et a dit au ... rhingrave que s'il n'avait aflFaire qu'i la Su^de, il s'en 
tirerait bien, et il m'a demandö par deux fois, s'il 6tait vrai ce que Ton 
disait, que la France voulait maintenir les Su6dois dans la possession 
de la Pom^ranie, et si, au cas qull les attaquät, nous les d6fen- 
drions? — 

Avec tout cela j'oserais assurer que ce prince n'a aucun dessein 
de se brouiller avec la Su6de. — II m'a dit ouvertement que si on lui 
voulait donner contentement touchant la Pora6ranie, il se joindrait aux 
couronnes et prendrait parti. — 

II a d6pech6, en meme temps que moi, un gentilhomme k ses am- 
bassadeurs pour leur porter ses ordres. II consent, comme j'estime, 
que les Suödois retiennent toute la Pom6ranie ant^rieure k quelque 
chose pr6s et fait une nouvelle proposition qui est que la Suöde lui 
laisse jouissance de toute la Pomöranie [ult^rieure] et se contente d'en 
avoir Tinvestiture conjointement avec lui et ses höritiers et du droit de 
succ^der lorsque la maison de Brandebourg vien^a ä faillir. Si avec 
cela il donnait pr^sentement aux Su^dois quelques places de süretä, 
ils pourraient s'y accoinmoder, et je pense bien qu'il en viendra \k et 
ä relächer de Vautre c6t6 toute la Pom6ranie antörieure, et si ses am- 
bassadeurs n*en ont d6jä Tordre et le pouvoir, c'est qull s'est retenu 
et n'a pas voulu prendre sa derniöre rösolution, qu*il n'eüt vu M. de 
Servien, m*ayant dit qull differait son partement de la Haye de 5 ou 
6 jours pour cela. Sur quoi je lui repr6sentai, que les imp^riaux pour- 
raient bien cependant passer outre avec les Su6dois et conclure leur 
trait6, et que si les imp6riaux donnaient la Pom^ranie, si les 6tats de 
Tempire y consentaient et si les ambassadeurs de Su6de Tacceptaient, 
je demandais ä Son Altesse ce qu'en ce cas nous pourrions faire pour 
son Service? II dit en haussant les 6paules, qu*il espirait qu'on n'en 
viendrait pas lä, et il me semble que M. T^ecteur et son conseil soient 
persuad^s que la paix ne saurait se faire sans le consentement de Son 
Altesse; car on m'a dit plusieurs fois en cette cour: „si la Su6de re- 
tient par force et contre notre gr6 toute la Pomiranie, comment pour- 



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Verhandlangeu über einen Vertrag mit Frankreich. |3 

ra-t-elle dösarmer? Et si eile ne dösarme; Tempereur ni les autres 
ne desarmeront pas aussi, et partant il n*y aura pas de paix." 

M. Fölecteur ne s'est ouvert en aucune fagou au baron de Plet- 
tenberg'). 



Entwurf eines Vertrages zwischen Frankreich und dem Kur- Juni, 
ftirsten [Wicquefort tibergeben]'). Juni 1647. 
(Abschrift.) 



Wicquefort an Mazarin. [o. D.] August 1647. 

[Geneigtheit des Kurfürsten auf den Vertrag mit Frankreich einzugehen und dem 
Könige Truppen zu überlassen. Klausel, welche der Kurfürst eingefügt wünscht.] 

Le sieur de Wicquefort, resident prös du Kot pour M. Mecteur Aug. 
de Brandebourg, ayant 6crit ä S. A. 61. au sujet de Touverture cide- 
vant faite de licencier ses troupes pour les faire passer au service du 
Roi, il a trouv6 tant de disposition qu'il croit pouvoir faire r^ussir Taf- 
faire au d6sir de Sa Majeste; et encore qu'il uait regu aucun com- 
mandement particulier sur ce sujet, si est ce qu'il semble que la plus 
grande difBcult6 ne sera qu*ä laisser la conduite des troupes ä celui 
ä qui S. A. el. Fa promise, qui ne pourra recevoir ses ordres que de 
celui qui commandera l'arm^e en cbef, et aussi a ledit sieur de Wic- 
quefort reraarqu6 que S. A. 61. serait bien-aise de faire döclarer par 
un article secret que sll arrivait que ci-aprös eile avait besoin de ses 
troupes, il serait k son choix de les rappeler aprös en avoir averti Sa 
Majeste deux ou trois mois auparavant et en remboursant Sa Majeste 
de la somme qu'elle accordera par le present traitö ä M. Tölecteur pour 



') Georg V. Plettenberg, kaiserlicher Minister, damals ebenfalls wegen der 
pommerschen Angelegenheit an den Kurfürsten gesandt. 

*) Dieser Entwurf bereits gedruckt I. 1. p. 664 ff., Tgl. auch p. 613. »Pour bailler 
a M. de Vicfort.* — Ausserdem enthalten unsere Acten eine Abschrift des fertigen 
Vertrages incl. des hinzugefügten geheimen Artikels (s. unten) mit der Bezeichnung: 
Projet de trait^ entre le Roi et M. T^lecteur de Brandebourg apport^ de la cour par 
M. de Wicquefort, avec la d^pöohe du 6 novembre 1647. — Zu den Worten des Art. 2. 
tel nombre de gens de pied et de cheval hat eine andere Hand am Rande bemerkt r 
propos^ deux miUe hommes (sotlte wol douze m. h. heissen, vgl. I. 1. p. 667). Ebenso 
am Schluss des Art. 8 : Dans Tarticle particulier qui est propos^ serait hon de [met- 
tre . . .? unleserlich] le präsent ou de ce qui sera convenu lui dtre aocord^ pour sa 
satiafaction , laquelle sera poursuivie et demand^e par les ministrea du Roi avec 
autant de oh&leur qu'ils on fait pour celle de la reine de Su^de et de madame la 
landgrave. 



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14 I- Berichte von 1640 bis 1654. 

le d^dommager des frais de ses lev6es, en quoi S. A. 61. sera trÄs- 
modörte et trös-raisonnable. 

Son Eminence est trös-humblement suppliie d'iine nromDte rfeso- 
lution ßur cette aflfaire. — 

n y a d'autres cavaliers ä la cour de S. A. 61. qui oflFrent de faire 
des lev6es de gens de pied. 



Saint -Romain, Dat. Münster 4. Nov. 1647'). 

[Günstige Stimmung des KarfQrsten und seines Hofs. Klagen desselben Über die 

Schweden. Aafklftrangen über die Verhandlungen mit Bibaucourt, sowie über die 

Sendungen des Kurfürsten an Dänemark, den Kaiser, Cöln u. s. w.] 

4. Nov. . . . J'ai it& chargö premiörement d*informer de Tfitat auquel est la 

n6gociation, 2o de s'6claircir des intentions de ce prince et lui reprt- 
senter le pr6judice qu'il se ferait et aux affaires de la paix, si, comme 
on iious veut faire croire de plusieurs endroits, il pensait & s'engager 
dans le parti contraire. . . . 

II me semble que je les ai laiss6s dans de fort bons sentiments. 
Je les trouvai d*abord un peu pr6venus par les imp6riaux. . . . [Mais] 
M, r^lecteur protesta plusieurs fois avee serment qu'il n'6tait pas ca- 
pable d'6couter un si mauvais conseil ni de se laisser porter k une r6- 
solution si pernicieuse au bien de ses aflFaires; q\x*ä la v6rite l'empe- 
reur lui avait bien fait parier de se joindre k lui; mais quil Tavait 
refuse tout net, et qu'il faudrait qull eüt perdu le sens pour le faire 
au m§me temps que tous les cathollques se r^unissent k Sa Majest^ 
imperiale pour Tabaissement des protestants. 

. . . Ses ministres me firent les memes protestations . . . , [disant] 
qu'ils apporteraient par-lä du retardement k la paix qu'ils regardent 
comme leur unique port et qu'ils souhaitent sur toutes choses du 
monde. . . . 

Ils firent de grandes plaintes contre la Jalousie des Su6dois, s'6- 
tonnant qu'ayant en mains des sfiretös si reelles, cela ue püt encore 
les rassurer. 

Je dis k la justification de nos alliis que le long söjour de M. 
de Blumenthar) k Clöves, les all6es et venues que M. de Ribau- 
court y avait faites de la part de M. rarchiduc'), les divers envois 



') Bericht bei seiner Rückkehr von Cleve. 

■) Joachim Friedrich Blumenthal vgl. 1. 1. p. 662 und Pufendorf III. 22. 
') Erzherzog Leopold Wilhelm, Statthalter der Niederlande, Tgl. Pufen- 
dorf III. 21. 



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Verschiedene Sendungen des Kurfürsten. J5 

de M. Fölecteur vers le roi de Dänemark, Fempereur et Tölecteur de 
Cologne et les demandes que Son Altesse ölectorale avait fait faire, en 
meme temps, des places que la Su^de et la Hesse lui d^tiennent et 
d'etre d6charg6e des contributions que ses pays leur payent avaient 
pu 6mouvoir et donner de Tombrage k des gens moins soupQonneux 
que ne sont MM. les Suedois. 

Ds rtpondirent qulls seraient bleu malheureux, s'ils ne pouvaient 
envoyer ni recevoir des döput^s sans se rendre suspects; qu'il pourrait 
avenir qu'au premier jour leur maltre enverrait aux ducs de Brunswick, 
k r^lecteur de Saxe et autres princes protestants et „peut-etre" (dit 
alors M. de Burgsdorf) „que le sort tombera aussi sur moi de mar- 
cher k mon tour". . . . 

Comme je fus pret k partir, M. T^lecteur envoya chez moi mondit 
sieur de Burgsdorf . .. avec le pr^sident Hörn et le baron de Hei- 
den, qui a 6t6 ici Tun de ses pl6nipotentiaires. . . . Ils assurörent que 
le premier voyage de M. de Ribaucourt n'avait 6t6 que pour faire 
compliment k M. r^lectenr sur son arrivöe ä Cl^ves et le second pour 
lui recommander les intörßts et le r^tablissement du comte de 
Schwartzenberg, qui est auprös de M. Tarchiduc; qu'ils avouaient 
bien qu'en suite on 6tait tomb6 sur les affaires präsentes; mais que ce 
n'avait 6t^ que discours et simple entretien; que M. de Ribaucourt 
pouvait bien avoir jete quelque parole, pour voir, si M. Tilecteur se 
voulait d6faire de ses troupes*); mais qu'on ne les avaif point relev6es, 
et que je pouvais assurer M]\f. les ambassadeurs du Roi que Son Al- 
tesse ne les donnerait k personne. Et, en effet, je n'ai pas reconnu 
qull alt aucune pensÄe de les licencier; au contraire, il les augmen- 
terait volontiers, sll lui ötait possible. 

Ds dirent ensuite que Tenvoi de leur s^rönissime en Danemark') 
ne regardaü que le commerce, et que leur maltre voulait obtenir fran- 
chise pour ses vaisseaux au passage du Sund ou du moins le m6me 
traitement qu'on y fait k ceux de Hollande; quant k Tempereur, qu'il 
lui iaisait faire la meme demande qu'aux Hessois et Suedois touchant 
la restitution des places qu*ils lui dötiennent et la r^mission des con- 
tributions ; et quant k Farchev^que de Cologne, il se plaint de ce qu'il 
s'oppose, k la cour de Vienne, k sa Prätention et demande de plus 



*) lieber die (begründeten) Qerüchte, wonach der Kurfürst seine Truppen mit dem 
ErsherEoge vereinigen und von demselben den Oberbefehl über die Kaiserlichen in 
Westphalen empfangen sollte u. d. m. vgl. Pufendorfa. a. O. Droysen m. 1. 327. 

•) Schlezer's. 



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J6 ^' Berichte von 1640 bis 1654. 

quelques nouvelles coiitributions. Son d6put6*) a aussi ordre de faire 
remoiitranee contre lefi discours que M. Föveque d'Osnabruck et ses 
Partisans tieunent, quil ne faut pas garder ce qui a 6t6 accord6 aux 
protestaiits par M. Ic cvmite de Trautmansdorf) et de savoir, si 
c'est aussi le seutiiiient de M. Tdecteur de Cologne. 

r 

II est eiicore k consideror pour preuve de leurs bonnes intentions, 
qtie sur toutes les autres choses ce prince et ses ministres parlent fort 
raisoDiiabloment. , • , Ils demandent, si le Roi n^ renverra pas son arm^e 
en Allemaguej ils diseut que cela est n^cessaii-e et ont jet6 en cet en- 
droit et en plusieurs autres rencontres des paroles ambigues et des 
demi-mota pour douncr Heu de croire que nous avons plutot ä esp^rer 
qua craindre de leur cöt<i. 

Ctinime j'^tais pret k partir, il re§ut un courrier de son d6put6 
qui est ä Prague') qui lui donnait esp^rance que l'empereur se por- 
terait *Y lui donner coiiteiiteuient toucbant ses places et ses contribu- 
tiona, p<mrvu qu'il pCit *>bteuir la meme chose des SuMois et de ma- 
dame 1a laudgrave; et pour cet eflfet, il demanda, qu'il plaise au Roi 
de lui d(5partir ga protection et ses bons Offices auprös des alli6s. 
Je ine chaigcai den faire rapport aux ministres de Sa Majest6 qui 
Bont ici, 

On lui luaudait encore que Tempereur ne voulait plus souflfrir de 
neutralit^ eu Alleniagne, et qu'il faisait 6tat de l'ecrire bieutot aux prin- 
ces de renipire et les oblig<\r ä prendre parti. 

Eu preuaut cong6 de M. l'ölecteur de Brandebourg, il me donna 
encore toutes sortes d assurances de son respect envers la France et 
me dit que les ministres de Su^de voulaient rejeter sur nous Tenvie 
de toutes Icö d(ifianecs qu\>n avait de lui, et qu'ils avaient assurö ses 
iniuistres ä Osnabrück que tout cela venait de nous; mais qu'il savait 
bieu le contraire . . ., que les Su6dois, au contraire, avaient menacö et 
qu on lui inandait de Tarnji^e imperiale que tous leurs prisonniers disaient 
bautement que Wraugel iiait dans la Marche de Brandebourg et y 
porterait le si^ge de la guerre. Je röpondis que c'^tait sans doute un 
artifiec des imperiaux pour les brouillef davantage, et, en eflFet, M. 
Wrangel tient une autre route et l'on croit qu'il est sur le W^ser 



*) Otto T. Schwerin. 

*3 (Duas 1624 daa Noi-iQuljahr für den Besitzstand der Evangelischen im Reich 
sein sollte, vgl. Droysen Geftüh. d, preuss. Politik III. 1. 320. 330.) 

") Ewald V. Kleist. — Eb handelte sich um die Räamung von Hamm und den 
Naobloas der Contribütionen aus Mark und Ravensberg. 



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Versuch eine «dritte Partei* zu bilden. -J^ 

Geheimer Artiker). Dat. Paris 5. Nov. 1647. 

Les places d'assurance que Ton pourrait demander k M. l'ölecteur 5. Nor. 
de Brandebourg, sont Custrin et Spandau dans la Marche Brande- 
boarg . . . ; mais d*autaut que ces deux places, quoique tr6s-fortes, sont 
möditerran^es et de difficile garde, 6tant comme impossible d'y envoyer 
les troupes nöcessaires pour leur conservation, Ton pourrait demander 
Celle de Pillau situ6e en la Prusse ducale sur la mer baltique ä Tem- 
bouchure de la rivi^re de Pr6gel audessous de Königsberg, k laquelle 
ville eile sert comme de citadelle, pas un navire n'y pouvant entrer ni 
en sortir qu'i la faveur du fort de Pillau. 

Je crois que S. A, 61. se contentera de dix k douze 6cus pour 
chaque homme de pied et de cinquante ou soixante par cavalier; mais 
dautant que sur cela je n'ai regu aucun commandement particulier, il 
sera k propos de savoir sur cela la volonte du Roi. — 



Wicquefort an Lionne. Dat. Unna 14. Dec. 1647. 

[Conferenz des Kurfürsten mit Melander. Burgsdorfs Reise nach Dresden und an 
die braunschweigischen Höfe, um eine ^dritte Partei" zu bilden. Pläne des KurfUr- 
sten. Unbefriedigender Verlauf jener Conferenz. Audienz Wicquefort's bei dem Kur- 
fürsten. Fürstenberg. Wicquefort folgt Burgsdorf.] 

Monsieur . . . Son Altesse 6lectorale partit de Soest avant-hier au 14. Dec. 
«oir sur les dix heures de nuit, pour aller k Altena, oü Melander*) 
se rendit en mßme temps, et y demeuraient le jour dliier*). . . . II y a 
deux joirs que notre grand-chambellan^) a quitt6 la cour, pour aller 
k Berlin et k Dresde, k dessein de tächer de former avec Tölecteur 
de Saxe un tiers parti contre ceux, disent-ils, qui refuseront de faire 
la paix. II doit en passant voir les ducs de Brunswick et Lunebourg 
k Hanovre, Zell et Wolfenbutel, pour tächer de les attirer au mßme 
parö. — II semble aussi que monseigneur Tölecteur veuille se raettre 
en 6tat de pouvoir agir de son chef, vu qu'il engage Töv^cbö de Ha- 
velberg et quelqu'autre piöce k plusieurs marchands de Hambourg pour 



*) »Article secret en chiflfre pour ballier k M. de Vicfort* — von Wicquefort's 
Hand; Tgl. oben den Vertragsentwurf vom Juni. 

*) Der kaiserl. Qeneral Melander ▼. Holzapfel (vgl. über ihn bes. Bommel 
Neuere Gescb. yon Hessen Bd. IV.). 

*) Vgl. N^goc. secr. IV. p. 201. 

*) Conrad t. Burgsdorf, vgl. I, 1. p. 614f. 676 und Droysen a a. O. 326, 
nach den Instructionen und Berichten Burgsdorfs sowie nach Acten des Dresdener 
Archivs. 

Mater, lur Gesch. d. Gr. Kurfürsten. U. 2 



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J^ I. Berichte ron 1640 bi» 1654. 

la somme de deux cent mille 6cu8. S'il arrive aujourdliui en cette 
ville, jaurai peut-etre le xnoyen de p^n^trer plus avant dans »es in- 
tention». 11 en doit partir demain pour s'en retourner ä Cl^ves, et en 
passant mardi prochain ä Duisbourg, il se doit aboucher avec le due 
de Neubourg, dont je pourrai mander leg particularites par le premier 
ordinaire. Je ne vous puis dissimuler, monsieur^ que toutes ces en- 
trevues et intrigues m embarassent extremement et me feraient appr^- 
hender qu*ä la cour Ton n'eüt sujet de douter de mes intentions ou de 
ma couduite, si ... je n avais de quoi faire voir les ordres exprös que 
j ai eus de faire ouverture d'une allianee . . ., quoiqu'il me reste encore 
beaueoup desp^rance au comte Maurice de Nassau ...; j'emploierai 
tous les moyens imaginables pour lui faire goüter les raisons qui doi- 
vent obliger S. A. electorale ä la continuation de ses premiers desseins 
au profit du bon parti. 

(P. S.) Monsieur, depuis avoir ecrit ce que dessus, il m'est venu 
trouver un des conseillers confidents de Son Altesse electorale. ... II 
m'est venu dire que je dois bien esp^rer de ma n^gociation; que S. 
A. E. est tr^s-malsatisfaite de la Conference d'bier; qu'elle m*a permis 
draller k Hanovre suivre M. le grand-cbambellan, et qu*elle na rien 
chang6 de Taffection quVlle a pour la France; que Ton avait d^jä 6crit 
k Paris que je vinsse et que je serais le bienvenu sur llacheminement 
du traite dont j'avais fait les ouvertures; que Son Altesse 61ectorale 
avait d*abord refuse de voir Mel ander, jusqu'ä ce que celui-ci lui alt 
reproche qu'elle ne faisait point de difficultö de conförer avec les mi- 
nistres de France et de Suede et partant qu'elle n'avait point de rai- 
son de rebuter de la fa^on un ministre de Tempereur *). ... 

S. A. E. est arrivee ici sur les quatre heures du soir, et une de- 
mie-heure apres eile m'a envoy^ querir. . . . Apr^s avoir d61ivr6 mes 
lettrcs, j'ai dit en peu de mots le sujet du voyage et le contenu du 
traite projete, que Son Altesse electorale a desir^ avoir par ecrit, ainsi 
que je le lui ai bailie'). Je ne sais, si Ton rösoudra quelque chose 
auparavant que Son Altesse electorale arrive k Cieves, parce qu'elle 
part des demain matin et ne se donnera point de repos qu'elle n'y soit 
arrivee, meme sans passer par Duisbourg et sans voir le duc de Neu- 



') Vgl. Pufendorf HI. 20. Diese Zusammenkunft erregte den Verdacht der 
Schweden: Nee minus suspectum habebatur, quod Melander Caesareus dux, e West- 
phalia in superiorem Qermaniam tendens, Electoris coHoquiura ex itinere petierat; qui 
declinare id non poterat, cum e GaUia et Suecia missis accessum praeberet 

•) Vgl. oben 



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Wicquefort folgt Burgsdorf. jQ 

bourg. — II y a ici un comte de Fürstenberg*) que Telecteur de 
Cologne avait envoy6 i Melander et, comme je crois, avec quelque 
Gommission pour S. A. E*); mais il ne nouB fera pas grand mal. — 

Monsieur, je me trouve oblig6 d'aj outer encore un troisiöme article 
i cette dfepSche, pour vous dire que Son Altesse electorale . . . trouvait 
k propos que je partisse dös demain matin, pour aller par Munster k 
Hanovre joindre le grand-chambellan, auquel eile 6crit de sa main et 
lui mande le peu de satisfaction qu'elle a eue de la conf6rence d'bier, 
et qu'il s'avise avec moi des moyens d*une bonne rösolution pour la 
cause commune. . . . 



Der Kurfürst an Mazarin'). [o. D.] 

[Antwort anf das Schreiben des Cardinais , welches Wicquefort ihm fiberbracht. Er 
denkt auf die Propositionen eines engen Bfindnisses zwischen dem Könige nnd ihm 

einzugehen.] 

Monsieur, je ne manquais pas de preuves de Taffection dont vous (Dec.) 
mTionorez, auparavant m€me que vous eussiez pris la peine de me le 
t^moigner par la lettre que le sieur de Wicquefort m'a apportte de 
votre part. Aussi puis-je bien assurer Votre Erainence que j'en fais 
une estime si particuli^re , que je rechercherai toute sorte d'occasions 
eapables de vous en assurer enti^rement, ainsi que j*ai command^ au 
sieur de Wicquefort de protester ä V. E. plus amplement de bouche. 

Et puisque VaflFection que vous avez pour les affaires de France 
me la fait naltre dans les propositions qui ont de part et d'autre 6t6 
faites d'une ötroite alliance entre le Roi et moi, je m'en servirai pour 
y rencontrer celle de vous y pouvoir rendre quelque Service qui en 
valftt la peine, afin que V. E. puisse reconnaltre la sincerit^ des pro- 
testations que je lui fais de vouloir etre, comme je suis en eflfet, — 
Monsieur — [gez.] de V. E. le bien humble et tr6s-affectionn6 servi- 
teur.Frideric Wilhelm Electeur. 



*) Graf Friedrich ▼. Ffirstenberg. 

') Vgl. Pafendorf III. 22. Er verhiess die Unterstützung Cölns in Bezug auf 
die Räumung Yon Hamm und den Erlass der Abgaben, falls der KurfQrst seine Trup- 
pen mit dem Kaiser vereinigte. 

*) Vgl. unten das Schreiben Wicquefort^s an den Cardinal vom 27. Januar 
1648. 

2* 



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20 I. Berichte von 1640 bis 1654. 

Wicquefort an Lionne. Dat. Osnabrück 19. Dec. 1647. 

[Kriegerische Stimmung des brandenburgischen Hofes.] 

... je ne vous dirai pas, monsieur, rentretien que j'ai eu avec 
19. Dec. messieurs les ministres duRoi'), qui vous diront qu*en notre cour Ton 
est enti^rement r^solu de prendre les armes contre ceux qui ne veu- 
lent pas la paix et enti^rement persuad6 que la France la d6sire. . . . 



Wicquefort an Lionne. Dat. Hannover 31. Dec. 1647. 

[Wicquefort hat in Wolfenbüttel Burgsddrf getroffen. Gelingen seiner Zwecke.] 

31. Dec. Monsieur, ce n*est pas d'aujourd'hui que je commence d'avoir re- 

gret de n'avoir point de ehiffre avec vous pour vous dire les particu- 
larit^s de mon voyage et surtout Celles de celui que je vien de faire ä 
Wolfenbutel, oü j'ai enfin trouvö celui que je cherchais depuis tant de 
temps*). La seule cousolation qui -m'en reste est la satisfaction que 
je rapporte de ma n^gociation, laquelle a si bien r^ussi, que j'esp6re 
que ceux qui m'ont fait l'honneur de m'y employer en recevront du 
contentement. L'importance de TafiFaire et Tincertitude de Tadresse de 
mes lettres m*empechent d'en dire davantage; mais je pars tout pr6- 
sentement, pour retourner sur mes pas en France, aprös que j'aurai 
un peu plus acbemin6 aupr^s de mon maitre le dessein qui a 6t6 si 
heureusement ^bauch6. Etant k Munster, je pourrai peut-etre öcrire 
avec un peu plus de süret6. . . . 



Wicquefort an Lionne. Dat. Cleve 14. Jan. 1648. 

[Man ist entschlossen, auf die Propositionen einzugehen. Burgsdorf und ein anderer 
Vertreter der „guten Partei" an diesem Hofe zu Gratificationen vorgeschlagen. Blu- 
menthal erwartet. Befehl, den Kaiserlichen die Contribution aus der Grafschaft Mark 

zu verwehren.] 

1648. Monsieur, je crois etre oblig^ de donner avis k Votre Excellence 

H.Jan. ^Q ujQjj arrivie en cette ville, pas tant k cause des hasards que j'ai 
courus que pour l'importance des lettres dont j'ötais porteur. Monsieur 
Tölecteur a eu le soin Ä*envoyer un courrier au devant de moi, pour 
me faire arreter au lieu oü il me trouverait, jusqu'ä ce qu*il m'eöt en- 
voy6 deux cents chevaux pour m*escorter. Mais j*ai 6t6 assez heureux 
pour passer sans aucune mauvaise rencontre. . . . (Den Stand der Ange- 



*) Am 23. Dec. melden die französ. Bevollmächtigten, dass Wicquefort in Mün- 
ster gewesen. S I. 1. p. 613 (nach den N^gociations Beerbtes IV. p. 201). 
•) Burgsdorf 



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• Wicquefort von seiner Sendung befriedigt. 21 

legenheiten betreffend), je les trouve de plus en plus disposöes k l'exß- 
cution du traitö qui a ^W projetö, qui he fait qu'attendre Tarrivöe de 
celui en rabsence duquel Ton ne veut rien rösoudre (Burgsdorf) . . . , 
et me contenterai de dire ici que je remporte des lettres de creance 
qui auront ßujet de contenter la cour, oü il serait n^cessaire qu'il y 
efit de la disposition ä honorer celui que j'ai laissö en AUemagne 
(Burgßdorf) d'un präsent qui le füt en effet. . . . Celui qui affectionne 
le bon parti*) en cette cour m*a donn6 cet avis ..., et je vous sup- 
plierai aussi, monsieur, de vous souvenir de celui qui m'a donn6 cet 
a\'iB. ... L*on attend ici dans quelques jours le commissaire de Blu- 
menthal, et Ton avait rösolu de lui faire le traitement que les four- 
bes möritent; mais j'ai remontrö qu*il valait mieux dissimuler encore. 
Mais cela n'empeche pas que Ton n'ait donne ordre aux officiers d'em- 
pßcher aux imp6riaux la lev6e des contributions dans le comtö de Mark, 
et s'ils se mettent en devoir d*ex6cuter, de les charger quelque part 
qu'ils les trouvent*). J*ai aussi disposö notre ami k faire en sorte, 
que Ton travaillerait ä lever les ombrages que les Su6dois pourraient 
prendre de ces all6es et venues. . . . 

(Postscriptum vom 15. Januar.) Depuis avoir öcrit celle-ci, 15. Jan. 
j'ai SU la derniere rösolution que je remporte en France, qui est que 
Ton est absoluraent rösolu de laire; mais que Ton demande six semai- 
nes ou deux mois de temps pour signer, et que cependant Ton dis- 
pose les SuÄdois ä Tex^cution de ce qui est contenu dans le projet 
fait k Paris et que j'ai apportö. — Ce 15 janvier. 



Wicquefort an Mazarin. Dat. Haag 27. Jan. 1648. 

[Es ist keine Reise des ersten brandenburgiscben Ministers nach Wien in Aussicht 
genommen. Die Briefe an die Königin und den Cardinal , welche Wicqaefort mit- 
bringt, werden vollends von der guten Gesinnung dieses Hofes überzeugen.] 

Monseigneur, les respects que je porte aux affaires qui vous oc- 27. Jan. 
cupent m ont empSche de me donner l'honneur d'6crire k Votre Emi- 
nence au sujet de mon voyage et me contenterais encore d'en informer 
monsieur de Lionne . . . et meme d'en rendre compte de bouche, n*6- 
tait que mon retour, en France 6tant retard^ par le vent contraire, et 
ayant su d'ailleurs les ombrages qui peuvent encore rester dans Tesprit 



*) Was er anter diesem Ausdruck veratehti erklärt Wicquefort in seinem Qut> 
achten über den französischen AUianceplan Li. p. 680. 

*) Vgl. Pufendorf III. 22. (Kleist^s entsprechende Drohungen in Prag.) 



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22 ^- Berichte von 1640 bis 1654. 

de quelques -uns sur ce que Ton peut avoir 6crit de de^a touchant le 
prötendu voyage que notre premier ministre*) devait faire ä. Vienne, 
j*ai cru devoir informer Votre Eminence de la vörit^ du fait et Tassurer, 
ainsi que je puis faire en conscience, que Von n'y a jamais songö; 
ainsau contraire que les lettres dont je suis porteur taut pour la Reine 
que pour vous, monseigneur'), achöveront d'assurer Votre Eminence de 
la bonne intention et du maitre et des ministres. . . . 



Wicquefort an Lionne. Dat. Paris 14. Febr. 1648. 

[Die Schweden wollen nicht dulden, dass der Kurfürst rüste. Lionne möge dieselben 
Yon ungehörigen Schritten abhalten.] 

14. Febr. ... J*ose VOUS supplier, monsieur, de trouver bon, que je vous 

dise par ces lignes que Ton m*a envoyö des lettres interceptöes de 
Suöde par lesquelles les ministres de cette couronne-lä mandent bien 
exprös ä ceux qu'ils ont ä Osnabrück qu'ils ne souflFriront jamais que 
monseigneur Felecteur arme sous quelque pr6texte que ce soit'), et 
qulls se raettront bientot en 6tat de Ten empScher, dont Son Altesse 
61ectorale se trouve tellement scandalisöe, que, si Ton n'y donne ordre 
de bonn'heure pour guörir, je ne dis point la döfiance, mais la Ja- 
lousie que les Suedois ont de Talliance de France, j'en prövois un 
d^sordre qui sera sans rem^de. ... Je vous supplie trös-humblement 
de faire en sorte, que messieurs les plönipotentiaires et les ministres 
que le Roi a en Su^de disposent les Suedois ä ne point faire de que- 
reile mal ä propos. . . . 



Schwerin an Wicquefort. Dat. Cleve 20. Febr. st. v. 1648. 

[Ablehnung Kursachsens; voraussichtliches Scheitern von Burgsdorfs Mission. Stellung 
zu den Kaiserlichen in Westphalen und zu Kurcöln.J 

l.MUrm. M. le grand-chambellan nous fait savoir que [r]'61ecteur [de Saxe] 
ne prendra pas part ä nos conseils, si ce n'est que nous nous r6solvons 
d'employer nos forces pour Tempereur. . . . Monseigneur notre m'altre 
demeure encore ferme dans cette r^solution. . . . Si Ton se r6sout lä 
bien ä cette proposition que vous y avez ä faire ad Interim et que 
nous en voyons bientot l'eflFet, tout ira bien. Avec les soldats imp6- 
riaux en Westphalie et M. Fölecteur de Cologne*) nous sommes en- 



*) Burgsdorf. 
') S. oben S. 19. 
Vgl. I. 1. p.686f. 
*) Vgl. I. 1. p.676. 



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EiDspraclie der Schweden. Ablehnung Karsachsens. OQ 

core en mgmes termes et nous chargeons Tun l'autre de lettres; üs 
ont pourtant bien garde de prende la contribution avec force, encore 
qu'ils la demandent tant des sujets que de Son Altesse ^lectorale avec 
des menaces. v 

Avec la premiöre j'espöre de vous öclaircir de TexpÄdition de M. 
le grand-chambellan. 11 n y a personne qui croie que nous en verrons ; 

quelque effet Vous saurez d6jä, monsieur, que Tarmöe su^doise s'en • 

est all6e chercher Timp^riale. . . . Le plus puissant veuille que leurs • 

actions nous produisent bientöt une ^quitable paix. ... 

Wicquefbrt. Dat. Paris 27. März 1648. l 

[Entschuldigung wegen einer Geldforderung, welche er im Namen des Kurfürsten ge- 
macht hat. Warum er noch nicht nach Münster zur Fortführung der Verhandlungen • 
zurfickgehen kann. Der Argwohn der Schweden gegen die Handlungen des Kurfür- 
sten ist unhegründet] '! 

. . . Son Altesse ölectorale ne se serait pas avisöe ... de me char- 27. MKr». ";^ 

ger d'une commission de demander un secours d'argent '), n'etait que lui 3. 

ayant dit de la part de monsieur le cardinal qu'il ne tiendrait point i 

ä de Targent — ce furent les paroles formelles de Son Emi- /^ 

nence — que S. A. 61. n'eüt sa satisfaction en se d^tachant absolu- 
ment d'int^rßt d'avec le parti contraire, et n'etait aussi que Son Altesse 
ölectorale se trouvant oblig^e d'opposer ses armes aux \aoleüces que 
r^lecteur de Cologne faisait exercer dans le comt6 de la Mark, eile 
croyait que Leurs Majestös') ne feraient pas beaucoup de difficult^s 
de contribuer du leur k un dessein qui eüt fait une diversiou notable, 
et vous dirai, monsieur, que si d'abord Ton m'eüt fait connaitre l'im- 
possibilit^ du secours que je demandais, j'aurais discontinuö les in- 
stances que j'en ai faites sur ce que Ton ne s'excusait que sur les om- 
brages <iue Ton appr^hendait de donner k la couronne de Suöde, et 
le ferai ä pr6sent que je vois que cette aflfaire m'öte Tentr^e chez mon- J 

sieur le cardinal. Je n'avais garde aussi de presser mon renvoi » 

ä Munster, puisqu'outre la nature de la n^gociation, qui ne se peut .,i 

pas bien achever en Tabsence de M. de Burgsdorf, il faut le com- ;] 

mandement de Son Xltesse 6lectorale pour me faire partir. — Pour ce 1 

qui est de la Jalousie que messieurs les Suedois peuvent prendre des ^ 

actions de S. A. 61., je ne pense pas qu'elle leur en donne aucun sujet. ' 

Les particularitös du voyage de M. de Burgsdorf ä Dresde justifient 



') Vgl. 1. 1. p. 676. 686. 

*) Die Königin-Mutter und Ludwig XIV. 



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24 1- BcfkiiCe f^ 1^0 bU 1654. 

aMex le soup^on qiie l'0ii en poarrait prendre, et les mmietres que 
Son Altesäe electorale a 4 la Haye'f ne sont pas des gens quelle 
Toodrait emplr^yer dans des affaires trop d^licates, outre que c'est un 
Ueu oti il ny a neu de feecret. . . . 



Wioquefort an Serbien'). Dat. Paris I.Mai 1648. 

fEotschaldjgt teinen xa gro^^en Eifer. GeMofferte. Brief des Kurfürsten an Mazarin. 
In den fTojectlnta Vifrfrag rons» Schweden miteinbegriffen werden.] 

j.Mai. *.. Je Tous BuppUe .,* tr^R-humblement de croire, monsieur, que 

la chäleur que j'ai apportee ä la poursuite de Taffaire dont monseig- 
oeur r^Iertetir m »vait eharg^ na pmced^ que du juste sujet que ja- 
rais dappr^hender, que le refus que Ton me ferait ici ne fortifiät le 
c<^*n»eil de ceux qui dans notre cour ont toujours rejet^ les oflfres que 
Ja France y a fait faire de son amiti^; et si j en ai temoign^ en quel- 
ques lettres, ee na ^t^ qua ceux d<jnt je connaissais les bons senti- 
ment^ et que je savais \i\Te en bonne intelligence avec vous, mon- 
ssieur, afio que faiäant office aupr^s de Votre Excellence, . . . par votre 
moyen mesmeurg les ministrea **e disposasseftt k donner quelque satis- 
faetion k Son Altesf^e ^leetorale, pour laquelle j'ai oflFert, comme j offre 
encore, de faire preter au Koi pour deux ans vingt mille ^cus sur in- 
l^ret» ardjnairee* Mais je me suis bien donn^ garde d'^crire en memes 
termes les lettre« qui eussent pu f tre Ines en notre conseil, oü je pou- 
vaif* fiavoir qu^elles eussent produit detranges eflFets. Au contraire, la 
lettre que S. A. ^l ^crit k Sou Emiiience, que je n'ai pas encore d^ 
livr^e, quoique je Taie il y a quinze jours, justifiera assez mon pro- 
e^tl^ par les t^muignages que Ton y verra des assurances que je donne 
en toutes mes lettres^de laffection que Leurs Majest^s et Son Emi-* 
nence, en son particulier, a puur H. A. 61. J'avoue aussi, monsieur, 
que le traite pnyct^ ne se pourrail pas conclure sans le consentement 
de la eounmne de Hu^de^ et eest pourquoi nous avons toujours pro- 
teht^ que notre jntention u etait que de traiter avec les deux couronnes 
conjointement et d'y proc^der de la fa^on, qu'elles auraient sujet d'ßtre 
satinfaiteH de notre sinc^rit^, en Borte, que si monsieur de Bourgs- 
dorf eüt 6t^ au pays lorsque j'y arrivais, je ne doute point ou Ton 



*) Fbilipp Hornjj Otto v. Bchwerio^ W. Bemsau und Johann Portmann waren 
von dem Kurfüratcn nnch dem Ha^g gesandt, um über die Zurückziehung der staa- 
tiKcben BMalÄunjf^eti nua tkro Clevischen ujitl demnächst über ein Bündniss zu vcr- 
hnnddn Pu fcndorf UI. M). 

^ Abel SoTTicn Grafd« la Rooho, französ. Bevollmächtigter in Münster. 



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Geldforderung. Schweden soll dem Vertrage beitreten. 25 

eftt trouve moyen de nöuer Taffaire, vu les assurances que je rem- 
portai de Wolfenbutel et de Clöves *) et sur lesquelles on a fond6 la 
demande que j'ai faite ä la cour de la part de S. A. 61., k laquelle si 
Ton eüt rtpondu par la reprösentation de T^tat de affaires präsentes — , 
quoique c'eüt 6t6 en quelque fa^on oter les espörances d'un puissant 
secours, dont j'avais ordre de porter parole formelle, — plutöt que 
par les timoignages de döfiance que Ton disait avoir de nous, je se- 
rais demeurä sans r6plique. . . . 

Der Kurfürst an Servien [?]. Dat. Cleve 14. Nov. 1648. Er be- 24.Nov. 
glückwünscht ihn zur Unterzeichnung des Friedensvertrages mit dem Reich, 
indem er ihn zugleich auffordert, nicht zu dulden, dass die Ehre der fran- 
zösischen Gesandtschaft in der pommerschen Angelegenheit, die durch 
ihre Vermittelung beigelegt ist, verletzt werde — femer aber auch alle An- 
strengung daran zu setzen, sein Werk durch den Frieden Frankreichs mit 
Spanien zu krönen. 



Burgsdorf an Lionne. Dat. Cleve 6. Aug. 1649. 

[Bitte um das Original eines Actenstficks. Wicquefort.] 

... II y a encore quelques points ä ajuster entre nous et la Suöde, 1649. 
et pour en venir k bout il nous manque un accord qui a 6t6 sign6 k 6- ^^s- 
Osnabrück par MM. les ambassadeurs de Su6de et de Brandebourg et 
döposö en original entre les mains de monsieur le comte d'Avaux'); 
et cette piöce 6tant trös-nöcessaire pour terminer les diflPörends qui re- 
stent au trait^ de la Pom6ranie, monseigneur Tölecteur en a plusieurs 
fois 6crit, mais n'a pu encore avoir r^ponse. S. A. s6r6nis8ime vous 
aura, monsieur, grande Obligation, sll vous plait nous le procurer '). — 
Monseigneur Tölecteur a 6t6 extrgmement 6tonn6 du m6contentement 
que Ton a en votre cour de la conduite du sieur de Wicquefort, et 
Bans perdre temps Ta fait incontinent appeler, et ayant entendu ce qu'il 
all^gue pour sa defense, comme vous pouvez voir par la copie ci-jointe 
de la requßte qu*il a pr6sent6e sur ce sujet, S. A. s6r6nissime a jug6 
k propos de vous en faire donner part, afin que vous puissiez con- 



') S. oben. 

») Claude de Mesmes Grafd'Avaux, franiös. BeToUmäcbtigter in Münster. 
Pnfendorf KI. 9. Ita demam fideli opere Avauzii et soUicito nostrornm studio in 
certam formniam consensum fuit, quae a secretariis legationis utrinque subscripta, et 
apnd Ayauxium deposita fuit, qnoad pace perfecta instrumento publico inse- 
retur (28. Jan. 1647); s. auch Droysen III. 1. 316. 

'} Dieselbe Bitte richtet Burgsdorf in einem Schreiben vom n&mlichen Tage an 
den C*rdinal Mazarin. 



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26 h Berichte von 1640 bi« 1654. 

imltre que poar y proo^der comme il appartient il est besoin des let- 
tre» ou autrcs preuv'es evidentes pour le convaincre. Vous nous feriez 
plaigjr de nrms en envoyer quelques -unes, afin que nous ayons de 
quoi agir avec plus de certitude, et pour ce qull a Supplik monseig- 
ueur r^lecteur de lui donner pcrmission de retouraer k Paris pour faire 
juger un proc^s qull a au coDseil, dont dopend toute sa fortune, on 
ne lui a pas voula refuser cette gräce '). ... 



Lionne an Burgsdorf. [o. D.] 
(Coneept.) 

[Wjoqti&fort hftl Tide Orte mft entstellten Berichten über den französischen Hof 

rersehen.] 

... [M. de Wiequefort] ne saurait d6savouer cette vöritö, ayant 
vu nioi-m§tite en passant ä Bruxelles entre les mains du comte de 
Me rode*) .et d'autres des ..- gazettes qu'il leur 6crivait toutes les se- 
maines, oü il n oubliait rien de tout ce qui pouvait döcrier les affaires 
du Roi. . * * On a gu aussi qii il tirait pension de plus de dix endroits 
pour envoyer des eemblable» nouvelles. 

Burgsdorf an Lionne, Dat. Wesel 29. Dec. 1G49. 

[V«rw6ndung für WicquerorL Verzicht auf das gewünschte Actenstück.] 

2U. Dec. **^ Ledit eiear de Wiequefort m'a recherchö de . . . supplier 

[Votre Excellence] *) trös-huniblement, comme je fais par la präsente, 
de lui octroyer la gräce que de Touir et de lui pardonner, si au temps 
passe lui est ^chappöe quelque parole ou lettre mal k propos et par 
imprudence. ... Je vous supplie donc, monseigneur, d'user en cet en- 
droit plus de votre bont6 que de la rigueur, ou si Votre Excellence 
croit que les actions pasg^es . . . ne soient . . . capables de pardon, de 
me faire la faveur et me communiquer les copies des papiers qu'il a 
Berits, — 

Touchant les articles . . , ci-devant signös*) . . ., je ö^d dirai plus 
rien k V. E., non que je ne serais tr^s-aise de les avoir, ains qull*) 
serait mals(!ant k moi d engager V. E. en une teile commission qui 
lui ptit donner du d^plaii^ir 



') Vgl. unten p-31, 

*) Graf Philipp Merode im Dienst des Erzhersogs Leopold Wilhelm- 

') de la aupplier M». 

*) Vgl. oben den Brief Yom $. August. 

'^) ^xä Mfl. 




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Vergehungen Wicquefort's. Die Kurfflrstin und Mazariu. Titelfrage. 27 

Die Kurftirstin Luise an Mazarin. Dat. Aachen 8. Sept. 1651. 

[Die KurfQrstin Iftsst den Cardinal durch einen ihrer Cavaliere begrüssen.] ') 

Monsieur, le sieur de Champfleury m*ayant rendu celle quil a 1651. 
plu k Votre Eminence de m'öcrire, m'a donn6 encore des assurances 18. Sept. 
particuli^res du d6sir que vous avez eu d'avoir des nouvelles de ma 
santö. J'espöre que le sieur Alphonsus aura fait le meme k Votre 
Eminence de ma part, comme je Ten avais charg6. Et ledit sieur 
Champfleury fera rapport k Votre Eminence, avec combien de joie 
j'ai appris la continuation de la votre, et que j*ai pris k grand hon- 
neur que Votre Eminence m'a voulu tant assurer de son afifection, vous 
priant de croire que je suis, — Monsieur, — de Votre Eminence — 
[gez.] la bien humble servante — Louise Electrice. — D'Aix-la-Chapelle 
ce 8 du septemb. 1651. — A Monsieur Monsieur le cardinal Mazarin 
ä Brühl. 

Wicquefort an Mazarin. Dat. Paris 30. März 1652. 

[Regelung der Titularfrage. Berufung eines Reichstags.] 

. . . Je ne sais, si je dois ici supplier Votre Eminence de se res- 1652. 
Souvenir de Tesp^rance qu'il lui a plu me donner pour le röglement ^' ^*^^* 
des qualitös de S. A. 61.; mais je ne puis me dispenser de faire sa- 
voir k Votre Eminence que Ton me mande de notre cour qu'il s'y trouve 
un ambassadeur ') qui demande le consentement de S. A. 61. pour la 
convocation d'une diöte k Ratisbonne pour le premier jour d'octobre. 
M. Mecteur y consent pour le temps; mais il voudrait que ce fit k 
Francfort et a pour cet eflet d6put6 vers tous les autres ^lecteurs, afin 
de faire changer le lieu. . . . 

Denkschrift Wicquefort's. [o. D.] 

[Der Kurfürst ist einem Bunde zwischen dem Könige und deutschen Fürsten gegen 
das Haus Oestreich durchaus geneigt und bittet um Beschleunigung dieser Sache. 
Er erlaubt Wicquefort nicht nur eine Reise nach Deutschland zu diesem Behuf, son- 
dern wird dieselbe auf jede Weise seinerseits fördern. Regelung der Titularfrage.] 

Memoire pour Son Eminence du Resident de Brandebourg. 

. . . Monseigneur Tdecteur ne peut plus diflF6rer de dire que non- 1654. 
seulement il goüte les propositions qui ont 6t6 faites k son resident, (Febr.?) 

') Vgl. über den damaligen Aufenthalt der Kurfürstin in Aachen Orlich I. 536 
(nach dem Tagebuche des älteren Schwerin) : Nachdem die Kurfürstin noch einigemal 
falBche Wochen gehalten, verlebte sie den Sommer des Jahres 1651 mit ihrer Mutter 
SU Aachen, um das dortige Spaawasser zu gebrauchen. 

•) Vgl. Pufendorf m. 60. 



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28 t- Berichte von 1640 bis 1654. 

pendaot l'absence de la cour, cVune alliance entre le Roi et les prin- 
ces d'Allemagne, taut proteataDts qiie ceux d'entre les catholiques qui 
aiment la li^e^te de l<?ur patrie; niais aussi que considörant la n6ce&- 
sit^ de cette alliance, Ö. Ä. 6L regoit les propositions qui en ont 6t6 
faites avec le retipect quelle doit et supplie tr^s-humblement Sa Ma- 
jestö d'cQ faire presser rex^cution, pendant que la maison d'Autriche 
fait fies demicrs efforts jiour d^suiiir les princes Tunion desquels peut 
seule empecher r^tablisscment de cette souverainet6 auquel on travaille 
depuis tant daiiu^es en Allemagiie et laquelle se trouvant un jour unie 
ä la puiösance d'Espagne, se readra formidable k tout le reste de 
TEurope '). C est pourf|iioi 8. A. ^1. ayant su que Son Eminence avait 
d^iiire que son rc^sident di le voj a^^e d'Alleraagne pour y voir les prin- 
ces qui peuyeut rendre ce trait^ utile et considerable, eile ne lui en 
a pa@ seulement donne la pcrmisf^ioii, mais promet aussi de le cbarger 
de Bes ordres particuliers et d'employer tout ce quelle a de credit et 
d'autoritö en Tempi re, pour faire reussir les bonnes inteutions de Sa 
Majest^, laquelle S. A. ^1. remercie trös-.humblement, aussi Wen que 
Son Eminence, de ce qu'ils s^emploient avec tant de bont6 pour la 
conservation des alH^^ de cette couronne en un temps od si on n'y 
pourvoyait de bonii'lieure, les n^^gociations de ßatisbonne feraient plus 
de tort k leur libert^ qu'ils ne pourraient appr^hender de trente an- 
n^CB de guerre (Hiverte^), 

Lautre poitit sur Icijuel H. A, *U. a command^ k son resident de 
faire inetance, c'est Tex^cution de la promesse qui lui a ^t6 si souvent 
faite touchant le r^glement des qualit^s, lequel S. A. 61. a d'autant 
plus k coeur que se bcntant prinee souverain le plus grand terrien de 
tous ceux d'Allemagne et puss^daiit en revenu et domaine plus que 
faisaient il ny a que vingt ans les deux plus puissants rois du nord, 
eile souffre avec impatieaee de se voir traiter de pair avec les marö- 
chaux de France et avec les conites de Tempire que le Roi honore 
de la qualit«^ de cuusin. Larcliiduc, les ducs de Savoie et de Lor- 
raine, qui cMent sanb contredit aux ^lecteurs, ont obtenu sans peine 
ce que S, A. ^l demande avec taut d'afifection et ce que le roi de 
Pologue, bien que son souveniiu k cause de la Prusse, ne lui refuse 
point» non plus que Tempereur m^me. La difficult6 que T^lecteur de 
Saxe fait de traiter leö ^lecteurs söculiers®) de „fr^re". ne doit .pas 



*J Vgl. Droyscn IIK 2. 131- IV 

-J Bezieht fikh auf die Eraenoung neuer Keichsfürsten durch den Kaiser (vgl. 
DroyBon a, &. O. p. 133). 
^} eccl^irtfitiquosi? 



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Titelfrago. Abermalige Reise Wicquefort's. 29 

empgcher Tex^cution de la bonne volonte que le Roi peut avoir pour 
S. A. 61., vn que cett'affaire ne regarde point tout le College ölectoral, 
mais chaque ^lecteur en paiüculier. . . . 

... A quoi on pourräit aj outer plusieurs autres raisons; mais ö. 
A- 61. ferait meme difüculW d*en parier avec tant d'empressement, si 
TafiFaire 6tait encore en son entier, si, sur la parole formelle qui lui 
a ^te donnöe, S. A. 61. n'eüt fait ce que Ton a d6sir6 d'elle, si, dös 
Tan 1647, la Reine alors regente ne Feüt honor6 de la qualit6 de 
fröre et s'il n'eüt su qu§ le conseil du Roi avait jug6 que cett'afiaire 
pouvait Stre r6gl6e au cbntentement des ölecteurs de Bavi6re, de Bran- 
debourg et palatin et de ceux pamri les eccl6siastiques qui seraient 
fils, fröre ou oncle d'ölecteurs söculiers. 



Wicquefort an Mazarin. Dat. 23. Febr. 1654. 

[Verdienste des Kurfürsten um die gute Sache. Wicquefort rüstet sich cur Abreise.] 

. . . S. A. 61. ne s'est pas seulement d6clar6e eonform6ment aux 23. Febr. 
d6sirs du Roi, mais eile a aussi puissamment travaill6 pour la r6union 
des princes protestants en Allemagne et a fait entendre qu'elle secon- 
derait de tout son pouvoir les bonnes intentions que la France appor- 
terait au r6tablissement de la cause commune contre les desseins et 
attentats de la maison d'Autriche, se röservant ä s*expliquer davantage, 
quand le Roi aurait fait connaltre ce qu'il d6sire plus particulierement 
de Son Altesse 61ectorale. [Wicquefort braucht nur darauf hinzuweisen, 
was seither sowohl in Regensburg als in der Angelegenheit des Kurfürsten 
von Cöln geschehen ist, für welchen letzteren der Kurfürst Friedrich Wil- 
helm sich nur aus Rücksicht auf die dringenden Aufforderungen des Kö- 
nigs an ihn erklärt hat.] 

Quelque r6solution que Votre Eminence prenne, je ne laisserai 
pas de partir, afin que S. A. 61. sache ce qu*elle a k faire sur les 
propositions que la Su^de, les princes de la Basse -Saxe et le duc de 
Neubourg lui fönt faire. — 



Mazarin [?] an den Kurfürsten. Dat. 26. Febr. 1654. 

[Durch Wicquefort tiberbracht. Erledigung der Titelfrage.] 

... Je puis encore assurer Votre Altesse que le Eoi . . . a pour 26'. Pebr. 
eile une estime toute particuli6re, et que, bien que j*aie fait des offices 
aussi pressants que pour une chose fort difficile pour obtenir ä Votre 
Altesse les titres et pr6rogatives qu'elle avait d6sir6s, je n'ai trouv6 



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30 I- Berichte von 1640 bis 1654. 

pour cela aucune r^sistance dans Tesprit de Sa Majestö, et eile lui a 
accordö avec joie ce qu'elle n'aurait pu lui refuser sans se faire vio- 
lence. . . . 



Der Kui-fÜrst an Vautorte'). Dat. 21. Febr. 1654. 

(Abschrift.) 

[Hülfslcistung Frankreichs an den Kurfürsten von Cöln.] 

3. März. . . . Quant au secours que la France prgte k M. Tilecteur de Co- 

logne'), je ne fais aucune difficultö de croire que Ton y proc^dera en 
teile Sorte, que ce trait^ de Munster demeurera inviolable et en son 
entier, et que Ton n'aura autre but que de procurer la paix et le repos 
de Fempire, mais principalement la tranquillit^ universelle de la chr6- 
tientä. 

Wicquefort an Mazarin. Dat. Paris 14. Oct. 1654. 

[Spinola. Bemühungen der Kaiserlichen. Warnungen und Beschwerden.] 

14 Oct. . . . Je me trouve oblig^ de . . . dire que j'ai avis que D. Louys 

Spinola a passi Munster, pour aller k Berlin avec le resident de 
S. A. electorale ä Bruxelles '). 11 y a plus de six mois que j'ai donnö 
avis des propositions qu'il a fait faire, par le prince Maurice de 
Nassau*), au nom du roi d'Espagne. On les a si fort negligies, que 
Ton n'a pas daign6 de me faire faire un mot de r^ponse sur une af- 
faire de cette importance. Maintenant je dis qu'il porte des effets et 
qu'il ne trouvera que trop de disposition k se faire croire, quanti on 
consid6rerra que depuis trois mois que je suis de retour je ne mande 
quoi que ce soit des intentions du Roi touchant les affaires d*Alle- 
magne. ... Volmar*) est d^jk arriv6 k Francfort'), oü Töveque de 
Worms reprösentera la personne de Tempereur; ils ont leurs ömissaires 
cbez tous les princes, et sachant que monsieur T^lecteur mon mattre 

') Vertreter Frankreichs in Regenshurg. 

') Gegen Cond^ und den Herzog von Lothringen. Frankreich zeigte dem Kur- 
fürsten von Cöln an, dass 50 Compagnien hei Bedan zusammengezogen würden, sich 
ihm zur Verfügung zu steUen. Der Cölner wandte sich aber ausserdem — mit Er- 
folg — an den Hof zu Berlin (Droysen p. 125. 127). 

*) Vgl. Droysen p. 158. 2); über den Betrug, welchen sich Spinola Moritz Ton 
Nassau eto. gegenüber damals erlaubte, Pufendorf IX. 4. 

*) Näheres über Johann Moritz y. Nassau des Kurfürsten Statthalter in Cleye 
und Mark in Klaproth u. Cosmar SUatsrath p. 353 und bei Orlich I. 463. 8. 

') Dr. Isaao Volmar, kaiserl. Abgesandter. 

*) Zum Reichsdeputationstag. 



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Spinola. Bemühnngen der Kaiserlichen. Q-J 

servira d'exemple h la plupart des princes protestaiits , ils feront tout 
ce qu*ils pourront pour le gagner. Je ne me repentirai jamais d'y avoir 
fait connattre les bonnes intentions du Roi; mais je suis assurö que 
les assurances jque j'en ai donnöes seront cause de ma ruine quand 
on les verra sans suite de ce que j'en ai fait espörer par les ordres 
de Votre Eminence. J'appr^hende de demänder k S. A. dectorale le 
remboursement des frais que j'ai faits en mon voyage, parce que M. 
de Servien ayant voulu que je lui öcrivisse en termes expr^s que 
ce serait le Roi qui me les payerait, je nen saurais ouvrir la bouche, 
que Ton ne me reproche d'avoir 6t6 trop facile k croire ce que Ton 
m'a dit, et que Ton ne doute de tout ce que j'ai propos^ de la part 
de la France '). 



') In dem Gesuch Wicquefort*s, welches in dem Schreiben BurgsdorTs an 
Liionne vom 6. Aug. 1649 (s. oben p. 25) erwähnt wird, heisst es: M*^tant rendu 
en cette ville, ensbite du commandement qu'il a plu k Votre S^r^nitd ^lectorale de 
me faire, j^ai 4x4 fort surpris de voir que quelques -uns des ministres de France 
se plai^nent de moi comme si j^ayais eu correspondance arec les ennemis de la 
conronne de France, contre les rbgles de neutralitd dont je dois faire profession. — 
(Allerdings seien diese Anklagen Töllig nichtig); n^anmoins consid^rant que ma 
personne n*est pas agr^able cn France et ne d^sirant pas que les affaires de Y. Sdr. 
^1. souffrissent pour Tamour de mos int^rets particuliers, j*offre volontiers de 
quitter la place et d^obeir h. tout ce qiiMl plaira k V. S^r. 6\. me Commander sur 
ce sujet, et partant je la supplie trbs-humblement qii'en consid^ration de mes ser- 
▼ices, je puisse qnitter mon poste avec honneur, et qn'il plaise k Y. B4r. 4\. me 
permettre de retourner en France pour m'y justifier, comme des k präsent je proteste 
k Y. S^r. ^1. devant Dieu, que je n*ai jamais eu et n^ai pas encore k präsent aucune 
intelligence ou communication pour les affaires publiques avec les ennemis de la cou- 
ronne de France, et quo depuis que j^ai Thonneur d^etre au Service de Y. S^r. ^1., 
je n^ai tir^ aucun profit ou avantage directement on indirectement des couronnes de 
France ou d^Espagne ou de leurs int^ress^s. Et partant supplie k Y. S^r. 4\. qu^il 
lui plaise me permettre de retourner en France au plutdt . . . , afin que sous la pro- 
tection de V. S^r. ^1. je puisse poursuivre la justißcation, et que si nonobstant cela 
eile trouve k propos de me r^voquer, je puisse avoir le loisir de faire juger les proc^s 
que j*ai au conseil priv^ du Roi oh. non-seulement ma fortune, mais mon honneur se 
trouve engag^. — (Berliner Geh. Staatsarchiv.) 



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IL 

Berichte von 1655 bis 1656. 

(de Lumbres.) 



Mater, zur Geacb. d. Gr. KurfQrsteo. 11. 



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Einleitung. 



Antoine de Lumbres') überbrachte dem Kurfürsten einen Brief 
Mazarin's vom 6. April 1655. Er verweilte in Berlin, wie es scheint, seit 
dem Juni jenes Jahres und folgte dann im October dem Kurfürsten nach 
Preussen. Er sollte den letzteren, namentlich in Rücksicht auf die Wahl eines 
neuen römischen Königs, an die Interessen Frankreichs fesseln und einen 
Alliance vertrag mit ihm abschliessen wie Wicquefort ihn vorgeschlagen. 
Bei der damals eintretenden schwedischen Katastrophe ward es dann zu- 
gleich seine Aufgabe, zwischen Carl Gustav und dem Kurfürsten im Bunde 
mit d'Avaugour zu vermitteln. Am 24. Februar 1656 brachte er das De- 
fensivbündniss mit Brandenburg zu Stande, welches Pufendorf (VI. 12) 
mittheilt, wie denn dem französischen Hof damals vor allem daran gelegen 
war Truppen vom Kurförsten zu erhalten. Unter diesen Umständen ergreift 
de Lumbres auch in der grossen schwedisch-polnischen Verwickelung, in 
welche Brandenburg hineingezogen war, erst später Partei. Erst am 22. Juni 
1656 schreibt er an den Cardinal Mazarin, dass er, seinen Weisungen 
folgend, von nun an entschieden Schweden begünstigen werde, was er bis 
dahin vermieden habe, um des Kurfürsten Streitkräfte vielmehr für Frankreich 
zu schonen und um den Argwohn der Polen nicht zu reizen. 

de Lumbres' Depeschen sind theils an Mazarin, theils an den Grafen 
Heinrich August vonBrienne, den französischen Staatssecretär für die 
auswärtigen Angelegenheiten, gerichtet: die letztem wurden jedesmal als 
Duplicat den andern, im Original von uns benutzten, beigefügt. Ton be- 
sonderem Interesse dürften die Berichte über seine Vermittelungs versuche 
bei den Polen vor der Schlacht von Warschau sowie das sein, was er am 
9. August über diese Schlacht selbst mittheilt. 

Er schreibt in zwar etwas trockenem, aber natürlichem Tone und durch- 
aus sachgemäss '). . Ueberhaupt eignete ihm eine anspruchslose Beflissenheit, 



*) Flassan führt in der Liste der französischen Minister an den answärtigen 
Höfen im Jahr 1648 (HI. 182) de Lombre (sie) als Residenten in Lüttich auf. 
*) Droysen Forschungen zur deutschen Gesch. IV. p. 26. 

3* 



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^g n. Boridite von 1655 bis 1656. 

ciüLf gewiiuieude BeBaheiüenLeit Und während er sich durch die rücksichts- 
volle Milde i^eineH Aultreteus die Zuneigung derer erwarb, mit denen er zu 
verhandeln hatte, fehlte e.s ihm keineswegs an Vorsicht, Penetration und 
Ge.scbicb^). Die wiederholten Yergleichungen, welche der Secretär der Kö- 
nigin von Polen, DesnoyerSj in seinen Briefen zwischen ihm und Blondel, 
de Lumbros' Nachfolger um brandenburgischen Hofe, anstellt, fallen 
durehauiä zu de LunibreH' Gunsten aus^). Später hat er dann Frankreich 
in Polen vertreten. — 

Wicquefort in Paris war indess dem schwedischen Bündniss nicht 
geneigtj was um sehr erklärlich wird, wenn wir in den Briefen Des nojer's 
meinen fortwährenden Zusammenhang mit dem polnischen Hofe verfolgen*). 
Ziemlich boshaft hält er i^o dem Cardinal, indem er denselben von dem Ab- 
Kchlus^ des Mtirienburgcr Vertrages zwischen dem Kurfürsten und Carl 
Oastav unterrichtet y vor, um wieviel besser er gethan hätte, auf seinen 
liath zu hören und Friedrieh Wilhelm durch eine Geldunterstützung in 
den 8tRü[l zu setzen, seib^itständig, nur in einer gewissen Abhängigkeit von 
Frankreich, aultreten xu können. 



*) F- T. Jena »ngt von ihm in einem Bericht aus Uildesheim dat. 18. Aug. 
lt)6Ei: »da ich ueinen Eifer in der ßeligion kenne". 

*) Löttre» de Desnoycrii p, 377 (20. Jan. 1658) c'est un fort bon homme, 
fort adroit, qui fuit le^ clioAüt} Hanä quMl paraisse qiril y touche, qui ne contredit 
paa, qtii choroUu ilca deiuurs et prend son tcmps. Enfin, il est plus p^n^trant qiie 
Tautre (Blündd). ... [1 lüi manquc un peu plus d*^clat qu'il n'en a; car il faut cela 
eD ce puya-ed patir »"y faire regaider. Mais peut-etre ne lui donne-t-on pas de la 
cour ce qu*Il faudrait pour parftitre da van tage. Ebenso p. 559 (25. Nov. 1659) , wo 
wieder vorher vüd dem mitislicljigen Wesen Blond eTs die Rede ist: les susdits mi- 
nUtres se louent bien plus dö l'adresse et de la douceur aveC laquelle agit M. de 
LumbreH qui ne dtfüobligc: jamHib, 

*) Er gab sptttcr geradezu an^ lo poln. Dienst zu stehen. 



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IL Berichte von 1655 bis 1656. 

(de Lumbres.) 



Wicquefort an Mazarin. Dat. Paris 25. Febr. 1655. 

[Lässigkeit der französ. Politik. Angelegenheiten des Elsass.] 

... Je sais que M. le comte de Waldeck a mand6 k Votre Emi- .1655. 
iience que Son Altesse ^lectorale ne se peut pas r^soudre ä licencier '^5. Febr. 
les troupes que Votre Eminence d6sirait faire passer au service du 
Roi. Je crois qu'il y [a] ajout^ que c'est la consid^ration des princes 
ses voisins qui Ten empechera. Mais j'ose dire, monseigneur, que si 
Votre Eminence eüt pu faire partir M. de Lumbres dös-lors quelle 
m'en a fait la premiöre buverture, il eüt obtenu tout ce que Votre Emi- 
nence eüt pu dösirer. . . . Quasi tous les princes sont ötonn^s . . . qu*ä 
la veille de Tassembl^e de Francfort . . . on n'y voit personne de la 
part de Sa Majest6 avec lequel on puisse demeurer d'accord des r^so- 
lutions qui s*y doivent prendre d*un consentement commun. — II sera 
tr^s-nöcessaire . . . que [M. de Lumbres] ait ordres de regier [les 
affaires] de TAlsace. Les ötats iinm^diatement sujets ä Tempire se 
plaignent du mauvais traitement quils re^oivent des officiers du Roi, 
et il Importe que TAlsace se r^unisse k son corps pour Jdes raisons 
tres-importantes et lesquelles je sais que Votre Eminence approuvera, 
quand eile me voudra faire la gräce de me donner un moment d*au- 
dience sur ce sujet. J*ai k Fentretenir des desseins que Von commence 
k former en Allemagne de rechercber Tamitiö des Anglais k cause de 
rindiff(6rence avec laquelle on traite leurs affaires en France. 



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gg Xl. Berichte von 1655 bis 1656. 

Wicqiiefort an Mazarin. Dat. 12. März 1655. 
12.Mir£. , . , Je t'ontmue nies instances auprös de M. le comte de Wal deck 

ponr ce qu'il a plu k Votre Eminence de me* Commander *), et en eapöre 
quelqiie choae. ... 

Wiequefort ai^ Mazarin. Dat. 18. März 1655. 

[Hofft auf UebcrUssuiig dei' Truppen, de Lumbres möge abreisen.] 

18. Munt. Je commence a esp4ret que notre cour donnera enfin les troupcB 

qiie Votre Eniiiience a demandöes. . . . Je ne doute point . . . qu'apres 
que \\m &era öckirci de la n^gociation du duc de Neubourg, . . . Votre 
Eminence ne demeure Bati&faite sur ce qu'elle a d^sir^. Je continue mes 
in^tances par tous les ordinaires; mais il Importe que M. de Lumbres 
parte au plutnt. . . . 

Post-Scriptum. J'espere que M. de Lumbres emportera des 
lettrcs du Roi dunt San AlteKse 6lectorale sc pourra contenter ; j'en ai 
d'elle pour Sa Majcst^ avec les memes soumissions que je pourrais 
apporter aux miennee. 



Denkschrift Wicquefort's an Mazarin. [o. D.] 

[BtJtreffend eine Ligue, um die Wahl des römischen Königs zu verhindern.] 

Frankreich begimstigt allzusehr Schweden, indem es diese Krone sogar 
bei der Eroberung Bi-emens unterstützen will. Das ist nicht das Mittel, 
um die Wahl des röiuisehen Königs zu verhindern. Die Schweden sind 
Beb wach, ohne ausn-icheade Tnippenzahl und erschöpft an Geld. Sie wer- 
den keine Aushebungen im Reiche machen können, keiner der Fürsten ist 
für sie, — Die Erobemng der Grafschaft Delmenhorst, auf welche Schwe- 
den Ansprüche macht, könnte dieser Krone nicht entgehen, wenn sie Bre- 
meii bei^at^^e, aq wenig wie diejenige der Herrschaft Jever, und demnach 
würde es ihr dann nicht ^schwer fallen, sich auch der Grafschaft Oldenburg 
lind der friesischen ^par droit de bien-s6ance" zu bemächtigen. — Dies 
aber haben die Fürnien Niedersachsens mehr Interesse zu verhindern, als 
die Wahl dew römischen Kihugs. — Dazu käme der Krieg mit Polen, 
dessen Walle uk tillstand mit Schweden im Ablaufen begriffen. — Es ist also 
daf^ wahre Schutzmittel vielmehr darin zu suchen, dass man die Freund- 
schaft der Kurfürsteuj insbesondere derjenigen von Cöln und Brandenburg, 
gewinne. Diese beiden wären allein im Stande, alle etwaigen Anschläge 
der andern zu Schanden zu jiiachen. Dem Kurfürsten von Brandenburg 
werde dat^ ganze braüuschweigische Haus, Hessen -Cassel, Holstein, ein 
Theil von Mecklenburg, Wiirtemberg, Ansbach und Culmbach, sowie alle 



*) (Ueberkasurig der Truppen.) 



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de Lumbres* Abreise. 39 

protestantischen Stände des fränkischen, schwäbischen und oberrheinischen 
Kreises folgen. Auf diesem Wege werden sogar alle Versammlungen ver- 
hindert werden, welche man zur Anzettelung von Cabalen wird veranstalten 
wollen. 



Brief Mazarin's an den Kurfürsten durch de Lumbres über- 6.Apr. 
sandt. 

Der Kurfürst an d'Avaugour *). Dat. 28. Apr. 1655. 

Bedankt sich für seinen Eifer (für die gute Sache), von dem er durch S.Mai. 
die Briefe Dobrzenski's*) aus Stockholm erfahren hat und fordert ihn 
anf, seine Bemühungen nunmehr der Aufrichtung eines dauerhaften Friedens 
zwischen Schweden und Polen zuzuwenden. 



Wicquefoi-t an Mazarin. Dat. Paris 27. Mai 1655. 

[Zasammenkunft zwischen den Kurfürsten von Brandenbarg und Sachsen.] 

. . . [Le prince de Saxe] me mande que les deux ^lecteurs de Saxe 27. Mai. 
et de Brandebourg se doivent aboucher vers la fin de ce mois ä moiti^- 
chemin de Dresde et de Berlin; qu'il y sera pr6sent, et que Ton tä- 
chera dy 6tablir une union indißsoluble entre les deux maisons 61ec- 
torales. Mais je sais d'ailleurs que les conseils de Dresde sont fort 
suspects k la cour de Berlin, oü on croit que la plupart des ministres 
de Tautre sont attach^s aux int^rets de la maison dAutriche, et qu*il 
n'y a que la bonne Intention du prince qui y puisse faire changer la 
face des aflfaires. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 16. Juni 1655'). 

(Duplicat.) 
. . . L^ plus grandes forces [des öuMois] *) pnt leur place d'armes 16. Juni, 
en la Pom6ranie, oti Königsmark fait difficultö de se rendre, ne vou- 
lant pas c^der au g^n^ral Wittenberg, qui n'est pas si ancien que lui. 
Le resident de Suede qui est en cette cour*) demanda hier passage k 
Son Altesse sur la partie de cette province qui lui appartient, pour en- 
trer dans la Pologne. 



') Damals französ. Ges. in Schweden. 

') Johann Ulrich Dobrzenski von Dobrzeniec, vom Kurf. im J. 1654 
nach Schweden gesandt, vgl. PufendQrf lY. 2 ff. Näheres über seine Person bei 
Cosmar und Klaproth Staatsrath p. 539 f. 

') Grossentheils in Chiffern. 

*) letiTS p. g. f. Ms. 

*) Bartholomäus Wolfsberg. 



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40 IL Berichte tod 1655 bU 1656. 

de Lumbres an Mazarin. Dat Berlin 28. Juni 1655. 

[AbneigODg des Korffirsteo gegen den Plalzgrafen von Neobarg. Unterredung mit 

Waldeck.] 

28. Juni. ... [M. r^lecteur] a t^moign^ de Faversion pour ce prince (den 

Pfalzgrafen Philipp Wilhelm von Xeuburg), se plaignant qu'il le 
vouiüt mettre mal avec le roi de Pologne, lui ayant mand^ qu'il est 
d'intelligence avec les SuMois. . . . 

L. le comte de Wal deck . . . me dit que M. r^lecteur lui avait racontö 
tout ce que j'ai fait avec lui, meme la d6claration qn'il a faite qn'il ne 
consentira pas k la convocation d'une di^te dectorale pour Mection du 
roi des Romains. . . . W. fordert eine Subvention des Königs für den Kur- 
fürsten, bei der Gefahr, worin dieser sich befände, mit den Schweden zu 
thnn zu haben : dafür würden dann seine Truppen Sr. Majestät zu Diensten 
Htehen, sobald diese Gefahr vorüber sei. — Sie sind darauf auf diezweierlei 
Arten von Liguen und Conföderationen zu sprechen gekommen, welche 
Wicquefort proponirt hat, indem Waldeck besonders darauf drang, dass 
dieser Vertrag geheim bliebe. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 28. Juni 1655. 

(Duplicat) 

[Audienz bei Hofe. Verhandlungen mit den Ministern. Gesandter des Landgrafen 
von Hessen. Heeresmacbt des Kurfürsten. Pläne des Kaisers. Furcht vor dem 

Schwedenkriege.] 

28. Juni. Er hat Audienz gehabt. . . . M. Tdecteur ne röpondit pas distinc- 

tement k tout ce que j*avais touch^; mais les dames, qui parlent mieux 
fran^ais et s'expliquent plus facilement en notre langue, repartirent 
k tout. 

L'ölecteur [dit] qu'en la di^te qui s'est tenue pour l'^lection du der- 
nier roi des Romains.il a 6t6 sui-pris par Mecteur de Mayence. ... 
Le leudemain 6tant sur son partement pour Orangebourg . . . , deux 
jours apr^s, le baron Loben et les sieurs de Knesebeck et de 
Somnitz . . . me sont venus trouver par son ordre. Le dernier ... 
rapporta les principaux chefs des griefs dont les protestants se plai- 
gnent, suppliant Sa Majestö de vouloir interposer son autoritö, k ce 
qull leur soit fait droit sur tous ces griefs en Tassemblöe de Franc- 
fort. En Tautre [partie], il setendit sur les apparences que l'on voit 
d'une grande guerre entre la öuMe et la Pologne ..., suppliant en- 
core S. M. d'avoir agröable de s'entremettre et employer ses offices 
pour rajustcment de ces deux couronnes. 

M. Tdecteur revint avant-hier sur le soir d'Orangebourg. Hier 
avant-midi il donna audience k un envoyö de M. le landgrave de Hesse- 



t 



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YerhandluDgen über Ueberlassung von Trappen. 41 

Cassel qui avait vu en passant messieurs de Brunswick. II dit qu* . . . il 
doutait; si Fempereur 8'arreterait aux formes, un de ses ministres ^) 
lui ayant donne conseil d'employer la force, si les ^lecteurs ne se por- 
taient point volontairement ä faire ce qu'il d^sire; qu'il ne sait pas, si 
c'est pour ce sujet, quoique sous d'autres pr^textes, que Fempereur fait 
de grandes Lev^es; mais que ses desseins n'avancent pas beaucoup du 
c6t6 de la Hongrie, k cause de Fopposition des 6vang61ique8, ce qui 
le pourra retenir de rien entreprendre dans Fempire. . . . 

Le comte de Waldeck et le baron de Schwerin ... ont insinu6 
. . . que [F^lecteur] a bien quatre mille chevaux et six mille hommes de 
pied, avec quoi il est r^solu de se d6fendre; mais qull ne peut sou- 
tenir cette d^pense ni les forces des Su^dois, s'il n'est aid6; que, s'il 
ne le peut esp^rer de la France, il serait obligö de s'assurer d'ail- 
leurs. . . . Ils craignent que les g^nöräux suidois, qui ne considörent 
tant Fintäret public que le moyen de s'enrichir, comme ils ont fait aux 
d6pens d'Allemagne, portent leur roi ä entreprende sur la Prusse. ... 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 6. Juli 1655. 

(Die Zusammenkunft mit dem Kurfürsten von Sachsen unterbleibt. Der künftige 
Kaiser. Der liessische Gesandte abgereist. Ueberhssung von Truppen an Frankreich.] ' 

. . . J*ai appris de M. F^lecteurde Brandebourg . . . qu'il se persuade 6. Juli. 
que Q'a 6t6 pour le meme sujet de la di^te ölectorale que Fempereur 
d^ire que M. le duc de öaxe Fa convi6 depuis deux mois de se trou- 
ver k Dresde, de quoi s'^tant excus6 sur la longueur du chemin et ayant 
offert de se rendre en un autre Heu moins ^loign^, ce duc lui aurait 
fait savoir que Faffaire ne pressait point. . . . 

Je doute qu'ils aient quelque pens6e pour un Protestant, ayant 
laissö ^chapper quelques paroles qui m'en donnent le sujet. Aussi ai-je 
reconnu dans le chemin par les discours qui m'ont ^t^ tenus par divers, 
qu'ils appr^hendent que si Fempire venait k vaquer pendant que les 
Su^dois et plusieurs princes protestants sont en armes, ils s^efforce- 
raient de Fusurper. . . . 

M. le comte de Waldeck et le baron de Schwerin m*ont parl6 
du Roi . . . ; ce qui m'a surpris, est que le dernier, qui ne paralt point 
tant affectionn^ k la France que le comte, a parl^ de la sorte. . . . 
L*envoy6 de M. le landgrave de Hesse -Cassel partit hier d'ici. . . . Le 
comte de Wal deck m'a encore fait instance de supplier trös-humble- 



*) Der Graf v. Auersperg. 



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42 n. Berichte von 1655 bis 1656. 

ment Votre Eminence, qu'il lui plaise Commander qu'on envoie au plutot 
des commi??ions et des lettres de cliange pour faire passer au service 
du Roi les troupes qu'on voudra avoir de Celles de son maitre, parce 
qu'il ne les pourra retenir quand il n'aura plus rien ä craindre du c6t6 
des Su^dois. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 13. Juli 1655. 

(ScMidungen des Erzherzogs von Innsbruck.] 

la. Juli. . . . Parlant ... de Tenvoi que Tarchiduc dlnnspnick *) a fait en 

France dun gcntilliomme de sa maison, [M. T^lecteur] t6moigna que 
mn opiuion est que cet envoi ne s'est fait que pour tacher dy faire 
agr^er la penßöe que ce premier a pour Tempire. . . . J ai . . . appris 
que depuia deux ou trois mois il y a eu un envoy6 de sa part qui fit 
pr^öeut de deux chevaux de Naples ä M. F^lecteur. 

Er bat Waldeck und Schwerin in verhüllten Ausdrücken Hoffnung 
auf PcDsionen gemacht. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 13. Juli 1655. 

(Duplicat.) 

[Dor Kurfürst wünscht ein besonderes Bündniss mit Frankreich. Waldeck. Heise 

deBüellicn nach Preua»en. Truppen daselbst. Waldeck und Schwerin reisen nach 

^^utiin. Durchzug dor Schweden. Schreiben des Kurfürsten. Aufregung wegen de 

Lumbres* Sendung in Wien.] 

13. Juli. Der Kurfürgt bebarrt darauf, ein besonderes Bündniss mit Prankreich 

YorjEUziehenj indem er die Bedingungen zu wissen wünscht, welche ihm 
Se. Maj. zuzugestehen willens ist. Der Graf von Wal deck erfährt im Con- 
Keil den Tadel der andern Minister, weil er sich zu sehr von Frankreich 
leiten la.stje, das ihren Herrn abhalten wolle, auf die Anerbietungen Spa- 
niens zu hpreu, — Der Kurfürst wünscht, dass Se. Maj. ihm behülflich sein 
möchte, sich Jülichs zu bemächtigen, wofür er dieselbe dann in ihren Ab- 
Hichten itof da^i Quartier von Ober-Geldern, Namur oder Luxemburg unter- 
stützen werde -). — Er beabsichtigt binnen Monatsfrist die Reise nach 
Preusf^en anzutreten, um die Schweden an einem Unternehmen gegen diese 
— durch eine Jahresrevenue von acht Millionen Livres wichtige — Provinz 
zu verhindern, und gedenkt von dort vor langer Zeit nicht zurückzukehren. 
Er hat in dieser Provinz 7,000 Mann regulärer Miliz und denkt noch ein 
Corpft von 10^000 Mann ausserdem zu bilden, sobald die Truppen, die er 
im Clevi^cben und der Grafschaft Mark ausgehoben, angelangt sein werden, 
was in zehn bisi zwölf Tagen der Fall sein muss. Auch will er durch diese 
Reise zugkieli einem Besuche des Kaisers aus dem Wege gehen, den dieser 



*) Ferdinand Carl, Erzherzog und Graf von Tirol. 
') Vgl. DroynoB p. 204. 2). 



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Waldeck und Schwerin nach Stettin. 43 

Yorhatte, um ihn und den Kurfürsten von Sachsen zur Zustimmung zu der 
Berufung eines Kurfürstentages und zur Wahl seines Sohnes zu vermögen. 
— Wal deck und Schwerin treten eine Reise nach Stettin an'), um mit 
Wittenberg und Oxenstirn zu conferiren. 

Inzwischen beginnt die schwedische Armee bereits ihren Marsch durch 
den brandenburgischen Antheil von Pommern, obwol der Kurfürst den Du ch- 
zag nicht bewilligt, vielmehr lediglich geantwortet hat, dass man darüber 
nach den Constitutionen des Reichs mit dem Kreisobersten sich in Com- 
munication zu setzen habe, da die Forderung mit Berufung auf den Frie- 
densvertrag gestellt sei'). 

Der Kurfürst schreibt an den Kaiser, um ihm seine Rüstungen zu er- 
klären und ebenso an die Stände des Reichs. Man hat Nachricht, dass die 
Reise de Lumbres' in Wien Lärm macht, in dem Sinne, als sei sie unter- 
nommen, ein Bündniss zwischen Frankreich, Schweden und dem Kurfürsten 
von Brandenburg gegen Oestreich zu Stande zu bringen. Darum räth Wal- 
deck dem Gesandten, seinen Aufenthalt in Berlin abzukürzen. 



de Lumbres an Brienne. Dat. 20. Juli 1655. 
(Duplicat.) 

[Instructionen Waldeck*s und Schwerin*8. Die polnischen Abgesandten in Schweden. 
Bedingungen eines Bündnisses mit Frankreich.] 

. . . M. le comte de Waldeck m'a fait entendre que') . . . [lui et 20 Juli. 
M. de Schwerin] ont ordre de ne se pas contenter de la simple pa- 
role des Su^dois, mais de faire un trait^ avec eux ... et demander 
que le Roi et la Reine*) y interviennent comme garants du traitö*), 
me demandant, si Sa Majest^ n'aurait pas agr^able de le faire, ä quoi 
j'ai reparti que malaisöment pourrais-je satisfaire k cette demande qu'a- 
prös avoir appris les sentiments de la cour. ... Ils ont encore ordre 
de m^nager Taccommodement des Polonais avec la couronne de Suöde 
ensuite du pouvoir que ceux-lä ont donn6. Les ambassadeurs qu'ils 
ont envoyes pour le meme sujet sont arrivds en Su^de; mais le roi 
6tant sur le point de s'embarquer, leur a fait dire qu'il ne leur pouvait 
donner audience que dans ses vaisseaux ®). ... 

Deux des conseillers . , , viennent de me proposer que les condi- 
tions qu'iP) souhaite sont: 

') Wo sie am 16. Juli eintrafen. Vgl. über die dortigen Verhandlungen Pu- 
fendorf V. 42 ff. Droysen p.210ff. 

') Vgl. Pufendorf V. 41. Droysen p. 210. 

') quHIs Ms. 

*) Die Königin-Mutter Anna von Oestreich. 

*) Vgl. Pufendorf V. 42 

•) Droysen p.209. 210. 

^ (Der Kurfarst.) 



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44 U- Berichte Ton 1655 bis 1656. 

qull fournira [au Roi] 2000 hommes de pied et mille chevaux 
pour la defense de TAlsace et de tout ce qui lui a 6t6 c6d6 par la 
paix de Tempire, 

nioyennant quoi ils demandent . . . 6000 hommes de pied avec 
3000 chevaux od il serait inqui6t6 dans les ^tats qui lui appartiennent 
de la succession de Juliers . . . ; que du secours . . . la disposition libre 
et entiöre sera ä celui qui le recevra, et que Sa Majest6 gratifiera leur 
maitre ... de deux cent mille 6cus en tel lieu et k tel terme qull lui 
plaira. ... 

... Je leur dis qu'on m'avait donnö k entendre qu'en rendant k 
Tdlecteur de Brandebourg les frais de ses lev^es pour le tout ou pour 
partie, ses troupes k proportidn passeraient au service du Roi, aprös 
que les affaires seraient ici ajust6es. Ils ne s'arretörent pas beaueoup 
k ce dernier point . . ., et quant au premier . . ., ils repr^enterent que 
dany le trait^ projet^ entre cet ölecteur et les Etats de Hollande ceux-ci 
d'abord lui ont offert de Tassister de cinq mille hommes, 'quoiqu'ils 
n'ait offert que le meme nombre de trois mille hommes. . . . 

Depuis ma lettre 6crite , . . . les memes conseillers m'ont dit que 
Bon Altesse jugeait k propos . . . que [la ligue] soit pour tous les 6tat8 
que Tun et Tautre poss^dent dans Fempire *) ; mais, seulement, qu*entre 
les 6tats de cet 61ecteur on nommerait particuliörement ceux qui lui 
appartiennent du ') droit de la succession de Juliers. . . . 



de Liimbres an Brienne. Dat. Berlin 20. Juli 1G55. 

[Cnrl Gustar und Plettenberg. Besuch Schlippen bach's. Die künftige Kaiserwürde.] 

20. Jtilf . . , . L'äecteur ouvrit hier en ma pr^sence une lettre de son resi- 

dent k Stockholm') par oü il lui mandait que le roi avait souvent de 
aecreles conförences avec Plettenberg*) . . . dont M. d'Avaugour ne 
peut pen6trer le sujet. Le comte de Witgenstein, qui est aujourdTiui 
le premier de son conseil, me raconta que le comte de Schlippen- 
bach, Su^dois, qui revient de visiter les princes de Fempire, passa ici 
incognito et ... vit Son Altesse, vers laquelle . . . il n'a pas laiss^ de 
parier assez haut. II a voulu faire croire que son maitre ne trouverait 
pas des affaires pour six mois dans la Pologne. . . . 



') J^Alsace Ms. 
') ile Ms. 
^) Dohrzenski. 

*) Damals kaiserl. Abgesandter in Schweden, sachte die Politik des Kurfürsten , 
dort »u verdächtigen (PnfendorfV. 47). 



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Entschlossenheit des Kurfürsten. /J5 

Le ... comte de Witgenstein m'a meme voulu persuader que 
ce roi songe k Fempire et . . . m'a dit qu'il serait plus avautageux pour 
rAllemagne que le Roi y songeät. . . . Je ne sais pas, si T^lecteur de 
Brandebourg d^sirerait avec Taide du roi de Su^de se porter k cette 
dignit^; mais il a trop de Jalousie de ce roi, pour souhaiter que la 
couronne imperiale soit ajout^e k celle qull a. . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 27. Juli 1655. 

[Besorgniss wegen Preussen. Entschlossenheit des Kurfürsten. Preussische Reise. 

Vertrag des Karfürsten mit den Generalstaaten. Der künftige Kaiser. Die polnischen 

Ahgesandten in Schweden. Der Hof.] 

Der Kurfürst fürchtet, Schweden und Polen möchten sich über die Ab- 27. Jali. 
tretong des herzoglichen Preussen verständigen, indem der Graf Schlip- 
penbach sich dahin hat vernehmen lassen, dass Schweden sich mit ihm gern 
wegen dieser Provinz vergleichen würde. Er wünschte die Sache zwischen 
den beiden Kronen durch seine Aligesandten geschlichtet zu sehen, kann 
dies jedoch, im Hinblick auf die Absichten und die Macht des Königs von 
Schweden und die Schwäche desjenigen von Polen, der nur eine Faction für 
sich hat, nicht hoflfen — und weiss darum nicht, ob er mehr besorgen soll, 
dass das Haus Oestreich, oder dass die Schweden sich desselben bemächtigen. 
Jedoch, was auch kommen möge, das betheuert er, er werde niemals dulden, 
dass man ihn seiner Staaten beraube und, wenn seine Kräfte zu ihrer Ver- 
theidigung nicht ausreichten, nicht allein die seiner Freunde, sondern selbst 
diejenigen der Türken dazu herbeiziehen. Und er hält sich überzeugt, dass 
Dänemarkl, Holland und England, Frankreich und sogar Spanien seine Ei- 
fersucht theileu werden. 

„II parle toujours du voyage de Prusse; mais auparavant il sou- 
haiterait d'apprendre les intentions du Roi, — et que j'eusse . . . un 
pouvoir süffisant avec les Instructions n^cessaires." 

de Lumbres weiss nicht, wie es mit dem projectirten Vertrage des Kur- 
fürsten mit den Generalstaaten steht')- Graf Schlippenbach hat sich 
nicht entbrechen können, den Argwohn, welchen derselbe den Schweden 
eingeflösst '), anzudeuten. Derselbe Graf hatte übrigens geäussert, man müsse 
sich bemühen, zum ersten Mal einen Protestanten zur Kaiserwürde zu be- 
fördern, und Schweden würde den Kurfürsten von Brandenburg bei etwaigen 
Bestrebungen um dieselbe unterstützen. Indessen hat dies Anerbieten nicht 
den Eindruck der Aufrichtigkeit gemacht. 

Der schwedische Resident hat de Lumbres mitgetheilt, dass die pol- 
nischen Abgesandten sich in Schweden befänden und mit den ihnen zuge- 
wiesenen Commissaren zu verhandeln begonnen hätten. . . . 



') Vgl. über denselben Pufendorf V. 21 ff. Droysen p. 217 (er ward am 
5. Aug. abgesohlossen). 
'} Pufendorf V. 47. 



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46 II. Berichte Ton 1655 bis 1656. 

„Notre cour est partie d*ici le 23^ du mois, pour skalier divertir k 
Orangebourg." 

Vorschläge zu einer Defensivalliance zwischen dem KurfUrsten 
und Frankreich (durch Wicquefort). [o. D.] Juli 1655- 

JulL Son Altesse electorale oflfre: 

de faire un traite de garantie particuliöre pour Tex^cution des trait^B 
de Muöster et d'Oßiiabruck; 

d'entreteoir pour lex^cutioa de ce traitö quatre mille hommea de 
pied et deux lüille chevaux avec Fartillerie et Equipage n^cessaires *), 
outre les troupea que ö. A. 6L est oblig^e d'entretenir k cause des 
6tats qu'elle possfide dans les cercles de la Haute- et Basse -Saxe et 
Westphalie; 

de tenir uiie partie de ces troupes en Heu oü le Roi s'en pourra 
Berrir k toute heure et le reste en des quartiers d*oü elles se pourrout 
en trois seinaines reiidre Bur le Rhin, et les faire passer au service de 
J5a Majeötö (sie); 

de lever un corps darmee encore plus consid^rabie; 

de d^elarer [la guerrej *) en vertu de ce traite, d6s que les traitea 
de Munster aunmt ^6 \nolöä k Tögard du Roi; 

de continucr la gucrre, jusqua ce que les enneniis communs au- 
roüt donud des assuranccs süffisantes au contentemeut de Sa Majest^^ 
qu'i laveuir le repos public iie sera point troublö ni le Roi inquiöt^ 
directement ou indirectement; 

de faire la guerre nou-seulemeut k ceux qui preteront leur nom 
aux troupes qui offenseront le Eoi ou Son Altesse Electorale, mais aussi 
ä ceux qui leur donneroiit retraite et qui s'en servirout; 

de faire en sorte, que la niaison de Branswick, le landgrave de 
Hesse, F^lccteur de Cologne et la plupart des Etats des cercles de 
Westphalie, dn Haut- et Bas-Rhin et de Souabe entrent en ce traite; 

de faire trouver au Roi ou ä Son Eminence en particulier un avan- 
tage trßs-considEjable en la protection que Sa MajestE donnera k Son 
Altesse Electorale pour la consenation de ses droits sur les pays de 
la suecession de Juliera, 

Le resident de Brandebourg a charge de faire plusieurs autrcs 
offres qui ne peuvent pas bien etre couchEes par Ecrit, et en fera un 



'} Q^coseAire Mb. 
') F«blt im Ua. 



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^^m 



Vorschläge zu einer Defensivalliance mit Frankreich. 47 

en ßon particulier touchant un fonds sur lequel on prendra les subsides 
que Ton destinera pour les affaires d'AlIemagne et k des traitants qui 
fourniront Targent. — 

Son Altesse 61ectorale demande: 

que pour faciliter la bonne intelligence des 6tats protestants et ca- 
tholiques d*Allemagne avec Sa Majest^, il plaise au Roi faire mettre 
en consid^ration les avantages que la France tirera de la röuniori de 
FAlsace k Tenipire, et cependant defendre aux offieiers du Roi en Al- 
sace de maltraiter les ^tats libres et sujets ä Fempire dans la meme 
province; 

que Sa Majest6 subvienne ä la subsistance des troupes que S. A. 
61. entretiendra et dont une bonne partie est d^jk lev^e; . . .*) 

que le Roi aprös la rupture ne fasse point de paix que S. A. 61. 
ny soit comprise k des conditions avantageuses; 

de ne point obliger S. A. 61. k rompre sinon pour des infractions 
faites contre les trait^s de Munster et d'Osnabruck; 

d'assurer S. A. 61. que Sa Majest6 prendra ses interets, si on la 
trouble en la possession du pays de Cleves; 

qu'il plaise k Sa Majest6 d*acbever ce qu'elle a d6jä eommenc6 pour 
la gräce qu'elle lui a faite en honorant S. A. 61. de la qualit6 de 
fr6re, puisqu'il n'y reste qu*une formalit6 qui nest point essentielle. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 5. ifug. 1655. 

[Bemühungen Knrsachsens um ein Bündniss mit Brandenburg.] 

...Der Oberstallmeister (grand - 6euyer) des Kurprinzen von Sachsen ,5. Aug. 
bat nicht unterlassen in Oranienburg zu sondiren, ob der Kurfürst von Bran- 
denburg geneigt sei, ein enges Bündniss mit dem sächsischen Hause einzu- 
gehen: aber wahrscheinlich vergeblich. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 5. Aug. 1655. 

(Duplicat.) 

[SteUung des Kurfürsten zu den verschiedenen Mächten. Bedingungen des Vertrags 

mit Frankreich. Der Hof. Waldeck und Dohna dem Könige von Schweden entgegen. 

Der Letztere wünscht eine Zusammenkunft mit dem Kurfürsten.] 

Der Kurfürst hält de Lumbres hin und scheint den Franzosen ent- 5. Aug. 
schlüpfen zu wollen. — „Comme il est le plus gön^reux et le plus puis- 
sant prince d'Allemagne, et que ceux de la maison de Brunswick et 



') ce que 8a Majest^ fera de son edt^ en cas de rupture et de continuation de 
la guerre Ms. 



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48 n. Berichte von 1655 bis 165f». 

de Lunebourg et le landgrave de Hesse sont en quelque fa^on d6- 
pendants de lui, le roi de Suöde tiendrait k grand avantage de le 
pouvoir engager dans son parti.** Indessen der Kurfürst scheint eher 
geneigt, sich dem Kaiser in die Arme zu werfen. Seine Verhandlung mit 
den Generalstaaten ist im Zuge und der englische Vertrag sehr vorge- 
schritten. . . . 

^Dans les couditions du trait6 qu'il d^sire . . . faire avec nous 11 
ne demande plus que la Prasse soit comprise . . . , ayant bien j\ig6 
pour les raisons marqu6es par votre d^pcche que*) [Sa Majest^] 6vi- 
tera les occasions de se brouiller avec ce roi*); mais il pr^tend seu- 
lement d'y comprendre les ötats qu'il a dans Tempire et particuliöre- 
ment ceux de la succession de Juliers. II est vrai que le roi de 
Su6de etant de la raaison de Deux-Ponts, [y] peut avoir quelque pre- 
teution; mais si Sa Majestä trouve k propros de faire ce trait^, on 
pourrait, si eile Tavait agr^able, ajouter qu*il ne pourrait aucunement 
pr^judicier ä Falliance qu*elle a avec le roi de SuMe.'* ... 

Der ganze Hof weilt seit dem 1. d. M. noch in Oranienburg. 

Der König von Schweden ist in Wolgast gelandet, wohin der Graf von 
Wal deck gegangen ist, ihn im Namen des -Kurfürsten zu begrüssen*). Er 
sollte am 2. von dort aufbrechen und Tags darauf in Stettin eintreffen, wo- 
hin Graf Dohna, welcher im Dienst der Prinzessin von Oranien *) steht und 
der einen Bruder in der schwedischen Armee hat, ihm entgegengeeilt ist. — 

Del* König von Schweden hat den Wunsch ausgedrückt, den Kurfür- 
sten von Brandenburg persönlich zu sprechen, aber dieser zeigt wenig Nei- 
gung dazu. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 12. Aug. 1655. 

[BesorgnisB des Kurfürsten und neue Aushebungen desselben. Conferens in Arns- 
walde. Hochmuth Carl Gustav^s den brandenburg. Abgesandten gegenüber. Ein 

'Finanzproject.j 

12.. Aug. Die misstrauische Besoi:gniss des Kurfürsten hat sich nach der Ver- 

• handlung seiner Abgesandten mit dem Könige von Schweden gesteigert. 
Er macht neue Aushebungen. „H est vrai que depuis deux jours ce 
roi a convi6 cette altesse ä une nouvelle conförence ä Amswalde" *). 
Indessen nur Schwerin wird sich dorthin begeben. .. . „Le comte de Wal- 
de ck ... vient de me raconter la hauteur avec laquelle il') a trait^ 

') qu^eUe Ms. 

*) Dem Könige von Schweden. 
') Pufendorf V. 48. 

*) Prinzessin Amalie von Oranien, Mutter der Kurfürstin Luise. Es ist Graf 
Friedrich Dohna vgl. Über Ihn Orlich I. p. 495. 
*) Droysen p. 215. 216. 
•) Der König von Schweden. 



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Vorhand] ungen mit Carl Gustav. 49 

avec eux, ayant voulu avant toutes choses obliger M. l'ölecteur ä re- 
noncer ä, toutes ses alliances et en faire une etioite avec lui, et pour 
otage lui donner les places ') dont j'ai parl6 dans la lettre de laquelle 
le duplicata est ci-joint'). Waldedk hat ihm darauf gegentheils die Ge- 
fahr einer AUiance seines Gebieters mit dem Kaiser vorgestellt. . . . 

Le sieur Dychmans [?]'), qui est en cette cour depuis quatre ou 
cinq ans, m'a fait entendre qu'il a un secret pour augmeuter les finan- 
ces de trois millions de livres par an sans int^resser le public. II 
m'a dit en avoir 6crit quelque chose ä M. de Wicquefort, mais sans 
s'en bien expliquer, ce qu'il offre de faire, si Votre Eminence a agre- 
able qu'il aille la trouver ou qu'il y envoie une personne de sa part 
ou qu'elle me donne le pouvoir de traiter avec lui *). ... 

Duplicat Dat. Berlin 12. Aug. 1655. 

[Forderungen d^s Königs von Schweden. Des Kurfürsten Streitkräfte; seine Hoffnung 
auf die Greneralstaaten, Sachsen u. s. w. Steno Bielke nach Dresden. Anerbietungen 

der Polen.] 

... Le roi de SuMe est parti de Stetin le 9 . . . MM. Waldeck 12. Aug. 
et de Schwerin ... sont revenus depuis quatre jours en cette ville, 
avec toute la cour . . ., et j'appris de M. T^lecteur que le roi de Su^de 
le veut obliger ä lui mettre entre les mains Mörael et Pillau et de 
ne pas faire le voyage . . . en cette province '") : sinon, qu'il le tiendra 
pour son ennemi •). II ajouta ... qu' ... outre les forces qu'il a en 
Prasse qui sont de sept mille hommes et Celles qui sont pr^sente- 
ment aux environs d'ici . . ., qui fönt huit k dix mille hommes, il vient 
de donner plusieurs commissions pour faire de nouveaux r^giments 
de cavalerie et d'infanterie. ... II ne me cela point que [messieurs 
les Etats] ont grande Jalousie du roi de Su6de. et que pour cela ils 
equipeut trente-vix vaisseaux de guerre pour les envoyer dans la mer 
Baltique. II* me dit mgme confidemment que F^lecteur de öaxe et . . . 
son fils lui ont fait porter parole par le grand-ecuyer du prince ^) qu'ils 
le secourront de toutes leurs forces. II espere encore d'etre assist^ 
des princes de la malson de Branswick et du landgrave de Hesse. . . . 



•) Memel und Pillau (vgl. Pufendorf V. 39 ff.). 

') S. unten. Vgl. Droysen p. 214 

^) Man könnte an Christoph Deichmann (s. I. 1. p. .546) denken, der indessen 
keineswegs erst «seit vier oder fünf Jahren" am brandenburg. Hof war. 

*) Nach einem Briefe Silhon*s an Mazarin dat. Paris 8. Oct 1655 schrieb jener 
D. als seine Meinung, er werde mit de Lumbres über die Sache verhandeln dürfen. 

^) d. h. nach Preussen. 

•) Vgl. Droysen p. 217. 

') Vgl. oben p. 47. 
Mater, zur Gesch. d. Gr. Kurrürsten. iL 4 



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50 II. Berichte von 1065 bis 1656. 

Le roi de Su^de a nonim^ le sieur Bielke'), s^nateur, pour aller 
. . . ä Dresde. . . . 

Les Polonais offrent de ceder k M. de Brandebourg la gouverai- 
net6 de la Prusse et de traiter avec lui pour la Lithuanie, s'il veut 
joindre ses armes aux leurs; mais il n'est pas conseill6 d*accepter 
cette oflFre, si les öu^dois ne lengagent dans la guerre. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 26. Aug. 1655. 

(Duplicat.) 

[Neubargische Angelegenheiten. Mögliche Abtretung des herzoglichen Prenssen. Die 
Schweden in Curland. Der Czar. Der König von »Schweden und der Kaiser. Ver- 
schiedene Sendungen des Ersteren. Hoffnungen des Kurfürsten auf auswärtige HQlfe.| 

26. Aug. ... Auf seine Insinuationen, das.«* sich der König sieh nicht dazu ver- 

stehen könne, den Kurfürsten bei einem schlecht begründeten Angriff auf 
den Pfalzgrafen von Neuburg zu unterstützen, und dass die katholische Re- 
ligion in jenen Gegenden unter allen Umständen frei bleiben sowie die Geist- 
lichen im Genuss ihrer Güter erhalten werden müssten, hat der Kurfürst 
erklärt: que soii intention n'est pas d'attaquer ce duc, sinon en cas qu'il 
ne se voulüt point mettre k la raison; mais il n'a pas pass^ jusque-lä 
que d*en laisser le jugement au Roi . . ., ayant depuis peu fait imprinier 
pour cela un livre '). ... Quant k lautre point, il n y a pas apportö d au- 
trc difficult^ sinon qu'il pr^tend restreindre cet exercice et les biens 
eccl^siastiques k T^tat oü ces choses etaient Fan 1G12, conformöment 
aux r^versales qui furent alors donnees par son aieul '). ... Er be- 
behauptet nämlich, dass der Friede von Münster den besonderen durch der- 
gleichen Acte begründeten Rechten nicht derogire. 

de Lumbres hält es für recht wahrscheinlich, dass der Kurfürst sich 
verstehen könnte das herzogliche Preussen den Schweden gegen den voll- 
kommenen Besitz jener ganzen Erbschaft zu überlassen, in den dieselben 
sich erboten haben ihn zu setzen : trotz der zweifelhaften Treue der Schwe- 
den, da, wenn das königliche Preussen in deren Händen ist, der Besitz des 
herzoglichen dem Kurfürsten nicht mehr von vielem Nutzen sein würde. 
II est alami^ de ce que leur armöe qui 6tait dans la Lithuanie est 
entr6e dans le duch6 de Courlande, oü eile s'est saisie d'une des nieil- 
leures places, quoique la neutralitö ait ^t<^ accordöe au duc, qui est 
son beau-fröre *) , et de ce que cette armöe s'est ensuite avanc6e vers 



') Steno Bielke (Pufendorf V. 25. 27. Ejusd. de rehus a Carolo Gustavo 
Sueciae rege gestis II. 71). 

') Wovon de Lumbres »wei Exemplare überschickt. 

') Johann Sigismund. 

*) Herzog Jacob von Curland, Gemahl von des Kurfürsten älterer Schwester 
Luise Charlotte. 



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Aükiinft Schlippenbach's. 5| 

M^mel . . . , oü il a envoye depuis quatre ou ciuq jours M. le comte 
de Waldeck pour donner ordre ä tout. ... 

Le grand-duc de Moscovie *) a pris la ville de Wilna. . . . M. 1*6- 
lecteur a envoyö vers lui, pour lui faire civilife et le prier de main- 
tenir la neutralite qu'il lui a accordöe par son envoy^ qui vint iei ran- 
nte pass^e*). 

Der König von Schweden hat dem Kaiser versprochen, die römische 
Krone auf das Haupt seines Sohnes zu setzen, falls er sich nicht in die 
polnischen Angelegenheiten mische. Aber der Kurfürst betheuert nach wie 
vor, weder seine Collegen noch er würden jemals dulden, dass jener König 
in solcher Weise über das Reich verfüge. 

Bielke, der nach Dresden und von da nach Wien geht ), ist vor vier 
Tagen durch Berlin gekommen ohne den Kurfürsten zu sehen. Der König 
von Schweden will noch einen andern Gesandten an den Fürsten von Sie- 
benbürgen sowie an den moscowitischen Grossfürsten senden. ... Schwerin 
ist vorgestern von seiner Mission an denselben König zurückgekehrt; de 
Lumbres weiss nicht, ob die Reise, zu welcher Schlippenbach in ilen 
üämlichen Angelegenheiten an den brandenburgischen Hof sich anschickt, 
von mehr Erfolg gekrönt sein wird. Er hat den Kurfürsten umsonst gebeten, 
sich mit Schweden zu verständigen. Derselbe hofl't vielmehr auf Hülfe von 
Seiten Hollands, des Königs von Dänemark, Cromwell's und mehrerer deut- 
scher Fürsten; Holland habe ja schon ,,envoy6 le jeune Tromp au Sund 
avec seize vaisseaux de guerre, qui doivent etre suivies de vingt-quatre 
autres dös que Famiral Opdam sera de retour de Spaa, d*oü il a etö 
mande. . . . A tout cela il ajoute le secours qu'il pr^tend demander ä 
Tempereur, le flattant de Fespörance qu'il lui laissera prendre d'avoir 
sa voix en Tölection du roi des Romains." 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 26. August 1655. 

[Schlippenbacb- angekommen. Versuche' einen Vergleich zwischen Brandenburg und 

Schweden bcrbcizuführen.] 

... Le conite de Schlippenbach est arriv6 en cette ville. ... 26. Aug. 
Si Votre Eniinence a agreable de bc faire lirc le double de cette 
lettre, eile verra que j'ai täch6 k disposer cet electeur ä s'ajuster avec 
la Suöde suivant Vordre que j'en avais rcQu. Je n*ai pas manquö k faire 
valoir cet office au resident de cette couronue, ä son retour d'aprös de 
son maJtre. ... II avoua que ccs consid^rations sont fortes et ä peser; 



*) Czar Michael Feodorowitsch. 

*) Vgl. Pufendorf V. 62. 

») Pufendorf C. G. 11. 71. F. W. V. 25. 27. 

4* 



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52 n. Berichte von 1655 bis' 165G. 

mais que son maitre est rösolu, si on reniue du cot^ de de^ä, de quitter 
la Pologne et tourner avec toutes ses forees contre ceux qui se d^cla- 
reront contre lui. ... 



de Lumbres an Mazarin. Dat. l.Sept. 1655. 

[Forderungen Schwedens. Staatisches Bündniss. Der Kurfürst denkt an Ludwig XIV. 
als Rom. Kaiser. Das Finanzproject. Waldenscr.] 

l.Sept. Die Schweden haben allein die Forderung der beiden Plätze im her- 

zoglichen Preussen ') nachgelassen. Sie beanspruchen nach wie vor den 
freien Eintritt in seine Häfen, Theil an den Zöllen u. s. w. 

[M. l'^lecteur] fait un trop grand fonds sur cette alliance avec les 
Etats, pour s'en d^partir. Comme eile s'est falte avec la participatiou 
du protecteur ') , 11 se persuade que TAngieterre pourra entrer dans la 
llgue. 

Die Herren Staaten schicken ihm mehrere Officiere, die auf den Schiffen, 
welche er ausrüsten lässt, das Commando übernehmen sollen. 

[II ne peut] supporter que les Su^dois se pr^sument de dlsposer 
de Teraplre. II n'y a que trois jours que m'en parlant avec Emotion, 
11 dlt que sl on vient lä, 11 nommera le Roi, et qu*ll salt blen que sa 
volx sera sulvle dune autre, sans autrement s'expllquer, mals je nie 
suis persuade qu'll entendalt parier de T^lecteur de Cologne, avec qul 
11 a grande correspondance. ... Je lul dis que Sa Majestt^ ne songe 
polnt ä Tempire. ... II reprit que les desseins de Henri le Grand ne 
sont pas tous morts, qu'on en volt encore paraitre quelque chose. . . . 
M. r^lecteur, ä qul [le sleur Dychmans] a d^couvert quelque chose 
[de sa propositlon]*), t^moigne qu'elle est recevable et qu'll s'en veut 
servlr en Prusse. — II est priö par les cantons protestants d'^crlre ä 
Sa Majest6 en faveur des Vaudols. . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin l.Sept. 1655. 

(Dupllcat.) 

[Schlippenbach. Aussichten des Kurfürsten auf die polnische Krone. Streitkräfte des 
Kurfürsten. Wicquefort. Die Prinzessin von Oranien. Abermalige Sendung Schwerin'«.] 

ISept. de Lumbres hat Schlippenbach dieselben Vorstellungen gemacht, wie 

vordem dem schwedischen Residenten^). 

En parlant de ceux qul ont plus de Jalousie de ses desseins, comme 

') Memel und Pillau vgl. oben. 

*) (Ueber die Stimmung CromwelTs, an welchen der Kurfürst Schlezer ge- 
schickt hatte, s. Pufendorf V. 26) 
•) Vgl. oben p. 49. 
*) Vgl. oben. 



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Schlippenbach. Truppenmacht des Kurfärslen. 53 

Fenipercur Yut mis au tapis, il dit qu'il est au pouvoir de.son maitre 
de sen assurer et niSme d'obtenir deux duch^s, sll veut s'allier avec 
lui. ... 

Die Krone Polens betreffend, „il y en a qui ont parl6 de M. l'fe- 
lecteur de Brandebourg; ... mais il tömoigue ny vouloir pas songer. 
Aussi lui serait-il malais^ en cette conjoncture. . . . 

M. de Brandebourg a retard^ pour quelque temps son voyage en 
Prusse, ne le voulant pas faire sans y mener Tarm^e qu'il a en ces quar- 
tiers, k quoi les Su6dois d^clarent qu'ils s'opposeront, et qu'ils pren- 
dront cela pour un acte d'hostilit^, ce qui loblige d'attendre la fin du 
traite -qu'ils lui proposent. Cependant il se pr^pare k tout 6v6nement, 
ayant d€jk en Prusse, ä ce qu'il ni'a dit '), sept mille hommes de railice 
r^glee et quatre naille hommes qu'il y a envoyes, en la Marche de 
Brandebourg 80(KJ hommes ... et 4000 qui viennent du cöt6 de West- 
phalie, outre lesquelles forces il pr6tend encore faire six nouveaux r6- 
giments ..., avec quoi il esp^re mettre sur pied douze mille hommes 
de pied et dix mille chevaux sans la milice de Prusse et les 4000 
hommes que les Provinces-Unies sont obligöes de lui fournir') s'il en 
a besoin. II se promet d'avoir encore six mille hommes tant de M. 
1 eleeteur de Cologne que des princes de la maison de Brunswick et 
cinq mille de M. le landgrave. . . . 

. . . Je ne puis p^n^trer, jusqu'ä quel point M. Telecteur se fie en 
8on resident ^) . . ., sinon que ce prince dans un discours , . . a t^moignö 
qu'il le croit interess^. Quant k madame la princesse d'Orange, eile 
est fort considöröe de lui, et il def^re beaucoup k ses sentiments. — 

Japprends prösentement que le comte de Schlippenbach s'en 
retourne sans avoir rien conclu, et que le baron de Schwerin le 
suit*) pour voir, quelles seront les derniöres r^solutions du roi de 
SuMe. II ne sais, si de part et d'autre on n'afifecte pas ces remises 
pour gagner temps et prendre conseil des ^vönements. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 10. Sept. 1655. 

[Abreise des Kurfürsten nach Preussen.] 

... M. l'decteur n'a pas laiss6 de partir d'ici avant-hier (sans Ta- 10. Sept. 
voir fait savoir au resident de [Sa] Majest^ [de Suede]*) qu'au moment 

^) S. Droysen p. 227— 228. 

') Pufendorf V. 22. Droysen p. 217. 

») Wicquefort. 

*) Pufendorf C. G. U. 58. 

*) cette niajest^ Ms, 



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54 U. Berichte tod lfö5 bU 1656. 

qull partait). II va en diligence vers ses troupes, qu il a lait avancer 
en Pom^ranie pour les mener en la Prasse ducale. Ce qui la port6 
k faire un secret de son voyage, est la d^claration que les Suedois 
ont faite que s'il le £aisait avec ses troupes, il sopposeraient ä son 
passage et le traiteraient en ennemi. . . . 



Zusatz zur Instruction de Lumbres. Dat. 15. Sept. 1655. 

[Stellang so Schweden. Pfals-Neuborg. Absichten Oestreichs. Rom. Königswahl.] 

15. Sept. Das Einvernehmen mit Schweden muss gewahrt werden. Was die neu- 

borgischen Angelegenheiten betrifft, so müssen die dortigen religiösen Yer- 
hältnisse auf der Grundlage des Münsterer Friedensvertrages geregelt werden. 
II semble que ce soit beaucoup que le Roi s oblige eu faveur dudit 
sieur ^lecteur de le secourir de ses armes contre le duc de Neubourg 
en cas de rapture et de guerre, 6tant certain que celui-ci sera prot6g6 
par le roi d'Espagne et par dautres puissances, comme il Fa 6te par 
le pass^, et que si les armes de France ne se remuaient pour lui, plu- 
sieurs de ceux qui prendront par-lä coeur de Tassister, demeureraient 
en repos. . . . 

Frankreich verspricht dem Kurfürsten seinen Schutz gegen die Ab- 
sichten Oestreichs, welche demselben nicht unbekannt sein können, „s'il se 
souvient de ce qui en 6chappa sur ce sujet aux minisfres de Tempe- 
reur apr^s Tdection du d^funt roi des Romains "•*). ... de Lumbres 
soll vom Kurfürsten eine Vorsicherung zu erlangen suchen, dass er seine 
Stimme bei der Wahl eines römischen Königs nicht gegen die Intention 
Sr. Majestät noch für jemanden abgeben werde, welcher derselben nicht ge- 
nehm. Der Kurfürst soll auch suchen, hiezu den Kurprinzen von Sachsen 
und überhaupt soviel Fürsten und Stände wie möglich herbeizuziehen, wozu 
S. Maj. von ihrer Seite auch beitragen wird. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 15. Sept. 1655. 

[Erfolge der französiechen Waffen. . Der Kurfürst will den König von Schweden in 
Preasfien niemals anerkennen. Sendung nach Wien.] 

15. Sept. . . . Les avis de Cologne nous avaient fait savoir quelque chose 

des glorieux exploits de cette campagne. . . . M. Ti^lecteur en temoigna 
de joie, que j*augmentai en quelque fa^on, lui insinuant que si Votre 
Eminence a mis la France cette ann6e en possession de l'Escaut, eile 
pourra l'ann^e qui vient lui donner la Meuse et le moyen de s'appro- 
cher de Cl^ves. ... La veille de son partement il ne m'a pu dissimuler 



•) Ferdinand IV. (gewählt am 31. Mai 1653}. 



^ 




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Loben nach Wien. gg 

qu'il ne recounaltra pas le roi de Suöde pour la Prusse, quand toute 
la Pologne le reconnaltrait pour son roi. II prend pour raison ou pour 
pr^texte, que le serment qu'il a fait au roi de Pologne Ten retient. . . . 
Je ne sais, si ce n^est point principalement pour ce sujet qu'il a rösolu 
la döputation vers Tempereur dont j'ai parl6 au duplicata ci-joint*) 



de Liimbres an Brienne. Dat. Berlin 15. Sept. 1655. 

(Duplicat.) 

[Frist des projectirten französisch-brandenburgiachen Vertrages. Reichsangclegcnheiten. 
Weimann wieder nach dem Haag. Sendung Löben's nacb Wien. Die Kurfürstin.] 

... II serait encore nöcessaire d'apprendre l'intention [de M. T^lec- 15. Sept. 
teur de Brandebourg] ') sur le temps de la duröe du trait^. On m'a 
parl6 de six ans; mais si eile veut un plus long terme, j'essayerai de 
Tobtenir. . . . 

L'assembl^e qui se tient [k Francfort] s*ouvre la semaine prochaine, 
oü le d^put^ de M. de Brandebourg a ordre de mettre sur le tapis les 
aifaires de Pologne '), a ce qu'il m'a dit. J'ai reconnu . . . qu'il n'espöre 
point de pouvoir traiter avec les öu^dois. ... Ha renvoyö en diligence 
h la Haye le conseiller qui a trait^ de sa part avec MM. les Etats*). 
Je Tai accompagnö jusqu'ä Spandau ...; en prenant cong^ de lui, il 
me pria diverses fois d'assurer le Roi, qu'il sera toute sa vie son ser- 
viteur, et qu'il tiendra sa parole qu'il m'a donnöe de ne pas consentir 
ä la convocation d'une journ^e electorale, pourvu qu'il soit appuyö de 
Sa Majestö. II ajouta qu'il a r^solu d'envoyer le baron de Loben*), 
qui est un de ses conseillers d'^tat et chambellans, vers Tempereur, 
avec ordre d'insinuer ä cette majest6, qu'il n'est pas ä propos de parier 
de r^lection d'un roi des Romains. ... II t^moigna encore souhaiter 
que je fisse le voyage de Prusse. . . . 

Madame l'^lectrice, qui est all6e conduire madame la princesse 
jusqu'auprös de Halberstadt, doit etre ici dans deux jours, oü eile vient 
se pröparerau voyage de Prusse, qui doit etre long, M. l'electeur fai- 
sant 6tat d'y demeurer deux ou trois ans, si les aflFaires de l'empire 
ne Fobligent d'en partir plutöt. 



') S. unten. 
') son Intention Ms. 
*) Vgl Pufendorf V. 28. 
*) Daniel Weimann. 

*) Vgl. über diese Sendung Löbcn's nach Wien Pufendorf V. 27 flf. Droy- 
sen a. a. O. p. 219- 



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gg II. Berichte Yon 1655 bis 1656. 

de Lumbres an ßrieiuie. Dat. Berlin 2LSept 1655. 

(Duplicat.) 

[Sendung Ijübeti fi. Der Kurfürst und die Kurfarstin. de Lumbres' Abictse,] 
SJ.^ept. Seit seinem letzteu Briefe ist der BaroQ v. Loben nach Wieu alige- 

reifstj tim die Stimmung iles dortigen Hofes über den gegenwärtigen Kriege 
zu erkundoij^ unter dem Vorwande, die Zahlung vom Kaiser ver.^jirochener 
20U,()00 lieieh.-^ thaler durchzusetzen. So hat es de Lumbres von dem vor- 
nehmsten Ueh. Kath erfahren, der bei der Kurfürstin zurückgeblieben ist. 
Der Kudürst wur am 15. d. M. noch in Pommern. Die Kurftirstiu bereitet 
sich zur KeL^e [uieh Ponimern vor. 

Jai remis ä partir avec eile, pour aller avee plus de süretö, les 
cfaeming, pri ncipa lernen t vers la Pom^r^lie, commen^ant detre appr6* 
heüdcH ä cause des courses des gens de guerre. . , < 



de JAimbies au Brienne. Dat. Berlin 27, Sept. 1655- 

(Duplicat.) 

(^cine Abreiße Botschaften von einer Niederlage Wittenberg'«,] 

27. Sept. Je fais etat de partir le lendemain de Tarrivee de crt ordinaire, 

Bans attendre madame Tdectrice, dont le voyage cummencc d'etre in- 
certajn. . . . 

On ne sait pas, k quelle fin la nouvelle de la defaite du g^u^ral 
Wittenberg a ^te apport^e ä Dantzick par trois messagers diffi^rents. 
dant Tun avait ^te envoy^ expr^s de Varsovie, sinon quVm coiijerture 
que Ie& P^jlanaiä se sont servis de ce petit artifice, pi>ur täeher rt'en- 
gager M. T^Iecteur, qui passait alors par cette ville-la, ä se declarer 
en leur faveur. . . . 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 29. Sept. 1655- 

(MmRtmiien der Schweden gegen Frankreich, de Lumbres wird am Hofe Jes Kur- 
förfitcn bleiben , bis der projectirte Vertrag mit ihm ahgeacblossen ist.] 

^^öcpt. J'ai apims ... que le comte de Schlippenbach et le resident 
de Suöde eu la tlornii^re conf6rence qu'ils ont eue avec leg conjrnis* 
saircM uommeö de la part de M. T^lecteur ne purent ß empecher de d^- 
eouvrir la Jalousie quils ont de moi ä cause de lopinion quils ont 
con<;'ue, que le Bujet de mon voyage est pour . . . acquörir Ic suffragc 
de Braudebnurg en faveur du Roi dans Tdection d un roi des Romains, 
et que ptiur la menie fia Sa Majest^ täche de gagiier 1 elecfeur de Öaxe 
par le moyen du prinec son ain^, qu'ils disaient setre rpndu pcnsion- 
nairei de France et bleu savoir le lieu oü Fargent a ^te conipt<^, et en- 
suite ^oiitiiireiit aveo ifpiniatret^, que le Roi ue peut parvenir ä cette 
dignite^ n^tant pas prince de Fempire, puisqn'il iia point vouhi «lue 
rAlsace en relevät. . . . 



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Der Kurfürst in Danzig. 57 

J'oWirai avec la soumission que je dois au commandement qui 
m est fait de ne pas quitter la cour de M. Tdecteur que le trait^ pro- 
jete avec lui ne soit.fait. 

de Lumbres au Brienne. Dat. Berlin 29. Sept. 1655. 

(Duplicat.) 

[Warscbaa in der Gewalt des Schwedenkönigs. Der Kiu'fürst in Danzig. Landgraf 

Friedrich von Hessen.] 

On 6crit . . . que la ville de Varsovie s'est rendue au roi de Suede, 29. Sept. 
et qu'il y va tenir une journ^e. 

[Les d^put^öj de M. T^lecteur, suivant ce qu'ils ont 6crit de Posen, 
y doivent etre maintenant arrives. Cette altesse ^tait, il y a dix jours, 
aux environs de Dantzick et devait en passant par cette ville s'abou- 
cher avec les magistrats, pour essayer de former*) quelque trait^ pour 
leur commune süret6 et defense, en cas qu'ils soient atttaqu6s par les 
Su6dois. . . . Les conseillers qui sont ici restös . . . ne dissimulent point 
que leurs avis iraient ä . . . quitter [la Prusse] aux SuMois, si ceux-ci 
pouvaient en d^dommager M. Tölecteur. Ce qu'ils ont propo86 pour 
cela de plus consid^rable . . . , est le royaume de Boheme , dont ils 
promettent livrer la possession k cet ^lecteur ou le faire roi des Ro- 
mains. ... 

Le landgrave Fr^d^ric de Hesse est pass^ depuis trois jours 
par cette ville, pour aller joindre lärmte du roi de Suede. Comme 
il eßt son beau-frere et dailleurs grand ami" de M. T^lecteur, je lui ai 
represent^ que personne ne peut mieux faciliter leur ajustement que 
lui. ... 11 m'a promis d'employer pour ce sujet le peu de credit qu'il 
dit avoir aupr^s du roi de Suöde. ... 11 se persuade pourtant que le 
propre int^ret de cette majest^ la portera k s'accommoder avec cet 61ec- 
teur, qui dans la n^cessitö se liguant avec Tempereur, obligerait les 
forces su^doises k se diviser, pour faire tete k lärmte electorale qui 
serait du cot^ de la Prusse, et ä Timpöriale qui entrerait par la Bo- 
heme, et pour empecher que les Polonais ne . . . [profitentj de cette 
occasion. . . . 

Un colonel de M. T^lecteur vient pr^sentement d'arriver qui a 
laisse il y a quatre joujrs cette altesse avec ses troupes une lieue au- 
delä de Dantzick, en laquelle ville eile a ötfe regue et r^gal^e avec 
beaucoup de d^monstration de joie'). Son canon et quinze cents hom- 

•) (former?) 

') Vgl. über diesen glänzenden Empfang des Kurfürsten in Danzig am 24. Sept. 
Droysen p. 229 (nach Theatr. Europ. VII. p. 791). 



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59 ■ n. BeriQhte von 1655 bis 1656. 

mes qiü Tescortaient yont passes par les faubourgs. Le maröchal 
Wrang: el se^ avanci^ dans un de ses vaisseaux vers la cote k la portöe 
du canon, pour considdrer T^tat de cette armee, comme eile approchait 
de la ville. 11 a riiiitt^^ le dessein quil avait sur le fort de Putski*), 
qui eöt öur la eöte d^pendante de la meme ville. . . . 



de LuTnbies an Mazarin. Dat. Berlin 6. Oct. 1 655. 

[Bui^prcchung dt: Lunibres* tnit dem schwcdisclien Residenten.] 
6. Oct Er hat dem £ühwedis!!chen Residenten die Noth wendigkeit für die Krone 

Bühweden vorgcs^ teilt, ein gutes Einvernehmen mit dem Kurfürsten zu be- 
wnhrt^ü, „qui peut facüement Her non-seulement [les autres ennemis de 
la SuMej eiisenible, mais aussi Tempereur et faire une ligue qui don- 
nerait de la peiue k suii maitre, au lieu que M. Tölecteur demeurant 
ueutre, MM* le» Etat.s, qui n'auraient pas la commodit^ de ses ports 
de la mer HiilH(|ue et qui ne se rerauent qu'en sa consid^ration, ne 
[H'l^branleront') pas, ni par cons^quent le roi de Danemark ni peut-etre 
Tempereur, quand 11 se verra seul k entreprendre une guerre longue 
et pdrilleuse. II comprit bien ce raisonnement , et dit qu'il estimait 
iinmi f]HC soll maitre j^'accommoderait avec cette altesse; mais il ne 
put öempecher de taire paraitre qu'il doute quon la puisse detacher 
d*avec MÄl. les Etat«, dont il parla comme des gens de qui la Su6de 
se tient d(^aoblig6e, et ensuite qu'il pensait que cette couronne doit ne- 
ecssiiirciiieiit s ansurer de Tempereur ou s'allier 6troitement avec le Mos- 
covitc, öi eile veut poursuivre ses desseins sur la Pologne. . . . 



de lAimbres an Mazarin. Dat. Hauptquartier Rinsk 
16. Nov. 1655. 

[SuUreriUerg*» SeTiduüg Günstige Gesinnung des Kurfürsten gegen Frankreich.] 
16. Nov, Ueber die Kegütiati<»n des Grafen v. Stahrenberg ). 

„Je ne voia point de changement du cöt^ de de^ä, M. Telecteur 
Rp mfnitrant toujuurs fort affectionn^ k la France, jusque-lä qu'en par- 
buit de faire passer ses troupes au Service du Roi, s'il s'ajuste avec 
la Hufide, il se laissa entendre qu'il d^sirait meme de le servir en per- 
sonne, ajoiTtant qu'il a autrefois reconnu les villes d'Anvers et de Guel- 
dre et sait les moyens de les r^duire sous le pouvoir de Sa Majest6.** 



') Putzig (am Putaigcr Wieck). 
') n*^bransIcront Ms. 

^} Graf Jühann Keichard Stahrenberg, Abgesandter des Kaisers, s. Pu- 
fendorf V. 30. t^S. 29). 



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Stahrenberg's Sendung. 59 

de Lumbres an Brienne. Dat. Einsk 16. Nov. 1655. 

(Duplicat.) 

[d'Avaugour. Polnische Deputation. Stahrcnbcrg. Verhandlungen des Kurfürsten 
mit dem Könige von Schweden. Stellung der Armeen. Die Kosacken. Gesuch des 

Herrn de la Cave.] 

. , . M. Mecteur changeant souvent des quartiers avec le corps 16. Nov. 
d'arm^e qu'il möne en la Prusse royale, m'a fait perdre du temps- 
avant que de le pouvoir joindre. Aprös le passage de la Vistule, 
M. d'Avaugour ayant appris d'un ministre de cette altesse ..., qu'il 
sc pourrait rencontrer quelque difficult^ dans les c^rc^monies, k cause 
qu'il n'avait point de lettres du Roi pour eile ..., s'^tait s^parö de 
nous et avait pris une autre route. ... II s'est trouv^ deux jours 
apr^s [par hasard] k un quart de lieue de ce prince. ... II a ^te 
re^u et traitö avec les memes honneurs . . . que le comte de Stah- 
renberg . . ., que nous y avons trouvö. II y etait arriv^ 5 ou G 
jours auparavant, et presque en meme temps le palatin de Pom^- 
r^lie avec plusieurs starostes et d^put^s des villes de la Prusse royale 
et quelques gentils-hommes de la Lithuanie et de la Masovie.' . . . 
Le principal sujet du voyage du comte de Stahrenberg a 6tö . . . 
pour . . . la convocation d'une diete ^lectorale et . . . [Fölection] du fils 
de Tempereur. II s'est Wen laiss6 entendre que son maitre s'interesse 
dans TafiFaire de Pologhe, et qu'il assistera de ses forccs cet ^lecteur, 
mais en tcrmes assez g^n^raux. ... 11 ... a entendu la veille de son 
partement la relation du baron de Schwerin et du resident de Bran- 
debourg *), qui retournaient de Cracovie. . . . Quant k leur n^gociation, 
nous avons appris . . . qu'ils ont fait pe^ de chose dans le long s^jour 
qu'ils ont fait aupr^s du roi de Su^de, n'ayant pu obtenir aucune mo- 
deration de conditions. . . . Ce rapport ayant 6t6 fait en un temps au- 
quel [lesdits deput^s polonais] oflFraient de faire une confödöration avec 
cette altesse pour leur commune defense et lui mettre quelques places 
entre les mains et entre autres la ville de Marienbourg, ... n'a pas 
peu servi k la faire r^soudre k accepter ces offres et traiter avec eux, 
Sans que nous Ten ayons pu divertir. — Ensuite de quoi ayant montrö 
quil ne se disposait pas k renvoyer ses d^putes, priant seulement M. 
d'Avaugour ... d'employer ses Offices ... pour ... porter le roi de 
8u6de k se contenter ... de raisonnables conditions, ledit sieur d'A- 
vaugour s'offrit de bonne gräce k faire cet office, et n6anmoins remontra 
qu' ... il estimait etre k propos que le resident de Son Altesse, qui 
... est revenu avec [M. de Schwerin] . . . [retournät auprös de ce 

') Dobrzenski (vgl. Pufendorf V. 56). 

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^Q II. Berichte von 1655 bis 165G. 

roi') [poui] lui t^moigner ... que M. Tölecteur 6tant trait6 avec des 
condilions raisonnables, fera que cette Prusse reconnaitra le roi de 
Buede . . . , ^11 est 6lu par la r^publique. — C'est le seul exp^dient 
(lue Hüll» avons trouv6. . . . Leiirs armöes sont aujourd'hui si voisines 
(etile de }iL de la Gardie, qui est sur les frontieres de Lithuanie, 
ii'^taut ^Kiiguee que de cinq heurcs de celle ... de Waldeck), qull 
etit nu» Inline qu il nc se passe entre elles quelque chose qui les brouille. . . . 
Lcß ufficiers de guerre . . . leur inspirent . . . des conseils violents. . . . 

* * . On parle diversement des cosaques. Les Suedois publieut qu'ils 
aiit trait^ avec eux, et les Polonais au contraire que le trait^ est rompu. 
L'fälecteur de Brandebourg se flatte d'avoir grand pouvoir sur eux. . . . 

J'achevais la präsente lorsque j'ai re^u la d^peche dont, monsieur, 
il vous Li plu m'honorer le 22 de septembre avec le pouvoir et les in- 
&truc(ioiif!i qui Tacconipagnaient et encore une autre du dernier du menie 
moiö. Jf. de la Cave'), qui me les a fait rendre, se promettait dy 
trouver la gräce qu'il a souhait^e de Sa Majest^ pour etre associe a 
Tordre de ÖL -Michel, en la raani^re que j'ai pris la liberte de vous 
represcnter le 8 d'aofit, s'^tant flatte de Tesp^rance de lobtenir ensuite 
de ee que vous avez daignö me mander et meme plus positiveraent 
yon Euiiueme le 10 septembre. . . . Outre qu'il est grand-^cuyer et 
coloael du regiment des gardes de M. T^lecteur, il a grand pouvoir 
anpr^s de lui, ce qui me fait croire que vous naurez pas d^sagr^able 
la hardiesBe que je prends de vous en faire ressouvenir, d autant moins 
que e est uii sujet du Roi qui par cette marque d'honneur pr^tend faire 
^loire de la d^votion qu'il a pour le Service de Sa Majest^. . . . 

Der Kurfürst an d'Avaugour. Dat. Rinsk 18. Nov. 1655. 

[Fordi^rt d'Avaugour auf, dem Könige von Schweden die Friedfertigkeit seiner Ab- 
sichten vorzustellen.] 

18. Not. Monsieur, je nai pas voulu laisser retourner le trompette de mon- 

eieur lo ^eneral Stenbock sans vous t^moigner par celle- ei le d^sir 
que j ai d'avoir de vos nouvelles, esp^rant que V. E. sera arriv^e sans 
mauvaif>e reucontre aupr^s du roi de Su^de, et que, selon votr^ opinion 
et niou süuhait, vous Fayez trouv^ dispos^ k nous laisser en paix et 
repüö en cci^ quartiers ici. V. E. aura sans doute represent^ ä 8. M. 



') Uehtr D.'s Rückkehr dorthin vgl. Pufendorf V. 64. 

^) AuBfUhrlich über Pierre de la Cave, eineD französischen Reformirten, £r- 
man et Reelam, M^m. pour servir k Thistoire des r^fugies franpais dans les dtats 
du Rui IL p. 112 ff. Er wird hier auch als Ritter des St. Michaelordens bezeichnet. 
Vgi. über ibn ferner v. Kessel Tagebuch S. D. v. Buch's II. 146. 810). 



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Ri^miscfae Königswabl. Der Karfflrst und die polnische Krone. ß\ 

msL constante inclination de vivre avec eile en boniie amitie, et que 
tout ce que j'ai fait n'est que pour la conservation de mon etat; et 
que tant s'en faut que cela soit ä Tofifense de Sadite Majest^, que 
pliitot je contribuerai tout ce qui sera possible, afin qu*elle ait bonne 
satisfaction du roi et de la couronne de Pologne. II est vrai que Ton 
m'apporte beaucoup de nouvelles comme on me menace; mais je nie 
fie trop aux sinc^res inteutions du Roi pour y donner creance. Je 
souhaite passion^ment d'entendre de vos nouvelles, et de quelle fagon 
votre interposition ait ^t4 regue, ne doutant nullement que vous ii'ap- 
portez tout le soin ii^cessaire dans'une aflFaire si irnportante et vous 
fassiez redevables tous ceux que la guerre, avec tant de calamit^s qui 
la suivent, menace. Ce n*est pas seulement pour cette, mäis pour beau- 
coup d'autres raisons que je me vous en trouverai obligö et vous t^- 
moignerai toujours que je suis, monsieur, — Votre trös-aflFectionne 
ami — [gez.] Frideric-Wilhelm Electeur. — De Rinsko le 18 nov. 
1655. A Monsieur Monsieur le comte d*Avaugour, conseiller du Roi 
en son conseil d'^tat et ambassadeur de Sa Majest^ trös-chr^tienne en 
Su6de, pr6sentement k Varsovie. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Riesenburg 28. Nov. 1655. 

Nous partons pr^sentement de ce lieu, pour nous rendre ä Königs- 28. Nov. 
berg. Oll Ton vient de me dire que Touverture de notre traite se fera, 
k laquelle nous nous y arreterons quelques jours. ... 

de Lumbres an Brienne. Dat. Riesenburg 28. Nov. 1655. 

(Duplicat.) 

[Komische KönigBwahl. Der KarfQrst für die polnische Krone in Aussicht genom- 
men, de Lumbres* Negotiation. Stimmung des Kurfürsten. Die Stände des könig- 
lichen Preussen haben den Vertrag mit ihm ratificirt. Thorn. Kriegerische Vorbe- 
reitungen und Slllrke des Kurfürsten. Seine Officiere. Dobrzenski zurück.] 

... II serait k craindre que le bruit des armes ne laissät pas en- 28. Nov. 
tendre Ics lois, et qu'en tout cas il servit k faire valoir la raison (que 
Ton dit etre approuvee de Mayence), que la n^cessit^ d'^lire un roi 
des fiomains ayant 6t6 jug^e en la demiöre dection et durant encore, 
puisqu'elle est fond^e sur Tage et le mal incurable de Tempereur, il 
n'est plus nöcessaire de la faire juger de nouveau, mais seulement de 
procöder k Tölection, en laquelle la pluralit^ des voix sufBt, ce que Ton 
pourrait aussi opposer aux princes de Tempire qui prötendent avoir 
droit d'intervenir en la d61ib6ration qui se fait pour savoir s'il faut 6lire 
un roi des Romains, Joint que le roi de Suöde ... n'est pas en 6tat 
de les Wen appuyer. 



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62 n. Berichte von 1655 bis 1656. 

. . . II y a . . . bcaacoup parmi [les Polonais] qui regardent Te- 
jecteur de Brandebourg et le souhaiteraient pour leur roi. Quoiqull 
raontre de n'y songer pas . . ., ses ministres ne m'en parlent point tout- 
ii-fait en memes ternies, et . . . encore que ce prince jage prudemment 
qu'il ne doit point en cette conjoneture briguer ouvertement cette cou- 
ronne, il ne laissera pas pourtant öchapper les oecasions qui se pour- 
raient presenter pour y parvenir. Je ne manque pas de leur repr6- 
senter toutes les consid^rations qui les peuvent echauffer k porter leur 
maitre ä cette r^solution, tant afin dempecher par-lä, s'il est possible, 
que ce royaume ne tombe pas ehtre les mains du fils de Tempereur, 
si les Su^dois en sont chasses, que pour fomenter un sujet de rupture 
entre Tempereur et leur nialtre apr^s la fin de la guerre 

Je n'ai pas beaucoup avanc^ en ma negociation, quoiqu*il y ait 
pres de quinze jours que j'ai communique mon pouvoir k ses d^putös, 
qui n y ont rien trouvö k redire, sinon la qualit^ de cousin que le Roi 
lui donne, bien que Sa Majest6 ait commence k Fhonorer de celle de 
frere. . , . Ils se sont encore plaints de la diff^rence qu'on met en France 
entre leurs ambassadeurs et ceux de Venise et de MM. les Etats. . . . 

Quoiquici toutes les choses semblent se disposer k la guerre, il 
n'y a pas encore de rupture avec la Suede ni de trait^ avec Tempe- 
reur, k qui cet (^lecteur et ses ministres fönt grande diflGcult^ de s'al- 
lier. . . . Si maintenant il parait etre dans les interets de la niaison 
d'Autriche, la crainte qu*il en a en est la seule cause, k ce que j'ai iei 
appris, simaginant que cette maison est capable de le perdre, s'il ve- 
nait ä lui deplaire. 

L'assemblee des 6tats de la Prusse royale . . . a ratifiö le trait^ . . . 
avec M. Mecteur*). ... Pour ce qui est de la ville de [Thorn], quoi- 
qu'elle soit menac^e d un siege, eile a n^anmoins marchand^ avec Son 
Altesse et n'a pu convenir des conditions. Plusieurs oflficiers de lar- 
mee de cette altesse ^taient d avis de s en assurer k quelque condition 
que ce füt; niais lopinion des autres, entre lesquels 6tait le g^n^ral, 
a pr^valu. Ils ont fond^ leur opinion sur ce que les bourgeois ne 
voulant recevoir qu'une faible garnison, c'etait lexposer ä un p^ril Evi- 
dent Sans aucune espörance de pouvoir conserver la place, et que 
d ailleurs cette ville 6tant öloign^e des autres, ils seraient Obligos, pour 
la maintenir, de diviser leurs forces*). Quelques-uns de ceux-ci se 
flattent de la pouvoir reprendre au printemps et de la poss^der ensuite 



») Vgl. Pufen^orf V. 60. Droysen p. 232. 
') Vgl Droysen p.233. 



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Thorn. Die kurfürstliche Officiere. ß3 

• 

par droit de conquete; mais eile est trop consid^rable pour netre pas 
Wen gardee par le roi de Su^de, quand il s'en sera rendu maitre. . . . 

L'6veque de Varmie et le palatin de Pom^rölie sont venus trouver 
M. r^lecteur, pour le prier dy jeter deux iiaiUe hommes, l'assurant, et 
avee eux Teiivoy^ du roi de Pologne, qu'ils y seront regus avec tel 
cominandement qu'il leur voudra donner, de quoi il s'est d^feiidu sur 
la diflficultö qu'il y a de les y faire entrer, avant que la place soit in- 
vestie. . . . 

II a envoy6 huit cents hoiifimes en gamison a Marienbourg, oü il 
propose de faire un retranchement joignant la ville dans lequel il fait 
etat de loger trois mille hommes de pied et quinze cents chevaux*). 
II met encore gamison dans Braunsberg et dans un fort considerable 
qui est» dans Tövechö de Varmie, n'^tant r6solu que de garder ces places 
dans la Prusse royale. II envoie le surplus de ses troupes dans la du- 
cale, et particuli^rement aupres de Königsberg, oü il veut teuir un 
Corps . . . capable de toutes occasions. On le fait fort de vingt-deux 
mille hommes; mais je ne crois pas qu'il en ait plus de dix-sept mille 
effectifs. Ce que j'ai vu tant de cavalerie que de son infanterie est 
fort bon'). Plusieurs de ses gen6raux-majors, colonels et autres grands 
officiers ont servi en menies qualit^s dans les armees imperiales et sue- 
doises et meme quelques-uns dans Celles de France et des Provinces- 
Unies*). Ils sont gens d'esprit et de main; mais les autres ne sont 
pas de meme force. ... M. fSparr]*) est plus prope k exöcuter les 
ordres d*un autre qua donner les siens, a Commander un petit corps 
qu'un grand et pour une guerre de defensive que pour tenir la cam- 
pagne. Mais le plus grand döfaut est que comme tous ces officiers 
ne se connaissent pas bien encore et qu ils sont sortis de diverses eco- 
les, ils ont aussi souvent divers sentiments qu ils soutiennent avec opi- 
niatret6, ce qui embarrasse Tesprit du prince. 

Outre ces forces, les 6tats de la Prusse royale se sont soumis ä 
lui foumir 6000 hommes,et il propose encore de lever dix mille hom- 
mes cet hiver en ses 6tats d'Allemagne, ayant touchö de MM. les Etats 



») Vgl. Droysen p. 242. 1). 

') Ebend. p. 239. 

*) Ebend p. 240. 1). »Unter den bedeutenden Officieren war Derfflinger und 
Kanneberg in schwediscbem , Sparr in kaiserlicbem , y. d. Goltz und de la 
Cave, der Obrist* des Leibregiments zu Foss, in französischem Dienst gewesen. Aus 
staatischem Dienst wird Bellicum, y. Spaen, yieneicht Syberg sein.* (Ueber 
Goltz vgl. unten de Lumbres an Mazarin dat. 27. April 1656.) 

*) Otto Christoph y. Sparr. Vgl. über sein Leben zunächst bis zum Jahr 
1654 Th. y. Mörner. Märkische Kriegsobersten des 17ten Jahrhunderts p. 149 ff 



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04 1^- Berichte yon 1655 bis 1656. 

argolnt i>our la lev6e de quatre mille, k quoi ils sont Obligos par leur 
traite, |et le surplus de ses ^tats]. 

[8oii] resident . . ., qui 6tait parti avec M. d'Avaugour*), vient d'ar- 
rtver iei, oü il apporte de belles paroles, mais seulement gön^rales, de 
k part tlu roi de Su6de. II a 6t6 six ou sept jours auprös de lui, 
quL pendant ce temps-lä na pas voulu donner audience audit sieur 
il'Avaugour. ... 

Denkschrift Wicquefort's an Mazarin. [o. D.] Nov. 1655*). 

[GiÜnde, aus welchen der Kurfürst Frankreich utn Hülfe angehen darf.] 

(Kov-) Pui»t(ue Votre Eminence m'a permis de mettre sur le papier les 

rai^oiiH que j'ai pris la libert^ de lui all^guer pour le secours d*argent 
que nii»li8eigneur Tdecteur de Brandebourg demande au Roi, j'«n ferai 
id la d^duction. — 

Vüus vous pouvez souvenir, monseigneur, du succ^s du voyage 
(lue je fis en Allemagne en Tan 1647. Les ministres que le Roi avait 
en ce temps-lä k Munster et k Osnabrück savent, quels [6taient lesj 
avantages que la France en eüt tir^s, si les d^sordres dans lesquels 
on la jcta Tann^e suivante n'eussent entiörement dötruit ce bei ou- 
Yrage. . . - 

Ce fut pendant ces troubles que la maison d'Autriche gagna la 
lilupart dos ^lecteurs pour T^lection d*un roi des Romains. ... Je puis 
dire av^c v^rit6, monseigneur, qu'il ny eut que monseigneur Tölecteur 
de Brandebourg ... qui fit connaitre que cet orage n'^tait pas capable 
de reiiverner uue monarchie bätie depuis tant de si^cles, appuy^e sur 
de si i^ulides fondements et gouvern^e par un si puissant gönie que 
le v6trc. 

... II ny eut que M. T^lecteur de Brandebourg ... qui considerät 
[Votre Eminence] comme une personne tr6s-n6cessaire k un 6tat dont 
loH iiiterets sont ins^parables d'avec les siens. II ne se contenta pas 
d eiivoyer sur les lieux assurer Votre Eminence de son aflFection et de 
son Service j mais il voulut que je me rendisse en diligence k la cour, 
pour lui oflFrir tout ce qui 6tait au pouvoir de S. A. ^lectorale. . . . 

Elle en a encore donu6 des preuves trös-6videntes au voyage que 
Votre Eminence a d^sir^ que je fisse en Allemagne il y a deux ans'). 



*) Döbrzenski. 

^) Zelt v^on Graf Stahrenherg^s Sendung. In einem BiUet dat. Paris 1. Dec. 1G55 
hittet Wicqnefort den Cardinal dringend um eine Audienz, um mit ihm flher dies 
Memoire zu verhandeln. 

•) Im J. 1654. 



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Denkschrift WicquefortV g5 

. . . H n*y eut que M. Felecteur de Brandebourg lequel apres avoir agi 
k Ratisbonne pour la libert^ de rAUemagne et pour la conservation 
des droits de ses princes conform^ment aux intentions du Roi et avec 
une vigueur qui ne trouve quasi point d'exemple dans Thistoire*), ne 
fit point de difficult^ d*entrer dans les int^rets de la France et de s'en- 
gager avec eile dans un trait6 auquel on travaille encore aujourdlmi. 

On ne croyait päs alors que la couronne de Suöde . . . düt cora- 
mencer une guerre qui Fexpose maintenant k la discretion de ceux qui 
depuis plus d'un si^cle fönt tous leurs efforts pour Topprimer et laquelle 
oblige M. r^lecteur de Brandebourg ä employer ailleurs ses armes 
qui pourraient avec tant d'avantage agir pour l'avancement de Tinteret 
commun et peut-etrfe pour le service particulier de Sa Majest6 trös- 
chr^tienne. 

Votre Eminence etait bien informöe des bonnes intentions de S. A. 
electorale. Elle m'a fait l'honneur de me t^moigner qu'elle 6tait bien- 
aise de la voir arm^e, et eile m*a fait espörer que le Roi contribuerait 
de tout son pouvoir pour les faire röussir pour le bien de la cause 
commune. C'est dont monseigneur Felecteur de Brandebourg demande 
aujourd'hui Feflfet et supplie Sa Majestö de le secourir en Fetat oü il 
se trouve presentement, 6tant d'un c6t6 environn^ des Moscovites et de 
Fautre incertain de ce qu'il doit espörer ou craindre des Suödois et 
peu assur^ de Famitiö de Fempereur, qui ne se trouve pas moins puis* 
samment arm6 que les deux autres. ... 

La raison pour laquelle il faut que M. Felecteur demeure armö 
est, ä raon avis, toute 6\ddente; car Fempereur ne pouvant pas faire 
subsister son armie dans ses pays b6r6ditaires , il faudra n^cessaire- 
ment qu'il Femploie ailleurs. Or il est certain qji'il ne lui saurait 
donner de Femploi, si ce n*est ou en la faisant passer au service du 
roi d'Espagne et ainsi directement contre les int^rets de cette cou- 
ronne (qui en ce cas serait bien-aise de trouver en AUemagne un bon 
Corps d'infanterie pour lui opposer), ou contre les princes protestants 
de Fempire ou bien contre les Su^dois pour le roi de Pologne. 

II est constant qu'il ne fera le premier que lorsqu'il ne jugera 
pas ä propos de renouveler la guerre en AUemagne ou qu*il apprö- 
bendera de s'engager dans les affaires de Pologne; et pour ce qui 
est du demier, je me laisse aisiment conduire \ä oü les grandes lu- 
miöres de Votre Eminence me mönent, et je crois avec eile, que Fem* 

') Eutsprecbeud dem Lobe Vautorte^s: T^lecteur de Brandebourg a fait le brave 
pendaDt toute cette di^e (vgl. Droysen p 150. 1). 

Alater. lur Gesch. d. tir. Kurrüraieo. U. 5 



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f^W*- 



gg n. Berichte Ton 1655 bis 1656. 

pereur atira de la peine ä se r^soudre en une affaire de ei graude 
imporüiDce, et qa'il n'osera affronter un ennemi dont il connait les 
foreen et fadrei^öc et avec lequel il a voulu se r^concilier par la paix 
de Munster aux depens de son honneur et de sa conscience. 

>!aig Votre Eminence me pennettra, sll lai plait, de lui dire que 
le m^me empereur ne fera point de difficult^ de declarer la guerre aux 
Hu^doif*, fjuand \l en verra la victoire assur^e et quand il verra qu'il 
ne hasardera neu pour faire entrer dans sa maison la couronne de 
Fologiie, dont I etablissement de la souverainet^ en AUema^e ne se- 
raü fqu'iune suite infaillible. 

11 est vrm qu'il envoie une ambassade solennelle au roi de^ 
SuMe . . .; iiiais* . . . Votre Eminence ne se pourra jamais persuader 
que Tempcreur tontinue de faire les memes caresses aux Su^dois 
quand il st^ verra en 6tat de leur pouvoir faire du mal, saus qu'il 
puisse appretiender qu'ils lui en fassent; et il y sera quand son arm^e 
Sera compl^tc, et plus encore si la necessit^ de la conjoncture pr^ 
sente for^^^ant les inclinations de monseigneur F^lecteur, Tobligeait d'y 
joindre la sienne, qui n'est guöre moins considerable que celle du roi 
de SuMe. 

Votre Emintnice dira peut-etre que les int^rets de M. Telecteur 
de Brandeboiir^ Tempecheront de faire cette jonction . . . , et cela en 
effet est tr^a-veritable. . . . Mais il faut considörer qu'il y pourrait etre 
coutraiiit par uiie derniere n^cessit^, et principalement si dans le be- 
sinn il etait abandonn6 de ceux dont il peut avec justice esp^rer quel- 
que secours. 

On hatiarde quelquefois de passer au travers des pr^cipices pour 
öviter un peril plus Eminent, et un homme qui se noie empoignerait 
volontiere un fer chaud pour tächer de se sauver. 

Ü'ailleurs, le mal que M. Tölecteur de Brandebourg doit appr6- 
htinder de Tempereur et de la maison d'Autriche lui est commun avec 
tous les prottistants et, Jose dire, meme avec tous les catholiques 
d*Allemagne, et il ne peut arriver que par une longue succession de 
lemps tjt par uue r6volution g^nörale dans les affaires de Tempire; 
maig celui dont les Su^dois le menacent est präsent et in^vitable, si 
le Roi na la bout6 de faire faire des offices tres-efficaces envers le 
roi de Su^de et de lassister au cas que Vautre refuse de se rendre 
k la raisijn, 

Apr<ift tout, öi M. r^lecteur se voyait dans une n^cessit^ trös-pres- 
sante et que tout secours lui manquät, je connais si bien T^quit^ de 
Votre llinineuce ef la force de son raisonnement, qu'elle serait la pre- 



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Deukschrift Wicquefort*». g'J' 

mi^re 4 lui conseiller de ße servir des moyens que la nature et le 
droit des gens lui prösentent pour sa conservation. 

On me peut dire lä-dessus que tous les princes protestants se* 
trouveraient scandalises d'une Invasion si injuste, si le roi de Suöde 
attaquait S. A. el. dans ses 6tats sans aueun sujet et meme sans aucun 
pr^texte. Jy ajoute, monseigneur, que les catholiques memes en au- 
raient horreur, et que tous les gens de bien d^testeraient une violence 
de cette nature. Mais monsieur r^ecteur de Brandebourg ne serait 
pas bien-aise de se voir en 6tat de faire piti6. La compassion dun 
ami soulage bien en quelque fagon le malheur dun afflig6; mais ce 
n'est pas assez/il le faut prövenir, si on en a le pouvoir. Or les 
princes d'AUemagne ne se trouvant pas arm^s pour le secourir pr6- 
sentement et n'ayant rien k esp^rer d'ailleurs, Votre filminence juge 
bien qu il n'est plus en tennes de pouvoir choisir, et qu'il sera obligö 
d'accepter les ofires que Tempereur lui fait faire par le comte de 
Stalirenberg*), s'il-ne plait au Roi dy donner ordre. 

Er^supposö donc que cette union se fasse, il reste k voir ce qui 
apparemment en pourra arriver. Je ne fais point de difficulte de dire 
que ce sera la ruine des Suedois. La raison en est Evidente, d'au- 
tant que les forces de Tempereur et de M. T^lecteur de Brandebourg 
6tant jointes, elles seront sans comparaison plus consid6rables que 
Celles du roi de SuMe et ainsi seront en 6tat d'empecher le progr^s 
de ses armes, ce qui sufßt pour le faire p^rir. Car il faudra qu'il 
affaiblisse son arm6e, pour conserver les grandes villes qull a con- 
quises, pour les defendre contre les habitants aussi bien que contre les 
arm^es du roi de Pologne; et lorsqu'il sera aflfaibli, 11 lui sera bien 
difficile de faire les conquStes nöcessaires pour T^tablissement de ses 
quartiers d'hiver, sans lesquels neanmoins il est impossible de faire 
subsister ses troupes, d'autant plus que la Pologne en Tötat oü eile 
est n'est pas capable de lui fournir des vivi-es et ses habitants n'ont 
pas de quoi assouvir l'avidite de ses officiers qui la plupart ne sui- 
vent rinjustice de ses armes que sur l'esp^rance des riches contribu- 
tions et des bons quartiers d'hiver qu'ils se promettaient en Prusse. 

Je veux bien croire que le roi de Suöde n'a pas 6te assez impru- 
dent (quoiqu'il ait öte contraint de donner beaucoup k la n6cessit6 de 
ses affaires) pour s'engager si avant, sans pr^voir les moyens de faire 
subsister son arm6e cet hiver, Mais je me persuade aussi qu'il ne 
croyait pas que M. Tölecteur de Brandebourg püt en si peu de temps 



') Vgl. oben de Lumbres' Bericbte vom 16. Nov. 

6* 



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• 



gg U, Bericlite von 1655 bis 1656. 

se Dicttre eu la poshire oii Ton le voit aujourd'hui, et je ne crois pas 
que toute la prudence de soii conseil ait pu pr^voir ce qui arrivera. 
r^t<^ prochaii^ si IcB arra^ca de Fempereur et de M. T^lecteur agissent 
de ei meiert contre le roi de Suede. 

De plus je supplie tres-lmmblement Votre Eminence de consid^rer, 
j*'il HC petit paß arriver que les Suedois se brouillent avec le Moscovite, 
daiit on vott deja les coinmencements et peut-etre en verra-t-on bien'ot 
lea suitea; si le roi de Polo^e ne pourra pas faire la paix avec les 
barbares en leur cödant une partie de leurs conquetes; s'il ne se pourra 
paa acfomnioder avec le» Cosaques qui auront sans doute plus d*a- 
version ponr le gouvenicment des Suedois que pour celui du roi de 
Pologne; ö'il ny a pas graüdc apparence que les Proviuces-Unies sln- 
t^ressoraiit eii cette guene pour la conseiTation du commerce dans la 
mer Baltique; si le roi de Suede n'est pas sujet aux memes accldents 
que soll prddecesBeur, et si une mort naturelle ne peut pas faire avorter 
tou9 aea dessciua, et entin s'il ne peut pas arriver que les Suedois suc- 
coinbeiit, et si en tout cas il n'est pas k propos que le Roi s*acquiöre 
un priuee puissaut et affecti<^nn6 dont il se puisse servir pour appuyer 
la fortune peucbaute dea Huedois et pour Topposer k la grandeur ä 
laquelle la maiaon d*Autriefte s*6tablira indubitablem ent, si les armes 
de Huöde iiWt pas le succöa que Ton s'en promet et que Ton ne peut 
pas encore bien esp^rer. 

... Je passe menie pHis avant, et Jose dire en deux mots, qu'il 
iiüporte au serviee du Um de s'acqu^rir S. A. ölectorale, afin meme 
de la detacher dinterets d'avee le roi de Suöde, au cas que la pros- 
perttt^ de aes armes Tempo rtat au-delä de ce que la France en doit 
soubaiter. , . . 

Je me trouve oblige de dire ä Votre Eminence, que la difficult^ 
quelle a voulu toueher en la derni^re audience qu'elle m'a fait Thon- 
neuv de me douner, savoir la crainte d'oflfenser les Suedois, n*en doit 
paa entpeeber rex«^cutiou. . . . 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 10. Dec. 1655. 

10. Dec. DtT Kurfürst und dvv Kur|)nriz von Sachsen haben sich ein besonderes 

ßütidmas ver=?pri>dit.^n. — DtT Graf von Witgenstein ist in Berlin ge- 
bHf-'beiij um während Udf Abwesenheit des Fürsten in der ganzen Mark 
zu befehligen. Waideck, dor seit zwei Tagen hier in der Stadt ist, tadelt 
lebhaft den Üeneral dos Kurfürsten, besonders deswegen, dass er den Ge- 
daukeu, ssich Thoru's zu veri^iehern, aufgegeben habe ). Auch erkennt der 



'; Vgl* oben p. <Tif; Dro}'äeü p. 211. 



k 



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Denkschrift Wicqaeforfs. Dobrzcnski u. Somnitz an Carl Gustav gesandt. gQ 

Kurfürst selbst den Fehler, welchen man ihn hat begehen lassen und de- 
ferirt mehr als je den Meinungen Waldeek's. 



de Lumbres an Brienne. Dat Königsberg 10. Dec. 1655. 

(Duplicat.) 

[Neue Sendung an den König von Schweden. Desselben Plan einer allgemeinen pro- 
testantischen Ligue. Berichte aus dem Haag. Sapieha. d'Avaugour. Der König 

von Polen erwartet.] 

. . . Deux jours aprÄs, M. de Brandebourg renvoya vers le roi de 10. Dec. 
SuMe son resident avec un conseiller d'^tat*), sur ce que celui-lä l'a 
fait entendre qu'encore que cett^ majest^ d'abord eüt t^moign6 d'etre 
mal-satisfaite du trait6 de conföd^ration fait avec las deput^s de la 
Prusse royale, n^aumoins ayant 6t6 assur^e que M. Fdecteur n'avait 
pas mis garnison en Thorn, eile avait montrö qu*elle aurait agr^able 
de reprendre la n^gociation commencöe et mSme de se relächer de 
quelques-unes des conditions qui avaient 6t6 proposees de sa part. II 
lui a fait encore entendre que le meme roi n'a pas dissimul^ que cette 
altesse pouvait ruiner ses desseins; raais qu'il avait ajout^ que si eile 
toumait ses armes contre lui, il s'accommoderait avec Tempereur, quand 
il lui devrait c^der ses conqu6tes de Pologne, afin de se servir de 
toutes ses forces contre eile et la perdre, s'il est possible. 

Indessen ist dies Benehmen des Schwedenkönigs den Ministern des 
Kurfürsten verdächtig. S. A. parait 6tre dans le mSme , sentiment, prin- 
cipalement depuis qu'elle a eu avis que les Su^dois tächent d'engager 
les Moscovites k faire irruption dans sa Prusse, et que les Polonais 
qui sont en larmöe de Su^de ont battu deux petits partis de vingt ou 
vingt-cinq de ses Reiters. 

Un avis qui ident du raeme decteur porte que le grand dessein 
du roi de Su6de est de former une ligue avec C romwell et ensuite 
avec tous les princes et 6tats luth^riens et calvinistes, [que] lui 6lec- 
teur a 6t6 recherch^ d*entrer en cette ligue, k quoi il n'a pas voulu 
entendre, mais que plusieurs princes protestants ont pris goüt ä la pro- 
position qui leur a 6t6 faite. ... 

Quoi quiLen soit, j*ai peine ä me persuader que cette ligue se 
puisse former, si Tdecteur* vient k rompre avec la Öuede, puisqu'en ce 
cas MM. les Etats et d*autres protestants se joindront k lui. 

11 a re^u avis du resident qu'il a ä, la Haye *) que MM. les Etats . . . 

*) Dobrzenski und Lorenz Christoph v. Somnits (Pufendorf F. W. 
V. 64 ff. C. G. n. 64). 
•) Weimann. 



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70 II. Berichte von 1655 bis 1656. 

approuvent le traitö de Marienbourg et Fexhortent d'essayer d'y faire 
entrer les trois villes qui ny sont pas comprises*), lassurant qu'outre 
Targrent quils Uli onf fait remettre, ils lui enverront encore quatre mille 
hommeB conmiaiidt^s par un des comtes Dohna qui est A leur Service 
et k la d^votion de cette Altesse'). 

Sapiclia, geii<^ral des troupes du roi de Pologne en Lithuanie, 
vieut d envoyer offrir k Son Altesse toutes ses forces, qu'il fait monier 
k quinze mille liommes. 

Je viena pn^seiitenient de recevoir avis de M. d'Avaugour, qu'il 
a eu audience . . , le jour meme que le resident de M. T^lecteur est 
parti. 

Man erwartet den König von Polen in Königsberg. 



de Lumbres an Jlazarin. Dat. Königsberg 16. Dec. 1655. 

(6. Dec. Er bat dem schwedischen Residenten bedeutet, dass der Kurfürst seine 

Abgesaüdt.en zuriickmfen wolle — da die Bedingungen, welche man ihnen 
Rtellcj harter seien ah die ersten — , falls man ihnen nicht schleunig ge- 
nugthuc. Der Kesideju schien davon sehr überrascht, da er seinen Gebieter 
vitlmehr Fereichert, Brandenburg würde eher jedwede Bedingungen hinneh- 
men ftlw flieh mit Schweden einlassen. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 16. Dec. 1655. 

(Duplicat.) 

[Deputirter Daniiga. Der König von Schweden hält die Entscheidung des Kurfürsten 

künstlkli Aur Harte Bedingungen, die er den hrandenhurgischen Abgesandten ge- 

bLcIIi, Aüj^hebungen. Benehmen de Lumbres' unter diesen Umständen. Ankunft der 

Kurfürstin. Abgesandte des Kaisers.] 

16. D«. . . . ^Le d<^putö de Dantzick qui est ici depuis deux jours pour 

traiter d'une eonf^^d^ration avec M. l'^lecteur passant par la ville d'El- 
hing, a ef^say^ de la retenir de se s^parer de Dantzick et Marienbourg.'* 
Indessen vergeblieh. 

, , . [Le roi de Sut>de] feint ä Vienne, qu'il est d'accord avec Brau- 
debourg, ici, qn'ü est bien avec Tempereur et assur^ de Saxe, et par-lä 
i1 retient renipercur et Brandebourg de se d^clarer contre lui. ... La 
longucur qu'il a appürt4^e en la n^gociation . . . a aussi donn6 . . . grand 
prßjudice h Brandebourg . . ., principalement pendant le siege de Cra- 
covie , auquel tempe les Masovites et la plupart des Polonais . . . en- 
voy^rent le *) prier de ... vouloir 6tre fleur chefj. Mais parce qu'il ne 



') Elbing, DanEig, Thorn. 

*) Graf Friedrich au Dohna (vgl. über ihn v. Orlich I. p. 495). 

') Den Knrfiiratcn. 



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Harte Bedingungen des Sohwedenkönigs. 'J'j 

se voulait point d^clarer positivement, et que les autres reconnurent 
qu'il continuait k traiter avec la Su^de, ils ont aiissi depuis traitö avec 
cette couronne. — 

L avis qu'il a re^u depuis deux jours de ses deruiers d^putes porte 
que les conditions que le roi de Suöde propose aujourd'hui sont en- 
core plus rüdes que les premi^res, et que memes avant que d'aller plus 
avant dans le traitö, il entend que M. l'^lecteur quitte Marienbourg et 
ce quil occupe dans la Prusse royale *), ce qui a tellement irrit^ cette 
altesse, qu'elle a envoy^ ordre ä ses döputös de faire entend^e ä ce 
roi que si dans deux fois vingt-quatre heures il ne donne sa derni^re 
resolution, ils sont command^s de prendre congö de lui. . . . 

n a aussi fait partir trois colonels pour h^ter les ... lev^es qu'il 
fait en Allemagne et en JJthuanie. . . . 

Cela m'a . . . fait . . . prendre un temp6rament qui est de lui re- 
pr^senter toujours les inconv^nients qui apparemment arriveront de leur 
rupture et n^anraoins lui insinuer comme de moi-merae, qu'il peut .. . 
chercher ses pr^cautions . . . et se mettre en 6tat de se faire considörer, 
ce que j'ai fait d'une teile mani^re qu'il a montr6 de l'avoir agröable 
et d'en prendre plus de confiance en moi et laquelle pourtant je puis 
changer sans qu'il en paraisse rien, si eile ne repond pas aux inten- 
tions de Sa Majest^. 

Madame T^lectrice n'a fait son entr^e en cette ville que depuis 
deux jours. 

Der Kurfürst hat gestern Abend die Abgesandten des Kaisers an die 
Könige ?on Schweden und Polen empfangen. 



d'Avaugour an Mazarin. Dat. Marienfeld 18. Dec. 1655. 

[Misstrauen Carl Gustav's gegen Frankreich.] 

Der König von Schweden hat d'Avaugour neulich gesagt, das Geld, 18. Dec. 
auf welches er alte Ansprüche habe und das man ihm verweigert, sei be- 
stimmt, um den König von Polen und Brandenburg desto wirksamer zu un- 
terstützen. Er glaubt gewiss, dass de Lumbres dem Letzteren den Rücken 
Kteif macht (le fait roidir) und durch sein Mittel indirect den König von 
Polen unterstützt. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 23. Dec. 1655. 

Der Kurfürst verräth doch noch Zeichen des Kampfes, welchen er in 23. Dec. 
seinem Innern durchmacht. Er sieht die Gefahr, der er sich auszusetzen 



') Vgl. Pufendorf V. 65. 



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72 , II- Berichte von 1655 bis 1656, 

im Begriff ist und die ihm um so grösser erscheint, je mehr er sich ihr 
nähert. Der König von Schweden hat nicht angestanden, den brandenbur- 
gischen Abgesandten zu drohen, wenn man mit ihm breche, ganz Polen 
dem Kaiser zu überlassen. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 23. Dec. 1655. 

(Duplicat.) 

(Somnitz Kurttckgekehrt. Die französischen Gesandten wollen vermitteln. Zurück- 
ziehung eines Theils der Trappen aus Marienhurg. Der Depntirte Danzigs.J 

23. Dec. Seit seinem letzten Bericht vom 16. ') ist der erste der beiden Abge- 

sandten des Kurfürsten hieher zurückgekehrt 0. Man hat endlich den ße- 
schluss gefasst, denselben nicht zurückzusenden, aber gleichwol hat man 
de Lumbres gebeten, den König von Schweden aufzusuchen. Er hat daii; 
nicht thun können, doch hat er an d*Avaugour wegen einer Conferenz be- 
richtet, welcher ein schwedischer und ein brandenburgischer Deputirter bei- 
wohnen könnten, wozu auch der Kurfürst bereits seine Einwilligung gege- 
ben. Andrerseits spricht man gegenwärtig wieder davon, Waldeck abzu- 
senden. 

M. r^lecteur a fait retirer de Marienbourg une partie des troupes, . . 
y laissant seulement deux mille hommes. Ceux qui en sont sortis, 
qiii fönt quatre mille hommes, ont 6t6 suivis par deux mille chevaux 
suMois, qui ne les. ont pas attaqu^s ä cause qu'ils avaient gagnö des 
lieux avantageux k rinfanterie. 

Le döput^ ... de Dantzick est encore ici , attendant des ordres 
particuliers . . . ; peut-gtre qu'il ne se bäte pas. ... 



de Lumbres an Biienne. Dat. Königsberg 31. Dec. 1655. 

(Duplicat.) 

[Waldeck nach Königsberg zurück. Carl Gustav und die französischen Vermittler. 
Schreiben des Bchwedeukönigs an den Kurfürsten. Verhandlungen zwischen beiden.] 

31. Dec. . . . Le voyage du comte de Wal deck dont on parlait lorsque je 

me donnais l'honneur de vous 6crire le 23 . . . n*a pas 6t6 jusqu'au 
roi de SuMe ..., parce qu'ayant pass6 par son quartier, il rencontra 
une partie de Tarm^e su^doise assez proche de lä, qui ne le chargea 
pas toutefois, quoiqu'elle füt plus forte que le corps qu*il commandait, 
ne pouvant venir k lui que par un d^filö. II apprit au meme temps, 
qu un pai*ti des siens venait d'etre attaquö par un des Su^dois, et que 



') S. oben. 

') Somnitz (Pufendorf V. 66. 




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Königsberger Verhandlungen. 73 

le reste de rarmöe de ceux-ci s'avangait vers cette ville, ce qui Tobli- 
gea dy revenir. 

Deux jours aprös, j ai regu r6ponse de M. d'Avaugour qui portait 
avoir lu ma lettre devant le roi de Su^de, lequel apres plusieurs pro- 
teetations de n'avoir aueune intention d'envahir les 6tat8 de M. de Bran- 
debourg et ne pretendre de lui que fes memes devoirs et reconnais- 
sances qu'il etait obligö de rendre au roi de Pologne, dit qu'il öcrirait 
k cet 61ecteur et lui ferait entendre plus amplement ses intentions, sans 
se d^clarer aucunement sur les ofFres que j'avais faites de m entre- 
mettre pour tacher de renouer leur n^gociation. . . . 

Le roi de Su^de ayant ensuite 6crit k M. T^lecteur*) et s'ötant 
venu Camper k une demi-lieue de cette ville'), cela a donnö Heu ä 
diverses döputations ..., ces deux princes appr61iendant les sujets de 
leur rupture, quoique le preraier parle toujours haut. . .. Mais recon- 
naissant la difRcult^ qu'il y a de forcer cette ville, quoique mal forti- 
fiie, puisqu'il y a plus de douze mille hommes de guerre, et que Son 
Altesse est continelleraent k cheval pour donner ordre k tout, et que 
d'ailleurs cette guerre tirant en longueur, donnerait temps aux Hollan- 
dais et k l'empereur d'y entrer, il pourra se relächer d'une partie de 
ses pr^tentions, principalement si le bruit qui court de Tarriv^e des 
Tartares se trouve v^ritable. . . . 



d'Avaugour an Mazarin, Dat. Elbing S.Jan. 1656. 

[Die Königsberger Verbandlangen augenblicklich gescheitert. Schwierigkeit eventuell 
Truppen des Kurfürsten zu haben.] 

. . . D6jä Ton assure que le trait6 de Königsberg est rompu. ... 1656. 

Si Taccommodement se fait avec l'ölecteur, il sera difücile d'avoir ®- *^*°- 
aucunes de ses troupes, parce que les principaux officiers ont ci-de- 
vant servi la Suöde, et que Son Altesse am61iorera de beaucoup son 
march6 avec le roi de SuÄde en les lui laissant et les joignant k son 
armöe. . . . 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 9. Jan. 1656. 

Oxenatjerna') drohte dem Grafen von Waldeck, sein König werde 9. Jan. 
mit dem Pfalzgrafeu von ^'euburg, dem Sohne des Kaisers oder mit dem 
Könige von Polen verhandeln, dem er das Königreich Polen abtreten würde, 



') S. Pufendorf F. W. V. 67. C. G. iL 55. 

') Droysen p. 244. 

*) Graf Erich Ozenstjerna, schwed. Cansler. 



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74 II- Berichte von 1655 bis 1656. 

indem er »ich oiir PreasBen vorbehalte. — Der Graf Dohna hat gesagt, 
Cnrl Gustav wolle später in Deutschland emdriugen, um sieh zum römi- 
H'hvu Köjii;xf' eniciinen zu lassen, und dies haben der Kurfürst, die Prin- 
zessin von Onmieii und mehrere vom Geheimen Rath auch schon vordem 
gingen de Ijamfires geäussert. — Wal deck meint aber, er fände keinen 
Fiirfiti'n, ncleher in dieser Hinsicht beiden Parteien mehr zusagen könnte, 
als den aHerchri^tlichsten König. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg O.Jan. 1656. 

(Duplicat.) 

[Der Kurfrir^Jt von CjirF Gustav zum Pathen seines Sohnes gebeten. Verhandlungen 
mit OxpiiaLjeraa, Feladäeligkeiten. Die Gesandten von Polen und Dan:&ig und der 

Bischof von Ermeland.] 

9. jao '■■ l^a reine de SuMe ^tant accouch^e dun fils, M. de Brande- 

bdurg a öt*^ i>n^ pnr le comte de Schlippenbach d'en ^tre le par- 
niiii*) avee le priiiee Adolphe*). ... 

Delix jniirö apr^s, les d^put^s du premier, apr^s avoir concerte 
la plupart des points de leur trait^ avec les commissaires nommes de 
la part du roi de SuMe, sout revenus en cette ville, oii le lendemain, 
fjui etait le deuxiente de ce mois, ils ont ^t6 suivis par le chancelier 
Oxenstjerua, II est venu avec grand train, la liste qui a ^t6 donn^e 
pour loger oeux fjiii laccompagnent portant trois cents chevaux. . . . 

Les prcmii'reH propositions qu'il fit ici parurent 'si rüdes, que 
deR le seemid jour le trait^ faillit ä se rompre. II t^moigna menie se 
vouloir rcrirer, comme depuis il a encore fait deiix ou trois fois sans 
en rieii faire, voyant ... que M. T^lecteur parlait avec plus de fer- 
niete qu'il na pas encore fait. . . . 

D'ailleurs, les ofFres que fait le roi de Pologne de lui donner la 
Prusse royale au meme titre que la ducale, s'il se d^clare pour lui, 
ie chatouillent füft .. . fN^anmoins, il veut] achever le traitö avec la 
8uMe, pourvu qu eile consente que TefFet en soit suspendu pour toute 
cette annee, pendunt laquelle il pourra voir, si le roi de Pologne se 
retablira. . . . 

Pendant que Von traite, les actes d'hostilitö ne.laissent pas de 
coiitinuer de i>art et dautre. II ne se passe point de jour quil ny 
ait de grosses parties qui sortent de cette ville et viennent aux mains 
avec lew 8uedois avec des succ^s diff^rents. L'arm^e de ceux-ci s'est 
retir^e depuis huit jours ä Friedland. . . . 

') iiettrca do Piorre Desnoyers p. 76. Auf dies Buch verweisen wir in 
betreff der Angel egeulieiten dieser Jahre im Allgemeinen. Vgl. Pufendorf C. G. 
11. 65. Droysen p. 245. 

' Adolf Johann von Pfals-Zweibrüoken, Bruder Carl GustiT^s. 



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Verhandlungen mit Schwerin und Polen. Feindseligkeiten. 75 

L'envoy6 de Pologne et le d^putö de Dantzick ne manquent pas 
d exagörer les nouvelles *) [favorables k la Pologne qui arrivent], pour 
empecher le trait6, ä laquelle fin le premier vient encore de präsenter 
une nouvelle lettre ... de son maitre ä Tölecteur, qui est aussi pri6 
par r^veque de Varmie de ne rien conclure sans la partieipation des 
6tÄts de la Prusse royale, conformöment au trait6 de conf6d6ration fait 
avec Tassembl^e de Marienbourg. . . . 



/ 



Wicquefort an Mazarin. Dat. 13. Jan. 1656. 

[Militairische Vorgänge.] 

. . . Le roi de Su^de ... fit son entröe [ä Elbing] le 21 du pass^') 13. Jan. 
... et a pris poste cinq lieues de Königsberg. ... Le g^n^ral Sparr, 
qui ^tait campe avec cinq mille hommes auprös de Marienbourg, con- 
sidörant que la prise d'Elbing lui otait la communication avec Königs- 
berg et avec le comte de Wal deck, s'est retirö le long de la mer 
et est arriv^ ä^) Pillau, d'oüi il se peut jeter dans Königsbei'g quand 
il voudra. — 

de Lumbres an Mazarin. Dat. 17. Jan. 1656. 

Der Kurfürst hat ihm versprochen, ungeachtet des Vertrags mit den 17. Jan. 
Schweden, einen Theil seiner Truppen dem Könige zu überlassen. ■ — Der 
Graf von Wald eck fügte dem hinzu, dass er, wenn die Vereinigung der 
Waffen mit den Schweden nicht zu Stande käme, persönlich in den Dienst 
Frankreichs treten und demselben 10 — 12,000 M. zuführen wolle: eventuell 
verheisst er wenigstens 3000 Mann zu Fuss und 1000 1500 Pferde aus 
den neuen Aushebungen in Cleve und den andern Staaten des Kurfürsten 
in Deutschland. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 17. Jan. 1656. 

(Duplicat.) 

[Der Vertrag mit den Schweden abgeschlossen. Schwierigkeiten wegen der Quartiere 

und der Kttumung des herzoglichen Preus.sen. Carl Gustav soll nach Königsberg 

kommen. Gesuch de la Cave's.] 

Enfin le trait^ . . ., apr^s avoir plusieurs fois rompu et repris, fut 17. Jan. 
avant-hier conclu^). . . . 

de Lumbres hofft, dass somit auch der Kaiser sich nicht in der Lage 
sehen wird, dem Könige von Spanien Hülfstruppen zu senden, wozu ihn 



') ces nouvelles Ms. 

'} Pufendorf C. G. IL 62. 

') au Ms. 

♦) Pufendorf F. W. V. 71 ff. C. G. H. 67 ff 



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■ VJLU|g ' 



76 n. Berichte von 1656 bis 1656. 

dieser, wie mau berichtet, durch seinen Gesandten in Wien dringend auf- 
fordern lät:!SL 

Rien qne ce trait^ soit conclu, 11 n'est pas encore sign6 siir quel- 
que diffieulte ^unenue pour le r^glement des quartiers et le d^loge- 
ment dew ISiiMois de la Prusse ducaJe. On croit que cela s'ajustera 
auj(Jiird1nti, et que dans peu de jours le roi de SuMe pourra venir 
en cctte ville, M. Tdecteur Ten ayant envoy^ convier sur ce que cette 
majewt^ avait tömoign^ d^sirer une entrevue. Le roi Louis XI ^ dont 
il m H dit avoir lu la vie, crut que sa politique lui avait mauquä quand 
il fit venir au roi d'Angleterre la pens^e de voir Paris. Aussi prit-il 
graud soin de [lui] la faire perdre, de peur que la vue de cette belle 
ville lui dounat trop de passion de la poss^der. . . . 

M. de la Cave, grand-^cuyer de M. Tölecteur, attendait avec ces 
d^peche« la grace que Ton lui a laiss^ espörer d*etre honor^ du collier 
dt' Turdre de St.-MicheP). ... 



de Ijumbies an cVAvaugour. Dat. Königsberg 19. Jan. 1G56. 
J9*J*n Hon Altesse ^1. va demain trouver le roi de SuMe. ... 



Wicquefort an Mazarin. Dat. 20. Jan. 1656. 

[Aiiriüi'tlernng zur Uaterstützang des Knrfürsten mit Geld, im Hinblick auf die 

allgemeine Lage.] 

20. jflTi _ . J'estiuie qu'il n'est pas besoin de faire savoir ä Votre Emi- 

nence lei* intcUigences que le roi de Su^de avait dans la *ville de 
Königsberg, oü Ton devait mettre le feu aux magasins le lendemain 
de nnel. . _ M, Tölecteur a conseuti que M. de Lumbres ait fait des 
nuvertiireR pour renouer le trait^, et le roi de Su^de se reläche bien 
, . . de se8 premi^res propositions. Mais je puis dire k Votre Enii- 
nence que S. A. el. ne fera rien contre le traite qu*il a fait avec les 
Provinces^-rnies et n'abandonnera jamais les int^rets de cette partie 
de la PruöBC royale qui a recherch^ . . . sa protection. ... Le roi de 
Pologne . . . ne demeurera pas sur la defensive. ... Je laisse k con- 
Mdi^rer k Votre Eminence, si Tempereur ne fera pas son profit de ces 
r^Kulutions. ,,, N'importe-il pas k la France . . . de se conserver un 
prtnce qui a töraoign^ tant daflfection et tant de d^f^rence pour elleV . . . 
11 faiu ffjrt peu de choses pour cela, et Votre Emineuce doit etre per- 
Kua^lee quune petite döpense que Ion fera sera tr^s-utilement em- 
plüj^e; il. Ti'eet pas besoin d'une somme excessive. ... 



') Vgl. ob«n p.60. 



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Königsborger Vertrag. 77 

d'Avaugour an Mazarin. Dat. Elbing 25. Jan. 165G. 

[Iva tili cation des schwediscb-braudenburgischen Vertrages. Zusammenkunft beider Für- 
steu in Bartenstein. Brandenburgische Truppen für Frankreich. Graf Pötting. Der Kaiser.] 

L'ac<;ommodement d'entre lui *) et T^lecteur n'est pas seulement 25. Jan. 
fait, mais aussi ratifi^ de part et d'autre. J'ai vu passer en eette ville 
les officiers de Son Ältesse qui allaient de Königsberg ä Marienbourg^ 
pour en faire' sortir les soldats de Tartillerie. L'^lecteur est venu 
trouver le roi de Suöde en son quartier de Bartenstein*) . . ., oü il a 
6t6 rögale deux jours durant par Sa Majestö, qui lui veut faire voir 
ensuite son ann^e. 

II donne la plus grande partie de sa cavalerie audit roi, mais 
point du tout dlnfanlerie. . . . Possible vaut-il mieux que M. de Lum- 
bres n'ait rien conclu avec ledit electeur plutot; il pourra ä eette 
heure traiter ce qu'il voudra avec nous, sans crainte d'eti-e soupgonne — 
Je m'assure que la cour n*oubliera pas d'envoyer ses conjouissances en 
Celles de Suöde et de Königsberg. ... 

Le comte de Pötting, ambassadeur de Tempereur, arriva hier 
en eette ville ^). ... 

J'ai vu un cavalier 6cossais nouvellement venu de Vienne . . ., 
lequel m'assure que Sa Majest^ imperiale fait . . . niettre trois arm^es 
sur pied . . ., Fune regardant la Pologne . . ., Tautre vers le Rhin pour 
appuyer la Flandre ... et la troisi^me au milieu de Tempire. . . . 

Beischluss. Der Kurftirst hat d'Avaugour — im Hiablick auf das 
Eindringen der Polen in die Mark und Pommern — durch Wal deck um 
Zahlung des Snbsidiums bitten lassen, welches der Vertrag für den Fall 
erwähnt, dass er im Reiche angegriffen würde. Wal deck bietet Frankreich 
viele Truppen sowie seine persönlichen Dienste an, sobald der Friede zu 
Stande kommt. . ^ 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 27. Jan. 1656. 

Sur ce que je demandai [k M. de Wal deck], si la ligue que jV 27, Jan. 
vais, suivant mes ordres, proposö de faire aprös notre trait^ particulier 
avec Brunswick, Lunebourg, le landgrave de Hesse et autres ... ne 
servirait pas ä . . . former un tiers parti en Allemagne . . . , il goflta 
eette proposition. ... 

Der Kurfürst giebt den Schweden nur löOO Mann '), ind^m er für sich, 



') Dem König von Schweden^ 

•) Vgl. Pufendorf F. W. V. 73. C. 0. UI. 3. Droysen p. 250. 

'; Vgl. Pufendorf C. Q. Ul. 72. Vgl. F. W. V. 29. 33. 

*) Vgl. Art. 7 der »weiten Urkunde des Königsberger Vertrags Pufendorf V. 72. 



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78 U. Berichte vou 1^55 biÄ 1656. 

ausser den bewussten 3000 M. zu Fuss und 1000 — 1500 Pferden, noch ein 
Corps von 12,000 M. zurückbehält, vielleicht um es in Deutschland oder 
zur Belagerung von Geldern zu vei*wenden, wenn er wüsste, was Frankreich 
für ihn zu thun gesonnen ist. . . , 



de Liiinbres an BrieTine. Dat. Königsberg 27. Jan. 1656. 

(Duplicat.) 

[Oriindf?, wdclio deü Karfüraten zum Abschluss mit Schweden bewogen haben. Der 
König von ^chwtjduii nicht nach Königsberg. Zusammenkunft in Bartenstein. Krank- 
heit der Kurfiirstin.] 

Le traite iie düHoe pas ici la meme satisfaction qu*il a fait ä M. 
Oxciistjcrna '). ... 
27. Jan. 11 y a encore d*autres raisons qui ont mü M. Tölecteur ... ä cou- 

öentir aux conditions du traite. Premi^rement madaii^e r^lectrice ap- 
preheiidait fort reveiienieiit de la guerre, et pour en sortir faisait sous 
TDain juuer force battcries pour y faire condescendre son mari*); en 
second Heu la c^mfc^id^ratiun du p6ril que la religion ^vang6lique cou- 
rait en cctte guerre qui ailait diviser le parti protestant, MM. leg Etats 
et quelques princes d'AJJomagne slnteressant pour M. Tölecteur ...; 
c'eBt le point que les ducs de Brunswick et Lunebourg ont le plus 
esagiir^ daiis les lettre^ qu'ils ont Gentes k ces deux princes. . . . D'ail- 
leurs, cet electeur avait appris de celui qui est de sa part äVienne*), 
que le roi de 8uede eontinuait ä rechercher lamitie de Fempereur, lui 
ayaiit fait oftVir pour cela une partie de la Pologne, outre la premiöre 
offre de Faider ä faire son fils roi des Romains. . . . 

... [Le roi de 8uede] n'est pas venu en cette ville^), comme 11 
avait et<5 propf^aö, M. lelecteur letant alle voir le 20 de ce mois en 
son camp, dVift il Ta mene en ssa ville de Barteustein et traiteMa jus- 
ques k avanthier, quil a et6 oblige de revenir en grande diligeuce 
pour la petite v6rüle qui est survenue ä madame l'^lectrice, depuis son 
partementf avec une e^p^ee de fausse-couche et la fi^vre. Comme les 
medecins en doutent, ce prince se trouve en de grandes inquietudes 
et ue re^^iMt aueuue visite. . . , Le roi de Suöde a employ^ toute sorte 
de caresseii . . . pour obliger M. l'electeur . . . ä faire ligue offensive et 
defensive avec \n\. ... II a fait de grands pr^sents ä M. de la Cave . . ., 
ä sou graud-mareehal et ä ses autres principaux officiers et colonels 



7 Vgl Dropsen p. 249. 

») Ebend. p*247. 

*1 G. O. y. Büüin (vgl. Pufendorf V, 30flP.). 

*) Vgl Drojaen p. 250. 



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Zusamtnenkanft in Bartenstein. 'JQ 

[Le] roi de Su^de ... avait t^moignö ä M. d'Avaugour, qu'on 
lui ferait plaisir de remettre notre traitö aprös la conclusion du sien. . . . 



de Lnmbres an Mazariii. Dat. Königsberg 3. Febr. 1656. 

Der König von Schweden hat dem Kurfürsten einen Brief d'Avau- 3. Febr. 
gour's gezeigt, um demselben Verdacht in die Intentionen Frankreichs ein- 
zuflösseu. — Die Deputii^ten des Kurfürsten haben ihn noch um 200,000 
Thaler gepresst, da die Börse der Herren Staaten ihnen jetzt verschlossen ist. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 3. Febr. 1656. 

(Duplicat.) 

Der Kurfürst hat de Lumbres beschworen ihm die Wahrheit in Be- 3. Febr. 
treff der Nachricht mitzutheilen, welche er von verschiedenen Seiten her 
empfangen, dass nämlich der Friedensschluss zwischen den beiden Kronen 
Frankreich und Spanien bevorstehe. 



(VAvaugour. Dat. Elbing 4. Febr. 1656. 
(Abschrift.) 
M. Oxenstjerna ine dit hier, que Teutrevue de l'ölecteur de Brau- 4. Febr. 
debourg avec son mattre avait fort joiut d'araitie ces deux princes. ... 
Ils ont bu et fait Brüderschaft ensemble. ... 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 10. F<ibr. 1656. 

(Duplicat.) 

Die Wahl eines römischen Königs oder Kaisers betrefiFend. . . . „Je re- 10. Febr. 
prösentai que ces difficultös (welche die Kurfürsten dem Kaiser machen) 
pourraient porter Tempereur ä ex^cuter le conseil du comte d^Auers- 
perg*) qui est d'employer la force pour obliger les ^lecteurs k suivre 
ses volont^s." 

Hinsichtlich des Pfalzgrafen von Neuburg „j*ai autrefois propos^ . . . 
le manage de son fils*) avec la fiHe unique du duc*); mais ou ne l'a 
pas goüt6 ici, et puis la diversit^ [de leur religion] rendrait la chose 
assez difiicile, parceqüe M. de Neubourg ... voudrait que le fils de 
l'^lecteur füt iustruit dans la notre. . . . 

Ayant fait venir Toccasion de parier de M. de Baviere, je dis que 



') Vgl. oben p.41. 

') D. b. des Kurprinzen Carl Aemil (geb. den 16. Febr. 1655 zu Cöln an 
der Spree). 

') Eleonore Magdalene Therese, geb. den G.Jan. 1655, später mit Kaiser 
Leopold 1. vermäblt. 



« 



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gO n. Berichte von 1655 bis 165(]. 

j'avais appris qu*il se veut detacher de la maiwon d'Äutriclie, et que 
pour ce sujet et pour ce quil semble avoir quelque pensee pour Vem- 
pire, sa m^re'), qui aime sa niaison plus que celle de son fib, se^t 
retiree k Vieune; mais il") repartit qu'ä la veritc sa niere a graade 
pEf^Bion pour sa niaison et qu'elle est k Vienne, mais que pour Theure 
eile est retourn^e ä Munich et rentr^e en bonne intelligence avec aou 
üla^ — Sans avoir aucunement touch^ le point de 1 euipire. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 10. Febr. 1656. 
|0. Füir. M. r^lecteur . . . continue . . . dans la volonte de nous doniier 

quatre mille hommes de ses nouvelles levees. Pour Tarmee qui e&t 
8ur pied, il n'est pas encore bien r^solu, s'il seil aervira eontre Neu- 
baurg^) ou s*il uous la donnera. — 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 17, Febr, 1656. 

(Duplicat.) 
17. Febr. de Lumbres hat dem Kurfürsten unterbreitet, er möge den Frieden 

zwischen den Königen von Schweden und Polen iK'rbriiühnni. Die brau- 
denburgisehen Minister wünschen einen andern König* von Paleu als di-u 
von Schweden. 

de Lumbres. Dat. Königsberg 20. Febr, 1G56. 

m Febr. . . . J'envoie nion fils ä la cour, pour y porter le trait^ dallianee 

ijue j'ai eu ordre de faire avec M. Tölecteur. . . . Ou estime ici qull 
mi du bien du meme service (d. h. des Dienstt'H des Ktinigs) que Sa 
Majest^ convie la plupart des princes de Tempire d'entrer daiiö ee traite 
d alliauce ou d'en faire de particuliers avec eux, . . . 



2i^ Febr. Braudenburgisch- französischer Vertrag*). DaL Königsberg 24. Febr 

1056. {Abschrift.) 



« 



^) Die Kurfürstin- Wittwe Marie Anna v. Baiern, Tochter K&iüer FtfrdinaDd'j II. 

*) Der Kurfürst. 

^) Am 17. schreibt de Lumbres, er habe dem Kurfürsten vurg*5scli lagen, wih- 
rund die Franzosen die Spanier beschäftigten und die Schweden deti KAiser im Sühacb 
hielten, seinerseits die Stadt Jülich und die andern dort von den .Spaukru heaeu- 
ten Plätze anzugreifen. 

*) Abschriftlich und in Concept befinden sich in uuseru Acten auch Bemerk ud. 
gf^n über denselben (welche an gewissen Puncten auszusetzen dnden) vqd BerTien. Bit 
enthalte» auch denselben Zusatzartikel wie das unten vuröfreuüiühic ^Jemolr«. Def 
InbaU d(jrt Vertrages angegeben von Pufendorf VI. 12. 



I, 



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Vertrag mit Frankreich. gj 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 2. März 1656. 

[Gespräch mit Waldeck über die französische Alliance und ihre Zwecke sowie über 

einen Angriff auf Neuburg.] 

Je m'estime . . . heureux de ce que Votre Eminence agr^e la con- 2. März. 
duite que j'ai tenue pour porter M. Tölecteur k s'ajuster avec la cou- 
Tonne de Suöde. 

J'ai appris du comte de Wald eck ... qu'en meine temps [qu'il 
lui representa les p6rils d'un traitö avec la France, le] resident [de 
Suöde] proposa de traiter sur , quelques points . . , pour nouer une plus 
ötroite alliance . . ., et le meme comte . . . m*a dit que non-seulement 
du cot6 de Su^de on avait essay6 de divertir son maltre de notre al- 
liancC; mais aussi du c6t6 d'Angleterre et de Hollande. . . . 

[H dit] que le premier fruit de cette alliance doit etre d*assurer le 
Rhin au-dessous de Cologne, parce que si Tempereur ou les Su^dois 
s'en rendraient maltres ou de la Westphalie qui confine, la France ne 
pourrait avoir aucune communication avec son maitre ni avec les autres 
princes de ce cercle ni de ceux de Saxe; qu'il a reconnu que le roi 
de SuMe a dessein de s'^largir de ce c6t6-lä sous prötexte de quel- 
ques pr6tentions qull a sur T^vechö de Munster et sur le comt6 d'Ol- 
denbourg k cause de Breme, lesquelles il fera d'autant plus valoir 
apres la mort du comte que celui-ci n'a point d'enfants. II ajouta que 
si les SuMois ^taient mattres de la Westphalie et du Ehin, ils le se- 
raient presque de toute rAllemagne ou pour le moins de son com- 
merce; ... qu' ... il est nöcessaire que la France s'ouvre le chemin 
pour secourir ses alliös . . . ; que si eile veut pour cela entreprendre 
sur le haut -quartier de Gueldre ou sur les places que TEspagnol oc- 
cupe au pays de Juliers, son maitre donnera son armöe qui sera de 
dix ou douze mille hommes outre les trois mille fantassins et mille 
ou quinze cents chevaux qu'il a oflFerts. . . . 

H se laissa enfin entendre que son maitre contribuera tout ce qu'il 
pourra pour Tavantage de nos affaires contre l'Espagne, pourvu que 
nous Vaidions contre Neubourg. H laissa meme öchapper quelques pa- 
roles qui t^moignaient que M. Telecteur souhaiterait de pouvoir com- 
meücer par celui-ci. Mais je lui repr^sentai . . . qu\ . . il y aurait peu 
desp^rance d*y röussir, M. le duc . . . ötant d^clarö g^nöral des forces 
du Khin, avec lesquelles il donne encore huit mille hommes ,\ ., qu'autre 
chose serait, si les Su^dois, d^gag^s des affaires de Pologne, pouvaient 
tenir en 6chec Tempereur et la ligue. II repartit . . . que meme il ne 
doute pas que lorsque Tarm^e electorale passera le Ehin pour le Ser- 
vice de la France, qu'elle sera charg^e par ce duc* Je lui dis qu' . . . il 

Mater, lur Gesch.* d. Gr. Karmrsten. U. 6 



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)Ogl 



82 II. Berichte von 1655 bis 1656- 

serait aisö d*y pourvoir en envoyant audevant de cette arm^e par le 
Luxembourg un corps . . . avec un gönöral fran^aia qui juötifierait qtie 
toute rarm^e serait au Roi. — 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 2. Mär^ 1656- 

(Duplicat.) 

[Sprache und Form des Vertrages rait Brandenhurg. Artikel 8 deaaclhcn. VerhüDd- 
lungen über die Candidaturcn Neuburgs und Baierns auf die römiachtj Krone aowit 
über die Hinzuziehung anderer Reichsfürsten zu dem brau donlmrgisch- fr an musisch eii 
Vertrage. Brandenburgische Geldforderungen. Warum de Lumbrea aelbststÄDdig ab- 
geschlossen hat.] 
2.Mttrz. Er hat mit den kurfürstlichen Käthen einen Streit darüber gehabt^ welche 

Sprache man bei dem abzuschliessenden Vertrage anwenden soile. Die kur- 
fürstlichen Commissarien haben seinen Entwurf in's Lateimsehe übersetzt, 
weil die Räthe, welche nicht französisch verstehen, ihn lateinisi^b abgefas^t 
haben wollten, de Lumbres hat als Auskunftsmittf*! Yürgfci>cblagenj ihn in 
beiden Sprachen aufzusetzen, en leur d^clarant neanmoins qu^la ne de- 
vaient esp^rer que le Roi ratifie autre traitö quo cehii qui äera pr6- 
seilte ä Sa Majest^ en sa langue, et que, pour cctte cüUBideration, je 
ne me rendrais point fort scrupuleux ä examincr leB terme& de leur 
tr.aduction et k les accorder avec le fran^ais, poiin u que la coiiformite 
du sens s'y renconträt. 

C*est une des causes de la diversitö qui se trouve dana ces deux 
Berits. Mais la principale est que le conseil, k qui de jour ä autre se 
faisait le rapport de notre n^gociation, apportait toujuurs quelque chaii* 
gement dans les termes, k quoi il a fallu quelqucfois m^acconimoder 
pour ne pas trop pointiller, y voyant d'ailleurs peu d mteret *), expli- 
quant clairement en fran^ais ce qui 6tait trop gßn^ral en latin et pou- 
vait causer de T^quivoque. 

de Lumbres kommt nun auf den Artikel 8 des Vertrages'). . - , Puis 
j'ai compris des propos que lesdits döput^s n'ont pu sempecher de 
laisser 6chapper, que leur mattre regarde d'un oeil de couvoitise Y^- 
v6ch6 de Munster . . ,, de sorte que si T^veque voiiait se joiiidre k soii 
ennemi*), il toumerait ses armes contre lui et depoiiitlerait cet ^veque, 
s'il le pouvait, de quoi il pourra etre retenu, considerant que üoub en 
aurons la moitiö; sinon cette part nous donnera Tavantage d'j couser- 
ver la religion catholique. . . . 

^) Droysen p. 256. 

•) Pufendorf VI. 72: Quicquid de aggressomm ditfonlbuB »dquiretur, in qwAa 
nihil nisi ex jure belli praetendi potest, aequis partibus praedicti r«s et elector InteT 
se partientur. 

') Dem Pfalzgrafen ron Neuburg. 



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Vertrag mit Frankreich. Candidatnren auf die römische Krone. gß 

On ne se peut trop assurer de ce c6t6-lä. Ce qui me confirme en 
cette pens^e, est la difficult^ que j'ai rencontr^e ä faire passer cet ar- 
ticle. On s'en est premiörement d^fendu sur les ti*aitös de Munster et 
d'Osnabruck. ... 

Les pouvoirs n'ont pas 6t6 ins6r6s k la fin du traitö, parce que 
les susdits deput^s ont pr^tendu ne pouvoir recevoir le mien en la 
forme qu'il est, k cause du titre de cousin que le Roi donne seule- 
meiit ä leur maitre, qui d^sire celui de fröre dont SaMajestö a com- 
mene^ de ITionorer. 

Dieselben Commissare erklären, der Kurfürst könne bei der nächsten 
Wahl dem Pfalzgrafen von Neuburg seine Stimme nicht geben. . . . Sur ce 
que je leur reprösentai que Ton [pourrait proposer] le quittement de 
quelque piöce que le duc lui ferait ou . . . le mariage de leurs enfants*); 
ils repartirent . . . que les enfants sont trop jeunes et de diflförente re- 
ligion, et que d'ailleurs . . . le duc . . . a depuis peu une seconde fille 
et peut avoir des gar^ons; que leur maitre ne se tiendrait pas aussi 
satißfait de ce qui lui appartient par le quittement d'une partie quand 
le duc se r6soudrait k la cöder. — II fallut revenir k M. de Baviöre. . . . 
11s ne croient pas que M. de Baviöre y') aspire, n'en ayant aucune- 
ment fait parier k M. Tdecteur, avec qui ötant depuis tombö sur le 
meme propos, Toccasion se prösenta de le pousser plus avant. H ve- 
nait de recevoir avis que Fempereur continue ses levöes avec plus de 
cbaleur qull n'a pas encore fait; que Tölecteur de Baviöre commence 
ä lever ; que les ecclösiastiques avec r^vgque de Munster ont des trou- 
pes auxquelles le duc de Neubourg Joint les siennes et doit fitre le 
g^nöral de cette ligue, Lamboi lieutenant et Eeuschenberg marö- 
cbal de camp; que les quatre mille hommes de pied et deux mille 
chevaux que Lamboi löve k Cologne pourront renforcer cette ar- 
möe;. que Piccolomim commande Timpöriale et sous lui Hatzfeld 
en qualitö de lieutenant-göneral. . . . 

Die Wahl des Kurfürsten von Baiem betreflfend, il repartit que cet 
decteur a peu de fermetö . . . ; d'ailleurs qull est peu agröable aux 
princes de l'empire. ... Je dis que si on venait lä, il faudrait avant 
toute autre chose s'assurer des ölecteurs de Baviöre et de Cologne et 
meme mönager auprös de Tun et de Tautre quelque avantage pour lui, 
outre la promesse de ne pas assister en aucune maniöre le duc de 
Neubourg ...; que Sa Majestö en ce cas pourrait 6tre garant de ce 



») Vgl. ohen p. 79. 

') Nämlich auf das Reich. 

6* 



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g4 II. Berichte von 1655 hU 165G. 

qui serait promis. . . . J'ai tenu presque le meme discours au comte de 
Wal deck, qui a juge que ce moyen etait le meilleur. 

Eosuite de Tordre dont, monsieur, il vous a plu mlionorer . . .. 
j'at proposö . . ., comme je leur avais encore fait auparavant . . ., si . . . 
Öon Altesse ne trouverait pas bon de . . . porter [ses arais] k entrer 
dani* lo traitö . . . ou d'en faire de semblables avec uous. ... US croient 
que principalemeut il faudra [at]tirer les ducs de Brunswick et I.u- 
neboiir^ ...; [aussi] parce qu'ils tiennent des postes fort avantageux. 
AL r^locleur pense aussi avoir du pouvoir sur le landgrave de Hesse, 
quoiquc le principal ministre de ce prince*) paraisse aujourd'hui partisan 
de la maison d'Autriche, de laquelle comme le duc de Weimar n'est 
paö ami, il croit qu'il serait ais6 de lacqu^rir, ofFrant de pratiquer ä 
eosi tiim lesdits princes ou d'envoyer vers eux au raeme temps que Sa 
Majestü le fera de sa part. Et sur ce que je demandai, s'il ne jugeait 
pas k propos de faire aussi entrer dans le trait^ le plus des') catho- 
liques . . ., il approuva pareillement cette demi^re proposition, ajoutant 
n^ftuni Ollis qu'il ne pensait pas que nous puissions ais^ment d^tacher 
Mayenee et V^veque de Munster du parti de la maison d'Autriche. Je 
n'ai pas etö peu presse dans notre traitö de parier des deux cent mille 
^cus qui faisaient une des principales conditions de Celles qui me fu- 
rent propos^es lorsque Ton fit Touverture de la präsente alliance. Et 
quoique depuis on ait laiss6 quelque esp^rance ä M. T^lecteur de pou- 
voir obtonir quelque argent sous condition d'en faire d^duction sur des 
fouruiBsements des troupes qu'il nous donnerait, s'il ne rompait point 
avec la ISuede, je m'en suis n^anmoins defendu sur ce que prösente- 
ment uous sommes en trait^ particulier pour ces troupes par lequel, 
si on se peut ajuster, on donnera satisfaction ä öon Altesse. 

. , . Je ne me ser^is pas pr^sumö de conclure sans en avoir des 



') V. Krosigk (so auch im Dupl. v. 6. Apr. unten p. 91). In einem in unsern Acteu 
abäclii-iftlich befindlichen Briefe desselben dat. Cassel 18. Sept. 1655 heisst es Ober 
den Kurfürsten : ... T^lecteur est fort embarrass^ , et c'est ainsi qu'il arrive qaand 
on croit etre assez puissant de son chef ponr se rendre consid^rable K toat le monde; 
o'est bon pour des Cromwolls, mais pas de mise partout ailleurs ... Danemark ne 
V0ut pa3 qu'on renforce la flotte. Crom well ... s*entend avec la Su^de. ... Cepen- 
dant )cs troupes de Son Altesse ^lectorale langaissent dans son pays, sans pouvoir 
pnflser dr Prusse. ... Bientot les Moscovites menacent ses dtats en Prusse, agissant 
encore de concert avec la Subde, et ainsi Taffaire bien considdr^e, il n*7 a point 
d'autre rem^de pour S. A. el. que de souscrire ä la volonte de Su^de. On veut dire 
que le^ditfi Moscovites ont d^jä pris Tilsit [Tilsa Ms.] qui n'est qu'ä 14 Heues de 
Kdnigflbcrg. 

■) de Ms. 



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^ü 



Geldforderungen an Frankreich. Der kaiBerliche Hof. g5 

ordres particuliers, g'il y avait quelque chose qui ne ß'accordät point 
avec ceux que j'ai regus , et s'il n'y efit du p6ril en la demeure. . . . 
Le rö&ident [du roi de Suede] n'a pas fait difficultö de repr^senter au 
comte de Wal deck le hasard auquel M. T^lecteur s^exposait en traitant 
avec nous, puisqu'il ne le pouvait faire sans offenser toute la maison 
d'Autriche. — 

Wicquefort an Mazarin. Dat. 2. März 1656. 

[Geldforderung des Kurfürsten. Der Wiener Hof.] 

. . . J'ai . . . Charge de monseigneur Telecteur de sonder pour la 2. März. 
derni^re fois la volonte de Votre Eminence touchant le secours que 
Son Altesse electorale a fait demander depuis quelques mois. ... 

Les lettres de Vienne du 2 fövrier portent que Ton n y savait pas 
encore le trait^ entre le roi de Su^de et S. A. 61., et que Tempereur 
avait fait assurer notre resident, qu'il assisterait puissamment et le roi 
de Pologne et S. Ä. Electorale. — 



Wicquefort an Mazarin. Dat. 3. März 1656. 

[Verhältnisse am kaiserlichen Hof und in Frankfurt.] 

J'esp^re que Votre Eminence ne trouvera pas mauvais que je lui 3. März. 
fasse part de ce que me mande de la Haute- AUemagne un homme qui 
est fort bien informö de l'^tat des affaires de ces, quartiers-lä. . . . H 
m'Ecrit que Ton ne doute plus ou Tempereur emploiera ses armes contre 
le roi de Suöde et contre les protestants d'AUemagne; que c*est contre 
le sentiment de Piccolomiui et de Hatzfeld; mais que le prince 
d Auersperg ') Fa empörte 6ur eux, nonobstant les oppositions du mar- 
quis de Castel-Eodrigo;, qui a fait instance ä ce que l'empereur fit 
passer vingt mille hommes au Service du roi d*Espagne pour etre em- 
ploy^s dans T^tat de Milan. 

LWchiduc Leopold y a envoy6 le comte de Nassau -Saarb ruck, 
qui changea de religion il y a trois ans, pour faire avancer les lev^es 
que les Espagnols pr^tendent faire en AUemagne, et Tempereur a per- 
mis au colonel Rublandp] de lever deux rögiments; mais d^autant 
que Saxe, Brandebourg, Wurtemberg, Brunswick, Hesse, Ansbach et 
Mecklembourg ne veulent point souflfrir de lev^es chez eux, il aura de 
la peine ä y röussir. 

Die Reise des Kaisers nach Prag ist noch sehr ungewiss. 

In Frankfurt erwartete man den Bischof von Worms, den Commissar 



>) Vgl. über ihn und seinen Einfluss Pufendorf V. 35. 



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gß II. Berichte von 1655 bis 1656. 

des Kaisers, welcher die Versammlung verabschieden und die Deputlrten 
auffordern soll, sich im Monat Mai zum Reichstage einzufinden. 



de Lurobres an Mazarin. Dat. Königsberg 9» März 1656. 

9.Mftrz. Er und Wal deck haben sich noch nicht völlig über den Preis der 

Aushebungen geeinigt. Der Kurfürst will sich nicht dazu verstehen, Gel- 
dern oder irgend einen andern Platz des Oberquartiers zu belagern, um 
nicht als Feind Spaniens aufzutreten und — ohne Vortheil für sich selber 
— die Fürsten, deren Staaten zu passiren wären, zu beleidigen. Wal deck 
hat noch hinzugesetzt, dass die Herren Staaten diesen Plan kreuzen wür- 
den. Er schlägt also ein Unternehmen vor, welches beiden Theilen zu gnte 
käme, de Lumbres erwidert, Frankreich gedenke eine so starke Diversion 
von der flandrischen Seite zu machen, dass alle Kräfte der Spanier sich 
würden dorthin ziehen müssen, so dass deren Plätze am Rhein, von Be- 
satzung entblösst, nicht langen Widerstand leisten können und den Staaten 
keine Zeit zum Entschluss bleiben würde. — Wal deck hat vielmehr den 
Krieg gegen Pfalz-Neuburg im Sinne und sagt, sein Herr hoffe die Nach- 
barfürsten von demselben trennen zu können. ... Er fügt hinzu, dass er 
nicht zweifle, ihre Armee werde, ob sie gleich im Dienste Frankreichs mar- 
Bchire, von dem Pfalzgrafen von Neuburg attaquirt werden, welcher dem- 
nach der angreifende T heil sein würde, de Lumbres versetzt, wenn dieser 
Fall eintrete, werde Se. Kurfürstliche Durchlaucht Gelegenheit haben, das 
zu ahnden , dem könne aber leicht vorgebeugt werden. . . . Ensuite ayant 
6t6 parl6 du si^ge de la ville de Juliers et des autres places que ies 
Espagnols tiennent en ce duch^ . . . , 11 dit qu'il conf^rerait de tout 
avec son maitre. ... Je lui en parlerai aussi particuliörement, quoi- 
qu'en semblables aflfaires il renvoie le tout ä ce comte, qui s'exprime 
plus facilement. ... 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 9. März 1656. 

(Duplicat.) 

[Vertheidigungsanstalten in Memel. Die polnischen Flüchtlinge im herzogl. PreusseD. 
Yertheidigiing Marienborgs. Bonin.] 

9. M&n. Am 4. d.M. ist der Kurfürst abgereist, um die Arbeiten, welche er 

in Memel (zum Schutz gegen die Moscowiter) aufführen lässt, zu besich- 
tigen. 

. . . En autres articles du traitö fait entre la couronne de SuMe 

et M. Fdecteur il y en a un qui porte que Ies Polonais qui se sont 

ici röfugiös seront tenus de se retirer daus einq semaines, sinon de 

faire serment de fidöliW. Plusieurs Tont fait, mais pour le temps qu'ils 

* demeureront dans Ies ötats de Son Altesse. Quoiqu'elle s'en soit con- 



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Poloische Flüchtlinge. Vertheidigung von Marienburg. Bonin. fi*? 

tent^e, le resident de SuMe y apporte de la difficultö, prttendant que 
le serment doit etre pur et simple, sans condition ni limitation de 
temps; d'ailleurs, qu'il a 6t6 fait par la plupart depuis Texpiration des 
cinq semaines port^es par le trait^^ et que par cons^quent ne pouvant 
jouir du benöliee dicelui, leurs biens doivent etre confisquös; et quoi- 
que lui ait 6t^ representö que le temps ne peut courir que du jour 
de la publication de eet article qui n'a 6t6 faite que quinze jours 
apres, il est demeur^ ferme. 

Cela n*a point agr66 k M. T^lecteur de Brandebourg, qui ne s'est 
pu empecher de lui dire d'un ton aigre, que la Suöde lui donne bien 
^ connaitre par ce commencement ce qu'il doit attendre du trait6 qu'il 
a fait avec eile. Le resident ayant 6t^ surpris de ce discours, pour 
quelques jours cessa ses poursuites, qu'il a depuis reprises et dont il 
harasse fort les ministres. Je penser^is que son intöret particulier en 
serait la cause, esp^rant d'etre plutot satisfait sur les confiscations des 
douze mille risdales que le roi de Suede lui a donn^es, outre les quatre 
mille qu'il lui a fait payer pour ses appointements, en consid6ration 
de lavis qu'il lui avait envoy^ du trait^ fait par M. le chancelier Oxen- 
stjerna avec les d^put^s de M. l'ölecteur, si ce chancelier n'usait de 
memes rigueurs envers les chanoines de Varmie, qu'il veut obliger ä 
payer quarante mille risdales pour des biens dont la Suöde les d6- 
pouille, et, faute de payement, presse M. l'decteur de les chasser de 
la Prusse. Les ministres de ce prince, aprös m'avoir reprösent^ Tin-- 
justice de ce procöde, m'ont priö de la faire connaitre au susdit resi- 
dent, de quoi je me suis döfendu. . . . 

Le palatin de Weiher*), qui y commande, aurait rendu [la for- 
teresse de Marienbourg], si l'on l'aurait voulu recevoir autrement qu'i 
discr^tion. Cette rigueur l'a fait r^soudre ä se döfendre, ce qu'il fait 
de Sorte, que le chancelier ... a pri6 M. l'ölecteur de s'entremettre, 
afin de pouvoir . . . revenir ä la capitulation . . . refus6e. . . . 

Le sieur Bonin, ... revenu depuis peu de Vienne ..., est parti 
depuis quatre jours pour la Haye ..., [pour] excuser le traitö") ... 
[A Vienne]') il a trait^ assez famili^rement avec l'ambassadeur d'E- 
spagne*), qui a fait tous ses efforts pour porter l'empereur ä, se d6- 



') Jacoh V. Weiher, Woiwode von Marienburg, vgl. Pufendorf C. G. IH. 4. 
') Vgl. über die betreffende Sendung Bonin's Pufendorf F. W. VI. 5. 
*) Ebend. V. 30 ff. C. G. II. 74. 

♦) Marquis von Caatel-Rodrigo, vgl. Pufendorf F. W. V. 33 (35), C. G, 
II. 74. Droysen p.237. 



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gg U. Berichte von Habb bis 1656. 

clarer ouvertement contre la Suöde en faveur de M. de Brandebourg, 
Sans avoir pu ömouvoir le comte d'Auersperg. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 16. März 1656. 

[Der Kurfürst will nichts direct gegen Neuburg noch im Reiche unternehmen. Vor- 
läufig noch kein Friede zwischen den Kronen Spanien und Frankreich. Vcrhältniss 
des letzteren zu Cromwell.] 

16.Marz. ... Depuis que M. Tdlecteur est de retour de M^mel ..., [il] a 

bien compris . . . qu'il n'est pas ä propos de rien entreprendre directe- 
ment contre Neubourg ni dans Tempire. . . . 

S. A. 61. a t6moigii6 beaueoup de joie . . ., qu'il n'y a pas encore 
de disposition ä la paix avec la couronne d'Espagne et qu'[en tout 
cas] . . . la France . . . ne dimiuuera rien de Testime . . . qu'elle a pour 
sa personne. ... II ajouta qu'il s'^tait bien promis ... de n*6tre point 
abandonnä aux ressentiments que la maison d'Autriche aura sans deute 
de FaflFection quil a au Service de la France. 

II s'est enquis, en quel 6tat nous sommes avec TAngleterre . . ., 
et Tayant assur^ que nous sommes en fort bonne intelligence avec 
Cromvi^ell, il dit qu'il en 6tait bien-aise. ... 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 16. März 1656. 

(Duplicat.) 

[Arbeiten in Meine I. Ein polnischer Abgesandter.] 

16. März. Son Altesse revint de M6rael la nuit du 9 au 10 d. c, satisfaite 

d'avoir trouv6 les travaux . . . en bon 6tat. Le lendemain arriva un 
ambassadeur de Pologne qui est staroste de Radom *). II eut audience 
deux jours aprös, quoique le resident de Suöde ait tachö de Tempecher, 
M. r^lecteur lui ayant fait entendre . . . qu*il ne traiterait rien avec lui 
sans en donner avis au chancelier. 

de Lumbres hat mit diesem Gesandten über die Abtretung Preussens 
conferirt, von welcher derselbe jedoch nichts hören wollen. 

. . . Je le sondai sur une autre proposition que Ton fait et que 
M. r^lecteur de Brandebourg estime pouvoir etre agr66e des deux par- 
tis, qui est d'associer le roi de Suede au gouvernement de Pologne 
ou Tassurer de la succession au royaume apres la mort du roi; mais 
je ne le trouvai pas de ce sentiment. 



•) ß Droysen p. 257. 259. 



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Polnische Sendung. Die Jesuiten in Braunsberg. QQ 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 23- März 1656. 

[Der Graf von Waldeck.) 

... Uli conseiller . . . m*a dit . . , que le comte de Wal deck appuie 23. März, 
fort [les propositions des Suödois] pour le dösir qu'il a d'avoir de l'emploi 
et de Commander une arm6e. Ce propos me surprit, sans pourtant en 
rien faire paraltre, parce que le comte m'a toujours tömoignö d'6tre celui 
qui de tout le conseil est le moins favorable aux Su^dois. ... II raon- 
trait toujours que ses pensöes ne s'doigneraient pas tout-ä-fait de nos 
intirets, quoique son dösir fftt de commencer par son maitre et de pro- 
fiter de l'occasion que la guerre entre les deux couronnes lui präsente, 
les Espagnols, engag^s avec nous, ne pouvant secourir Neubourg. . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 23. März 1656. 

(Duplicat.) 

[Der polnische Abgesandte. Die Jesuiten in Braunsberg. de Lumbres bemüht sich 
um eine Copie des Königsberger Vertrages.] 

Uambassadeur de Pologne a eu son audience de cong6, bien que 23. März. 
le resident de Suöde y ait apport^ la meme Opposition qu'ä la pre- 
miöre, ce qui a semblö d'autant plus Strange que M. le chancelier ap- 
prouva la conduite de M. F^lecteur par la lettre qu'il a öcrite sur ce 
sujet. . . . 

M. Tölecteur . . . hier avoua qu'il ne peut approuver [la] pblitique 
[des Suedois] d'aimer inieux se faire craindre que se faire aimer et 
de choquer les Polonais dans les deux points oü ils sont le plus sen- 
sibles, ä savoir la religion et la libertö. II poursuivit . . . que le chan- 
celier ... Ta pri6 de chasser les j^suites de la ville de Braunsberg . . ., 
mais qu'il ne le veut pas faire. Je louai cette bonne rösolution et pris 
de-lä occasion de reprösenter combien il lui est avantageux et le serait 
aussi aux Su6dois de traiter favorableraent les catholiques dans leurs 
6tats. . . . J'ajoutai que c'est le seul moyen de s'assurer la Prusse, n'y 
ayant que les catholiques en qui il se puisse fier et aux calvinistes, 
qui sont en fort petit nombre, les luthöriens, qui sont les plus puis- 
sants, ne regardant que la Su6de. . . . 

Je fais toutes les diligences possibles pour . . . avoir une copie 
[de leur traitii]*), que Ton me promet depuis que S. A. 61. Ta permis. 
La difßcult^ ... est ä cause que les Suödois ont d^sirö qu'il demeurät 
Beeret, et que pour cela on n'en a pas encore voulu faire part ä MM. 
les Etats. — 



*) p. en avoir une c. Ms. 



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90 ^^- Berichte von 1655 bis 1656. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 30. März 1656- 

[Verhandlungen mit Waldeck.] 
30. März. de Lumbres hat keine Veränderung in den Vorsätzen des Grafen von 

Wal deck wahrnehmen können ,11 avoua pourtant qu*il se troure 

fort embarrasBö en cette conjoncture. ... Je pris de-lä occasion de lui 
reprö8enter la n^cessite qu'il y a de procurer la paix entre la Suede 
et la Pologne. . . . Daus la premiöre visite je Tavais dispos^ k porter 
M. r^lecteur k l'entreprise de Gueldre, lui ayant laissö espörer qu'a- 
pres la paix la France s'en pourrait accommoder avec cette altesse; 
mais dans la derui^re je Tai vu beaucoup plus irr6solu . . ., principa- 
lement pour lavis que M. de Wicquefort a donnö, que le roi d'E- 
spagne offre de venir k Pampelune pour traiter de la paix, si le Roi 
se veut trouver k Bayonne . . ., ce qui donne de la peine [k F^lecteurJ 
meme pour les quatre mille hommes qu'il nous avait offerts, ajoutant 
qu'il avait esp6r6 que d6s le mois de fövrier nous lui eussions fait 
toucher de Targent sur ce qu*il conviendra pour lesdits quatre mille 
hommes, afiu de Temployer en d'autres levöes qu'il prötend encore faire.** 
de Lumbres erwiderte, in jedem Falle werde der Kurfürst in diesem Ver- 
trag namentlich miteinbegriffen werden. 

Der Graf wollte von dem Vertrage von Vervins sprechen, den Frank- 
reich mit den Staaten von Holland abgeschlossen hätte. — de Lumbres hat 
auch den Kurfürsten selbst über diesen Punkt beruhigt. „Je ne sais, mon- 
seigneur, si Votre Eminence n'aurait pas agröable, pour achever de le 
gu^rir enti^rement de cette terreur . . . , d'en dire un mot k son re- 
sident. — 

de Lumbres an ßrienne. Dat. Königsberg 30. März 1656. 

(Duplicat.) 

[Verhandlungen über die Angelegenheiten des Elsaas und die künftige Kaifierwahl, 
namentlich mit Bezug auf den Kurfürsten von Baiern.] 

30. MÄrz. Je ne me suis pas donn6 Thouneur de vous rendre compte de 

diverses Conferences que j'ai eues avec M. Teiecteur et ses ministres 
sur la proposition de relever TAlsace de Tempire. ... II fallut demeurer 
d'accord que [les voies pour faire röussir cette proposition] . . . rencon- 
treraient toutes beaucoup de difficult^s, si Tempereur s'y oppöse ou 
Farchiduc dlnnspruck *) , pour n'fitre pas satisfait de la somme qui lui 
a öt^ promise. C'est pourquoi Son Altesse a fait sonder par ses mi- 
nistres . . . ä Francfort et k Vienne ce que Ton se pouvait promettre 



' 



■) S. oben p. 42. 



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Geldero. Der filsass. Dio Kaiserwahl. 91 

de cette proposition, qui, depuis peu, lui ont mand6 avoir pressenti 
qu eile ne sera pas agr^^e de Tempereur. . . . 

de Lumbres hat dem Kurfürsten auch wieder von der Wahl des Kur- 
fürsten von Baiern gesprochen. „Sa r^ponse fut, qu'il ne croit pas que 
M. de Bavi^re puisse 'se dötacher de rattachement qu'il a avec Tem- 
pereur, et que dailleurs il n'est pas assez riebe pour soutenir cette 
dignit6, si on ne joignait la Bob^me k Tempire; qu'il ne sait plus que 
juger de Tdecteur de Cologne, qui se plaint de lui, ä ce qu'^crit le 
comte de Fürstenberg, ... et croit bien que la continuation de ses 
levdes donne de la Jalousie non-seulement au duc de Neubourg, mais 
aussi aux autres princes voisins du Rhin, et que cela pourra avancer 
la ligue qu'ils projettent." . . . 

Hinsichtlich der Wahl eines römischen Königs hat der Kurfürst ihm 
seine alten Versicherungen wiederholt: aber das Leben des Kaisers schwebt» 
stündlich in Gefahr. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg G.April 1656. 

. . . Enfin la parole qui m'a 6t^ donnöe est que si M. Fölecteur n'a rien 6. Apr. 
k craindre du c6t6 de degä, qu'il nous accommodera de toutes ses 
troupes et . . . (anderenfalls) qu'il nous baillera les trois mille hommes 
de pied et les mille chevaux des levöes quil fait au duchö de C16- 
ves . . ., et que de plus . . ., si Sa Majest6 veut faire des lev^es en 
Allemagne, il les favorisera et leur donnera des quartiers dans ses ^tats. 
Bleibt allerdings noch eine Schwierigkeit in Betreff des Preises. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 6. April 1656. 

(Duplicat.) 
. . . Le sieur de Krosigk, premier ministre du landgrave de Hesse, 6. Apr. 
est dans les int^rets de rAutriche. ... [M. T^lecteur] a re^u hier une 
lettre de l'archiduc Leopold*) par laquelle il lui donne avis qu'il a 
obtenu congö du roi d'Espagne de retoumer en Allemagne, pour pren- 
dre le soin de ses biens ecclösiastiques et y voir ses amis; qu'il a 
pourtant promis d'attendre la venue de Don Jean d'Autriche. 

Instruction Mazarin's für de Lumbres. [o. D.] O.April 1656. 

(Duplicat.) • 

[Zusatzartikel zu dem Vertrage vom 24. Februar 1656.] 

Mauder ä M. de Lumbres, que Ton est fort satisfait du traitö (9. Apr.) 
conclu avec M. de Brandebourg'). 

') Erzherzog Leopold Wilhelm. 
") Vgl. oben p. 80. 



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92 11. Berichte von 1655 bis 165«3. 

La seiile chose ä laquelle il a semblö au Roi (aprös avoir eu lä- 
d€38u» lav'ia de mn conseil) qu'il 6tait absolum^nt näcessaire de remö- 
dier, cest Ti^quivoque qu'il y pourrait avoir dans les trois premiers 
articles du trait«^ touchant Tassistance; car Fintention du Roi est bien 
d'agBiöter sinc^rement M. Tölecteur toutes fois et quantes qu*il sera trou- 
bl^ dans la pos^es^sion des 6tats qu'il tient preseutement et des droits 
qui en d^pendent; mais non pas, sous quelque pr^texte que ce puisse 
etre, cela soit ^tcndu ä des ötats auxquels il pourrait prötendre avoir 
droit 

Et quoique Ton voie bien par vos d^peches et par le trait^ meme, 
que votre inteution n'a pas 6t6 autre que celle-lä. ni peut etre celle de 
M. i'ölecteur, puistiull ne serait pas moins coutre son bien que contre 
eelui du Roi qu'il parüt que cette allianee n'a eu autre but que de 
'laisser quelque queue dans le trait6 qui donnät lieu de faire la guerre 
au duc de Neubourg, et que par-lä nous') nous rendrions les instru- 
menta d'iine nouvelle guerre en Allemagne et nous nous attirerions la 
baine de tous les princes qui y fiont, quoiqu'en effet nous n'ayons autre 
pens^e que d'y maintenir la paix, n^anmoins, pour un plus grand 
^clairaBöcment et pour 6ter tout pr^texte d'interpr^ter sinistrement les 
iutentions du Roi et de M. T^lecteur, on estime qu'il est ä propos dy 
ajouter Farticle suivant, lequel, sans rien changer ä la substance, ex- 
plique rintention des parties: 

Le Roi et M. lölecteur de Brandebourg ayant consid6r6 mftrement 
et examine particuU^rement tous les articles, elauses et conditions du 
traitäs conclu et aignö ä Königsberg le 24 ftvrier demier au nom de 
Sa Majeste et dudit seigneur ^lecteur par leurs pl^nipotentiaires d6- 
put^s de part et d'autre, et ne voulant pas qu'il reste aueun sujet d'am- 
biguit^ ui de doute en Texecution des choses promises de part et 
d*atitre par ledit trait^, ont jug6 ä propos d'y ajouter le präsent article 
qui aura la nicnic force et vertu que ledit trait6 et sera cens6 y Stre 
iiiB^re; 

k savüir que Tassistance r^ciproque promise par le 2 et 3»eme ar- 
ticle sc doit enteiKlre en cas que Sa Majest^ ou ledit seigneur äecteur 
soieiit attaquea ou troubl^s non-seulement en T^tendue des etats et 
placcö qu'its püss^dent dans Fempire par droit hör^ditaire ou en vertu du 
trait^ de Munster, inais en quelques endroits que Fattaque ou le trouble 
soieut faitö pour raison desdits ^tats et places et des droits qui en 
d^pendent dont ils sont prösentement en possession, et qu'en ce cas 



■) Fehlt im Ma. 



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Gewünschte Modiiication des Vertrags vom 24. Febr. 165ß. 93 

Vassistauce promise par lesdits ai-ticles 2 et 3 sera donii^e de bonne 
foi et le surplus du contenu en iceux exöcute *) de meme. . . . 



Ratification des französisch-brandenburgischen Vertrages vom 24. Febr. 12. Apr. 
1656 durch Ludwig XIV. Dat. Paris 12. April 1656. (Abschrift.) 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 20. April 1 656. 

[FraDzösisohe Propoaition eines Bündnisses zwischen Frankreich, Schweden nnd den 
Reichsfürsten. Aenssernng Schlippenbach's Ueberlassung brandenbnrgtscher Trappen 

an Frankreich. Waldcck.] 

Tai rcQu de M. d'Avaugour la copie d'une lettre quil a 6crite 20. Apr. 
k Votre Eminence touchant la proposition qu'il a faite k M. Oxen- 
stjerna d'une ligue entre la France et la Suede et les princes de Fem- 
pire. Je n'ai pas etö surpris dy voir les difficultös qui y ont 6t6 op- 
pos^es. . . . 

Le comte de Schlippenbach ... donnait*) k connaitre aux mi- 
nistres de cette altesse, qu'ils ne souhaitent point que nous fussions 
puissants en Allemagne. . . . Cette mauvaise humeur . . . laisse peu 
d'esp6rance de pouvoir parvenir ä une ligue gönörale; mais je ne pense 
pas qu'elle puisse empScher que nous eu fassions de particuliöres. . . . 
M. de Brandebourg m'a dit avoir sondö pour cela le duc de Bruns- 
wick. . . . 

Je n'ai pu encore tirer la derniöre rösolution de M. Tölecteur pour 
les troupes qu'il nous a fait espörer. II a paru bien troublö et bien 
empörte de ce que les SuMois le pressent fort de leur envoyer toutes 
ses forces. ... Le comte de Waldeck doit voir dans peu de jours 
le cbancelier Oicenstjerna et ensuite le roi de Suöde, pour terminer 
cette aflfaire. Je reconnais de plus en plus qu*il porte son maltre 



') Scblussworte fehlen. — Ein anderes Schriftstück (Copie) in nnsern Acten ist 
bezeichnet als Memoire envoy^ par Msgr. le Cardinal sur les affaires de Brandebourg 
(da 9 avril 1656). Es beginnt: «On estime qu'ii est k propos d'ajoater Tarticle sui- 
vant* ; dann folgen die obigen Worte : «Le Roi et M. T^lectear de Brandebourg ayant 
consid^rd mürement* - «ex^catd de mdme*, worauf es noch weiter beisst: »Quant k ce 
qn*on a mis dans ledit article que Tassistance se doit entendre . . . aussi en quel- 
ques endroits que Tattaque oa le trouble soient faits . . . , outre que cette clause est 
r^iproque, eile est d'ailleurs tr^s-juste; car k notre ^gard il pourrait arriver que 
Tempereur ou les archidacs , sur le refns qae le Roi leur ferait de leur rendre TAl- 
sace afin de Vy contraindre, portassent leurs armes en quelque autre endroit du ro- 
yaume, comme par exemple en Bourgogne; n^anmoins, si Ton faisait trop de difü- 
cult^ de passer ladite clause, Sa Majest^ ne veut pas s'y attacher absolament, et vous 
T0U8 en pourrez d^partir.* — 

•) donnbrent Ma. — Vgl. Pufendorf C. G. III. 19. Droysen p. 262. 1). 



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94 U. Berichte von t6f>5 bis 1656. 

de ce cöt^-lä'), on le soupQoiine avoir 6tö gagnö par soixante mille 
risdales. . . . 



de LumbrcR an Mazarin. Dat. 27. April 1656. 

[Der Titel «fr^re* dem KurfSraten toh Ludwig XIV. zugestandeD. Der moBCowitische 

Gesandte. Goltz.] 

27. Apr. ... Je viens de faire entendre k M. T^lecteur la gräce que le Roi 

se r^sout de lui faire lui accordant le titre qu'il prötend'). . . . L'am- 
bassadeur de Moscovie ... est ä une joum^e dlci'). . . . Depuis quinze 
jour, le colonel Goltz*) a pris emploi dans rarmee de M. Tölecteur, 
qui lui a donn^ un r^giment et la Charge de g^n^ral-major. 



de Lumbres an Brienne. Dat. 27. April 1656. 
(Duplicat.) 

[Schwedische Bestechungen und Vorspiegelungen.] 

27. Apr. . . . Le resident du roi de Suöde a fait de la part de son maitre 

de nouveaux prösents aux ministres et k la plupart du conseil de M. 
r^lecteur. ... Tis lui ont donnö rimpression que le roi de Pologne et 
la röpublique ne lui pardonneront jamais sa defeetion, et qu'il ne pourra 
pas eonserver la Prusse ducale, si le roi de Suöde perd la royale, 
quoique Tambassadeur de Pologne qui a ^t6 en cette ville ait assure 
que son maitre excuse ce trait^ comme fait par u^cessitö, pourvu que 
]M. Fölecteur [reste] pendant la guerre dans les termes de ce trait^ et 
ne passe point k un autre volontaire qui le rende ennem? de la Po- 
logne. . . . L'intöret . . . [de] la France . . . m'a oblig^ de tächer ... de 
lui faire comprendre son vrai int^ret aussi bien qu'aux principaux de 
son conseil. . . . Depuis que j'ai reconnu qu'il n'y a point de raisons 
qui p6sent ici autant que Tor de Su6de, . . . j*ai estimi n'en devoir 
point parier davantage. ... « 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 4. Mai 1656. 

[Keine Hoffnung, Truppen von dem Kurfürsten zu erhalten.] 

4. Mai. . . . Si je me suis trompe en la proposition de Juliers, au cas 

que Celle de Gueldre n*agr6e pas, c'a 6t6 avant que Votre Eminence 



') Vgl. Pufendorf VI. 15. 19. 

') Den Titel »frfere«. 

') Vgl. Pufendorf VI. 11. 

*) Joachim Rüdiger Frhr. ▼. d. QoltB, 1654 hrandenh. Oherst, 1656 Kam- 
merherr und Amtshauptmann zu. Zossen, Generalmigor, Chef eines Infanterieregiments 
Ton 1200 M. Vgl. V. Kessel Tagebuch t. Buch's I. 32. 26). 



V 



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Titelfrage. Moscowitisclier Ocsandter. Waldeck nach Frauenburg. 95 

in*eüt fait ITionneur de m'apprendre ses intentionS; depuis lequel temps 
Je n'ai plus song6 k Juliers ni fait de distinction entre les places du 
due de Neubourg qu'il poss^de ou que les Espagnols oecupent. Mais 
je perds aujourd'hui le peu d'espörance qui me restait de profiter au 
moins des quatre mille hommes que cet 6lecteur avait promis. ... II 
all^gue . . . rimiption que les Polonais ont faite en la Pom6rdie et 
qu'ils menacent de pousser dans la Pomöranie, ce qui Toblige k faire 
venir vers TOder toutes les troupes qu'il a proehe du Rhin, pour d6- 
fendre Tentröe de ses 6tats d*Allemagne. — 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 4. Mai 1656. 

(Duplicat.) 

[Waldeck nach Frauenburg abgereist; der polnische Gesandte; der moscowitische. 
Befestigung von Königsberg.] 

Gegenwärtig zieht nur einer der Minister den Kurfürsten zur schwedi- 4. Mai. 
sehen Partei. Der Graf von Wal deck ist zum Könige von Schweden ab- 
gereist '). H a essay^ de me persuader . . . que cette altesse ... lui 
a donnd ordre de disposer ce roi k entendre k la paix et proposer 
au roi de Pologne la cession de la Prusse pour . . . cette fin. ... 

L'ambassadeur de Pologne, qui au partir de cette ville 6tait all6 
ä Dantzick*), est ici reveuu, k ce qu*il fait dire, pour avoir une es- 
Corte de Son Altesse ^lectorale. II est assez vraisemblable qu'il prend 
ce chemin pour donner moyen k ce prince de rechercher la Pologne 

d'une neutralit^ qu'il sait bien etre fort d^sir^e des 6tats de la Prusse 

Celui de Moscovie n'a fait son entree que le premier du mois. II 
devait aujourd'hui avoir audience, si M. l'^lecteur ne füt hier parti 
pour aller au-devant de la reine de Su6de, que Ton attendait k Pillau 

On a commenc6 avec ce mois k travailler de nouveau aux forti- 
fications de cette ville. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 11. Mai 1656. 

[Waldeck erkrankt. Verhandlungen zwischen dem Kurfürsten und Oxenstjerna in 
Pillau. Pläne, Carl Gustav die Kaiserwürde ssu verschaffen.] 

. . . Bien que le comte de Wal deck soit retombö malade k Frauen- 11. Mai. 
bourg, cela n'a pas rompu la nögociation, parce que ... M. Oxen- 
stjerna s'6tant rendu k Pillau pour y saluer la reine, pendant qu*il 
Tattendait avec M. l'decteur, ils ont eu deux ou trois confSrences se- 



») Nach Frauenburg vgl. Pufendorf F. W* VI. 20 ff. C. G. III. 19. 
•) Vgl. Droysen p.259. 



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96 ir. Berichte von 1855 bis 1656. 

erstes et assez longues qui ont fort avancö Taffaire. ... Je viens pr6- 
sentement d'apprendre . . . que ce comte . . . taehe de porter son maitre 
k proraettre ä ce roi son suflfrage quand il s'agira de ruiner Tempe- 
reur ... et meme d'employer ses forces avec Celles des pays prote- 
stants ... [pour conferer Tempire] au roi de SuMe, qui promet ä ce 
comte des ^vech^s qu'il s^cularisera dans Tempire. . . . Le comte . . . 
[est de cet avis] que [le temps] se präsente favorable pour faire r^ussir 
ce dessein, parce que Crom well le peut appuyer püissamment, et que 
la guerre d'entre les deux couronnes les empeche de s'y opposer. Ce 
nest pas d*aujourdTiui que je commence ä reconnaitre que le roi de 
Öu^de pr^tend k Tempire et k douter que lui et Tc^lecteur aient eu de 
semblables pens^es, principalement depuis que je n'ai pu trouver d*autre 
raison pourquoi cet ^lecteur n*a jamais agr^ö la proposition que je lui 
ai faite de celui de Baviöre pour le porter k l'empire ni vouloir d^- 
signer un autre sujet en faveur de qui on püt mönager les autres 
ölecteurs. . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 11. Mai 1656. 

(Duplicat.) 

[Der Kurfürst zurückgekehrt. Der moscowitische und der polnische Qesandte. Vor- 
spiegelungen der Schweden. Der Kaiser und Erzherzog Leopold.] 

11. Mai. Der Kurfürst ist [?] in diese Stadt zurückgekehrt. Der moscowitische 

Abgesandte hat Tags darauf seine erste Audienz gehabt, der polnische hat 
(ebenfalls) die Rückkehr des Fürsten aus Pillau abgewartet. . . . Mais . . . 
les esp^rances que les Su6dois lui donnent de conquörir toute la Po- 
logne et pour sa part lui donner TUkraine et la Podolie ') flattent fort 
le d^sir qu'il a de s'agrandir. J'ai appris . . . que ceux qui le por- 
tent k cette rösolution . . . se servent du pr^texte de religion. . . . Cette 
raison ne se public pas, de peur d'avancer la jonction des priuces 
catholiques de Tempire avec Tempereur qui n'agr^ent point celle de 
r^lecteur avec les Suödois, . . . T^lecteur de Cologne rompant avec lui 
pour cela. . . . 

M. r^lecteur a regu avis de madame sa m^re*), qui demeure k 
Crossen en Sil^sie, et de ses officiers de Pom^ranie, que Tempereur 
fait avancer quinze ou vingt mille hommes sur les confins de Pologne 



') Pufendorf y. 20 heisst es: nam de Ucraina et Podolia ineptum esse nie- 
morare. 

') Die Kurfürstin-Wittwe Elisabeth Charlotte (f 16/26. April 1660), wel- 
cher Kurfürst Friedrich Wilhelm, ihrem Wunsche gemKss, Crossen zum Witt- 
wensitz angewiesen. 



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Der moBCowitischo Abgesandte. Q^ 

et de Sil^sie, oü ils doivent etre licenciös et passer au Service du roi 
de Pologne ou de rarehiduc Leopold, qui prötend avoir droit sur la 
Prasse comme grand-maltre de Tordre teutonique *). ... 

de Lumbres-an Mazarin. Dat. Königsberg 18. Mai 1656. 

[Der Moscowiter Besorgnitis des Kurfürsten vor dem Kaiser, den Genera] Staaten 
und Dänemark. Hoverbeck zu einer Pension empfohlen. Der spanische Gesandte 

im Haag.] 

... II est vrai que l'iiistance que ;l'ambassadeur de Moscovie fait 18. Mai. 
ä M. Telecteur äe s'allier avec son maitre contre la Suöde') donne bien 
k songer k ce prince, qui ne doute pas qu'au meme moment que le 
grand-duc rompra avec cette couronne, Tempereur, qui a pratiquö le 
trait6[?], fera entrer son armöe dans ce royaume, ou sous son nom 
ou sous celui de Tarclüduc Leopold ...; Tappr^hension quil a que 
MMl les Etats et le roi de Dänemark ne se metteut de la partie ne 
lui donne pas encore peu de peine. 

Er empfiehlt zu einer Pension oder einem Geschenk „un nomm^ Ho- 
verbeck*) qui est homme desprit et agissant. ... II n'est pas Su6- 
dois ni Autrichien, on le tient d'inclination polonaise et grand calvi- 
niste, quoiqu'autrefois il ait €i& luthörien . . . Freilich hat er viele Güter 
in Deutschland und in Preusseu. Aber ,,il est chargö d*enians". . . . 

M. r^lecteur m'a avou6 que madame la princesse d'Orange lui a 
mandö que Tambassadeur d'Espagne s'est plaint k eile de Talliance qu'il 
a faite avec la France. 

de Lumbres an Brienne. Dat., Königsberg 18. Mai 1656. 

(Duplicat.) 

de Lumbres hat dem Kurfürsten die Briefe des Königs an den Kaiser 18. Mai. 
und an die deutschen Fürsten gezeigt. Oxenstjerna hat in Pillau*) er- 
klärt, dass sein König durchaus an den Frieden nicht denkt. Der Kurfürst 
hat sich über die Bischöfe von Cöln und Münster beklagt. Der moscowi- 
tische Abgesandte will nach Holland reisen, vielleicht um Kriegsschiffe und 
Matrosen zu miethen oder um die Staaten zu einem Bündniss mit dem Gzaren 
zu vermögen. Der Kurfürst ist in Verlegenheit wegen der Antwort, die er 
diesem Gesandten*^) geben soll. 



*) Vgl- Droysen p. 260 (irrthamlich ist dort der 18. Mai als Datum dieses 
Schreibens citirt). 

") Vgl. Pufendorf VI. 31. 

*) Johann v. Hoverbeok, von Anfang der dreissiger Jahre an in branden- 
bnrgischen Diensten, in den Beziehungen zu Polen yerwandti vgl. I. 1. p. 6f. 

*) Vgl. oben p. 95. 

') Später schreibt de Lumbres, der Kurf(irst scLmeichle demselben, um die 
Maier. zur Gesch. d. Gr. Kurrüfäten. 11. 7 

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9g II. Berichte von 1655 bis 1656. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 25. Mai 1656. 

25. Mai. Der König von Schweden und der Kurfürst wünschen — in Rücksicht 

ihrer Absichten auf das Reich — den Frieden zwischen beiden Kronen^ 
Fmnkreieh und Spanien nicht, doch würden sie denselben herbeisehnen 
wenn der polnische Krieg sich noch weiter erhitzte, damit der König von 
Frunkreich dann die Pläne des Kaisers verhindern könne. 



de Linnbres an Brienne. Dat. Königsberg 25. Mai 1656. 

(Duplicat.) 
Mfi. M^i. Hcbwe.in ist seit vier Tagen aus Deutschland zurück. Man ersehnt 

hier den Frietlen mit Ungeduld. Wal deck ist noch in Marienburg»). 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg S.Juni 1656. 

(Duplicat.) 

[Schwedische YerRprechungen. Lage der Dingo im Reich Unruhen in Königsberg.] 
•8. Juni. Der tartarische Abgesandte ist Tags vor Pfingsten abgereist. Schwe- 

dt" n verspricht dem Kurfürsten Grosspolen (mit Ausnahme Posens), welches 
er jediKth nicht würde behaupten können. Der Kurfürst fürchtet die beab- 
sichtigte Ligue zwischen Mainz, Cöln, Münster, Pfalz -Neuburg und Don 
Jnan d'Au Stria, — de Lumbres giebt ihm den Rath, Zwiespalt unter die 
Katholischen zu werfen, indem er Baiern an die Spitze des Reichs befordere. — 
Un grand dßsordre*) est ici arriv^ le iendemain de la pentecote, 
r^glise cathüHque ayant 6te pillöe, sur la fin des vepres, par un grand 
iKniibre des soldats et du menu peuple joints ensemble, qui au mgme 
teinps pill^rcnt encore plusieurs maisons des Polonais catholiques qui 
sont au nieme quartier comme aussi Töglise des Grecs schismatiques. 
Soll Altesae ^lectorale en ayant re§u avis, y envoya aussitot ses principaux 
ofticiers avee foree, qui arrgtörent le cours de ce dösordre qui ötait pour 
s'(§tendre bien luin. Elle en est fort irritöe, et parraft d'en vouloir faire 
uue juatice exeiuplaire, et comme eile ue doute point que cette action 
(^clatera grandenient dans Tempire et dans la conjoneture oü ies aflfaires 
8e trouveiit pourra ctre interpröt^e k son dösavantage par Ies princes ca- 
tholiques, eile propose de leur ^crire, pour leur faire connaitre que 
cela e»t arriv^ par une Emotion du tout impr^vue, et qu'elle est r6- 



Neiuralitat de^ C^nren zu erlangen. Vgl. Pufendorf VI. 31: ita contra cura fait 
Moäci iimiuLtiom aervare. 

') Vgl. P ü f e n d o r f F. W. VI. 22 f. C. Q. III. 20 ober die damaligen Verhandlungen 
der farandunhargj sehen Abgesandten mit dem Könige von Schweden zu Marienburg. 

*) Vgl, über dies Scandal und die Ursi^hen desselben Droysen p. 267. Thea- 
trum Europaetnu VII. p. 953. 



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Unruhen in Königsberg. 99 

solue de faire punir rigoureusement ceux qui s'en trouveront coupa- 
pables; et de fait on commenQa dös le lendemain k faire exöcution. . . . 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg S.Juni 1656. 

[iDsixmation Waldeck*8. Somnitz's Rath an Frankreich. Beruhigung wegen des Frie- 
dens mit Spanien. Aeusserungen Bonin*B im. Haag. Angelegenheit des Fürsten von 

Salm.] 
Der Graf von Walde ck bat seinen Herrn beredet, dass der König S.Juni. 
von Scbweden, wenn er an die Spitze des Reichs gelange, die deutsehen 
Kirchengtiter mit den Protestanten tbeilen würde. Herr von Somnitz, ein 
verständiger und redlicher Mann (^homme de jugement et de probit^" *) 
giebt Frankreich den Rath, in Deutschland unabhängig von dem Scbweden- 
könige zu handeln, der nach einer XJniversalmonarchie über die Protestan- 
ten so gut wie der König von Spanien nach einer solchen über sämmtliche 
Katholische strebe. 

de Lumbres hat den Kurfürsten wegen des möglichen Friedens mit 
Spanien beruhigt, welchen man niemals ohnd die Theilnahme der Freunde 
and Verbündeten Frankreichs schliessen würde. 

L'oceasion s'ötant pr^sent^e de parier de la n^gociation du sieur 
Bonin qull a envoy6 ä la Haye'), je tombai sur Tavis que Votre fimi- 
nence a re$u, qu'il a vu l'ambassadeur d'Espagne et Ta assurö que 
Son Altesse ne nous accordera point de ses troupes. Elle rougit d*a- 
bord et parut surprise de ce propos. Elle demeura bien d*accord que 
son ministre a vu cet ambassadeur par son ordre; mais il nia de lui 
en avoir donn6 de parier des dites troupes . . .; [mais seulement] d'une 
bonne correspondance entre son dueh^ de Clöves et le Brabant. . . . 
Je me suis donn6 ITionneur de mander') ä Votre Eminence, que ce 
conseiller 6tant employ6 [k Vienne], a eu grande communication avec 
Tambassadeur d'Espagne qui y est, et que depuis ce voyage il est 
devenu partisan de la maison d'Äutriche. . . . 

Je verrai les ministres de S. A. 61. pour TafiFaire de M. le prince 
de Salm*). 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 15. Juni 1656. 

(Duplicat.) 
Der Kurfürst glaubt, dass die Schweden diesen Krieg, sobald sie nur 15. Juni, 
irgend wollen los sein können, indem sie Polen mit den Moscowiten, Ko- 
sacken und Tartaren, dem Fürsten von Siebenbürgen und ihm selber thei- 



•) Vgl. Droyaen p.261. 1). 

•) Vgl. oben p. 87. 

*) Ebend. 

*) Vgl. unten Abschnitt V. 

1* 



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IQO n. Berichte von 1655 bis 165G. 

leo '), aiicb nötbigeufalls dem Könige von Polen für seine Lebenszeit einen 
Tbeil belii^Ki^n. — Der Kurfürst hat an den Kaiser und au die andern Kur- 
fürsten gcsebiKl)en, um die für die Spanier bestimmten Aushebungen zu 
bindüni , w elehi' dem Vertrage von Münster zuwiderlaufen. — Der Kaiser 
wHl eine liej^atzftng nach Goslar legen; auch hat der Kurfürst Nachricht von 
dcT Vcrpfiiriiinn^ (engagement) dos Erzstifts Bremen an Cromwell, welche 
iVw 8cbwt'dcii beabsichtigen. — Wicquefort hat mit der letzten Post um 
iif^iiien Abtichied gebeten. 



de LumbrcB an Mazariii. Dat. Königsberg 22. Juni 1656- 

[Diü T» Oi>pßiifliMi4ungen des Kaisers, de Lumbres wird nunmehr, seinen Ordres folgend, 
entschieden für Schweden Partei nehmen.] 

5?2. JmiL , , , Je ne manquerai point, [auj retour [de M. Tdecteur], de lui 

faire vüir Ja faiblesse du^) |)r(5texte que prend Tempereur, disant que 
lea troupes qui vont eu Italie ne sont envoyees que contre le due de 
Mod^HC et Celles qui vout en Flandrc que contre les Auglais. 

Er wird dun Befehlen Sr. Eminenz folgen, indem er für Schweden 
Partei niuiiuL Dass er des Kurfürsten Alliance mit dieser Krone bisher 
nicht <^nt?^ehif'dener begünstigt hat, entschuldigt er damit, dass er ein- 
mal die Truppen des ersteren für Frankreich sparen und zweitens dem 
Argwohn der Polen keine Nahrung habe geben wollen. II faut que j'a- 
voue que M. le comte de Walde ck m'a voulu faire agir d'uue autrc 
iimni(^re, t^t ina fait dire que la France entrerait dans la ligue contre 
la l*oIog:ue el iburnirait hommes et argent pour sa pari, sur ce qull 
disait que le roi de Su^de Tavait assur^ que M. d'Avaug.our lui cn 
avait dotjiiö la parole. Mais ... M. d'Avaugour ne m'avait rieu 
niäude de »emblable. 

de Luinbro.s an Brienne. Dat. Königsberg 22. Juni 1656. 

(Duplicat.) 

[Das kurfürstliche Paar in Balga. Maidel.] 

22!. Juni. . .. M. Iclecteur avec madame Telectrice est all6 le 16 de ce mois 

ä Balga ^) ,.., oü M. le corate de Wal deck s'est rendu le meme 
jour , . ., [niais d'oü il] est retourne le lendeniain vers le roi de Su^de. 
Quelques beures auparavant, le grand-veneur de la cour de Pologue, 
Domm^ Maidel *), 6tait arriv6 auprös de Son Altesse electorale avec 
des Icttres de son maltre et de la r^publique qui la convient ä de- 



VgL Droysen p. 261. 

*) de Ms. 

*) Am Frijschun Haff. 

'j Vgl. Pufendorf VI. 30. Droyaen p. 268. 



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de Lumbres nimmt Partei für Schweden. Bewegungen der Heere. i Ol 

meurer dans la neutralitö avec eux et le roi de SuMe, promettant 
cVou.l>lier en ce cas tout le passe, de lui faire sa condition meilleure 
et meme le flattant de la succession de la couronne de Pologne. — 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 28. Juni 1656.^ 

(Duplicat.) 

[Bewegungen der Heere. Verhandlungen de Lumbres* mit Maidel. Der moscowitische 
Abgesandte. Weitere Nachrichten aus Crossen.] 

. . . Cette altesse a envoyö ordre k ses troupes de Prusse de mar- 28. Juni. 

eher, ä quoi elles se di§posent d'oWir dans deux ou trois jours. Leur 

rendez-vous est k Soldau, qui est sur les confins de cette proviiice et 

de la Masovie, d'oü elles se peuvent ais^ment joindre en cas de besoin 

ä. Farm^e command^e par le prince Adolphe et le mar^chal Wränge 1 

qui est all6 au secours de Varsovie. On tient qu'elle s'est arretöe k 

trois lieues de cette place, suivant le coinmandement qu'elle a re^!u 

du roi de Suöde de Tattendre avec le reste de ses forces qu'il propose 

de mener f. . .?], sur ra\'is qull a eu que Tarmöe de Pologne est plus 

forte qu'il ne s'^tait persuadö; et nöanmoins j'ai appris du veneur de 

la cour du roi de Pologne *), qui a 6t6 ici renvoyö de M. Fdecteur 

pour attendre k son retour la r^ponse qu'il veut faire aux lettres qu'il 

lui a pr^sentees, que les cosaques et les Tartares ne sont pas encore 

dans cette arm^e; mais il ine dit qu'ils y doivent venir, si les troupes 

electorales se melent avec Celles de Su6de. En parlant de la mediation 

que la France oflFre pour procurer la paix k la Pologne, il temoigna 

de croire qu'elle pourrait etre acceptöe, s'6tant merae laissö entendre 

qull passe en Courlande, pour. obliger le duc, qui est demeurö neutre, 

de convier les monarques et potentats de moyenner cette paix qu'il 

ne dissiniule point 6tre d^siree par la Pologne, pourvu quon ne pre- 

tende pas la dömembrer en quelque fagon que ce soit. . . . L'ambassa- 

deur de Moscovie, qui est parti dici, s'est fait conduire en Danemark. 

Ce voyage est d'autant plus suspect qu'il n'en a rien du tout döcouvert 

en cette cour, et que la flotte de MM. les Etats -66n6raux se trouve 

pr6sentement au Sund, et que de plus Ton ecrit de Dantzick, que le 

d6put6 de cette ville-lä qui est k la Haye mande que Ton y parle 

d'une ligue entre la Pologne, la Moscovie, le Danemark et lesdits sieurs 

Etat8-66n6raux. 

Les avis de Crossen*) portent que Tarchiduc Leopold est attendu 



') Maidel vgl. oben. 

'; Von der Kurfürstin-Mutter. 



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IQ2 II* Berichte Ton 1655 bis 16^. 

avec inipatience de rarmie imperiale qui est en Siläsie, et que d^jÄ 
utie partie de son bagage et de ses carrosses Bont arriv^s. . . . 



d'Avaugour an Mazarin[?]. Dat. Marienburg 29. Juni 1656. 

29, JuDi. Der König von Schweden ist mit der Sendung de Lumbres' nach 

Pole» eiurerstanden. d'Avaugour will mit demselben zwölf Meilen (Heues) 
von hier') eine Zusammenkunft haben. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 6. Juli 1 656. 

(Duplicat) 

[ZniammenkaDft in Pr. Holland. Schreiben des Kurfürsten an den K5nig von Polen; 

seine Ben düng an den Kaiser und die katholischen Fürsten. Der moscowitische Ge- 

nandtä. Euletiburg an den Czaren geschickt. Mnrren der prenssischen Stände, de Lum- 

brejs geht nach Polen, gedenkt jedoch an den Hof des Kurfürsten zurüeksnkehren.J 

tJ. Juli. Die Zusammenkunft in Pr. Holland ') ist unter grosser Bezeugung von 

Freude und öenugthuung seitens des Schwedenkönigs vor sich gegangen, 
der am dritU-n Tage abreiste, sowie auch der Kurfürst in drei bis vier Ta- 
gen abzureisen gedenkt. Der Letztere macht kund, dass er diesen Vertrag *) 
nur um den polnischen Frieden zu befördern geschlossen habe und schreibt 
im nämlichen Sinne (durch den Oberjägermeister desselben) an den König 
von Polen*). Ferner sendet er Dobrzenski''), seinen früheren Residenten 
in Schweden, an den Kaiser und die katholischen Fürsten. — 

Der an den König von Schweden geschickte moscowitische Abgesandte, 
welcher diese Stadt passirte, hat dem Kurfürsten sein Missvergnügen aus- 
gedrückt Der Kurfürst sendet Eulenburg an den Czaren*) ab. Die 
prenssischen Stände, unzufrieden über die grossen Auflagen, mit denen man 
Rie ihren Privilegien zuwider drückt, murren laut und könnten beim gering- 
sten Wechsel des Glücks sich für Polen erklären. 

In Heiligenbeil war d'Avaugour der Ansicht, dass er, de Lum- 
bres, nach Polen gehen solle, ehe die beiderseitigen Armeen handgemein 
würden und die Polen mit dem Kaiser und dem Czaren - unter Abtretung 
dee herzoglichen Preussen an den Erzherzog Leopold — eine Ligue 
schlössen. — 

Je me dispose ä partir dans 2 ou 3 jours, si autre ^) chose n'arrive. ... 



') In Heiligenheil. 

') Am 18- und 19. Juni (s. unten Wicquefort an Masarin dat 23. Juli, ygl. Pu- 
feodorfC. G. HI. 21. Droysen p. 269). 

^) Den Ktarienhnrger Vertrag vom 25. Juni. 

*) Vgl. Pufendorf VI. 33. 

'] Nach Pufendorf VI. 40 wäre dieser Gesandte erst später abgeschickt wor- 
den (TgL unten de Lnmbres an Masarin dat. 5. Oot.). 

*) Vgl, über diese Sendung des Baron Jonas Casimir v. Eulenburg Pu- 
fendorf VL 31. v. Orlich I. 186. 

^ rantre Ms. 



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Zaiammenk. i. Pr. Hol!, de Lnmbr. u. d'Av. i. Hefllgenb. C.GuBt. rückt a. Warsch. |03 

Dang rincertitude, je retournerai en cette cour. Je proposais de 
prendre cong6 de M. Fdecteur et d'en demander Faudience; mais il a 
temoignö que je lui ferais plaisir de ne le pas faire qu'aprös que je 
lui aurai d6liyr6 la ratification de notre traitö. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg G.Juli 1656. 

Der Kurfürst will den Kaiser und die katholischen Fürsten beschicken, 6. Juli, 
am den Wünschen derselben zu schmeicheln, ohne sich jedoch zu etwas 
Positivem zu verpflichten, wenn ihn nicht die Noth seiner Lage dazu zwingt. 
Er will dem Pfalzgrafen von Neuburg ein friedliches Arrangement vorschla- 
gen, um diesen Fürsten und das ganze bairische Haus davon abzuhalten 
ihm zuwider zu sein. ... de Lumbres bereitet sich zu seiner Abreise nach 
Polen. 



d'Avaugour an Mazarin. Dat. Marienbnrg T.Juli 1656. 

[Seine Verabredungen mit de Lumbres.] 

J'arrivai avant-hier de Tentrevue de M. de Lumbres ... T.Juli. 

Nous sommes demeur^s d*accord que M. de Lumbres ferait savoir 
ä M. r^Jecteur de Brandebourg la rösolution de son voyage, et qu'il 
exhorterait . . . Son Altesse 6lectorale k porter le roi de Suöde ä un 
accommodement, comme il a lui-meme tant d'intöret et d'occasion, ayant 
fait dessein d'aller en personne Commander ses troupes, qui feront 
Faile gauche de Farm^e conföderöe de Su^de et de Brandebourg. Cette 
ardeur a 6t6 inspiröe ä ce prince dans celle de la d^bauche de Hol- 
land*) qui a 6t6 solenneile, magnifique et longue entre ces deux 
nouveaux princes amis. Jamais on n'a oui tant de protestations d'amiti^, 
de sinc^rit6, de z^le ni vu plus de caresses, d'embra^sades et de 
baisers . . . 

d'Avaugour an Mazarin. Dat. Marienburg 21. Juli 1656, 

[Carl Gustav rückt auf Warschau. Behandlung der schwedischen Besatzung daselbst 

durch die Polen.] 

. . . Le roi de Suöde n'attendait rien que Mecteur de Brandebourg 21. JuH. 
et la perfection de son pont '), pour marcher droit ä Varsovie, 8*6chaüf- 
fant en ce dessein-lä par le traitement que les Polonais ont fait ä ses 
gens qui en sont sortis. On ne leur veut point tenir Taccord fait avec 



•) Vgl. oben. 

*) Ueber den Bug bei Nowodwor. 



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^04 ^^- Berichte von 1655 bis 1656. 

M. de Wittenberg*), et au lieu de libertö on parle d'envoyer les 
priiicipaux ofüeiers ä Zamosc '). ... 



Wicquefort an Mazariii. Dat. Paris 23. Juli 1656. 

[liuriclittt dem Cardinal (wie er angewiesen) die neuesten Ereignisse^ die Zusammen- 
kunft in Pr» Holland, den Marienbarger Vertrag, und dass der Kurfürst gegen die 
Fi>]on marscbirt. Es wAre besser gewesen, denselben zu einem selbständigen Han- 
lieJn iii eitler gewissen Abhängigkeit von Frankreich in den Stand zu setzen.] 

23, Juli, , , , J'ai ordre de faire savoir k Votre Eminence, que monseigneur 

r^lecteur s'est abouch6 avec le roi de Su^de dans la ville de Holland 
le 18 et 11) du mois passö'); qxxil a conclu une ligue oflFensive et de- 
fensive avec lui; qu'il a consenti k la jouction de ses troupes, et que 
öon Altesse i^Iectorale inarehe k la tete de son arm^e contre les Po- 
loTiaie. Coniiiie je ne doute point, ou Votre Eminence sera bien-aise 
de voir hi ibrtune incertaine du roi de Su6de appuyöe d'un si puissant 
eecours, aust^i demeure-je enti^rement persuad^ que Votre Eminence 
jiigera ais^metit quil n'aurait pas ^t6 hors de propos de faire agir S. 
A. 61. de son chef et avec quelque d^pendance de la France. . . . Mais 
cest ä quoi Votre Eminence rem^diera qivand il lui plaira. — 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Warschau 9. Aug. 1656. 

H.Äug. Empfiehlt wiederholt") Hoverbeck zu eiuer Pension, wiewohl derselbe 

im Angenblick, wegen seiner geringen Neigung für die Schweden, bei sei- 
nem Herrn an Einfluss verloren hat. Walde ck ist von den Schweden 
mittelst gras F er Geschenke und einer Anweisung (brevet) auf 50,000 Livres 
trkauft '') 1 oJj^t'hon Polen ihm ebensoviel angeboten hat. Schwerin steht 
sehr gut bciin Kurfürsten und noch besser bei dessen Gemahlin: jedoch, 
abgerieben dtivuii, dass er nicht leicht zu erkaufen, ist er wenig thätig. 

de ijunibres an Brienne. Dat. Warschau 9. Aug. 1656. 

(Duplicat.) 

[Seine Verhandlungen in Polen. Schlacht von Warschau. Die verbündeten Armeen.] 

liAug. Je partis de Königsberg le 10 du pass^, au mßme temps que M. 

r^lecteur de Brandebourg ®). ... Aprös avoir tirö de [Föveque de Var- 

') Der8*?lbi) hatte am 1. Juli capiiulirt. 
:) VgL Piifendorf C. G. III. 22. Droysen p. 271. 
') Vgl oben p. 102. 
*) Vgl. oben p.97. 
■■*) VgL oben p. 94. 

*, Vgl Droysen p. 273. 1) — und übrigens das Schreiben Desnoyers* vom 
27. Juli (p. 208fO- 



L 



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Sclireiben Wicquefort's an Mazarin. de Lumbres verhandelt mit d«n Polen. 105 

mie . . . quelques] lettres . . ., je ine suis rendu au camp de M. T^lecteur 

et depuis avec lui ä celui de Suede . . . L'6lectcur de Brandebourg 

s'en est expliqu6 plus clairement , m'ayant d^clar^ avoir fait porter 

parole au roi de Pologne de faire changer son royaume en monarchie 

hör^ditaire, avec pouvoir d'en disposer pour qui bon lui semblerait, 

8*il se voulait joindre avec eux; mais que ce roi ny a pas voulu preter 

l'oreille. Et sur ce qu'il me proposa de le sonder encore sur le mSme' 

point, je reprösentai que malais^ment le roi de Pologne öcoutera cette 

proposition . . . , ä quoi M. F^Iecteur repartit que le roi de Pologne 

peut prendre une entiöre confiance au roi de Suöde et en lui, et que 

niettant entre leurs mains avec touies leurs forccs et celles que ce roi 

pourrait encore avoir, le dessein r^ussirait infaillibleraent *). ... 

La reine de Pologne . . . se montra aussi bien persuad6e de ce 
que j'avais rcinarqu^, que Tempereur ne desire point cette paix, son 
intöret 6tant de fomenter la guerre en Pologne qui engageant le roi 
de SuMe et M. de Brandebourg, lui donne la libertö de faire mieux 
ses affaires en Allemagne. 

Er hat ferner mit dem Könige und den Grossen Polens wegen einer 
Ausgleichnng verhandelt. 

La derni^re question fut pour M. F^lecteur de Brandebourg, qu'ils 
soutiennent ne pouvoir etrc compris au traite, h cause qu'il est leur 
vassal *). Je leur fis remarquer qu il n'est pas seulement duc en Prusse, 
mais aussi prince et ^lecteur de Tempire, en laquelle qualit^ 6tant sou- 
verain, il peut faire une des parties du traite, puisqu'il na pas seule- 
ment pris les armes en Prusse, mais aussi dans l'empire, et qu'ils 
proposent eux-memes de l'attaquer par la Pomeranie, ä quoi j'ajoutai 
que la öuöde ne traitera jamais sans lui. . . . 

Ces questions ayant 6t^ amplement agit^es dans les Conferences 
que j'eus, pendant quatre jours, avec le roi et les principaux de*) la 
röpublique, on tint conseil sur la r^ponse qui me devait etre faite, la- 
quelle me fut ensuite donnöe . . . , qu'ils ne veulent pas traiter sans 
mödiateurs; qu'avec la France ils d^sirent que Tempereur, le roi de 
Dänemark et MM. les Etats-G6n6raux des Provinces-Unies soient m6- 
diateurs. 

Je proposais de partir le lendemain, pour aller porter cette r6- 
ponse au roi de Suöde; mais la c6r6monie de l'arriv^e du g^nöral des 



') Vgl. Droysen p. 274. 
') Ebend. p. 275. 
*) avec Ms. 



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\QQ IL Berichte Ton 1655 bis 1656. 

Tartares, qui vint ce jour-Iä saluer le roi, m^ayant empichö davoir 
un trompette, je iie pus pas partir que le jour suivant; qui ötait le 28 
du pas8^ ^}. Je fus surpris de ce qvCä mi-chemin je rencontrai le roi 
de Hu6de avec M. r^ecteur, qui faisaient faire halte k leurs annöes. 
Apres leur avoir rendu compte de ma n^gociation et de la r^ponse . . ., 
i! me remlrent ii leur retour, s'^tant d^clar^s que leur dessein 6tait 
d'aller atta*iuer larni^e de Lithuanie, s6paröe de celle de Pologne par 
la rivi^re de Vistule, et puis les forts de terre qui sont proches da 
pont et cnsuite brfiler une partie du meme pont. Je leur dis qu'ils 
iie trouveraient pag les troupes de Lithuanie, parce qu'elles marchaient 
pour gagiier la rivi^re de Bouc') et puis le derriöre') de leur camp; 
que Celles de Pologne commen^aient ä filer au-defä, du pont, pour sc 
joindre aux Tartares et suivre Celles de Lithuanie "*). Cette rencontre 
inopin^e de deux armöcs qui se cherchaient Tune Vautre, sans avoir 
aiicun a\i8 de la marche ni du dessein de Fune Tautre *), pouvait faire 
prendre de nouveaux conseils, si Farmöe de Su^de et de Brandebourg 
n'euflsent ^tö trop avanci^es pour rebrousser chemin. Elles continu^rent 
donc leur marche, niais ne purent arriver que tard devant Varsovie, 
ce qui fut cause que le reste du jour se passa en escarmouches et 
caiionnades. Le Icndeniain depuis le matin jusques ä la nuit il y eut 
divers corabats et attaques, qui recommeng^rent le dimanche, mais 
avec moins de rigueur de la part des Polonais, qui voyant leurs forts 
pri», prirent la fuite; le roi de Pologne se trouva des premiers aux 
occasioijs et des denneis ä la retraite. Aprös avoir fait rompre une 
parrie du pont, il laissa trois ou quatre rögiments dmfanterie pour la 
garde de la place; mais depuis ayant consid6r6 la faiblesse de cett« 
ville, il en rctira la gamison, ce qui obligea les bourgeois k aller 
oflrir leurs clefs au roi de SuMe, qui y est entrö quelques jours 
apr^s. Quöique [la victoire] seit grande, on ne croit pas que les Po- 
lonais y aient perdu plus de deux mille hommes, de Fautre cöti peu- 
vcnt avoir ^t^ tu*!:s cinq ou six cens. . . . 

Pour profiter d'une si grande victoire, on proposait le si6ge de 
Dantzick; mme on a appris que la flotte hollandaise, compos6e de 
quarante et tant de vaisseaux, a mouill^ Fancre k la rade de cette 
\dlle, dans laquelle Famiral a 6t6 rcQu avec grande röjouissance. Les 



") Vgl. Droyaun p. 217. 

') Bug. 

^} demierü Ms. 

*) Vgl. Pufendoif C. G. III. 24. Droysen p. 278. 

^) Ebend. p. 28G. 



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Schlacht Ton Warschau. Der Czar. Reise Wicquefort's. 107 

arm^B conftderöes marchent prösentement vers Casiniierz, tantpour y 
trouver moyen de mieux subsister que pour profiter des oecasions qui 
se pourront präsenter. Celle de Su^de est forte d'environ dix mille 
hommes, celle de M. r^leeteur est presque de pareil nombre, . . . plus 
forte en infanterie, mais plus faible en cavalerie. On tire quatre mille 
hommes de la premiöre, pour en fortifier le comte de la Gardie, 
qui en a besoin contre les Moscovites; mais M. T^lecteur fera rem- 
placer ce nombre de ses troupes qull fait venir de la Marche. . . . 



Der Kurfürst an Mazarin. Dat. Königsberg 5. Sept. 1656. 

Verwendet sich für die Freilassung des Prinzen von Tarent '). 5. Sept. 



Wicquefort an Mazarin. Dat. Paris 29. Sept. 1656. 

[Der Moscowiter hedrängt den KurfQrsten. Was Frankreich thun soll. Wicquefort's 

bevorstehende Reise.] 

Ayant vu par mes döpeehes, que le grand-duc de Moscovie avait 29. Sept. 
envoyö un ambassadeur ä M. Telecteur qui le presse de se döclarer 
dans trois jours et de quitter le parti de Su^de ou de s'attendre ä 
une tr6s-cruelle guerre de sa part, je ne saurais m'empecher de dire 
ä Votre Eminence, qu'il serait ä souhaiter ou que l'on neüt jamais 
commenc^ la guerre de Pologne ou que ses 6v6nements n'eussent pas 
si bien r^pondu aux pronostics que j'en fis, il y a un an. . . . Je ne 
puis pas dissimuler ä Votre Eminence que j'ai toujours cru, et que je 
crois encore que ceux qui ont conseill6 ä Son Altesse 61ectorale de 
joindre ses armes ä eelles du roi de Su^de et d'entrer dans ses in- 
t^rets ne connaissent pas bien les siens, et que ceux qui le portent 
k sen d^taeher les comprennent bien mieux. Messieurs les Etats sont 
du nombre des derniers; mais j'estime que le Roi n'est pas moins 
Obligo de faire agir ses ministres aux memes fins. . . . Portant ce prince 
k reprösenter au roi de Suöde la n^cessit^ qu'il a de faire la paix, 
mSme en quittant ses conquStes, il sera oblig6 de la faire. ... II est 
certain que les troupes de Vempereur ne demeureront pas inutiles . . . ; 
il semble que je n'aurai pas beaucoup de peine de persuader k Votre 



') Henri Charles de la Tremouille Prince de Tarente et de Tal- 
mond, Neffe Tn renne's, refon^irten Glaubens, rermäblt mit Amalie, der Tochter 
des Landgrafen Wilhelm V. Ton Hessen-Cassel; vgl. über ihn Erman et Reclam 
M^m. des R^fngies I. p. 204f. Rommel Neuere Gesch. von Hessen IV. 19. 735. 
778. — Schon am 15. November zeigte der Cardinal dem Kurfürsten die Freilassung 
dieses Prinzen an. 



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J08 I^- Berichte von 1655 bis 1656. 

Eminence, qu'il est ä propos de sassurer de raflfection des princes 
(]AUeiiiagiie, et Hurtout qu'il faut niettre Son Altßsse dectorale eu 
^tat de ptjuvoir a^^ir pour la bonne cause. Pour cet effet, il le faut 
mettre ä coiivert des menaces du Moscovite et de Tindiguation des 
Polonais, eu saeconimodant avec les uns et les autres, sans n^anraoins 
ee d^clarer eontre le roi de Su^de. . . . J esp^re que mon voyage ne 
sem pas inutile, et ') partant^), comme je ferai indubitablement, lundi 
prodiaiii avec le pouvoir que j'ai en main, je m'ose promettre que je 
ue coutrihuerai paa peu ä la pacification des affaires du nord. 



di} Liunbres an Mazarin. Dat. Königsberg 5. Oct. 1656. 

[Dank an (k-n Küifiiraten dafür, daas er den Kaiser abhalten will, dem Vertrage von 
MiiiiäLLr ]&iiwlder ^u hsuideln. Sendung Üobrzenäki'» an den Kaiser. Belubigung deä 

Herrn von Somniiz.] 

ß, cxsi. * . , Je 11 'ai pas manque, comme il m'^tait commaud^, de remercier 

M. Velecteur de la lettre qu'il a ^crite ä Tempereur touchant les lev^es 
i[in\ a faiteg et les troupes qu'il a fait passer au Service d'Espagne 
et de le i}rier de crnitinuer ä s'employer pour faire observer le traite 
de Munster, ce quil a promis de faire. ... Je crains nöanmoins quil 
tie fasse aujourd'hui cet office faiblement, parce que, dans l'appr^hen- 
siou quil a que Tt inpereur ne sc lie avec les Polonais, il le fait flatter 
de son service et de son suflFrage en faveur de son fils on de son 
fr^re, lui ayaut eiivoy^ pour cela un ambassadeur qui est le sieur 
Uobrzengki ^), qui ^tait auparavant son resident en Suede. 

Je ii'ai paÄ tiouv^ en cette ville le sieur öomnitz, pour lui faire 
le ci^mpliment i[ui m'a 6t6 präsent. . . . Si cet homme a eu raison de 
juger que la Franee est assez considerable d'elle-meme et ind^pen- 
danjHient de la Sn6de pour se rendre chef d'un parti en Allemagne *)..., 
il aurait bien plus de raison de tenir aujourd'hui ce discours. . . . 

de Lumbre^ an Brienne. Dat. Königsberg 5. Oct. 1656. 

(Duplicat.) 

[Hat die königliche Ratification des Vertrages vom 24. Februar erhalten. De» Kur- 
füraien Erbitterung gegen Polen. Beruhigende Versicherung an den Czaren.] 

5. üüt , , . J*ai trouv^i en cette ville la d^peche du 30 avril avec la rati- 



') et quß Ma. 

'J Nach HüUdtid ^?i vgl. Lcttres do Desnoyers p. 249. 

'< Vgl* über dieee Sendung oben p. 102. 

*} Vgl üben p. 99. 



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Sendung a. d. Kaiser. Der Kurf. will nicht unter poln. Oberhoheit zurückkehren. J09 

fication du traitö fait avec M. Fölecteur de Brandebourg *) apportöe par 
mon fils '), qui arriva peu de jours aprös mon parteinent. . . . 

M. relecteur a regu avec beaiicoup d'^niotion la difficulte que les 
Polonais fönt de traiter avec lui sinon conime avec leur vassal *) et 
s^parement d avec la Suedc et la ferniet^ avec laquelle ils dcmandcDt 
quon leur promette, avant que de traiter, que tout serait remis au 
merne 6tat qu'il 6tait avant la rupture de la tr6ve. ... II a fait entendre 
qu'il ne veut point retourner sous leur Jurisdiction, et que, pour cela, 
il [va?] sc rallier plus fortenient a la Öuc^de et donncr ordre ä ses 
deputes, qui venaient ä Frauenbourg conime J*en i)artais, de häter 
rajustement de quelques difficultes qui sc jiresentent en Texecution des 
traites qu'il a faits avec le roi de Suc^de, et ensuitc qull s'abouchera 
avec cette majestö,* de quoi jusqu'ä präsent il s*est defendu, quelque 
instance quo lui en ait 6te faite par ce roi *). II a neanmoins, devant 
cette entrevue, reuvoye rambassadeur de Moscovic et lui donn^ parole 
qu*il ue sc joindra pas avec les Suedois contre le grand-duc. . . - 



de Luiiibres an Bricnnc. [o. ü,] 
(Duplicat.) 

[Die Polen wollen die Souverünetiit in rreussen und Ernieland nicht abtreten. — Die 
Ku!fürstMi für den Frieden mit Polen. Des Kurfürsten Freude daiüber, dass die Un- 
terhandlungen Frankreichs mit Sjianicn skh zerschlugen. Von Seiten des Kaisers 
scheint er nichts zu besorgen. Niederlage Rad zi will's und VValdcckV Zuzug aus 
der Mark. Diese und Pommern durch Johann Casimir bedroht. Derselbe in Danzig 

erwartet.] 

. . . J'ai dit [ä M. l'ölecteur] que nous *) avions sond6 les Polonais (Oct.) 
sur ce point (der Abtretung der Souveriinetät in Preussen und des Bis- 
thums Ermeland) . . . ; qu'ils disent n'avoir pas le pouvoir, quand ils en 
auraieut la volonte, de c^der un bien qui appartient k l'^glise et un 
övechö qui est soumis imm^diatement au pape, le nonce duquel s'op- 
pose formellement ä cette cession . . . , sur ce qu'il repartit que non- 
obstant de scmblables renwntrances et oppositions de la part du pape 
... les catholiques n'avaient pas laiss6 de lui c^der et k la Suöde 
divers 6vech6s. . . , 



') Vgl. oben i).80. 
') Vgl. ebend. 
') Vgl. Droysen p. 305. 
*) Ebend. p. 303. 

*) D. h. de Lumbres und d^Avangour bei den Verhandlungen mit den Polen 
in Lubtin. 



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IJO ^^- Berichte von 1655 bis 1656. 

J*ai trouvö madame T^lectrice bien plus raod6r6e. Elle ne feint 
pas de dire que les prötentions des Polonais sont raisonnables; qu*il 
y a peu de justice dans les armes du roi de Suöde et de son mari; 
que ces deux princes exposent leurs personnes et leurs ötats aux dou- 
teux övenements d'une fächeuse guerre, principalement si Tempereur 
y entre; et que si ses conseils ötaient re^us, la paix se ferait arec 
la Pologne k quelque prix que ce fftt. Et de fait j'ai appris qu'aux 
occasions eile en presse son mari, qui les ^vite autant quHl peut . . . , 
la plupart de ses conseillers 6tant du ') meme sentiment. Aussi ne 
prend-il plus guöres leurs avis sur cette matiöre, se laissant empörter 
k la passion qu'il a pour la souverainet6 de Prusse et pour F^vechö 
de Varmie, en quoi il est flatt6 par deux ou trois de ses officiers 
desquels il se laisse aujourdliui gouverner, principalement au fait de 
cette guerre. 

II a t^moigne par ses discours et par Fair de son visage beau- 
coup de joie d'entendre que le pour-parler de paix avec TEspagne 
[est]') rompu ..., et ensuite a protest6 que s'il se peut dögager de 
la guerre quil a sur les bras, il servira la France non-seulement de 
ses troupes, mais aussi de sa personne. . . . 

Schwerin ist noch in Prauenburg»). M. Tölecteur ne m'a point parl6 
de Varmement du duc de Neubourg. II aflfecte en ses discours de 
paraitre qull ne craint rien de ce c6t6-lä ni *) meme de celui de Tem- 
pereur, qu'il dit Tavoir fait assurer qu'il ne se melera pas des affaires 
de Pologne. J'apprens de ses plus confidents, que celui qu'il a en- 
voyö vers Tempereur ') n'a pas eu encore de r^ponse, et qu'il a mand^ 
qu'il ne peut p6n6trer les desseins de cette cour-lä. 

L'armöe de Lithuanie est entr6e avec les Tartares dans la Prusse 
du cotö de la Podlachie, oü eile a forc6 le prince de Radziwill, qui 
commandait quati-e ou cinq rögiments su6dois, mais faibles, et le comte 
de Wal deck, qui avait une partie des troupes de son mattre, quoi- 
qu'ils se fussent retranchös en un poste avantageux, environn6 d*une 
riviöre et d'un lac. Le canon, le bagage et presque tonte Tinfanterie 
y sont demeur^s. Le pillage du butin a donn6 temps k la glupart de 
la cavalerie de se sauver •). Son Altesse ölectorale a donn6 ordre k 



•) d'un Ms. 

*) fehlt Ms. 

*) Vgl. Droysen p.304. 

♦) Ebend. p. 294. Pufendorf VI. 40. 

^) Dobrzenski (vgl. oben). 

^) S. über dies Gefecht vom 8. October, das aoch nach Johannisbarg and nach 



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Niederlage Radziwiirs und Waldeck's. Lage des Kurfürsten. iH 

d'autres troupes de s'avancer de ce cötö-Iä pour joindre les döbrig 

que ce comte a recueillis. Elle avait auparavant raandö le gönöral- 

inajor Dörfling devenir*) avec trois mille chevaux qu'il commandait 

en la Marche de Brandebourg, lesquels depuis peu de jours sont au- 

dega de la Vistule. Cela d^garnit bien eette province et la Pomeranie, 4] 

et nöanmoins le roi de Pologne avec son arm^e semble prendre sa ^ 

marche de ce cöt6-la. II est certain quil est attendu ä Dantzick, oü 

je me rendrai aussitöt qu*il y arrivera. . . , 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 19. Oct. 1656. 

[Lage defl Kurfürsten. Schwerin über diese und die der Schweden. Anerbietungen 
des lithauischen Generals an den Kurförsten.] 

. . . Je ne sais que juger de la conduite de M. F^lecteur de Brande- 19. Oct. 
bourg. n affecte de paraltre sans peur et m^priser les Polonais et 
montre de ne vouloir traiter avec eux, s'ils ne lui cMent TövSch^ de 
Vannie, qui est grand et dont d^pendent quantitö de villes et la sou- 
verainet^ de la Prasse ducale; et n^anmoins Votre Eminence pourra 
voir par la lettre que j'öcris a M. le comte de Brienne, dont le double 
est Joint k la präsente*), qu'il est fort embarrassö et emploie toutes 
sortes de moyens pour sortir de la guerre de Pologne. Le baron de 
Schwerin .. . m'a rapport6 F^tat oü il dit que se trouvent presentement 
les affaires des Su6dois et Celles de son mattre. Pour ce qui est de 
ceuxlÄ, il me les a d^peint bien faibles ... [en me disant] ... que 
MM. les Etats redoutent leur agrandissement et n*auraient pas traitä 
avec eux '), si son maltre et madame la priucesse d'Orange n avaient 
employ6 leur cr6dit. . . . Quant aux affaires de son maitre, il a dit 
qu'elles ne sont pas en meilleur 6tat, etant aussi sans argent et ses 
6tats grandement cbarg^s k cause de toutes les lev^es qu'il a faites; 
que depuis le combat de Varsovie, il a perdu la moitiö de ses troupes 
k cause des oialadies extraordinaires qui ont afflig^ son arm^e. ... II 
ne parla pas de Tappröhension qu'il a que Neubourg ne se serve de 
cette occasion pour attaquer le duch^ de Cl^ves, mais il l'insinua assez 
adroitement. ... II m avoua enfin que son maitre est recherch6 par le 



ProsEken genannt wird, Droysen p. 309 — 310, femer Pufendorf F. W. VI. 48. 
C. G. m. 30. 

') Ans seinem festen Lager bei Driesen (s. öbend.). 

*) S. unten das Duplicat. 

'} Am 11. Sept. war der Elbinger Vertrag zwischen Schweden und Holland zu 
Stande gekommen. 



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112 ^^ Berichte von IGöö bis ICof5. 

sj^neral de Lithuanie *) de se dötacher des Suödois et eivt€ndre k un 
traite particulier. 



de Lunibres au Brienne. Dat. Königsberg 19. OcL 1656. 

(Duplicat.) 

[fk- Lutubn-H soll an 'den König von Polen schreiben, um denscjbfjn von der Verwfl- 

»tufig P^jinmerns und der Mark abzuhalten. Der Bischof von Ernjclaiid. Die Vtr- 

UandltnigeTi in Prauenburg abgebrochen. Schlippenbach und Abgcaandlc CJon^iewski's 

In Königsberg. Nachricht von einem Vertrage mit dem Ciaren. | 

19*Oci. , , . M. lelecteur. m'a fait prier decrire au roi de Polognc ]Kmr . - . 

le divertir de ce dessein (nämlich Pommern und die Mnrk zu verwii*;tQü), 
coniiuc etaiit prejudiciable ä la proposition de paix ^\ oapahle de faire 
ff^nmer Ifs princcs de l'empire, et, en tout cas, poiir lo prier de ne se 
paa spnir du feu, et m'a encore prie decrire pour le fait du feu au 
genöral des troupes de Litluianie, ce que je nai pa^ entime devoir re- 
ftisfT. . . . Cette altesse a de plus mand^ r^veque de Varniie ^), (lui 
vient dariiver ici, pour le convier de seniployer k digposer ses pa- 
iTnts ... ä un acconimodement. Le baron de Selnvcriii of son col- 
löguc^), rjui traitaient ä Frauenbourg avec les dcimtii^ de fSuede, eu 
8ont partis saus rien conclure et sans prendre conge du roi *), qui a 
cnv(>y4 cn cette ville le comte de Schlippenbaeli *), jiour reuoucr 
le traite. . . . Pendant le söjour du comte en cette ville sont arrives Icb 
envoy^a du g6n(^ral des ti'oupes de Lithuanie*), pour proposer k M, 
r^Iecteur un trait6 particulier que ce g^nöral mande avoir pouvoir de 
faire, cc qu'il avait aussi dit en partant de Lublin, ayant acquis quel- 
que er*3ance aupr^s de lui pendant quil a denieur^ en cette ville, 
Quoique ce voyage soit prötextö de Fescorte que ceux-h\ ant faitc k 
un officier de M. Fdecteur, le sieur de Schlippenbaeh ne laisse pas 
pnuiiaiit d'appröhender ce qui est en eflfet, d'autant plus qu'il a wl les 
etats de Prusse faire de nouvelles remontrances ä ce priiite . . . pour 
la paix avec la Pologne, et qu' ... ils se sont encore adrcsses ä tua- 
dame l't^lectrice. 

11 serait bien malaisi^ de pröjuger, quelle sera la reäolution que 



*) Vincenz Corvin Gonsiewski vgl. Pufendorf VI. 49. C G, lH. ^. 
Kudaw.«)ki Histor. Poloniae Libri IX. p. 271. 
*) VgK Pufendorf C. G. 111. 33. 
^) Friedrich v. Jena. 
*) Droysen p. 309. 1\ 

^) Pufendorf F. W. VI. 44. C. G. III. 34. Droyson ]),31ö. 
') Droysen p. 311— 312. 



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Öchlippenbach und Abgesandte (j^onsiewski's in Königsberg. 113 

cet ölecteur prendra . . ., outre que de sa nature il change facilement 
d'avis. . . . 

«Tallais finir, comme j'ai appris que M. T^lecteur a re^u avis de 
celni qu'il a envoy6 vers le grand-duc de Moscovie*), que le trait6 
qu*il avait eu ordre de faire avec ce duc est conclu, et qu*il y a Sus- 
pension d'armes entre la ville de Riga et Tarmöe qui Tassi^ge pour 
deux mois, pendant lesquels Son Altesse dectorale est convi^e de 
s'entremettre pour ajuster les diff^rents d'entre la Moscovie et la 
SuMe*). Si cet avis se trouve v^ritable et n*est pas supposi pour 
calmer les esprits des ötats de Prusse, les affaires pourront changer 
de face. 

de Lumbres an d'Avaugour. Dat Königsberg 22. Oct 1656. 

... Je m'en vais voir M. Tölecteur ä Neuhausen, oü il s'est retirö 22. Oct 
k cause d'un tapissier mort dans le palais assez subitemeut pour faire 
soupQonner la cause de sa mort. Le sujet de ce voyage est pour 
öchanger uos ratifications '), [ce] que je n'ai pu encore faire, ensemble 
pour prende cong6 de lui. . . . On attend ici un ambassadeur de Mos- 
covie. . . . 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 26. Oct. 1656. 

Das Misstrauen der Schweden gegen den Kurfürsten ist in täglichem 26. Oct. 
Wachsen begriffen; derselbe gewährt die Zusammenkunft nicht, welche der 
König von Schweden seit einem Monat verlangt u. s. w. Schwerin hat 
de Lumbres gefragt, op Frankreich es billigen würde, dass man einen beson- 
deren Vertrag mit Polen schliesse. . . . Le grand-^cuyer de M. T^lecteur 
qui est Fran5ais^) m'a dit qu'encore que la paix se fit dans un mois, 
il ne serait pas au pouvoir de son mattre de faire subsister un autre 
mois ses troupes dans la Prusse, de sorte que si Sa Majestö d^sirait 
d'en proliter, ü serait n^cessaire qu'il y eüt un fonds pret & Dantzick, 
pour les faire subsister jusqu'ä ce que le beau temps permit de les 
embarquer. 

Der Kurftlrst an d'Avaugour. Dat. Labiau l.')Nov. J656. 

[Bein Interesse bei dem Vertrage zwischen den Kronen Frankreich n. Spanien betreffend.] 

Monsieur, puisque j'ai entendu qu*il y a bonne espörance du trait^ 1.(6?) Nov. 

') Enlenbarg s. oben p. 102. 

•) 8. Droysen p.818. Pnfendorf F. W. VI. 32. C. G. m. 56. 
*) Des Vertrags vom 24. Febr. 
^) de la Cave. 

^) 5? ^ Die Zahl nicht deutlich. 
Mater, sur Gesch. d. Gr. KurfDrsten, II. 8 

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114 n^ Berichte von 1655 bis 1656. 

de paix entre lee deux llois, et que le grand interSt que j'y prends 
Tüua est bien ccmnu, ötant aussi assür6 que le Roi tr^s-chrötien, en vertu 
de la mutueUe alliaiice nagu^re conclue, veut que mesdits int^reta y 
soient compris et embrassös, j'espere que de votre part, selon raffeo- 
tion que vous m*ayez tüujours temoignöe, vous contribuerez tout ce 
qui en cet egard pourra concerner leur avaneement. C'est pourquoi 
je voua prie de coutmuer vos bons offices au bien de mes affaires et 
m^avertir du tcmps et du lieu oü. le traitö doit prendre son commen- 
cemeiit, afiu que je puis«e me pr^parer pour envoyer quelques-uns qui 
j assisteront de ina part, ... [gez.J Frideric-Gitillaume Eleeteur. 
— De Labiau le 1 (5?) uovemb. Fan 1656. — A Monsieur Monsieur 
d'Avaugöur ambassadeur du Roi tr^s-chr^tien. 



') Eine wcsentlicho Ergänzung zu den obigen Notizen über de Lumbres* Per- 
EiDnlichkeLc, wdclic wir in W Lcqnefort^s „Ambassadeur* finden, sei es gestattet 
bler noch näcbtrUgliiih einiunchalten. Es beisst dort (Liv. I. Section 26): Pour ce 
i^Qi est du M- de Lumbrett, l1 ^tait pr^sident au grenier k sei k Montrueil sur mer, 
ti^tist-k-dirti daQS uti lieu et daus un fonction oü il n'avait jamais ou'i parier de cotte 
»orte d^aifaire^ lorsqu'ü fut tii^ de son poste, k la recommandation du duc de Lon- 
g u e T i n e 1 pour etre employi^ aupr^s de T^lecteur de Brandebourg. — Demnach 
wAre dünn auch der von riansan als Resident in Lütticb im J. 1648 aufgef&hrte 
T,de Lombre* {a oben p. 85. 1)) ein anderer. 



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m. 
Berichte von 1657 bis 1658. 

(Blondel) 



8* 

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Einleitung. 



Als im Jahr 165Y in Folge der Liga Polens mit Oestreich und von 
Dänemarks Angriff gegen den Sebwedenkönig zu besorgen war, dass sich 
der Kurfürst von der Verbindung mit dem letzteren trennen und nothge- 
drungen in das gegnerische Lager treiben möchte; als es Frankreich ferner 
in hohem Grade darauf ankam, einer neuen Eaiserwahl im östreichischen 
Sinne entgegenzuwirken, sandte Mazarin an Stelle de Lumbres', der 
inzwischen am polnischen Hofe bevollmächtigt war, einen neuen Gesandten, 
Fran9ois Blondel Seigneur de Croisettes, an den Kurfiirsten, dessen 
Instruction vom 2L Juni 1657 datirt. 

Blondel'), der Sohn eines Professors der Mathematik, geb. 1617 zu 
Ribemont in der Picardie, der reformirten Confession angehörig*), wurde, 
bei seltenem Talent, selbst ein berühmter Mathematiker und Architect. 
Im Jahr 1652 ward er erwählt, den jungen Grafen von Brienne nach 
dem Norden*), nach Deutschland und Italien zu begleiten, eine Reise, 
welche drei Jahre währte und über die später ein in lateinischer Sprache 
abgefasster Bericht gedruckt erschien. Danach wurde er dann mit meh- 
reren diplomatischen Sendungen betraut, nach derjenigen an den Kurfür- 
sten von Brandenburg mit einer ausserordentlichen Mission nach Con- 
stantinopel, um daselbst gegen die Misshandlung der französischen Ge- 



') Vgl. über ihn insbesondere Droysen Forschungen zur deutschen Geschichte 
a. a. O. p. 26— 29. Biographie universelle IV. p. 451. Nouvelle biographic 
g^n^rale VI. p. 252. Poggendorff Biographisch-literarisches Handwörterbuch stur 
Gesch. der exacten Wissenschaften. Lettres de Desnoyers p. 588 ^377} u. s. w. 

*) 8. Er man et Reclam 111. p. 246. — In seinem Couis d'architecture (4ifeme 
etc. partie. Paris 1683. p. 609) eifert er gegen ,cenx qui ont intdret qu'il y ait par- 
tout du miracle*. 

') In seiner Rede bei Eröffnung der Academie der Baukunst (gehalten am 31. Dec. 
1671) sagt er: et j'ai vu des sauvages sur les bords de Toc^an du nord qui n'ont 
point d*autres maisons que les ventres des baleines que la violence des vagues a fait 
öchouer h la cdte. 



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IIQ nu Berichte von 1657 bis 1658. 

eandtfichaft ") durch d^n Grossvezir Kiuprili zu reclamiren *). — Seine 
diplomatieirhen Erfolge tnigen ihm das Patent als Staatsrath, seine wissen- 
schaftlichen EeniitQisj?e die Stelle als Lehrer des Dauphin und als Pro- 
fessor arn College de France ein*). In dem grossartigen Erziehungsplan, 
weichet unter Bossuet's Leitung jenen Prinzen zu dem Ideal eines künf- 
tigen Herrscherin biltlen sollte, wurde ihm der Unterricht desselben in den 
Fnehcrii der Matheiriatfk, Kriegskunst und Architectur übertragen^), und 
mehrere seiner Schriften sind unmittelbar für jenen geschrieben"). Im Jahr 
1669 wurde er Mitglied der acad^mie des sciences. Sodann hat er — wie 
er sieh auf weiten Reisen eine eigene 'Anschauung der vorzüglichsten Monu- 
mente der Baukunst erworben — auch an den Bauwerken, welche damals 
Paris verschönten, den Me^eutlichsten Antheil gehabt. Unter Zustimmung 
des Königs gab er dem Burgermeister und den Schöffen von Paris den 
Plan zu allen jenen Arbeiten, der Erweiterung der frequentesten Strassen, 
der Anlage der Quais, der Restauration der Porte St.-Antoine und Porte 
St-Bernard an"}. Der Haupt z enge seines Ruhmes aber ist die Porte St-Denis, 



*) Eh^ui. Le jngement, tneasiears, qae j*08e porter aar cette mati^re est fond^ 
sur un pen d^exp^^riertce qae j'ai ä^ aoqa^rir par T^tade qae j^ai fait avec application 
et depuia lotig-temps k rarchitectare et par la facilit^ que les emplois dont 
j*ai (See hanc^r^ pour ^e servIce du Roi dans toutes les parties de Ta- 
nirei-a Tn'ont donnd de voir et de pouvoir examiner presqne tous les bAtiments qui 
ont qut^lqtte rdputiLtion dana tiotre h^misph^re. Vgl. ausserdem, namentlich über 
Blgtidcra Bf^Ddting nach Constniitinopel Flassan III. 214 ff. 

') Nach der Biogr. g^närale hätte er diese Gelegenheit benutzt, um auch Ae- 
gypteo EU besucben. 

*) Desnoyere (Lettrcs p. S77) bezeichnet ihn als Nachfolger des berühmten 
Morin in jenor Professur; Lehrer des Dauphin wird er auch in dem ihm ertheilten 
köDigUcbeü VerUgspriTileg vom 6. Juli 1675 genannt («maitre de math^matiques de 
Dotre tres-cher et tres-aimd fils le dauphin*), ebenso auf dem Titel des ersten Theils 
des Coiirs d'architccturG ( PäHs 1675) M. Fran^ois Blondel de Tacad^mie royale 
des acieoces, conseiller lei^teur et professeur du Koi en math^matique, professeur et 
dirccteur de FacaddEtiie rojale d'architecture, mar^chal de camp aux arm^es du Roi 
et maitre de mathdmatlque de monseigneur Ic dauphin; auf dem Titel des zweiten 
uiid dritten Theils (1683) dagegen: ci-devant maitre de raath^matique de monseigneur 
le dauphiti. In der Widmung au den König rühmt Blondel die bedeutenden Fort- 
schritte des Dauphiu^ derselbe hjibe sein Interesse nicht auf die Befestigungskunst 
beschränkt} soudern auch anf die schöne Architectur ausgedehnt. 

^] Vgl. auch Martin Ilistoire de France. T. XIII. 4. Aufl. p. 245: Blondel, Tar- 
ebitecte de la porie Saißt -Denis , lui enseigne les math^matiques appliqu^es k Tart 
de gnorre. 

**) In einem ferneren P»-ivilcg des Königs (dat. Bt.-Gerraain 15. Dec 1681) erhält 
er das flUBSchlie.sÄliche Verlagsrecht für „divers ouvrages qu'il a compos^s pour Tin- 
Htnictton de MonBeigncur le Dauphin", s. ausserdem unten. 

") S. Coure d'arehitecture p. 603-604. Indem Blondel hier (Th. IV. Buch 12) 
auf die ^jOuvragöa publica de Paris" zu sprechen kommt, sagt er: C'est ici le Heu, 
ce me semble, oü U n'est pü& hors de propos de donner quelque raison des ouvrages 
publica quE se sont feits depuis quelques ann^es dans cette ville de Paris, dans la con- 



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Einleitung. ||9 

deren Abbild auch seinen ^Conrs d'architectare^ als Vignette zuerst und 
für dies Trinmphthor sowohl wie für das andere der Porte S.- Martin nnd 
eine Anzahl sonstiger Denkmäler hat er zugleich die Inschriften entworfen^ 
welche in kurzem^ würdigem Lapidarstil lateinischer Prosa die schnellen 
Siege Ludwig' 8 XI Y. feiern. Denn er hielt es für mit zur Aufgabe des 
Arehitecten gehörig, der Nachwelt von seinen Werken auch Fechenschaft 
za geben**), und ihn befähigte dazu die ausgebreiteste Bilduug, vor allem 
die häufig wiederholte Leetüre der lateinischen Autoren, des Cicero, Yirgil, 
Horaz und Terenz*'). Eben deshalb räumte er der kräftigen Gedrungen- 
heit ihrer Sprache vor der französischen in jenen Inschriften den Vorzug 
ein. Zum Director der acad6mie de l'architecture ernannt, redigirte er dann 
die Vorlesungen, welche er auf derselben gehalten (Cours d'architecture*'). 
Ausserdem verdankt man ihm namentlich zwei der Kriegskunst angehörige 



Btruction desqueU on du moins de la plus grande partie messieurs les 
pr^ydt des marohands et ^chevinB m^ont fait rfaonneur de Youloir qae 
mes desseins oa mes conseils fassent ex^out^s. Der König, heisst es dann, 
sei mit allem dem so zufrieden gewesen, dass er verordnet habe »qae les oavrages 
publics qui se feront dor^navant dans la ville de Paris soient ex^cut^ conformdment 
an dessein qae j'en ai fait tracer sur le plan de la mSme ville qai s'est levd et graT^ 
eoas ma conduite par les ordres de Sa Majest^ et par les soins de niessiears les pr^- 
vdt des marohands et ^chevins et qui poar cet effet a 4t6 mis en ddpdt dans Thdtel 
de ville poar y avoir recoars aax occasions. 

*^ Ebend. p. 608 sagt er von der Architectar: laqaelle doit non-seulement bien 
b&tir, mais donner mSme ä la post^rit^ qaelque raison de ses oavrages, ce qai ne 
86 fait jamais mieax qae par les inscriptions. 

* ') Ebend. p. 610 ff. (4i^me partie chap. 4. Inscriptions des oavrages pablics de 
)a ville de Paris). J*ai oberchd dans ces inscriptions de dire beaacoap de grandes 
ehoaea en pea de mots, ä Texemple des anciens Romains qui noas en ont laissd de 
si belies, et je me suis servi de la langne latine, parce que je la crois plas propre 
qae la ndtre k ces fortes expressions. Ce n'est pas qae je ne sois bon Fran^ais, et 
que je n*aie beaacoap d^amoar et d^estime pour notre nation et poar notre langae, 
quoi qae paissent n^anmoins dire ceax qai la vealent pr^fdrer k la latine, je n^ai 
pas pa encore en etre persaad^; aa contraire, nos monosjllabes si frdqaents et nos 
verbes aaxiliaires qai sont rest^s de la barbarie gotiqae, me paraissent des obstades 
invincibles k cette grandeur oü Ton pr^tend qa^elle soit d^jk arriv^. Peat-e.tre 
— so f&hrt er recht selbstgefällig fort — qae je me sais gAtd le goüt par 
la leotare an pea fr^qaente de Cicdron, de Virgile, d^Horace oa de 
T^rcnce; mais k saivre mon sentiment, il y a pea d'exprcssions de notre langae 
qai me fassent ressentir ce qae je sens qaand je repasse qaclqaes-ans des beaax 
endroits de ces autears. — Aach hat er über Pindar and Horav einmal vergleichend 
gehandelt 

") Diese Academie wurde zu Ende d. J. 1671 gegründet. In der Widmung des 
vCoars* an den König sagt Blondel: CTest aussi dans cette vae qae j^ai compos^ 
ce coars d^architecture au moment que V. M. m^eut fait Thonnear de me commettre 
pour avoir soin de son academie. Er hebt übrigens den fleissigen Besuch dieser 
Academie hervor. Einer seiner Lieblingsscbüler war der berühmte General v. Bodt, 
der Erbauer des Berliner Zeughauses u. s. w. (s. Erman u. Reclam VII. 245). 



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120 ^^' Berichto von 16Ö7 bis 1658. 

Werke „Nouvelle maniöre de fortifier les places** und „L'art de jeter les 
bombes^; von denen ihm das erstere den Grad des Marschalls verschaffte. 
Ein Yerzeichniss seiner überaus zahlreichen Schriften enthält übrigens z. B. 
der Artikel in der Nouvelle Biographie g6n6rale '*). Seine Fachgenossen 
haben ihm bisweilen den Beinamen des „Grossen" gegeben. Er starb zu 
Paris im Anfange des Jahres 1686. — 

ß 1 o n d e l's Verdienste als D i p 1 o m a t freilich lassen sich seinen andern 
nicht an die Seite stellen. Sein Scharfblick war hier wol vorzüglich durch 
seine eitele Selbstgefälligkeit getrübt, und so ist er am brandenburgischen 
Hofe öfters gi*ob über die Lage der Dinge getäuscht worden '*). Wenn 
ihn Desnoyers als einen Mann charakterisirt „qui se pique de bien dire", 
so scheint er mit dieser Bezeichnung, gerade auch wenn wir den Ton unserer 
Depeschen dazu halten, ins Schwarze zu treffen. Jene Selbstgefälligkeit 
im Bunde mit seiner Dreistigkeit Hess Blond el auch das Maass im Hin- 
ziehen eines Streits, in der Hartnäckigkeit des Widerspruchs in einer Weise 
überschreiten, welche die hohen Häupter, mit denen er zu verhandeln 
hatte, oft zu Ungeduld und Unwillen reizte. ^Es ist nicht möglich mit die- 
sem Menschen zu verhandeln,'' sagte die Königin von Polen, als er in einer 
Unterredung mit ihr in Bromberg immer wieder auf sein erstes Wort zurück- 
kam'^). Indem er nun auch dem Kurfürsten gegenüber stets den hochfah- 
renden Ton der Drohung anzuschlagen geneigt war und wider dessen Minister 
Anklagen richtete, bei denen es ihm, dem grossen Mathematiker, gleichwohl 
auf die Möglichkeit eines mathematischen Beweises keineswegs ankam, rief 
er auch in diesen Kreisen Zorn und Abneigung gegen sich hervor'*). Ja 



") U. a. Histoire du calendrier romain qui contient sod origine et les dlTers 
chaDgements qui lui sont arriT^s (erschien auch lateinisch u. d. T. De origine et va- 
riis mutationibus oalendarii Romani) und die Schriften für den Dauphin: Cours de 
math^matiques contenant divers trait^s . . . enseign^s k monseigneur le Dauphin. 

''*) Droysen a. a. O. p. 29. Die allerdings sehr geheim betriebenen Unterhand- 
lungen Brandenburgs mit Polen und mit dem Ostreich ischen Gesandten Lisola seit 
dem August 1657 penetrirte er nicht. Desnoyers a. a. O. von dö Lumbres: Enfin, 
il est plus p^ndtrant qne Tautre (Blondel), qui ne put, ^tant chez T^ecteur, d^cou- 
vrir le trait^ que nous avions fait avec lui (Vertr&ge su Wehlau und Bromberg); 
c'est lui (de Lumbres) qui jugea qu'ii fallait qu'il y eut plus qu'on n'en publiait 
alors. Et c*dtait yrai. Vgl. oben p. 36. 

**) Vgl. die schon von Droysen angefahrten Worte Desnoyers* über eine Un- 
terredung zwischen Blondel und der Königin von Polen in Bromberg; mais il re- 
battit toutes les fois sa premibre instance avec une teile opiuiAtretd, qn*elle s*en im- 
patienta et dit apr^s qu^il fut sorti, mais tout bas, qu'il n^y avait pas moyen de 
traiter avec cet homme-lä. In ähnlicher Weise sah sich wol auch der Kurfürst ge- 
n^thigt, ein GesprAcb mit ibm abzubrechen. 

^'') Dcanoyer» p. 553 — 559. II n'y est pas aim^ des ministres, les ayant tous 
flccusäs al elettorc d'6trö püu»ii?nnaire8 de Tempereur, sans pouvoir rien prouver; oe 
qa'il ne faudrait p^^ qu*un professeur de math^matiques fit. De plus, auz moindres 
contTodJctiüns de Telecteur du dit qu*aussi il en venait en menaces, oe que Tantre 



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Einleitmig. |21 

selbst ein Aergerniss galanter Nator^ zn dem er in Königsberg Anlass gab, 
scheint hiezn mitgewirkt zn haben"). 

Oleichwohl kann man seine Depeschen nicht lesen, ohne der Lebhaftigkeit 
dieses Naturells Dank zn wissen. Besonders, dass er seine Unterhaltungen 
mit dem Kurfürsten und dessen Käthen meist in directer Rede wiedergiebt, 
macht sie so anschaulich. Wir sehen hier den Zusammenstoss zwischen 
dem lächelnden und etwas frechen Franzosen und dem tou einem leiden- 
schaftlichen Ehrgefühl bewegten deutschen Fürsten gleichsam mit Augen 
vor uns. — 

Daneben besitzen wir aus dem Anfange des Jahres 165T noch einige 
Berichte d'ATaugour's aus Marienburg und dann vom Sommer aus Kö- 
nigsberg. Ferner fällt auch die vorläufig vertrauliche Accreditirung Chri- 
stoph von Brandts am Pariser Hofe, wo sich Wicquef ort immer mehr 
Qiunöglich gemacht hatte, in dies Jahr. 

Im J. 1658 setzt sich das Bestreben Frankreichs, Brandenburg zunächst 
wenn möglich zum Ausschluss des Hauses Oestreich von der Kaiserwürde, 
dann wenigstens zu einer äusserst beschränkenden Wahlcapitulation zu veran- 
lassen, fort. Auch hatte man anfangs Grund mit dem Verhalten der bran- 
denburgischen Gesandtschaft in Frankfurt vollkommen zufrieden zu sein, 
und der französische Hof Hess dem Kurfürsten wiederholt seinen Dank dafür 
aussprechen. Blondel's Bemühungen in dieser Beziehung wurden durch 
Jobann Frischmann''), welchen die französischen Bevollmächtigten am 
Wahltage an den Kurfürsten absandten, unterstützt. 

Viel weniger glücklich war das Bestreben der Franzosen, eine Aussöh- 
nung zwischen Brandenburg und Schweden und zugleich den polnischen 
Frieden herbeizuführen. Und vor dem Abschluss desselben, das sah man 
wohl ein, war zugleich an eine Ueberlassung der brandenburgiscben Truppen 
an Frankreich, welche der gegen den Kurfürsten argwöhnische Carl Gu- 
stav vor allem wünschte, nicht zu denken. Der Kurfürst seinerseits ver- 
langte hauptsächlich und in kategorischer Weise eine Garantie Frankreichs 
gegen einen Angriff von Seiten des Königs von Schweden. 

Als aber darauf vielmehr der AUiance vertrag mit Oestreich seine 
Ratification erhalten, als Brandenburg ferner einem Zusatz zu dem 
Frankreich günstigen Artikel XIII. der Wahlcapitulation zugestimmt und 
Friedrich Wilhelm sich bereits gegen Schweden in Bewegung gesetzt 
hatte, indem er dem französischen Abgesandten zugleich sagen liess, dass 



'^ Drojsen, Forschungen p.27. Gesch. d. preuss. Politik III. 2. p. 433. 2). 
Dcsnoyers nennt ihn übrigens einen homme asses bien-fait. Orlich, der I. p. 174 ff. 
Aassüge aas Brand's Pariser Berichten mittheilt, schreibt auch: Um diese Zeit em- 
pfing Brand Briefe vom Eui-fürsten und von Schwerin, in denen bittere Klagen 
fiber das Benehmen des fransösischen Gesandten am karbranden burgischen Hofe, 
Herrn Blondel, geführt werden; er zeige sich nicht allein mit der Art seiner Auf- 
nahme unzufrieden, sondern gebe auch zu verstehen, dass er grössere Aufmerksam- 
keiten (Geld) erwartet habe. 

'^) 8. unten Abschnitt IV. 



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1 



122 ^* Bericht« tob 1657 bis 1658. 

er nicht wiinscbe von ihm auf dieser Expedition begleitet zu werden"): da 
erhielt diüser die gewünschte Abberufung. Seine letzte Depesche aus Berlin 
(Min vom 22. Oc- tober 1658. Er schied mit der Drohung, Frankreich werde 
liun uDtcr Ausi^chl^^K des Kurfürsten den Frieden zwischen Polen und Schwe- 
den herbeiführeu ^'), 

Später dachte man wieder einmal daran, ihn an den Hof des Kurfür- 
sten zu schicken, doch blieb das unausgeführt. 



'") Vgl. auch Pufendorf VII. 67. 

''^| Droy^en Fonchuitgen p. 29: da verliess der bitter EnttAuschte den BerliDer 
Hof mit der Druhimg qne la France fcrait la paix entre la Pologne et la Su^de k 
re:!^dii^iun de T^kcteur (Schreiben Schwerin^s an die Königin von Polen dat. Fiensbarg 
L Nu\-^ 11158). Deägl. Pufendorf a.a.O. Ast iste Berolino discedens minas jaciebat, 
Uulloiä fiaccm iruer Sueciani et Poloniam conciliaturos, exciuso electore; unde elector 
diltgenter ad Joanncm Casimirum scribebat, ne id fieri permittat, velat rainam 
Polonia« post aa tractaram. 



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IIL Berichte von 1657 bis 1658. 

(Blondel.) 



d'Avaugour an Mazarin. Dat. Marienburg 25. Jan. 1657. 

M. r^lecteur de Brandebourg a donn6 commission au lieutenant- 1657. 
gön^ral Baur pour une levöe de cinq mille hommes. II a 6t6 autre- 25. Jan. 
fois au servdce du Danemark en la premi^re guerre. — 

M. r^lecteur est le seul de son conseil, de sa cour et de ses 6tats 
dans le sentiment de demeurer attach6 au roi de Su6de. 

Der Kurfürst an d'Avaugour. Dat. 29. Jan. 1657. 
(Abschrift.) 
Monsieur, j'ai reQu votre lettre du 25^ du präsent, et suis marri 29. Jan. 
que rindisposition qui vous est survenue vous ait empfiehl de venir 
ici. J'espÄre qu'elle cessera bientot, et que vous ne manquerez pas 
d'apporter de votre c6t6 tout le soin et la peine n^cessaire pour con- 
duire les affaires präsentes k la fin souhait^e et pour r^tablir la tran- 
quillitö et le repos en ces quartiers, selon ce que Tint^ret commun 
requiert. Je m'assure que le Roi votre maitre n'a point d'autres in- 
tentions, et comme je suis enti^rement persuadö de la bonne volonte 
de Sa Majest^ envers moi et mon etat, je ne peux pas douter qu*elle 
n embrasse avec autant de vigueur que de succ^s Tint^ret de la cause 
commune. Au reste, monsieur, j'espöre que vous ne ferez pas diffi- 
cult6 de me communiquer ce que vous venez de d^couvrir des des- 
seins qui se forment au grand pr6judice de mes allies et du repos 
public, afin qu'on ne perde point de temps ä songer aux moyens pour 

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J24 ^- Berichte von 1657 bis 1658. 

divertir tout ce qui peut etre pr6judiciable au commun inWrSt et pour 
empecher Taccroissement d*une puissance laquelle en tout temps n'a 
cherch6 qu'ä se rendre plus forte aux döpens de ses voisins. Vous 
coonaißsez mieux que tout autre rimportance de ces affaires et m'obli- 
gerex de me dire lä-dessus vos sentiments. En attendant, je prie 
Dieu, raonsicur, de vous tenir en sa garde, et suis — monsieur — 
Votre bien affectionn^ — Frideric-Wilhelm Electeur. 



d'Avaiigotir an Älazarin. Dat. Marienburg 2. Febr. 1657. 

2, Febr. . , , On ne peut encore rien dire de bien certain qu'apr^s la de- 

claratit>n et r^ponRc que Ton me fait esp6rer demain sur les articles 
que j'avais apportös de Dantzick'), qui a 6t6 r^solue et concertöe ä 
Tentrevue de Holland avec Tölecteur*). — 



d*Avaugoiir an Brienne. Dat. Marienburg 15. Febr. 1657. 

(Abschrift.) 

[Ueber seitiL* und de Lumbres* Vermittelungsthfttigkeit.] 

15. Febr. ., , Nous gotunies repass^s ici, M. de Lumbres et moi, avec la 

d^claratioo de la cour de Pologne sur ce que j'y avais portö, dont 

tious ai ons eu rhomieiir de vous rendre compte avant que de partir 

rie Dautzick. Xous avons fait notre rapport au roi de Suöde avec 

toue Ics adoueissements qu'il a 6t6 possible. ... 11 s'est content^ de 

nous <§couter avec patience, et apr^s nous avoir t^moignö beaucoup 

d'agr^Qjent de nos oftices, il nous a r^pondu qu*il en dölibörait avec 

ses miiüstres et ceux de Brandebourg. . . . 

Depiiis le rtepart de raon coll^gue, qui a 6t6 le lenderaain, MM. 

lea commiHsairesi suedois et de Brandebourg conjointement me sont 

venuö trouver. ... llö m'ont dit qu'ils . . . feraient leur rapport au roi 

et k M. r^^lecteur par un expres sur lequel ensuite ils me fönt espörer 

qu'ils prendraient bieotot leur derniöre resolution. . . . Si la r^ponse est 

teile qu'elle puisse ?tre agr^^e de Pologne, nous y passerons ensemble, 

M. de Lumbres et moi, au plutot avec les ambassadeurs de Hollande 

aussi; Binon, il ira seul reprendre son poste. ... Nous avons, lui et 

moi, ajusitö, avant le d^part de la cour de Pologne'), Töchange de 

* 

^ Wo daa palüisehc Hüflager war. 

'j Carl Gatitav und der Kurfürst waren in Preussicb - HoHand am 25. Januar 
1657 zuBamraengetroffi^n. Vgl. Pufendorf C. G. IV. 3. Diojaen p. 329. 
'} König Johann Casimir hatte am 10. Februar Danzig verlassen. 



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Vermittelungsthätigkeit der frans. Gesandten. Accreditirung Brandts in Paris. ]25 

tous les prisonniors de part et d*autre tant de guerre que d'6tat, k la 
r^serve du maröchal Wittenberg, pour lequel il n'y a personne ici 
k 6changer. C'est une aflfaire qui avait regu de la difficult^ jusqu'ici, 
qui peut etre de bon') augure d'une prompte r^conciliation et en tous 
cas qui öte l'aigreur que le mauvais traitement laissait aux deux partis. 

d'Avaugour an Mazarin. Dat. Marienburg 2. März 1657. 

[VerhaDdlnngen mit dem Könige von Schweden. Der moscowitinche Gesandte in 
- Königsberg. Drohungen desselben.] 

Er hat dem Könige von Schweden (der noch immer nicht auf die pol- 2. März, 
nische Declaration geantwortet hat, indem er nach wie vor die Entschlüsse 
des Königsberger Hofes erwartet) vorgeschlagen, qu'il peut vendre la 
Prusse et nous') en faire les marchands. ... Sa Majest6, qui a regu 
des lettres pacifiques de Mecteur*) ..., ne rejeta point cette Ouver- 
türe comme autrefois; et afin d'entretenir mieux cette pensee dans son 
esprit, je lui en fis parier par ses confidents et par les ministres de 
Brandebourg qui sont ici, lesquels remarquent fort bien Tavantage de 
cet dchangC; et combien Targent sera dorenavant n^cessaire au roi et 
ä r^lecteur et les sommes notables qu*on pourrait tirer des ports de 
Prusse en pacifiant cette province avec la Pologne. . . . 

L'ambassadeur de Moscovie qui est k Königsberg doit apparem- 
ment sortir de la ville comme un h^raut; il soUicite Telecteur de se 
dötacher des Su6dois, au döfaut de quoi il le menace de lui envoyer 
trente mille hommes dans la Prusse. . . . Madame Mectrice a d^ji 
peur et la dounera<« sans doute aux autres. 



Der Kurfürst an Silhon*). Dat. Königsberg 26. April 1657. 

[Accreditirung Christoph v. Brandts.] 

Monsieur, les occurrences que la mort de Tempereur fournit m'ob- 26. Apr. 
ligent ä songer k Tavancement et conservation des int^rets communs 
et entretenir k cette fin une correspondance plus 6troite avec la cou- 
ronne de France, et comme j'espfere que cette intention ne sera point 
d^sagr^ble k Sa Majest^ ni k Son Eminence monsieur le cardinal, 



') bien Ms. 

') D. b. wohl die Franzosen. 

') Wie es demselben Waldeck gerathen. 

*) Spftter sagt Pufendorf (Vlll. 40) von Silhon einmal: Unicus Silhonus apud 
Cardinalem non spemendam operam electori navabat, ex offensa dum in aala Suecica 
agit contracta nationem exosus. — Das obige Schreiben erwähnt Orlich I. 174, 
dann folgen die erwähnten Auszüge au» Brandts Pariser Bericliten. 



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10^ III. Berichte von 1657 bis 1658. 

aussi eep^re-je qu'on vous donnera la coramission d'une teile affaire, 
afin que le sieur Brand, mon gentilhomme de chambre, se pounra 
libremeiit adresser k vous, pour en savoir les sentiments de sa cour 
et tout ce qui ])ourra servir k ce dessein. Je me promete . . . de la 
boane affcictiou que vous avez toujours portöe aux interets de ma mai- 
öoii» que vous lui donnerez acc^s libre', et puisque ledit sieur Brand 
a ordre de proposer ä monsieur le cardinal ou ä vous ce dont j'ai 
grandemeut be^oin, si je dois travailler pour Tint^ret commun, je vous 
prie de vouloir par votre bonne faveur seconder ce mon d^sir aupr^ 
de Sou Emirience, afin que Tassistance requise puisse etre octroyee, 
laquelle sera veritablement employöe aux . . . int^rets communs, et ainsi 
pour ceux menies de la France, dont le manquement ou le retardement 
pourra r^duire les aflfaires en un 6tat dangereux k qui on ne pourra 
point remedier dorönavant. Je laisse le reste k votre discrition et 
jugement, et demeure — .monsieur — [gez.] Votre trös-aflfectionn^ k 
vous rendrc Services — Frideric-Wilhelm Electeur. — Königsberg 
le 20 d'avril Tan 1657. — A Monsieur Monsieur de Silhon, conseiller 
du Roi tr^8*chretien. 

4. Mai. FraQzösische Schreiben an den Kurfürsten (?), Schwerin, den Fürsten 

Moritz v,lS'aöBau zu Gunsten der Katholiken im Clevischeu ') — (Concept). 



A 



InstructioTi flir Blondel. Dat. La Fhe 21. Juni 1657*). 

[GeldunUrstützung für den Kurfürsten. Wahl eines römischen Königs. AlUance mit 

Scijweden. Pfah-Neuburg. Ligue zwischen Frankreich, Schweden, Brandenburg nnd 

andern Beichsfürsten. Wicquefort. Mantuanische Angelegenheit] 

21. Juni. Se. Mnj. will dem Kurfürsten jetzt 100,000 Reichsthaler geben*), da 

die Ruptur des Königs von Ungarn mit jenem und dem Könige von Schwe- 
den ihr mehr Freiheit lässt, wenn auch ihr Engagement mit Spanien die- 
selbe vorhin ilert, augenblicklich mehr zu thun. 

Die Instruction geht dann auf die Wahl eines römischen Königs über. — 
Die Alliance mit Schweden muss fortdaueni. — Der König hat gesucht, 
den Pfalsigrafcii von Neuburg von den Spaniern und von jedem Gedanken 
an eiücn Angriff auf den Kurfürsten zu entfernen? 

Eiue Ligue zwischen mehreren Reichsfürsten, Brandenburg, Schweden 
nod Frankreich wird in Aussicht genommen, die sich auch auf die Verthei- 
digung Pommeras und Bremens erstrecken soll. — Man fragt an, ob Wic- 



') Ueber die Bewegung unter den Clevischen St&nden, namentlich su Ende d. J. 
1657 TgL Droysen p. 333 ff. 

') Vgl, über den Inhalt eines eigenhändigen Briefes Ludwig^s XIV. an den 
KurfürBteDf wdchcn jener Blondel mitgab, Pufendorf VII. 53. 

") YgU Pufendorf F. W. VIU. 41. C. G. IV. 45. 



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Instruction BlondePs. Verhandlungen d'Avaugour's und Terlon's. 127 

qoefort noch fürder Resident sei: derselbe ist ohne Briefe und Weisungen 
des Kurfürsten zurückgekehrt, während er das für den Kurprinzen von 
Sachsen bestimmte Geld zurückbehalten und einen dor Officiere der Armee 
des Königs, der sein Schwiegersohn ist, verführt hat, den Feinden ein Un- 
ternehmen zu entdecken *). 

Man dankt für das Verhalten des Kurfürsten in der Mantuanischen 
Angelegenheit, und Blonde 1 soll denselben bitten „d'envoyer ordre k 
ses d^putes qui sont k Francfort de concourir ä la r^solution qui sera 
poursuivie par le d6put6 de Sa Majest^ sur le contenu en la lettre 
dudit gieur duc de Mantoue, qui ne peut pas maintenant que Fempe- 
reur est mort, sans offenser le College ^lectoral et les deux vicaires 
de Tempire, Commander les troupes qui portent les euseignes imperiales, 
ne pouvant avoir aucune qualit^ ni titre legitime pour cela.^ . . . 



d'Avaugour und der Chevalier von Terlon an Mazarin. 
Dat. Königsberg 6. Juli 1657. 

[VerhandluDgeo mit dem KarfürsteD. Carl Gustav zar Ausgleichung geneigt. Rath, 

einen französischen Gesandten an den kurfürstlichen Hof zu schicken. Event. Ueber- 

lassung von Truppen an den König.] 

Sie hatten Befehl gehabt, diesen Hof aufzusuchen, um die Lage des- G.Juli, 
selben zu erkunden. . . . Nous avons rencontr^ en chemin un des mini- 
stres . . . qui . . . allait reprösenter [F^tat des choses au roi de Sufede], 
outre ee qu'il s'en 6tait d^jk laiss^ entendre au comte de Schlippen- 
bach*). Le prince de Radziwill les a suivis de pr6s, qui s'est 
cbarg6 de faire de pareilles remontrances sur ce sujet au roi de Su^de 
[en le priant de] s'accommoder et [de] laisser le soin de ses intörets 
k M. Mecteur, lui remettant ses prötentions de la Prusse. . . . 

Nous n'avons pas trouvö lieu . , . k porter M. Vilecteur ä une en- 
trevue'X Q^'il semble n'avoir rejet^e que pour la crainte de s'y laisser 
persuader, comme il est arriv6 aux pr6c6dentes, par les raisonnements 
du roi de SuÄde et par le respect qu'il a pour sa personne. 

Quant k la garantie dont le trait^ ne doit avoir son effet qu'en 
cas de rupture pour la maison d'Autriche, il est demeur6 d'accord de 
Tobligation et de Fintention aussi qull avait de Tex^cuter k son temps. 



*) Am Schlusse dieses Schriftstücks heisst es noch von Wioquefort, er sei ein 
Spion, correspondire sogar mit den Feinden des Kurfürsten und habe erklärt, jetzt 
im Dienst des Königs von Polen sa stehen. 

•) Vgl. Pufendorf VI. 67. M^m. de Terlon I. p. 67 ff. 

*) Nach Pufendorf VI. 66 lehnte der Kurfürst die Zusammenkunft mit Carl 
QiistaT, welche dieser wünschte, unter dem Hinweis auf den Zustand der Kurfürstin, 
ah, welche am 11. Juli den spfttem König Friedrich I. von Preussen gebar. 



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J28 m. Berichte von 1657 bis 16S8. 

H reconnalt avee uous les contraventioiis que le döfunt empereur a 
fait au trajtö de Munster ä T^gard de la France, nous disant qull avait 
^crit d^sloFB sur ce sujet et fait faire les Offices que Ton pouvait d4- 
sirer de lui avant et depuis la mort de Tempereur, et qu'il les con- 
tinuerait plus fortement que jamais. 

Qleichwohl mciut der Kurfürst auf die Wahl des Pfalzgrafen von Nenborg 
nicht eingehen zu köuneu; mais que dans la diöte ilectorale on pourrait 
iraposer telles conditione k Tempereur qui sera 61u et s'assurer si bien de 
la garantie du trait6 de Munster par Tintervention de tous les ^tats de 
Vempire, qua Tavenir il ne s'y pourrait plus faire des contraventions . . .; 
qu'il envoyait des in^truetions en ce sens k ses ministres ... et des ordres 
d agir de eonc^rt avec eeux de Sa Majestö. ... II est vrai que le roi 
de Su^dc , . , donue leg niains k Faccommodenient . . .; car outre qull 
oous l'a i^motgn6 en partant, il a charg6 le comte de Schlippenbaeh 
de le d^clarer ä M, de Brandebourg ..., pourvu qu*il ne se joigne 
point coiitre lui k ee» enuemis . . . [Le roi de Su6de] nous a fait donner 
aYie qu'il partait de Thom pour passer en Pom^ranie et de la route 
que nous avions 4 teuir pour le rejoindre, ce qui ne nous permet pas 
de faire plus long söjuur en cette cour. . . . 

El serable, mouaeigiieur, que la pr^sence d*un ministre de Sa Ma- 
jest^ semit bien utile au[>r^s de [M. Tölecteur], non pas tant pour le 
fortifier que pour se concilier ceux de son conseil et surtout M. de 
Schwerin. 

Nous nV)ublierons paa de dire k Votre Eminence que si Tun ou 
lautre accommodemeut donne lieu k un licenciement de troupes . . ., 
Sa Majeste en serait servie. . . . 



Blondel an Mazarin. Dat. Rostock 25. Juli 1657. 

[Unterredung mit Ciirl Gustav — Der König von Dänemark wfinscht Kleist's 
Rückkehr an seinen Hof.] 

Er hat den König von Schweden in Schwan gesehen und eine lange 
UnterreduDg mit demselben gehabt. . . . 
s>6* Jnli Au reste, dit-il, vouj* allez vers Tölecteur de Brandebourg, qui est 
un prince qui a beflotu d'argent et d'assistance präsente. D est fort 
Bollicit^ par nos enliemiB, et j'apprends avec däplaisir, qu'il ait 6cout6 
les propositiou» qu'uu envoy^ de Hollande k la cour de Vienne lui a 
fait faire, qui ne sont pas seulement de lui restituer les biens qui ont 
6t6 confisqu^s en Sil^sie aur le feu duc de Jägerndorf; mais mSme de 
Tinveätir de la Fom^ranie et de Taider k nous en chasser. Je sais 
qu'il n'y donne aucune eröance, et qu'il a beaucoup d'aversion pour la 



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Unterredung BlondePs mit Carl Gustav. 129 

niaison d'Autriche; mais il a un grand faible, qui est Fappr^hension 
dans laquelle on tache de le faire toraber de se trouver accablö avec 
nous et 80U8 nos niines. Ainsi j'estime que la France doit le secourir 
ouvertöment, puisqu'elle s'y est oblig^e par le traitö qu'elle a fait avec 
lui*), et qu'elle essaye de lui faire eflfectivenient connaitre quil ncn 
sera pas abandonn^. Le roi de Suöde a ensuite fort lou6 le desseiii 
que Votre Eminence avait d*envoyer ä F^lecteur de Brandebourg un 
secours d'argent comptant, avec lequel il pourra fortifier ses troupes. 

[Le prince de Croy et M. le sönateur Steno-Bielke] ... in'ont 
dit que le roi avait oubliö de me dire que le roi de Danemark avait 
desirö que M. Kleist'), resident de Vc^lecteur de Brandebourg auprös 
de lui, et qui s'^tait retir6 de sa cour, y retournät, soit qu41 füt bien- 
aise d'avoir par son moyen facilitö de renouer quelque traite, soit que 
les Autrichiens eussent dessein de le corrompre. 



d'Avaugour an Mazarin. Dat. Königsberg 27. Juli 1657. 

Er ist, wie er angewiesen, an diesen Hof zurückgekehrt. Lisola ist 27. Juli, 
vor Blonde! angelangt. — Er bedauert kein Creditiv noch eine Yollmacht 
zu haben, um zu verhandeln, woraus Lisola und dessen Freunde grossen 
Vortheil ziehen. Er hat alle Puncte der Commission BlondeFs in Anregung 
gebracht nrill wartet auf die Entschliessungen des Hofes, um dann in Gesell- 
schaft eines Ministers des Kurfürsten zum Könige von Schweden zu gehen. — 
Der Chevalier von Terlon hat ihn auf dieser Reise begleitet '). — Rivali-^ 
täten mit Lisola in Betreff der bevorstehenden TÄuffeierlichkeit *). 



d'Avaugour an Mazarin. Dat. Königsberg 3. Aug. 1657. 

Er hat den Entschluss zu einer Ausgleichung mit Polen kurzweg auf- 3. Aug. 
gehalten und vor allen Dingen, wie es ihm so stark anempfohlen war, dahin 
gearbeitet, die Einigung des Kurfürsten mit dem Könige von Schweden zu 
befestigen. Er will, wie man ihn darum gebeten hat, den Grafen von 
Schlippenbach abwarten, um mit demselben zu verhandeln. „Mais je 
dois dire ä Votre Eminence, que pour me faire entendre ici ä la vue 



') Der Vertrag dat. Königsberg 24. Febr. 1656, welchen de Lumbres abge- 
schloMen (»alte — s. oben Abschnitt IL 

') üeber Ewald y. Kleist's Verhandlungen in Kopenhagen vgl. Pufendorf 
F. W. VI. 52 ff., bea. 61. C. Q. III. 85 ff. Droysen p.339. 

*) Vgl. Mdmoires dn Chevalier de Terlon a. a. O. 

*} Am "29. Jali 1657 wurde der spätere König Friedrich I. von Preussen ge- 
tauft. Ludwig XIV. und der König von Ungarn waren Pathen , und jener durch 
d'Avaugouri dieser durch Lisola vertreten. Vgl. über des letzteren damalige Sen- 
dung an den Kurfürsten Pufendorf VI. 63, 71 u. s. w. 

Jlaler. siir Gesch. d. Gr. Kurfürsteo. 11. 9 



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J30 ^^^* Berichte von 1657 bis 165d. 

de Li sola, qui fait des promesses extraordinaires, il m'a falhi d^buter 
par quelque chose de r^el . . . , comme 6tait Toffre d un seeours d ar- 
gent . . . , et c est ce qui m en a fait d^clarer d'abord comme du prin- 
cipal sujet de mon retour. •* d'Avangonr erhebt die Verdienste Wal- 
de ck's, welcher grossen Theil an allen guten Entschlüssen haben wird, welche 
der Kurfürst etwa die Kaiserwahl betreffend fasst. Der Letztere hat d'A- 
vaugour — unter dem Torwande des Mangels an einem Creditiv oder 
einer Vollmacht von seiner Seite — nur eine mündliche VersicheruDg ge- 
geben, dass er dabei die Interessen Frankreichs begünstigen werde, indem 
er ihm zugleich sagte, dass Oestreich die Stimmen von Mainz, Baiern, 
Sachsen, Pfalz und Böhmen habe. . . . II me confia aussi en grand Beeret 
avoir regu, depuis quatre semaines, une lettre de Cologne . . . en ces 
termes qu'il etait temps aujourd'hui de peuser k donner Texclusion ä 
la maison d'Autriche, et il m'assura lui avoir r^pondu de meme par 
un expr^s, quil se joindrait k lui en ce bon dessein*). . . . 

Es ist sehr wichtig, des Kurfürsten Gesandte auf dem Wahltage zu ge- 
winnen. — II me dit que Ton pourrait bien tralner F^lection sur le 
point de la capitulation ... et [du] conseil aulique, qui devait etre 
corapos^ de personnes cboisies de Tune et Tautre religion par les 6lec- 
teurs, princes et autres ^tats de Tempire et non pas de ministres de 
Tempereur, comme ci-devant 

Später heisst es'): ^Mais toutes ces dispositions n'^tablftsent point 
assez de süret^ qu'il serait important de tirer de lui pour bien com- 
mencer la n^gociation de Francfort et moins encore pour Vemploi de 
Targent que Sa Majestö lui oflFre. . . . Ceux qui me sont venus trouver 
de sa part raont d^clar^ qu'il le*) recevrait pour Vemployer en lev^es 
de troupes, pour etre tant plutöt pret et en 6tat d'executer le trait^ de 
garantie auquel il est oblig6 quand le cas arrivera" ... d'ÄTaugour 
will sich von hier nicht entfernen vor der Abreise Lisola^s und der An- 
kunft BlondeTs. — 

Grosse Versprechungen von Seiten Oestreichs. — Was Schwerin betrifft, 
„c'est un homme que Ton ne peut ramener ä la France que par les 
moyens qui Font attire k la maison d'Autriche, je veux dire par les 
gratifications quil en retirera. J en ai donnö avis en son temps k Votre 
Eminence et du d^goüt qu'il avait; mais je lui ai fait esp^rer bonne 
r^ponse et toute satisfaction." ... Wicquefort wird vom Kurfürsten 
nicht mehr anerkannt; doch bittet derselbe Se. Eminenz, jenen avertiren zu 
lassen, dass er sich zurückziehe. 



') Vgl. dagegen unten die Denkschriften für Blonde! vom October d. J. 
') Vgl. sonst über den Inhalt dieses Schreibens Droysen p. 346. 1). 
*) la Ms. 



L 



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Blouders Ankunft. Lisola. J3| 

Blondel. Dat. 27.[?]Aug. 1657. 

... n est vrai qu'on dit que les choses ont aucuuement chang627.(?)Aug. 
de face depuis mon arrivöe, et les lettres du Roi etc. ont fait im puis- 
sant eflPet sur . . . [rjesprit') [de F^lecteur], qui est certainement tr^s-g^- 
n^reux, mais qui a aussi ce faible de ne voir que par les yeux de ses 
ministres'), ä qui les trois mille pistoles que Li sola a ici distribu^es 
fönt mieux esperer des vastes promesses qu'il leur fait que les plus 
ayantageux raisonnements du monde. . . . Le sieur Brand ... a mand^ 
que Mgr. le cardinal Fayant renvoyö k MM. les surintendants des finan- 
ces, il n'avait regu d'eux que des paroles fort 6loign6es de leur efifet. . . . 

S. A. 61ectorale partit hier, pour aller accompagner madame la 
princesse de Courlande') ..., qui s'en retourne chez eile, et eile ne 
doit Stre ici de retour qu'apr^s-demain. — 



Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 3. Sept. 1657. 

[Der KaifQnt nimn>t das Erbieten Frankreichs an und geht in jedem Betracht auf 
dessen Intentionen ein. Lisola^s Bestrebungen. Die Kurfürstin und Waldeck. Der 
Wiener Hof emancipirt sich von dem spanischen Einfluss. Schwedische Briefe an 

den Kurfürsten.] 

... [Le]*) raisonnement [de M. de Wal deck] ayant empörte Fe- 3. Sept. 
sprit de M. Mecteur . . ., M. Dobrzenski a 6t6 chargö de me le venir 
dire, pour en rendre compte k Votre Eminence , que Son Altesse rece- 
vait la gräce que Sa Majestö lui faisaif"), et que dans toutes les occa- 
sions eile lui en t^moignerait sa reconnaissance; qu'au sujet de ralliance 
de SuMe, eile 6tait dans la r^solution de la conserver, tant pour son 
propre intöret et pour ce que Sa Majestö y prenait tant de part que 
pour rinclination particuli6re qu'il avait pour le roi de Su6de, et que 
pour son suffrage k la diöte, il ne pouvait point se d^clarer plus pr6- 
cis^ment qu*en me disant quil sy porterait de teile sorte que Sa Ma- 
jestä en aurait satisfaction. . . . 

D m'a parl6 en termes g6n6raux de la neutralit^ qu'il soubaitait 
de faire avec les Polonais, t^moignant avoir grande passion de la con- 
clure, pour pouvoir sortir de ce pays, ayant, k cet effet, envoye ordre 
k ses troupes de s*approcher de la Vistule^ pour favoriser son passage, 



') 8on esprit Ms. 

') Vgl. Droysen Forschungen zur Deutschen Geschichte IV. p. 29. 
*) Seine Schwester Luise Charlotte. 
*) Son raisonnement Ms. 

^) D.h. wol die hunderttausend Reichsthaler (vgl. die Instruction für Blondel 
▼om 21. Juni oben p. 126). 

9* 



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J32 ^^^- ßerichU von 1657 bis 1658. 

afiü, dit-il, de se mettre en bon ^tat, quand il sera cn Allemagnc, de 
faire de nouvelles lev^es et s'approcher meine du licu de la di^te. 
Jedoch will der Karfürst, aus Rücksicht auf die Eifersucht der andern Kur- 
fürsten, nicht nach Dresden gehen. 

Die meisten seiner Eäthe sind durch Lisola bestochen') und pousseö 
par niadame F^lectrice, qiii suit les mouvements de inadame sa m^re 
et qui ne veut plus que M. T^iecteur aille ä la guerre, de peiir que 
M. le comte de Wal deck') ne rentre aupres de lui daiis le tneme 
credit quil a et6 . . . M. le comte de Waldeck, fädi6 de voir ces dis- 
positions, a voulu se retirer. et a demand^ son con^6 avec de graudes 
instances; mais Son Altesse, qui laime dans son äme, ne la point voulu 
permetlre, et pour le mettre k labri de l'orage, eile h{\ a permis d aller 
ä son gouvernement de Minden^), pour y lever des tniupe:^; il doit 
partir demain. 

On dit encore que la maison d'Autriche d'Allema^gne o'est plus 
sous la domination de celle d'Espagne comme autrefaie, et que dana 
peu de jours on verra les effefs d'une trös-importantc n^gociation qni 
se fait en France de la part de celle-lä, qui veut dorenavant y prenclre 
ses attachements, ayant döjä pour cet eifet tir6 de non minii^tere les 
cr6atures d'Espagne et mis les affaires entre les mains de eeux que 
TEspagne appr<^heiidait le plus, le comte du Bucliheiru n'<^t*nnt plus 
vice-pr6sident de guerre . . ., et le prince d*Auersperg n'ayaiit seaiiee 
dans le conseil qu'apr^s les comtes de Porcia, Hchwarzenberg, 
Curtz et Gonzague. ... 

Le resident de Su^de a rendu aujourd'hui ä S^»n Alt esse des Ict- 
tres de S. M. su^doise et de M. le g^n^ralissime *) qui lui donnent 
avis de Tapproche de vingt mille cosaques pour son Service, — 



') Vgl. Pufendorf C. G. IV. 31. 

') Terlon a. a. O. p. 70 sagt von Waldeck: Ce comic so mit D]al dans l'e- 
sprit de son maitre pour avoir voulu avec trop de fermet^ appnycr le prvrti deä J'uä- 
dois, autant parce qu*il le croyail de Tinte'ret de cet ^lecteur que p&r riuclinatlon 
parüculi^re qu'il avait pour lo roi de Suede, qui s'attirait faciloment l'amitii^ dt' toul 
le monde par sa maniere d'agir obligeante et g^n^reuse. Mais cniifi altf^i^üie l-Ii/ci orale 
^tant pouss^e par ceux qui nMtaient pas du sentiment du comte du Waldf^ek^ il tomba 
en dis^rftce, et fut obligd de quitter le Service de cet ^lecteur qu*il nvait tr^s-htrn 
servi par ses n^gociations aupres du roi de Su^de et dans \a romniandemeut des 
troupes qu'il avait jointes k ce roi dans la guerre de Pologne, en ayant n&6 ilana 
Tun et dans Tautre avec bicn du zele, de Thonneur et de la Jiddliti^. 

*) Der Graf von Wald eck war seit 1657 Obergouvemeur aUor westpliftliselieii 
Festungen s. Klaproth und Cos mar Staatsrath p. 356. 

•) Prinz Adolph Johann, Carl Gustav's Bruder. 



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Waldeck. Der Wiener' Hof. Verhandlungen wegen der Kaiserwahl. j 33 

Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 10. Sept. 1657. 

l Besprechung mit dem Kurfürsten Über den Ausschluss des Hauses Oestreich von 
der Kaiserwürde. Der Kurfürst will Preussen demnächst verlassen. Verhandlungen 
Kleiat^s mit Carl Gustav. Drohende Lostrennung ^des Kurfürsten von Schweden. Ge- 
fecht bei Dirschau.] 

Er yerhandelt nur mit dem Kurfürsten .selbst, den er sehr häufig sieht. 10. Sept. 
Er hat demselben letzthin insbesondere die ^Missethaten" des Hauses Oest- 
reich ausführlich vorgestellt. 

Son Altesse ayant 6t^ assez 6mue de ce grand discours, m'a dit 

que le mal ötait que cette maisou 6tait tellement accr6dit6e qu'il 6tait 

dorönavaut bien difficile d'erapecher ses progr^s. Je lui ai r^pondu 

que le moyen certain 6tait que Sou AltcBsc joignit ses pens^es ä Celles 

de la France ..., ayant ordre de l'assurer de la part de Votre Emi- 

nence, qu eile avait d6jä trois ^lecteurs en qui eile pouvait entiörement 

se fier, sans parier de Mayence. „Pardonnez-moi," dit-il, „si je ne dis 

point ouvertement mes sentimeuts sur ce sujet; j'ai donnö ordre ä mes 

ambassadeurs qui sont ä Francfort ^) de voir les dispositions des autres 

electeurs, et sur leur rapport je prendrai mes mesures. Et k vous 

parier franchement, il n'est pas juste que je ra'aille endosser tout seul 

une aflfaire de cette cons^quence." Je lui ai dit que Vptre Eroinence 

ne souhaitait pas de lui une d^claration publique, mais seuleraent d'etre 

assur^e de [sa] volonte. — ^11 faut,'* dit-elle, „avoir encore un peu de 

patience,'* et ma mis ensuite sur un autre discours. 

II m'a dit qu'il voulait sortir de cette province dans trois semaines 
au plus tard; qu'il attendrait des passe -ports du roi de Pologne et 
de la ville de Dantzick pour madame Mectrice; qu'ayant desseiu de 
s'en aller par la mer, il avait donne ordre ä ses vaisseaux qui sont 
en Pomeranie de s'cn venir ä") Pillau; qu'il laissait un corps de neuf 
mille hommes dans la Prusse, et qu'il emmönerait le reste, pour avoir 
aupr^s de lui une arm6e de seize mille hommes. 

Schlippenbach ist abgereist. Man nimmt Aergerniss an der kühlen 
Antwort, welche der König von Schweden Kleist ertheilt hat). Pour moi, 
quoique*) [S. A.J m'ait dit qu'elle attendait tous les jours ledit sieur 
Kleist, qui avait quelque chose ä lui dire de la part du roi de Su^de 
qu'il n'avait point os6 confier ä ses lettres, cette retraite est fort su- 



') Fürst Johann Moritz von Nassau, Canstein und Friedrich v. Jena, 
dann auch Portmann (vgl. Pufendorf VII. 26. 27. 29. 32). 
*) en Ms. 

») Vgl. Pufendorf VI. 61. Droyaen p. 349. 
*) quoiqu^elle Ms. 



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j34 III. Berichte ron 1657 bis 165«. 

specte, et j'appr^hende extremement que toutes ces choses ne soient 
les pr^liminaires d un d^tachement [d'Javec la Suede. . . . 

II y a huit jours que les troupes de Dantzick 6tant sorties, avec 
sept piöces de canon, pour se saisir du pont de Dirschau et öter le 
passage aux Su^dois dans la Poroör^ie, elles ont 6t^ reneontrees et 
enti^rement d^faites par Mgr. le g^n^ralissime, avec cette particularit^ 
que nonobstant la cessation d'armes pr^tendue par le projet de neutra- 
lit^ de M. r^lecteur, deux r^gimeuts de S. A. dectorale commandes 
par le jeune comte de Waldeck') qui allaient pour se joindre aux 
troupes qu eile a fait lever en Westphalie se sout trouv^s dans ce com- 
bat avec les Öu^dois et ont eu beaucoup de part ä la victoire. 



Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 17. Sept. 1657. 

[Zusammenkunft des Kurfürsten mit Gonsirwski. Zug seiner Armee. Beabsichtigte 
Aenderungen in der Punctation von Wehlan. Oestreichische Vorspiegelangen.] 

17. Sept. S. A. 61ectorale est partie, il y a quatre jours, de cette ville avec 

messieurs Lisola et Schwerin, pour aller ä la chasse k neuf Heues 
d'ici sur les fronti^res de Samogitie et pour s'aboucher avec M. Gon- 
siewski, qui ne pouvant s'y rendre que le vingti^me, il n'a pas d'ap- 
parence que M. T^lecteur revienne de toute cette semaine. Son arm^e 
marche cependant vers la Vistule, et sortant de la Podlachie, eile est 
entr^e en Prusse, tant pour commencer Tex^cution de la neutralit^ que 
pour favoriser le passage de Leurs Altesses, qui doivent partir d'ici le 
Premier jour d'octobre. 

J*ai eu rhonneur de la voir avant son d^part, et eile m'a fait excuse, 
en pr^sence de M. Schwerin, de ce qu'elle ne m'avait point conviö 
k cette partie ... II veut faire changer ... les articles') oü la maison 
d'Autriche s*est si avantageusement insinu6e. 

Man will den Kurfürsten glauben machen, dass Frankreich im Einver- 
ständniss mit den Katholiken und insbesondre mit Neuburg sich befinde, 
während Oestreich in der jülichschen Erbfolgesache für ihn vortheilhaft ent- 
scheiden und sogar seine Macht dazu anwenden könnte, diese Entscheidung 
zu seinen Gunsten zu realisiren. 



') Graf JösiaB Waldeck. — 8 über dies Gefecht bei Dirschau am 2. Sept. 
1657 Droyaei) p. 349— 350. 

') .Der üinmlirten Punctation vom 1. Sept. 1657, vgl. Pufendorf VI. 76. .Droy- 
scD p. 352.) 



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Gefecht bei Dirschaa. Wehlauer Vertrag. 135 

* Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 28. Sept. 1657. 

[Aesaerungen des Kurfürsten über die Polen und Oestreicher und seinen Vertrag mit 
jenen. Er wünscht eine Zusammenkunft mit der Königin von Polen. Sein Rückzug 
aas Preusscn. Lisola abgereist. Die französischen Abgesandten in Frankfurt. Zug 

Czarnecki's.] 

Depuis le retour de M. Tölöcteur, il m'a fort exager^ la mösintelli- 28. Sept. 
gence qu'il a reconnue entre les Polonais et les Autrichiens. 

Seine Durchlaucht wünschte eine Conferenz mit der Königin von Polen 
und dem Kanzler zu haben und hat Blondel ersucht, dieserhalb an de 
Lumbres') zu schreiben; et eile m'a dit que quelque traite qu'elle eüt 
fait*), qui devait etre ratifiö en la prochaine di^te ä Varsovie, eile se 
trouvait n6anmoins, dans le meme 6tat qu'elle T^tait auparavant. . . . 

. . . Elle est toujours dans le dessein de partir d'ici aussitot qu'elle 
aura la r^solution des 6tats de ce pays, qu'elle a assembl^s dans cette 
ville pour aviser aux moyens de pourvoir ä la subsistance des troupes 
qu'elle doit ici laisser pour la conservation de la province; et son 
arm^e, qu'elle a dispos^e dans des quartiers pr6s de la Vistule, a döjä 
commenc^ d'y bätir un pont aux environs de Mewe, les Su^dois l'ayant 
pri6 de ne se point servir de celui de Dirschau qu'ils tiennent, k cause 
de la eontagion qui s'est fort gliss^e dans ses troupes, et parce qu'ils 
n'ont pour leur subsistance que le seul pays qui est aux environs, lequel 
serait ruin^ par ce passage. . . . 

Lisola ist abgereist, indem er seine Befriedigung bezeigte. — Die fran- 
zösischen Abgesandten in Frankfurt werden, wie der Kurfürst behauptet, 
durch Mainz und Baiern getäuscht. ... Die Minister des Kurfürsten setzen in 
die Anerbietungen des allerchristiichsten Königs wenig Vertrauen. 

Pour moi, je ne sais qu'en croire; mais comme M. l'^lecteur m'exa- 
görait les d^sordres que Czarnecki devait faire en Pora^ranie '), n'a- 
yant pu m'empecher de lui demander, s'il lui donnerait si facilement 
passage dans ses terres pour y aller, il se trouva extremement surpris 
de ma demande qu'il n'avait pas pr6vue, et aprös avoir h^sitö assez 
longtemps, ne sachant ce qu'il devait röpondre, il me dit qu'il ne pour- 
rait peut-etre point rempßcher, ce qui me fait craindre qu'il n'y ait 
entre eux quelque tacite consentement. 



') Damals französ. Ges. in Polen (vgl. oben p. 36). 

•) Der Vertrag ron Wehlau war am 19. September abgeschlossen. 

>) Vgl. Pufendorf VI. 77. 



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136 ^^- Berichte von 1657 bis 1658 

Denkschrift ftlr Blondel. [o. D.] 

[Bedeokliche Berichte Lisola's. Die bevorstehende Kaiserwahl. Brief des KurfSraten 
Friedrich Wilhelm an denjenigen von Cöln. Frankreich erinnert jenen an seine Ver- 
dienste um ihu und ihre früheren Verabredungen; es benimmt ihm die Sorgen in 
Betreff Kursachsens und Pfalz-Neuburgs.] 

Li sola hat dem Könige von Ungarn und dem Marquis de laFueate? 
Depeschen gesandt, nach denen er den Kurfürsten zu allem vermocht hätte, 
was man von einem völlig den Interessen und den Absichten Spaniens er- 
gebenen Fürsten hätte verlangen können. — Einige Räthe des Kurfürsten 
haben Unrecht gehabt, den König wegen einer Prätension auf das Reich 
zu beargwöhnen. Der Kurfürst habe noch gegenwärtig Blondel die Ver- 
sicherung gegeben, dass die Wahl sich zu voller Zufriedenheit Sr. Maj. 
vollziehen werde. Der König verlange jedenfalls rechtzeitig avertirt zu wer- 
den; dies Verlangen sei keine Art von Zwang, wofür der Kurfürst es an- 
zusehen scheine. Wenn die Wahl zu Gunsten Oestreichs ausfällt, so ist 
der König entschlossen, weitere gegen ihn gerichtete Schläge nicht abzu- 
w^ arten ; 

„qu'on ne peut pas s'empecher, pour demeurer jusqu'au beut avec 
Son Altesse ^lectorale dans une sinc^re confiance, de lui communiquer 
im avis qu'on a regu de Hollande, (rix las serviteurs qui restent k Sa 
Majest^ en ee pays-lä ont trouv6 moyen d'avoir la copie d'irne r^ponse 
dudit sieur decteur ä M. lelecteur de Cologne*) sur le sujet de Td- 
lection dont la teneur a surpris tout le monde lorsqu'on y a vu que 
M. r^lecteur se rend aujourd'hui le solliciteur envers ses coll^gues pour 
faire retomber l'empire [dans le] pouvoir [de la maison d'Autriche]." . . . 
Der Hauptzweck des vormals zwischen Frankreich und dem Kurfürsten 
geschlossenen Bündnisses war die Niederdrückung (abaissement) des Hau- 
ses Oestreich und die Ausschliessung desselben von der Kaiserwürde. — 
Die Streitkrätte Spaniens würden nicht unterlassen haben und würden jetzt 
nicht unterlassen auf den Kurfürsten zu fallen, wenn sie nicht durch dieje- 
nigen von Frankreich beschäftigt wären. — Wenn Blondel w^ahrnimmt, 
dass der Kurfürst aufrichtig willens sei sich mit Sr. Maj. zu vereinigen, 
so wird man ihm die Dienste Frankreichs bei dem Kurfürsten von Sachsen 
anbieten können, um die leidenschaftliche Hinneigung zu dem Hause Oest- 
reich, welche dieser bekundet, zu massigen. . . . 

Se. Maj. hat in wirksamer Weise den Pfalzgrafen von Neuburg davon 
abgebracht, etwas zu unternehmen, was das gute Einvernehmen zwischen 
Sr. Durchl. und ihm stören könnte, wie auch davon, sich in die polnischen 
Angelegenheiten einzumischen. 



') Vgl. oben das Schreiben dAvaugour's an Mazarin dat. Königsberg 3. Aug. 
1657. Der Brief des Kurfürsten an denjenigen von Cöln trug das Datum des 21. Aug.; 
es heisst darin u. a. fatendura est ... me admodum incertum esse, utrum de mutatione 
aliqua cogitandum sit (vgl. auch Droysen p. 366). 



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Weiteres Verhandeln Über Kaiserwahl und Wahlcapitulation. |37 

Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 4. Oct. 1657. 

[Die 100,000 Reichsthaler. Die Kaiserwahl und die Wahlcapitulation. Ceremonial- 
streitigkeiten zwischen den französischen und brandenhurgi sehen Gesandten in Frank- 
furt. Des Kurfürsten Ereiferung hierüber. Die Königin von Polen in Danzig erwartet. 
Klagen des Kurifürsten über die Schweden. Sendung nach Dänemark. Schwerin. 

Abreise des Kurfürsten.] 

J'ai appris par une lettre que monseigneur de Brienne ni'a fait 4. Oct. 
rhonneur de m'^crire du septi^me du pass^, qu'on avait mis entre les 
mains du sieur de Brand rordoimanee des cent mille öcus') promis ä 
M. Fölecteur, qu'il aurait d6jä pu toucher, s'il avait eu pouvoir den four- 
nir les d^charges au fr^sorier de l'^pargne, et dans l'entretien que 
j'ai eu avec sadite Altesse, ä qui ledit sieur Brand a ecrit dans le 
meme sens, j*ai 6t6 cliarg6 par eile den faire mille remerciments k 
Votre Eminence et lui dire que par cef ordinaire il enveiTait les pouvoirs 
necessaires. . . . 

Die Kaiserwahl betreffend, ,,elle m'a r^pondu qu'il fallait pre- 
mi^rement travailler ä la capitulation , et qu'ils la feraient de teile 
Borte que Tempereur ue serait pas plus puissant en Allemagne que 
le doge Test k Venise; que tous ses co^lecteurs ^taient dans le 
meme sentiment que lui pour cela, k la r^serve de celui de Cologne, 
depuis qu'il avait cru que le duc de Baviere pourrait penser k la cou- 
ronne imperiale . . ., m'assurant que M. Li sola lui avait dit que si on 
voulait obliger Tempereur futur k des conditions si rüdes ...,1a maison 
d'Autriche ne s'y voudrait pas soumettre, düt-elle refuser roflfre que 
les 61eeteurs lui fönt de T^lire." 

Der Kurfürst erklärt sich vollkommen frei in Bezug auf diese Wflhl 
„en foi de prince qui ne veut point de reprocbe.'* . . . „Je ne vous 
dis pas,'* me dit') [S. A.], „ce que je ferai'), et il vous doit suffire 
que je sais assez ce qui est de mon int^ret et de celui de lempire, 
pour prendre les bonnes r^solutions, et qu'enfin la France saura qu'il 
ne tiendra point k moi qu'elle n'ait satisfaction enti^re, qui est toute 
la d^claration que je puis faire, ayant quelque regret que le eomte 
de Fürstenberg ait dit aux ambassadeurs du Roi, que j'^tais le seul 
qui m'opposais k ses volont^S; ce discours proc6dant peut-etre du d^sir 
qu'il a de caclier la sienne sous ce pr^texte." 

Je n'ai pas cru devoir le presser davantage, de peur de l'aigrir, 
puisquil commenQait d6jä k s'6chauflfer et particuli6rement sur le refus 



») Vgl. oben. 
') dit-elle Ms. 
') ferois Ms. 



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138 ^^I- Berichte ron 1657 bis 1658. 

que mesdits seigneurs les ambassadeurs du Roi ont feit h Francfort 
de donner la niain chez eux ä tous les' siens, quoiqu'on la donnät 
librement k ceux des r^publiques de Venise et de Hollande ^). Je lui 
ai dit que j'^tais bien-aise qu'elle me prövint dans la plainte que j avais 
k lui en feire de la part de mesdits seigneurs les ambassadeurs, qui 
n'ötant point Obligos, en labsence du prinee Maurice, chef de Tambas- 
sade de son Altesse, de rendre la premiiire visite aux autres ambas- 
sadeurs, ils lavaient n^anmoins feite, parce qu ils esp^raient de pouvoir 
avoir avec aux une confiance sinc^re . . .; mais qu'ils avaient 6t^ extre- 
mement surpris de la pr^tention des derniers, eontraire ä tout ce qui 
s*6tait pratiqu^ ci-devant et particuli^rement k Munster et Osnabrück, 
eontraire h Tusage präsent de Francfort et ä ce qui avait 6t6 jusqu'ici 
pratiqu^ par les ambassadeurs des autres ölecteurs tant s6culiers qu'ec- 
cl^siastiques, qui s'ötaient meme scandalisös du proc^dö des ambassa- 
deurs de Son Altesse. 

II m a r^pondu quil avait toujours feit protester k Munster et Os- 
nabrück contre Tinjure qu*on y feisait ä ses ambassadeurs; que M. de 
Vautorte ä Ratisbonne') n avait point feit de difficultö de leur donner 
k tous la main cbez lui; quil s'estimait aussi grand prinee et d*un rang 
6gal aux r^publiques; que si les autres ^lecteurs ne savaient pas ce qui 
^tait de l'honneur de leur charge ou qu'ils le n^gligeassent, il n'^tait 
pas pour lui dans le meme sentiment, et comme c'6tait une aflFaire 
d'honneur, qu*il ne sen relächerait pas. 

Comme il s'emportait avec assez de chäleur sur ce discours, j'ai 
cess^ de lui en parier; mais ajant feit en sorte que M. Dobrzenski 
lui en dit un mot le lendemain comme de lui meme, et qu'il tacbät 
de lui feire comprendre le mauvais eflfet que cela ferait, si pour une 
bagatelle de cette nature ses ambassadeurs navaient aucuu commerce 
k Tassembl^e avec ceux du Roi, il le trouva encore plus pipu6 sur ce 
point que devant (sie!), et comme il lui dit que le sieur Portmann 
avait d^clar^ qu'il ne pr6tendrait pas cette pr^rogative quand le sieur 
Canstein serait arriv^, ni celui-ci apres l'arriv^e du prinee Maurice, 
„Portmann," dit lelecteur, ,,peut dire ce qui lui plaira; mais le doc- 
teur J^na, qui en a Finstruction particuli^re, feit bien de n'en vouloir 
point d^mordre." 

Celui-ci est cr^ature de M. Schwerin . . ., et comme ledit sieur 
Schwerin venait de quitter M. Mecteur au moment que M. Dobrzenski 



') Vgl. hierüber Pufendorf VU. 29. 

') Auf dem Reichstage zu Regensburg 1653 (ygl. Pufendorf IV. 37). 



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Ceremonialstreitigkeitcn in Frankfurt. Klagen d. Kurf. üb. Schweden. Schwerin. "139 

lui parlait; il me semble qu'il y a bien lieu de soutenir que tout ceci 
ne se fasse fque] *) par son adresse et pour ^luder par cet artifice 
toutes les bonnes pens^es que MM. les ambassadeurs pourraient inspirer 
aux autres . . . 

Die Königin von Polen wird bereits in Danzig erwartet. Der schwe- 
dische Resident beklagt sich. . . . Son Altesse prend plaisir ... de se 
plaindre des Su^dois, qui lui ont refiis^ le partage du pont de Dirschau, 
qui') lui ont ruin6 la plupart des terres de sa Pomöranie . . ., qui ne 
lui ont point fait de part de lartillerie qui a 6t^ prise en commun au 
combat devant Varsovie, en la ville de Brzesc^) et dans la derniöre 
rencontre avec ceux de Dantzick h Dirschau*), et qui maltraitent ses 
Sujets." 

Gleichwohl hat seine Durchlaucht nach wie vor erklärt „qu'elle voulait 
inviolablement conserver cette alliance, et puis eile a changö de 
discours, ce qu eile est fort bien aecoutumöe de faire quand eile est 
press^e de quelques raisons qui ne sont pas de son goüt. J'ai appris 
de bonne part que S. A. avait secrötement envoye un gentilhomme 
vers le roi de Danemark; quelques-uns disent que cest pour lui don- 
ner avis du trait6 quelle a fait avec la Pologne*), et d autres ajou- 
tent encore que g'a 6t^ de concert avec Li sola, pour leurrer ce roi 
de Tesp^rance d'une paix *g6n6rale et Fempecher d'entrer en aucune 
n^gociation particuli^re avec le roi de Suöde. 

M. Schwerin est le dominateur de cette cour et gagnö par Tar- 
gent de la maison d'Autriche. J ai peine k me persuader que Von 
puisse ici röussir, s'il n est gagn6. II n'en a point perdu Tesp^rance 
lui-meme, et comme il se connatt et son credit, il m'a fait assez [de] 
caresses pour me donner jour ä lui en faire proposition, si j'en avais 
Tordre de Votre Eminence . . . 

Le jour du döpart de S. A. est k jeudi prochain, et son armöe 
a d^jä pass^ la Vistule sur des bateaux ä M6we. 



Blonde] an Mazarin. Dat. Königsberg 16. Oct. 1657. 

Der Kurfürst ist gestern abgereist; derselbe hofft die polnischen Maje- 16. Oct 
Btäten in Mewe zu sehen: von diesen hat er in der vergangenen Woche 



>) Fehlt im Ms. 
*) qu'ils Ms. 

*) Bretze Ms. vgl. Pufendorf C. G. IV. 16. M^m. de Terlon I. p. 44 ff. 
Rudawski p. 936. 

*) S. oben Depesche BlondeTs an Mazarin dat. Königsberg 10. Sept. 
*) Dem Vertrage von Wehlau. 



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140 ^^- Berichte von 1657 bis 1658. 

Briefe erhalten, welche ihm mittheilen, dass der König von Schweden dea 
Frieden in diesem Lande machen wolle. Der Kurfürst hofft so, mit beiden 
Königen nach einander sprechen zu können. . . . J'apprends que M. Lisola 
s'y doit rendre, ce qui me fait resoudre de my en aller au^si, pour 
tenir Votre Emiiiencc avertie de ce que j y pourrai reconnaitre et y 
conf(6rer avec M. de Lumbres, 8*11 s'y rencontre. 

Se. Kurf. Durchl. soll den Generalissimus sehen, und der schwedische 
Kesident*), welcher sich anschickte zur »See abzureisen, hat von seinem 
Herrn Befehl erhalten, den Kurfürsten nicht zu verlassen, dem er hat sagen 
lassen, dass er Vollmacht erhalten habe, über die polnischen Angelegen- 
heiten zu verhandeln. — Wer alles durch Lisola bestochen ist: Schwerin, 
Sparr. — Unverhohlene Eifersucht, mit welcher der Kurfürst auf die Cor- 
respoudenz zwischen Sr. Eminenz und Pfalz -Neuburg blickt. ^On lui a 
6crit que le desseiii de Votre Emineuce etait de pousser Baviöre ä 
Tempire, s'il y voulait euteudre, ou Neubourg, ä soii refus, ce qu'il n'a 
pas pu me dire saus rougir, me protestant qu'il s y opposerait de toute 
sa force." . . . Protection, um welche die Städte Münster und Cöln nach- 
suchen. Radziwill hat Blondel gesagt, er habe seine Stelle (als Statt- 
halter von Preussen) nur unter der Bedingung angenommen, dass sich der 
Kurfürfet nicht von den Interessen Schwedens trennen werde ). 

18. Oct. Brief Ludwig's XIV. an den Kurfürsten. (Concept.) Dat. Metz 

18. Oct. 1657. (Durch v. Brand über^a^dt.) ' 



Blondel an Mazarin. Dat. Elbing 22. Oct. 1657. 

22. Oct. Der König von Schweden hat Akakia an den polnischen . Hof ge- 

schickt ). — Blondel hat denselben in Elbing aufgesucht, wo sie alle beide 
mit dem Generalissimus gesprochen haben. - Auf den llath Blondel's 
hat man den Grafen Dohna*) an- den Kurfürsten abgesandt, welcher ge- 
stern zurückkehrte und gute Versicherungen, auch diejenige auf Ehr' und 
Glauben eines Fürsten mitbrachte, dass jener kein Attachement mit dem 
Hause Oestreich habe. Die Schweden bitten demnach den Kurfürsten um 
seine A^ermittelung der Ausgleichung, indem sie dann ihrerseits versprechen, 
Preussen gegen eine Geldentschädigung zu verlassen (quitter). 

Indesen nähert sich der König von Polen, und der Kurfürst gedenkt 
binnen drei Tagen die Weichsel zu passiren, um mit demselben in Schwetz 
zusammenzutreffen. Blondel ist entschlossen ihm zu folgen. — Umtriebe 
Schwerin's. — Blondel hofft, dass wenigstens die Polen erkennen wer- 
den, dass ein Scheitern der Ausgleichung lediglich die Schuld des Hauses 
Oestreich sein wird. 



') Bartholomäus Wolfsberg (vgl. Pufendorf C. G. IV. 32). 
') Vgl. dagegen Art. 20 des Weblauer Vertrages, Pufendorf VI. 78. 
») Vgl. Pufendorf C. G. IV. 33. (M^m. de Terlon I. p. 82.) 
*) Graf Christian Albert Dohna (vgl. Pufendorf C, G. IV. 32). 



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Brand an den Kurfäraten gesandt. 141 

Denkschrift ftir Blondel. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 

IWesbalb man Brand dennoch absendet. Es gilt, den Kurfüisteu, dein raan alle mög- 
lichen Dienste verspricht, vor allem in den Reichsangelegenheiten festzuhalten.] 

Er soll dem Kurfürsten gute Intentionen in Bezug auf die Kaiserwahl 26. Oct. 
einflössen. 

L'on, ^tait ici en rösolutioii de ne faire plus partir le sieur 

Brand, et la plupart du conscil du Roi en ^tait d'avis, ayant su 

qu'outre la lettre ^crite k M. Tölecteur de Cologne*), M. Telecteur de 

Brandebourg en avait encore ecrit uiie semblable ä M. l'decteur de 

Tröves, laquelle on niarque lui avoir 6te pr6sent6e par Volinar, un 

des roinistres du roi de Ilongrie, ... et ayant appris par plusieurs 

autres lettres . . . que Son Altesse 61ectorale . . . a promis [k la niaison 

d'Autriche] son suflfrage dans Tölection prochaine, moyennant une somme 

d'argent qu'on lui doit fournir sous prötexte de lui payer une aneienne 

dette et la restitution du duebö de Jägerndorf . . . ä quoi on ajoutait 

meme qu'il ne restait plus que d'envoyer la ratifieation du traitö 

qu'Isola avait conclu avec lui . . . Mais Sa Majest^, apr^a la r^eeption 

de votre döpeche du 2() du mois passe'), ayant eonsid^r^ ies discours 

que . . . r^lecteur . . . vous a faits au retour de son entrevue avec le 

gen^ral polonais et Ies assurances nouvelles qu'il vous a donn6.es de 

n'etre entree dans aucun engagement et d etre encore dans une enti^re 

libert^ ..., Sa Majest^ ... a voulu persister dans son ... dessein de 

faire partir ce gentilhomme . . . 

Sil n'a acceptö la neutralit6 que dans la guerre qui est encore 
entre Ies Suedois et Ies Polonais ou pour Ies affaires de la Prusse, et 
qull denieure rcligieusement dans lobserv^ation des traites pr^c^dents 
tant avec nous qu'avec Ies Suedois pour ce qui regarde Teinpire . . ., 
en ce cas il faudra m6nager de la part de Sa Majest6 auprös du roi 
de Suöde et de ses ministres qu'ils se paycnt de raison ... La pro- 
position qu'il vous a faite d'un abouchement avec la reine de Pologne ^) 
u'aura pas 6te inutile. . . . Mais le prompt retour dudit sieur decteür 
dans ses ötats d'Allemagne et sa venue ä Francfort est pr6f6rable k 
tout, pourvu qu'il y vienne sans pr6occupation. . . . 

Se. Maj. wiederholt Blondel nochmals, dass er den Kurfürsten nicht 
nur der Zahlung der hunderttausend Reichsthaler') versichern kann, welche 
man ihm angeboten hat und die in acht Tagen spätestens in Prankfurt sein 



') Vgl. oben p. 136. 

') Vgl. viehnebr oben Blondere Depesche vom 28. Sept. p 135. 

») Vgl. ebend, 

") Vgl. bben. 



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142 ^^^- Berichte von 1657 bis 1658. 

und jeden Augenblick baar werden ausgezahlt werden können (so ^nt wie 
die zehntausend dem Freiherrn von Schwerin und einem seiner Freunde 
bestimmten Thaler): sondern er wird überhaupt instruirt, dem Kurfürsten 
jede mögliche gewünschte Hülfsleistung des Königs zu versprechen. 



Mazarin an Blondel. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 

(Abschrift. ') 

26. Oct. Dem obigen Memoire beigefügt. Blondel darf dasselbe Brand zu 

lesen geben. Besonders soll er aber darauf hinweisen, dass der Kurfürst 
den letzteren möglichst bald zurücksende. 



Mazarin an den Kurflirsten. Dat. Metz 26. Oct, 1657, 

(Abschrift.) 

26. Oct. Entschuldigt, dass Brand ohne' Erlaubniss seines Herrn abreist, — 

bittet, denselben schleunig zurückzuschicken. 



Mazarin an Schwerin. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 

(Abschrift.) 
26. Oct. Giebt demselben Hoffnung auf „wirkliche und solide Zeichen der Hoch- 

achtung" '). 

Mazarin an Blondel. Dat. Paris 14. Nov. 1657. 
(Abschrift.) 
14. Nov. Er billigt BlondeTs Verhalten, welches derselbe — trotz der unzwei- 

felhaften Engagements, die der Kurfürst eingegangen ist — fortsetzen soll. 
Denn man wird Mühe haben, ihm die Bedingungen zu erfüllen, welche man 
ihm versprochen hat u. s. w. 

Blondel an Mazarin, Dat. Berlin 17. Nov. 1657. 

[Brief des Königs von Schweden an seinen Bruder. Tage in Bromberg. Uoterre- 
dangen BlondePs mit der Königin von Polen nnd dem Kurfürsten.] 

17. Nov. Blondel's Elbinger Gedanke ist wohl geglückt, „puisque le 26« ayant 

rejoint Sadite Altesse 61ectorale ä M6we, et ledit sieur Al^akia Tayant 

entretenu . . ., M. Tölecteur me tirant ä part, me demanda confidemment, 

si je croyais qua le roi de Su6de voulüt vöritablement la paix, et s'il 

n'avait point envoyö ledit Akakia*) pour troubler par sa nouvelle pro- 

position le traitö qu'il avait conamenc^ avec le roi de Pologne. — Je 

lui dis ... que puisque Son Altesse me parlait si confidemment, je 



Vgl. Pufendorf VII. 53. 
') D. b. eine Gratification. 
>) (Pufendorf C. G. IV. 33.) 



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Sendung Brandts. Die Tage in Bromberg, 143 

Toalaie ausßi en user de meme avec eile et lui faire voir une marque 
Sans reproche de la sinc^rite des intentions du roi de'SuMe dans la 
lettre qu'il en avait ^crite de sa main propre au g^n^ralissime son 
fröre, dont le dit sieur Akakia setaitcharg^, pour laquelle M. l'ölecteur 
tömoigna taut d'empressement que Tayant lue etvu le passionn^ dösir 
qoe le roi de Suöde a de traiter soit en secret ou autrement avec la 
Pologne, 11 en parut tellement aise qu'il ne put pas se contenir dun 
aller aussitot dire la nouvelle ä madanie l'dectrice et au prince de 
Radziwill; et pour mieux avaneer ce dessein, il voulut que ledit 
sieur Akakia partit dös le lendemain, pour y pröparer les voies, avant 
qu'il y arrivät lui meme. ... 

Le mardi 30« M. Tölecteur arriva ä Bromberg ^), oü il tut magni- 
fiquement regu par Leurs Majestös polonaises, qui lui vinrent au-de- 
vant k une demie-lieue de la ville, accompagnöes de beaueoup de uo- 
blesse et de quatre rögiments de cavalerie autricbienne. Le 31^ ils se 
rendirent visite Tun ä Fautre, et le premier de novembre ils mangerent 
ensemble en public, les majestes et les altesses k une table et les 
sönateurs polonais et conseillers ölectoraux, et sous eux Li sola et 
officiers autrichiens, k une autre. Le 4« le roi fit döbauche avec Te- 
lecteur, et le sixiöme') ils se söparörent. 

Blonde] hat bereits am 3L Oct. Audienz bei der Königin von Polen 
gehabt. Dieselbe hegt ebenfalls Argwohn in Bezug auf die Absichten des 
Königs von Schweden undAkakia's, welche vermieden von den „A^'erbün- 
deten** (den Oestreichem) zu sprechen. 

Sur le soir m'ayant envoyö appeler, eile me dit que Fölecteur lui 
avait parlö de la lettre que le roi de Suöde a öcrite ä son frere, qui 
lui faisait' croire qu'il voulait sincörement la paix ... Je lui dis ... 
qu'elle pourrait profiter des bons dösirs de M. Tölecteur et de la cre- 
ance qu'il peut encore avoir auprös des Suedois, qui Tavaient meme 
prie de s'en entremettre, et „c'est," dit-elle, „ce que nous avons envie 
de faire, puisque si M. Tölecteur veut joindre ses forces aux nötres, 
nous navons pas grande peine k relöguer les Suödois dans leurs ro- 
chers." „Ha! madame," lui dis-je, „la douleur que V. M. a justement 
con^ue des desordres qu'elle a vus dans ses ötats ne lui laissera ') pas 
commettre k des succös si incertains le repos qu'elle y veut ötablir . . . 



*) Vgl. Droysen p. 354 und über diese Zusammenkunft überhaupt den Brief 
DesBoyer^s dat. Bydgoscz 1. Nov. Cp* 349 ff.)t "^g}- Auch das Schreiben vom 27. Nov. 
(p.355). 

•) Am 6. Nov. 1657 wurde der Bromberger Vertrag unterzeichnet. 

*) lairra Ms. 



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144 ^^- Berichte von 1657 bis 1658. 

Elle sait bien que M. Telecteur se joignant aux Autrichiens, ^tablit 
leur puissance daiis l'empire et dan8 la Pologue, au lieu que s'il 
demeure dans la juste ncutralit^, il pourra maintenir les choses en 
balance a de raisonnables conditions d'accommodement. "* „Quoi,"' 
dit-elle, „voudriez-vous me persuader d'empßcher que M. T^lecteur ne 
se joignit ä nous coutre nos ennemis, s'il voulait le faire?** „Non, ma- 
dame,'* lui dis-je, „s'il etait possible qu'il se joignit k vous sans s'atta- 
cher en meme temps aux int^rets de ceux que V. M. veut pr^sente- 
ment r^puter pour ses plus capitaux ennemis." 

Sie vertiefen sich noch weiter in diese Frage, in ihrem Zusammenhange 
mit der abermaligen Wahl eines Kaisers aus dem Hanse Oestreich. ^Non, 
non/* dit-elle, ,,ii est impossible que la France Tempeche*); je Tai 6erit 
k M. le raar^clial de Gramont'), et M. l'^lecteur de Brandebourg 
meme est tombö aujourd'hui dans le meme sentiment avec moi.** 

Die Königin bleibt fest in Bezug auf ihre Verbündeten. — Blondel 
berichtet sodann von einer andern Unterredung, welche er in der Frühe des 
1. November mit dem Kurfürsten gehabt. Dieser zweifelte, ob der König 
von Schweden den Mittheilungen, welche er ihm machen lassen würde, wirk- 
lich so willig Gehör schenken würde. ,,Je ne fäis nul deute," lui dis-je, 
„que si V. A. demeure dans une juste neutralit^, et qu eile veuille s a- 
boucher avec lui, eile ne lui fasse faire tont ce qu'elle voudra sur ce 
suJet.'* „Oui,'* dit-il, ,je demeurerai neutre; je veux etre cn 6tat de 
me joindre k celui qui veut la paix contre ceux qui la refuserout.- 
„On dit pouttant," lui-dis-je, „que V. A. est bien attach^e aux int^rets 
d'Autriche, et qu'elle assure qu'aucun autre prince que de cette maison 
ne peut etre empereur/' „En foi de prince," dit-il, ,je n'ai aucun en- 
gagement avec eux, et ce que j'en ai dit au roi, qui m'a demand^ k 
qui je donnerais ma voix, est que Baviöre ne le voulant point etre 
et ne pouvant consentir k l'agrandissement de Neubourg, mon ennemi^ 
je n'en voyais point d'autres qu'eux qui y pussent aspirer." 

Eine fernere Audienz hat Blondel bei'm Könige von Polen gehabt. 
• — Die Oestreicher wollen, bei der bereits vorgerückten Jahrszeit, Thoru 
nicht mehr belagern, sondern ihre Truppen in dem Landstrich zwischen der 
Weichsel und Schlesien in Quartiere legen. — Am S'*'" war er bei der Kö- 
nigin von Polen, welche wünscht, dass Akakia den König von Schweden 
aufsuche, um diesen zu vermögen, dass er in den Einschluss der V'erbün- 
deten willige. Diesen ihrerseits würde dann eine Frist gesetzt werden 
müssen, innerhalb welcher sie ihre Abgesandten zu schicken hätten. 

„II faut donc faire la paix," dit-elle, „pour les ^) tirer de ce pays." 

•) Nämlich jene Wahl. 

') Französ. Abgesandter in Frankfurt. 

') Die Oedtreicher. 



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1 A L^. 



Die Tage in Bromberg. Die Schweden erstürmen PriedrichsÖdde. J45 

„Oui '), madame," lui dig-je, „si ce n'est que la Pologne ne se joigne 
dorßnavant aux Su^dois, pour les en chasser." „II ne faut," dit-elle, 
^urer de rien." AprÄs, eile nous dit que Fölecteur avait re^u une lettre 
du g^nöralissime pour le prier de demander des passe-port« pour 
monsieur Gyldenclo*), qui y 6tait charg^ des pleins-pouvoirs du 
roi de Suöde; mais qu'on n'avait point trouv6 ä propos de les envoyer 
avant que le roi de SuMe se ffit d^clare sur le fait des alliös . . . 
Cependant les Autrichiens n'ayant pu souflfirir que F^lecteur assistat 
lui-meme au trait^ qui se nögociait pour lui, ils ont fait ensorte que 
les articles aient 6t^ discut6s eiitre trois s6nateurs du royaume, qui 
sont le viee-chancelier et les palatins de Plock et de Posen, et MM. 
Schwerin, Somnitz et Hoverbeck ... 



Mazarin an Blondel. Dat. 23. Nov. 1657. 
(Abschrift.) 
Es geht aus der Art, in der der Kurfürst sich geäussert hat, genugsam 23. Nor. 
hervor, dass sein Geist durch die Bosheit Lisola's n. s. w. bis auf den 
Grund vergiftet ist. — Man kann Hoffnungen auf die Erfolge des Schwe- 
de nkönigs setzen. Man muss den Kurfürsten für den Gedanken erhitzen, 
der Vermittler zwischen den beiden Kronen zu werden. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 27. Nov. 1657. 

[Andere Sprache seit der Affaire von Friedrich södde. Scblippenbach. Benehmen der 
Oestreicher in Bromberg. Klagen, dass kein Geld von Sr. Eminenz kommt Bemü- 
hungen des Königs von Ungarn um den Kurfürsten.] 

Andere Sprache, die man seit der AfFaire von Friedrichsödde ') führt. 27. Nov. 
Scblippenbach") hat eine Audienz gehabt. Klagen des Kurfürsten über 
die Oestreicher und ihr Betragen in Bromberg . . ., „que . . . le meme jour 
ajant eu avis que les troupes autrichiennes log^es dans les villages 
voisins marchaient vers la ville^), eile avait incontinent aprös envoy6 



') Desnoyers schreibt am 20. Januar 1658 Über Blondel (Lettres p. 377): 
n ne r^ussit pas bien dans une audience quMl eut avec la reine k Bydgostz ; il la 
poQssa indiscrbtement et sans raison, en lui voulant persuader que, si eile voulait, on 
ferait la paix. Elle lui dit qu^elle la- d^sirait plus que personne , et ensuite lui fit 
voir qn'elle n'^tait pas seulo en Pologne, quMl y avait des ministres et des s^nateurs 
et nn conseil. Mais il rebattit toutes les fois sa premi^re instance — Ik etc. vgl. 
oben p. 120. 15). 

*) Vgl. Pufendorf VII. 5. 

*) FriedricbsÖdde am kleinen Belt (Fredericia) war von den Schweden erstürmt 
worden. 

*) Vgl. Pufendorf VII. 5. Lettre« de Desnoyers p. 362. 864. 

") Bromberg. 
Mater, iiir Gesch. d. Gr. Kurfürsten. 11. 10 



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J46 ^'- Berichte von 1657 bis 1658. 

see ordres aux siennes, qui 6taient un peu plus ^loign^es, de se rap- 
proclier d'elle, en sorte que quatre de ses r^giments s'^taient, ä la 
pointe i]u jour, trouves mel6s avec ceux d'Autriche prös de la porte 
de Broniberg; qu'elle n'en avait pas voulu faire de bruit, mais quelle 
pouvait juier qu'elle n'avait ni ne pouvait avoir aucuu attachement 
avec eux-"* 

Schlit^penbach befestigt Akakia io seiner Haltung. Er soll mor- 
geu za jiciiif in Herrn abreisen, denkt aber bald wieder zurück zu sein, um 
au den Präliminarien zu arbeiten. 

Der KiJiTürst und Schwerin beklagen sich darüber, dass kein Geld 
von Sr. Eminenz komme. . . . 

Dor Eöfiig von Ungarn versäamt nichts, um den Kurfürsten für sich 
zu gewinnen. Der Graf S tahrenberg wird hier von dieser Seite erwartet, 
und ein Edelmann sucht den Kurfürsten, zu demselben Zwecke, nach allen 
Kräften zu einer Zusammenkunft mit dem Kurfürsten von Sachsen zu be- 
wegen. . , . 

Po8t-Scriptum. Depuis ma lettre ^crite, le comte de Schlippen- 
bach m egt venu dire adieu, et il ma formellement d^clarö que le roi 
son luaitre esp^rant pouvoir dans Tassemblee pour la paix faire con- 
«aitro aux Polonais que le Autrichiens sont le seul obstacle*) de leur 
repos . , ,, avait consenti k Tiuclusion des allies et ä vouloir traiter con- 
juintemeiit avec lesdits Autrichiens; que lui ... avait eu ordre . . . d'en 
parier dans ce sens ä M. Tdecteur de Brandebourg, m*as8urant que le 
roi de Suedc ne ferait aucune d6marche avec la maison d*Autriche qüe 
pour ce qul touche les aflFaires dePologne; que Tassembl^e s'en pour- 
lait faire ä Francfort-sur-l'Oder *), et que M. Felecteur de Brandebourg 
lui avait fait voir une lettre de la reine de Pologne par laquelle eile 
paratt avoir impatience pour ce trait^ et d^sire de .la venir trouver en 
cette ville ])Our Tavancer. — 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 4. Dec. 1657. 

4-Doe. JL Brand me rendit avant-hier la lettre du 26me d'octobre et la 

grandc iuj^truction ') qu'elle ni'a fait ITionueur de m'envoyer du meme 
Joui", et j en regus hier une autre du IQ^^ du pass^. . . . (Das Memoire 
botrofl'end), Je suis dans la pens^e de chercher k prendre mon temps 
pour Im*) iaire venir Fenvie que je lui en lise moi-m€me les plus 
beaux eiidroits. 



^} lei fteuls obstades Ms. 

') Vgl. Piifendorf C. G. IV. 33. 

*} S. hclde 8cbrift«tücke oben p. 141— 142. 

^) Dem Karf ästen. 



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Ankunft Brand's. 147 

Blondel hat eine Audienz bei der Knrfürstin gehabt. — Elle redit ce 
soir-lii meme ä Fölecteur tout ce que je lui avais dit, qui m'envoya 
qu^rir le lendemain pour dlner avec lui, et me dit par maniere de rail- 
lerie, aprös le dlner, mille choses de llnsolence de Li sola et de la 
vanit^ quil s'6tait donnee partout de s'etre rendu le maitre de son 
esprit; qull ferait bien voir que ce n'est qu*un imposteur. . . . 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin ll.Dec. 1657. 

[Onnstiger Eindruck der Mission Brandts. Schwerin. BeTorstehende Zusammenkunft 
des Kurfürsten Friedrich Wilhelm mit demjenigen von Sachsen. Verkehr des Kur- 
fQrsten mit Blondel. Klagen des ersteren über die Schweden. Die Kaiserwahl be- 
treffend. Akakia passirt Berlin. Offerten Radziwiirs. Ersetzung des verstorbenen 

d^Avaugour durch Terlon.] 

Die Ankunft des Herrn von Brand hat einen guten Eindruck bei dem ll.Dec. 
Kurfürsten und bei Schwerin ^) hervorgerufen. Dieser wird jetzt den Kur- 
fürsten auf einer Reise nach Lichtenburg ») begleiten, wo derselbe mit dem 
Kurfürsten von Sachsen zusammenzutreffen gedenkt. Derselbe lässt 
Friedrich Wilhelm dazu einladen „sous pr6texte de se vouloir röjouir 
avec lui de son heureux retour en Allemagne et terminer les diflförends 
qu'ils ont ensemble au sujet du testament de la duchesse de Jägem- 
dorf, tante dudit sieur ^iecteur de Brandebourg, qui est morte depuis 
peu ä Dresde et qui a laiss^ sondit neveu h^ritier de ses meubles." . . . 

Der Kurfürst selbst ladet Blondel häufig („sans laiss^r passer trois 
jours**) ein. Der Kurfürst beklagt sich u. a. über die Schweden, „et m'as- 
sura que le roi de Su^de avait dit qu'il se vengerait de lui." Blondel 
bemerkt darauf, dass sich Akakia mit der Einwilligung zu der Interven- 
tion der Verbündeten am polnischen Hofe befönde und durch Berlin zu- 
rückkommen müsse, wie er Tags vorher durch ein Schreiben desselben er- 
fahren. Der Kurfürst ist erstaunt diesen Brief zu sehen, aber „au moins," 
dit-il, „si ce n'est le roi, c'est Schlippenbach qui Ta dit," — und 
Blondel fährt fort: ,Je ne sais, si le comte de Schlippenbach a 
tenu ce discours; mais je sais bien que les ministres du roi de Suöde 
parlent souvent comme si leur maitre avait le bäton lev6, et cette con- 
duite . . . n*est pas toujours celle qui r6ussit le mieux." . . . 

Die Kaiserwahl betreffend, will man weder von Neuburg noch von 
Baiern etwas wissen, dessen Kurfürst den von Brandenburg in einem seiner 
Gesandten') beleidigt habe, abgesehen davon, dass es bereits einen König 



') Von diesem sagt Blondel übrigens: «je sais que Lisola lui a fait esp^rer 
que le roi de Hongrie le ferait comte, sUl contribuait k le faire empereur.' 

■) Vgl. über die Zusammenkunft beider Kurfürsten daselbst Pufendorf VIT. 33. 
^) Baban y. Canstein, vgl. Pufendorf VII. 23. Ast Monachii Cansteinio 

10* 



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148 ^^- Berichte von 1657 bis 1658. 

und drei Kurfürsten in diesem Hause gebe. Bliebe also der allerchristlichste 
König übrig I 

„Avant-hier 9^ le sieur Akakia arriva apr6s-midi, et S. A. partit 
hier de grand matin . . . , et le meme soir du 9^ nous le fiimes voir 
ensemble, et . . . Akakia lui fit un grand discours . . . Ensuite il lui fit 
voir la forme des saufs-conduits que le roi de Suöde accorde aux allies 
de la Pologne, dont M. l'^ecteur eut tant de joie qu'il ne s en pouvait 
presque eontenir. II pressa ledit Akakia de faire diligence pour son 
voyage, et il nous assura qu'en un mot le roi de Su6de ne pouvait 
pas prendre un meilleur parti, puisque par ce moyen il arretait toutes 
choses . . . 

Radziwill hat Blondel in Bromberg Anerbietungen gemacht, in 
französischen Dienst zu treten; er hat Freunde, welche ihm folgen würden. 

Der Kurfürst, die Kurfürstin und der ganze Hof sind erfreut über die 
Ersetzung des verstorbenen d'Avaugour^) durch den Chevalier v. Terlon 
bei dem Könige von Schweden. Ils m'ont charg6 de remercier V. E.d a- 
voir mis en cette place un de leurs bons amis. 



Blondel. Dat. Berlin 18. Dec. 1657. 

[Der Kurfürst aus Lichtenburg zurück. Sendung nach Prag. Blondel will den Knr- 
ffirsten nun drHngen sich zu erklären. Der schwedische Resident aus Wismar zurück. 

V. Brand.] 
18. Dec. Der Kurfürst ist gestern Abends von der Lichteuburger Zusammenkunft 

zurückgekehrt und a fait incontinent partir le baron de Loben en com- 
pagnie du sieur Friese, conseiller du duc de Saxe, pour s'en aller ä 
Prague, et celui-ci doit lever 12,000 hommes dans ses ^tats, par le 
conseil de M. T^lecteur de Brandebourg, pour s'opposer aux Insultes du 
roi de Suede dans Tempire. Blondel will den Kurfürsten aber nun, 
den Weisungen Sr. Eminenz gemäss, drängen, sich zu erklären. — Der 
schwedische Resident ist heute von Wismar zurückgekommen. — Brand 
hat sich für den Rest des Jahres zu seinem Vater begeben, man will ihn 
am Ende desselben absenden. 



Blondel an Mazarln. Dat. Berlin 25. Dec. 1657. 

[Das kurfürstliche Paar in Oranienburg. Correspondenz zwischen Carl Gustav und 
dem Kurfürsten. PÄsse Akakia's für die Oestreicher. Friedrich Wilhelm über den 
Kurfürsten von Sachsen und seine Zusammenkunft mit demselben. Erregtheit gegen 

Pfalz-Neuburg.] 

25. Dec. Der Kurfürst und seine Gemahlin sind in Oranienburg. — Auf zwei 



accessus ad electorem negabatur, quod literae fiduciariae titulum vicariatus non cx- 
primercnt, ne privati quidem forma alloquio permisso. 

') Graf d'Avaugour war am 6. Sept. gestorben vgl. M^m. de Terlon I. p. 76. 



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I 



Zusammenkunft Friedrich Wilhelm*8 mit dem Kurfürsten von Sachsen. 149 

Briefe des Kurfürsten an den König von Schweden hat dieser erwidert'), 
die bezüglichen Eröffnungen den französischen Ministern gemacht zu haben. 
S eh wer in hat ihm gesagt, dass in den Pässen Akakia's für die AUiirten 
^il n'ötait point parl6 que.ce füt pour traiter avec eux, mais seulement 
pour se trouver k rassembl^e" '*). ... — „Ah non," dit-il, „nous voyons 
l>ien que le roi de Suöde ne veut point traiter avec la maison d'Au- 
triche, et qull ne les veut admettre que comme on ßouflfrait les Por- 
tugals ä Munster, et nous ne croyons pas que les Polonais rcQoivent 
les saufs-conduits dans cette forme." Er fügte hinzu, dass die Polen die 
Oestreicher niemals verlassen würden, und dass Deutschland hieran ein In- 
teresse nehme, indem der Schwedenkönig sich zu deutlich gegen dies Haus 
erklärt habe. . .. Der Kurfürst erwartet mit Ungeduld die Rückkehr Aka- 
kia's. Die Zusammenkunft mit dem Kurfürsten von Sachsen betreffend, 
„il m'a derechef jur6 [par] sa foi, qu'il ne s'tStait nullement engagö; 
qull ötait vrai que cet ^lecteur 6tait entiörement d6vou6 k la maison 
d'Autriche, et que sur ce que j'en avais dit ä M. Schwerin, 11 Tavait 
voulu sonder; mais qu'il avait reconnu que ce prince ne voyant que 
par les yeux de ses conseillers, qul sont tous pensionnaires d'Espagne, 
11 n'y avait rien ä esp^rer de lul. II m'a fait voir une lettre que le 
duc de Neubourg a ^crite aux gentils-hommes du comtö de Ravensberg 
comme slls ^taient ses sujets, dont il t^moigne etre fort oflFense, slma- 
ginant que ce duc ait pens6 de remuer. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 1. Jan. 1658. 

[Audienz Biooder» und Akakia's beim Kurfürsten. — Die Anerbietungen Montecuculi'B 
und Lisola's. Die Königin von Polen.] 

. . . Le vingt-huitl6me M. Akakia arrlva ici de la cour de Pologne, 1658. 
et comme öon Altesse s'est trouv6e mal d'un rhume ces jours passes, nous 1- *^*°- 

n'avons pu la voir ensemble que le 29rae au matln (Folgt der Bericht.) 

S. A. öcouta tout ce discours avec plaisir et convia ledit sieur Akakia 
de faire diligence et d'employer ses soins k porter le roi de Su6de 
aux choses qu'on dösire de lui, afin de nouer Tassembl^e, qui etait le 
v6rltable reraöde qui püt arreter toutes les dangereuses r^solutions qui 
se projetaient coutre lui ...; qu'il 6tait vrai que ce roi avait envoy6 
le secr^taire de öchlippenbach k Prague; que le baron de Loben . . . 



') Vgl. über diese Correapondenz Pufendorf VII. 1—4. — Die Briefe des Kur- 
fürsten an Carl Qnstav dat. Cöln a. d. Spree 12. Not. und 12. Dec. und an den 
König von Polen dat. 7/17. Not. liegen unsem Acten abschriftlich bei. 

'; Vgl. Pufendorf C G. IV. 33 eoqne in formula diplomatum vooabulum dan- 
taxat veniendi et commorandi ponebatur, non autem tractandi. 



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m^m^ 



150 III. Berichte von 1657 bis 1658. 

Vy avait vu*), et que sous pr6texte de s*gti^ mis mal aupr^ de son 
maitre, il avait demandö un sauf-conduit au roi de Hongrie . . . Ensuite 
il nous entretint des grandes oflfres que Montecuculi et Lisola*) 
lui Tcnaient faire, se servant de la comparaison du tentateur de Tövan- 
gile qui lui promet des royaumes, ^si cadeus adoraverit eum"'); mais 
qull avait leur röponse toute prete, et particuli^rement celle de Lisola 
dont il se mit k parier dans des termes les plus d^savantageux du 
monde, jusqu' k dire que c'est le plus gi*and coquin qui eüt Jamals 
^tö; que Tambassadeur polonais*) Tembarrassait davantage que les 
autree. — ... II me dit que la reine *) ne pressait pas de rompre avec 
les Hu^dois dans ses lettres, mais qu'elle le priait seulement de ne pas 
doiiner son sufirage au roi de Hongrie, jusqu' k ce que la paix de 
Pologne fiit faite . . ., et qu'elle le conviait ... de faire en sorte que 
ladi(e ölection ... füt diflföröe; qu'il paraissait bien que la reine em- 
ployait tous les raoyens ... pour avancer sa paix de Pologne, mais 
que pour lui il voulait aussi penser k ceux qui pouvaient conserver 
Tempire en repos. . . . 

Mazarin an Blondel. Dat. 4. Jan. 1658. 

(Concept.) 

4. Jan. Zwei Puncte, nämlich unzweifelhaft die Wahlfrage und höchst wahr- 

^chcialieh ausserdem ein Ueberfall des Königs von Schweden, sind in Lich- 
tcnburg*) verhandelt worden. — Blondel soll aber bis zuletzt dissimuliren. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin S.Jan. 1658. 

[Mont<>(!ucuIi und Lisola. Grosse Zahl von Gesandten am Hofe. Der Kurfürst hat 
•loh hiDi^Jchtlich seiner Wahlstimme angeblich nicht gebunden. Jägerndorfsche An- 
gelegenheit. Verschiedenes.] 

B.Jm. ... Depuis que ces messieurs') sont arrivös, Son Altesse a 6t6 

pregque toujours occup^e aux c^r^monies de leurs audiences, dont eile 
B'embarrasse assez. D est vrai qu*il y a prösentement dans cette cour 
des niini^tres de la plupart des princes de l'Europe qui fönt chaeun 

') Vgl. Droyaen p. 370. — (Den Secretär Habbaeus.) 

') Pßfendorf VH. 15. 

^' VgL Droysen p. 374. 1). lui, d.h. also dem Herrn, zu dem der 8atan in 
der Wüöte tritt. 

*) Der Woiwode von Posen, welcher Montecuculi und Lisola begleitet hatte, 
YgL Pufßndorf a. a. O. Lettres de Desnoyors p. 369—370. 

*) Die Königin von Polen. 

*"} S. oben p. 147 ß. 

'') Montecuculi und Lisola. 



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OestreiohiBChe Anerbietangen. Monteoacnli und Lisola. Akakia. i5t 



m 



leur intrigue i-part. . . . Der Karfürst ist entschlossen sich nicht zu bin- 
den. ... — Lisola sieht sich enttäuscht und selbst als Lügner uud Schelm 
behandelt. 11 est venu pour essayer de se remettre en creance, appor- 
tant effectivement pour 200,000 risdales d*obligations que I'^lecteur de- 
vait au comte deSchwartzenberg*), pou» lesquelles ü lui avait by- 
potb^qu^ certaines terres dans la Marche qui se trouvent par ce moyen 
d^g^^es, et M. T^lecteur les a refues pour payement de. semblable 
somme qui lui ^tait due par la maison d'Autriche; pour laquelle la 
ville de Breslau s'ötait oblig6e, continuant encore ä jurer sur son Dieu, 
qu'il n'a aucun engagement pour son voeu'), et j'apprends meme 
quil a donn^ sa parole k la* reine de Pologne, qu'il a meme depuis 
peu confirmöe par lettres, de ne se point d6clarer de son fluflfrage que 
la paix ne füt faite. Was Jägerndorf anlangt, 11 en presse incessam- 
ment la restitution, et comme les Autrichiens lui disent que c'est un 
proeös qull faut juger auparavant, il y consent, pourvu que provisoi- 
lement il soit mis en possession; et cependänt il dit toujours que quand 
meme . . . il ne s'engagera point. — Schwerin verzögert die Antwort 
für Blondel. — Hoffnungen, welche auf die Unzufriedenheit der Polen mit 
den Oestreichern zu setzen sind. — Blondel hat mit dem dänischen Ge- 
sandten') gesprochen. 

Akakia an Mazarin. Dat. Berlin 14. Jan. 1658. 
... La proposition que Ton m'a faite ici ensuite de la communi- 14. Jan. 
cation que j'y ai donn^e de ce que j'ai apport* de la cour de Suöde 
pour Celle de Pologne , 4ont Votre Eminence apprendra le detail par 
M. Blondel, me presse d'y passer avec plus de bäte. II ne nous a 
pas 6t6 difficile d'en reconnaitre le motif, et qu'elle ne peut venir que 
de ceux qui tentent . . . d'6loigner la reine de Pologne de cette nögo- 
eiation, dont la prösence 6tait n^cessaire pour Tavancer, espörant raieux 
trouver leur compte auprös de Tölecteur de Brandebourg qu'auprös d'elle 
... Je me suis excus^ d'attendre le rösultat de leur döliberation . . . 
pour les raisons que les Autrichiens avaient all6gu6es k Posen, que 
je n'avais point de creance ni de caractöre, et qu'ainsi il me fallait 
aller promptement trouver ... de Lumbres . . . L'intention du roi de 
Su6de n'est point absolument de laisser k Filecteur de Brandebourg 
la direction de la n6gociation, non pas meme la m^diation, et moins 



') Schaartzbourg Ms. — Vgl. hierüber Droysen p. 373. 

') neveu Ms. 

») Detlef Ablefeldt (ygl. Pufendorf VU. 15). 



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152 ^' Berichte von 1657 bis 1658. 

encore de Ten reconnaitre Tarbitre, dont ses ministres le veulent 
flatter . . . 

Je iie piiiö cependant . . . rien dire avec certitude; mais le plus 
asjfture avantai^e qua Ton ait tir^ de mes all^es et venues est qu'elles 
tmt retanle lea r^solutions d€ Brandebourg contre la Suöde et peut- 
etre cliaiig<äeö; et je crains que ce ne soit aussi le seul qu'elle s'en 
si.ut pro^iose, ayaat ^chapp^ au roi de Su6de de dire en ma prfeencc 
qu'il vüjait bien qu'il lui fallait gagner temps. — 



Bloodel an Mazarin. Dat. Berlin 15. Jan. 1658, 

[Geapräcli mit ScfawcTin über die Kaiserwahl. Der Karfürst wünscht eine Garantie 

h'rankrekha g^g^n t^^^n König von Schweden. Akakia. Schrecken über die Nachricht, 

das3 die Schweden auf Seeland seien. Blonders Tröstungen.] 

15. Jan, Er hat Am l>. d. M. eine Conferenz mit den Ministern des Kurfürsten 

gehaijt. ... Still wer in sagte ihm „que les envoy^s du roi de Hongrie 
avaient cUdar^ k M. T^lecteur, que leur maitre 6tant assurö de la plu- 
part des voix . * . , se disposait ä s'approcher ... de la di^te, et qu en 
menie temps I electeur de Saxe avait euvoyö les originaux des lettres 
, . , de Mayence, Tr^ves et Baviöre . . . ^crites en meme sens pour l'e- 
lectiün du roi de Hongrie." ... ßlondel wiederholt seinen alten Rath, 
der Kurfüri^t soile sich nach Frankfurt a. M. begeben. ... Er hat Se. Durchl. 
am Neujahrs tage (alten Stils), im Namen des Königs, beglückwünscht. 
Die Ileisc nach Frankfurt betreffend ^elle me dit qu'elle n*y pouvait pas 
aller, mais qu*elle y enverrait le meme jour un ambassadeur; et apr6s 
un lang enehaincment de paroles assez agr^ables, eile me dit que, 
»ans B^ngager, eile voulait pourtant bien m'assurer que si eile pouvait 
ne rien crainflre du roi de Su^de, les choses se passeraient mieux que 
nous ne pensons. „Mais quelles assurances," lui dis-je, „en voudrait 
Votrc Altesse V" „Je voudrais," dit-elle, „que le Koi votre maitre me 
proniit de ni'asHiHter, au cas que celui-lä m'attaquät." Je lui röpundis 
quelle en pouvait attendre tous les bons Offices possibles. „Non, 
uon,** dit-elle, „il me faut quelque chose de plus pr^cis." 

Akakia kommt am Abend des 9. an, und am 10. begiebt ßlondel 
Bieli mit ihm wiederum zu Sr. Durchl., welche sich über die „Facilität'' 
des Köjug^ von Schweden freut, „aprös setre pourtaut enquise avec beau- 
coup de ehaleur, si le roi de Su^de voulait traiter conjointement les 
int^retB de la Pulogne et du Danemark, paraissant apprehender pour 
le Sund. Elle nous dit qu'elle atteudait un envoy6 de Hollande sur 
ce eiijet, et eile nous parut fort pensive." . . . 



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Garantie Frankreichs gegen den König von Schweden. 153 

Die Nachricht, dass die Schweden auf Seeland seien'), „met cette 
cour dans un ^tonnement Strange. Ils jugent bien que las Polonais 
ne faisant aueune diversion, les Danois seront k la fin contraints de 
faire leur traitö sans eux, auquel cas le fort de la giierre retournant 
en Pologne et peut-etre en Sil6sie, M. Tölecteur se trouve dans de grand's 
empreßBements.'* Indessen hat Blondel hierüber auch die Kurfürstin bei 
seiner Neujahrs visite getröstet. „II me semble que ces marques d'affection 
de la part du fioi les rassurent beaucoup." — 



Briefe Mazarin's an Blondel. Dat. 18. u. 28. Jan., 

1. und 22. Febr. ,1658. 

(Concept resp. Abschrift.) 

Blondel hat nicht mehr von der Wahl zu sprechen. Wohl aber ist 18. Jan. 
auf die Freundschaft des Kurfürsten mit Schweden, unter Garantie Frank- hia 
reichs, hinzuwirken. Ferner bleibt die Fassung der Wahlcapitulation wich- 22. Febr. 
tig. Drohungen im Fall eines Angrifis auf die Freunde Frankreichs. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 5. Febr. 1658. 

[Conferenz mit Schwerin nnd 8omnitz. Blondel äussert wiederholt den Wunsch, der 
Kurfürst möge sich in Person nach Frankfurt a. M. begeben. Antwort desselben. 
Verhalten der Schweden. Starker Trost und Befärchtungen, welche sich daran knüpfen. 
Schlippenbach fiber das Indigenat in Polen, welches der Kurfürst für seine Kinder 
nachsucht. Ratification der Rückgabe der dem Grafen Schwarzenberg verpfändeten 

Aemter.] 

Conferenz mit Schwerin und Somnitz. Als man der Treulosigkeit 5. Febr. 
von Mainz') und des Engagements aller andern Kurfürsten für den König 
von Ungarn — nach den Berichten Canstein's -7- gedenkt, bezeichnet 
Blondel das als östreichische Kunstgrifie. Der Kurfürst solle nach Frank- 
furt gehen. In einer Audienz, welche Blondel bei ihm gehabt hat, äusserte 
jener, dass Mainz täusche und entschuldigte sich wegen der Reise mit sei- 
nen Geschäften hier zu Lande. Ja er gestand selbst, dass er nach Frank- 
furt gehen müsste und würde, weim die polnischen Dinge es irgend ge- 
statteten. Die Kurfürstin sogar sagte zu Blondel, dass ihr Gemahl die 
Sachen mit mehr Energie (vigueur) angreifen müsste. — Schlechtes Ver- 
halten der Schweden. Der Graf Schlippenbach hat Schwerin ge- 
schrieben, dass sein König nicht mit den Dänen in Preussen verhandeln 
wolle. ... — .Der Secretär des Grafen Schlipp enbach logirt noch bei 
dem schwedischen Residenten. Jener hat Schwerin gemeldet, dass sein 
Gebieter an einige Kurfürsten zu Gunsten des Königs von Ungarn ge- 



') Vgl. Droysen p. 374. Die Nachricht erwies sich als falsch (s. auch unten 
die Depesche vom 5. Februar). 

') ^^gl* über die Verhandlungen Canstein^s daselbst Pufendorf VII. 35. 



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154 ^^' Berichte von 1657 bis 1658. 

sührieben habe und sucht Blondel doch in gutem Humor zu erhalten. 
Dieser dissimulirt. Les gelbes cöntinuent ici fort apres, et coiume on 
sait qiie le roi de Suöde est en marche, on est dans une horrible ap- 
preliension qu'il ne puisse passer sur la glace dans les lies de Danemark. 
, . . En achevant cette lettre, on vient de me dire que Schlippen- 
bach ayant su que M. T^lecteur recherchait l'indig^nat en Pologne pour 
bcs eiifants*), avait dit ä Schwerin, que nonobstant que la France 
prcf^sat . . . son maltre de favoriser un prince fran^ais qui püt succöder 
all roi de Pologne en se mariant avec la niece de la reine, il se por- 
tcrait nöanmoins plus volontiers pour les fils de S. A. quavant aucun 
autre, et ce discours fait, comme je crois, un des principaux articles 
tlu tiait^ sßcret qui se nögocie en cette ville. Le roi de Hongrie 
envoya avant-hier ratification, tant pour lui que pour le comte de 
i!?chvvartzenberg, de la cession des domaines que celui-ci tenait de 
M. Telecteur par engagement pour les 200,000 risdales qui luit ^taient 
dues^). 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 12. Febr. 1658. 

[Proposition ßchlippenbacVs an Schwerin.] 

12, Febr. Je vicus cucore d'apprendre ') que le comte de Schlippenbach 

a fait trois propositions principales au baron de Schwerin dans la 
conförcnce qu'il a eue avec lui*): la premiöre de partager la Pologne 
eiitre le roi de Suöde et le roi de Hongrie et Brandebourg; Tautre de 
ballier la Prusse royale k F^lecteur, en cödant pour*) lui sa part de 
la Fani^ranie ä la Su6de et de faire passer cet öchange dans le traitö 
de Pologne; la derniöre de faire ligue offensive et defensive entre les 
troiß öusdits princes. 

Blondel. Dat. Berlin 12. Febr. 1658. 

12, Febr. Die Abgesandten der lüneburgischen Fürsten befinden sich seit zwei 

Tagen hier, um den Kurfürsten dahm zu vermögen, dass er seine Truppen 
mit den ihrigen zur Unterstützung Dänemarks vereinige. 



') Vgl. Pufeiidorf VII. 5. 

'i Vgl. oben p. 151. 

') (Durch Hoverbeck.) 

*) Vgl. (auch in Betreff der hier folgenden Vorschlage Seh lippenbach's) Pu- 
fendorf F. W. VII. 16. C. G. V. 63. Droy-een p. 272. — Die Zusammenkunft fand 
in Neu-Brandenburg (Herzogth. Strelitz) statt. Ueber die damalige Gorrespondens zwi- 
ncheii Schwerin und Sohlippenbach s. v. Orlich I. p. 192ff. 

*) f ar Ms. 




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Fropositionen Schlippenbaeh^s. Abecbluss mit Ocstreich. 155 

Blondel. Dat. Berlin 26. Febr. 1658. 

Die Abgesandten Oestreichs, Polens, Dänemarks haben diesen Hof ver- 26. Febr 
lassen^ und erst am Tage vor ihrer Abreise ist der Alliancevertrag zwischen 
dem Kurfürsten und dem Könige von Ungarn abgeschlossen worden '). — 
Der dänische Gesandte ist schleunig heimgereist, um seinen König abzu- 
halten ein Accommodement mit Schweden einzugehen: nach den Nachrich- 
ten von Gottorp, vielleicht zu spät. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 5. März 1658. 

[Gespräch mit dem Kurfürsten über die Wabl in Frankfart, sowie über seinen 
Alliancevertrag mit dem Könige von Ungarn und dessen Folgen.] 

Bericht über ein Gespräch, welches Blondel mit Sr. kurfürstl. Durchl. 5. März. 

gehabt hat . . . „Meme," dit-elle, „si ce qu'on dit est vöritable, que le prince 

d'Esp^gne soit mort, et que le roi de SuMe veuille sinc^rement 

la paix de Pologne et de Danemark, il faudra bien parier d'une autre 

nianiöre ä Francfort" ... „II est vrai," dit eile, „que nous') avons fait 

ensemble une alliance pour dix ans, et que je lui ai promis de ne me 

point opposer ä son devation; mais comme ce n'est que pour notre 

defense commune, et qu'elle est conclue en termes fort g^n^raux, eile 

ne m'empechera nuUement de ce que je croirai etre avantageux pour 

ITionneur et le bien de Tempire." „Mais cependant," dis-je, „Votre 

Altesse en exöcution du trait6 leur donne passage et subsistance dans 

ses 6tat8, pour aller chercher, comme ils disent, le roi de SuMe en 

Danemark." „Ah!" dit eile, „je ne saurais Fempecher." „Aussi," 

dis-je, „cette excuse de Votre Altesse ne sera-telle point rejetöe, ne 

dontant pas qu*elle ne s'en serve, au cas que le roi de öuöde voulüt re- 

toumer en Pologne ou ailleiirs, pour y chercher ses ennerais." Elle 

rougit ä ce discours, et comme eile vit que je lobservais, eile se com- 

posa et me dit encore qu'elle ne pouiTait point Fempecher. „Mais 

pensez-vous** dit-elle, „qull veuille faire la paix de Pologne?" . . . „Dieu 

venille," dit-elle, „que cette paix se puisse faire ou qu'au moins la 

France me veuille aider k empgcher Fetablissement de la maison dAu- 

triebe en Pologne, qui ne poun*ait arriver que pour ma ruiue, les 

Autrichiens, qui ont pris leur quartier dTiiver dans F6v6che de Vaimie 

et qui ravagent tout dans ma Prusse, ne pouvant pas seulemeut dissi- 

muler le droit que Farchiduc Leopold y pr^tend avoir comme grand- 

maitre de Fordre teutonique." . . . 



') Dieser Abschluss war am 9. Febr. erfolgt. Pufendorf VII. 17 ff. Rudawski 
p. 393 ff. Wagner Eist. Leopoldi M. I. p. 52. Stenzel Gesch. des preuss. Staats 
IL 141- Droysen p. 375. 

') D. h. er and der König von Ungarn (s. oben). 



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156 ^^- Berichte von 1657 bis 1658, 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 12. März 1658. 

[Jena abgereist. Instruction des Kurfürsten für Frankfurt. Der Kurfürst und die 
Oestreicher. Ein schwedisches Pulverschiff bei Pillau angehalten. Verbandlungen 
darüber. Ankunft eines holländischen Gesandten.] 
12. Mftrz. Jena ist abgereist'). Instruction des Kurfürsten für Frankfurt: Ruek- 

berufung der Trappen aus Italien, Abrogation des Herzogs von Mantoa, 
weil seine Einsetzung zum Vicar ohne Wissen der Kurfürsten und gegen 
die Constitutionen des Reichs erfolgt ist. . . . Was die Capitulation anbe- 
trifft, so soll der Kaiser keine fremde Krone annehmen dürfen, es sei denn, 
dass augenblicklich eine Neuwahl stattfinde; derselbe soll ferner über kei- 
nen Stand ohne Zustimmung der Kurfürsten und anderer Fürsten die Acht 
verhängen können, noch sich in einen auswärtigen Krieg mischen; der Reichs- 
hofrath soll aus Personen zusammengesetzt werden, welche die Kurfürsten 
erkennen — und jährliche Versammlungen der letzteren oder ihrer Gesandten 
stattfinden. 

Die Oestreicher lassen durch einen Gesandten, welcher gestern eintraf, 
melden, sie seien bereit zu marschiren, sobald sie die Dispositionen Sr. 
Kdrf. Durchl. kennten. Beide Theile wissen recht wohl, dass sie einander 
täuschen. 

„Une barque su^doise portant des poudresji Elbing fut arret^e, 
11 y a prös de trois mois, h^) Pillau^), et sur les premi^res demandes 
que le resident de Su^de en fit en cette cour, disant que la barqiie 
en 6tait partie avant que 1 electeur efit fait notifier le trait^ qu'il a fait 
avec la Pologne, ce prince d^savoua celui qui avait fait Tarret et pro- 
mit ,de faire tout restituer. La chose est demeur^e en ces termes jusqu'ä 
la semaine pass^e que trois conseillers de T^lecteur allerent trouver 
le resident pour lui d^clarer de la part de leur maitre, que la cour de 
Pologne ayant 6t6 imbue de cette aflfaire, il n'^tait plus dorenavant en 
son pouvoir de tenir la parole quil avait donnee." Blondel hat den 
Residenten gebeten, über diese Sache mit Mässigung an seinen Herrn zu 
berichten ; et je Tai meme fait condescendre ä se satisfaire de la resti- 
tution de la barque, sans qu'il lui soit permis de passer ä Elbing, ce 
que je me suis Charge de n^gocier avec lelecteur, non pas que j'aie 
cru qu'il voulüt me Taccorder, mais pour tenir toujours les cboses en 
quelque sorte de Suspension jusqu'ä ce que M. de Lumbres soit de 
retour en Pologne, et qu'en traitant les pröliminaires, cette aflFaire soit 
premi^remeut r^solue . . . 

Morgen trifft hier ein holländischer Abgesandter*) ein. 



') (Nach Frankfurt a. M.) 

') au Ms. 

Vgl. Pufendorf C. G. V. 63. Droysen p. 375. 

*) Isbrands (vgl. Pufendorf VII. 50. C. G. V. 88). Mehrere Bericht« des- 



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Instruction für Frankfurt. Französische und schwedische Drohungen. 157 

An Blondel. Dat. Paris 19. März 1658. 
(Abschrift.) 

Drohungen im Fall eines Angriffs des Kurfürsten auf die Schweden. 19. Mär«. 

„Ce que vous me mandez de la conduite du comte de Schlip- 
penbach*). . . . ne me fait point de peine ... II a tenu un discours 
bien diflförent, k ce que nous 6crit M. de Thou*), aux ambassadeurs 
de MM. les Etats qui sont ä Wismar, et leur a donnö [k] entendre que 
le roi de Hongrie faisait soUiciter son raaitre k faire une ligue oflFen- 
sive avec lui, et qu'un des principaux points de cette ligue serait d'at- 
taquer conjointement lesdits Etats. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 19. März 1658. 

[Schwedische Drohungen. Der Kurfürst wünschte seine alten Verbindungen aufrecht 

erhalten zu können.] 

n y a . . . plus de deux mois que je n*ai pas regu aucune de Celles 19. März. 
que Votre Eminence me fait ITionneur de m'öcrire. Messieurs les pl^- 
nipotentiaires') memes ni M. le Chevalier de Terlon ne m*ont point 
6crit depuis longtemps, et ce n*^st pas par lui que j'ai su les parti- 
cularit^s des discours que quelques*) [Suödois] ont tenus de la pensöe 
que leur maltre pourrait avoir d'entreprendre en passant sur les 6tats 
de cette altesse *). ... Son Altesse meme m'a dit aujourd'hui qu'ellc 
vouloit etre son amie, et que ce serait avec grande douleur, si la 
crainte d'etre opprim6 par lui la faisait rösoudre k se servir du secours 
que les Autrichiens lui oflFrent; que Dieu lui 6tait t6moin d'avoir eile 
seulement empechö les Insultes que les Polonais ont voulu plusieurs 
fois faire en Pomeranie, k Finstigation des memes Autrichiens, et qu'elle 
ne souhaitait rien tant au monde que d'etre d^barrassö de la guerre 
de Pologne, pour pouvoir plus ais6ment faire connaltre k ses amis sa 
persöv^ranee et sa constance k demeurer dans les anciennes maximes 
de sa maison et dont eile s'est toujours si bien trouv^e . . . 



selben aus der zweiten Hälfte des März und dem April 1658 liegen unsern Acten (in 
der Uebersetzung) bei. 

') Der mit Li sola und Schwerin damals in lebhaftem Verkehr stand. 

') Französ. Gesandter im Haag. 

') Die französ. Gesandten in Frankfurt. 

*) quelques de Subde Ms. 

'') Wahrscheinlich Drohungen, um den schwedischen Propositionen Eingang zu 
Yorschafien; sie sind denselben Vormittag durch den aus Stettin eingetroffenen H a b - 
bseus erneuert worden. 



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15§ ni. Bericbte von 1657 bis 1658. 

An Blondel. Dat. 22. März. 

(Abschrift.) 

22.März. Schlippenbach hat zu de Lumbres (in Hamburg) gesagt: „que 

toutes_ ces intrigues ^taient pour ralentir Tardeur avec laquelle il sem- 

blait que les Autrichiens et Brandebourgeois*) voulussent^se nier sur 

les 6tat8 de son maltre." — 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 22. März 1658. 

22. März, Instruction Brandts. Briefe des Kurfürsten') und Schwerin's an Se. 

Eminenz;^ welche dieser mitnimmt. Er soll übrigens das Bündniss mit Oest- 
reich rechtfertigen und auf die Zeit nach dem polnischen Frieden verweisen. 
— Conferenz BlondeTs mit Schwerin. Eskonmit dabei u. a. zur Sprache: 
„qu*on avait i-etenu prisonniers en divers endroits des officiers de 
larmec suedoirte qui passaient par les 6tats de Son Altesse ; qu'^ Tex- 
emple de ce qui fut fait aux derniöres güerres par feu M. T^lecteur 
lorsqull se di^clara contre les Suödois, Son Altesse avait pr^sentement 
fait publier des commandemeuts avocatoires *) ä tous ses sujets qui 
pcuveut etre dans le ser\ice des ^trangers.'* ... Schwerin muss man 
jetzt m^^uiigiren. Blondel rühmt sich, den schwedischen Residenten ^), trotz 
der ihm von Schlippenbach anempfohlenen Drohungen, günstiger ge- 
Btimmt zu haben. 

Blondel hat Schwerin gesagt, dass „messieurs les pl^nipotentiai- 
res du Rai h Francfort avaient 6t6 surpris d'un discours que les am- 
bassadeurs de Son Altesse avaient tenu ä M. de Gravel*), comme 
s'ils se fuößent plaints que la France fit des ligues et enträt dans des 
alliaiicer saus leur rien communiquer, en quoi nous avions 616 plus 
modesti's queux, puisque nous ne nous 6tions point scandalis6s des 
loogTies couf^rences ni meme des trait^s que les ministres de Son Al- 
tesse avaient depuis si longtemps concert6s et enfin conclus avec M. 
Lisola. II m a r^pondu que le discours qu'ils avaient tenu ne sa- 
dressait point h la France, qui les avait elle-meme convi6s tant de fois 
d entleer daii^ les ligues qui se proposent; mais qu*ils s'ötaient plaints 



^) ßiandeliourgiens Ms. 

^) Dies in sehr Yerbindlichen allgemeinen Wendongen gehaltene Schreiben lag 
nnsom Acten originaliter hei. — Vgl. über diese Rücksendung Brandts nach Frank- 
reich Pnfendorf VII. 53. 

=•) Vgl. Droysen p.375. 

*) Bartholomäus Wolfsberg. 

"•} Gtavot Ms. 



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Rücksendung Brandts. ]59 

de C6UX *) des ducs de Branswick et Lunebourg qui leur avaient cach6 
quantit^ de choses qu'il 6taient obliges de leur döclarer ..." 



Mazarin an Blondel. Dat. Paris 29. März 1658. 

Man kann in Berlin über die Details der Capitulation hinweggehen. — 29. März. 
Hoffnungen auf den Frieden mit Dänemark. ■ — Die Garantie Frankreichs 
mit Einwilligung des Königs von Schweden angeboten, der seinen Alliirten ') 
nicht wird beleidigen wollen, „qui certainement aurait peine ä dig6rer 
cette offense et ä n'en pas rechercher la röparation. Vous passerez 
adroitement et dölicatement sur ce point et en laissant plus ä deviner 
que vous n'en exprimerez." . . . Der König ist dem Kurfürsten für seine 
Politik in Frankfurt verpflichtet. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 2. April 1658. 

Es war eine grosse Conferenz. Blondel hat gesagt, man möge einen 2. Apr. 
Entwurf machen, was man von Frankreich für seine Sicherheit zu haben 
wünsche. Er hat ferner geäussert, der Bromberger Vertrag dürfe in Hin- 
sicht auf den Durchzug des Schwedenkönigs durch das brandenburgische 
Gebiet nicht streng beobachtet werden; „et quoique nous ayons 6t6 plus 
de trois heures ensemble, 11 ne s'est rien dit de plus pr6cis que ce 
qiie je viens d'öcrire, la coutume de ces pays 6tant qu'on n y croit pas 
que les choses soient bien dites, si elles ne sont röp^t^es plusieurs fois 
et expliqu^es en plusieurs maniöres." — 

Der Kurfürst hat zu dem Gesandten des Königs von Ungani gesagt, 
dass sich die Dinge sehr verändert hätten, was jener denn alsbald durch 
einen Courier nach Frankfurt gemeldet hat. — Die Oestreicher sind lang- 
sam — und Carl Gustav ist rapidl 

Der Kurfürst und die Kurfürstin sind heute nach Oranienburg, wo sie 
wohl einen bedeutenden Theil der Woche zubringen werden. 



Mazarin an Blondel. Dat. 5. April 1658. 
(Abschrift.) 
Mazarin nimmt die neueste Revolution der ^Geister nicht Wunder. 5. Apr. 
Blondel soll an der Wiederversöhnung Schwedens und Brandenburgs — 
in beständigem Einvernehmen mit dem Chevalier Terlon — arbeiten. 
Carl Gustav will freilich in seinem Argwohn, dass der Kurfürst seine 
Truppen Frankreich überlasse, was doch aber erst nach dem polnischen 
Frieden möglich sein wird. Das Vergangene muss man dissimuliren , — 
Schwerin ^mit guten Reichsthalern*' regaluren. 



*) (D. h. wohl über die Gtesandten.) 
*) Eben Frankreich. 



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160 III. Berichte von 1657 bis 1658. 

Blondel an Mazariu. Dat. Berlin 9. April 1658. 

9. Apr. Er soll an Terlon schreiben, um von dem Könige von Schweden dessen 

Wort nichts zu unternehmen zu extrahiren. Nach BlondeTs Meinuug 
muss jener aber auch eine bestimmte Versicherung im Namen Frankreichs 
und Sr. kurfürstl. Durchl. haben, der Verzicht auf die östreichische Alliance^ 
und der freie Durchzug ihm zugestanden werden. 

Ils m'ont dit que Son Altesse nous donnait parole en foi 6lectorale 
qu'elle voulait demeurer en paix avec les Su6dois; qu'elle n'avait au- 
cune Prätention sur ce qu'ils poss^dent, et qu'elle ne recherchait que 
sa seule assurance. — Blondel ist mit der Proposition betreffend die 
XJeberlassung der Truppen (an Frankreich) bereits herausgegangen: damit 
dem Schwedenkönige jegliche Jalousie benommen und die Streitkräfte er- 
halten würden, ohne dass man sich durch die sonst damit verbundenen Un- 
kosten ruinire. 

Son Altesse ölectorale, que j'ai aussi vue cette semaine, m'a pres- 
que dit les memes choses. Elle a d^pechö un courrier aux Polonais 
pour les soUiciter ä la paix, et eile en doit d^pecher un autre au roi 
de Suöde, sur le couseil que je lui en donne, pour faire les memes 
instances auprös de cette majest^. 



Mazarin an Blondel. Dat. 12. April 1658. 
(Abschrift.) 
12. Apr. Tadelt ihn wegen der vorgeschlagenen Theilung der kurfürstlichen Trup- 

pen zwischen Schweden und Polen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 16. *) April 1658. 

16. Apr. Gestern ist der Cavalier der französischen Bevollmächtigten in Frank- 

furt ') hier angelaugt. — Die Gesandten des Kurfürsten in Frankfurt sollea 



•) 26. Ms. 

') Johann F^ischmann (s. Ahscbnitt IV.). Ein Memoire an Blondel, 
welches demselben mitgegeben war, beginnt mit den Worten: »Les ambassadenrs ex- 
traordinaires du Roi ayant appris que la maison d^Autricbe a r^solu de faire tons ses 
effürt« aaprts de M. T^l^^i^texir de Brandebourg pour faire r^voquer ... les deroiers 
ordre» , . . donnes k sch pldnlpotentiaires . . . sur le fait de la capitulation . . ., et que 
meme depuid peu do jours le roi de Hongrie a ddpecb^ un expres k Berlin pour cette 
Bßulfl a^\ire, Ib r>nt jug^ h propos d^envoyer aussi ce gentilbomme ä Sadite Altesse 
electorala.* — Derselbe soll mit Blondel gemeinsam handeln. — Der Kuritirst will 
die RatiHcation dua öntroicluschen Vertrages aufschieben und sich mit Schweden aas- 
gl eichen f itidf^ni er die Üaraatie des Königs von Frankreich und das Wort des Pro- 
tector« acc-eptirt. Dor Kurfürst soll jene Ratification verweigern etc. Vgl. übrigens 
Pufciidorf VII. 4CX Caetcrum quia in hoc negotio electoris sententia praecipanm 
momontitm fJntiira orat^ rcliquis electoribus in duas aequales partes discedeDtibus, 



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Sendung d. französ. Beyollmäohtigten in Frankfurt a. d. Karffirsten. fß\ 

Refehl erhalten in die Ligue (d. h. den rheinischen Bund) einzutreten. 
„M. Somnitz et un autre conseiller de Son Altesse, sous le prötexte 
cl'aUer recevoir le serment de fid6lit6 de la ville de Magdebourg, s*6taient 
abouchös avec les ministres des ducs de Brunswick pöur concerter en- 
semble les moyens d'empecher que les affaires de Pologne n'interrorapent 
le bon eflfet de cette alliance." — Will Schwerin diesen — wegen ihrer 
Oonnirenz zu der dänischen Invasion des Herzogthums Bremen — Furcht vor 
dem Könige von Schweden machen ? Geschieht der Eintritt in die Ligue auf 
den Rath der Oestreicher, um die Schweden davon auszuschliessen ? — Bera- 
then der General Sparr und Hov erb eck in Polen ^) ein gemeinsames 
Einrücken in Pommern ? — Die Polen drängen die Oestreicher und den Kur- 
fürsten, „croyant par ce moyen ßtre assez puissants pour y arrfiter le 
roi de Suöde et faire que la guerre de Tempire se commence par cette 
altesse, ötant meme en pens^e de se präsenter armös ä ses frontiöres 
et la contraindre de tenir la parole qu'elle leur a donn^e en faisant 
alliance avec lui, ce qui Fembarrasse extremement" ... Die Königin 
von Polen wird nach Ostern nach Berlin kommen; die Wohnung für sie 
im Palais ist bereits hergerichtet. Terlon soll hier rechtzeitig die Dispo- 
sitionen des Königs von Schweden wissen lassen. — Die Ansichten der 
Frau Prinzessin von Oranien haben sich verändert. 

Der Cavalier der frauzös. Bevollmächtigten in Frankfurt hat sich Sr. 
Durchl. noch nicht vorgestellt, „parce qu'elle a et6 tout aujourdTiui oc- 
cupee. Elle est tout le jour ä considörer le travail qu'elle fait faire 
pour la fortification de cette place') qui ne röussissant pas toujours i 
son gr6 ä cause des sables et des eaux, lui donne souvent de grauds 
cbagrins.^ 

Blondel an die französischen Gesandten in Frankfurt. 

Dat. 17. April 1658. 

Blondel hat keinen neuen östreichischen Courier bemerkt. ... — Er 17. Apr. 

glaubt; dass, trotz der Mission Sparr's u. s. w., die Oestreicher und der 

Knrfürst einander zum besten haben. — Die Gesandten des Herzogs von 

, Mecklenburg-Schwerin*) sind eingetroffen, um den Kurfürsten zu becompli- 

mentiren. Heute morgen hatte der Cavalier, welchen die Gesandten ab- 



Galli non solam per Blondellum in anla electori ablegatnm, sed et misso pecu- 
liariter a legatis Frau cofurtanis nobili sua postulata electori commenda- 
bant etc., besonders aber VII. 48. 

') Ueber beider damalige Sendung dorthin vgl. Pnfendorf VH. 46. 

*) Vgl. Lettres de Desnoyers p. 419. Droysen p. 399. 3). 

*) Chriatian (sp&ter Christian Ludwig), welcher damals seinem Vater 
Adolf Friedrieb in der Regierung gefolgt war. 

Mater, zur Ge«ch. d. Gr. Kurfürsten. U. 11 ^ 



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152 ^^- Berichte von 1657 bis 1658. 

geschickt') and dessen Gewandtheit Blondel sehr lobt, Audienz. Die 
Intentionen des Kurfürsten für Frankfurt sind gut; er will, dass man ein- 
mal gründlich den Eintritt fremder Truppen in Deutschland hindere und 
hat bei dieser Gelegenheit etwas über die Landung der Engländer in den 
Niederlanden, also in einem Reichskreise, gesagt. — Gegen den König 
von Schweden hege er keine Abneigung, aber er will im Stande sein, ihm zu 

widerstehen und kann den Durchzug desselben nicht gestatten 

Postßcriptum. J'oubliais k dire que la reine de Pologne doit 
arriver ici aprös ces letes*), et que le courrier que vous lui aviez ei- 
devant d^pech^ en est de retour et part aujourdliui de cette viUe pour 
V0U8 aller rendre compte de son voyage. 



Mazarin an Blondel. Dat. 19. April 1658.. 
(Abschrifl.) 
19. Apr. Drohungen im Fall eines Anschlusses des Kurfürsten an Oestreich ge- 

gen Schweden. In diesem Falle wird ihm Frankreich keine Garantie ge- 
währen, sondern auf der Seite des Königs von Schweden stehen. Wieder- 
holung der alten Rathschläge für den Kurfürsten. Insistez sur cette g^ 
ü6ralit6, Sans vous enfoncer dans les moyens dont la France se ser- 
virait pour appuyer et faire valoir la garantie qu'elle oflfre audit 6lec- 
teur. Elle fera toujours ce que Vhonneur Tobligera de faire, et saura 
se tirer des pas oü eile s'engage: que cela vous sufBse. ... 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 23. April 1658. 

[Unterredung BlondeFs mit dem Kurfürsten über den polnischen Frieden.] 

23. Apr. .In der Instruction für die brandenburgische Abgesandten in Frankfurt 
werden diese angewiesen alles zu thun, was beitragen könne ^^ad salutem 
imperii et conservandam ejusdem tranquillitatem, quodque instrumento pacis 
Sit conforme." — In Bezug auf den polnischen Frieden . . . „si la France, 
dit S. A., la veut faire, il faut qu'elle oblige le roi de Suöde de se d^ 
clarer des satisfactions qull pr^tend pour la restitution des places de 
Prusse, et si eile n'est point excessive, je m'obligerai moi-m6me k la 
faire agr^er aux Polonais quand j'en devrais payer une partie, et ainsi 
nous pourrions en vingt-quatre heures terminer une aflfaire qui autre- 
ment recevra tant de difficultös qu'il y a peu d'espoir qu'elle röussisse. 
Je lui ai dit que le v6ritable moyen de porter le roi de SuMe k 
prendre cette confiance en eile serait qu'elle portät Tes Polonais k s'as- 
sembler, et qu'elle s'accommodät en meme temps avec cette ni^estö 



*) Fri»chmann s. oben. 
*) D. h. nach Ostern. 



^ 



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Unterhandlungen über den Frieden. 163 

pouT les choses qui concerneDt Tempire. „Pour le premier," dit-elle, 
^e V0U8 jure que j'ai 6crit et donn6 ordre k mes gens qui sont k 
Poznan*) de solliciter vivement les Polonais de donner rösolution k 
M. de Lumbres et de dire aux Autrichiens que s'ils persistent k com- 
'battre la mödiation de la France, je croirai qu'ils ne veulent point la 
paix; et pour Tautre, j'ai, ce me semble, d^jk fait d'assez grandes 
avances pour vous persuader que je n'ai point d'aversion pour les 
Suädois — et [que] je ne demande que ma sfiretö . . .^ ^U est assez 
extraordinaire," dit-elle, „que vous me pressez d'une chose pour laquelle 
je Yous fais moi-meme des instances; nous avons d^jä dit tant de fois, 
qu'il n'y avait que la France en qui je puisse me fier entieröment, 
qu'il est inutile de le redire; mais si la paix de Pologne'est une fois 
faite, j'aurais bien des choses k dire et parier plus franchement avec 
eile." „J'ai," ce dit-elle, „d'assez bonnes troupes et de quoi en main 
pour en pouTolr faire plaisir k mes amis." . . . 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 30. April 1658. 

Sparr und Hoverbeck sind zurück. Von polnischer Seite wird 30. Apr. 
Morsztyn') erwartet. Die ungarische und polnische Armee versammelt 
sich an den Grenzen dieses Staats, die des Kurfürsten (4 — 6000 Mann und 
6 — 7000 Pferde) hat Befehl, sich bereit zu halten und soll sich in Cüstrin 
postiren. — Se. Durchl. hat nochmals an den König von Ungarn — zu 
Gunsten der französischen Vermittelung — geschrieben. . . . 

Die Prinzessin von Oranien hat einen Menschen hieher gesandt, „qui 
travaille puissamment pour faire valoir les r^solutions qu'il ne dissimule 
point d'avoir de Tambassadeur de TEspagne, et c'est un nommö Wei- 
mann'), conseiller de Son Altesse, cr^ature de M. Schwerin . . ., 
ci-devant commis par Son Altesse pour la tuteile du jeune prince 
d'Orange." . . . 

Eine Zusammenkunft Schwerin's mit dem Grafen Schlippenbach 
wird in dieser Woche stattfinden*). ... „L'afifaire dePillau') s'aigrit tous 
les jours de plus en plus, et j'appr^hende qu'elle n'ait de mauvaises 
suites." — 



*) (Posen) Sparr und Hoverbeek (vgl. oben p. 161). 

*) Johann Andreas Morsstyn. Pnfendorf VIT. 49. Vgl« Lettres de 
DesDoyers p.402. 

') Wcymen Ms. — Daniel Weimann, der devisclie Kanzler (s. über ihn 
Klaproth und Oosmar Staatsrath p. 357 und oben p. 55). 

*) Sie kamen in Prenzlan snsammen. 

^) Das mit Beschlag belegte schwedische Schiff betreffend vgl. oben p. 156. 

11* 



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■^üWi 



^ 



164 in. Berichte von 1657 bis 1658. 

Frischmann*). Dat. Frankfurt a. M. 3. Mai 1658. 

3. Mai. Der Courier des Köuigs von Ungarn ist nach ihm, am 17. v. M., in 

Berlin angelangt. 

Der Kurfürst hat ihm u. a. erwidert'), der König von Schweden möge 
nicht beanspruchen, was ihm in Pommern und Preussen bleibe, und insbe- 
sondere die Seeplätze und Städte; so werde er sich nicht plündern lassen, 
sich vielmehr eher so lange als möglich vertheidigen ; die Keichsstände, 
welche eine Alliance zu schliessen wünschten, würden denselben — im Hin- 
blick auf den gegenwärtigen Stand seiner Angelegenheiten — sehr schwer 
zu diesem Bündriiss zuzulassen geneigt sein. 

Frischmann's zweite Audienz war am 20.April um 7 Uhr früh. — 
Schwerin soll Frischmann erklären, der König von Schweden habe 
dem obersächsischen Kreise, zu dem Pommera gehört, versprochen, dass er 
sein Gebiet nicht passiren werde, wenn der Kreis dem Könige von Polen 
keinen Durchzug gewähre. 

Am 24. April, zwischen 10 und 11 Uhr, waren er und Blondel zum 
Diner beim Kurfürsten. H me rendit [ravis du prince d'Auersperg] 
avec remereiment, disant qu'il 6tait bien fait, et qu'il ny parlait gu^re 
bien des Polonais, et qu'il avait regu encore une autre piöce sem- 
blable ä celle-ei. „Mais," dit-il, „le prince d'Auersperg n'est plus 
en gräce, on ne regarde pas tant ä ce qu'il dit." 

Eventuelle Anerbietuugen von Truppen ^egen Spanien. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 7. Mai 1658. 

7. Mai. Morsztyn, sowie Sparr und Hoverbeck, und Fernamont*) sind 

wenig befriedigt; ebenso die Kurfürstin-Wittwe, welche, wahrscheinlich auf 
Bitten der Königin von Polen, hierher gekommen ist. Man will hier die 
Sachen in die Länge ziehen. — Die lüneburgischen Herzöge und Ter Ion 
dringen auf die Herstellung eines guten Einvernehmens mit dem Schwedeu- 
könige. Aber der schwedische Resident verlangt, obwohl in höflichen Aus- 
drücken, eine kategorische Antwort in Bezug auf das mit Beschlag belegte 
Pulver in Pillau und beschwert sich über die Misshandlung der Schweden 
in den Staaten des Kurfürsten, welcher ihm seinerseits wiederum nicht Ge- 
nüge thun kann ohne die Polen zu beleidigen. — Schwerin ist zur Zu- 
sammenkunft mit Schlippenbach abgereist^). ... Son Altesse m*a dit 



') Am 10. April von Frankfort nach Berlin gesandt. 

•) Vgl. Pufendorf VU. 40. 48. 

') Der Freiherr von Fernamont hatte (am 23. Mftrz) des Königs von Ungarn 
Ratification des Vertrages vom 15. Februar überbracht (s. Droysen p. 382. Vgl. 
Pufendorf VII. 52). 

") Vgl. oben p. 163 und Pufendorf C. G. V. 64. Droysen p. 395. Thea- 
trum Europ. VIII. 689. 



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Bericht Frischmann*». Schwerin and Schlippenbach in Prenzlau. |Q5 

qu'elle avait donnö ordre . . . que Fölection de Tempereur ne soit pas 
sitöt faite. — 

Postscriptum. Baiern^ Trier und Sachsen wollen den Kaiser nicht 
hindern den Spaniern Hülfe zu senden. Gleichwohl glauben die Gesandten 
des Kurfürsten „quils pourraient^ les faire condescendre k ins^rer dans 
la capitulation que Tinterpretation des termes du trait6 de Munster 
serait reiaise k la diete qui se tiendrait six mois aprös Felection de 
l'empereur, et que jusqu'ä ce que la question en füt döcid^e par les 
6tat8 de Tempire, Tempereur ne pourrait envoyer.des secours sous quel- 
que pr6texte que ce pftt etre contre nous." — 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 14, Mai 1658. 

Schwerin kam vorgestern zurück und war den gestrigen ganzen Tag 14. Mai. 
mit dem Kurfürsten beschäftigt. Schlippenbach hat sehr gute Versiche- 
rungen, indessen nicht die verlangten Erklärungen gegeben. Der König 
von Schweden will darüber erst vorher mit seinen Senatoren in Gothenburg 
verhandeln; der Kurfürst soll sich zuvor über seine Absichten erklären; er 
soll sich den schwedischen Interessen im Reiche anschliessen. Schlip- 
penbach hat geleugnet, was Schwerin ihm mittheilte von de Lumbres 
gehört zu haben, dass man nämlich zugestanden habe, die schwedischen 
Bevollmächtigten könnten sich unter den Pässen des Kurfürsten an den 
Ort der Versammlung begeben. — Die Pillauer Angelegenheit ist beschwich- 
tigt; der Kurfürst will das Schiff freigeben, das Pulver wird an Ort und 
Stelle verbleiben, bis de Lumbres (nach Schlippenbach's Bitte) vom 
polnischen Hofe die Einwilligung zur Rückgabe desselben erwirkt haben 
wird. — Man ist hier am Hofe erfreut; der Kurfürst zeigt einen grossen, 
sehr höflichen Brief des Königs von Schweden vor*). — Die Abgesandten 
Polens und des Königs von Ungarn sind ohne Antwort. ... Es ist ein sehr 
verständiger und lebhafter Gesandter des Landgrafen von Hessen hier; ein 
College desselben befindet sich beim König von Schweden. — Jepson'), 
ein Engländer, hatte vorgestern seine Audienz. Dieser und Blondel su- 
chen den Kurfürsten zu dem Entschlnss zu bewegen, dass er jemanden an 
den König von Schweden entsende. . . . 



») Vgl Droysen p.395. (Pufendorf VH. 44. Theatrum Europ. VUI. 589.) 
») GenfBon Ms. Lord Wiliiam Jepson vgl. Pufendorf F. W. VII. 55. 
C. G. V. 83. V. Orlich I. 183. 



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|gg ni. Berichte von 1657 bis 1658. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 21. Mai 1658. 

[Abreise Schwerin's und des polnischen Gesandten. Die Königin von Polen wünscht 
eine Zusammenkunft mit Carl Oustav. Furcht des Kurfürsten vor einem Austausch 
seines Antheils von Pommern. Gespräch BlondeFs mit ihm Aber die Wahlcapitola- 
tion, über den Ausschluss der Fremden aus Frankfurt wAhrend tier Wahl. Beschwer^ 
den des Kurfürsten über Frankreich. Er verlangt eine kategorische Erklärung, ob 
Frankreich ihn gegen den Angriff des Königs von Schweden schützen wolle. Confe- 
renz Blonders mit Weimann und Hoverbeck. Art. XHI. der Capitulation. Heimlicfae 
Mittheilungen aus der östreiohischen Gesandtschaft.] 

21. Mai. Schwerin wird morgen oder bald darauf abreisen^); Blondel nnd 
der schwedische Resident haben seine Reise betrieben. Der polnische Ge- 
sandte ist vor vier Tagen abgefahren, nachdem er Blondel vertraut hat, 
dass die Starrheit der Polen hinsichts einer Declaration über die vom 
Schwedenkönige beanspruchte Entschädigung hauptsächlich durch den Kur- 
fürsten veranlasst und genährt worden sei. Die Königin von Polen wünschte 
eine Zusammenkunft mit Carl Gustav, was Blondel an Terlon gemel- 
det hat. Der Kurfürst hegt eine tödtliche Furcht, dass der König von 
Schweden in der Versammlung den Austausch des kurfürstlichen Pommern 
gegen die Plätze, welche er in Preussen besetzt hält, vorschlagen und die 
Polen sich dazu bereden lassen möchten. 

Blondel hat sich bei Sr. Durchlaucht wiederholentlich über das Ver- 
halten ihrer Bevollmächtigten in Frankfurt beklagt; zuletzt, nachdem er 
durch die französ. Gesandten von dort Nachricht erhalten. Man will die 
Capitulation nur in den durch den Frieden von Münster stipulirten Aus- 
drücken ^et non aliis verbis" aufsetzen. Elle me dit qu'elle n'avait paa 
cru que nous eussions d6sir6 autre chose, et qu'elle s'y 6tait d'autant 
plus fortement appliquöe qu'elle avait römarque que les Autrichiens fai- 
saaent de violents eflforts pour t'empgcher; mais qu'elle voulait m'envoyer 
l'extrait de cette instruction, afin que je pusse dire ce que j'aurais 4 
y ajouter de plus. Je lui dis que si pour ralliance qu'elle peut avoir 
avec le roi de la Grande-Bretagne, eile avait repugnauce de parier des 
Anglais dans la capitulation'), eile pourrait les y faire entendre sous 
le nom de nos alli6s. „Quoi," dit-elle, „voudriez-vous nous emp^ber 
et la maison d'Autriche de nous d^fendre contre le Türe ou contre 
les Su6dois, s'ils nous attaquent, parce qu'ils sont vos alliös?" „Je ne 
pense pas," dis-je, „que messieurs les pl6nipoteutiaires entendent parier 
d'autres de nos alliös que de ceux qui peuvent avoir part avec nous 
' ä la guerre que nous avons contre l'Espagne." „II en faudra,** dit- 
elle, „parier, et je vous enverrai des conseillers pour en confferer avec 



') Nach Holstein znm Schwedenkönige (vgl. Droysen p. 395. — Pufendorf 
F. W. Vn. 56. C. G. V. 64}. 

') Es handelt sich hier speciell um den Art. XIII. der Capitulation. Vgl. Pu- 
fendorf vn. 40. 41. Droysen p. 395— 396. 



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Beschwerden des KnrfQrsten fiber Frankreicb. 167 

vouB." Enguite, je lui parld du dessein que les Autrichiens avaient 
pris de faire sortir les ambassadeurs . . . [ötrangers] de Francfort'), 
80US prttexte de la bulle d*or. . . . Elle me dit qu'elle voulait qu'on 
s'en ttnt k la bulle d'or, et qu'autrement leur") autoritö souflfrirait de- 
rechef. • . . Elle me dit qu'elle avait fait protester k Augsbourg •) contre 
le s^jour de Fambassadeur d'Espagne, et qu'ä. cette fois eile ferait tout 
8on possible pour emp^cher qu'une pareille ehose ne passät dor^navant 
pour exemple; qu'il 6tait vrai que ses ambassadeurs avaient ordre d'ap- 
puyer puissamment la proposition de faire sortir tous les ^trangers de 
la yille apr6s le serment pris des bourgeois, supposant n^nmoins que 
ce serment ne se düt prendre qu'apr^s que la capitulation serait faite, 
et qu'on füt pour s'assembler immödiatement aprfes pour proc^der ä 
r^lection. On le vint ä ce temps avertir que madame r^lectrice sa 
möre l'attendait pour diner; et comme j'eus Thonneur de la ramener 
apr^s-diner dans sa chambre, il me renouvela en sa pr^sence les dis- 
cours que nousavions tenus ensemble, et commen^a ä parier trös- 
dösavantageusement des princes de Tempire qui n'avaient autre dessein 
que d'abaisser le pouvoir du College ^lectorai; mais qu*il agrandirait 
plutöt la maison d'Autriche que de souffrir que ses infirieurs lui pre- 
scrivissent des lois. L'61ectrice lui dit qu'il ne fallait pas qu'il crfit 
l^^rement des choses de cette nature. „J'en ai,^ dit-il, „des lumiöres 
si as8ur6es que je n'en puis douter, et je sais mSme que quelqu'au- 
tres travaillent k fomenter cette division et leur promettent leur appui 
pour les inciter contre nous." „II est vrai," dis-je, „que la maison 
d'Autricbe ne devant son agrandissement qu'ä la d6fiance qui a m 
sem^e et fomentÄe par eile parmi les ^tats de Tempire, peut encore 
travailler k l'entretenir pour en tirer ses avantages." „Non, non," 
dit-il, „ce n'est pas eile; ce sont d'autres qui se disent §tre de nos 
amis.^ „Au moins," dis-je, „V. A. ne peut-elle point avoir ce senti- 
ment-lä de nous." . . . „Dieu le veuille," dit-il, „et que je m*en 
puisse mieux trouver que par le passö, ne pouvant me souvenir 
qu'avec douleur de la violence dont la France a us^ en mon endroit 
pour m'obliger k laisser mon propre bien k des usurpateurs, en me 
mena^ant par M. de Saint-ßomain*) de faire la paix sans moi et 
de m'exclure de la garantie universelle, si je ne m'accordais k leurs 
dtoirs." „Ce discours de V. A.," dis-je, „me surprend extremement, 



') Vgl. Pufendorf VU. 30. 
*) D. h. wohl das Ansehen der Kurfürsten. 
') Bei der Wahl Ferdinand's IV. (1653). 
•) Vgl. ohen Ahschnitt I. p. 5. 11. 14. 



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Ißg III. Berichte von 1657 bis 1658. 

puisque j'avais toujours compris que c'6tait ä la France qu'elle devait 
ce qu'elle poi^side de la Pomöranie et les *) grandes satisfactions qu eile 
avait eues de son droit sur le reste qui avait 6t^ c6d6 aux Su^ois-** 
II haussa la tete k ce discours, et apr^s avoir demeur6 assez de temps 
Sans parier, il me demanda brusquement, si je voulais lui garantir que 
le roi de Su^de n'entreprendrait rien contre lui. „Oui," dis-je, „le 
Roi vous garantira les choses" — avant que j'eusse achev6 le reste, 
^'accepte," dit-il, „votre garantie." — „Je dis," dis-je, „les choses 
que le roi de Su6de promettra ä V. A. dans le trait6 de r6union qu*il 

pourrait faire avec eile." „Vous ne garantissez que de cela,*^ 

dit-il, „je n'ai pas besoin de votre garantie, puisque je ne veux pas 
quitter les Polonais ni traiter par cons^quent avec le roi de Suöde 
durant la guerre de Pologne; mais si vous voulez que je fasse quel- 
que chose pour vous, faites cela pour moi et garantissez-moi que le roi 
de Su6de n'entreprendra rien contre moi dans Tempire." „J'en 6cri- 
rai," dis-je, „et rendrai compte ä V. A. des ordres que j'en recevnd 
de la part du ßoi mon mattre; mais comme on presse ä Francfort, 
les affaires y seront r^solues auparavant qu*on ait pu pourvoir ä ce 
que V. A. demande de nous." „L'affaire ne presse pas moins de 
mon cotö," dit-il, „et je puis bien faire en Sorte qu'on retarde la n6- 
gociation de Francfort, et je le ferai," dit-il, „pour attendre ce que 
vous ne r^pondrez, puisque, si vous ne m'^claircissez tout-ä-fait sur 
ce point, je prendrai mes mesures ailleurs." — 

Yorgestem hat Blondel eine Conferenz mit Weimann und Ho ver- 
beck gehabt. — Der Artikel für Frankfurt ist lediglich in den Ausdrücken 
des Friedensvertrages abgefasst. — Weimann sagt, das Kurcollegium könne 
nicht allein die Ausdrücke des Münsterer Vertrages interpretiren , und die 
Sache müsse also noch an den Reichstag. Die französischen Gesandten 
verlangen ia ihrem Schreiben folgende Fassung des Artikels: der Kaiser dürfe 
nicht Hülfe senden, weder gegen Frankreich noch „contra suos foederatos 
sub quocumque praetextu imaginabili vel novi belli aut novi hostis**. Was 
den zweiten Punct, die Entfernung der Fremden aus Frankfurt, angeht, so 
lässt sich der Kurfürst entschuldigen, er könne indessen nicht anders han- 
deln, ohne alle andern Fürsten zu desobligiren. ... — Blondel will durch 
die Kurfürstin eine Zusammenkunft ihres Gemahls mit dem Könige von 
Schweden einzuleiten suchen. 

Postscriptum. . . . Un FrauQais, domestique de Tambassadeur 
d'Autriche') qui est ici, m'est venu secrfetement trouver, pour me dire 
que jeudi dernier 16« du courant M. Schwerin itant sorti de chez 



*) des Ms. 

') Fernamont. 



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I>er Kmf. rerlangt Garantie Frankreichs. Abstimm. Üb. Art. XIII. d. Gapitulation. j[ Q9 

eux, il avait entendu au travers [de] la porte de sa chambre qui röpond 
a Celle de raumonier, que le secrötaire disait ces mots k Tautre : „notre 
homme ne s'en saurait plus dMiVe, Schwerin nous vient d'assurer 

qu'il a sign^ le trait^*), et que nous en aurions Texpödition dans un 
jour ou deux;" mais que le lendemain le meme secrötaire avait dit que 

ce Schwerin 6tait un fourbe, et qu'il le remettait encore bien loin 

pour lui donner ces papiers. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 29. Mai 1658. 

Gutes Verhalten der brandenburgischen Gesandten am 13'^" '). — Der 29. Mai. 
Kurfürst wiederholt seine alten Versicherungen : „non-seulement mes gens 
ont per86v6r6 dans leur tenue') dont vous me remerciez; mais je vous 
assure aussi*) qu'on vient de me T^crire qu'ils ont sur cet article em- 
pörte les') majora dans Tassemblöe.^^ ... 

Schwerin hat, um den Abgesandten des Königs von Ungarn wegen 
seiner Reise zum Schwedenkönige zu beruhigen; versichert, dass der Kur- 
fürst die Ratification gezeichnet habe; man habe davon sogar etwas in der 
Kanzlei gesehen, der Kurfürst indessen die betreffenden Papiere in seine 
Cassette eingeschlossen. 

n y a ici une nouvelle qui afflige les gens d'honneur de cette 
cour, c'est la retraite du comte de Wal deck*), lequel ayant honte 
de recevoir de grands appointements de S. A. 61. sans lui rendre 
aucun Service, lui -d^pScha hier un courrier pour lui demander son 
congi, ayant en meme temps mandö aux gouvemeurs particuliers 
qui sont sous sa Charge qu'ils ne devaient plus attendre ses ordres. 
Peut-etre cela fera-t-il quelque changement en cette cour, puisqu'il 
est vrai que S. A. 61. lui 6crivit derni^rement une lettre, fort seeröte 
pour le consulter sur Tötat des affaires präsentes. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 4. Juni 1658. 

Der Gesandte des Königs von Ungarn ist am 31. Mai mit der Ratifi- 4. Juni, 
cation abgereist, welche man auf seine Drohungen hin — jedoch nicht in reiner 
und einfacher Form — gegeben hat '). — Se. Kurfürstl. Durchl. hat Blondel 



^) Vgl. über die Schwierigkeiten , welche es mit dieser Ratification noch hatte, 
Pufendorf VII. 52. 

') Bei der Abstimmung über Art. XUI. der Wahloapitulation vgl. Droysen 
p. 395-396. 

*) tenn Ms. 

*) ainsi Ms 

') le Ms. 

•) Vgl. n. a. Orlich I. p. 245. 

') Vgl. Pufendorf VII. 52. Lettres de Desnoyers p. 411. 



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170 ^U- Berichte von 1657 bis 1658. 

gefragt; ob man noch etwas von ihr wünsche; denn sie wäre entschlossen, 
den König nach allen ihren Kräften zu verpflichten. — ßlondel hat es da- 
hin zu bringen gewusst, dass die Polen nunmehr . . . ganz bereit sind, den 
schwedischen Bevollmächtigten die Pässe in der verlangten Form zu geben 
(was auch ein Brief von Goltz') bestätigt). ... Günstige Stimmung des 
Kurfürsten und seiner Gemahlin. — Wal deck ist trotz den Bitten seiner 
Freunde fest geblieben. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 18. Juni 1658, 

18. Juni. Seit der Rückkehr des polnischen Gesandten aus Moskau') wollen sieh 

die Polen auf keinen Vertrag mit Schweden — ohne dessen Declaration — 
mehr einlassen. . .. Goltz hat sich von den Gründen jener überreden lassen 
und damit, nach seiner Rückkunft, auch den Kurfürsten gänzlich angesteckt, 
welcher nicht mehr zweifelt, dass der König von Schweden auf die Expe- 
dition der Gelcitsschreiben lediglich deshalb dringe, um seine Negotiation 
in Moskau zu erleichtem'), indem er dieselben im Original dorthin sende. 
So hat derselbe denn seine betrefTenden Bemühungen bei den Polen einge- 
stellt und lässt vielmehr den Schwedenkönig durch Schwerin um seine 
Declaration drängen. 

Was den Wunsch der Königin von Polen nach einer Zusammenkunft 
betrifft, so hat der Kurfürst gegen Blondel etwas ähnliches geäussert Er 
hat den Escortetruppen bereits Befehl ertheilt, sich nach der Grenze zu be- 
geben, um jene Königin zu empfangen. 

Blondel bittet Se. Eminenz um seinen Abschied; er wäre auch nicht 
im Stande den Kurfürsten und dessen Armee zu begleiten, wozu es ihm 
vielmehr durchaus an Mitteln fehle. 



Blondel an die französischen Gesandten in Frankfurt. 

Dat. Berlin 18. Juni 1658. 

8. Juni. Man erwartet die Königin von Polen in wenigen Tagen. Dieselbe will 

durch Blondel und Terlon erfahren, wie der König von Schweden in 
Betreff einer Zusammenkunft denkt. — Blondel hat an den Cardinal um 
die Erlaubniss geschrieben, sich von diesem Hofe nunmehr zurückziehen zu 
dürfen, wo seine, fernere Anwesenheit, nach Beendigung der Frankfurter 
Negotiation, überflüssig ist. — Gesandte des Kurcollegiums *) und ein an- 
derer des Czaren*) sind eingetroffen. 



') Pufendorf VII. 50. Ein Auszug aus dem Briefe (dat. 17 27. Mai 1658) bei 
unsem Acten. 

*) Vgl. Lettres de DesnoyerB p. 413. 

^) 8. über dieselbe Pufendorf C. G. V. 91 flf. 

*) Vgl. über diese Gesandtschaft (Ebelbach, Burkcrsrode, Weingarten, Wolframs- 
dorf) Pufendorf VU. 61. 

*) Vgl. Pufendorf VII. 6. 



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Kriegerische Anssiohtoa. |71 

Postscriptum. ... Der Kurfürst boflFt die Polen zu dem Entschlüsse 
zn bringen, dass sie die Pässe schicken. 



Mazaxin an Blondel. Dat. Calais 20. Juni 1658. 
(Concept.) 
Brand ist hier mit den Briefen des Kurfürsten und Schwerin*s an 20.Juiii 
ihn angekommen '). Se. Maj. hat dem Kurfürsten über das Verhalten der 
seinigen in Frankfurt geschrieben. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 25. Juni 1658. 

Der Kurfürst ist auf eine falsche Nachricht hin von Oranienburg nach 25. Juni 
Berlin gekommen, um die Königin von Polen zu empfangen. Derselbe ge- 
steht^ dass Oestreich ihn anrege, die Ausdrücke des zu Gunsten Frank- 
reichs gefassten Conclusums ändern zu lassen, verspricht aber dabei zu ver- 
harren. Derselbe beklagt sich über die furchtbare Macht der Schweden: 
60 furchtbar, dass man eine andere hinstellen müsse, die fähig, ihrem Ehr- 
geiz Halt zu gebieten. ... 

Blondel hat erfahren, dass Radziwill die Truppen, welche an den 
Grenzen Preussens stehen, mit den polnischen und ö streichischen vereini- 
gen soll ; andere sind nach der Neumark vorgerückt. J'ai su certainement 
qne la ratification de leur trait^ avait et6 signöe par r^lecteur le 15 ^ 
du mois paßB6, et c'est justemcnt le jour que le docteur Weimann 
me rendit une visite,' pour pröparer les voies k Tincartade que j'ai de- 
puis essuyäe et dont messieurs les pl^nipotentiaires ont ressenti le 
contre-coup '). — Auf Blonde Ts Klagen hat der Kurfürst ihm erwidert, 
„qu'il avait cru que pour le trait^ de Munster et par celui que M. de 
Lumbres avait fait en particulier avec lui') nous fussions Obligos 
de garantir^) ou de le secourir contre ses ennemis." — Schwerin ist 
mit Schlippenbach noch immer in Holstein und wartet auf den König von 
Schweden. Der schwedische Resident hat hier vom Hof Abschied genom- 
men, unter dem Verwände zum Director des niedersächsischen Kreises zu 
gehen ^); er will zurückkehren, wenn die Dinge sich noch zu einer Aus- 
gleichung anlassen. Ainsi je vois que tout se porte k la guerre. — 



') Vgl. oben p. 158. 

') Bezieht sich auf den Zusatz za Art. XIH. der Capitalation, welchen die bran- 
den bargischen Beyollmftchtigten zaliessen (vgl. Droysen p. 407. Pufendorf 
VU. 41). 

') 8. oben p.80. 

*) Sic. 

*) Vgl. Pufendorf P.W. VII. 56. C.G.V.63. Droysen p. 380. 402. Wolfs- 
berg ging an dem Administrator ron Magdeburg Herzog August. 



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]72 ^^- Berichte Ton 1657 bis 1658. 

Der Kurfürst ist in Folge von zwei Nachrichten betroffen, die ^anz zu glei- 
cher Zeit eingegangen sind, Tune que les SuMois avaient döbarqu^ huit 
mille bommes en Prusse qui commen^ient ä bätir une forteresse 8ur 
le Nehrung qui s^pare le Frische HaflF de la mer od ils ^taient en r6- 
Solution de faire un canal, afin de pouvoir facilement venir k Etbin^ 
saus passer ä*) Pillau. Die andere Nachricht, welche ähnlich wirkt, ist der 
Sieg des allerchristlichsteu Königs vor Dünkirchen, was auch der Kurfürst 
hierüber sagen möge. — Gestern ist ein Doctor Schütz") als Resident des 
König von Ungarn angelangt — und am nämlichen Tage der alte Markgraf 
von Ansbach (neben dem Kurfürsten Vormund des jungen Markgrafen seines 
Neffen) sammt Gemahlin. Ferner ist ein polnischer Courier mit dem Ver- 
zeicbüiss der Personen, welche die Königin begleiten sollen, eingetroffen. 



Blondel an Mazariu. Dat Berlin 2. Juli 1658. 

[B««ucb der Königiu von Polen in Berlin. Unterrednng Blooder« mit ihr, dem Kar- 
fürsten und der Kurfürstin. Akakia.] 

2. Juli -..La reine de Pologne arriva ici vendredi 28« du pass^'), et 

elic cloit partir aujourd'bui, pour etre h temps k Varsovie od la di^e 
est indiqu^e au dixiöme de ce mois. Leurs Altesses Tont trös-magni- 
fiquement trait^e, et il parait qu'elles ont grande joie de ITionneur 
quclles ont re^u par sa visite. L'ambassadeur de Hollande*) est venu 
avec eile, et M. de Lumbres aurait aussi 6t6 de la partie, s'il ne se 
fftt trouv6 travaill6 dune fiövre tierce k son d^part. Le prötexte ap- 
parent de son voyage est pour afifermir ce prince dans la rösolution 
de demeurer uni avec la Pologne et le porter k ex^cuter de sa part 
ce qui a 6te arretö dans le dernier conseil de guerre tenu k Posnanie, 
Ä quui il a paru que Tölecteur ne voulait pas encore d6f<6rer tout-ä- 
fait* II y en a qui croient qu'elle soit venue pour Tempecher de s'aban- 
dünner aux Autrichiens et tächer de le gagner k eile. 

Die Königin hat Blondel am Sonnabend Vormittag holen lassen, um 



'} au Ms. Vgl. Droysen p.400. 

*j Vgl. Pufendorf VII. 41. 

*} Vgl. über diesen Besuch Pufendorf VII. 50. Lettres de Desnojers 
p. 4tÖ— 419. Derselbe erfolgte also nicht im MArz, wie Btensel nach Rndawski 
p 415 (den er hier vielleicht sogar missyerstand) annahm. Er wfthrte vielmehr vom 
2a Juni bis 3. Juli. 

*) Von diesem (Isbrands vgl. oben p. 156. 4) befindet sich abschriftlich (in 
fiancds. Uebersetznng) ein Schreiben ebenfalls dat. Berlin 2. Juli bei nnsem Acten. 
Es betest darin, die Königin von Polen werde morgen abreisen ; er, der G^andte, wolle 
noch einige Tage in Berlin verweilen und dann dem Könige von Schweden entgegen 
geben, um bei diesem eine letzte Anstrengung zu Gunaten des Friedens mit Polen 
vu machen. Zu demselben Behuf erwarte man auch de Lumbres in Berlin. 



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Die Königin von Polen in Berlin. 173 

von ibm die Stimmung dieses Hofes zu erfahren. Sie hat ihn gefragt, ob 
man nicht die Kurfürstin gewinnen könne, worauf Blondel erwidert: „cette 
altesee a les plus beaux sentiments du monde et la meilleure volonte; 
mais outre qu'elle se m§le peu des affaires de son mari, sur l'esprit 
duquel eile a pourtant un puissant ascendant, eile a beaucoup de da- 
f(6rence pour sa möre, que Votre Majeste sait bien etre dans des sen- 
timents contraires aux siens." Gleichwolil „Votre Majestö n'aurait Ja- 
mals SU choisir une saison plus propre que celle-ci et pendant Tabsence 
des deux principaux fauteurs des interets d'Autriche, Schwerin et 
Weimann"'). „Enfin,^ dit-elle, il faut täcber de le') s6parer des 
Autrichiens et se servir de lui pour porter le roi de Suöde k la paix 
de Pologne." Blondel erinnert dagegen an den Vertrag von Bromberg; 
der Kurfürst geniesse kein Vertrauen mehr bei den Schweden. Die Kö- 
nigin: das bestätige sie denn in ihrem Gedanken, dass nur Frankreich 
Urheber eines so grossen Gutes werden könne. Blondel: Auch dieses 
ist durch die Angelegenheit mit den Pässen discreditirt. Die Königin: 
Aber de Lumbres und Gramout') stimmen auch zu, dass der König von 
Schweden sich erklären muss. — Das Gespräch wendet sich dann auf die 
Kaiserwahl in Frankfurt. Die Königin meint, man müsste bei dem Kurfür- 
sten darauf hinwirken, dass dieselbe noch verschoben werde, damit man sich 
leichter der Oestreicher entledigen könne. 

Der Kurfürst erklärt Blondel, zum Kriege entschlossen zu sein, falls 
der König von Schweden ihn angriffe, indem er sich über das Misstrauen 
desselben beklagt. Blondel rechtfertigt dieses Misstrauen aus den Nego- 
tiationen des Kurfürsten mit Oestreich. ^Ce que j'ai fait avec eile"*), 
me dit-il, „ne tient k rien, et faites-nous la paix de Pologne, je me 
joindrai k vous pour faire la guerre au roi de Hongrie." „Nous ne 
lui voulons pas faire la guerre," lui dis-je. . . . 

Akakia ist auf den Wunsch der Königin von Polen angekommen, 
welche ihn noch einmal an den König von Schweden senden will. Sie ver- 
spricht Blondel dem Vice-Kanzler die Siegel zu nehmen^) und will suchen 
einen Aufschub des Reichstags durchzusetzen. 



') Diese beiden waren zum Könige von Schweden gesandt. (Pnfendorf VII. 56. 
C. G. V. 64. Droysen p. 401). 

*) D. h. den Kurfflrsten. 

*) Der Herzog Anton y. Gramont, franz. Ges. in Frankfurt, vgl. oben p. 144 2). 

*) D. h. der AUiancevertrag vom Februar. 

*) Vgl. Lettres de Desnoyers p. 434 (dat. 21 juillet 1658). Notre grand- 
chancelier (Korycinski) est mort le 14 de ce mois. II avait les inclinations toutes 
fran^aises; le vice-chancelier (Andreas Trzebicki Tgl. Rudawski p. 391) 
les a toutes austriaques; mais il faut qu*il quitte les sceaux, ayant 
^t^ fait ^ylque de Gracovie. On donne le petit sceau an grand-secr^taire ap- 
pel^ PrazmowBki, et je crois qa*on donnera le grand au palatin de Fosoanie, 
mardcbal de la reine, appel^ Lescynski. 



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174 ^^- Berichte von 1657 bis 1658. 

Die Eurfürstin hat Blondel gestern versichert: ^que la reine lui avait 
dit que quoiqu'elle ne jugeät pas qu'une assembl^ pour la paix pdt 
faire autre effet que de donner avantage au roi de SuMe, pour se ju- 
stifier n6anmoins auprög de M. Tdecteur, eile procurerait les passe- 
ports, s'il t^moignait empressement pour les avoir; qu'elle pourrait 
laisser ici aupr^s de S. A. 61. le palatin de Posnanie, qui est chargö 
des pleins-pouvoirs de Pologne pour la paix, afin qu'il pdt la n^ocier 
avec le roi de Su6de sous prätexte de son aecommodement particalier.*** 

Gestern Abend hat sieh die Königin von Polen bei Blondel über 
Schweden and Frankreich beklagt: sie wolle von einer Yersammlong durch- 
aus nichts hören, weil die Oestreicher und Moscowiter nichts davon wissen 
wollten. Schweden muss Geld für Prenssen nehmen — oder Polen in den 
Händen jener beiden sehen, und hierauf hin wolle sie nun in allem £ni8te 
arbeiten. Hiebei bleibt die Königin hartnäckig. Son inqui^tude et son 
chagrin extreme joints k celui que j'ai remarqu6 dans les yeux de 
Leurs Altesses me fönt croire qu'ils ne sont point satisfaits Fun de 
Fautre, et que la reine n'a point ici rencontrö ce qu'elle cherchait, seit 
qu'elle voie cette cour trop abandonn^e aux Autrichiens, soit qu'elle 
appröhende, ainsi qu'il y a beaucoup d'apparence, que le voisinage du 
roi de Suöde ne lui fasse prendre de nouvelles r^solutions, puisque 
cette majestä ... est ä Gottorp, ... et que Schwerin a äcrit en des 
termes qui ötent k Tälecteur tout espoir d'accommodement, s'il ne se 
rösout k döfaire de ses troupes ou k donner des places de süretö. 
Er meldet, Schlippenbach habe ihm gesagt, der König von Schweden 
erkläre, künftig (dor6navant) den Polen eine gewaltige Geldsumme für 
Preussen geben zu wollen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 16. Juli 1658. 

16. Juli. Die Abgesandten des Kurfiirstencollegiums ') reisen hente nach Polen 
ab. Blondel beklagt sich gegen den von Mainz über die frühere Haltung 
der sächsischen, welche den Kurfürsten der Zustimmung zum Kriege und 
des Schutzes des Kurcollegiums versichert. . . . Der Kurfürst bemüht sich 
jetzt eifrig für die Kaiserwahl und wird von Oestreich angetrieben zur Er- 
mässigung des Frankreich betrefifenden Artikels beizutn^en. Gleichwohl 
hat^ihm Blondel noch gestern für sein bezügliches Verhalten gedankt da 
er ja nur noch der Ausgleichung wegen") bei ihm verweilt. Der Kur- 
fürst erwidert, dass er einen Brief des Königs im gleichen Sinne erhal- 
ten habe, und er werde fest bleiben. Indessen sprang er zweimal auf ein 
anderes Gespräch über und schloss: „que comme on travaille prteen- 



*) Vgl. oben Depesche an die Gesandten in Frankfurt vom 18. Jnni p. 170 
*) D. b. derjenigen der nordischen Angelegenheiten 



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Die Königin von Polen in Berlin. Wahl des Kaisers. |75 

tement k Mection, il n'y avait plus rien k faire k la capitulation." 
Blonder) hat seine Ereifenxng wider den König von Schweden anhö- 
ren müssen. Blondel wiederholt die alten französischen Versprechungen. 
^Oui," dit-il, „mais cependant vous leur*) donnez de Fargent, etvous 
prätendez qulls soient eutendus dans la eapitulation sous le nom de 
V08 alli^s.^ Blondel zeigt ihm ein günstiges Schreiben von Schlippen- 
baeh. ^Scblippenbach,^ dit-il, „est un menteur; car son mattre 
s'est d^elar^ aus ambassadeurs des decteurs, qu'il ne voulait point re- 
stituer la Prusse.'^ Blondel fragt nun, weshalb die Polen ihre Zustim- 
mung zu einer Yersammlung vorenthielten: der Kurfürst verspricht darauf 
nochmals; wenn Schweden verhandeln wolle, die Pässe von den Polen zu 
beschaffen. „Oui," dit-il, ^e le ferai, et la reine me Ta promis." — 
Ensuite il me dit que nous allions bientöt avoir un empereur. 
^Dieu veuille," dis-je, „que ce soit un empereur pacifique, et que 
ceux qui pressent son ^lection') ne s'en repentent point dans peu de 
jours." „Ha!" dit-il, „la pierre en est jet^e, et c'est le roi de Suöde 
qui fait Tempereur et non pas noud, puisqu'il nous y contraint." — 
Die 4000 Mann des Königs von Ungarn sind in Marsch; die Königin von 
Polen hat de Lumbres bewogen, sich an den schwedischen Hof zu be- 
geben^); Blondel weiss nicht, ob derselbe hier Berlin oder Stettin passi- 
ren wird. Schwerin*) ist gestern krank hier angelangt. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 30. Juli 1658. 

11 y a quatre jours qu'on fit ici des feux de joie pour F^lection 30. Juli. 
de Tempereur*), et peu de temps auparavant on avait ordonnä des 
jednes et des priores publiques pour le bon succös des armes de Son 
Altesse ^lectorale. A präsent on travaille k ripondre k un äcrit que 



') Er schiebt hier die Bemerkang über den KurfQrsten ein, er habe aas Erfahrung 
«que les seotiments qu'il a apr^s le repos ne sont point toujours pareils ä ceux qu*il 
avait la matin^*. 

') Den Bohweden nämlich. 

') Vgl. auch Pufendorf VII. 41 eo magis nostris electionem accelerari urgen- 
tibns, ne, qui a rege Sueciae in itinere erat, Nicolaus Braheus legatus novam 
remoram injiceret, et quia per Sueeos fama dedebatur (sie), ab ipsis Havelbergam peti. 

*) Vgl. Lettres de Desnojers p. 419 (dat. 7 Juillet 1658) M. rambassadeur 
de France s'en va rencoutrer le roi de Su^de ä Stettin; celui de HoUande j est d^Jk 
tii\4 pour lui faire une d^claration nette. — M^moires de Terlon I. p. 131. 

*) Carl Gustav hatte ihm und W ei mann in Flensburg die Audient verweigert. 
Pufendorf VU. 57. C. O. V. 64. Theatrum Europ. VIII. 722. Londorp Acta 
publica Vm. p dd6ff. Drojsen p.402. Lettres de Desnoyers p.423— 424. 
M^m. de Terlon a. a. O. 

*) Am 18. Juli war Kaiser Leopold erwählt worden. 



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J76 ^^^ Berichte von 1657 bis 1658. 

les Su6dois ont fait*) sur le sujet de la retraite de M. Schweria» 
et 00 dit qu'aussitöt que les troupes autrichiennes seront arriv^es, on 
marchera droit au roi de Su^de, que Ton sait bien n'avoir pas encore 
toutes ses troupes ensemble. Les hostilitSs ont d6j^ commenc^ de 
part et d'autre en Prusse, des partis su^dois y ayant pilW quelques 
bailliages de Tölecteur et les troupes de celui-ci ayant eu ordre de se 
joindre aux polonaises et autrichiennes qui ont assi6g6 Thom et qni 
le doivent prendre dans peu de jours, si on en croit ce que Son Altesse 
61ectorale en assure. 

Blonde] hat dem Kurfürsten nochmals für sein Verhalten in Frank- 
furt gedankt, worauf dieser höflich erwidert. Blondel führt ihm all das 
Unheil nochmals vor Augen, welches aus seinen früheren EntSchliessungen 
gefolgt ist. Aber der Kurfürst schien ihm durchaus vorbereitet auf jegli- 
ches Ereigniss und von der Stärke seiner Verbündeten überzeugt. ... Er 
hat Blondel glauben machen wollen, dass die Schweden bald die Oene- 
ralstaaten und Dänemark zu Feinden haben würden; er hat die Macht des 
Kaisers bis zur Uebertreibung hervorgehoben u. s. w. Blondel beklagt 
das Unglück Deutschlands und mischt auch einige Drohungen in Betreff 
der Freundschaftsverhältnisse bei, welche den Schweden zur Seite stünden. 
La pens6e de Neubourg lui est tomb^e tout aussitot dans Tesprit, et 
il n*a pas pu s'empecher de m'en parier avec trouble et d'en paraitre 
assez interdit; et puis tout-ä-coup il m'a fait reproche que nous avions 
conseillö et favoris^ Tentreprise que Mecteur palatin avait fait sur la 
forteresse d'Ehrenbreitstein. . . . A präsent il m'a assur6 qu*il espörait 
avoir quelque chose dans huit jours, apres lesquels il irait chercher 
son ennemi'), duquel il dit qull a re^u de tels aflfronts qu'il ne peut 
en avoir satisfaction qu'ä coups d*6p6e*), et qu'il ne voulait plus enten- 
dre ä auoune proposition d'accommodement qu'en traitant conjointement 
avec ses alli^s. 

Akakia meldet, dass der König von Schweden mit der Königin von 
Polen zusammentreffen will und hat das an die letztere geschrieben: aber 
er setzt wenig Hoffnung darauf, de Lumbres ist noch nicht am schwe- 
dischen Hofe, Terlon war noch in Kopenhagen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 6. Aug. 1658. 

ß. Aug, Pas Gerücht ist in der Stadt verbreitet, dass de Lumbres und die 

Abgesandten Englands und Hollands wieder mit einer günstigen Antwort 



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') Vgl. Theatrnm Europ. VXH. p. 723ff. Londorp a.a.O. Pufendorf 
F, W. VIL 58^(j0, C, G. V. 65. 
*) Catl Qastav. 
*) Vgl. Droysen p.403. 



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Die verweigerte Audienz. Moscowitischer Gesandter. Anhalt. 177 

an den polnischen Hof hier durchkommen würden . . . , ce qui a peut-etre 
porte Son Altesse 61ectorale ä convier la femme du r68idenf [8u6doi8] 
de ne pas pröcipiter son d^part, quoiquelle ait eu ordre de son mari 
de 86 retirer ä Hambourg. Ce que j'ai meme dit ici des Offices que ') 
Votre Eminence a fait passer auprös de M. le protecteur pour Tobliger 
ä. en faire passer de trÄs-puissants en son nom k la cour de Suöde 
pour cet effet y a 6tö parfaiteraent bien re^u. 

Blondel glaubt aber trotz alledem^ dass der Kurfürst es lieber sehen 
würde, wenn die Schweden den Krieg mit ihm anfingen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 13. Aug. 1658. 

Die Nachricht, welche der holländische Gesandte ') gebracht hat, dass 13. Aug. 
der König von Schweden de Lumbres erklärt habe, gegen ö Millionen 
Reichsthaler Preussen zurückgeben zu wollen '), hat den Hof überrascht. In- 
dessen der Kurfürst ist verständig und hofft, die Höhe der Summe werde 
ermässigt werden können. Derselbe hat vorgestern einen Courier abgesandt, 
um die Polen zu der Versammlung zu drängen. Aber diese stehen viel- 
leicht zu sehr unter dem Einflüsse der Oestreicher. Blondel redet dem 
Kurfürsten nicht von einer besondern Ausgleichung mit Schweden. Aber 
der polnische Reichstag wird, wegen des Mangels an Instructionen, viel- 
leicht allzubald geschlossen, und femer hat man bereits an die Moscowiter 
gesandt. — Hier in Berlin befindet sich seit drei Tagen ein moscowitischer 
Gesandter '), um zu einer festen Einigung wider die Schweden aufzufordern 
und ausserdem Antwort auf die Proposition zu bringen, welche der Kurfürst 
dem Czaren im vergangenen Winter durch einen Gesandten ') machen Hess. 
Der Fürst von Anhalt'], der die Schwester der Kurfürstin') heirathen 
soll, hat sich aus dem schwedischen Dienste verabschiedet und ist gestern 
hier eingetroffen. „Les g6n6raux en ont grande Jalousie, puisque Ton 
parte d6jä qull doit Commander Tarmöe ölectorale.'^ Wenn der Krieg 
in Preussen fortdauert, so macht Se. Kurfürstl. Durchl. sich bereit, sich 
dorthin zu begeben. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 20. Aug. 1658. 

Die Käthe haben in die letzten Ansichten des Kurfürsten eine Verän- 20. Aug. 
derung gebracht. Derselbe sagte Blondel, dass in Warschau nichts zu 



') de Ms. 
. *) Ein Schreiben desselben vom 17. Aug., desgl. ein anderes rom ]. Sept. ab- 
schriftlich bei den Acten. 

*) Vgl. Lettres de Desnoyers p. 430— 431. 
*) S. Pufendorf Vn. 75. 

*) Friedrich Joachim Borntin Tgl. Pufendorf Vn. 6. 
•) Vgl. Theatrum Europaeum VIII. 762. Orlich I. 401. 
"0 Prinzessin Henriette Katharine von Oranien. 
Mater, zur Gesch. d. Gr. Kurfürsten. U. 12 



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J78 ^^^* Berichte von 1657 bis 1658. 

thnn sei, dasts der König von Schweden den Frieden nicht wolle, vielmehr 
nur darauf ausj^ehe, die Polen mit ihren Alliirten zu entzweien und den 
Vertrag mit dein Mo&cowiter zu verhindern, mit welchem er selber ein in- 
niges Blitulniss zu stihlieKson im Begriff sei. Als Blondel hierüber spöt- 
telt^ bluibt der Kurfür.^t dennoch bei seiner Behauptung, dass gerade der 
König von äe]i\Ycdeu den Frieden nicht wolle. Und wer, sagte er ferner, 
wird dem Kaiser und mir Satisfaction für den Schimpf (affront) geben, den 
er üus augethan hat? '} Und wenn man nicht für die Einsetzung eines Kai- 
sers gesorgt hätte, fuhr er fort, so würde jetzt der König von Schweden 
mit seinen Waöeu im Reiche stehen. — Blondel ermahnt ihn, den Krieg 
nicht zu Tieginueu. „11 faut pourtaut bien," ce dit-il, „que nous allions 
chercher le roi de ESiiede od il est, et quand les quinze mille homraes 
que Lamboi') commande seront arriv^s, il sera bien fort s'il nous 
rösiste.** „Mais, monsieiir," lui dis-je, „rempereur que Votre Altesse 
a fait ne sera guere pacifique, s'il est vrai ce qu'elle dit." ^C'est 
parcc,^ dit41, ,,que le roi de Suöde a commencö lui-meme la gueire 
dans l*enipire, prenant des quartiers sur les ^tats du duc de Lauen- 
bourg, par Taffront qu'il ma fait et parce qu'il a oflfens^ Tempereur 
dana Töciit qu'il a publie." . . . 

Le lendemaiu il eut nouvelle de rembarquement du roi de SuMe, 
et comme le prince de Radziwill est pour ses affaires particuliöres 
ä Varsovie, que la mcilleure partie de ses troupes de Prusse est de- 
vant Thorn^ et que la ville de Königsberg peut etre forc^e en quatre 
heu res, la consternation na pas 6t6 mediocre en cette cour. ... Les 
ordres ont ete auesitot distribu^s aux troupes de s'assembler et mar- 
cher vers la Prusse, ... Schwerin ist in Verlegenheit, d'autant plus 
que le prince d 'Anhalt ... parle fort haut des mauvais conseils de 
r^lecteur et de la faussett^ des rapports dont on Tentretient; il s'est meme 
dit que le roi de Hußde voulait faire voir ä T^lecteur une lettre qui 
rend comptc de largeiit qui a 6t6 distribue par Lisola. Als Tag 
der Abrerse ist der nächste Montag in Aussicht genommen. Die Oestrei- 
eher haben den Kurfürj^teu bereits wissen lassen, dass sie es gern sehen 
würden , wenn Blondel ihn nicht begleite *). On a vu en cette cour des 



') Besieht aich auf die Verweigerung der Audienz in Flensburg; auch die Ge- 
sandtschaft dus Karcollegiuma hatte Carl Gustar in verletzender Weise behandelt 
(vgL Droyöan p. 403). 

') Kaiäcrlichor General. Vgl. oben p. 83. 

^) Vgl Pufcndorf VIT, ti7. Ast elector meutern Gallornm ezplorasse oomtentus, 
inutilL aiuidtiae GalHcae o^tcntatione sociis suspicandi ansam praebere nolebat Unde 
cQin intellexieset Blond gUo injanctum, nt ipsnm in expeditionem Holsaticam seque- 
retnr, per wnos id modeste dissuadebat, velnt Caesäreis peculiarium 
tractaiuum suBpiaiotieni praebiturum; quod et aliis ipsam comitari copien- 



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Abreise des Kurfürsten. 179 

lettres dcrites de HoUande qiii marquent que messieurs les Etats vou- 
draient bien que monsieur le Prinee travaillait ä se rendre maiti-e 
des Pays-bas. — 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 27. Aug. 1658. 
Die braudenburgischen Minister, so erfährt er, „ont fait ecrire* en Po- 27. Aug. 
logne pour dötnüre toute la creance que les Polonais auraient pu don- 
ner aux propositions de M. de Lumbres:'' Der Kurfürst, „part sans 
faute aprös-demain, pour aller a Crossen prendre cong6 de madame 
V6lectrice sa mere et joindre ensuite son arm^e qui lattend sur la fron- 
tiöre." Der Fürst von Anhalt folgt später. Graf Dohna') bleibt als 
Gouverneur der Provinz zurück. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 3. Sept. 1658. 

Die dänischen Angelegenheiten erregen hier viele Unruhe , ohne dass 3. Sept. 
man gewisse Nachrichten hätte. Man beginnt selbst an der Reise nach 
Preussen zu zweifeln. Der Kurfürst und seine Gemahlin sind noch in Cros- 
sen. Blondel schreibt an de Lumbres mit Rücksicht auf die Versiche- 
rungen, welche der Kurfürst noch vor seiner Abreise dem holländischen 
Gesandten gegeben hat. Indess hat er erfahren, dass der brandenburgische 
Minister dort auf dem (polnischen) Reichstage bereits eine andere Sprache 
führt. — Moritz von Nassau ist vorgestern angekommen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 10. Sept. 1658. 

Veränderte Entschliessung des Kurfürsten seit seiner Rückkehr von 10. Sept. 
Crossen, welche ihre eigenen Urheber zittern macht. Monte cucüli (zu- 
sammen mit Gzarnecki) hat Befehl erhalten, hierher zu kommen'). Näch- 
sten Donnerstag wird man, wie es heisst, die Oder auf einer Schiffbrücke 
zwischen Küstrin und Frankfurt passiren. Die — Dänemark günstigen — 
Nachrichten aus Holland und die Ankunft eines holländischen Gesandten 
fördern jene Entschliessung. Der Kurfürst hat vor seiner Abreise die Stellen 
vertheilt: Sparr wird Feldmarschall, Derflinger (an Sparr's Stelle) 
General der Artillerie, der Fürst von Anhalt (anstatt Derflinger^s) 
General der Cavallerie und Gouverneur der Mark'), der Graf Dohna*) 



til>u8 negatnm sit. Quodsi tarnen quid habeat alicaius momenti, Hamburgum se 
oonferret, ac de eo per literas sibi communicaret. Droysen p. 432— 433. 

') Graf Christian Albrecbt von Dohna (s. Orlich I. p.496). 

*) Vgl. Lettres de Desnoyers p.438. 441. 

*) S. das Bestallungspatent Friedrich Wilhelm's für den Fürsten (dat. Cöln 
an der Spree 30. Aug. 1658) bei Orlich III. 350-351; vgl. I. 412. 

*) Vgl. oben. 

12* 



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IQQ lll. Berichte von 1657 bis 1658. 

GeEierallioutenAEt des letzteren, Schwerin (welchem der Titel eines Kanz- 
lers des Kurfürsten nicht mehr genug ist) Präsident seines Conseils und 
setner Staaten {etat^) ). Der moscowitische Gesandte') reist heute ab. 
Posttscriptum. Motitecuculi wird heute in Berlin sein. 



Der KiiifUrst au Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. 8p. 7. Sept. 1658. 

(Abschrift.) 

[Gründe, aua welclieö der Kurfürst zum Kriege gegen den König von Schweden 

schreitet.] 

Serenissime et potentissime Rex, 
Domine cognate et aflßnis colendissime! 
17- Sept. Quantum pro reducenda inter serenissimos Sueciae et Daniae reges 

pace et amicitia Danicisque etiam in sacro Romano imperio sitis pro- 
vinciis amissa quiete iterum reddenda laboris atque curae impensum 
fuerit, id Majestati Vestrae tanquam mediatorum primo non potest non 
esse quam notisäimum. Arbitrabantur cum Majestate Vestra et iis 
qui praeterea mediatorum partes tunc subibant alii omnes, facta hae 
pace abuode satis provisum serenissimo regi regnoque Sueciae et ma- 
gnaui non modo potentiae eius factam accessionem, sed et ita nunc 
coaretatam et in ordiuetn redactam Daniam esse, ut nemo facile, ne- 
dura Succi extimescere dcbeant laceri et a se ipsis perpetuo obsessi 
regni iram; praecipue cum Serenissimus rex Daniae utut sibi regnis- 
que et succesöoribus Buis admodum noxia ad amussim tamen adira- 
plevit coueUisa pacta et praeterea multa et magna alia ad lubitum Sue- 
corum et ad praescriptam ab iis formulam coactus cesserit, ea spe 
fretus, fore non inimi» a Sueois publice datam et tantis sponsoribus 
vallaiau] tidcm scrvaluni sancteque promissa regie et Christiane adim- 
pktum iri. Verum, ut plures alii, ita et optimus rex populusque sub 
fide et pace Buecica passi sunt. . . . Id vero persuaderi non potuisset 
futurum^ ad quinl taineu delapsa Suecorum impietas et ad quod sine 
dubio Vestra Majestaw et oranes christianae potestates nobiscum ob- 
stupuere, postquam nempe a Danicis ministris relatum est, in sere- 
nissimuiii regem Daniae eiusque liberos, regna et provincias etiam in 
imperio öitas, in Ubertatem, vitam atque fortunam innocentissimorum, 
non audito hactenus inter christianos exemplo, clancularie, contra pu- 



^) Schwerin wurde im Octoher 1658 zum ersten Minister und Oberpr&sidenten 
des Qdi. Hatlij^ and von allen Etats-, Justiz- und Lehenssachen ernannt, s. Klap- 
roth u, Cosmar p»350^ 

'; Vgl, oben p. 177. 



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Gründe des Kurfürsten zum Kriege gegen Schweden. -Jgj 

blicam fidem, contra modo conclusam et a Danica parte impletam pa- 
cem, contra decus et gloriam potentissimonim mediatoruni; conti'a omnia 
denique divina humanaque iura, certa et constituta die coniuratum, ut 
securi et nihil tale metuentes sub specie araicitiae et fraternitatis ad 
unum omnes aut mactarentur aut tarnen, rege regiaque prole regnis 
provinciisque etiam in Imperio Romano sitis penitus exutis, rex cum 
prole in captivitatem , 'populus yero in perpetuam servitutem detrude- 
retur, et quod quoque coniuratio haec destinata die ex occulto eru- 
perit, et non Seelandiam modo et in regia sede Hafnia serenissimum 
regem Daniae ipse Serenissimus rex öueciae hostiliter aggressus, sed 
et Sacri Romani Imperii provincias et feuda Westphalica pace compre- 
hensa, contra hanc et Sueco-Danicam pacem, vi publica et armata manu 
per suos ihvaserit oppugnaveritque eaque et alia omnia plus quam ho- 
stilia usquedum continuet et paces publicas publice temeret. Quam per- 
versam rerum fadem dum penitius aspiciebamus simulque cum cura ra- 
tionem inibamus, quomodo in tanta fidei publicae lubricitate communi 
et nostri securitati consuli possit, tanta nobis observabantur *) momenta 
et pondera rerum, ut [?] *) praesentissima perpetuaque pericula omnibus 
vicinis et nobis inprimis imminere deprehenderemus, nisi eadem in. 
tempore iustis consiliis bono cum Deo averti, ambitioni, quae hactenus 
libere et absque ulla fere oppositione vicinorum capitibus ac fortunis 
pro animi libidine insultavit, termini poni, ante omnia vero regnum 
Daniae ab iniustissima hac oppressione vindicari eique et vicinis tan- 
dem pax et quies restitui possit Cumque hactenus tantum abfuerit, 
ut apud serenissimum regem Sueciae pacis consilia, licet omnibus modis 
et viis tentata, locum invenerint, ut potius semper . . . eadem elusa 
sint, praeterea nos indigne admodum et hostiliter praeter meritum tra- 
ctaverit') et nunc pacem quoque Danicam tam sancte tamque soUen- 
niter modo factam ruperit, adeoque nulla (fompositionis et sincerae pacis 
ordinaria supersit spes, non potuimus diutius deesse causae communi 
et nostrae et quasi nos ipsos in culpa constituere, ut, superatis sub- 
iugatisque vicinis, denique et nos gratis devoremur, ideoque ad alias 
non minus praeclaras et iustas actiones Dei omniumque gentium iure 
nos accingere coacti iiiimus. Et quoniam Vestrae quoque Majestatis 
gloriae et regiae dignitatis maximopere interest sancte et inviolabiliter 



*) obTersabantur ? 
•) et Ms. 

') Bezieht sich wiederum auf die den brandenburgischen Gesandten in Flensburg 
Terweigerte Audienz, Tgl. p. 176. 178 und weiter unten. 



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182 ni. Berichte von 1657 bis 1650. 

servari quae quasi se fideiussore publice acta et conclusa sunt, intep- 
que Vestram Majestatem et nos infucata hacteiuis aniicitia citHa Bit et 
foedere ttisuper rnutuo iuncti adhuc teneamur, nostraruni jiartiuia esi- 
stimavimus Vestrao Majestati paucis et. in summa tantuto, quatenua epi- 
Btolae lex permittit, exponere causas quae expresserint nobis susceptain 
defcnöionis expeditionem. — Desertos et derelictoö uos iu Pnissia et 
Polouia a öerenissimo rege Sueciae contra pacta, foedera et pronsissa 
regia hostiumque tunc temporis arbitrio expositos, uti orbis, ita et 
Vestra Majest^s no\it. Novit praeterea, nos nihilotnhms amicitiae et 
pada studia culuiswe, hostilitates stitisse, .pacis negotium cum Polonia 
ursißse^ couditiones aequas obtulisse*), denique legatos nostros pro 
pace promovenda misisse, sed omnia frustra; legatos nostros regio qui- 
dem nomine exceptos, sed in nostri opprobrium more novo et insoMto 
cum üö actum, audientiam denegatam, nosque Iiostei* absque «IIa ex* 
ceptione adeoque indefinite declaratos et proclamatos. 

Cum serenissimo rege Daniae Serenissimus rcx Suedae pacem 
fecit, satisfactionem conventam accepit, acquisitarum provincianim titu- 
loB asdvit, iisdemque usus publicumque se eins amimmi et focdcratuni 
professus, eandem satisfactionem retinuit, pacta non implevit et, facta 
prius coniuratione, pacem rupit fregitque, praeter ßpem vero maicime, 
sub Bpecie amicitiae, nihil tale cogitantes ti'ucidari captivosque duci 
fecit! Quemadmodum itaque commune socieüititi et cLnstianit^itig vin* 
culum ad iniuste oppressorum vindicandam et düfendendam salutem 
omnes et eingnloB incitat cogitque, nee dubitamua"), quin hoc tarn Bol- 
lenniter cuniuratum pacifragium excitaturum sit optimos quos^que reges 
et principes et inprimis Vestram quoque Majestafem, ita nos plures maio- 
resque ad pi aesens negotium citant urgentque causae. Praeterquam enim 
quod coDStans et sincera amicitia inter sereniBsimos regea Daniae et 
no&trara domum electoralem continua serie intercesBcrit et utraque do* 
mus arctiori eonsaiiguinitatis et coniunctionis iure cohaereat, serenis- 
Bimus rex Daniae ut et Status provinciales terrae Holsaticae insuper 
per omnia iura et sacra defensionis auxilia in Uisce suis augustÜB et 
iniustiesima oppressione a nobis petierunt et flagitavenmt- Deinde, 
quod Holsatiam spectat, etiam non rogatos et monitos paratos iubet 
esse Westphaliea ^acri Romani Imperii pax et aliae Germaniae ccn- 
fititutiones, contra quas Holsatia, Imperii provincia, turbatur, prcmitur, 
vastatur et coniurata iniustissimaque vi oppugnatun Denique magnae 



^) obtudiese Ms, 
^) dabitemns Ms, 



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Gründe zum Kriege gegen Sohweden. 183 

harum terrarum partis successio uti maioribus ita nobis posterisque 

nostris destinata et quaesita; quam si, quantum in nobis est, vel nobis 

ipsis vel etiam Sacro Romano Imperio, cuius non postremum membrum 

sumus, interverti et ab eo abscindi pateremur nee omnes nostras vires 

contra intenderemus, in nos et posteros nostfos essemus incurii, a Sacro 

Romano Imperio vero neglecti *) offieii aecusaremur nee faceremus quod 

electorem et principem Germanum pro patria sua deceret. Itaque cum 

nulla nisi in armis spes, defensionem adornavimus contra eum, qui se 

sponte sua hostem nobis declaraverit, nobisque et provinciis nostris 

oblata oecasione inhiat; qui foedera et pacta sancte iniit, sed foede- 

ratos et socios contra omne fas deseruit hostibusque exposuit; qui 

paces Bolenniter fecit*et maximum ex iis lucrum cepit, sed, retento 

Inero, easdem temere fregit; qui fidem publice dedit, sed et publice 

temeravit; qui omnium turbarum et bellorum inter christianos fax et 

tuba, omnium christianorum ideo indignationem promeruit. Haec arma 

itaque uti a nobis ex iusta et necessaria causa, nee in eum finem, ut 

pedem manumque promovere et aliena apprehendere velimus, suscepta 

ßint, sed eo directa, ut tantum iniuste oppressi liberentur, turbata vero 

amissaque pax et tranquillitas pristino suo nitori reddatur et restitua- 

tur, adeoque Serenissimus rex Sueciae ad eandem promovendam et ac- 

celerandam magis magisque disponatur; ita pietati, amori, fidei et iu- 

stitiae huic faventem Deum . . ., faventes omnes et singulos christianos 

reges, principes et respublicas, faventem d^nique quoque Vestram in- 

"primis Majestatem, quae hereditario et proprio iure christianissima non 

minus quam iusta audit, speramus et certo serioque credimus, immo 

confidimus, Vestram Majestatem eo simul laboraturam, ne totus nego- 

tiantium orbis, occupato Baltici maris absoluto dominio, Suecorum vecti- 

galis et tributarius perpetuo omnium regnorum damno et periculo effi- 

ciatur. Hisce Vestram Majestatem divinae protectioni commendantes, 

eidem prosperrimos rerum successus apprecamur. 

Dedimus in arce nostra Coloniae ad Spream die 7 Septembris 
anno salutis humanae 1658. — Regiae Majestatis Vestrae — ... cogna- 
tus et affinis officiosissimus — Fridericus Wilhelmus Elector. 



Blonde! an Mazarin. Dat. Berlin 17. Sept. 1658. 

Er hat versucht, dem Kurfürsten neue Hoffnungen auf die Mission Aka- 17. Sept. 
kia's einzuflössen, der sich jetzt mit gemässigteren Bedingungen nach Polen 



*) neglectis Ms. 

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|g4 ^^^' Berichte von 1657 bis 1658. 

begebe*), indem er äusserte, dass nichts mehr die Polen verhindern dürfte 
^sich zu versammeln**. Der Kurfürst erwidert, dass jene allerdings lediglich 
das Misstraneij dayori abhielte, und sagt Blonde 1, dasei er Akakia gern 
auf £äeiner Durchreise sehen würde. Er sagt ihm ferner^ die geheimeu Ver- 
handlungen zwi sehen Schweden und dem Hause Oestreich betreffend , der 
Kaiser habe ihm alle in dieser Hinsicht ihm gemachte? n Vorschlage mitge- 
theilt. Er wollte »iieh Blondel seinen Brief schon zeigen, aber er unter* 
iiesa dies dann doch. „Je sais bien," dis-je, „qu'il aura donne part a 
Votre Altesse des choses qu'elle aura pu apprendre dailleurs, Mais 
croit-elle quon lui ait tout dit?" „J'en deute fort/* dit-elle, ^et la 
döclaration que M. de Montecuculi fit hier me confirme dans cette 
apprehension qu'il ne veut pas s'appliquer k rex^cution du dessein que 
je lui ai cümmuniqu^, et le pr^texte qull prend d'avoir besoio de nou- 
veaux ordreB de son maitre commence k me le rendre suspect" „Mais,^ 
me dit-elle, „quel sentimcnt croyez-vous qu'on ait en France sor Ja 
derni^re actiou du roi de Su^de? Ne croyez-vous pas qu'elle soit 
oblig^e de se ressentir du tort qu'on fait k sa r^putation par la rup- 
ture d'ua traite") dont eile est garante?'' Blonde! enti^ehuldigt sich 
wegen einer Antwort mit seinem Mangel an Weisungen vom Hofe. . * - 

Man nimmt viel Geschütz mit. Gilt es Wismar oder Stettin? ^ — 
Schwerin tadelt gegen Blondel das Verhalten Frankreichs; Terlon 
hätte besser gethan, sieh, gleich ihm, zurückzuziehen. „Fourtant," dit-iK^ 
„la condüite que nous avons tenue jusquici a 6t6 louee de Son Emi- 
neuce, et M. Servien^),** dit-il, „ä ce qu'on me maiide*), en a parU 
dans des termeg d'admiration, ce qui est bien öloign^ des discours que 
Tous avez teuus k madame Tdlectrice." . . . 

Quoique, comme j'ai dejä dit, les Suddois aient fait leur paix avec 
le Moscovite, et que Son Altesse 6lectorale se plaigne hautcment que 
ceux-lä aient falsifi^ sa signature et son cachet, pour faciliter leur 
dessein'*), eile ne perd pas lesp^rance de faire changer la rdsoiution 
du grand-duc par le moyen de son ambassadeur qui partit d'ici 1 autre 
semaine, apr^s avoir 6t6 bien r6gal6 k cette fin*). — 



') Vgl- Lettrefi d*; Desnoyers p. 453. • 

') Des RoeiktldeF FriedeES. 

^) Bland schrieb von Sßjrvien (26. Juli) „durch dessen Kopf das gtmze dieat^ 
sehe and pülnUche Wesen gehet und daneben nicht allzufest auf schwedischer Seit« 
steht'- Danach offenbar Pnfendorf: Abel Servientus, ponea qqem G«rmanict>- 
rum et Poloniconim negotionitij tune cura erat, Suecis non admodum addictua (Vit 
54}, vgl, DrojBcn p. 432, Forsch, p. 38. 

*) BcEiebt iich auf die Berichte Christoph v. Brandts. 

Vgl. Droyaen p. 420. Pufendorf C. G. V. 92. 122. 

•J Vgl oben p, 180, 



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Abberufung BlondeFs Der Kurfürst in Holstein. 185 

Jena an den Kaiser gesandt'), Weimann nach England. Der letz- 
tere ist deijenige „ä Tarriv^e duquel la risolution finale de Tunion ä la 
maiBon d'Autriche a 6t6 prise"*). — 



Mazarin an Blondel. Dat. 27. Sept. 1658. 

(Abschrift.) 

Blondel wird zurückberufen, indem er zugleich das Lob des Cardi- 27. Sept 
nals und Sr. Maj. erhält. 



Mazarin an Blondel. Dat. Paris 4. Oct. 1658. 
(Abschrift.) 

Die am kurfürstlichen Hofe Ycrbreiteten schlechten Nachrichten aus 4. Oct. 
Polen waren falsch. Man hat dort die Vorschläge des Herrn de Lum- 
bres nicht verworfen, die Yermittelung Frankreichs ist zugelassen, die Com- 
missarien und die Versammlungsorte bestimmt. Je vous d^couvrirai en- 
suite un Beeret qui concerne le Service de M. Täecteur; c'est qu'6vi- 
demment les Autrichiens ne travaillent qu'i s'6tablir dans la Prasse . . . ; 
que c'est la cause pour laquelle ils y ont grossi leur arm6e jusqu'i 
vingt mille hommes (obwohl ihr Vertrag mit den Polen sie nur verpflichtet 
12,000 zu geben). Die Polen sind in Verzweiflung über diese Gäste. — 
Das war auch der Grund, aus welchem Montecuculi sich weigerte dem 
Kurfürsten zu folgen. Der letztere wird übrigens trotz alledem die Thür 
von Seiten des Königs niemals verschlossen finden — und soll sich mit 
dem Könige von Schweden wieder versöhnen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 22. Oct. 1658. 

Der Kurfürst ist in Holstein. Blondel hat ihm seine Abreise schrift- 22. Oct. 
lieh angezeigt. Er hat die Kurfürstin gesprochen „qui paralt s'ennuyer 
de r^tat des aflfaires präsentes de son mari". Er tadelt derselben ge- 
genüber das Verhalten der Gesandten Sr. Durchl. in Polen und spricht ihr 
von der Niederlassung (6tablissement) der Oestreicher in Preussen. — 

Nun begiebt er sich — über Wien — zum Grossherm'). 



') Friedrich von Jena (vgl. Pufendorf VII. 63). 
•) Vgl. oben. 

*) Vgl. Droysen Geschichte der preussischen Politik m. 2. p. 433. Oben 
p. 117—118. 222. 



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|gg * m, B«rio}ite von 1657 bis 1658. 

Mazaiin an den Kurfiirsten. Dat. Dijon 14. Nov. 1658. 

(Abschrift.) 
14. Not. Beglaubiguiigöscbrdben für den Grafen von Yagn6e '), „personne de 

nai^sance et de iD<ärite et mon ami trös-particulier". 



*) Deraclbe wurde dann krank und durch Frisch mann ersetzt (vgl. unten den 



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IV. 

Berichte von 1659. 

(Frischmann.) 



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Einleitung. 



in das Jahr 1659 fällt Frischmann's Sendung an den Kurfürsten: 
8ie wurde ihm an Stelle des — inzwischen erkrankten — Grafen de la 
Vagn6e übertragen. 

Johann Frischmann') war ein Rechtsgelehrter, welcher zu Strass- 
borg Doctor geworden war. Erst Rath des Herzogs von Würtemberg zu 
Mömpelgardy wurde er dann französischer Resident in Strassburg. Er ver- 
blieb in diesem Posten bis zum Jahr 1678, wo er sich nach Paris begab 
und fungirte später bei der französischen Gesandtschaft in Regensburg. 
Ebenfalls Publicist, zeigte er in diesem Beruf ^mehr Stirn als Geist^, sodass 
man besonders seine „protervia" hervorgehoben hat. Ueber seine Schrift 
Animorum in Europa et vicina Asia motus de Suecici belli motu in Polonia, 
welche eine sehr entschieden schwedische Anschauung vertritt und aller 
Wahrscheinlichkeit nach mit schwedischem Gelde bezahlt wurde, handelt 
Drojsen in seinem schon mehrfach citirten Aufsatze in den „Forschungen 
zur deutschen Geschichte** ausführlich. Durch ihre eigene Stilweise, ihre epi- 
grammatisch überraschenden Wendungen machte jenes Buch den lebhaftesten, 
nachhaltigsten Eindruck. Ein ferneres erschien 1657 und führte den Titel: 
Causa regum heri et hodie inter se belligerantium, der Verfasser bezeichnet 
sich auf demselben eben schon als Residenten. Den Wahlverhandlungen 
in Prankfurt (1657 — 1668) hat er dann eine Reihe von Brochüren gewidmet, 
in welchen die deutschen Höfe mit grosser Insolenz behandelt wurden. 
Auch sonst noch wirkte er literarisch, so ist z. B. im J. 1635 zu Strassburg 
eine Ausgabe von des jüngeren PI in ins Panegyricus auf Trajan durch 
ihn erschienen. 

Ton Frischmann's Berichten sagt Droysen'), dass sie ^mehr das 



') Vgl. über ihn nnd seine Sendung Pufendorf VIII. 41. Droysen, For- 
schnngen a.a.O. p.d6ff., Gesob. der prenss. Politik III. 2. p.44d. 

*) Forschungen p. 88. -*- Ueber eine Schrift Frischmann's die polnische 
Königswahl ▼. J. 1669 betreffend Vgl. Droysen's Beiträge zor Kritik Pafendorfs 
in den Berichten der k. sttchs. Gesellschaft der Wissenschaften. Phil.-bist. Gl. 1864. 
1. p. 67. 



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-:•' 'iFs-i^i^tCt^W^'f. 



190 IV. Berichte von 1659. 

lebhafte Colorit anschaulicher Skizzen als die ruhige und eindringende Schärfe 
des Geschäftsstils haben**. Namentlich die persönliche Bedeutung dieses 
Kurfürsten, mit dem er verhandelte, blieb auch ihm gänzlich Ycrborgen. 
^Er selbst erscheint da natürlich als der bei Weitem superiore Geist, der 
Kurfürst wie ein Herr, der sich weder zu benehmen noch zu beherrschen 
^weiss, der Dinge sagt und thut, welche seine Käthe undCavaliere in äasser- 
ste Verlegenheit setzen, so dass sie es nöthig halten, ihn vor dem Herrn Ge- 
sandten förmlich zu entschuldigen.^ — Wir sind in der Lage, neben Excerp- 
ten aus einzelnen seiner Depeschen wenigstens grössere Bruchstücke seine» 
— freilich schon an sich nicht vollständig erhaltenen — Gesammtberichts 
über seine damalige Sendung veröffentlichen zu können. Die ausführlichen 
Protocolle der mit ihm gehaltenen Conferenzen und die gleichzeitigen Be- 
richte Christoph von Brand's aus Paris'), auf welche auch Droysen 
verweist, werden das hier fehlende ergänzen. 

Die Frisch mann mitgegebenen Briefe datiren vom 28. Februar, die 
letzte Fassung seiner Instruction, wie es scheint, erst vom 4. März 1659. 
Er sollte den Kurfürsten, welchen er im jütischen Feldlager gegen Schwe- 
den aufsuchte, danach vor allem auffordern, sich den Hülfssendungen des 
Kaisers für Spanien nach Flandern und Italien zu widersetzen, ihnen keinen 
Durchzug durch sein Gebiet zu gestatten, ja eventuell zuzugeben, dass die 
Truppen des Königs es übernähmen, ihnen diesen zu verwehren. Man be- 
rief sich dabei auf den Artikel: „Et ut eo shicerior" des westphälischeii 
Friedensinstruments und auf die letzte Wahlcapitulation, ausserdem auf ein 
besonderes Versprechen, welches Brand im Namen des Kurfürsten in dieser 
Richtung gegeben haben sollte. 

Am 17. April 1659 kam Frisch mann in Wiborg an. Nach resoltat- 
losen Verhandlungen zum Theil mit dem Kurfürsten selber, zum Theil in 
Conferenzen mit Schwerin und Friedrich von Jena"), verliess er, der 
Abberufung seines Hofes folgend, jenen im Lager gegenüber Fünen. 

Dem nämlichen Jahr gehören mehrere Briefe des Kurfürsten an Ma- 
zarin an, worin er sich über die Unterstützung Schwedens durch Frank- 
reich beklagt, sein Auftreten gegen diese Macht rechtfertigt und damit den 
Vorwurf Mazarin's, dass er sich von, den alten Maximen seines Hauses 
entfernt habe, zurückweist; in denen er ferner seine Stellung zum Haager 
Concert bezeichnet, seinen Angriff auf Pommern begründet, über die fran- 
zösischen Intriguen in Orange Aufklärung verlangt und sich endlich für 
seinen Residenten Wicquefort verwendet. — 

Der Letztere befand sich damals in Folge seiner Veröffentlichung bos- 
hafter Libelle'), seiner Berichte an verschiedene Höfe, seiner zweideutigen 
Haltung in der Zeit der Fronde u. s. w. in sehr unangenehmen Verwicke- 



*) Wovon einige« bei t. Orlich I. 216 ff. 

*) Vgl. Pufendorf VIU. 41. Droyeen Prenss. Politik JH. 2. p. 448 ff. 
Forschungen a. a. O. p. dCff. 

^) Les Historiettes de la Cour, les Amours du Roi & les dchapp^es des Nibces 
de Bon Eminence s. Basnage Annales des Prorinces-Unies I. p. V. 



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Einleitang. 191 

* 
lungen. Nach Pufendorf (VII. 54) hätte er sieh noch mehr den Hass 
des Staatssecretärs le Te liier als den des Cardinais Mazarin zngezogen 
und so ward er denn, nach der förmlichen Accreditirung Brandts als seines 
Nachfolgers, aus Frankreich verwiesen und da er diesem Befehl Folge zu 
leisten versäumte, in die Bastille geworfen'). Hier im Gefäugniss schrieb 
er jenes unten auszugsweise mitgetheilte Memoire, worin er seine Gesammt- 
thätigkeit als brandenburgischer Resident in Frankreich sowie den Zusam- 
menhang seiner Entzweiung mit dem Cardinal darlegt und sich von den 
Beschuldigungen, welche auf ihm lasten, zu befreien sucht. 

Auf Brandts Betreiben in Freiheit gesetzt, wurde er unter militärischer. 
Bedeckung nach Calais und weiter nach Holland geschafft, söhnte sich 
jedoch mit Frankreich bald genug aus, sodass Mazarin ihm Rückkehr und 
eine Pension anbot ^) und der französiche Gesandte d'Estrades ihn in 
Geschäften verwandte, üebrigens trat Wicquefort in Holland in die 
engste Verbindung mit Johann de Witt, mit dem er schon von Frank- 
reich aus eine geheime Correspondenz unterhalten hatte"). Auf die Veran- 
lassung des berühmten Rathspensionärs unternahm er es, jene gleichzeitige 
Geschichte Hollands zu schreiben, deren wir schon früher gedachten") und 
erhielt aus den Händen desselben alles Material dazu. Dann ward auch er 



^ Vgl. auch Wieqnefort's R^flexions snr les m^moires pour les ambassadeurs 
et r^ponse aa miniBtre priaonnier, Anhang zu T. II. seines « Ambassadeur* Cöln 1715 
p. 40. — Man beklagte sein Schicksal, wie begreiflich, besonders auch am polnischen 
Hofe. Desnoyers schreibt (27. Sept. 1659 p. 548): Je suis fftch^ de la disgrftce 
de M. de Wicquefort, et si les causes quo vons m'en ^crivez sont v^ritables, je 
ne crois pas qu*on souffre son r^tablissement. — Vgl. oben p. 36. 127. 1) und femer 
p.4. 25. 30. 100. 130. 

^ So in einem sehr gütigen Briefe vom 17. Juni 1660 (s. unten); Wicquefort 
sollte die Pension, wenn er das vorzöge, auch auswärts gcniessen dürfen. Vgl. 
ausserdem R^flexions sur les m^moires etc. a. a. 0., sowie über seinen Antheil au 
der Sendung de Lesseins* an den Kurfürsten i. J. 1662 unten Abschnitt V. 

^) 5 bis 6 Volumina von Briefen hatte er an ihn gerichtet, worin er ihm alle 
Pariser Gerüchte u. s. w. jnittheilte, vgl. hierüber wie über das Folgende Basnage 
a. a. O. und das Avertissemcnt du libraire vor seiner Histoire des Provinces-Unies. 

*) Vgl. oben p. 3. Der erste Band erschien später im Haag: L*histoire des 
Provinces-Unies des Pais-Bas depuis ]e parfait Etablissement de cet Etat par la paix 
de Munster par M. de Wicquefort, conseiller et resident de L. A. S. les priuces 
de Brunswic • Lunebourg et historiografe de N. S. les Etats de Hollande etc- Tome 
premier. A la Haye chez T. Johnson. MDCCXIX. Wicquefort begann dies Werk 
sehr bald nach dem Frieden von Breda und dachte es znnftchst nur bis zu diesem 
oder höchstens bis zum Aachener Frieden fortzuführen (Hist. des Provinces-Unies p. 1). 
Bas nage dagegen, dem wir oben (p. 3) folgten, sagt: il avait entrepris Thistoire 
des Provinces-Unies depuis la paix de Munster jnsqu^ä celle de Nim^gue. — Ueber 
die Schicksale des Buchs scheint die allein authentische Kunde das bereits er- 
wähnte Avertissemcnt du libraire zu enthalten. Die betreffende Auseinandersetzung 
daselbst schliesst mit den Worten: Voilä comment la publication de cet ouvrage a 
restE snspendne depuis 1675, sans quMl y ait jamais en aucun ordre de TEtat potur 
le supprimer ou pour le dEfendre, comme le public a faussement cra. 



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192 ^' Berichte von 1659. 

ein Opfer der oranitücben Partei. Der Druck jenes Werks hatte bereits 
begoQnen, als sein Verfasii^er, geheimer Correspondenzen mit den Feinden 
der Republik beüchuldigt, im Haag gefangen gesetzt ward (1675); man ver- 
urtheilte ihn zu ewigem üefängniss und eonfiscirte sein Eigenthum und seine 
Papiere '*"). Indessen entkam er bereits nach kaum vier Jahren (1679), als 
mau ihn ebeu nach Louwestein transporfciren wollte und flüchtete an den 
Hof deK Herzogs Georg Wilhelm von Celle, dem er sein Buch über 
den Botschafter widmete "). Doch auch von hier zog er sich, unwillig über 
den geringen Eifer^ mit dem sich der genannte Fürst für die Revocation 
Keiner Verurtlieilung verwandte, im Jahr 1681 wieder zurück. 

Wie que fort gehört unfraglich zu den bedeutendsten Publicisten seiner 
Zeit. Eiu bewunderungswürdiges Gedächtniss unterstützte ihn in diesem 
Beruf, wie er denn mehrere Sprachen vollkommen beherrschte. Er war einer 
der grüiidüehsten Kenner der damaligen Verhältnisse europäischer Höfe 
und Staaten"). 



^'^J UebHgene na^h Wlcquefort's eigenem Gestäodniss mit vollem Recht 8. 
Bäflexions p.41^ 

^^) Aat^h ouf dem Titel des «Ambassadeur* heisst er conseiller aux conseils 
d'Ätftt et privd du duo do Eninsvic et Lunebourg-Zell. Die Histoire des Provinces- 
Uutes widmete der Verleger dem Könige Qeorg I. von England. 

*') Vgl. dafl AvertiBscment du libraire. Einzelne andere von Wicquefort's 
literanaeLbcn LeifltungeD — es kommt hier nicht darauf an sie sftmmtlich anfzusählen 
— werden uiih noch unten bei Gelegenheit jener in der Bastille von ihm aufgesetzten 
DenkBchrifi begegnen. 



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!¥• Berichte von 1659, 

(Frischmann.) 



Der Kurfürst an Mazarin. Dat. ßipen 19. Jan. 1659*). 

[Beklagt sich über die Unterstützung Schwedens durch Frankreich und bittet um 

solche für sich selber] 

Monsieur^ Votre Eminence se souviendra, s'il lui plait, des assu- 1659. 
rances qu*elle iii*a fait donner, il y a quelque^ temps , par mon con- 29. Jan. 
seiller d'^tat, le sieur de Brand, ä savoir, puisque j*avais 6tö fore6 
de faire cette exp^dition de guerre dans laquelle je me trouve ä prä- 
sent, que Sa Majest^ tr6s-chr6tienne approuverait ma rösolution et ne 
ferait aucune assistance au roi de Suöde, ains plutot qu'ell6 y em- 
ploierait tout le possible pour moyenner une paix g^n^rale entre tous 
ceux qui sont eugag^s en cette guerre presente. N6anmoins je viens 
d'apprendre que le roi de Suöde par ses instances a obtenu non-seu- 
lement de Sa Majest6 tr^s-chr^tienne quelques grandes sommes d'ar- 
gent qui lui ont 6t6 payfees ä Hambourg, mais aussi de si puissantes 
intercessions que Son Altesse le protecteur d'Angleterre en a 6t6 per- 
suad6 d*envoyer en sa faveur et pour son secours par deux fois une 
notable flotte. Votre Eminence en peut bien juger sans mon avertis- 
sement, que tout cela ne sert qu'ä entretenir les inclinations du roi 
de Suede de continuer la guerre qui, au jugement de tout le monde, 
ne sont d6jÄ que trop grandes. C'est pourquoi je prie Votre Eminence 
d'avoir souvenance de ses promesses d'empScher que ledit roi de 
SuÄde ne soit plus secouru par la France ou [Y] Angleterre ni d'hom- 



') Vgl. Pufendorf Vm. 39. 
Mnler. zur Gesch. il. Gr Kinmrstcii. 11. 13 



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194 IV- Berichte von 1659. 

mes ni d'argent, et de ne permettre pas qu'il se fasse quelque chose 
au pr6judice de ralliance faite entre Sa Majest6 tr6s-chr6tieime et nioi. 
mais plutot, puisque le roi de SuMe, nonobstant ralliance susdite, a 
6t6 assist^ de Sa Majest^, qu'il rae soit faite la meme faveur. Je me 
tiens tänt assur6 de votre amitiö que vous m*avez plusieurs fois t^- 
moignöe par des protestations *) si sincöres, que je ne doute point que 
Votre Eminence y contribuera [de] tout son pouvoir pour me faire 
r^ussir en ma deraande, pour la sollicitation de laquelle je supplie 
Votre Eminence de donner libre acc^s audit sieur de Brand, et comrae 
Votre Eminence m'en obligera infiniment, ainsi je ne manquerai pas 
de lui faire voir en toutes^ occasions que je suis — Monsieur — 
de Votre Eminence — le tr^s-liumble et tr^s-affectionnö serviteur — 
[gez.] Frideric-Guillaume Electeui' — de Ripen ce lOjauvier IGoi». 
— A Son Eminence monsieur le cardinal Mazarini. 



Mazarin an Schwerin. Dat. 28. Febr. 16f)9. 
(Abschrift.) 
28. Febr. Macht Schwerin viele Elogen und empfiehlt ihm ein aufrichtiges Ver- 

trauen zu Frischmanu. Vom Kurfürsten heisst es: comme ce n'est gue 
par quelque violence que la fortune lui a faite qu'il s est un peu mis 
ä r^cart du chemin qne ses pöres ont tenu et de Tinvariable liaisou 
qu'ils ont eue avec la France, j'estime que ses ministres fidöles et eclai- 
r6s, comme vous ßtes, le porteront toujours ä y rentrer quand il le 
pourra faire avec honneur et avec süret6*). 



Mazaria an den Kurfürsten. Dat. 28. Febr. 1659. 

(Concept.) 
28. Febr. Beglaubij^ungsschreiben für Frischmanu. Im nämlichen Sinne'). 



^) contwtiitions Ms. 

') DrojHen p. 448. 1). 

') D royseil (ForschuDgen z. d. Geschichte IV. p. 37. 38). »In einem Schrei- 
boii an den Kurfürsten (28. Februar 1659), in dem er die Ankunft eines franEÖsiscfaen 
Ucftaudten in der Person des Johann Frischmann ankündigte, sprach der Car- 
dinal die wohiwullende Zuversicht aus, dass der Kurfürst diese von der Königl. M«j. 
befohlene Sendang comme une marque fort expi^esse de son amitid ansehen werde; 
il a consid^r^ qu'encore que V. A. se fust un peu destourn^e de ses v^ritable« in- 
teresta et den anciennes maximes de sa maison, ce n*a est^ que pour un coup inopin^ 
et par an vent contraire qui Vy a poussde; er lebe der Hoffnung, dass der Kurfürst 
gern die ihm gebotene Gelegenheit ergreifen werde, auf den rechten Weg eu desto 
iünigerer Verbindung mit Frankreich Kurückzukehren." 



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Absendnng und Instruction Frischmann^s. 195 

Mazarin an den Kurflirsten, Dat, 28. Febr. 1659. 
(Abschrift.) 
Antwort auf den Brief des Kurfürsten vom 19. Januar •). Der Cardinal 28. Febr. 
bittet ihn, die alten Maximen seines Hauses ') wiederaufzunehmen und Schutz 
and Freundschaft Frankreichs zu erproben. 



Insti-uction für Frischmann. Dat. Paris 4. März 1659. 

(Abschrift.) 

Herr Frischmann, Resident des Königs in Strassburg, soll sich zum 4. M&n. 
Kurfürsten von Brandenburg begeben, an welchem Orte dieser sich auch 
befinde. Man' hatte zu solcher Sendung bereits vor mehr als vier Monaten 
Herrn von Vagn^e ausersehen'). 

Das Engagement des Kurfürsten mit Oestreich soll nichts an .seiner . 
Freundschaft mit Frankreich ändern, indem Se. Majestät glaubt, dass es 
lediglich die Nothwendigkeit gewesen, welche ihn bewogen habe den alten 
Maximen seines Hauses so entgegenstehende Verbindungen einzugehen. — 
Es kann jeden Augenblick geschehen, dass der Kaiser, auf die Aufforderung 
der Spanier — - dem Artikel ^Et ut eo sincerior*' des Friedensinstruments 
und der Capitulation zuwider — Hülfe schickt, während Se. Majestät fort- 
fahrt den Frieden soviel als möglich zu erleichtern, indem dieselbe sogar 
eingewilligt hat denselben in Augsburg zu verhandeln. So erinnert denn 
der König den Kurfürsten an sein Verhalten in Frankfurt und an seine Ga- 
rantie des Münsterer Friedens; auf keinen Fall wenigstens wird derselbe 
gestatten dürfen, dass jene Truppen seine Staaten passiren. Que si ledit 
electeur ou ses ministres, dont la plupaii; sont gagnes par les Autri- 
chiens, voulaient lä-dessus former quelques oppositions, all6gant peut- 
etre que la capitulation imperiale d6fend bien de pouvoir envoyer de 
pareils secours aux Espagnols en Flandre et en Italic, ä quoi Son 
Altesse ^lectorale serait bien-aise de contribuer ses soins et ses offices 
pour les empecher, mais que ladite capitulation contenant aussi qull 
ue serait pas permis k la France ni k ses alli^s de donner aucune as- 
sistance contre Tempereur ni contre ses alli6s, Son Altesse dectorafe 
ayaut n^anmoins entendu que, nonobstant cette Obligation r^ciproque, 
M. le duc de Neubourg*) fait de grandes instances ä Sa Majestö pour 
en avoir contre Son Altesse mSme pour l'oflfensive, et que Sa Majest^ 
envoyait souvent des sommes notables d'argent et TAngleterre une ar- 
m6e navale au roi de Suöde, Sadite Altesse esp6rait que Sa Majestö 



') S. denselben oben p. 193. 

*) .a qnibus paululum in diversa abierit.' Pufendorf Vin. 39. 

*) Vgl. oben Mazarin an den Kurfürsten dat. Dijon 14. Nov. 1658 p. 186. 

') Vgl. Pufendorf VIII. 51. 

18* 



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J9^ IV. Berichte von 1659. 

apporterait de meine de son c6t6 ce qui sera n^cessaire pour y remMier: 

dann wird Frisch mann so und so daranf antworten. — Indessen wird 
die>«:e Besorgnisb des Kurfürsten wegen der neuburgischen Verhandlung 
bessere Dienste leisten jils irgend etwas anderes. — Schweden ist nur wegen 
der Rückstände alter Snbsidien befriedigt worden, welche Frankreich ihm 
schuldete. — England will lediglich einen dauerhaften Frieden zwischen 
Schweden und Dänemark herstellen und den Sund paciticiren, ebenso Frank- 
reich. Man darf keinen Unterschied zwischen Truppen, welche den Spa- 
niern imperatorio nomine gesandt und solchen, die ihnen um Geld überlassen 
werden, machen. Das wäre gegen das Fundament des Vertrags von Mün- 
ster, indem die Constitutionen des Reichs selbst solche Truppeudurchzüge 
verbieten, wie sie bisher zu Gunsten der Spanier durch das Reich geschehen 
sind. — Den Besch\xerden über die Schweden gegenüber soll sich Frisch- 
mann der Gründe bedienen, welche die durch jene veröffentlichten Mani- 
feste enthalten. Er wird sogar, d. h. in sehr zarter Weise, den Nutzen 
eines Particularfnedens mit den Schweden darlegen, welchen der König 
garantiren würde: so dass dann der Kurfürst von dieser Seite nichts mehr 
zu fürchten hätte, besonders wenn er in die Alliance und Defensivligue der 
anderen Kurfürsten und Reichsstäude ') eintreten wollte. Cependant, si 
sur ce dernier chef Son Altesse ou scs nmiistres faisaient quelques re- 
proches audit Frischmann, [ilj pourra röpliquer quencore qu'il ne 
soit pas trop pr^cis^ment inform6 du fait de ladite alliance, il en sait 
assez pour dire que ses ministi*es ä Francfort ont assist^ dans toutes 
les Conferences qui se sont tenues pour la couclure. ... Brand hat 
vor einigen Tagen, auf besonderu Befehl des Kurfürsten, bereits seine Ver- 
sicherungen wegen jener Hülfsleistungen bestätigt, dass er sich denselben 
am Hofe des Kaisers widersetzen würde '). ... 



Frischmann an Mazarin. Dat. Strassburg 25. März 1659. 
25. März. Er dankt dem Cardinal, ihn aus seiner Unthätigkeit gezogen zu haben, 

„c'est-ä-dire du travail södentaire que j'ai pris k faire voir au monde 
les diverses inclinations que les deux couronnes ont pour la paix." — 
Er hofft sich seiner neuen Aufgabe gut zu entledigen, „Wen qu'elle soit 
assez ddicate et difficile, et que Tabsence du sieur Gravel y ait ap- 
port6 le Premier obstacle." — 



') D. h. in den Rheinbund. 

') Der Scblnss von der Arcbivbehörde Eurück behalten. 



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Instruction Frischmann's. Der Kurfürst widerlegt MAzarin*8 Beschuldigungen. ^97 

Der Kurfürst an Mazariri. [o. D.] T.April*). 

[Antwort auf die Aoschuldignng des Cardinais, dass er sich von den Maximen seines 
Hauses entfernt habe. Beschwerde, dass ihm Frankreich zwar wiederholentlich Sub- 
sidien yersprocben, aber keine babe zukommen lassen. Er hat seine Freundschaft 
für Frankreich bewahrt, welche die Schweden aber nicht begtinstigen. Der Cardinal 
soll deshalb eine fernere Unterstützung der letztern verhindern. Einziger Zweck der 
Alliirten ist die Kettung des Königs von Dänemark.] 

Monsieur, aprös les remerciments que les ambassadeurs du Roi (7. Apr.) 
tr68-chr6tien m'ont faits k Francfort d'avoir eu un soin particulier de 
tout ee qui concernait Tintöret de la France, et apres les t^moignages 
publics que la Suede par ses menaces et violences connues ni'a forcö 
de chercher Tassistance . . ., j'ai cru que, sans me flatter, je me pou- 
vais promettre une favorable r^ponse de Votre Eminence, d'autant 
plus que jusqulci eile a jug6 fort sagement de mes actio ns, en avouant 
que la öu^de m'avait contraint d'entrer [dans] la carriöre dans laquelle 
je me trouve ä präsent. Mais au Heu de quelque consolation*) et 
du Support que j'attendais, ayant €t6 accus6 de m'etre d6tourn6 des 
anciennes maximes de raa inaison') et d'avoir quitt6 Tamiti^ de la France,, 
je laisse juger k Votre Eminence, combien sa lettre m'ait surpris. Si 
mes ancetres ont eu ces maximes que de pr6f6rer Tint^ret des autres 
princes k la conservation de leurs propres 6tat8, j'avoue"*) que je m'en 
doigne, me trouvant obligö en ma conscience k d^fendre les pays que 
par la gräce de Dieu je possöde, et en faisant cela, je ne vois pas, 
par quelle "raison je pourrais 6tre bläm6 de qui que ce soit. Votre 
Eminence est tr6s-bien informöe, de quelle fa^on le roi de Suöde m'a 
trait6; Tassistance que je lui ai faite quand il ^tait aux abois, ne Ta 
pu d^toumer de Tapp^tit qu*il a de mes pays situ^s aux bords de la 
mer Baltique, voire il les a os^ pr^tendre en 6change des autres pays 
lesquels il me promettait de les (sie) vouloir conqu6rir. Enfin ayant 
6t6 contraint de me remettre avec la Pologne, k cause qu'il mavait 
abandonne de son assistance, il m'a d^clar6 son ennemi et a rejet^ 
toutes les propositions de la paix, jusquä ce qu'il n'a pas voulu voir 
seulement mes ambassadeurs^), ayant pourtant consenti k leur venue. 
En consid^ration de tout ceci, je m'assure que Votre Eminence, en 



') Pufendorf VlII. 39. — Nach Droyscn (p. 449) datirt dies Schreiben vom 
T.April, nach Pufendorf vom 28. März a, St. Eine Notiz auf dem Original selbst 
schreibt es irrig erst dem Juni 1659 zu. 

') consolidation Ms. 

') Vgl. oben das Schreibon Mazarin's vom 28. Febr. 

*) 8. Droysen p. 449. 1). 

*) Vgl. oben p. 176flF. 



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j9g IV. Berichte von 1659. 

faisant r^flexion Bur la justice de la cause, m'absoudra elle-meme de 
raccusaHon quölle m'a faite dans sa lettre. J'eusse pu me plaindre, 
il j a long-teraps, d'avoir ^t6 fort n^glig^ de la France, et meme qne 
qtiatre de ses ministres, Tun apr^s Fautre '), au nom du Roi m'ont pro- 
mis un submde, sans que j'en aie jamais vu le moindre effet. Mais 
jai') toujours trop consid^r6 la France pour lui vouloir rendre des 
reprocheß, moins encore de Taccuser qu'elle ait oubli6 Tamitiö ancienne 
Je ma maison. J'aime mieux de prendre Fofifre desdits ministres pour 
leurs propres courtoisies que de dire que Ton ne m'ait pas tenu les 
promesses, et j assure Votre Erainence que si Ton ne möprise pas mon 
amitiä, que je la conserve toujours encore inviolable pour la France 
et la c^nsen^rai peut-€tre mieux k cette heure qu'6tant alliö avec les 
Su^dois, legquels ou m'enviant ce bonheur-lä ou n'ayant pas eux-mßmes 
de ramiti^ pour la France, ne m*ont jamais parl^ dune autre fa^on 
que pour m en d^tourner. Votre Eminence verra que je lui dis la 
v6rit^, ausmtot qu'elle dfesisera que la SuMe s'accommode aux interet« 
de la France, et Inen plus encore quand eile aura besoin de son assi- 
stance. Je prie donc Votre Eminence d'emp^cher que Ton ne donne 
plus des öubftklefi ä la Su^de, ni que Ton sollicite dor6navant Tassi- 
Htance anglaise contre cet opprirn^ roi de Danemark, et de croire que 
ee ne sont que des inventions et souplesses su^doises, quand ils di- 
»ent que Ion cherche de ce c6t6-ci de se rendre maltre du Sund et 
des port& de la raer Baltique. Tout ce que Ton fait ne tend ä autre 
but que de remettre ledit roi et de le sauver pour n*etre pas d6tr6n6 
par C€ux qui par sa ruine ambitionnent de se rendre mattres absolus 
de tA>u8, pour se moquer apr^s aussi bien de la France que de nous 
autres, 

Jai commis le reste ä mon conseiller, le sieur de Brand, et 
surtout d'aBSurcr Votre Eminence, que je suis toujours et v^ritable- 
ment etc* 

Frischiiiann an Mazarin. Dat. Quartier von Wiborg 

30. April 1659. 

30. Apr. ... Je m'^tonne que ledit ^lecteur et M. Schwerin se plaignent 

tant mainteuant de ce que le Roi nait point satisfait ä son maitre de 

la Bomme^) a lui accord^e par M. de Lumbres, et le docteur Jona 



*) Vgl. Pufendorf Vm. 41. 
') S. Drojaen p. 450. 1). 
^) Vgl. Püfendorf VIII. 41. 



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VerhaDdlungen in Wiborg. 199 

m'a dit en secret un quart d'heure devant cette Conference, que M. 
Gravel lui a voulu payer ladite somme par force k Francfort; [mais 
qu'Jil iie Fa pas voulu accepter, faute d'ordre de M. T^lecteur et puis- 
que son maitre n'en avait aifaire. Or quand M. Schwerin dans la 
couförence touchait ce point, je le (!) demandais en prösence dudit 
docteur Jona, si le Roi depuis n'avait pas voulu payer ladite somme 
a son maitre; il rae dit que nenni. — 

Postscriptum. Der Kurfürst hat Briefe aus dem Haag und das 
Friedensproject des Herrn de Thou*) empfangen, worauf derselbe mit der 
heutigen Post antworten muss. 



Frischraann an Mazarin. Dat. Wiborg eS. Mai 1659. 

Er fragt an, ob er ein schriftliches Memoire aufsetzen soll, um den 3. Mai. 
Kurfürsten zu nöthigen ebenfalls schriftlich darauf zu antworten, und event. 
wie dasselbe gefasst sein soll. - Das Geschenk für die Kurfürstin, welche 
einen grossen Einfluss auf ihren Gemahl besitzt, möge man beschleunigen; 
Schwerin ist ein enger Vertrauter derselben. Jena macht sehr den guten 
Franzosen. 

Postscriptum. Wrangel war bei der, Einnahme von Alsen') in 
einen Brunnen im Schlossgarten gefallen, ist aber .gerettet worden. Man 
hat von hier 4 Regimenter commandirt, um sie in Aalborg einzuschiffen und 
gegen die Schweden nach Fünen überzusetzen. 

Ferner beigefügt geheime Avis für den Cardinal: Schwerin hat vom 
Kaiser 50,000 Thaler erhalten, wenngleich er freilich ihm, Frischmann, 
gesagt hat, niemals etwas von jenem empfangen zu haben. — Man kann 
hier alles mit Geld — d. h. mit baarem ~ gewinnen. — Man conferirt hier 
täglich mit dem General Montecuculi. — Man beschloss gestern im Con- 
seil bei demselben nicht zu entwaffnen, bevor der König von Schweden dies 
nicht thue: — Man äussert ganz laut, dass das Wort jenes Königs nicht 
genüge, um sich in Verhandlungen einzulassen. — Man will als Sicherheit 
für den Frieden von demselben die Städte Stettin und Stralsund (und zwar 
ist das eine Erfindung des Kaisers zu dem Zwecke den Krieg hier zu näh- 
ren, da er wohl weiss, dass der König von Schweden hierein niemals wil- 
ligen wird.) — Man wird den Kurfürsten nicht losmachen, bevor man nicht 
den Frieden mit den Königen von Dänemark und Polen zu Stande ge- 
bracht hat. 



') FranzösiBchei Gesandter im Haag. ~ Es ist die Rede von dem Entwurf des 
Haager Concerts (vgl. Pufendorf VÜI. 3 ff. Droysen p.444. 450). 

») Am 16. Dec. 1658. Pufendorf VII. 70. (Vgl. Droysen p.422.) 



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200 ^V- Berichte von 1659. 

Frischmann an Mazarin. Dat. Wiborg 7. Mai 1659. 

[Aufregende Nachrichten aus dem Haag, woselbst der englische Gesandte die Un- 
terzeichnung des Concerts hinzieht. Gespräch mit Czarnecki. Verlegenheit, welche 
dem Kurfürsten Frischmann's Anwesenheit bereitet. Verhältniss Brandenburgs und 
Frankreichs zu Schweden und Neuburg.] 

T.Mai. ... Les esprits ici sont fort alt^r^s, ayant appris que le resident 

d'Angleterre *) , apr^s que le projet de paix fiit dressö par rambassa- 
deur de Sa Majestö du commun consentement des*) trois arbitres, ue 
la pas voulu signer et encore attendre un autre ordre; ils disent ici 
que 5a et6 fait par ruse, afin de faire mieux avancer la iSolte anglai.se 
et retarder la hollandaise et ainsi donner du temps ä celle-lä pour se 
fertiier au Sund et au roi de Su6de de s'en servir k son avantage ').... 

La gän^ralit^ d'ici dölib^re que faire plus long-temps ici. Le g^ 
n^ral Czarnecki me dit: „nous perdons notre temps, nos gens et 
niinons notre ami ici *), qui par une imprudence nous a fait ce bien-lä 
d'avoir attire notre ennemi et les malheurs de guerre chez sei en son 
royaume, et nous ne lui (sie!) pouvons point aider. II me dit aussi 
fjii'il ne irouve pas bon qu'on traite la paix de Pologne ä-part en Po- 
logne; qu'il fallait traiter une paix universelle ä Copenhague. Je lui 
repartiB qua cause des int^rets trop difförents cela ne se pourrait 
pas faire. 

Au reste, on me dit que Fölecteur voudräit bien que je ne fiisse 
pas venu iei; nia pr^sence le rend suspect auprös des imp^riaux, qui 
en sont trös-Jaloux, et de peur que je ne le dötache pas, ils le veu- 
lent*) asBermenter de nouveau, et ils me voudraient bien faire sortir 
d'ici, Mais pour d6tacher M. T^lecteur de Brandebourg de leur parti. 
il nje sembte hon que Sa Majest6 dispose auparavant le roi de Su6de 
ä quelque douceur envers ledit ^lecteur. ... De plus, il me semble 
que comme lappr^hension que M. Tölecteur a au regard de M. le duc 
de Neuhourg Ic peut induire k faire ce que le Roi dösire, ainsi une 
autre raison lui pourra oter toute cette appr^hension et le d^toumer 
de faire ce qu on veut, savoir que le Roi pourra avoir la meme appr6- 
hension qu en assistant le duc de Neubourg contre Wlecteur de Bran- 
debourg, de präsent alli6 de Tempereur, il pourra attirer toutes ces 



') George Downing. 

'} de Ma. 

*) Vgl. über diese Verhältnisse Droysen p. 443. 

*) Den Künig von Dänemark. 

*) veuiljeüi Ms. 



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Erstes Haager Concert. 201 

troupes alli^es aux Pays-bas notamment ^tant forclos de la paix des 
rois du nord. 



Mazarin an Frischmann. Dat. Vincennes 30. Mai 1659. 

(Abschrift) 

Frankreich wird sieh aus allen Kräften bemühen, den Kurfürsten von 30. M«'». 
Seiten des Königs von Schweden zu sichern. Der letztere wird sich auch 
gerade im gegenwärtigen Augenblick durch Frankreich dazu bewegen lassen. 
— Der König von Schweden beklagt sich über die geringe Unterstützung, 
^reiche er bei Frankreich finde. Dasselbe wird nichts versäumen um den 
Frieden mit Dänemark und mit Polen herbeizuführen und sehr erfreut sein 
den Kurfürsten in diesen miteintreten zu lassen. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV.') Dat. Fanö 22. Juni 1659. 

(Abschrift.) 

[Dank für die Mittheiluog des Haager Concerts, aber mau hat bei der Vureinbarung 
deaselben auf seine Minister keinerlei Rücksicht genommen. Ebenso berücksichtigt 
man lediglich das schwedische Interesse bei den Verhandlungen in Polen und arbeitet 
daselbst auf einen Separatfrieden hin; während der Kurf. nur einen allgemeinen Frieden 
will. Sein Verhältniss zu dem Könige von Schweden. Seine Antwort an Frischmann.] 

Monseigneur et tr^s-honore cousin, je me tiens infiniment obligö 22. Juni. 
ä Votre Majestö qu'il lui a plu me donner avis du projet fait ä la 
Haye par son ambassadeur, du concert avec les d^putös de la r6pu- 
blique d*Angleterre et des Provinces-Unies des') Pays-bas, pour la par 
cification de la guerre de Danemark, et quelle a ordonn6 k son am- 
bassadeur de noublier pas aucun office qui puisse servir ä mon aju- 
stement et ä la säret^ de mon repos. Mais eile me permettra aussi, 
sll lui plait, que je lui dise que tant s'eu faut que lesdits d^put^s du- 
rant cette n^gociation aient communiquö la moindre chose k^) mes 
ministres ou qulls leur aient seulement demand6 quel interet j'y avais 
k prötendre, qu'au contraire, nonobstant toutes les protestations et re- 
montrances que lesdits mes ministres leur en ont faites, ils ont trait6 
et conclu tout en secret. 



») S. Pufendorf Vni. 41. 

^ du Ms. Vgl. übrigens das Schreiben Frisohmann's an Mazarin yom 
30. April oben p. 199 nnd Pufendorf a. a. O. (16. Juni) Tradebat post Frisch- 
mann US literas a rege, quibns de pacto Hagensi significabat, cai et elector inclusus 
Sit; qua via e pracsentibus molesiiis commode emergere possit. Innuebatur quoque 
sibi reaponsum Frischmanno datum haut satisfecisse : quo ipso et hie avocabatur. 

*) anx Ms. 



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202 '^- Berichte von 1659. 

ObI^) la m^me mani^re que je reraarque dans la n^gociation en 
Pologne oü Ton tnivaille seulement de faire une paix particuli^re avec 
toutes reflexions mir le seul int^ret de la öu^de, au grand pr^judice 
du raien et de celni de mes alli^s et k rempecheraent dune paix ge- 
nerale* Car J as^rturt* Votre Majest^, comme mon int^ret et celui de 
toute ma iiiaison coiisiste uuiquement dans une paix assuröe et gene- 
rale, ajnsi je ne me saurais laisser persuader k une particuliere. C'e«t 
pourquoi je supplie Votre Majest^ que si eile a tant de bont6 pour 
moi que de vouloir avancer mon int6ret, comme eile le tömoigne dans 
&a lettre et comme je me promets fermement de sa faveur, qu'il lui 
plaise d'nrdonner partout k ses ministres que dor^navant ils naient 
autre but de hun^ ncgociations que la paix g6n6rale, et que leur af- 
fection (laquelle jusqu'ä präsent a prövalu pour la seule Su6de) seit 
tellement balanc^e et partag6e entre tous les partis, afin que chacun 
puiBse mettre sa conüance en eux comme en mMiateurs. 

Touchant le roi de Suöde, il ne se peut pas plaindre de moi avec 
raitton que j aie s^par^ ma cause et retir^ mes arm^es d'avec les sien- 
nes; car outre ce que c'est bien lui-meme qui a fait ce dont il me 
Charge et qui le premier s*est s6par6 m'ayant abandonne aux enneraig, 
il m'a encore ose d<5clarer son ennemi, me menacer publiquement et 
renvoyer mes ambassadeurs honteusement sans leur donner audience, 
et tout ceci »est passe avant que Toppression du roi de Danemark et 
les Bi^ges de*) diverses places m'ont contraint de prendre les armes 
et de secourir un roi duquel je m'assure que Votre Majestö ne d^sire 
pas la niine. Quant k la r6pouse donn^e au resident de Votre Ma- 
jest^, le sieur Friscbmann, je m'6tonne qu^elle n'en a pas pris la 
Batisfaction et le contentement dösirös, ce que pourtant je m'6tais tout- 
Ä-fait persuade, vu que je n*ai pas encore entendu que de tous les 61ec- 
teurs, m^me de ceux qui pour ce sujet sont entr^s en une alliance 
particuliere avec Votre Majest^'), il y en ait qui se soit mieux d^clare 
que moi, et j'assure Votre Majest6, comme ce n'est point une affaire 
qui dopend de ma seule r6solution, ainsi je ne manquerai pas de me 
conformer aux autres princes-61ecteurs *).... Et puisqu'il a plu k Votre 
Majest^ rappeler de nia cour son resident, j espere qu'il rapportera plus 
amplemeut, avec combien de passion je d6sire de me maintenir en 



^} VgL hierzu und Eum letzten Absatz Droysen p. 459. 2). 
*) et Mb. 

*] Die gemClichen Kurfürsten von Mainz und Cöln. 

*) Pufendorf a^ a, O, Caetenim non se minus quam collegas servandae Germa- 
aiae tranqutlUtati InTigilaturnm. 



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FriBchmann's Abberufung. Verwendung des Kurffi raten für Wicquefort. 203 

Votre bienveillance et d'entretenir toujours la bonne intelligence qui a 
et^ de tout temps entre Votre couronne et ma niaison, et que je de- 
meurerai — Monseigneur et tr^8-honor6 cousin — de Votre Majest6 — 
le tr^s-humble et tr^s - ob^issant serviteur — Frideric-Guillaume 
Electeur de Brandebourg. — Camp vis-^-vis de Tile de Fanoe ce 
22e juin 1659. 



An Frischmann. [o. D.] Juli*) 1659. 
(Concept.) 
Der König hat in seinem Conseil in seiner Gegenwart die Antwort ver- (Juli.; 
lesen lassen, welche der Kurfürst Frisch mann ertheilt hat. Es sind darin 
viel Cavillationen. Man hat aber auch zu gleicher Zeit Abschrift von einem 
Briefe des Kurfürsten an denjenigen von Cöln erhalten, der ganz entgegen- 
gesetzte Gesinnungen ausspricht und voll Vorwürfe gegen Frankreich ist. 
Frisch mann soll zurückkehren. Indessen nimmt der König das Wort des 
Kurfürsten an. 



Der Kurfürst an Mazarin. Dat. 26. Juli 1659. 

[Verwendung für seinen Residenten Wicquefort, der Befehl erhalten hat das Königreich 

unverzüglich zu verlassen.] 

Le sieur de Wicquefort, mon conseiller et resident, m'ayant fait 26. Juli. 
entendre qu'on lui a donn6 ordre de se retirer avec toute sa fanaille 
hors du royaume*) incontinent et sans delai, vous pouvez ais^ment 
juger, combien cela me touche, vu qu'on ne m'ait pas voulu daigner 
d'avertir de cette Intention ni d'6crire seulemeut le sujet de ce procöd^. 
Car bien que je m'aie ci-paravant d6clar6 de ne vouloir point prendre 
en protection ni avouer ledit Wicquefort, en cas qu'il füt trouv6 
coupable, et que Ton ait premi^rement apport^ les accusations contre 
lui, toutefois 6tant ä mon service et portant la qualit6 de la personne 
publique, je n'esp^re point que Ton veuille proc6der autrement avec 
lui que la coutume et le droit le requi^rent en de semblables occa- 
sions. Et comme ledit Wicquefort 6crit que cela est arriv6 en 
l'absence de Votre Eminence, je veux croire qu*elle n'avouera point 
cette action, ains qu'elle la mod^rera de sorte que cela ne puisse tendre 
ä mon pr6judice ni k son d^savantage, et qu'on le traitera tellement 
qu'il n'aura point sujet de s'en plaindre, mais de louer plutot la cl6- 



*) 8o nach einer Notiz auf dem Blatt. Es würde dies mit den Daten bei Pn- 
fendorf allerdings nicht stimmen. 

*} Vgl. Pufendorf VII. 54 und unten die Penksohrift Wicquefort's. 



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204 ^^' Berichte von 1659. 

nience de Votre Emineiice. C'est ce que je la prie aussi, l'assurant 
quelle en accroitra le^ obligations quelle a acquises sur moi etc. 

Mazarin an le Tellier^). Dat. 11. Aug. 1659'). 

(Auszug.) 
U. Äug, Mazartn billigt, dass man Wicquefort in die Bastille werfen läj^^i. 

,,comme vous rae inandez que le Roi avait trouv6 bon que vous en 
donnasBiez lordre.^ - Unterschlagungen Wicquefort's. Berichte, die fr 
nach allen Seiten hin gesandt hat. Seine entsprechenden Reden in allen 
OcKellschaf'tenj welche er in Paris besuchte. Man muss ihn ohne Com- 
uniniciUioü mit irgend j^^mandem in der Bastille lassen, bis der Kurfiirsi 
darauf dringt, ihiss man ihn frei gebe: dann aber wird er mindestens das 
Königreich veiia.ssen müssen. — Man muss veröflfentlichen und sogar in dk* 
Zeitung setzen, tiaüh fl<T König den Kurfürsten hievon unterrichtet und 
dieser erklärt habe, er betrachte Wicquefort nicht mebr als seinen Minister. 
Brand (der i^eii 3 Jahreil am Hofe ist,) hat für Wicquefort nur eine Frist 
von 14 Tagen haben wollen, welche Se. Majestät auf 3 Monate verlangen 
hat: nach diesen sandte sie Wicquefort Befehl sich zurückzuziehen, was 
derselbe aber zn thun verweigert. Mazarin glaubt sogar, dass man alles 
dies Brand mlttheileri muss, der darüber an seinen Herrn schreiben soll, 
HOwie Herr von Brieune an den Minister Sr. Majestät, welcher sich bei 
seiner kurfürstiichen Durchlaucht befindet, eventuell an irgend eine andere 
Person an jenem Hofe oder den Kurfürsten selbst durch Brand. Man 
muBs dort die Handlung rechtfertigen, welcbe die Affection des Königs 
für den Kurfürsten in nichts berührt. 

Denkschrift Wicquefort's '). [o. D.] Aug. 1659. 

[KtirKU Darsiellung Mud Rechtfertigung »einer gesammten 'I'hfttigkcit als brandenbur- 
giacbfjr KmiLcnL am französischen Hofe. Seine Entzwciuiig mit Mazarin.] 

(Auij.) Wicquefort beginnt mit der Erzählung einer Unterredung, welche er 

mit Herrn von Lionne und dem Cardinal Mazarin gehabt habe. 

II*) nie temoigiia qu'il n'y avait point d'affaire qui lui tint plus 
au Coeur que le deeaein que Ton avait ferm6 en Allemagne, et parti- 
culiörement cu hi cour de Sön Altesse dectorale, d'un tiers parti oü 
1 oü preteridait faire ciitrer les ^ecteurs de öaxe et de Brandebourg et 
les priuees de )a maison de Brunswick et de Lunebourg, parce que 
ce parti, un mettant eur pied vingt-cinq mille hommes de pied et dix 



') Vgl. über den -^taausocretär Michel le Tellier z. B. Rousset, üiBl 
de Lünvoia T. I, im Eingänge. 

') Vgl. unten üic Denkschrift Wicquefor t*8. 

') AufgesüUt in der BastiUe, von Wicquefort's Hand. 

*) Nftmbch der Cardinal. 



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Wicquefort in der Baatille. Seine Denkschrift. 205 

niille chevaux, serait toujoure maitre des affaires et ferait faire la paix 
quand il voudrait, saus aucune considdration des int^rets des deux cou- 
ronnes; qu'il fallait empecher ce parti, et que pour cet effet Ton ferait 
donner ä Soii Altesse 6lectorale toute la satisfaetiou qu'elle pourrait 
desirer. . . . 

Wicquefort giebt also hierüber eine Denkschrift an Herrn v. Brienne, 
welche Alles enthält, was der Kurfürst für Frankreich zu thun im Stande 
sei lind nuigekelirt, was er dagegen vom Könige wünsche. Er dringt mit 
diesen Torschlägen auch durch — und Brienne sagte mir, so fährt er fort, 
,,que Son Eminence lui avait conimand6 de m*exp6dier une ordonnance 
de mille 6cus pour les frais de mon voyage et un brevet pour la pen- 
sion de deux mille livres, ä quoi Ton ajouterait une gratification ex- 
traordinaire. Je le priai de nie dispenser d'accepter le brevet, et en- 
voyai qu6rir mon ordonnance au bout de deux jours. M. d'Eraeri*), 
qui etait lors surintendant des finances, fit difficulte de payer mon or- 
donnance, et quoique M. de Lionne lui dit de la part de M. le car- 
dinal, qu il importait au service du Roi de me faire partir et, pour cet 
effet, de nie faire toucher mon argent, il me fit dire que la moitie 
sufßsait pour les frais du voyage, et que Tautre moitie 6tant gratifica- 
tion, Ton me donuerait un billet d'^pargne, que mon homme fut coii- 
traint de prendre de M. Chahu, commis de M. de la Bazini^re." 

Wicquefort theilt nun noch dem Cardinal mit, dass man Herrn von 
Bnrgsdorf nicht weniger als zwanzigtausend und jedem der andern deut- 
schen Minister, fünf an der Zahl, zweitausend Thaler werde geben müssen. 
— Darauf tritt er seine Reise Donnerstag den 15. November an ') und 15. Nov. 
spricht in Holland den HeiTn de la Thuillerie, in Unna den Kurfürsten. 1647. 
Der letztere billigt sein Verhalten und heisst ihn Burgsdorf folgen, der 
eben auf der Sendung zu den Fürsten der dritten Partei begriffen ist. 
Tags darauf, au einem Sonntag, macht sich der Kurfürst nach Cleve und 
Wicquefort nach Münster auf Die dortigen französischen Bevollmächtig- 
ten besitzen bereits Abschrift des von ihm entworfenen Vertrages und for- 
dern ihn auf, Burgsdorf so schnell als möglich nachzueilen, bevor dieser 
seine Verhandlung mit den braunschweigischen Herzögen abschliesse und 
weiter nach Sachsen gehe. Bei seiner Ankunft in Osnabrück, sieht er den 
französischen Residenten de la Court^) und theilt, der Weisung des Kur- 
fürsten gemäss, eine Copie seines Vertragsentwurfs au Witgen stein mit 
Von hier geht er dann nach Hannover und nach Wolfenbüttel, wo er zwar 
eine verhältnissmässig sehr ungünstige Stimmung, aber auchBurgsdorf fin- 



') Vgl. über ihn Ranke Franaös. Gesch. 1. Aufl. III. 57 (2. Aufl. p. 60). 
') Vgl. Wicquefort's Berichte von damals oben im Abschnitt I. 
*) d. 1. Cour Ms. Tgl. Flassan 111. 182 (^tat des ministres de France aupr^s 
des cours ^traiigeres en 1G48 . 



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206 ^^'- Berichte von 1659. 

det, der zwei oder drei Tage nach ihm dort eintriflft. Er verspricht Burg ^- 
dorf das* erwähnte Geschenk und erhält von ihm das Versprechen, dsuss er 
nur tiodi den dresdener Hof besuchen wolle um dort die Schwierigkeiteu 
ihv BiMung einer dritten Partei vorzustellen und auch bei dem Herzog 
August selbst nichts anderes thun werde. Endlich kehrt Wicquefori 
nach Münster zurück. 

Etnnt k Munster, Ton me donne avis de la part de Son Altesse 
ölect orale (et MM. les pl^nipotentiaires Teurent aussi d'ailleurs), que 
Ic9 Espagnols avaient niis de Targent sur ma tete, et qu'ils en aTaient 
l)r<niii8 k ceux qui me mettraient entfe leurs mains vif ou mort, parce 
quet^nt au Service d'un priiice neutre, je m'^tais Charge des comniis- 
sions du Roi et avais trait^ avec des officiers pour les engager au 
seryiee de la France. 

Dtuiuoch gelangt er, gehörig geschützt, nach Cleve zum Kurfurst<?u 
S. A. lilectorale me fit donner les depeches n^cessaires pour mon re- 
tour, t't entr autres une procuration pour recevoir largent qu*il pouvait 
prtStendre avec justice de la conclusion du traitö dont j avais *) apporte 
le pvojei et dont les plenipoteutiaires de France avaient donne des 
i'(>pieti k ceux de Son Altesse electorale k Munster. Je ne pouvais 
puiut purtir de Clöves sans ra'exposer au hasard de tomber entre les 
malus des Espagnols, qui continuaient de me menacer, parce que j'a- 
vais vlitM quelques officiers pour le service du Roi, de sorte que Son 
Altesse Electorale voulut que je me misse ä la suite de M. le land- 
grave qui se trouvait alors k Cleves et lequel Son Altesse dectorale 
fit cöcorter par une bonne troupe de cavalerie jusqu'au fort de Schenk'). 
d oü j^allai avec lui par eau jusqu'ä Arnheim. 

Nacii seiner Rückkehr nach Paris muss Wie que fort drei Wochen 
warten, che er eine Audienz bei dem Cardinal erhält, darauf noch eine, und 
mues sich auch dann mit allgemeinen Phrasen abspeisen lassen. ,,Je perdis 
patience quand M. le cardinal voyant que je le pressais d'achever le 
traite dont j'avais porte le projet en Allemagne, me dit que M. de 
Briennc y avait fait couler deux articles sur lesquels il n'avait point fait 
lefiexiün et qui ne pouvaient pas etre ex^cut^s, parce que les Sueilois 
ne voulaient point permettre que S. A. <il. mit une arm^e sur pied et 
ne le vimlaient point mettre en possession des ^vech^s de Halberstadt 
et de Minden quapr^s la conclusion de la paix. 

Wicquefort beklagt sich also über dies Verfahren gegen seineu Fürs- 
ten in einem Schreiben an Herrn Servien. Jedoch dieser giebt ihm darauf 



') dont avais M0. 
') Sch«DkenBchanK. 



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Deuksohrift Wicquefort*8 aus der Bastille. 207 

Pine sehr unfreundliche Antwort (26. April) und schreibt zugleich an Herrn 
Fromholdt, einen der Bevollmächtigten des Kurf. in Osnabrück, ja wird 
sogar sein unversöhnlicher Feind bis zu seinem Tode'). — Nachdem Wie- 
quefort weiter die Ausgaben nachgewiesen hat, welche er gemacht habe, 
fährt er fort: 

Je nie suis un peu 6tendu sur cet article, parce qu'il a plu k M. 
le Cardinal de dire depuis peu k M. Brand, qu'il m'avait donn6 de 
Targent pour M. de Burgsdorf et que j*en avais dispos^. . . . 

Le juste sujet que Son Altesse ölectorale avait de n'etre point sa- 
tißfaite du proc^6 de M. le cardinal, fut cause que je ne vis point 
Son Eminenc pendant tout le reste de Tannee 1648; je n'eusse pas 
laiss^ n^anmoins de suivre la cour lorsqu'elle sortit de Paris la veille 
des Rois 1649, si Ton eüt fait Thonneur k Son Altesse ^lectorale da- 5. Jan. 
vertir son ministre de la retraite du Roi. . . . [Comme] nionseigneur * 

Tölecteur . . . m'ordonna de rentretenir soigneusement de Tötat des af- 
faires, je puis dire en homme d'honneur, que j'en ai öt^ comme je 
devais, et que j'ai fait tout ce que j'ai pu pour prövenir les mauvaises 
impressious que Ton eüt pu prendre des m^chants libelles que Ton 
publiait tous les jours; et neanmoins la paix de Paris ne fut pas sitot 
faite que Ton manda k la cour de nionseigneur Tölecteur raon maftre 
que Ton ne nie pouvait plus souflfrir k la cour; que j'aVHis intelligence 
avec les ennerais de la couronne, et que le Roi dösirait que Son Altesse 
ölectorale me rövoquat. — Cc fut M. Servien qui me preta cette 
cbarite: M. le cardinal et M. de Lionne le savent mieux que nioi 
qui en ai des preuves infaillibles. 

Indessen lässt ihm Se. Kurf. Durchl. die V'ersicherung zukommen, ihn 
nicht ungehört abzuberufen. Elle m'^crivit par ses lettres du 10 avril, 
qu'6tant sur le point de partir de Clöves pour aller a Berlin et peut- 
etre de-lÄ k Königsberg, eile me commanda de Taller trouver, pour 
etre instniit par sa bouche de ses intentions et de ce que j'aurais k 
faire k la cour pendant quil serait en Prusse ou en la Marche-Bran- 
debourg. — Etant arriv^ k Clöves, Ton me fit voir une lettre de M. le 
comte de Brienne par laquelle il mandait, non ä Son Altesse 61ecto- 
ralc, mais k feu M. de Burgsdorf, que S. A. el. obligerait Sa Ma- 
je8t6 en me rövoquant, parce que Ton ne pouvait plus souflrir ma con- 
duite. Je la justifiai si bien neanmoins, que Son Altesse ölectorale 
jugea qu'il 6tait besoin pour le bien de son Service de me renvoyer 
et de me Commander de continuer mon emploi. 

Comme je fis et arrivai k Paris au mois de novembre 1649. II Nov. 1649. 



'} Servieu starb am 17. Februar 1659 (s. Flaasan III. 222}. 



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'^'^^'^mmmm 



208 ^^' Berichte von 1659. 

XI y a persoiinc qui ne sache quel 6tait l'^tat des affaires en ce temps-lA; 
cest pouiquoi Je me dispenserai d'en parier, et men contenterai d'ap- 
peler um Eniinenee k t^moin de ma conduite pendant tout le temps 
des troubles . . , ; quoique je fusse obligö de voir toutes les semaines 
de» persomies qui en avaient toute la direction et d'aller dans une 
niaisoii üCi Von ä'assemblait pour preudre les conseils dont toute VE\x- 
rope a vii les suites et dont M. le cardinal a senti les eflfets. II sait 
qu il u'd pas tenu ä moi que je ne laie servi, et que feu M. de Bougy 
a fait passer }>lusieurs lettres dans mon paquet que j'adressais au feu 
Bieur de Billerb eck*). Je ne parle point non plus des bons offices 
que 8011 Eniinenee a re§us de Son Altesse ^lectorale pendant le s^jour 
(lu'elle iit ä Brlllil, ni des Services que je tächais de lui rendre aupres 
de no8 miiiistres; mais je dirai seulement que monseigneur Tölecteur 
lti52. ne sut pas sitot que M. le cardinal 6tait revenu en France, en Tan 1052, 
qu'il lue Cdinnianda de lui aller temoigner la part que S. A. 61. pre- 
nait ä tont ce qui lui arrivait, avec oflFres de contribuer pour le Ser- 
vice du Koi et pour celui de son Eminence en particulier. . . . 

Je demcurai ä la cour, jusqu'ä ce qu'elle partit de Saumur, et je 
ae la suivis point, parce que je regus en meme temps ordre d'aller 
T^lev les affaires du gouvernement d'Orange'). Je me mis ... en 
Apr. clioiiün pour le voyage de Provence le 26 avril, j*y demeurai jusqu'ä 
bis Oct. 1^ jij^ d aoüt et ne revins k Paris que vers la fin de septembre. . . . 
Le R(n revint ä Paris au coinmencement du mois doctobre, et incon- 
tiuent aprtjis j eus Thonneur de faire la r^v^rence k Leurs Majest^s pour 
leiir faire conipliment de la part de S. A. 61. sur leur retour en cette 
\ille. J'eua auö^i Thonneur de voir M. le cardinal, qui me regut par- 
faitement bituj. Je Tavoue; mais il ne put pas s'empecher de me dire 
quHl avait »u que j'avais 6crit au desavantage des affaires du Roi. . . . 
Je ii'eus pas assez de force sur moi pour pouvoir dissimuler . . . Tin- 
dignatioD que J eus de ce que M. le cardinal 6tait capable de m ac- 
cuser d avoir ecrit de Paris, pendant que j'en 6tais 6loign6 de pr6s de 
Cent ciiiquantc lieues — et me souviens que je lui all6gai ensuite ces 
vers de Hen^^que: 

„Qui jus dicit, parte non audita altera, 

Etiamsi aequum') dixerit, band aequus fuit." . . . 



■) liilderbcck Ms. 

'} Vgl. Puf<jiidorf IX. 21. 

'] aequam Ms. S. Medea Act. U. v. 199-200: 

Qui statuit aliquid parte inaudita altera, 
Aequnm licet statnerit, liaud aequus fult. 



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Denkschrift Wioqueforfs aus der Bastille. 209 

lü der Folge, seit dem Juni d. J. 1653, beginnt der holländische Ge- 1653.' 
sandte, welcher den Intentionen Mazarin's und Servien's folgt, Wicque- 
fort eine abermalige Reise nach Deutschland anzurathen, um ein neues 
Bündniss der protestantischen Fürsten mit Frankreich einzuleiten. 

J'^crivis au commencement d'octobre ä monseigneur Tdecteur, et 
apr^s lui avoir fait connaitre les bonnes intentions de la cour, je lui 
demandai permission de faire le voyage, pour lui en donner de plus 
grandes assurances de bouche. Le comte de Wal deck, qui tenait en 
ce temps-lii une des premiöres places dans le conseil de Son Altesse 
ölectorale et qui a toutes les inclinations fran^aises '), ne manqua point 
de me repr^senter le mauvais succös du voyage de 1647, et M. le 
baron de Schwerin m'exhorta de prendre si bien mes mesures que 
Son Altesse electorale n*eüt pas sujet de blämer ma conduite et de 
condamner ma cr^dulit^. Tout ce que je pouvais faire, c'^tait de pren- 
dre Tambassadeur de Hollande pour garant de tout ce qu'il m'avait 
promis de la part de la cour pour ce qui 6tait des interets de S. A. 
el., de voir souvent M. Servien et de p^n^trer meme dans les sen- 
timents de M. le cardinal qu'il semblait que le Roi et monseigneur 
r^lecteur ne devaient plus avoir que des interets communs touchant 
les affaires de l'empire. . . . 

Monseigneur T^lecteur me permit de faire le voyage, et je re^us 
cette permission le premier jour de Fan 1G54*), mais limit^e de cette 1654. 
condition que je ne verrais point de prince en passant que Son Altesse 
electorale ne füt inforra^e de tout ce que j'avais ä faire. Le dessein 
de Son Eminence ^tait d'obliger les princes protestants et meme les 
catholiques de faire une alliance pour Fexecution des trait^s de Mun- 
ster et d'Osnabruck qui briderait si bien la troj) grande puissance de 
Tempereur; que Tori ne pourrait point appr^hender qu'il assistät le 
roi d'Espagne d'hommes et d'argent. . . . 

Je pris la libert^ de dire k Son Eminence . . . que j'avais entre 
les mains un billet sign^ de la main de Son Eminence par lequel eile 
s'obligeait en son prope et priv6 nom de faire payer le fret des na- 
vires St.-Etienne et l'Aigle Noir que Ton avait arret^s k Toulon pour le 
Service du Roi. M. le cardinal le prit ... et me dit qu'il me ferait don- 
ner satisfaction. . . . Ce fut vers la mi-mars, et la parole de M. le car- M&rz 
dinal m'obligea k me mettre en un equipage qui püt faire honneur au ^ß^*- 
Roi auprös des princes auxquels j'avais k parier. ... Et de fait l'on 



') Droysen p. 156. 2). 
•) Vgl. oben Abschnitt I. p. 29, 
Mater. lur Gesch. d. Gr. Kurmrslen. U. 14 



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21 Q IV. Berichte yon 1659. 

me donna des lettres pour le duc de Holstein-Gottoii) , pour les deux 
ducs de Mecklembourg, pour les trois ducs de Brunswick et Lune- 
bourg, pour Tdecteur de Saxe et pour le priiice son fils et pour lee 
ducs de Saxe-Altenbourg et Weimar; niais quaud il fut question de 
partir, on ne me äonua iii ordounance ui argent. J'avais fait des lia- 
bits et j'ayais achet^ pour plus de mille eeus de gants peau de sen- 
teur, essences eau de fieurs d'orange, rubans et autres galanteries, pour 
faire des presents aux lieux oü il fallait douuer quelque bonne odeur 
de la France. . . . Je nc laissai pas de partir, et r^ussis encore si bien 
en ce voyage-14, que non-seulement monselgneur l'decteur me chargea 
d'iustructions tr^s-avautageuses pour la France (dont je mettrai les 
copies ä la fin de ce discours aussi bien que de toutes les autres pie- 
ces *) et si agr^ables ä Son Eminence que ce fut sur mon rapport que 
Ton d^pecha Tanu^e IGiY) M. de I.umbres ä S. A. 61. de la fayon 
que je dirai ci-aprcs. Je partis de Paris le dernier jour de mars, et 
y revins au mois d*aofit. . . . 

de Lumbres verlässt Paris am Tage nach 0«terii. ... 
M. le Cardinal ne me doit point vouloir du mal, si ce n'est qu'il 
Sache ou qu'il puisse soup^onner seulement que j*aie agi contre les 
intörets du Roi. Mais tant s'en faut que Ton m'en puisse accuser, que 
de ce c6t6-lä j'ai un t^moignagc irröprochable en ma conscience que 
je n'ai eu aucune iutelligence avec les ennemis de 1 etat ni meme avec 
les ennemis particuliers de Öou Eminence de bouche ou par 6crit . . . 
Car pour ce qui est du proc^de du feu Chevalier de Londy, il est 
certain que j'^tais en Hollande quand il prit parti pour M. le Prince*), 
et quil ne m'en a jamais rien comniunique que par une lettre qu'il 
m'6crivit lorsqu'il 6tait sur son döpart. ... Et nöanmoins M. le cardi- 
nal . . . a regu une si forte aversion contre moi, qu'il a fait entendre ä 
S. A. 61., qu'il ne voulait plus traiter avec moi. 
Oct.1655. Lorsque M. de Lumbres partit de cette ville, Son Eminence 
voulut que je Tinstruisisse — , et quand le roi de Su6de entra en 
Prusse, eile voulut que je lui disse mon sentiment touchant les affaires 
du nord'). Je les lui dis ... Aprös cela M. le cardinal ne pouvait 
plus douter que je n*entrerais jamais dans les interets du roi de Suede, 
parce que je les jugeais incompatibles avec ceux de Son Altesse 6lec- 
torale. Je ne sais, si cest-lä la raison qui a Obligo Son Eminence ä 



^) Diese Pi^cen wären unter den Acten nicht vorhanden. 

■) Cond^. 

*) Vgl. oben Abschnitt IL 



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▼I 



Deukschrift Wicqüefort's aus der Bastille. 211 

presser mon r^vocation depuis un an . . . plutöt par le ministere de 
celui qui fait tout ce qu'il peut pour succ^der ä ma place*) que par 
aucune autre instance qu41 ait pu faire pour cela. . . . N^anmoius Son 
Altesse ^leetorale a Wen voulu avoir cette complaisance pour M. le car- 
dinal que de lui faire dire .par M. Brand qui n^gocie ici depuis deux 
ans, quoique sans autre qualit^ que celle de conseiller d'etat de S. A. el, 
qu'elle n'entendait point entretenir ici un ministre qui füt d^sagreable 
a la cour, et qu'elle voulait bien me r^voquer, pourvu quon lui dou- 
nät le loisir de m'envoyer ce qui m*est dö, qui monte k une somrae 
fort considerable, et ä moi celui de me pouvoir retirer d*ici avec quel- 
•que r^putation pour les affaires de Son Altesse electorale et pour les 
niiennes. M. Brand m'a rapporte que Son Eminence lui dit eu la 
derniere audieuce qu'il eut d'elle devant son d^part, qu'elle . - . loe 
ferait parier par quelquun. Elle nia fait parier en eflfet, puisque le 
12 juillet dernier le chevalier du guet me vint dire que le Roi me 12- Juli 
commandait de sortir incessahiment et sans delai du royaume et des *^^^* 
terres de son obdssance avec ma famille, ä peine de desob^issance. 8ix 
jours aprös, savoir le 18 du meme mois, le menie chevalier du guet 18, Juli 
m'euvoya par un de ses exempts un passe-port du Roi pour un mois, ^^^^' 
c'est-ä-dire jusqu'au 16 aoüt prochain et, nonobstant cela, d^s le samedi 
2 aoüt, le chevalier du guet investit ma maison, et le lendemain il me 2-3. Aug. 
vint arreter dans ma maison et me conduisit ä la bastille'j. ... Une ^^^'^' 
personne de tres-grande qualite qui me fait la gräce d'avoir quulque 
estime pour moi etant all^ voir M. de ßrienne, pour savoir de lui 
ce qui pourrait obliger la cour ä en user de la sorte, il lui dit en 
gros que M. le cardinal etait fort mal-satisfait de moi; que la conduite 
de mon gendre avait 6te tr^s-mauvaise, et que je n'avais plus la qua- 
lite de resident, parce que je lui avais dit que j'^tais k la reiae de 
Pologne'). ... M. de Brienne a bien voulu que je lui aie moyennö 
un präsent de douze cents louis d'or dans un temps od il en avait be- 
soin; c'est pourquoi je croyais lui pouvoir confier que la reine de Po- 
logne me faisait rechercher, et que j'avais [demand^]*) cong^ ä mon* 
seigneur Telecteur mon maitre*) tant pour plusieurs autres considera- 



') D. h. doch wohl Brand. 

^) Vgl. Pufendorf VlI. 54 sowie oben p. 191 und besonders Rdflexions »ur lea 
M^moires etc. p. 40 f. 

') Vgl. oben p. 127. 1), ferner unten das Schreiben Mazarin's an den Kurfür- 
sten vom 1. Sept. und die Einleitung zu diesem Abschnitt. 

*) Fehlt im Ms. 

*) Vgl. oben p. 100. 

14* 



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— JW^^BI 



212 



IV. Berichte von 1659. 



tions , - * que parce que je voyais Son Altesse 6lectorale trop avant 
danB les lüteretn de Su6de pourlesquels il me serait impossible de 
parier. , . , Mais tant s en faut que je Faie obteuu, que S. A. 61. na 
point d^äir^ qi^^ je quittasse mon service, et au contraire m'a convie 
par de tri^s-^rrands avantages k y continuer. . . . 

M. le carditial meme, en faisant faire instance pour me faire r6- 
vuquer, iu*a recuiinu pour resident, et j'en ai pris la qualitö, sans qu'on 
me lait dispulee, ä la tete du trait^ que j'ai public de Tölection de 
l'empereur '), en i)ubliant lapologie de S. A. 61. contre le roi de Suede 
et mettaiit eii Imniöre la relation du voyage d'Ol^arius*) que j'ai fait 
imprinier immtidiatement devant ces d^sordres. ... Je supplie M. de 
Brieiine de tnmver bon que j'en prenne la qualit6, et que j'implore 
la protection doiit S. A. 61. a eu la bont6 de me donner des preuves 
trii8'parti{!uli<?!res par ses lettres du 18 juin dernier. 



^) Yj£l. Drojaen Forschungen zur deutschen Geschichte a.a.O. 
p 24 — ^^5: vÄiia d^r Eingabe, die Wicquefort gleich nach seiner Verhaftung aai 
rlur Bastülü on den Cardinal lichtete (obige Denkschrift ist indessen nicht an Ma- 
iarin gerichtet) .,. ergiebt sich, dass er bereits 1653 über die damalige Wahl, 
di*f Fordinuiid'ö IV., eine Schrift verfasst hat; es ist mir nicht geglückt sie auf- 
zutreiben ock'r BPDst eine Notiz über sie zu finden. Dass Wicquefort sich auch 
iHbB über d'm Kaiserwahl hat vernehmen lassen, sah ich zuerst aus Desnoyeri, 
der 8. Oet, 1658 schreibt: . . . ce que M. Wicquefort a d^duit dans son livre sur 
rrilection de Tcmpercur, wo es sich um eine Frage handelt, von der 1653 noch nicht 
die Kede hatte spiu können. Weiteres ergab das Weimann'sche Journal, das im 
Düsseldorfijr Archiv aufbewahrt wird, eine Reihe von FoliobÄnden, in denen der cle- 
viftche Kanzler in den Jahren 1655—1660, die er fast immer im Haag war, alle 
Bride , die er empfing und schrieb , besonders wichtige Nachrichten , Berichte über 
wichtige Confermizen im Haag, in Münster u. s. w. niederschreiben liess; so findet 
Mch em Brief dei$ brandenburgischen Ministers Schwerin an Weimann dat. 8. Noy. 
1G58t in dem ea heisst: «der Kurfürst von Heidelberg hat Herrn Wicquefort scharf 
angeklagt, dass er in seinem Tractat de Elect. Imper. seiner und seines Hauses sehr 
schimpnieli gedaelit hat." Nach manchen vergeblichen Bemühungen gelang es mir, 
die Scbrift^ seltiHt zu erhalten; sie führt den Titel: Discours historique de TElection 
de rBniper^uT et des Electeurs de TEmpire par le Resident de Brandebourg. Paris 
1G58. 8", (Mir liegt sie vor als Anhang zum zweiten Theil des » Ambassadeur*. 
C5ln IT 15/1 Es iät eine eingehende und sehr geschickte Darlegung aller bei der 
Wahl m Betracht kommenden reichsrechtlichen Verhältnisse mit eingestreuten Be- 
merkDngeu Qher die augenblickliche Lage der Dinge, aus deneli man sieht, dass die 
Arbdt etwa im Januar 1658 gemacht ist." — Es ist hier wohl übersehen, dass un- 
setö Denkachrift erat dem Jahr 1659 angehört, also die betreffende Noti« in ihr 
auch auf eben Jenen bekannten Tractat Wicquefort's über die Kaiserwahl von 1658 
geben wird. Auch auf den Titel derselben passt vollständig, was er oben davon sagt 

*) Relation du voyage de Moscovie, Tartarie et de Perse, traduite de Tallemand 
du iieur Olearius (des Adam Oleariua vgl. Jöcher*8 Gel.-Lexicon). 



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Denkschrift Wicquefort's aas der Bastille. 213 

Wicqüeforfc protestirt nun gegen das Verfahren wider ihn. . ., Je na 
sais, si M. le cardinal approuvera ce qui s'est fait en son abseace ; mais 
je sais Wen que M. le Tellier est all6 uu peu vite en cette affaire, et 
j'en dirai davantage quand je repasserai sur ce brouillon pt>ur le faire 
imprimer, apr^s y avoir Joint les pi^ces qui doivent serrir de juati fi- 
cation k ce que je viens de dire. \ . . 

On m'est venu dire depuis que je suis ici et pendant que je fa- 
gotte ceci pour vous servir en memoire avec ce que voui* avez, que 
la Beine*) est fächle contre moi, parce que j'ai pret6 maiu-furte ä un 
certain cordelier qui changea de religion, il y a deux mois; mais je 
ne sais ce que c*est, et je n*ai jamais vu ce cordelier. L'on m'accuse * 
aussi d'avoir fait couler dans le premier volume du voyage d'Olearius 
'histoire d'un ministre et de plusieurs ordres qui arrivörent k Moseou en 
1648. Mais comme je n'ai fait que traduire, il faut voir, si cette histoire , 
lest de ma fa^on ou si eile se trouve dans l'alleniand qui est imprim^. 
Je m'en vais publier une partie de raon histoire d'AUemagne, m Ton 
verra que je suis incapable d*6crire des fausset^s et de d^guiser la 
v6rit^. 

Je voudrais vous pouvoir envoyer ce papier qui vous Bemra d1n- 
struction quand on parlera de mes affaires, en attendant que je fasse 
imprimer mon apologie; mais ayant donnö ma parole de n envoyer 
point de lettres, je fais difficultö de faire partir ceci, quoique ce ne 
soit pas une lettre. Quand vous Taurez lui ici, vous en disposerez, 
pourvu que Ton ne me puisse point reprocher d'avoir manquö 4 ma 
parole. — Dans la bastille. 

Mazarin an Paul von Eammingen'). Dat. Saint- Jean-de-Luz 

1. Sept. 1659, 

(Abschrift.) 

Brand hat ein Schreiben des Kurfürsten an den Cardinal Herrn t^Scpt. 
Rammingen zugestellt. Dasselbe ist durch Wicquefort au jenen 
adressirt worden, und Mazarin schickt die Antwort darauf, wie Brand 
wünscht. Zugleich bittet er Rammingen, Wicquefort aufzusuchen, uui 
demselben sein Mitgefühl auszudrücken. Freilich scheine diest r selbst auK 
der Saehe einen Eclat machen zu wollen. Indessen trotzdem hegt Maza- 
rin kein Uebelwollen gegen ihn, und Wicquefort wird das erfahren, wenn 
er ausserhalb des Königreichs sein wird. Rammingen soll an einen sei- 
ner Freunde am brandenburgischen Hofe oder in Holland schreiben. 



*) VieUeicht die Königin von Polen. 

') Wohl schop damals in pfälzischen Diensten, vgl. über ihn Pufendorf XI. 64^ 



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214 



IV. Berichte von 1659. 



Mazarin a. d. Kurfürsten. Dat. Saint-Jean-de-Luz 1. Sept. 1 659. 

(Abschrift.) 
l.Sept. Er ist über den Brief des Kurfürsten erstaunt gewesen, worin dieser 

Wicquefort die Eigenschaft seines Residenten') giebt. Se. Durchl. hat 
Blondel gesagt, dass Wicquefort dies nicht mehr wäre und das dann 
auch durch Brand bestätigen lassen. Ferner hat seither Wicquefort 
selber Brienne gesagt, dass er nicht mehr im Dienst des Kui*fürsten tjtüxide 
und bald polnischer Resident') in Frankreich sein würde. — Es ist schon 
beinahe vier Jahre her, "dass der König den Kurfürsten auffordern lies«, 
Wicquefort abzurufen, und vor sechs Monaten hat Brand Sr. Dnrchl. 
den Brief gesandt, welchen Silhon auf Befehl des Cardinais über da^ 
schlechte Verhalten desselben geschrieben. — Man hat Wicquefort von 
den betreffenden Intentionen unterrichtet und Mazarin Brand vor seiner 
Abreise von Paris davon in Kenntniss gesetzt, worauf dieser ihm von neuem 
erklärte, dass Se. Durchl. an der Sache kein Interesse nehme. — So wird 
denn alles nur ein Ausfluss des guten Herzens des Kurfürsten gewesen Sscin. 

Mazarin an Brand. Dat. Saint-Jean-de Luz 8. Sept. 1659. 

(Abschrift.) 
8. Sept. Der Brief Brandts vom 2'r. Aug. hat Mazarin überrascht Wicque- 

fort betreffend, ,je crois n^anmoins que le Roi aura eu la bont6 de le 
faire sortir de prison, le faisant conduire cu m6me temps jusques hors du 
royaume." ... Diese Angelegenheit und die Rückberufung Frischmann's 
haben nichts mit einander gemein; der König gedenkt allernächstens eine 
andere Person als seinen Residenten an Se. Durchl. zu schicken. 



Mazarin an Blondel. Dat. Saint-Jean-de-Luz 10. Sept. 1659. 

(Abschrift.) 
10. Sept. Pathengeschenk für die Frau Kurfürstin, welches durch Blondel über- 

schickt werden soll, ,.qui*) s'en vä en ces quartiers-lä par ordre de Sa 
Majest^". 



i 



•) Vgl. oben p. 203 den Brief des Kurfürsten vom 26. Juli (5. Aug.?). 

') Vgl oben das Memoire Wicquefort*B aus der Bastille p. 211. 

') Vgl. hierüber Droysen Gesch. der prcuss. Politik III. 2. p. 460. For. 
schungcn p. 53-54 (nach den Berichten v. Brand's\ Lettres de Desuoyers 
p. 558 — 559 (25. Nov. 1659). Vous me dites quo M. Blondel revient en la cour 
de M. r^lecteur de Brandebourg; nous en avions d^j^ Tavis. On Tavait ^crit h, M. 
de Lumbres de la fa<;on que j'en ai ou'i parier aux deux ambassadeurs que ce 
prince tient en cette cour. 11 n'y rdussira pas; il n'y est pas aim^ des ministres 
etc. Vgl. oben p. 120. 16), femer y. Orlich I. 222 — 223 (wegen de« Pathenge- 
schenks auch 217. 220). 



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Wioquefort. Der Körfürat rücTitfeHfgt den Angriff auf Pommern* 2lfl 

Der Knrfiiröt an Müzarin. Dat, Grimmen') 20. Sept. 1659. 

[Rpchtferiigt seinen AngrilT aul Pommern. Das näherü wird Bi^and ftUüeinfiDdL-rfictzen.] 

MoüsieuFj parce que Taversion du roi de SuMe pour la paix est 30. Sept* 
Ijien Ciinnue k Votre Eminence, surtout qu'il nen veiit poiüt d'autre 
qn\ine particuli^re^ et que ses meiiaces et outrages sont all^s au der- 
üier point, Votre Emineuce ne jugera pas necrssaire de juBtiiier la 
guerre präsente eii Ponulsranie. J'assure Votre Eminence, que comme 
je ny a^s point de mon ehef, niais en vertu des alliancea defensives 
avec le8 couroimes de Polo^ue et de Danemark, ladite guerre se iait 
nullemeut contre rinstrument de la paix et se fiuira ausssitöt que ledit 
roi de Suede aura consenti ä uue paix süre et universelle. Et puia- 
que je ue dt)ute poiiit que Ton nie chargera nupn^s de ^a Majestf^ de') 
tlioses auxquelleB je nai janiaia soii^i^ et desquellcä il ny a neu k 
craindre^ j'ai voulu prier Votre Emiuence par celle-ci dassurer Sa Mar 
jeötö de nia sincere intentiou, et que je me gauvernerai duue teile 
i&orte que Sa Majeat^ aura raison d'approuver aussi hieu nies acHons 
et ma vis^^e comme eile a jusqu'iei, avec tout le rer^te du moude, d«^a- 
approuv^ les Stranges proc^dea de la Suede. J ai donn6 ordre k naon 
ebnöeiller, le sicur de BratuP), de parier de ce negoce ä Votre Emi- 
uence jdus cliiirement, et principalenient de la coustaute affection que 
je porterai inviulablemeut euvers la France. Je la prie donc de lui 
donner toujours libre acces et de se t^moigner aussi favorablement [?] 
en eette afFaire comme je d^sire de tout mon coeur de rencoutrer dea 
occasions par Icsquelles Votre Emiuence pourra voir en effet, combien 
je suis ete» — A Grim ce 20 de sept Tan 1659. 

Generalbericht Frißchmann's*). [o. D.] 

Relation de la negociation faite par ordre de Sa Majest^ en 
Nord -Jutland auprfes de T^lecteur de Brandebourg duraiit 
qtiatre niois, IWrily mai, julii et juillet, cmtre le cinqiiifeme 
en y allant et en revenant k Strasbourg, de Tan mil sis cent 

cinqnante-neu£ 

I. Er hat Gravel in Frankfurt nicht getroffen. Dt^n 4. April ist er 
in Jlildesbeim gcwcf^f^n {wo fiic Dcputineri der ViTbündeten versammelt 
wnd), — darauf ht er oacli Hamburg gegangen. . , , 

') In Pommern, Reg.'Bea- Stralsund- 
'J dee Ms. 

^ Vgl PnfcndoTf nn. i2. 

*) Vgl Füfcndotf Vm. 41. Droyaen Preufla. PoHtik ni. 2 p. 448 ff. 
45Öf. Forschungen a. a, 0. p. 36 ff. 



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sie 



IV. Berichte von 1659. 



Je ftviis parti dudit Hambourg le 9 d'avril avec une escorte et 
trorapette et pass^ les troupes et garnisons danoises au fort de Stein- 
bourg, k Itzehoe, ä Rendsbourg, Gottorp et Flensbourg, oü j'arrivais 
le 11 d'ayril, d'oü il me faillait renvoyer Vescorte et tafeher d'avoir 
quelqivüutre. < *n me pers^cutait uu peu en ladite ville, faute du passe- 
port, et quelques-uns me voulaient dissuader de passer plus outre, ä 
cause du g:riind danger des imp6riaux et des Brandebourgeois ') qui 
avaient Icur» quartiers le long du cot^ de Toc^an et tuaient tous les 
pasöagers , * .j dont ils enterraient quelques -uns k Flensbourg lesquels 
avaient 6t6 vol^s et massacr^s entre Flensbourg et Ripen. ... Je m'a- 
viaais donc de laisser ce cote-lä, vers Toc^an et prendre celui-ci de la 
mer Baltique et passer plutot par les quartiers des Polonais, mel^ de 
Tartares, Cosaques et de Turcs, esp^rant d'eux plus d'humanitö envers 
moi, en ca» qu'ils eussent fouill6 les lettres de raa eommission, que 
de ceux de 1a maison d'Autriche. Er nimmt also seinen Weg über Ha- 
dcrf^leben, Külding, Veile, Horsens, Aarhuus, und die Polen behandeln ihn 
nii: rieler Röfliclikeit. — In Randers verweigern ihm die Kaiserliehen ein 
lKigi*+j et me laiss^rent dans la nie jusqu'ä minuit oü un pauvre bour- 
geois me regut dans sa maisonnette, dont ils se formalisaient grande- 
ment, ce qui me fit appr^hender grandement quelqu'autre chose et me 
fit hater tmm döpart le 17^ du grand matin avec meme convoi du gt^- 
m^raliasime Czarnecki jusqu'ä Wiborg. 

II, . . II y avait alors k Wiborg toute la g6n6ralit6 de la milice, 
et le conseil de guerre se tenait ordinairement au logis de Mon- 
tecuculi; il n'y avait point d'ambassadeur hollandais, ains un seul 
&ecr^*taire desdits ambassadeurs et un resident du roi de Pologne 
qui allait et venait de Wiborg k Aarhuus chez le g^ndralissime 
Czarneeki. Quant aux troupes militaires qui ^taient alors en Hol- 
ßtein et en Jutlande et y_ sont encore en partie, elles ötaient ou 
autricbieunes ou brandebourgeoises ou polonaises. Les Danois, en 
nombre en\^rou de 300, ^taient en garnison des villes de Dithmarse 
et Holstein ju^qu'ä Flensbourg, except^ au chäteau de Gottorp il y 
avait un conimandant autrichien, et le duc de Holstein sötait retir^ k 
Trumiiigeu. A Hadersleben il y avait environ 300 tant Polonais que 
Tartares, ä KoJding presqu autant ou davantage, k Veile environ 2000 
8011^ la cniiduiie du colonel Piascaczinski, k Horsens autant sous 
la tHindiiite du palatin Opalinski, ä Aarhuus le g^n^ralissime Czar- 
necki avec Ic gros de son arm6e compos^e alors de 6000 hommes, 
tou8 braveg genn et la plus grande partie gentils-hommes polonais, bien 

') Brnndenliourgiens Ms. 

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Generalbericht Frischmann's über seine Sendung. 217 

montös et ^quipÄs de flaches et de pistolets, Tous lesdits PoloDais 
^taient auxdites villes maritimes, oppuseM directemeiit aux Sti^doie, qui 
alors ^taient encore ä Frederiksodde , qui depum fut bröle» rasö et 
abandonne d'eux, jusqu^u petit fort pies de la mer. Lesdits Polonais 
^taient alors fort raalcontents des Autrichrieus, h cau^e qu'ib pillaient 
tout et otaient le moyen de subsister k ceux ci qui supportaieut lea 
fatigues pour soutenir tous les jourB le& sorties defidits Suödois. Le 
palatin Opalinski me disait alors que les eolonels aiitnchiens 
avaient pill^ et vehdu ä Hambourg et ä Lübeck plus de 4(KJ0 boeufs 
et autant de vaches, et qu'ils tuent los Polonais \k oö iU les rencon- 
trent, pour les döpouiller, de sorte quk peine pouvais-je obtenir dudit 
palatin un convoi. Le g^n^ralissime Czaniecki faisait de menie 
plaintes desdits Autrichiens. Lesdits Polonais d^sirent fort leur retour 
en Pologile, ötant ici ainsi oisifs et maltrait^s dcsdita AutricMens. Les 
troupes autrichiennes consistaient slIoth en HlK/J cbevaux tr^a-bien 
mont^s et 6quip6s de carabins et de pistolets, tous vieux ReiterB qui 
ont servi ä Tempereur en Hongrie les uns 26» les autreB 27 ans; je 
les ai vu tous passer par Veile pour ^e rendre devant Frederiköodde. 
Outre cette belle cavalerie, il y avait eucore cmiron bOÖO fantassius, 
tous habill^s de *) drap rouge. Les troupes de r<^lecteur se moutaient 
alors k 8000 chevaux qui n'^taient pas si bien mout^ que les Autri- 
chiens et 6quip6s de pistolets seulemoiit, et riufenterie consistait alors 
en 3000 hommes, bons soldats, tous habillepi de ') drap bleu. Lee uns 
et les autres avaient leurs quartiers pele-ruele entre Flensbourg et Ri- 
pen, Holstebro, Randers, jusqu'ä Wen^usel [?J: tous se plaignaient de 
peu de vivres et de fourrage et du manquemeiit de payemeut, La 
g^n^ralitö mSme 6tait honteuse d'etre vcuue audit pays avee une teile 
ann^e sans avoir auparavant pens^ de ue pouvoir voler par la mer 
pour secourir le roi de Danemark. L artillerie des Polonaia ötait au- 
dessus de Veile, sur une petite montagiie, cousistaüt en quelques vingt 
et quatre piöces, celle de lempereur et de T^lecteur ctait rar^gee auK 
champs devant Wiborg, laquelle ^tait fort belle. Celle de reuipereur 
consistajt en 16 grandes pi^ces de canou et 2H de niüindres, celle de 
r^ecteur environ en 40 pi^ces de diverse quaiitit<5. Toute l^artillorie fut 
aprös amen^e devant Frederiksodde et devant la petite ile de . , . Fauö. 
... (Am 19. April.) L'^lecteur rae Kt dire, par un gentilhümme, 
que, suivant son usage et couturae, il me fera[it| trailer et servir par 
ses domestiques 3 jours en mon logis. 



>) da Mb. 



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218 IV. Bericbte von 1659. 

(Er citirt sein Schreiben an den Hof vom 23. April und das gleiche an 
de Thon vom selben Datum.) 

III. (Audienz am 23. April.) Le jour d'audience 6tant venu, 1'^- 
lecteur ni'eiivoyait son carrosse k 6 chevaux et autant *) de laquais . . ., 
et ^tant descendu devant son logis, environ trente cavaliers et gen- 
tils-hommes de sa cour . . . etaient ä la porte pour me . . . conduire ä 
la chambre de l'^lecteur, dans laquelle il y avait encore autant de 
gentils-hommes, officiers, gen^raux et cavaliers, et F^lecteur au milieu 
de la chambre, Schwerin ... et le docteur J6na ... un peu k cote 
de lui. A Tentr^e de la chambre il me venait recevoir fort courtoi- 
scment, et moi ... je lui pr^sentais la lettre de Sa Majest^ et celle 
de Son Eminence*). Les ayant regues avec beaucoup de respect, il 
s'approchait aupr^s dudit Schwerin, et pendant que tous deux les 
lisaient ensemble, toute la noblesse se retirait de la chambre« . . . 

Der Kurfürst sagt u. a. que le Roi avait toujours de quoi avancer 
au roi de Suöde, mais ä un autre qui 6tait aussi bien son alli6, il ne 
lui donnait rien et souventes fois il laissait ses ambassadeurs ou resi- 
dents Sans leur donner un 6cu. . . . 

V. ... Der Kurfürst sagt Frischmann u. a. in Bezug auf diB Hülfe, 
welche der Kaiser angeblich den Spaniern senden will: „Votre certification 
n'en est point süffisante, 6tant fond^e sur le bruit des electeurs et 6tat8 
alli^s ä la France, lesquels voudraient bien sous ce pr6texte-lä faire 
venir le roi de France avec son arm^e en Allemagne." ... 

VI. . . . Die Verbündeten wollen binnen sechs Wochen nicht entwaff- 
nen, wenn der König von Schweden dies nicht vorher thut. Sie beanspru- 
chen ferner als Sicherheit von Seiten desselben Königs Stettin und Stral- 
sund, da das Wort desselben nicht genüge. — Er citirt wörtlich sein 
Schreiben vom 7. Mai*). Am selben Tage schreibt er an Brienne. Seine 
Gegenwart ist allen Generalen sehr verhasst, so dass man schon leicht den 
Ausgang seiner Sendung beurtheilen kann. 

VII. ... Intriguen Jena's für Frankreich. Nach diesen soll Frisch- 
mann an den Kurfürsten (welcher darüber an das Conseil berichten wird) 
und nicht mehr an Schwerin schreiben. Der letztere theilte seine Briefe 
Montecuculi mit. 

De plus, ledit J6na me dit: ,.allez dtner chez Mecteur, etapr^s- 
dinee vous aurez loccasion de lentretenir sur Tun ou Tautre point; 
mais gardez-vous de le vouloir obliger ä Timpossible, soit par le par- 
tage ou Opposition de ses forces contre les secours espagnols ou par 



') d'autant Ms. 

') Vom 28. Febr., vgl. oben p. 194. 

') Vgl. dasselbe oben p. 200. 



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Generalbericht Frisch mann's. 219 

la permisßion d'entrer en ses 6tats ou autrement. . . . Surtout, promettez- 11. Mai 
lui donner votre deraande par 6crit; il vous rendra aiissi ime r^solu- 
tion par ^crit, je le sais, car il Ta dit au conseil.'* ... La principale 
Intention dudit 61ecteur 6tait de me t^moigner l'averslon qu'il avait 
contre le roi de öuöde et de le mettre en mauvais röputatiou aupr^s de 
JSa Majest^, assurant que ledit roi de Su^de n'^tait pas si bon Fran9ais 
corame Ion croyait, dont le sieur d'Avaugour pourrait dire la vörite, 
s il ^tait encore en vie. Puis il avangait la m6me chose de MM. les 
electeurs alli^s ä. la France; qu'ils avaient circomvenu MM. les anibas- 
sadeurs aux articles de la capitulation, notarament aux 13, 14, 1(3, qui 
6taient tous cohtraireB ä la France touchant le secours et le passage 
des Espagnols, Protestant toutefois de ne s'en vouloir point servir au 
d^savantage. de la France ni accorder pour cela auxdits Espagnols 
aucun paSsage par ses 6tats; „car auxdits articles," dit-il, ..lempereur 
seul s'est obligö de ne donner point de secours aux Espagnols, mais 
non pas les autres ^tats de . . . *) servir ä qui leur plait, faire des 
lev6es de gens, donner secours et passage^ selon les constitutions de 
Tempire, de sorte que . . . Farticle 16 comme post^rieur döroge au pa- 
ragraphe Et ut eo sincerior et aux articles 13 et 14, et corame le 
duc ülric de Wurtemberg a fait des lev6es de gens au duch6 de 
Wurtemberg [et] les a amen6s en Handre pour la France sans aucun 
empechement, ainsi l'archiduc Sigismond ou quelqu'autre ou le roi 
d'Espagne mßme peut faire autant contre la France pour les Espagnols." 
J*en r^pondis que le paragraphe Et ut eo sincerior 6tait le fon- 
dement auquel les articles 13, 14 de ladite capitulation ^taient relatifs 
et se dussent entendre selon la teneur dudit paragraphe qui döfend k 
Tempereur et aux autres ötats de donner secours et passage aux Es- 
pagnols, et que la France par ledit paragraphe s'ötait particuliörement 
pourvue de cette particuliöre pr^caution, sans laquelle eile n'eüt jamais 
donn6 la paix k lempire, pour puis apr^s en recevoir la guerre chez 
eile en cette sorte; et bien que dans lesdits articles 13, 14 les autres 
^tats de Vempire ne fussent point express6ment Obligos (parce que la 
capitulation n'6tait pas 6crite k eux, dont ils ne s'y'') pouvaient ex- 
pressöment obliger, ains eile est 6crite et prescrite k lempereur), c'est 
pourquoi lui s'y est express6meut et formelleraent oblig^ de son chef 
et encore au nom des autres ötats de les faire observer la meme in- 
hibition et s^rieuseraent empecher, si un prince de l'empire ou un 



'] Hier mass wohl etwas fehloD, wie de renoncer au droit de . . . 
') n'y se Ms. • 



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220 IV- Berichte von 1659. 

etranger oserait amener par Tempire telles troupes, de sorte qu*il n'y 
a poiut d omiseiion desdits ötats auxdits articles et le College dectoral 
n'a pas voulu circomveuir MM. les ambassadeurs de France. ... De 
plus, rartiele 1(3 ne döroge rien aux articles 13, 14 ni au paragraphe 
Et ut siiicerior, parce qu'ils ne sont contraires les uns aux au- 
tieö, ains siib;>rdonn6s et faits par un meme coll6ge trös-judicieux et 
ayec mftre d^lib^ration . . .; et quant k la libert^ des ötats . . ., eile ne 
leur ^tait \mnt öt^e par ladite Inhibition, ains restreinte seulement eu 
regard de la France, et ce durant cette guerre en Flandre. . . . Pour ce qui 
i^tait des Iev4e8 du duc Ulric, il les a faites en Alsace, terre de France, 
et les a amciiees par les terres de France en Flandre, outre que les 
levöes sont libres en AUemagne pour la France, non pas contre eile 
duraut eette guerre par ladite particuli^re provision que TEspagne ne 
peut point pretendre par la generale permission ni Tarchiduc faire ce 
que le duc Ulric . . ., vu que l'Espagne fut forclose de rinstrument de 
la paiXi et ainai eile ne sy peut aucunement fonder. 

Frischioann citirt nun sein Schreiben vom 14. Mai an Lionne, sowie 
diejföjged an die Herren Gravel und Boineburg in Frankfurt. Er hat 
nach eine schrütliche Versicherung verlangt. Am 12. Mai hat er dem Kur- 
fiirBten eine kleine Denkschrift übergeben. — Er citirt ferner wörtlich seine 
Briefe au den Cardinal und an Brienne vom 14"'". 

In dem ersten heisst es, man habe seine Angelegenheit einiger zu ex- 
pefiir^iider Depet^chen wegen etwas zurückgelegt, ihm übrigens gesagt, dass 
man ihn ^congratulerait bientöt de la paix faite entre les deux couronnes," 

— Ferner vom Kurfürsten: Au reste de son discours, il t^moignait une 
grande aversion ä l'encontre du roi de Suöde, Faccusant d'ingratitude 
et de döloyaute commise en son endroit et envers le duc de Courlande 
Ron beau-fr6re, et que la duret^ qu'il a us6e contre ses d^put^ 6tait 
la seule cause qu'il avait pris ce parti, et quand je lui voulais 6ter 
ces impressioDB^lä, il m'a dit: „yous ne connaissez point le roi de Suöde." 

— Frisch mann wiederholt hienach seine Rathschläge vom 7^*"') in Be- 
treff des Schwedenkönigs und Pfalz-Neuburgs. 

In dem Briefe an Brienne steht: je n'ai rlen k mander que ces 
nouvellcB qu'un secrötaire du roi de Su6de m'a 6crit de Kronenborg, 
que dejiuiö la ilerni^re action devant Copenhague, oü 500 hommes sont 
demeures, le roi fait appreter 60 vaisseaux pour les mettre en mer 
contre les Hollandais, s'ils s'osent ici präsenter encore une fois. Ce- 
pendaut le camp dudit roi devant Copenhague subsiste toujours, et il 
nj manque rien. L'amiral Wrangel se tient toujours en Fionie, pour 



') Vgl. öb«n. 



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Generalbericht FrischmanD's. 221 

prendre garde aux desseins*) des alli^s, lequel a extremement fortifi6 
le bord de Middelfart et les autres aussi. Les flottes hollandaises et 
. - . danoises demeurent encore devant Copenhague, oü leur gens et 
matelots sont grandement morts durant cet hiver, de sorte qu'ils iie 
pourraient pas fournir 25 [15?] bons vaisseaux. Toute leur esperance 
consiste au nouveau secours des Hollandais, sans lequel ils ue seraient 
poiiit eapables de paraitre sur la mer ni les alli^s d*ici y pourraient 
aller, et particuliörement Telecteur de Brandebourg n'a pas envie de 
partager ses forces pour en envoyer une partie k la mer et s'en aflFai- 
blir de cette sorte, voyant qu'il en a aflFaire dans la Prusse» aussi bien 
qu'ici. Un envoyö (nomm^ Rautenstein) de la part du duc de Neu- 
bourg eöt auprös du roi de Su^de, lequel m'a ecrit d'Elseneur, sans 
me pourtant mander aucun mot de sa commission; mais ledit secrä- 
taire m'^crit qu'il y n^gocie rallianee dudit ,duc de Neubourg avec le 
roi de Suöde contre Fölecteur. Je n'en leur ai fait point de r^ponse 
ni en parl6 aucun mot audit ^lecteur, afin de n'en donner point de 
Jalousie ni ä Fun ni ä Tautre prince. . . . Toute Tarm^e des alli^s d^- 
logera d'iei lundi prochain, et il n'y a que 4 r^giments qui demeure- 
ront ici alentour. Le quartier de T^lecteur sera ä Tondern ou a Hu- 
sum en Suder-Jutland. Cette arm^e est fort diminu6e, faute de four- 
rage, les chevaux morts de sorte que la plus grande partie des cavaliers 
sont d6mont6s et marchant ä pied, outre qu'ils n'ont guere re^u d'ar- 
gent depuis 13 mois, dont le eommun soldat se plaint extremement, 
s'^tant ruinö ici sans rien faire ni gagner quelque chose. 

Am 16. empfangt er die Denkschrift des Kurfürsten '). Am 16. Mai 
findet die fünfte Conferenz statt'). Die Deputirten des Kurfürsten sagen 
u. a. „que c'^tait la coutume de cette cour d'exp^dier tout en allemand, 
mgme quand eile 6crivait au grand-czar de Moscovie." Frischmanu 
bemerkt u. a., dass Se. Maj. solche Versicherungen von den andern Kur- 
fürsten habe, welche Rheinübergänge innehätten. Die Deputirten theilen 
mit, der Kurfürst werde am nächsten Montage in's Feld nach Husum gehen 
und daselbst vierzehn Tage verweilen; Frischmann werde sich also so 
lange gedulden müssen, zumal Se. Durchl. vorher noch eine Tour in die 
Küstengegend unternehmen wolle. Frischmann: Aber der König will, 
dass ich bei Sr. Durchl. residire. Die Deputirten: Dies ist unmöglich; 
Schwerin sagt ihm sogar: „on sait bien que vous' ßtes bon Su^dois, 
et que la France n'enverra pas un autre." — 



') au dessein Ms. 

•) Dieselbe (dat. Wiborg 5. Mai 1659, vgl. Pufendorf VIII. 41) befindet sich 
abschriftlich ebenfalls bei unsern Acten. 
») Vgl. Pufendorf a. a. O. 



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222 I^'- Bericlite von 1659. 

Den 16. überreicht er auch seine lateinische Denkschrift*), welche also 
lautet: 

Serenissirae Elector. 
Placuit Vestrae Serenitati Eleetorali ad meum memoriale Gallic« 
exhibituni idioniate Geriuanico reddere responsum, quod ut debito cum 
honore accepi, ita de illo unum atque alterüm monere prorsus debui. 

I. Primum est, quia idioma Germanicum in Regis Domini mei 
curia inusitatum ac paucis forte cognitum est, inter Reges vero ac 
Principes Imperii pleraque expediuntur lingua latina. Ideo Serenitatem 
Vestram Electoralem obnixe rogo, ut ipsi placcjit responso Germanico 
addere Latinum, sed maiori cum moderamine illiquidae adhue querelae 
de Rege meo, tarn benevolo erga Serenitatem Vestram Electoralem, 
eins honorem, Domus Electoralis Brandeburgicae incolumitatem et ditio- 
uum suarum salutem. 

II. Alterum est, quia Germanicum nimis est generale ac vagum. 
Ideo velim Latinum expediatur verbis specialioribusy prius magis de- 
clarantibus et maiorem promissi fidem Regi Domino meo facientibus, 
quod fit, si verba promissi dirigantur ad singula verba mei postulati 
aut memorialis. 

III. Tertium est, quanquam in nupera capitulatione et instrumeuto 
pacis (ad quae duo fundamenta corumquc observationem Serenitatis 
Vestrae Electoralis') responsum, ut et electorale suum munus ac eius- 
dem muneris obligatio refertur) singula illa in specie expressa sint de 
non indulgendo copiis Hispanicis a quocunque duce contigerit transitu, 
receptu, stati\is, ut et de armis sumendis ad repellendam aut iinpe- 
dicndam illam iniuriam, nunc vero instot, ut illud, quod publicis illis 
tabulis promissum fuit, scilicet de non indulgendo transitu, suum sor- 
tiatur eflfectum; ideo placeat Serenitati Vestrae Eleetorali verbis -se 
specialioribus super ea declarare, ne Majestas Sua amplius possit hae- 
rere aut dubitare de Serenitatis Vestrae Electoralis intentione et reso- 
lutione super dictis iam ab initio huius vernalis expeditionis ad Hispa- 
norum instantias mittendis in Flandriam auxiliis pro virili sua [parte] 
impediendis. 

IV. Id fit, si Serenitas Vestra Electoralis breve obligationis iu- 
strumentum in optima forma confectum Regi Domino meo extradere 
velit, quod dicto Domino meo Galliarum Regi plenam de reali securi- 



*) Er citirt eioen Brief an den Cardinal vom 17*^". Vgl. auch Pufendorf 
VIII. 41. 

') Serenitas Vestra El. Ms. 



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Gencralbericbt Frischmann's. 223 

täte fidem faciat, promittatque, se suam in aula Imperatoris interposi- 
turam auctoritatem , quae ibi hodie est maxima, ne ipse aut alius in 
Flandriam aut Italiam ullas mittat copias auxiliares, vel diraissas vel 
de novo conscriptas neque directe neque indirecte sub nullo praetextu 
ac ne foederatae Angliae obteutu, et, si hac via nihil fuerit profectum, 
se conjuneturam vini suam cum reliquis Principibus Electoralibus et 
Statibus Imperii, qui orancs hodie in procinetu sunt se huic malo, quod 
plura secum alia trahit, opponere et fortiter impedire, ne id fiat in 
Hißpani gratiam Imperiique calamitatem. 

V. Ad minijnuni ne Serenitas Vestra Electoralis dictis copiis tran- 
situm permittat per ditiones suas, illas maxime, in quibus armorum 
aliorumve iurium dominium cum aliis divisum habet. 

VI. Neque vero haec nova sunt postulata, sed haec cuncta iam Ma- 
jestati Suae ab eo*), qui Serenitatis Vcstrae Electoralis mandatum . . .? 
asseverantius confirmata, sicuti in Gallico memoriali exposui, cuiüs pro- 
inissi fidem et fidei realem securitatem recepturus huc veni, mandato 
Kegis Domini mei legitimo muuitus. 

VII. Verum enim vero Serenitas Vestra Electoralis nolit putare, 
se inde obligari cogive ad irapossibilia seque hoc iam occupatam hello 
uon posse suas dividere copias nee potuisse eas nuper dividere in pro- 
pria causa et dictas auxiliares copias forte maiores fore, quam ut possit 
eas impedire, licet scripto se ad id obligaverit. 

VIII. Hie velim Serenitas Vestra Electoralis plane secura sit ac 
credat, Regem Dominum meum multo iustioreni esse, quam ut quid- 
quam a quoquam principe velit postulare, quod ultra ipsius esse possit 
vires ac facultates. Nullo prorsus modo: sed hoc casu id saltem Rex 
Dominus mens postulat, ne Serenitas Vestra Electoralis aegrius ferat 
aus sequius interpretetur, si (quod iure licet gentium et fas est hosti 
vel in suo ipsius solo occurrere et ubique iter ipsi impedire) Rex Chri- 
stianissimus , amicus ac foederatus Vcstrae Serenitatis Electoralis, in- 
grediatur in illas Serenitatis Vestrae Electoralis ditiones ibique iunctas 
suas cum foederatorum suorum viribus vires suasque vel cum Sereni- 
tatis Vestrae Electoralis ibidem residuis cohortibus cohortes huic con- 
traventioni opponat, ad impedienduni communi ope et auxilio illum 
ipsum Hispauici auxilii illiciti transitum, quem Serenitas Vestra Ele- 
ctoralis sola nequit impedire uec tantum a suis ditionibus malum avertere. 

IX. Quibus rite consideratis et expensis (quippe quae communem 
Imperii pacem, Serenitatis Vestrae Electoralis proprium commodum ac 



'} Brand (vgl. unten die spätere Denkschrift vom 13. Juni I.). 



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224 ^^- Berichte von 1659. 

particulare interesse, Regis Domini mei unicum desiderium et realem 
in hoc puncto securitatem concernunt, quae ipsi ex parte Serenitatis 
Vestrae Eiectoralis sola deest ad animi sui tranquillitatem) Vestra Ele- 
ctoralis Serenitas velit quam primum, quia in mora periculum et malam 
irreparabile, Suae Majestät! in hoc plane satisfacere et per scriptam in 
optima forma obligationem, veluti fidei suae interpositum deposituin, 
cavere de illa reali securitate aut, hac non obtenta, non aegre ferre, 
si Kex Dominus meus illam securitatem ipsi sibi vel suis vel suorum 
viribus in Serenitatis Vestrae Eiectoralis ditionibus procuret, inoffenso 
S. V. E. animo; denique reciproce cuncta illa, quae a Sua Majestate 
pro S. V. E. honore suarumque ditionum salute, tranquillitate incolumi- 
tate ac denique pro sincera cum rege Sueciae pace, proficisci queaut, 
firmiter expectare, idque pro certo habere, Regem S. V. E. justis 
desideriis nunquam defuturum. Datum Vyburgi 16 Maji 1659. 

Frischijiaiin folgt dem Kurfürsteu nach Yeile am 19. (nachdem die 
Truppen am 18. und 19. weiter marsehirt sind). Mau verweilt dort vom 
22. bis 24. Mai. Frischmaun's Secretär ist in Gefahr, als Spion gehängt 
zu werden, wird aber durch Montecueuli freigelassen. Am 25. geht'man 
vor Friedrichsödde '). Frischmann lässt nicht ab auf die Resolution zu 
dringen, aber man verschiebt dieselbe bis auf eine Antwort des Hofes auf 
die erste Denkschrift oder auf die Nachricht von dem zwischen den beiden 
Kronen geschlossenen Frieden. Frischmann citirt seine Briefe an den 
Hof vom 21., 24., 28. und 31. Mai und 7. Juni. Am letzteren Tage bezieht 
man ein Lager zwischen Kolding und Hadersleben ; am 9. empfangt er neue 
Briefe von Seiten des Hofes und von Gravel und wird dahin instruirt, 
den Kurfürsten zur Erneuerung der Freundschaft und zum Einverständniss 
mit dem Könige von Schweden zu bewegen. Jedoch will er vorher noch 
eine bessere Resolution auf seine erste Aufforderung haben. — 

Folgt seine lateinische Denkschrift vom 13. Juni ») : 

8erenissime Elector. 
I. Libeat S. V. E., pendente adhuc dubiae pacis Galliam inter et 
Hispaniam conclusione, quoddam ad meum ante mensem Vyburgi ex- 
hibitum memoriale Latinum reddere responsum, specialius, certius, fa- 
vorabilius ac praecisius, prorsus conforme promissis Brandii, verbis 
dicti memorialis singulis, ne non Rex Dominus mens in illa benignis- 
sima interpretatione eorum, quae V. Ö. E. de ipso praeter aequum con- 
questa est, subsistere nee aversum a se animum Vestrae Serenitatis 
Eiectoralis conjectare possit. 



') Vgl. Pufendorf F. W. VIII. 10. C. G. VI. 9. Droysen p. 452. 
^) DAtum 13. Janii 1659 in Vestrae Serenitatis Eiectoralis castris ad insttlam 
Suin<> Buecis ereptam. 



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Generalbericht Friscbmann's. 225 

n. Siquidem vicissim Kex Dominus meus S. V. E. pacem et in- 
columitatem omni meliori modo procurare nunquam non sollicitus, 
laudem inde potuis quam querelam meretur. 

m. Sane Gallia Vestrae Serenitatis Electoralis rebus hactenus 
recte, bene ac sincere consuluit ac porro vult consulere, praecipue in 
iis, quae ad Serenitatis Vestrae Electoralis tranquillitatem facere viden- 
tur, unde ipsa sola Vestrae Eleetorali Serenitati reservavit locum in 
hoc pacis negotio reges inter septentrionales , mediantibus Gallia, An- 
glia, Hollandia, habendo ac quam primum concludendo, ita ut penes 
S. V. Electoralem solam sit, illum occupare, ex hoc sibi suisque exi- 
tiali bello exire maximo cum suo honore ac utilitate et inire ipsam 
illam cum dictis regibus pacem, quam ipsi Rex Dominus meus condi- 
tionibus utrinque iustis et aequis tutam, sinceram, securam ac utilem 
praestiturus ac contra turbatores sartam tectamque conservaturus est, 
sicuti eam S. V. E. ex animo optat, alii vero periculosis ac falsis per- 
suasiouibus eam impedire et ex animo S. V. E. eliminare satagunt, suum 
quidem in commodum, quippe quibus bellum hoc quaestum praebet, 
V. vero S. E. detrimentum. 

IV. Modo Serenitati Vestrae Eleetorali per foedus Austriacum id 
liceat, ut sane optima pacis ratione id licitum ac plurium ipsorumque 
Austriacorum exemplis paene paribus usurpatum, saepius iam dixi ac 
simul mala ex prolatato isto bello sociali Vestrae Serenitati Eleetorali 
ac ipsi Imperio certo eventura verbotenus monstravi. Et ipsa V. E. S., 
quanquam ex alterius ore, confessa est, se istius demum belli damna 
laturam et satisfactiones a suis aliquando soluturam ditionibus, ut antea, 
Austria illibata. Quae sola sufficientissima finiendi cum Suecis belli 
et cum Austriacis bellici foederis caussa esse possit. 

V. Serenitas itaque Vestra Electoralis velit totam haue rem citra 
afifectum et ex Regis Domini mei benevolo erga illam afifectu et con- 
silio expendere ac tale mihi responsum, quäle in primo descripsi pa- 
ragrapho, brevi signatum scripto reddere et hanc amici sui erga Re- 
gem Dominum meum animi declarationem exhibere de duobus illis 
ablegationis meae capitibus, 

quorum primum est, ut velit interponere suam apud imperatorem 
auctoritatem, ne pro Hispanis contra Gallos in Flandriam ac Italiam 
pace vetitum mittat auxilium, aut, si mittat, eidem se opponere ea qua 
potest vi et qua ceteri electores ac Status foederati, aut ad minimum 
nullum eidem suas per ditiones utriusque naturae indulgere transitum, 
et quem si ipse non possit impedire solus, non aegi-e ferre, ut Rex 
Dominus meus ibi suis illum impediat viribus; 

Mater. lur Gesch. d. Gr. KurfQrsten. II. 15 

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226 IV. Berichte von 1659. 

alterum est, quod propriam Vestrae Serenitatis Electoralis galutem 
epectat, iit velit cum Regibus septentrionalibus inire, iam iam pacifi- 
caturis, pnceni et amicitiam et hac ratione multis se ac Imperium malis 
et'hac ip^a sibi suisque fatali societate Austriaca eximere. 

Am 15. JuQi empfängt Frischmann Briefe vom Hofe — und hat darauf 
am lt. 8r. Eminenz und Brienne geantwortet. Er citirt diese seine Schreiben 
wörtlich; er will selbst eine Antwort seines Hofes auf die erste Denkschrift 
dest Kurfürsten. In meinem Briefe an Brienne heisst es: „ — nous som- 
inea encore Ici en de^ä et au-delä du canal de mer et dans Tue de 
Fanö ') . . .; eile est semöe du bl6, mais il n'y a que quatre m^tairies. 
Od pCDsc maintenant d'en entrer en Fune, mais les SuMois sy sont 
döjÄ bien fortifi^s.'^ 

IX. Audienz vom 19. Juni*) im Zelte des Kurfürsten (woselbst sich 
Torher der juuge Prinz von Weimar und die Generale der Armee befun- 
den). ... Der KurfUrst will Frischmann's Vorschläge schriftlich haben, 
was dicE^er jedoch verweigert. Man kommt überein, dass er darüber mit 
Schwerin coiiferiren wolle, „et pour le präsent je vous dis" — bemerkt 
der Kurfürst weiter — „pour r^ponse de votre discours, que de me re- 
tirer du parti oü je suis, c'est de meme que de söparer les brebis 
d'avec les chiens'), et en ce mot il s'en retirait sans attendre ma r^ 
plique, disaut „il me faut signer la lettre que voilä que le secre- 
taire m^apporte." Bei'm Diner sind der Prinz von Weimar sowie alle Ge- 
nerale und obersten Officiere anwesend. Der Kurfürst trinkt öffentlich auf 
die Gesundheit des allerchristlichsten Königs, indessen nach dem Dessert 
erliitzt er sich über die Verträge des Schwedenköniga bis zu den Worten, 
„que les trait^s du roi de Suöde ötaient des traits de poltron *), et que 
la France ue laissait pas de les assister, ce qu'il disait fout hautement 
devant tous les laquais et autres y 6tant venus en grande foule." — 
Frischiuarjü, obgleich betroffen, antwortet trotzdem darauf nur: „Quant 
k moi, n ayaut aucune connaissance desdits traitös du roi de Suöde ni 
de k concurrence prötendue de la France, je u*en saurais pr^sente- 
ment que dire, ni oui ni nenni." Quand il vit ma mod^ration parmi 
le d^platsir que je montrais au visage, il se leva de table, et ötant 
tous deux loug-temps debout ensemble, sans parier un mot Fun k 
Tautrc (ains Tun regardait Tautre, comme les m^contents ont la cou- 
tume de faire), il me dit enfin: „allez vous en conf^rer avec Schwe- 
rin," et aen retira d'abord de la tente, pour aller k une autre. 



') VgK Pufendorf F. W. VIII. 11. CG. VI. 10. 

') Vgl Theatrum Europaeum VUI. 1160ff. 

*} Vgl. DrQjBen p. 459. 

*) Vgl Droysen p. 459 (hier: trait^a de poltron). 



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GeDeralbericbt Frischmann'a. Wirren in Orange. 227 

LA-dessus, ses g6n6raux, savoir le g^n^ral Goltz, un bon Fran- 
9ais, et le g^niral Dörfling s'accostaient de moi, disant: „monsieur, 
pardonnez ce discours k Son Altesse feleetorale et donnez-le ä la juste 
douleur et aux justes ressentiments qu*elle a de Tinjustice et de l'in- 
gratitude du roi de SuMe." — Der Kurfürst schickt ihm Schwerin. 
Brand hat geschrieben '). ... 



Der Kurfürst an Mazarin. Dat. Barth') 22. Oct. 1659. 

[Unrahen in Orange betreffend. Beigefügt eine auf dieselbe bezügUcbe Denkschrift.] 

Monsieur, j'ai ci-devant toit ä Votre Eminence sur le sujet des 22. Oct. 
d^sordres de la prineipaut^ d'Orange, et lui ai fait repr^senter par mon 
envoyö, le sieur Brand, llnt^ret particulier que j'avais au repos de 
cet 6tat, comme tuteur du prince mon neveu et comme son höritier 
prösomptif. J*apprends ä mon grand regret, que ces troubles et con- 
fusions croissent au lieu de diminuer, et meme que les auteurs s*as- 
surent et se vantent de la protection de Sa Majest^ le Koi, comme 
Votre Eminence pourra voir, s'il lui platt, par un memoire que j'en ai 
regu, dont j'ai cru lui devoir envoyer copie*) avec cette lettre que ce 
gentilhomme rendra de ma part k Votre Eminence, et de plus lui fera 



') Ende dieses unvollständig erhaltenen Generalberichts. Am Schlüsse des dem- 
selben beigefügten Registers, der «Table des choses plus remarquables contenues dans 
cette relation," heisst es noch: 

IX. ... La sixi^me Conference tenue avec le sieur Schwerin ce jour-lä tout 
apr^s-din^e. Les assurances donndes k madame T^lectrice et audit Schwerin de 
la bienveillance de Sa Majest^ en leurs endroits, en cas qn^ils disposent IMlecteur 
audit accommodement. La septieme Conference dudit Schwerin tenue avec moi le 
24 juin, contenant neuf nouvelles plaintes contre la France. Mes r^ponses. Mes res- 
sentiments dudit discours de T^lecteur (s. oben) exhib^s dans un petit ^crit latin 
audit eiecteur le 26 juin. La reit^r^e et quasi plus assurde r^solution de Tdlecteur 
donn^e par la bouche dudit Schwerin sur mos demandes. 

X. Ma quatri^me et derni^re harangue faite k Tdlecteur au camp devant Fune 
led jnillet, contenant 1. des r^ponses plus amples et plus formelles sur les neuf 
plaintes de IMlecteur, 2. les solides raisons auxquelles mesdites raisons sont fond^es, 
3. les bona avis donn^s de la part du Roi audit eiecteur pour le bien de ses ^tats 
et pour la süret^ dudit accommodement, 4. le congd pris dudit dlecteur; la r^pouse 
et la derni^re r^solution donn^e k ma harangue devant-din^e. Mon cong^ donn^ et 
une lettre pour le Roi avec une copie pour moi. Les civilit^s et les tr^s-bons dls- 
cours que r^lecteur fit alors k din^ des Rois de France et de ßu^de et de Son Emi- 
nence, comme par forme de palinodie de Pautre j tenu auparavant. Sa bienveillance 
envers moi ; ,ma retraite de . . . IMlecteur et da camp dans le carrosse de IMlecteur. . . . 
(8. biersu Pufendorf VIIL 41. Droysen p.459.) 

*) Unweit Stralsund. 
*) 8. dasselbe unten. 

16* 



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228 



IV. Berichte von 1659. 



entendre mes sentiments sur ces affaires et les raisons que j'ai de m y 
interesser avec taut de chäleur, ä quoi me reraettant, je suis etc. — 
De notre quartier ä Barthen en Pomöranie ce 22 oct. 1659. 



Denkschrift das Fürstentbum Orange betreflfend. [o. IX] 

(Abschrift.) 
Mt^moire pour Son Altesse dlectorale de Brandebourg 

toucbant les affaires d'Orange. 
Son Altesse (^lectorale a 6t6 ci-devant amplement et ponctuellemeiit 
informee de tout ce qui s est pass^ dans la principaute d'Orange depuis 
un an en ga'), tant au sujet du refus de certains membres faetieux 
du parlement denregistrer l'^dit de cr^ation de deux nouveaux con- 
seillers audit parlement qui resideraient dans la ville et travailleraient 
u rinstrucfion des proc<^s, et ce pour le bon ordre et pour lavan- 
cenient de la justice, uieme particulierenient en faveur des catho- 
liques, qua celui de la declaration de la pretendue r^gence de ladite 
principaute faite en faveur de la princesse royale') seule, ä Texelusion 
de iSon Altessc (^lectorale et de madarae la princesse-douairiere d'O- 
range, comine aussi des exc^s, d^sordres et nieme des conspiratious 
qui se sont ensuite faites et dccouvertes contrc l'^tat, contre la In- 
time regence et contre la personue du comte de Dohna*), gouverneur 
de la principaute. Depuis, ces affaires en sont venues jusque-lä que 
lesdits faetieux et rebelies se fortifiant du credit qu'ils publient avoir 
en France, et nienie de la protection du Roi dont ils se vantent, ont 
naguere presentö des lettres de cachet de Sa Majest^ adressies aus 
lieutenants-gen^raux, pr^sidents et inteudants de la justice aux pro- 
vinces voisines, interdisant non-seulenient toute communication, intelli- 
gence et commerce avec ledit comte de Dohna, niais encore ordon- 
nant quo le })6age de Son Altesse d'Orange, qui se doit lever au lieu 
de Balthasard, qui est de la principaute, sera lev6 au Pont Saint-Esprit 
et k Roquemaure hors de T^tendue dieelle, et que les deniers en pro- 
venants seront pay6s ä qui par la princesse royale, comme pr6tendue 

') Vgl. über diese Oranischen Angelegenheiten Pufendorf IX. 21. 

') Maria von England, die Wittwe Wilhelm's II. von Oranien. 

'} Qraf Friedrich von Dohna, ein abgesagter Feind des französ. Hofes, der 
auch bald, Dank den Cabalen der französischen Partei in Orange und den Intriguen 
des französischen Gouvernements, von seiner dortigen Stellung weichen musste. Vgl. 
darüber v. Orlich I. p. 223. 495. Pufendorf a. a O. Wicquefort Hist. des 
Provinces-Unies I. p. 213 ff. 



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Wirren in Orange. 229 

seule rägente dudit 6tat, sera ordoun^, perniettant aussi que le prä- 
tendu parlement composö de ces rebelies et factieux, se tienne ä Mon- 
tdimart en Dauphin^, directement contre toutes lois, coutumes, ^dits et 
ordonnances des princes pr^d^cesseurs de celui daujourd*hui. En 
outre, ledit sieur comte, sur lavis quil avait donnö d'avoir döcouvert 
la conspiration contre T^tat d'Oränge et les auteurs, ayant re§u des 
lettre» patentes du prince, donn^es de lavis de Son Altesse madame 
la princesse-douairiöre , tant au nom de Son Altesse 61ectorale que le 
sien propre, pour faire faire le procös aux coupables, en cons^quence 
desquelles le parlement d'Orange, augmentö, en vertu desdites lettres 
patentes et de la coutume du pays, d'un certain norabre d'assesseurs, 
ayant aussi d^cr^tä prise de corps contre eüx et ordonn^ que leurs 
biens seraient saisies, comme il a 6te fait, le norame Beauregard*), 
ci-devant trösorier du prince, Tun des principaux auteurs de ladite con- 
spiratiop, a fait publier et imprimer deux lettres qu'il dit etre de Sa 
Majestö, par lesquelles ledit sieur comte est menac^ que le Roi em- 
ploiera contre lui son autoritö, s'il fait quelque chose contre ledit 
Beauregard, toutes lesquelles choses et procedures, si tant est quelles 
soient telles que lesdits factieux et coupables les publient, pour affer- 
mir leur conspiration et leurs complices et pour intimider les bien in- 
tentionn^s, ne pouvant tendre qu'ä. fomenter et accroitre les desordres 
et les confusions et ä troubler le repos de l'^tat sous la lögitimS r6- 
gence d'icelui; Son Altesse 61ectorale est trös-humblement suppli6e d'en , 
vouloir faire ses plaintes en cour de France, et d'employer son inter- 
cession ä ce que lesdits lettres et ordres, s'ils ont 6t6 donn^s, soient 
r^voqu^s, les coupables renvoy^s ä la justice de leur prince, et par 
ce moyen son autoritö raflFennie en son 6tat, aussi bien que la legi- 
time rögence d'icelui en laquelle Son Altesse ^lectorale a une si par- 
ticuliöre part et int^ret. . . . 



Extract Schreibens Eines Freyen Cavaliers bey der Cliurfürstl. 

Brandeburgischen Arme vom 16/26. Oetobr. 1659 vor Grips - 

walden, an seinen guten Freund bey den Frantzösischen 

trouppen jenseit desz Rheins. 

(Gedruckt.) 

Bezieht sich namentlich auf einige nachtheilige Libelle ') über das Ver- 26. Oct. 



') 8. Pufendorf a. a. O. 

'} Vgl. Droyeen Forschungen a. a. O. p. 38 flF., wo hierüber ausführlich ge- 
handelt ist. 



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230 ^^- Berichte von 1659. 

hältniss des Kurfürsten und Frischmann's während der Sendung des 
letzteren, welche hier widerlegt werden. 



5. Dec! Mazarin an den Kurfürsten. Dat. Toulouse 5. Dec. 1659'). 

(Abschrift.) 



') 8. Pafendorf VIU. 42 «literae valde imperiosae", anter der Hand auch im 
Haag verbreitet, vgl. Droysen Forschungen p. 53. Preuss. Polit. 111. 2. p. 475. 
Londorp Acta publica VIll. p. 663— 664. 



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Berichte von 1660 bis 1664. 

(de Lesseins.) 



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Einleitung. 



Ltx. der beabsichtigten abermaligen Sendung BlondeTs an den Hof 
des Kurfürsten kam es nicht. Vielmehr rief der Angriff desselben auf Pom- 
mern einen sehr gereizten Ton zwischen ihm und Prankreich hervor'), in 
Folge dessen denn auch unsere Correspondenz von Januar bis zum März 1660 
nur wenige und übrigens zum Theil auch sonst bekannte Stücke enthält. 
Indessen nach dem Frieden von'Oliva trat wieder eine versöhnliche Wen- 
dung ein: Brand ward jetzt zwar abberufen'), indessen bald begab sich 
nun Christoph Caspar von Blumenthal an den französischen Hof 

Wichtig und auch von Pufendorf) ausführlich behandelt ist sodann 
die Sendung de Lesseins* nach Berlin, der daselbst im Januar 1662 ein- 
traf. — Persönlich lässt sich von ihm feststellen, dass er ein Vetter Lion - 
ne's^) und in der Dauphin^ angesessen war^). 

Der ostensible Zweck seiner Sendung war'), dem Kurfürsten Anzeige 
von der Geburt des Dauphin zu machen. Indessen sollte er daran dann 



') Post irruptioneiD in Pomeraniam amicitia Gallica magis friget. Pufendorf 
VIII. 42. 

') Vgl. UDten das Schreiben des Karf. anMazariu vom :^4. Juli (3. Aug.; 1G60. 

^) IX. 34 — 36. Vgl. dazu die Kritik Pufendorf 's durch Droysen in den 
Abh der sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften. Phil. bist. Cl. 
1864 I. p.97ff. und p. 108. 

^) In dem Empfehlungsschreiben an Schwerin, welches ihm Lionne mitgab, 
bezeichnet er ihn als Geschwisterkind mit ihm (cousin germain*^. S. auch Pufen- 
dorf IX. 58. Quamquam in tota hac negotiatione (mit Blumen thaT multum acer- 
bitatis Lionnaeus ezseruerat. ... Cuius causam Turennius dicebat, quod ipsius 
cognato Lessano re infecta Berolino discedendum fuerit. 

^) Vgl. unten seinen Brief an Lionne vom 28. März 1662; am 23. Mai 1663 
schreibt er demselben ans Romans. 

**) Er hatte nur den Charakter eines Envoy^. 



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234 ^^' Berichte von 1060 bis 16ß4. 

Verhandlungen einmal über die polnische Königswahl, sodann auch über 
Reichsangelegenheiten, den Eintritt des Kurfürsten in den Rheinbund, die 
Erneuerung des eben ablaufenden brandenburgisch -französischen Tertrags 
vom Jahr 1656 anknüpfen. Der erste Punct war indessen der hauptsäch- 
liche, wie denn die Königin von Polen selbst nach deLumbres' Erklä- 
rungen einen bedeutenden Antheil an der Mission de Lesseins' gehabt 
zu haben scheint^). 

Die Verhandlungen wurden, abgesehen von den Audienzen beim Kur- 
fürsten selber, von de Lesseins mit dem Fürsten Johann Georg von 
Anhalt und dem Geheimen Rath v. Somnitz gepflogen: Schwerin war 
abwesend in Preussen. 

Gerade aber auf die Absichten der Franzosen und der Königin vod 
Polen, einen französischen Prinzen zum Nachfolger ihres Gemahls Johann 
Casimir zu machen, glaubte der Kurfürst nicht eingehen zu können; 
de Lesseins hielt sogar für gewiss, dass er selber nach der polnischen 
Krone trachte. So sah sich der französische Hof endlich genöthigt *), seinem 
Gesandten zu erlauben, was man anfangs durchaus nicht hatte thun wollen, 
nämlich dass er die beiden Puncte seiner Negotiation von einander trenne. 
Schon für den Eintritt des Kurfürsten in den Rheinbund, seine Einwilligung 
zum Einschluss Pfalz-Neuburgs in den Frieden von Oliva u. s. w. war der 
König von Frankreich jetzt bereit eine jährliehe Gratification zu zahlen. 
Indessen auch hiermit gedieh man nicht zum Ziele: der Brandenburger war 
zunächst lediglich zur Verlängerung der Königsberger Alliance von 1656 bereit. 

Nachdem deLesseins sich lange hatte hinziehen lassen, drang er 
endlich auf schleunige Erledigung der betreffenden Fragen und erkannte nun, 
um mit ihm zu reden, den bösen Willen, mit dem er es zu thun hatte. Er 
nahm deshalb — denn er wollte wenigstens der Theil sein, welcher abbrach 
— seinen Abschied; seine letzte Audienz fand am 26. April 1662 statt "*). 

Die theils an den König, theils an Lionne gerichteten Briefe dieses 
Gesandten sind sachgemäss und unterrichtend, von besonderem Interesse 
sein Schreiben vom 21. März, worin er von verschiedenen grossen Plänen 
des Kurfürsten handelt. — Ihm selbst hat es in Berlin übel gefallen; er 
durfte in seinem Hause keine Messe halteji — und litt ausserdem unter dem 
schlechten Getränk. 

Uebrigens spielt bei dieser Sendung auch Wicquefort wieder eine 
Rolle; ja, eine Versicherung von seiner Seite, dass der Kurfürst die fran- 
zösische Alliance wünsche, scheint sie veranlasst zu haben. Gern hätte er 
gesehen, die Verhandlung wäre durch seine Hände gegangen, doch war 



') S. Pufendorf IX. 36 nnd namentlich 44. 45. 

") 8. unten Ludwig XIV. an de Lesseins dat. 30. März 1662. 

*) 8. Dep. dat. Berlin 25. April und Hamburg 13. Mai 1662. £r sab den Kur- 
färsten und den Fürsten von Anhalt dann noch in Leipzig. — Später i. J 1665 hat 
de Lesseins (nach Pufondorf X. 9) als französischer Gesandter Cöln und Pfalz- 
Neubnrg von dem «Bündniss des westphftlischen Kreises , welches die Dorstencr Ver- 
abredungen in Aussicht nahmen, abgerathen. 



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Einleitung. 235 

der Kurfürst, welchem der französische Hof in diesem Betracht die Wahl 

liesB , " ) a\lem Anschein nach dem nicht geneigt. — 

Die wenigen Schriftstücke aus den Jahren 1663 und 1664 beziehen sich 

^rösstentheils auf die wiederholte Sendung Blumenthars an den franzö- 
sischen Hof*'). Dieselbe führte zum Abschluös eines neuen Vertrags 

(6. März 1664), und der Kurfürst versprach nun auch dem Rheinbunde 
^beizutreten. — 

Mehreren Schreiben des Letzteren aus dieser Zeit entnehmen wir end- 
lich, wie er, auf dies neue Allianceverhältniss gestützt, die Intervention des 
Königs in seinen Differenzen mit Holland und Polen in Anspruch nimmt 
und ausserdem weitere Handelsbeziehungen mit Frankreich anzuknüpfen sucht. 
X>och fallen dieselben zum Theil sch9n in unsern nächsten Abschnitt. 



'•) Vgl. auch Pufendorf IX. 34. 
*>) 8. Pufeudorf IX. 56 ff. 



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V. Berichte von 1660 bis 1664. 

(de Lesseins.) 



Schwerin an Brand*). Dat. Berlin 10/20. Jan. 1660. 

(Abschrift.) 

[Uf her den Brief Mazarin's an den Kurftirsten vom 5. Dec. Der KurfÖrHt will durch- 
aus nur einen allgemeinen Frieden, den auch Se Eminenz wird befördern müssen.) 

1660- Der Kurfürst hat auf den Brief des Cardinal Mazarin vom 5. De- 

'20. Jan. cember v. J. ') (der, um Se. Durchlaucht nur ja zu reizen oder zur Verzweif- 
lung zu bringen , doppelt geschickt war) ') nicht antworten wollen. Gleich- 
wohl derogirt das Unternehmen auf Pommern in keiner Weise dem Vertrage 
von Münster, und Frankreich sollt« viel eher den Kurfürsten als den König 
von Schweden unterstützen. — Aber jener Brief ist den Inspirationen des 
Herrn von Björnclou*) beizumessen, welcher mit Erfolg im Interesse 
seines königlichen Herrn gewirkt hat. So will denn der Kurfürst alles 
Gott anheimstellen, der so eben Dänemark und Curland gerettet hat, indem 
er den Stand Schwedens einem sichtbaren Verfall entgegenführte. Der 
Kurfürst verlangt nichts als den Frieden , wie es die Minister Sr. allerchrist- 
lichsten Majestät selbst zugeben und wie die öffentlichen Acte es in der 
That unwiderleglich beweisen. II ^clatera bientöt k Dantzick, sur quel 
parti redondera la faute du retardement d'une bonne et süre paix. 

') ^gl* ^- Orlich I. 223 f. das deutsche Original. 

') S. denselben oben p. 230. 

') Droysen Gesch. der prcuss. Politik UI. 2. 475. „Und damit dies herrische 
Schreiben um so besser wirke, licss man es . . . sofort im Druck erscheinen und ver- 
breiten." 

*) Vgl. Pufendorf VIII. 64. Mazarinum quoque Biornclovio dixisse: re- 
gem Qalliae quidcm, ut Pomerania et Breroensis provinciae Suecls saWae sint, prae- 
stiturum; plora affectantibus auxilium subtracturum. 



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Gereiztheit zwischen Frankreich und Brandenhurg. 237 

Indessen wird sich der Kurfürst nicht durch Drohungen zu einem Separat- 
frieden und zur Trennung von seinen Verbündeten zwingen lassen; sonst 
würde auch Seine Eminenz selbst seiner spotten. Dieselbe wird also all' 
ihren Einfluss für das Zustandekommen eines allgemeinen Friedens. zu 
verwenden gut thun. Sonst wird das Haus Brandenburg anderer Stützen 
tiicht entbehren, wenn man fortfährt, Drohungen wider dasselbe anzuwen- 
den '). — In dieser Richtung wird Brand seine Bemühungen fortzusetzen 
Uaben, in Qemässbeit der Instructionen, welche ihm vor Kurzem seitens 
Sr. kurfürstlichen Durchlaucht zugegangen. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 12. Febr. 1660. 

(Concept.) 
Beglaubigungsschreiben für Colbert, der auch nach Wien geht'), um 12. Febr. 
sieh von den Intentionen beider Höfe in Betreff der Pacification des Reichs 
zu unterrichten. 

Mazarin an Brand. Dat. Aix 12. März 1060. 
• (Concept.) 

[Antwort auf Scbwerin^s Schreiben vom 20. Januar.] 

Sucht die Vorwürfe, welche Schwerin's Schreiben an Brand vom 12. März. 
10, 20. Januar d. J. *) enthält, in einem scharfen und ironischen Tone abzu- 
weisen. 

Der König hat erklären müssen , Schweden um jeden Preis seine pom- 
merschen Besitzungen, welche demselben durch den Vertrag von Münster 
abgetreten worden, garantiren zu wollen, im Falle sich durch seine Yer- 
mittelung und diejenige des katholischen Königs die — durch die Invasion 
Pommerns so erheblich gestörte — Ruhe im Reich nicft wiederherstellen 
lasse. Man hätte wenigstens den Ministern nicht die Ordre geben müssen, 
am letzten Januar eine Denkschrift im Haag zu präsentiren, wodurch man 
erklärte, kein Abkommen mit Schweden eingehen zu wollen, als indem man 
es dieser Provinz beraube. Dies und die neuen Hebel, welche Se. Kur- 
fürstliche Durchlaucht in Wien ansetzt um wieder einen gemeinschaftlichen 
AngriflF auf Stettin im nächsten Frühjahr zu Stande zu bringen ') , bekun- 
den gerade keine leidenschaftliche Friedensliebe. — Uebrigens ist keines- 
wegs auf Björne lou's Antrieb das Schreiben des Königs an die Reich s - 
deputation") noch das des Cardinais selbst an den Kurfürsten erlassen 



'; Pufendorf YIII. 42 sed Brandio iniunctum causas silentii exponere. Com- 
munem se pacem cuperc^ sed ad peculiavcm cogi nolle, et si Gallia minari pergat, 
alibi praesidium sibi quaerendum. 

') Vgl. Pufendorf VUI. 42. 64. — Charles Colbert Marquis y. Croissi, 
8. Über ihn unten Abschnitt VI. 

*) S. oben. 

") Vgl. Droysen p. 487. 

*) Vgl. Pufendorf VIII. 63. Londorp Vlll. p. 661 ff. 



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238 ^' Bo"<^bt« von 1660 bis 1664. 

worden. Mazarin hat vielmehr so bereits zu Don Luys deHaro*) g^e- 
sprochen, der dies dann seinerseits durch den Marquis vonFuentes den 
Kaiser hat wissen lassen: nämlich, dass Frankreich in diesem Falle mit 
allen Kräften zu Gunsten der Schweden eintreten werde. „II est vrai que 
M. r^lecteur n'a pas grand sujet d'appröhender lesdites forces, puisque 
nous savons qu'aprös avoir lu nma lettre, 11 dit tout haut, en prösence 
de ses officiers de guerre , qull donnerait mille ducats de r6gal k celui 
qui lui apporterait Tavis que les armes de France allaient attaquer 
ses 6tat8 de Cl^ves'* *). In scherzend beissendem Tone ') geht es weiter. 
Der König hat sich unter diesen Umständen genöthigt gesehen, seinen frü- 
heren Entschluss Blonder) an den Kurfürsten zu senden aufzugeben. Doch 
wird sich Se. Majestät angelegen sein lassen, den Frieden auf Grundlage 
guter und vernünftiger Bedingungen herzustellen. 



[O. D.] 

[Flan'^), als Repressalie gegen den Kurfürsten das Herzogthum Cleve und die Graf- 
schaft Mark eu nehmen.] 

Si Tölecteur de Brandebourg est le promoteur de la guerre contra 
la Suöde et celui qui ouvre les prötextes*) ä la maison d'Autriche, 
quand meme Ton n*aura pas dessein de lui eu faire rien ressentir sitot, 
si est') qu*il y restera toujours assez de teraps pour lui enlever, ä la 
fin de la campagne, le duch6 de Cl^ves, dont la partie qui est en- 
degä du Rhin ne coütera que huit jours et Tautre encore moins de 
delä, oü il y a la ville de Duisbourg, que je conseillerais de retenir 
sous bonne garnison, pour ce quaux passages et repassages eile est 
tres-importante, et de taut plus qu'elle fait une süret^ particuliöre aux 
troupes du Roi durant leur s^jour en ce pays-lä. Tout prös de cette 
ville, au bout de ma terre de M. **), il y a sur le Rhin, ä Tembouchure 
de la Ruhr*), un petit bourg nomm6 Ruhrort *°) trös-important pour 
sa Situation, car aux d^peus du pays meme Ton y jettera facilement 



') Der erste spanische Minister, mit welchem Mazarin den pyrenäischen Frie- 
den yerhandelt hatte. 

') Droysen p. 475 (nach Brandts Bericht vom 20. Febr. 1660). 

^) Pafendorf VIII. 42. Addebatur non parum acaleatorum verboram et e qai- 
bus indignatio iuxta ac contemtas in electorem elncebat. 

*) Vgl. oben p. 214. 

*) Der Autor scheint der Fürst von Salm. 

") pretentes Ms. 

^) estee Ms. 

®) Meidrigue Ms. 

*) Rore Ms. 

'") Rorordt Ms. 



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Anschlag auf Cleve und Mark. Tod König Carl Gustav's. 239 

une fortification qui assurerait un passage sur ce fleuve, et si le Roi 

ne voulait pas le tenir en son chef , j*y pourrais . . . donner le nom 

comme m y fortifiant pour tirer payement des 20 mille pistoles que me 

doit rdecteur*). En autres Imit jours Ton incorporera le comtö de la 

Mark, ä la r^serve de Lippstadt, laquelle il faudra prendre avec plus 

de c^r^monie. Nöanmoins Ion en viendra facilement ä bout, 6tant 

couvert de terres de ralliance et de Talliance meme. Ainsi *) ce prince 

61oign6, on lui portera la guerre dans le sein, et') en equivalent contre 

ce qu'il occupera en Pomeranie, Ton ne tiendra pas ici moins " du sien, 

outre qu'on hivernera et s'äugnientera dans ses teires, qui lui fournis- 

sent considerablement de Fargent et des hommes, quoique k regret; et * 

si TAutriche agit indirectement pour ce prince, on lui rendra la pa- 

reiile, pendant qu eile se console facilement des pertes qui ne touchent 

pas ses pays h6r6ditaires. Cependant, au voisinage de Munster, cela 

ferait un notable effet ä legard des Hollandais, lesquels menag^s du- 

rant cette bröve exp6dition, se verraient k peu de-lä en une teile 

craiute de ce A^oisiuage, quassur^raent Tambassadeur de Sa Majeste 

agirait avec tout succös aupres deux. Si j'avais*) l'honneur de quel- 

que part en la conduite de cettc entreprise, j'esp^rerais d'y donner 

beaucoup de satisfaction k S. E. *'•) 

Brand an Mazarin. Dat. Paris T.April 1660. 

[Stellang de« Kurfürsten in der Conjunctur nach dem Tode des Königs von Schweden.] 

Der Tod des Königs von Schweden*) wird für dessen Königreich höchst 7. Apr. 
nachtheilig sein, und seine Feinde werden hoffen daraus Nutzen zu ziehen. 
Der Kurfürst seinerseits wünscht jedoch nach wie vor lediglich den Frieden 
und hat Brand befohlen Se. Eminenz dessen zu versichern. Er hält die 
Conjunctur für vollkommen geeignet, die Schweden zu nöthigen, dass sie 
die Beruhigung des Nordens und des Reichs erleichtern. Brand fügt hinzu, 
dass sie auch für die Wiedervereinigung des Kurfürsten mit Schweden gün- 
stig ist, und der Cardinal solle deshalb auf Anerbietungen an den ersteren 
denken, welche fähig wären diejenigen seiner A Härten bei ihm auszustechen 
— sowie Brand erlauben, ihm seine bezüglichen Gedanken offen mitzu- 
theilen. Für diesen Fall wird er Sr. Eminenz, bei Zusicherung des Ge- 



') Eben hiernach ist der Autor des Schriftstücks wohl der Fürst von Salm 
(Tgl. unten das Schreiben Mazarin*s an den KurfQrsten vom 26. Nov. 1660). 
*) k ce prince Ms. 
') au qui aler Ms. 
*) j'aurai Ms. 
^} Son Eminence. 
\ Carl Gustav war am 2.8. Februar 1660 gestorben. 



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240 ^- Berichte von 1660 bis 1664. 

heimnisses, alles mittheilen. — Der Herr Präsident Björne lou selbst wird 
sein Zeugniss nicht in Abrede stellen, welches er Brand die Ehre erwieseu 
hat zu geben, dass er nämlich — wie man erfahren — durchaus mit Mä-^^- 
sigun^ auftrete. 

Mazarin an Brand. Dat. 27. April 1660. 
(Concept) 

[Antwort auf Brandts Schreiben vom 7. d. M. Der Cardinal ist bereit seine Vor- 
schläge anzuhören : nnr darf der Kurfürst keine Entschädigung auf Kosten Schwedens 

beanspruchen.] 

27. Apr. Der Cardinal kann sich nicht davon überzeugen , dass die Lage Schwe- 

dens derart sei wie Brand annimmt, da der dänische und polnische Friede 
als bereits so gut wie abgeschlossen bezeichnet werden können. Gleich- 
wohl geht er auf desselben Vorschlag, seine Mittheilungen unter Zusiche- 
rung des Oeheimnisses entgegenzunehmen- ein und niemand anders als Ihre 
Majestäten und er selbst wird davon Kunde erhalten. Nur muss er ihm 
im Voraus bemerken, dass der Kurfürst nicht beanspruchen darf auf 
Kosten Schwedens entschädigt zu werden — an Stelle jener an- 
deren Entschädigungen, die er für Angriffe, welche er so vielfach, und auch 
im Reiche selbst, dem Vertrag von Münster zuwider erlitten, fordern dürfte •). 
Schweden würde nämlich dazu — bei der günstigen Lage, in der es sieh 
befindet, und da es Frankreich selbst zur Garantin seiner Besitzungen im 
Reich kraft des Vertrages von Münster besitzt — niemals seine Zustim- 
mung geben. Ausserdem hält der Cardinal Se. Kurfürstliche Durchlaucht 
aber auch für zu grossmüthig , als dass dieselbe , selbst wenn sie es könnte, 
auf Kosten eines minderjährigen Königs ') ihren Nutzen sollte fördern wol- 
len. Und so würde denn der Vertrag von Münster die eigentliche Basis 
jedes Arrangements bleiben müssen. 

Indessen trotzdem ist der Cardinal, wie gesagt, sehr bereit die Ge- 
danken Brand's anzuhören. 



Mazarin an den Kurfürsten. Dat. 23. Mai 1660. 
(Concept.) 

[Antwort auf den durch Bhitnenthal erhahenen Brief in sehr versöhnlichem Sinne, 

in der Hoffnung, dass sich der Kurfürst nun von seinen bisherigen Engagements 

lösen und Frankreich und dessen AUiirten anschliessen werde.] 

23. Mai. Blumenthal) hat ihm den Brief des Kurfürsten zugestellt. Der Kur- 

fürst hat Recht, seiner Wohlgeneigtheit zu vertrauen. Er hat davon Pro- 
ben gegeben durch seine Bündnisse mit den Fürsten und Ständen des 
Reichs — und hofft nun auch, dass Se. Kurfürstliche Durchlaucht von den 



') Natürlich von Oestreich fordern dürfte. 
') Carl XI. von Schweden, 1655 geboren. 

^) Christoph Caspar y. Blumenthal. Vgl. Über seine damalige Sendung 
Pufendorf IX. 2. 3. 21. 



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1 »u.. t 



Blnmenthal in Frankreich. Abberafang Brandts. 241 

alten Maximen ihres Hauses nicht abgehen werde, besonders, sobald sie 
sicli — nach Abschluss des Friedens ') in Prenssen — von ihrem gegen- 
w^artigen, unzweifelhaft unfreiwilligen, Engagement gelöst. — Sr. Durch- 
laucht Engagements werden mit dem Tode desjenigen') aufgehört haben, 
von dem sie Vergeltung für Vergangenes habe furchten können, und die- 
selbe wird sich nun mit Sr. Majestät und deren Alliirten vereinigen wollen, 
um aller Welt Ruhe und Frieden zu verschaffen. 



Mazarin an Wicquefort. Dat. 17. Juni 1660. 
(Concept.) 
Wicquefort kann nach Frankreich zurückkehren und eine Pension 17. Juni, 
des Königs gemessen'). Er kann dieselbe auch beziehen, wenn er es vor- 
zieht anderwärts zu verweilen. 



Der Kurftirst an Mazarin. Dat. Cöln a. d. Spr. 24. Juli ] 660. 

[Abberufung Brandts, dessen fernere Thätigkeit am fransösischen Hofe der durcb das 
Verdienst Mazarin's herbeigeführte Friede unnöthig zu machen scheint. Er em« 
pfieblt noch besonders seine Interessen hinsichtlich der Regelung der pommersohen 

Angelegenheiten.] 

Monsieur , la disposition des affaires et troubles passes m'avait 3. Aug. 
Obligo d'envoyer le sieur Brand, mon conseiller d'etat, pour se tenir 
ausprÄs de Sa Majest^ tr^s-chr6tienne tant qu'elles dureraient dans la 
conjoncture oü elles ^taient alors. II mimportait de donner dans les 
occasions des assurances ä Sa Majest6 et ä Yotre Eminence de la sin- 
c6rit6 de mes intentions et de la part que je prends aux intörets de 
la France. Mais aujourd*hui que les armes et rentremise de Sa Ma- 
jesti et la prudente et heureuse conduite de Votre Eminence ont, mal- 
gr6 ceux qui ne Font pas dösiröe, produit cette glorieuse paix qui fait 
le bonheur et le repos de toute TEurope; que tous les princes demeu- 
reront en assurance par la garantie*) de cette paix que Sa Majest6 a 
bien voulu prendre sur eile, et que Ton » droit d'esp6rer que ce repos 
sera de duröe, ayänt pour garant uu si puissant Roi assist^ de con- 
seils si solides et si prudents, j'ai cru, dans cette confiance, que la 
n6cessit6 des correspondances n'etait plus si grande, et que je pouvais 
employer le sieur Brand, mon envoyö, en d'autres lieux. Je lui ai 
donc donn6 Charge de prendre congö de Sa Majestä et de lui faire 



') Der Friede von Oliva am 8. Mai 1660 unterzeichnet. 
•) Carl OustaT's. 

*) Wicquefort hatte gebeten, auf sehr demüthige Bedingungen hin in den 
Dienst des Königs zurflckkehren zu dürfen. Vgl. auch oben p. 191. 
•) Vgl. Pttfendorf VIU. 71. 
Mater, zur Gesch. d. Gr. Kurfürsten. U. 16 



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^ 



242 ^' Berichte yon 1660 bif 1664. 

auparavant les protestations de la' forte passion que j'ai de m'entre- 
tenir dans une bonne et perpituelle intelligence avec la France et de 
donner des marques k Sa Majesti de Tardente aflFection que j*ai pour 
son Service. Je lui ai aussi particuliörement recommand6 de prendre 
congö de Votre Eminence et de l'assurer de ma part, combien je fais 
d'estime de son affection. II Timportunera de la pridre que je lui fais 
d*induire Sa Majest^ ä vouloir fortifier mes int^rets de son appui et de 
son entremise pour le röglement de ce que Ton tient en Pom^ranie 
outre ce qui ') a ^t^ c^d^ dans Tinstrument de paix ä Munster ä la 
couronne de Suöde et de places qui pourront toujours troubler une 
bonn6 amiti^, ce quil expliquera plus aniplement de boucbe ä Votre 
Eminence. 

Je veux croire qu*il s'est conduit auprös d'elle de teile mani^re 
qu'il n'aura point donn^ lieu de reproche ni de bläme. Votre Emi- 
nence me fera, s'il lui plait, la faveur de me tenir pour celui qui est 
d*une affection trös-sinc^re ^- Monsieur — de Votre Eminence — 
[gez.] le trös-bumble et trös-affectionn6 serviteur — Frideric-Guil- 
laume Electeur de Brandebourg. — De Cologne-sur-la-Spr6e le 24 juillet 
1660. — A Monsieur Monsieur le cardinal Mazarini. 



Mazarin an den Kurfürsten. Dat. Paris 26. Sept. 1660, 

(Concept.) 
26. Sept. Antwort auf das Schreiben des Kurfürsten vom 24. Juli '). Der Cardinal 
lobt das Verhalten Brand's. Die pommerschen Interessen betreffend, von 
welchen ihn dieser unterhalten, so hat Brand nicht gewollt, dass Mazarin 
dem schwedischen Minister in Paris, ohne weitere Ordre des Kurfürsten, 
etwas davon sage. 

In einem Postscriptum empfiehlt ihm der Cardinal darauf die Sache 
des Fürsten von Salm"). 



Mazarin an den KurfUrsten. Dat. 26. Nov. 1660. 

(Concept.) 
26. IJov. Empfehlung für den Fürsten von Salm, der sich zum Kurfürsten nach 

Cleve begeben will, um von demselben die Zahlung eines Landgebiets (terre) 
zu erhalten, welches Se. Kurfürstl. Durchlaucht von ihm erworben hat. Die 
Officiere (officiers) des Kurfürsten haben dem Fürsten bisher die Erstattung 
derselben verweigert, aber Mazarin findet seinen Anspruch durchaus ge- 



') qu'U Ms. 
') S. oben. 

') Vgl. oben p.99 n. 238—239 und das folgende Schreiben Mazarin'e an den 
KarfQrsten. 



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Sendung de Lesseins' und dessen Ankunft in Berlin. 243 

recht und 'glaubt, das« der Kurfürst selbst mit dem Benehmen seiner Of- 
ficiere und Minister unzufrieden sein wird. 



Liionne an Schwerin. Dat. Fontainebleau 28. Nov. 1661. 

(Concept.) 
In sehr schmeichelhafter Form. Er empfiehlt ihm Herrn de Lesseins, 1661. 
seinen rechten Vetter, dessen Betragen er selbst wird leiten müssen, damit 28. Nov. 
derselbe nichts thue, was dem Kurfürsten nicht vollkommen genehm sei. 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 24. Jan. 1662. 

[de Lessftins* Ankunft. Sein Empfang durch den Kiirfiirsteu. Die Kurfiirstin und 
der Fürst Ton Anhalt. Zweite Andienz. Conferenzen mit Anhalt und Somnitz. Ant- 
wort des Kurfürsten.] 

Dfe Lesseins ist vor vierzehn*) Tagen angelangt. Der Freiherr 1662. 
von Schwerin ist seit mehreren Monaten in Königsberg*) und de Les- 24. Jan. 
8 eins hatte schon die Absicht, ihm zu folgen. Aber Goltz") (früher 
Commandant des polnischen Regiments in Frankreich unter dem. Namen 
des ^petit colonel polonais" und jetzt Generalmajor und Gouverneur von 
Berlin) hat ihm gesagt, dass er erwartet und dem Kurfürsten bereits von 
Paris aus avisirt sei, welcher sich darüber sehr glücklich bezeigt, da Se. 
Majestät bereits eine Anzahl anderer deutscher Fürsten beschickt habe, um 
ihnen die Geburt des Dauphin'') anzuzeigen. — Uebrigens ist jetzt der 
Fürst von Anhalt die leitende Person in allen Angelegenheiten. — Der 
Kurfürst war mit Herrn vonPöllnitz auf der Jagd; darauf war de Les - 
sein 8 zu Mittag bei ihm und sagte ihm, dass er noch einen andern Brief 
Sr. Majestät für ihn mithabe, hervorgerufen durch die Mittheilung Wie qu e- 
fort's, dass Se. K. D. ein gross Verlangen trage, in die volle Gunst und 
Freundschaft Sr. Majestät zurückzukehren und sich den Interessen dersel- 
ben anzuschliessen*). Friedrich Wilhelm empfängt den Gesandten sehr 
gütig und giebt zu, Wicquefort gesagt zu haben, „qu'il ferait Votre 
Majest^ meme jugc de ses actions, et qu'il n'avait rien fait qu'il crüt 
devoir döplaire a Votre Majest^." Weiteres jener bezeichneten Art Wicque- 
fort gesagt und zur Mittheilung an den König aufgetragen zu haben läug- 
net er allerdings durchaus, verspricht jedoch de Lesseins eine Audienz. — 
Uebrigens hat ihn der Kurfürst bei dem Diner wie einen Botschafter be- 
handelt, obwohl er doch nichts als ein einfacher Abgesandter Sr. Ma- 
jestät (simplement envoy6 par Sa Majest^) ist. Autrefois M. V^lec- 
teur logeait daus son chäteau tous les ambassadeurs des Kois et meme 



') In meinem Auszüge steht 13 jours: wohl verschrieben statt 15 jours. 

') Vgl. Droysen Beiträge zur Kritik Pufendorfs a. a. O. p. 100. 

') Liolts Ms. 

*) Geb. am 1. Nov. 1661, vgl. Pufendorf EX. 34. Droysen a. a. O. p. 97. 

*) Vgl. Droysen a. a. O. Pnfondorf a. a. O. 

16* 



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244 ^' Berichte von 1660 bis 1664. 

des grands princes. II a chang6 cette couturae depuis quelques ann^es, 
et se contente de l^s faire loger en la ville et les traiter trois jours 
par ses officiers. Trotzdem hat man seine Bewirthung (traitement) auf 
acht Tage ausgedehnt und es ist ihm mitgetheilt, wie man eine ganz gleiche 
Behandlung dem kaiserlichen Botschafter, Grafen Strozza'), habe ange- 
deihen lassen, welcher gleichwohl nur die Eigenschaft eines Gesandten an- 
nehmen wollen, weil der Kurfürst, seitdem er'Souverain in Preossen sei, 
den Botschaftern nicht mehr den Vorrang (main) lassen wolle. Bei Tische 
hat der Kurfürst stehend die Gesundheit des Königs , der Königinnen ^ 
und des Dauphin getrunken ,,avec toute la soIennit6 et tout le respect 
dont ou a accoutumö de les boire en Allemagne ; et tout le canon, qui 
est dans cette place en assez grand noinbre, tira toutes les fois qull 
but chacune de ces sant^s." Der Kurfürst will ausserdem noch ein Freuden- 
feuerwerk veranstalten, welches de Lesseins sehen soll'). 

Die Kurfürstin hat de Lesseins Klagen in Betreff des Prinzen [von 
Oranien, ihres Neffen, geführt; da aber der Gesandte mit gleichen Ton 
Seiten Sr. Majestät über ihre Mutter, die Prinzessin von Oranien, geant- 
wortet, so ist man schliesslich übereingekommen, diese gegenseitigen Be- 
schwerden zu lassen. Sonst ist die Kurfürstin sogar glücklich über diese 
französische Sendung, da sie sich mehr den Interessen des Königs als den- 
jenigen des Kaisers zuneigt. — Der Fürst von Anhalt hat ihm in seinem 
eigenen Namen und dem des Kurfürsten viel Schmeichelhaftes für den Kö- 
nig gesagt, jedoch scheint er jene Worte Wie que fort' s zu desavouiren *). 
de Lessei US sucht ihm zu schmeicheln und hält ihn den Zielen seiner 
Verhandlung für wohl geneigt; „mon opinion est qull rend compte de 
tout ä madame T^lectrice, et que, comme eile se sert de lui» il se 
sert aussi d'elle pour mener cette affaire ä une bonne fin.'* Gleichwohl 
haben beide Mühe, die fortwährende ünentschlossenheit des Kurfürsten zu 
überwinden. — Zu den Freunden Schwerin's scheint der Fürst von An- 
halt nicht zu gehören, „parce qu'on dit qu'il a travaill6 ä le faire re- 
venir de la Prusse, et qu'il n'a pas pu en venir ä bout." Somnitz 
und Jena, zu welchen der Kurfürst mehr Vertrauen zu fassen scheint, 
hängen von Anhalt ab und folgen beinahe immer seinen oder der Kur- 
fürstin Befehlen. 

In der zweiten A udienz, bei welcher de Lesseins dem Kurfürsten 
jenes Schreiben überreichte, hat ihn dieser auf eine Conferenz mit Anhalt 
und Somnitz verwiesen*), indem er jedoch hinzufügte, „qu'il s'^tait fort 
expliqu6 et s'expliquerait toujours sur le dessein qu*il avait de*) s'op- 



Ib 



') Graf Peter StroBza, kaiserl. Obrist (vgl. Pufendorf VIII. 63 o. VIII. ll). 

') Anna von Oestreich und Maria Theresia. 

') Eben zur Feier der Gebart des Dauphin. 

*) Droysen a. a. O. 

*) Droysen a. a. O. 

*) et Ms. 



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Erste Yerhandlangen mit dem Kurfürsten, Anhalt und Somnitz. 245 

poser . . Ä ce qu'aucun prince de la maison d'Autriche ne ffit roi de 
Pologne." Er that dieselbe Erklärung in Bezug auf den Pfalzgrafen von 
Neubnrg. Indessen hat er das Benehmen der Königin von Polen und die 
Winkelzüge derselben so sehr getadelt, dass deLesseins glaubt, er hege 
selber Absichten auf dies Königreich und gebe sich den Hoflfhungen hin, 
welche seine Freunde in jenem Lande ihm darauf machen. 

de Lesseins erzählt dann von den Conferenzen mit Anhalt und 
Somnitz*). Diese beiden scheinen von der Nützlichkeit seiner Aufträge 
überzeugt. Aber der Kurfürst ist es nicht, und der Gesandte bittet des- 
halb den Fürsten von Anhalt, demselben seine Meinung ausführlich aus- 
einanderzusetzen, weil sonst ein längerer Aufenthalt von seiner Seite über- 
flüssig, ja sogar nachtheilig für die Angelegenheiten des Königs sein würde. 
Der Fürst erwidert, dass der Kurfürst eine solche Absicht vorhergesehen 
habe und ganz bereit sei, in die Erneuerung des ablaufenden de Lumbres- 
scheu Vertrages ') zu willigen. deLesseins: dies war auch die Absicht 
des Königs, indess wünscht Se. Majestät ein engeres Bündniss, und für 
jenen Zweck allein habe ich keine Anweisung mich in Conferenzen einzu- 
lassen. Se. Majestät will vielmehr ganz intime Alliancen (des alliances tout- 
ä-fait particuliöres) und eine enge Ligue (une grande liaison) mit den ihm 
befreundeten und verbündeten Fürsten. — Drei Tage darauf bringt man 
deLesseins endlich die Antwort des Kurfürsten, welche darauf hinaus- 
läuft, dass er bei dem de Lumbres^ sehen Vertrage (vorbehaltlich der zeit- 
gemässen Modificationen) verharren wolle, dass er geneigt sei in das rhei- 
nische Bündniss zu treten, falls man seine pommerschen Staaten mit darin 
einbegriflFe, sowie auch gern die Vermittelung des Königs behufs einer gu- 
ten Alliance mit Schweden anzunehmen. Was Polen angeht, so wünscht 
er vor allem die Intentionen des Königs zu erfahren, gedenkt aber auch 
nicht mit der Gegenpartei zu brechen, damit man ihn in der Welt 
nicht wegen zu grossen Wankelmuths tadele^). ... 

Die Hoffnung auf die Alliance mit Schweden dürfte das wirksamste 
Mittel sein, um den Anschluss des Kurfürsten .an Frankreich zu befördern. 



de Lesseins an Lionne. Dat. Berlin 24. Jan. 1662. 

[Begleitet den Korfürsten nach Spandau and Küstrin. Schwerin wird noch nicht so 
bald zurückkehren. Anhalt.] 

Der Kurfürst hat ihn nach Spandau geführt und wird ihn morgen noch 24. Jan. 
weiter nach Küstrin führen, woselbst sich Se. K. D. acht bis zehn Tage 



') Vgl. Droyaen a. a. O. p. 97 ä. „Die Materialien, die Pufendorf IX. 34—37 
benutzen konnte und benutzt hat, sind einmal ein „Diarium und Bericht* von des hin- 
terpommersohen Kanzlers v. Somnitz Hand, sodann mehrere Schreiben Tom Für- 
sten Ton Anhalt, die beide mit diesen Verhandlungen betraut waren, endlich 
Briefe yon und an Schwerin.' 

•) Vgl. oben p.SOflf. Pufendorf IX. 34. 

') Hier ein Paar Zeilen des Auszugs durch die Archiybehörde geschwärzt. 



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246 ^- Berichte von 1660 bis 1664. 

aufzuhalten gedenkt; der Fürtet von Anhalt, Somnitz und Jena werden 
die Reise mitmachen. Schwerin aber wird augenscheinlieh noch nicht 
so bald zurückkehren. 11 y a grande apparence quoii travaille ici ä le 
perdre, quoiqiie le prince d 'An halt fasse toujours semblant d'etre de 
ses amis. Die Kurfürstin ist durchaus für Anhalt euigenommen, während 
der Kurfürst ein specielleres Zutrauen zu Jena hegt, de Lesse in> 
lobt den Fürsten von Anhalt als gut und verständig. La lenteur natu- 
relle du pays et les incertitudes de M. T^lecteur sont cause que je u'ai 
encore guere avance. — Er hat in schmeichelhafter Form an Schwerin 
geschrieben. 



de Lesseiiis an Ludwig XIV. Dat. Berlin 7. Febr. 1662, 

[Unzufriedenheit mit seiner Lage. Spandau. Knstrin. Korfürstliche Jagd. Un- 
schlüssigkeit des Kurfürsten, auf welchen niemand einen entscheidenden Einflass be- 
sitzt. Namentlich in Betreff der polnischen Angelegenheiten wird man denselben nicht 
in das französische Interesse ziehen können; er hegt vielmehr selber Absiebten auf 
jene Krone. Hoverbeck. Besseres in Bezug auf die Reichsangelegenheiten zu hoffen. 
Moritz von Nassau und Waldeck anwesend.] 

7. Febr. de Lesseins ist fortwährend mit seiner ganzen Lage unzufrieden. — 

Er beschreibt Spandau als in einem Sumpf (marais) belegen; der Kurfürst 
habe daselbst sein Arsenal und einen Artilleriepark, der im Stande sei je- 
den Augenblick in's Feld geführt werden zu können. Am Abend des 
24. Januar hat es in der That ein sehr schönes Feuerwerk gegeben. Tags 
darauf ist der Kurfürst daim nach Küstrin abgereist. Comme cette place- 
lä est bonne pour ce qu'elle contient, et que c'est un poste fort consi- 
d^rable en Alleraagne doiit eile jjourrait ctre uiie clef ä cause du voi- 
sinage de la Pologne, et que M. l'^lecteur y a gncore de fort belle 
artillerie et de grands magasins d'armes, de uiuuitions et de grains., 
il voulut me mener avec- lui pour me la faire voir, outre que son 
voyage devant etre, comme il a 6t^, de quatorze jours, il ^tait bien 
n^cessaire que je le fisse avec lui. De Custrin il fut ä une de ses 
maisons au-delä de la rivi^re d'Oder, et fut encore a quelques petites 
maieonR de chasse qu'il a dans le milieu des grandes forets qui sont 
assez pniches de la fronti^re de Pologne. Je dirai en passaut ä Vo- 
tre Majcstö, qu'il y a une si grande quantit6 de cerfs, de biches, de 
chevreuils et dautres betes dans ces bois-UY quon n'en saurait voir 
ailleurs im si grand nonibrc. M. lelecteur, qui a uue fort grande pas- 
sion pour la chasse, sy est occup6 pendant tout son voyage et aux 
jours de 8a marche et aux jours du sejour qu'il a fait aux lieux oü 
il a ^t^, et de teile sorte quil y a employ^ continuellement les jour- 
nöea toutes entieres. M. le prince d'Anlialt ny a pas ^te moins que 
lui, et leur chasse sest faite ä tuer avec Tarquebuse une trds-grande 



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Reise naeh Spandau u. Küstrin. Der Karf. u. die poln. Dinge. Hoverbeck. 247 

quantitö de biches et de sangliers. Us r^servent les cerfs pour Tete, 
parce qu'il» ne sont pas en venaison presentement. 

Trotz dieser fortwährenden Zerstreuungen und Abhaltungen') hat lies- 
s e i n s iu den Kurfürsten auf das angelegentlichste wegen einer Erklärung ge- 
drungen, aber vergeblich. Et personne de ceux en qu ii se confie n'a assez 
de cr^it et d autoritö pour le faire rösoudre absolument; ils s'accommo- 
dent ä se« iuclinations et ä la port6e de son esprit, parce qu'ils pr6- 
tendent tous sa faveur. ... Le prince d'Anhalt .... n'ose pas parier 
d'affaires qu'avec Somnitz ni Somnitz quavec le prince d'Anhalt. 
Was Jena betriflFt, so sagt ihm Anhalt, dass derselbe den Interessen 
Frankreichs geneigt, aber schon verdächtigt worden sei, in Frankfurt *) Geld 
empfangen zu haben, „comme ils sont fort soupQonneux et d^fiants, ainsi 
que sont presque tous les Allemands." '— Sie haben, durch die bevor- 
stehende Reise Sr. Maj. nach den betreffenden Grenzen besorgt gemacht, 
ihn auch mehrmals gefragt, ob dieselbe keine Absichten in Bezug auf Flan- 
dern oder Deutschland damit verbinde. Er hat sie dann hierüber beruhigt. 
*) de Lesseins fürchtet jetzt am meisten für die polnischen An- 
gelegenheiten und hält es fast für unmöglich den Kurfürsten in dieser Hin- 
sicht auf den Standpunkt zu führen, wo der König ihn wünschte. — An- 
halt und Somnitz sprechen aus, dass ihr Herr nicht nur ein Verbündeter 
des Königs von Polen, sondern auch der Republik Polen sei. Wie der 
Kurf. vormals ein Mitglied der letzteren gewesen sei, so habe er auch seitdem 
verheissen und bekräftigt, immer ihren Gesetzen gemäss zu verfahren, d. h. 
bei Lebzeiten eines Königs nicht an die Wahl seines Nachfolgers zu den- 
ken. Sonst riskire er sogar die Rache der Republik gegen seine derselben 
benachbarten Staaten, und es liege in seinem Interesse, dass es keinen all- 
zumächtigen, folglich weder einen östreichischen noch einen französischen 
König in Polen gebe. 

de Lesseins schliesst aus allem diesem fortwährend, dass der Kur- 
fürst selber Absichten auf diese Krone hegt, und namentlich seitdem Herr 
V. Hoverbeck, — vor vier oder fünf Tagen — von Polen zurückgekehrt*) 
ist, scheinen sich die betreflfenden Schwierigkeiten zu mehren. Man hat 
L e s s e i n s auch gesagt, dass dieser Hoverbeck durchaus ein Parteigänger 
der polnischen Republik und geheimer Feind der Königin von Polen sei, 
welche ihn gelegentlich schlecht behandelt haben solle („laquelle Ta, dit-on, 
maltraitä en quelque occasion"). Seinem Einfluss und seinen Berichten 
sehreibt man denn auch den Hass des Kurfürsten gegen diese Königin zu. 



') Mit Bezog aaf dieselben sagt man dann später Blumenthal in Paris (Pafen- 
dorflX. 58) Les San um quoque per quinqae menses Beroliui moratum ac electorem 
in venationem et nescio quo sequi necessum habuisse, antequam responsum naotus sit. 

') Auf dem Wahltage von 1657— 1»)58, wo er unter den Gesandten des Kurfür- 
sten war. 

') Eine Zeile geschwärzt. 

•) VgLv. Orlioh II. 9. 



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248 ^* Berichte yon 1660 bis 1664. 

Man hält ihn für den ösfcreichischen Interessen ergeben, „et a dit depuis 
son arriv^e, que la reine lui^avait une fois demand6 par raillerie, ß'il 
avän^ait bien les affaires de son maitre touohant la pr^tention ä la 
succession du roi son mari/* — Nach dem,, was Anhalt dem Gesandten 
gesagt hat, wäre der Kurfürst hierüber sehr piquirt. Doch unterhält ihn 
der letztere nur von gleichgültigen Dingen; er hat Hoverbeck, wie es 
heisst, kommen lassen, um sich durch ihn über den Stand der poluiseheo 
Dinge unterrichten zu lassen und ihn mit den gehörigen Weisungen zum 
Warschauer Reichstage zurückzuschicken, sobald dieser eröffnet wird. 

Viel besseres hofft de Lesseins von den Reichsangelegenheiten. Der 
Kurfürst will in den Rheinbund eintreten, obwohl er ihm seither hat sa- 
gen lassen, dass die Opposition Neuburgs hiegegen in ihm den Wunsch 
errege, eine besondere, jenem Vertrage ganz entsprechende Alliance mit 
Sr. Maj. und den Fürsten des Rheinbunds zu schliessen, worin Nenbai^ 
nicht begriffen wäre. Les s eins weist die Unmöglichkeit für den König 
nach, hierin zu willigen. Indessen will der Kurfürst auch sein Auskunft.«- 
mittel nicht acceptiren, nämlich sein Widerstreben wider die Aufnahme 
Pfalz-Neuburgs in den Vertrag von Oliva ') aufzugeben, wogegen dies dann 
von der Opposition gegen seinen Eintritt in den Rheinbund ablassen würde. 
— So weit geht die Abneigung des Kurfürsten gegen jenen andern Für- 
sten. — 

Im äussersten Fall will sich de Lesseins auf eine gewisse Zeit in 
irgend eine Stadt Deutschlands zurückziehen, um dort die Befehle Sr. Maj. 
zu erwarten. 

Der Fürst Moritz von Nassau') weilt seit einigen Tagen hier in der 
Nähe des Kurfürsten, aber er hat wenig Antheil an den Geschäften. Wal- 
deck ist auch hier, um die Rückgabe einer Maltheser Comthurei sowie einer 
Probstei des Capitels von Halberstadt') zu erbitten, welche ihm der Kur- 
fürst nahm, als er sich in den Dienst des Königs von Schweden begab. 
Er begründet diesen Anspruch auf die Wiederherstellung des Friedens und 
möchte darin durch den König als Vermittler desselben unterstützt sein. 
Er bringt zu diesem Behuf seine Ergebenheit gegen Frankreich und die 
grosse Menge von Briefen, die der selige Cardinal Mazarin ihm geschrie- 
ben, in Erinnerung; er möchte in den Dienst Sr. M«y. genommen werden. 
„C'est un homme fort agissant et qui a du talent pour les affaires de 
ces pays-ei." 



') Vgl. Pufendorf IX. 36. 

Vgl. V. Orlich I. 246. Der Ffiret schlug sich damals in Sonnenburg — er 
war Heermeister des Johanniterordens — u. a. «an dreizehn Rittern müde*. 

') Der Comthurei Lagow und der Domprobstei Halberstadt (vgl. y. Orlich 1.245 
246). Waldeck war dieser Einkünfte durch Capitelschluss förmlich verlustig er- 
klftrt und dieselben an den Freiherrn von Löben übertragen worden. Er drang 
auch damals mit seinen Forderungen nicbt durch. S. über den weitem Verlauf der 
-Angelegenheit Pufendorf IX. 32. 



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Waldeck. Wicquefort. 249 

de Lesseins an Lionne[?]. Dat. Berlin 7. Febr. 1662. 

de Lesseins ist unzufrieden mit diesem Lande und mit den Fort- 7. Febr. 
schritten seiner Negotiation. Schwerin hat ihm geantwortet und wird 
I-<ionne ebenfalls antworten. Doch hat er keinen Brief von de Lumbres 
erhalten, obgleich der diesem geschrieben hat und ebensowenig von Herrn 
Tronson[?]. Mit Wicquefort ist man an diesem Hofe wenig zufrieden, 
^sur ce qu'en demier lieu il leur en 6crit touchant mon voyage d'une 
mani^re et en a parl6 tout diflF^remment ä madame la princesse d'O- 
ränge et k d autres personnes ä la Haye." 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. IL Febr. 1662. 

[Ueberschickt einen Brief de Lumbres' über die Lage in Polen. Anhalt über Wic- 
quefort. de Lesseins weigert sich vorlAufig Aussichten auf Geldunterstützung zu er- 
öffnen. Geldmangel hier zu Lande. Die Prinzessin- Wittwe von Oranien hat den 
Kurfürsten angeblich zum Anschluss an Frankreich ermahnt. Bedenkliche Nachrich- 
ten von Frankreichs Ansinnen an Schweden. Nachricht, dass der König von Schwe- 
den krank sei. Die Königin von Polen soll 1658 in Berlin dem Kurfürsten vergeb- 
lich vorgeschlagen haben , einen seiner Söhne zum Nachfolger ihres Gemahls zu 
machen. Aufmerksamkeit dieses Hofes auf die polnischen Vorgänge. Hoverbeck 
nicht für Lesseins' Absichten zu gewinnen.] 

Er schickt Lionne abschriftlich einen Brief de Lumbres', welcher 11. Febr. 
die Schwierigkeiten der Negotiation mit Brandenburg hinsichtlich der pol- 
nischen Angelegenheiten darthun wird. 

Anhalt hat sich ihm gegenüber, in Gegenwart des Kurfürsten, über 
Wicquefort und dessen Ueberstürzung beklagt: „qu*il suffisait pour re- 
nouer l'ancienne bonne correspondance entre Votre Majest^ et M. T^- 
lecteur que M. de Turenne') s'en fut entremis par le minist^re du 
sieur de Podewils, auquel il prenait confiance et qui pourrait 16- 
moigner k Votre Majest^ la bonne disposition dans laquelle s'^tait 
trouv6 M. r^lecteur dös la premiöre ouverture qu'en avait fait le sieur 
Podewils"'). — 

Wicquefort hat ihnen auch geschrieben, dass sie sich seinen bedie- 
nen möchten, um die Sachen zum Abscbluss zu bringen — und hat der 
Prinzessin- Wittwe von Oranien im Haag gesagt, dass Lesseins Weisung 
habe so grosse Summen anzubieten, dass der Kurfürst dieselben annehmen 
sollte. — So der Fürst von Anhalt, de Lesseins erwidert darauf, dass 



') Vgl. über die Verbindungen zwischen dem Kurfürsten und Turenne, der 
bekanntlich Calvinist und dessen Mutter eine Vaterschwester der Kurfürstin war, 
Droysen lU. 2. p 488. 1). 

") VgL über die v. Podewils v. Kessel Tagebuch v. Buch's I. 75. 335. — 
Dieser brandenburgische Officier, der sich unter Turenne gebildet hatte, -nahm, 
beim Beginn des Devolutionskrieges , am 2. Juni 1667 Charleroi in Besitz, vgl. 
Bänke Französ. Gesch. 111. p. 308 (2. Aufl. p. 319). 



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250 V- Berichte von 1660 bis 1664. 

er durchaus nicht Willens sei, in dieser Beziehung irgend welche Eröflfhun- 
gen zu machen, bevor er eine vollkommene Neigung des Kurfürsten wahr- 
nehme, ^oiche Zeichen der Affection entgegenzunehmen. L'argent est fort 
rare en ce pays, et les espöees y sont si mauvaises qu on perd vingt- 
cinq pour-cent en voulant les ^changer contre le bon argent qui est 
celui qu'ils appellent de banque dans les grandes villes. Les peuples 
de M. lelecteur sont aussi tres-pauvres, et son palais me parait le plus 
ruine que j'aie vu en Allemagne. Cependant M. Tdecteur a voulu me 
persuader qu'en moins de trois mois . . . ii ferait 6000 bons cheVaux 
dans les seules Marches. 

Der Fürst von Anhalt hat ihm auch gesagt, dass die Prinzessin von 
Orauien den Kurfürsten zu Cleve*) oft überreden wollen, die Partei des 
Kaisers zu verlassen und diejenige Frankreichs zu ergreifen. Lesseins 
weiss in der That nicht, was er hiervon glauben soll. — Es ist wahr, dass 
Oestreich dem Kurfürsten durch Nichtvollziehung der Verträge und Weige- 
rung versprochener Summen, insbesondere der 100,000 Rth. (nach der Wahl 
des Kaisers) schlimm mitgespielt hat. . . . ") Was das Benehmen der Prin- 
zessin von Oranien betrifft, 5'aura 6t6 pour faire plaisir k madame T^- 
lectrice sa fille, laquelle ne fut pas bien-aise qu'on eüt oblig6 son man 
ä se joindre avec la maison dAutriche. La baron de Schwerin jeta 
alors M. 1 electeur dans la n^cessitö de le faire, pour se rendre maitre 
des affaires et ruiner le comte de Waldeck. II ne ma pas 6tö parle 
d'Orange en aucune raani^re; mais le prince d 'Anhalt me dit une 
autre fois, en pr^sence de M. Tdecteur, qu'on leur ^crivait de Suede, 
que le comte de la Gardie avait dit publiquement chez lui, 6tant i ta- 
ble, qu'ii avait re^u des lettres de France du comte Tott*) qui lui mar- 
quaient que Votre Majeste d^sirait que la SuMe ne licenciät point ses 
troupes, et que Votre Majeste avait offert pour leur entret^nement la 
somme de trois cent mille 6cus par an, et que le comte Tott n'avait pas 
voulu conclure ä ce prix avec Votre Majeste, parce qu'il voulait avoir 
cinq cent mille 6cus et qu*il esp^rait de les avoir. . . . M. Tölecteur me 
dit aussi qu'on avait nouvelle que le roi de Su6de 6tait malade, et que 



') Im Jahr 1661 vgl. Droysen p. 515. Pufendorf IX. 37 u. s.w. 

') Geachwärzt. 

') Pufendorf IX. 36. Cam igitnr LeBsanus fassus sit, Galliim cum rege et 
regina Poloniae pactum inivisse super duce Euguiano ad coronam promovendo, quo 
fine et iste per Claudium Tot tum cum Sueois convenerit. IX 42. Et quamqaani 
capita foederis nuper inter Gallos et Suecos initi ita accurate cognita non essent, da- 
bium tarnen non halaebatur, quia Sueci ad ea destinata promoTenda sese obstriniiS' 
sent: quod et e Lessani sermonibus colligi poterat. Vgl. auch y. Orlioh II. 10 
und über Tott im allgemeinen M^m. de Pomponne ed. Mavidal IL 71« 72. 



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Frankreich und Schweden. Die Nachfolge in Polen. 251 

s'il arrivait quil vint ä mourir, il y aurait bien de la division parrai 
les Su^dois pour le choix dun roi. Je liii dis, pour le sonder, qu'en 
ce cas les Suödois pourraient bien songer k lui. ... II rae repartit 
brusquement qu'il ne voudrait point^ et quil ne quitterait pas ses etats 
pour aller demeurer en SuMe. II changea de couleur, et me parut 
embarrasse de ce que je lavais sondö si avant. Une autre fois le 
prince d'Anhalt nie dit encore en prösence de M. Tdecteur, en par- 
lant de la reine de Pologne et du voyage quelle fit il y a deux ou 
trois ans ä Berlin*) oü eile fit quelque s6jour, qu'en ce temps-lä eile 
avait demand^ ä M. l'^lecteur Tun de ses fils pour le faire roi de Po- 
logne apr^s le roi son mari; mais que M. Fölecteur et moins encore 
madame Mectrice y avaient') consenti ..., ä cause qu'il eüt et6 n6- 
cessaire que ce petit prince eflt cbang^ de religion, madame T^lectrice 
6tant trop zel^e dans la sienne pour donner jamais un pareil consen- 
tement. Je pense que cela fut dit k dessein de me döpayser. . . . J'ai 
reconnu par des discours de Hoverbeck, qu'[y] ayant quantit^ de 
calvinistes dans Tarm^e des conföd^rös, il y a apparence quils fondent 
leur esp^rance sur ce que pourra faire cette arm^e, s'imaginant quelle 
changera. lordre du gouvernement ou du moins la religion. — 
Jedenfalls verfolgen der Kurfürst und seine Minister die polftischen Angö- 
legenheiten mit einem gespannten freudigen Eifer. Dans Fune des lettres 
qu on 6crivait de Pologne ä M. T^lecteur et laquelle 6tant ^crite en 
iran^ais il fit lire en raa pr^sence, parce qu'il y avait plusieurs nou- 
velles, on lui marquait que le bruit avait 6t^ fort grand en plusieurs 
endroits de Pologne quil etait mort, et celui qui 6crivait marquait que 
son sentiment 6tait que les pretres 6taient auteurs de ce faux bruit. — 
Anhalt hat de Lesseins überreden wollen, der König würde mit 
dem Kurfürsten auch zufrieden sein müssen, wenn dieser sich in den pol- 
nischen Dingen seinen Wünschen nicht fügte, sagte aber, dass derselbe die 
Wahl eines französischen Prinzen zum Könige gaüz gern sehen würde. — 
de Lesseins hat bei Hoverbeck mit keinerlei Anerbietungen reüssirt, 
wahrscheinlich, weil dieser seinen Herrn einmal zu dem Anspruch auf die 
Nachfolge in Polen engagirt hat. Hoverbeck hat ihm erwidert, dass 
Frankreich diese Anerbietungen und Eröffnungen ein Jahr zu spät mache, dass 
die Angelegenheiten in Polen seitdem einen schlechten Weg geführt seien 
und der Kurfürst sich gegenwärtig für keinen der Prätendenten erklären 
könne, ^.d'autant plus que ce serait se joindre k la reine, laquelle en 
toutes rencontres a maltrait^ M. T^lecteur en empechant TefiFet des pre- 
tentions quil a en vertu de ses trait^s. Je me suis offert d'aller avec 



') Im Sommer 1658 vgl. oben p. 172if. 
■) avait Ms. 



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252 ^- Berichte von 1660 bis 1664. 

lui en Pologne pour mönager les intörets de M. l'^lecteur avec M. 
de Lumbres au nom de Votre Majestö auprös de la reine." — 
Aber auch dies vergebens. Indessen lässt man de Lesseins Tag um Tag 
auf die positive Antwort harren. Hoverbeck behauptet, dass es nicht zu 
besorgen sei, dass der Kurfürst seine Absicht auf Polen erreiche, wenn die 
Wahl bei Lebzeiten des Königs stattfinde, aber er glaubt, dass die Polen 
auch keinen französischen Prinzen wünschen, um ihr Land nicht zum Kriegs- 
theater zu machen. . . . Und doch ist er angeblich für die Vornahme der 
Wahl noch bei Lebzeiten des Königs von Polen. 



de Lesseins an Lionne. Dat. 14. Febr. 1662. 

(Fortwährende Unschlässigkeit des Kurfürsten. Sendung Truchses' nach Frankreich. 

Argwohn, dass der Marquis von Caracena in Brüssel de Lesseins' Briefe aufTangen 

lasse. Unruhe des Kurfürsten über die polnischen Dinge. Schlechte Correspondenscn, 

auf die derselbe sich verlässt. Abenteuerliche Zeitungen aus Frankreich.] 

14. Febr. Der Kurfürst kommt nicht zum Entschluss, ob er sich in die betreffen- 

den Verhandlungen einlassen soll oder nicht. Anhalt theilt de Lesseins 
mit, dass Se. Kurf. Durchl. den Baron Truchs es ') nach Frankreich sende, 
um dem Könige für seine Güte zu danken und denselben wegen der Ge- 
burt des Dauphins zu beglückwünschen. Jedoch wird man diesem Ge- 
sandten nichts von Geschäften auftragen. — Truchses ist Kämmerer, 
^ohn von Schwerin's Gemahlin'), aus einem sehr guten deutschen Hause, 
aber in Preussen angesessen, wo er all' seine Güter hat. Er ist einer der 
reichsten und besteingerichteten (des plus accommod^s) dieses Hofes und 
Frankreich sehr zugethan: aus diesen Gründen und weil er immer ein Freund 
Schwerin's scheinen will, hat der Fürst von Anhalt Truclises gewählt^ 
Der Letztere wird in zwei bis drei Tagen abreisen und Les s eins ihm, 
hcinem Wunsche gemäss, einen Brief an Lionne und einen andern an Tü- 
re nne mitgeben. — Anhalt sagt Lesseins auch, dass der Marquis von 
Caracena durchaus von seiner (Les sein s') Sendung hätte wissen wollen 
und den brandenburgischen Residenten in Brüssel deshalb habe holen lassen, 
der nichts davon gewusst habe. Cependant, comme je ne re^ois aucune 
lettre de France, j'appröhende bien que le marquis de CaracÄne ne 
fasse arreter les miennes, et k cause de cela j'^cris ä mon correspon- 
dant k Hambourg de vous envoyer cette d^peche par la Hollande. 
Der Kurfürst befindet sich in einer schrecklichen Unruhe. On m'a rapport6 
qu'ayant reQu une lettre oü on lui marquait que rempereur envoyait 
12,000 hommes aux conf6d6r6s, et que la reine en avait sept mille de 
Su6de qu'elle faisait venir, il s'emporta k dire tout haut dans sa cham- 



') Wolfgang Christoph Truchaes v. Waldburg. 

') (Vgl. V. Orlich 1. 220. v. Kessel 1. 98. 90.) — Helene Dorothea 
V. Kreytz, Wittwe des Frhrn. y. Waldburg. 



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UnscIiliUsigkeit d. Kurf. Schlechte Correspondensen. Trtichses nach Frankreich. 253 

bre: „Le bien voilä, la guerre tout de bon en Allemagne. C'est la 
reine qui en est cause par sa mauvaise conduite et par sa m^thode 
de rögner dltalie. En voulant faire empoisonner et tuer les gens, on 
les met au d^sespoir, et les confädär^s ne se seraient jamais port^s k 
faire alliance avec l'empereur, si la reine ne les avait jet68 dans cette 
extrömitö.'* So glaubt der Kurfürst alle Thorheiten, welche die Feinde 
jener Königin über dieselbe verbreiten, „et v^ritablement il est si mal 
averti et de \k et d'ailleurs, qu'il ne sait jamais guöre de nouvelles v6- 
ritables. Cette lettre qui lui annonce cette pr6tendue guerre de Po- 
logne ne venait point de Varsovie. . . . Ils n'ont de nouvelles de France 
que Celles qu'ils savent par ces m^chantes gazettes manuscrites , qu'il 
serait assuröment fort bon dabolir, si la chose 6tait possible. Sur la 
foi de ces gazettes ils croient que . . . Retz va entrer dans les affaires 
et qu'il en sera le maitre; que M. Fouquet rentre dans les bonnes 
gräces du Roi et dans «a Charge, et qu'il s'est raccommod6 avec Sa 
Majestä par le moyen d'une lettre qui a perdu M. le Tellier et vous 
dans Tesprit de SaMajestö; que le Roi va avoir la guerre avec le roi 
d'Angleterre, Sa Majest^ ayant fait armer vingt vaisseaux que com- 
mande M. de Beaufort, pour faire baisser le pavillon ä quelques 
vaisseaux que ce soit qu'il rencontre sur la mer; que M. de Beau- 
fort avant son döpart a dit k la reine d'Angleterre qu'il avait cet 
ordre-lÄ, et que de plus le Roi a fait dire par M. d'Estrades*) au 
roi d'Angleterre, qu'il voulait qu'il quittät les armes et le nom de roi 
de France. . . . C'est 6tre hörötique, selon leur sens, de ne pas aj outer 
foi k toutes ces nouvelles. 



de Lesseins an Lionne. Dat. Berlin 20. Febr. 1662. 

Der Gesandte schickt Lionne dies Billet durch Truchses. — Man 20. Febr. 
ist übereingekommen, dass Truchses dem Könige durch Lionne oder 
Tnrenne zugeführt wird, nicht in einer regelmässigen Audienz durch den 
Einführer (introducteur) der Gesandten. Lesseins' Gedanke dabei ist, dass 
auf diesem T^ege die Sendung geheimer bleiben könne, wenn es der Wille 
des Königs so erheischt. Ausserdem wird diese Weise des Empfanges für 
den Gesandten und seinen Herrn verbindlicher sein. 



') DamalB fransös. Gesandter in England. 



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254 ^' Berichte von 16«0 bis 1664. 

de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 21. Febr. 16r>2. 

[Der Kurfürst erklllrt, vorläufig die Absichten Frankreichs, insoweit dieselben Polen 
beträfen, nicht unterstützen zu können, de Lessüins will sich nach Hamburg be- 
geben.] 

21. Febr. Der Kurfürst hat ihm gestern als letzte und positive Antwort sagen 

lassen, dass er durchaus erst bestimmte Nachrichten aus Polen abwarten 
müsse, ehe er seinen festen Entschluss zu fassen vermöge. Man habe ihm 
die geringen Aussichten vorgestellt, welche die Absichten des Königs da- 
selbst hätten; er bedauere dieselben von Herzen, wie auch Sr. Maj. Id 
dieser Angelegenheit nicht dienen zu können. Indess sich dazu zu ver- 
pflichten, würde ihm eben nachtheilig sein; der Königin von Polen, .seiner 
Feindin, könne er nicht helfen. Sollte ihn Hoverbeck gleichwohl wissen 
lassen, dass dort die Sachen nicht so verzweifelt stünden, als man glaube, 
„qu'en ce cas 11 se joindra aussi bien ä Votre Majestö pour les affaires 
de Pologne comme il m*a fait döclarer qu'il voulait s'y joindre pour 
Celles de Fempire." de Lesseins hebt vergeblich die Gunst der Con- 
junctur hervor; dann giebt er Anhalt und Somnitz seine Absicht kund, 
sich nach Hamburg zu begeben, da er nicht wisse, ob es Sr. Maj. genehm 
sei, wenn er lediglich um der Reichsangelegenheiten willen sich auf einen 
Vertrag einlasse. 

de Lesseins an Lionne. Dat. Berlin 2LFebr. 1662. 

[Die Alarmgerüchte au.s Polen berichtigt. Verhandlungen der Conf5derirten mit Wien. 

Er übernendet eine Denkschrift sowie Copien des de Lumbres^schen Vertrages und 

eines Separatartikels zu demjenigen von Oliva. Schwedischer Gesandter, de Lesseins 

geht nach Hamburg, wo er wenigstens die Messe wird hören können.] 

21. Febr. Der Ueberbringer auch dieses Briefes ist Truchses. — - Die falschen 

Gerüchte von einem polnischen Kriege, in welchen einerseits der Kaiser, 
andrerseits die Schweden eintreten sollten, sind bereits nach einem oder 
zwei Tagen aufgeklärt worden. löO ') in Schweden entlassene (licenci^;^) 
Soldaten waren gekommen um dem Könige von Polen zu dienen und unt<>r 
die Garnison von Marienburg aufgenommen worden, „de quoi v^ritable- 
ment les conf6d6r6s avaient eu quelque alarme. Ils ont su ici que ces 
conföd^r^s avaient deux envoyes k Vienne, oü ils ^taient bien trait^s, 
que Tempereur avait retir6 son arm^e hors de la Hongrie. Ils disent merae 
que la reine de Pologne a des n^gociations avec Tempereur; cepeodant 
ils ne se rösolvent k rien." Er fügt eine Denkschrift bei, „et touehant la 
ratification qu'il') pr^tend d'un article du trait^ d'Olive, je vous envoie 
des copies et du trait6 de M. de Lumbres et de cet article parlicu- 



>) 190? Ms. 

•) Der Kurfürst. 



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Die Antr&ge Frankreichs in Betreff Polens abgewiesen. 255 

lier on plutot döclaration faite ensuite du traitö d'Olive*). Et bittet 
um Anweisung in allen diesen Puncten, räth aber, die Garantie für jenen 
Elbinger Artikel zu geben. Se. Maj. kann durch dieselbe zu nichts ver- 
pflichtet werden, und auch für den König von Polen wird sie unschädlich 
sein. Es handelt sich hier um „prec^dents traitös auxquels le Roi n'est 
point intervenu et desquels par cons^quent SaMajeste ne doit pas etre 
garante; Sa Majest^ aussi ne sera point obligee d'etre de garantie (sie) 
d'un fait qui se peut dire 6tranger, n'^tant point absojument une chose 
trait^e ä Olive comme il parait fort elairement des ternies auxquels 
tout ce fait-lä est couch6. Er will nach Hamburg gehen, um dort die 
Befehle des Königs abzuwarten. Man fände es sonst am brandenburgischen 
Hofe wohl vortheilhaft, in fortwährender Verhandlung mit Sr. Maj. zu blei- 
ben und man zeigt sich eben nicht schwierig, Verträge zu vereinbaren. — 
Sein langer Aufenthalt hat seine Anwesenheit überall bekannt gemacht. 
Bidal*) m'a 6crit avec des reproches de la reine Christine de SuMe 
de ee que j'avais passö sans la voir, un de MM. les landgraves de 
Hombourg, qui m'avait*) vu, lui ayant dit que j*y ^tais. II y a depuis 
3 ou 4 jours un envoy6 de SuMe qui y est, k ce qu on m'a dit, pour 
des diflförends touchant des fiefs de Pom^ranie. II m'est venu voir 
aujourd*hui et a t6moign6 une grande curiosit^ de savoir les affaires 
que je pouvais y avoir, ce qu'il naura pas beaucoup de peine ä p6- 
nitrer, si peu il y a de secret dans cette cour, M. T^lecteur parlant 
k beaucoup de monde de ses affaires. ... Je ne pr^tends pas avoir 
plus de divertissement ä Hambourg que j'en ai ä Berlin; mais toujours 
y pourrai-je entendre la messe, ce que je ne puis pas ici, dont les 
catholiques qui y sont et qui s'attendaient d'avoir la messe chez moi 
et qui Ty viennent chercber tous les dimanches et aUtres jours de fete 
sont fort scandalis^s, Ils ne comprennent pas, comme quoi j'ai si peu 
de monde ä ma suite, me croyant ambassadeur; car ils ne fönt point 
de diffiörence d'un courrier, d*un envoyö ou d'un ambassadeur. — 



') Und zwar zu Art. IL desselben. Pufendorf VIII. 76. (Die französ. Ratifi- 
cation desselben erfolgte erst am 25. Mai 16G4, ebend. IX. 61. 62.) 

') Französ. Agent in Hamburg. — Die Königin Christine verweilte damals in 
dieser Stadt, s. Arckenholtz M^moires pour servir ä Tbistoire de Christine reine 
de Sa^de II. 63 ff. 

') avait Ms. 



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256 ^- Berichte yon 1660 bis 1664. 

Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. 23. Febr. 1662. 

(Concept.) 

[Schwerin^s Ginfluss gesunken. Man müsste die zwiscben dem Karfursten and dem 

Kaiser bestehenden Vertragsverbindlicbkeiten kennen, um zu seben , ob man keiner 

besonderen Sicherheit von Seiten des erstem bedürfe.) 

23. Febr. de Lessei ns hat wohl daran gethan Schwerin nicht zu folgen*). 

Man wuaste schon in Paris aus guter Quelle von dem Sinken seines Cre- 
dits, und der Fürst von Anhalt behauptet ihm gegenüber durchaus das 
Uebergewicht. . . . *) -- Der König spricht seinen besondern Dank für die 
Höflichkeit der Kurfürsten und des Fürsten von Anhalt aus. 

Man müsste alle zwischen dem Kurfürsten und dem Kaiser abgeschlos- 
senen Verträge mitgetheilt erhalten, um zu sehen, ob dieselben nichts gegen 
das Interesse des Königs enthalten. In diesem Falle würde man von jenein 
kein anderes Verhalten verlangen, als die andern Alliirten des Königs beob- 
achten, welcher seinerseits nichts anderes will als die Aufrechterhaltung des 
Friedens von Münster, der Constitutionen des Reichs, der Privilegien und 
Prärogative des KurcoUegiums und der andern Stände. — Die grösste 
Schwierigkeit werden die polnischen Angelegenheiten machen, wenn der 
Kurfürst sich dem Kaiser nicht sollte widersetzen • wollen '), falls dieser jene 
Krone für sich selber oder für seinen Bruder begehren oder mit bewaff- 
neter Hand in Polen eindringen wollte, um daselbst die Freiheit der Wahl 
zu stören. 

Lionne an de Lesseins. Dat. 23. Febr. 1()62. 

(Concept.) 

[Wicquefort.] 

23. Febr. Wicquefort beschwert sich bei Lionne darüber, dass, wie der Fürst 

von Anhalt ihm geschrieben, de Lesseins in Berlin nicht handle, wie 
er dorthin berichtet habe, da er behaupte keinen Auftrag zu wirklicher Ne- 
gotiation zu besitzen. ... Wicquefort versichert, dass der genannte Fürst 
ihn gegenwärtig von Neuem lebhaft zur Reise dränge, da seine Person dem 
Kurfürsten sehr nützlich sein würde. — Lionne fragt de Lesseins, ob 
er sich gegen den Kurfürsten oder einen seiner Minister bereits erklärt 
habe, dass mau Wicquefort von dieser Verhandlung nur ausgeschlossen 
habe^) in der Meinung, Sr. Kurfürstl. Durchl. damit einen Gefallen zu er- 
weisen. . . . 



') Vgl. oben p. 243. 

") Geschwärzt. 

') Vgl. Pufendorf IX. 44. Lessanum postulasse, ut elector non verbis so- 
lum, sed et armis ezclusionem Austriacorum a Corona Poloniae . . . promovere vellet. 

*) Vgl. Pufendorf IX. 34, wo de Lesseins sagt: Penes electorem optionem 
esse, heic an .in Gallia tractare velit per Viquefortiam; qui tarnen apud ipsos 
silentii capaz haut habeatur et circa hoc negotium ambigue locutus fuerit. Si tarnen 
elector istius fidei istbaec confidat, regem pariter facturum. 



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Gerüchte aas Polen. 257 

de Lesseins, [o. D.]') 28. Febr. 1662. 

[Zweideutiges Verhalten der Königin von Polen in Betreff der Ueherlieferung Elbings. 
Gerücht vom Tode des Königs von Polen und Luftschlösser, welche der Kurftli-Bt 
darauf haut. Differenzen desselben mit Schweden. Schwedischer Gesandter. Pom- 

mersche Investitur.] 

. . . Dem Kurfürsten ist ein Brief in die Hände gefallen, worin die Kö- (28. Fob,J 
nigin von Polen einem der zur Verhandlung mit ihm über die Ueberliefe- 
mng Elbings') bestellten Commissarien sehreibt, er würde sich ein grosses 
Verdienst erwerben, wenn er diesen Platz retten könnte. Gleichzeitigi sagt 
der Kurfürst, habe die Königin an ihn gesehrieben, sie habe alles ^ur 
Ueberlieferung Elbings an ihn verfügt. — de Lesseins glaubt, dass er 
ihn als einen Mitschuldigen an diesem Verfahren der Königin angesehen 
hat. Aber auch noch aus mehreren andern Gründen will er bleiben, um 
diesen Hof zu beobachten. Es ist das Gerücht verbreitet, der König von 
Polen sei todt, obgleich dasselbe nur aus den preussischen und Daiiziger 
Zeitungen (gazettes) stammt. Aber der Kurfürst ist ganz geneigt e^ zu 
glauben und baut angeblich schon tausend Luftschlösser darauf, ja, denkt 
selbst Truppen in das herzogliche Preussen zu senden. Sans avoir aupa* 
ravant une. pleine certitude de cette mort, on m'a dit qu'il 8*6tait es- 
pliquä qu'il croyait, en ce cas-lä, que le grand-duchö de Lithuanie se 
s^parerait de la Pologne, et il n'a pas trop rejet^ la flatterie que lui 
ont faite dans ce temps-lä quelques -uns de sa cour qui lui oot dit 
que les Lithuaniens T^liraient pour leur duc. 

Im nächsten Juni wird ein allgemeiner deutscher Reichstag stattÖüdeii, 
Er wäre möglich, dass sich der Kurfürst, aus Hass gegen Schwedi'n^ xu 
blindem Anschluss an den Kaiser hinreissen Hesse, um diesen bei den Diffe* 
renzen in Betreff der Grenzen und der Theilung Pommerns auf seiner Seite 
zu haben ...; dis le commencement que je fus ici, dans un discoura 
indiflförent M. Mecteur me dit que dans une di^te gönörale de Tem- 
pire il se plaindrait de la maniöre dont il avait 6t^ trait^ par leB 
Su6dois au plantement de ces limites de la riviöre dOder. — Indessen 
ist hier ein schwedischer Gesandter'), welcher den Kurfürsten auffordert, 
mit seinem Könige gemeinschaftlich beim Kaiser die Investitur mit Pom- 
mern nachzusuchen, nach den vertragsmässigen Bedingungen wegen der 
Grenzen und andern Anwartschaftsrechte, welche die Schweden in Bezug 
auf die Neumark beanspruchen. Der Kurfürst hat seine besondere pom- 
mersche Investitur*) vom Kaiser erhalten"), indessen in Ausdrücken, welche 
ihn, wie der schwedische Gesandte sagt, berechtigen könnten, auch deu au- 



') Anfang des Ezeerpts fehlt. 
•) Vgl Pufendorf IX. 17flf. 
") Vgl. oben p. 255. 

*) Vgl. tlber diese Angelegenheit Pufendorf IX. 29 ff. 
*) Dieselbe war am 14. October 1661 erfolgt (Pufendorf IX. 31). 
Mater, sur Gesch. d. Gr. Kurfürsteo. IL 17 



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258 ^' Berichte von 1660 bis 1664. 

dem, der Krone Schweden gehörigen Theil des Landes seinerseits zu prä- 
tendiren. — Derselbe schwedische Gesandte hat de Lesseins übrigens mit- 
getheilt, man würde ihn wohl eben so lange hier lassen, als er bliebe, ond 
er denke in vollkommenem Einverständnisse mit ihm zu wirken. So glanbt 
de Lesseins, dass man jenen geradezu nur auf die Kunde von seiner 
Anwesenheit geschickt habe. 



Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. 2. März 1662. 

(Concept.) 

[Dar Künig ermtiort an das ihm durch Wicquefort überbrachte Versprechen de« Kar- 
füraten. Für einen AnschUiss des Kurfürsten, der sich auf die Reicbsangelegenbeiten 
b^chränktT kann er nichts wesentliches versprechen. Misstraaen gegen Hoverbeck. 
Auch de Lumbics argwöhnt, dass der Kurfürst für sich oder seinen Sohn den pol- 
nischen Thron prätendire. Falls ein französischer Prinz denselben besteigt, wird der 
König dem Kurfürsten seine Souyerftnetät in Prenssen garantiren. Deputation der 
Conföderirteo nach Wien. Die Vorwttnde des Kurfürsten sind hinfällig. Waldeck zu 

unterstützen.] 

2. M&n, Der König hat de Lesseins' Depesche vom 7. v. M. erhalten'). Er 

billigt und lobt seinen Entschlnss, eventuell nach Hamburg zu gehen. Aber 
er lURcht ihn vor allem mit zwei Dingen bekannt: 

1) Wicquefort hat ihm das Wort des Kurfürsten überbracht, wenu 
derselbe sieh seinen Interessen verbände, würde dies ohne irgend welchen 
Eücbhalt (saus aucuue r^serve) geschehen»). 

2) Da der König an den Reichsangelegenheiten vollkommen unbethei- 
tjgt Mj kann er auch für einen Anschluss des Kurfürsten, welcher sich unr 
auf diese erstreckte, so gut wie nichts versprechen. Ja, in diesem Falle 
wird de Lesseins sogar bis auf neue Ordres nichts verheissen dürfen. 
Willfahrt der Kurfürst dagegen den Absichten des Königs in Polen, so 
wird dieser keine der Gegenbewilligungen widerrufen, zu denen er den Ge- 
sandten durch seine Instruction ermächtigt hat. 

Man muss Hoverbeck misstrauen, der seinen Herrn offenbar durch 
die üebertreibung geringfügiger Umstände gegen die Königin von Polen auf- 
gereizt hat. ™ deLumbres äussert denselben Argwohn, dass sich der Kur- 
füFBt mit Hoffnungen auf die polnische Krone für sich selbst oder für seinen 
Sobn schmeichle. Vielleicht fürchtet er auch für die Nachbarschaft eine^ 
französischen Prinzen wegen seiner Souverainetät in Preussen. Indessen 
würde der König nicht anstehen diese letztere zu garantiren'), und weil 
schlimmer für den Kurfürsten würde es sein, wenn die Wahl auf einen öst- 
reichisehen Prinzen fiele. — 



■} S. diesotbe oben p. 246 ff. 

') Vgl. oben p. 243. 

') F u f e n d r f IX. 45. Equidem Lessanum electori cautionem promisisae contra 
P<»]onos atqiie ipsum successorem Gallicum. Sed quantum ciusmodi cautioni fiden- 
dum aitf nemini obscurom esse. (Vgl. Droysen p. 604.) 



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Der Kurfürst, die polnischen ConfÖderirten und der polnische Thron. 259 

Die ConfÖderirten haben eine feierliehe Deputation von 60 bis 80 Rei- 
tern nach Wien gesandt; ihr EflFectivbestand beläuft sich auf 30,000 M. 

Hinfälligere und schlechtere Vorwände als der Hinweis auf die Gesetze 
Polens *) und die Gefahr einer Rache der Republik , der* er sich aussetze, 
hätte der Kurfürst nicht vorbringen können. Der König will ihn wahrhaftig 
zu keinem der Republik missliebigen Verfahren uöthigen, vielmehr zu einem 
solchen, um welches der König von Polen und der ansehnlichste Theil des 
Senats ersuchen und wofür diese ihm Dank wissen werden. 

Wal deck') wird der Gesandte, in Anbetracht der Verdienste dessel- 
ben um Frankreich und Schweden, kräftig unterstützen. Aber ohne Schwe- 
rin zu desobligiren, falls dieser seinen Einfluss noch bewahrt; denn im üe- 
brigen wäre es allerdings noch vortheilhafter, Schwerin durch Waldeck 
zu ersetzen. 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 7. März 1662. 

[Hat dem Karfürsten Anzeige gemacht, dass die SonveränetAt in Lothringen und Bar 
auf den König übergegangen. Aufnahme dieser Mittheilang von Seiten des Karfür- 
sten and Aeasserungen desselben darüber. Leiden des Kurfürsten an der Gicht. Au- 
dienz de Lesseins^ bei ihm, worin er yerschiedenes über den König von Polen und 
die ConfÖderirten mittheilt. Bevorstehender deatscher Reichstag. Preussischer Edel- 
mann, welchen der Kurfürst an die ConfÖderirten gesandt hat.] 

Am 29. Februai' hat de Lesseins durch Lionne die Gewissheit er- T.Mär», 
halten, dass Se. Maj. gegenwärtig im Besitz der Souverainetät über die 
Herzogthümer Lothingen und Bar ist'). Er beglückwünscht den König 
deswegen und hat das Geheiss desselben, dem Kurfürsten in seinem Namen 
davon Mittheilung zu machen, vollzogen. Der Kurfürst hat diese Benach- 
richtigung mit vieler Höflichkeit entgegengenommen, ohne besondere Freude 
oder Trauer darüber zu bezeigen, et comme par toutes ses autres actions 
11 fait connaitre qu'il est dlnclination assez port6 ä 6tre dans les in- 
t^rets de Votre Majestö ..., j'ai lieu de croire, suivaut son sentiment 
naturel, qu'il n'est pas föchö que Votre Majestö ait eu cet avantage. 
II me dit qu'il croyait que M. de Lorraine recommencerait la guerre 
quand il le pourrait, et qull semblait que son g6nie le portät k la 
mieux faire quand il n'avait point d*6tats que lorsqu'il en avait en sa 
possession. Seither hat der Kurfürst fast ununterbrochen an der Gicht ge- 
litten. Vorgestern hat de Lesseins indessen eine mehr als zweistündige 
Audienz bei ihm gehabt, bei welcher ihm der Kurfürst mitgetheilt hat, einen 



*) Vgl. oben das Schreiben vom 7. Febr. nnd femer Pufendorf IX. 35, Droy- 
sen cur Kritik Pnfendorrs a. a. 0. p. 101. 

') Vgl. Dep. vom 7. Febr. 

') Vgl. über diese Verhaltnisse Ranke Französ. Gesch. 1. Anfl. 111. p. 287 ff, 
F las 8 an III. 286 ff. Martin Eist, de France III. 285. Der betreffende, nachher 
wieder rückgängig gemachte Vertrag mit dem Herzoge Carl IV. von Lothringen da- 
tirte vom 6. Febr. 1662. 

n* 



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260 ^' Ber*i<^^te von 1660 bis 1664. 

Brief des Kaisers empfangen zu haben, welcher die Absicht bekunde ~ 
indessen lediglich, um Hülfe vom Reich gegen den Türken ') zu erhalten — 
im Mai einen allgemeinen Reichstag') zu versammeln. Da der Kaiser je- 
doch in der Capitulation versprochen habe, einen Reichstag zur Befriedi- 
gung aller Stände zu halten, dessen Berufung er bisher vermieden, werde 
derselbe nicht verhindern können, dass dort auch die Angelegenheiten zur 
Sprache kämen, welche eben jedem Einzelnen am Herzen lägen. — Ferner 
hat ihm der Kurfürst bei derselben Gelegenheit gesagt, dass (nach den 
neuesten Berichten Ho verbeck'8 von der Grenze, welchem er wieder einen 
Courier sende, der bald zurückkehren werde) das Gerücht von dem Tode 
des Königs von Polen zwar falsch gewesen sei, indessen viele Leute ver- 
sicherten, dass derselbe den Verstand verloren habe. Die polnischen Con- 
föderirten hätten in allgemeiner Berathung beschlossen, die Wahl eines 
Nachfolgers bei Lebzeiten des Königs nicht zuzulassen und verlangten 
ausserdem Herstellung der Gewissensfreiheit in ganz Polen und ungesäumte 
Anstalten, um die Mittel zu ihrer Bezahlung zu beschaffen. Alle Häupter 
der lithauischen Armee hätten sich den Conföderirten verbunden, und man 
glaube, dass auch Czarnecki mit der conföderirten Armee der dritten 
Partei zu diesem Zweck heranrücke; auch der Erzbischof von Gnesen sei 
auf ihrer Seite, -r 

Diese Nachrichten haben bisher die Erfüllung von Anhalt's Verspre- 
chen *) vereitelt, vielleicht auch die Krankheit des Kurfürsten. . . . 

On ne parle guöre plus en AUemagne de tous cöt^s que de la diäe 
qui se doit tenir. . . . (Die lothringischen Angelegenheiten betreffend) il eflt 
certain qu*il y a eu dans cette cour des lettres venues de France qui 
portent que ces deux princes*) en sont sortis, pour aller demander 
du secours ä Fempereur. 

Post-Scriptum. J*ai su qu'au lieu du courrier que M. Tölect^ur 
m'avait dit qu'il enverrait en Pologne c'est un gentilliomme prussien 
qui parle fort bien la langue polonaise lequel 11 envoie aux conf6d^r^ 
de Tune et de Tautre arm6e et qui s*en va sur ses chevaux faire com- 
pliment k tous ces conf^döräs de la part de son maltre, lequel fait un 
grand fondement sur la r^volte de tous ces geus-lä^). 



') Vgl. Pufendorf IX. 77. 

') Ein Reichstag ward im Februar 1662 auf den 1. October des nämlichen Jahres 
nach Regensburg ausgeschrieben, derselbe tbatsttchllcb aber erst im Januar 1663 &• 
öffnet. 

*) Vgl. unten Dep. vom 14. Mär« und 4. April. 

*) (Der Herzog Carl IV. von Lothringen und sein gleichnamiger Neffe und Nach- 
folger, der Stammvater des heutigen Hauses Oestreioh.) 

" '') Droysen a. a. O. p. 601—602. Im Frühjahr 1662 hiess es, der Earfürst habe 
den Conföderirten anter der Hand mittheilen lassen, dass er, wenn man ihn wähle, 
katholisch werden wolle. 



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Der Knrförst, die ConfÖderirten und der polnische Thron. 261 

Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. 9. März 1662. 

(Concept.) 

[Kr darf in der That nichts ai|bieten , ehe man der polnischen Politik des branden- 
burgischcn Hofes sicher ist. Der König tadelt die Unyorsichtigkeit des schwedischen 
K&nclers. 'de Lesseins thnt wohl daran, die Brandenbarger über das schwedisch- 
französische BQndniss in angewisser Besorgniss zu erhalten. Die Prfttensionen des 
Kurfürsten auf den polnischen Thron erscheinen answeifelhail. Der König hat die 
Urheber der falschen Gazetten bestrafen lassen.] 

de Lessein s' Zurückhaltung hinsichtlieh der Anerbietnngen, Ton denen 9. Mttrz. 
'Wicquefort so unzeitig gesprochen hat'), findet Billigung. Die Nach- 
folge in Polen bleibt der Hauptgegenstand seiner Sendung und er darf 
nichts anbieten, ohne über diesen Punct sicher zu sein. 

Der König tadelt die Unvorsichtigkeit de la Gardie's*); de Les- 
seins hat auch in Betreff dieses Gegenstandes wohl geantwortet „en n*a- 
vouant ni ne niant la chose, afin que la crainte qu'elle leur donne 
serve k faciliter le succ^s de votre n^gociation." 

Aus allem, was de Lesseins berichtet, gehen die Prätensionen des 
Kurfürsten auf Polen klar hervor, wenn der — für den 20. des nächsten 
Monats zusammenberufeue — Warschauer Reichstag den Brandenburgern 
nicht noch diese Hoffnungen nimmt. — Der König hat die gehörigen Be- 
fehle ertheilt, um den Missbrauch der Zeitungen (gazettes)*) mittelst der 
Züchtigung der Urheber so vieler Lügen abzustellen. 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 14. März 1662. 

[de Lesseins noch immer ohne Antwort. Höflichkeit des Karffirsten. Türkenfurcht 

in Wien.] 

Da die Gicht des Kurfürsten fortgedauert hat und Anhalt nicht ganz U.März, 
den Einfluss bei demselben besitzt als er behauptet^ so ist das Versprechen 
des letzteren bisher unausgeführt geblieben. Man will durchaus erst die 
Nachrichten aus Polen abwarten. 

de Lesseins hat den Kurfürsten gestern besucht, um ihm den Dank 
des Königs für seine Höflichkeit und die Zeichen seiner Zuneigung auszu- 
sprechen, et je puls dire avec v6rit6 qu'aucun prince ne peut recevoir 
un pareil compliment avec plus de civilit6 et de respect pour Votre 
Majest^ ni donner dans ime occasion semblable plus de marques de 
sa salisfaction. Der Kurfürt sagt de Lesseins, man schreibe ihm aus 
Wien, dass man daselbst grosse Furcht vor den Türken hege und zu die- 
sem Behuf an den Befestigungen arbeiten lasse, de Lesseins vermuthet 
darin mehr Politik als Furcht, da es nur an dem Kaiser läge,- sich mit dem 



Vgl. oben p. 249. 
«) Vgl. oben p. 250. 

»^ Vffl. oben n.2.»V.q. 



-; Ygi. ooen p. 2fDU. 
») Vgl. oben p.253. 

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262 V* Berichte von 1660 bis 1664. 

Grossherru zu vergleichen: aber man denkt bedeutende Hülfe von Deutsch- 
land auf dem nächsten Reichstage zu erlangen. Der Kurfürst glaubt in- 
dessen, dass jene Furcht in Wahrheit vorhanden und keine List dahinter sei. 



de Lesseins au Lionne[?]. Dat. Berlin 14. März 1662. 

[Wic([uefoTt, Die PrinzesBin-Wittwe von Oranien. Tronaon.] 

14. M&ra. Er dankt für das Schreiben vom 23. Februar »). Er preist Gott dafür, 

dass nur einer seiner Briefe, der aus Hamburg vom 4*^" ') datirte, verloren 
gegangen ist. Je pense vous avoir 6crit ce que vous me demandez ä 
r^gard de Wicquefort. J'avais fait savoir k M. Mecteur et k ses 
ministree la raison pour laquelle le Roi n'avait pas jugö devoir Fem- 
ployer pour n^gocier. Cette raison fut goütöe, et je ne crois pas qu'on 
la lui ait dcrite. Wicquefort hat auf den diesseitigen Vorwurf über 
seine Berichte erwidert, de Lesseins hätte nichts zu verhandeln, viel- 
mehr mürbste man sich wegen des Abschlusses aller dieser Dinge an ihn 
wenden, und er habe das nur auf die Reden des Herrn Lionne hin ge- 
than. Er glaube nicht, dass dieser ihn zum Narren halten wolle; habe 
man mit ihm aber Kein Spiel treiben wollen, so wäre der Grund davon geiue 
alte und fortdauernde Parteinahme für die Interessen der Prinzessin-Wittwe 
von Oranien, II a cru par \k se faire valoir dans cette cour; mais la 
prijieess€ d'Orange n'y est point consider^e par M. Tölecteur ni par 
le prince d'Anhalt. Ainsi tout son artifice ne lui servira de guöre. 
,ravais parlö de liii le plus honn§tement du monde dans les eommen- 
cements; maig ajant connu son humeur et vu son proc^d^, je cnis 
Itre Obligo de changer de batterie, ainsi que je Tai marquö dans lune 
des lettres que j'ai ^crites k Sa Majest^. Pour ce qui est de M. Tron- 
aon*), je vous avais marqu^ dans la lettre que je vous ^crivais de 
Hambaurg, qu'il n'y 6tait point arriv6 et qu'il y ^tait attendu. Depuis, 
je n ai su de hü aucune nouvelle. . . . 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 21. März 1662. 

[de LeBmns hat noch immer Masse und darf auf kein Gelingen der Polen betrefiTeo- 
dcQ Vorhandlungcu rechnen. Der Kurfürst hofft vielmehr fest auf den polnischen 
Thron, Verbindungen desselben mit den ConfÖderirten. Er hat erklärt, seine Con- 
fes.'^ion ändi'm ku wollen, worüber seine Gemahlin krank geworden. Mannigfaltige 
grosse IMäne des Kurfürsten. Sein Mangel au Geld.] 

21.Mttr7. Seit dem Schreiben Sr. Maj. vom 23. 'F'ebruar*) hat er keine weiteren 

Briefe ?oii derselben erhalten; eben so wenig sind solche von de Lumbres 

^) B. üben p.2b^. 
') (D. h. wohl Januar.) 
') Vgl. oben p, 249. 
') 8. p. 256. 



t 



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Wicquefort. Die Conföderirten und der polnische. Thron. 263 

an ihn oder von Hoverbeckan den Kurfürsten eingegangen, de Lesseins 
benatzt unter diesen Umständen seine Müsse, um Interessen und Stimmung 
der einzelneu Persönlichkeiten dieses Hofs genau kennen zu lernen. Doch 
darf er keine Hoffnung auf ein Gelingen seiner Verhandlung in Betreff der 
polnischen Angelegenheiten hegen, da der Kurfürst sich einmal zu der eitel n 
Hoffnung hat verlocken (piper) lassen, dies Königreich erhaschen zu kön- 
nen. Derselbe gründet eine solche Hoffnung auf sein Einverständniss mit 
den Confodeiirten, welches zu Unterhaltern er sich sehr angelegen sein lässt. 
de Liesseins hat in Erfahrung gebracht, dass jener preussische Edelmann 
(den er in seinem Schreiben vom 7*«" erwähnte) *) Geschenke für die Häupter 
der Conföderirten, fürLubomirski sogar eine goldene Trinkschale (coupe) 
von 2000 Ducaten Gewicht mitgehabt hat. Freilich soll er ihm dieselbe 
erst geben, wenn Hoverbeck dies, nach seinem Einfluss und dem Betra- 
gen, welches er auf dem Reichtage beobachtet, für angemessen befinden 
wird. (In dieser Richtung geht Friedrich Wilhelm bereits sehr weit) 
^usque-lä qu*on m*a rapport^ qu*entendant lire, 11 y a quelques jours, 
une lettre oti 11 ^tait marqu^ qua dans la plupart des petites diätes de 
Pologne on avait charg6 les döputös . . . de ne polnt consentlr au d6- 
cret de r^lection d'un successeur au roi de Pologne pendant sa vie, 
M. Völecteur s'^talt 6cri6 avec joie: ^„le duc d'Enghien ne sera 
donc pas rol, et la reine ne viendra pas k bout de ses pr^tentions!"" 
Schon vor der Ankunft de Lesseins' hatte der Kurfürst mit grossem Eifer 
diese Correspondenzen mit den Conföderirten und selbst mit einigen polni- 
schen Senatoren unterhalten. Er hat ihnen Goltz, den Gouverneur von 
Berlin, gesandt und soll, da er seine Confessiou als einziges Hinderniss 
seiner Absichten ansehn zu dürfen glaubte, wie man de Lesseins versi- 
chert, erklärt haben, er würde Katholik werden'), worüber die Kurfürstin 
damals bittere Thränen vergossen. Danach hat er dann einige Zeit von 
der Sache geschwiegen, aber jetzt „on m*a assurö qu'll a encore parl6 
de changer de religion, et que l'ayant dit ä sa femme, eile a tant 
plear6 que cela Fa falte malade et lul a donn^ de ces iacheux aeel- 
dents qul sont caus^s aux femmes par les maux de möre lorsqu'elles 
ont quelque grande aifllctlon; eile est en effet encore pr^sentement au 
lit" — Der Kurfürst ist von seiner Gicht genesen und de Les s eins hat 
ihn gestern besucht. Derselbe theilt ihm mit, wie ihm Radziwill*), der 
nach Warschau gegangen, geschrieben habe, die Königin habe zu ihm ge- 
sagt, sie erwarte Hoverbeck mit Ungeduld. — Alles, was de Lesseins 
ihm zu Gunsten dieser Königin und von dem geringen Yerlass auf die Con- 
föderirten sagt, macht wenig Eindruck auf den Kurfürsten. Die Frage 8es 
Gesandten, ob er nach Regensburg zu gehen gedenke, verneint er, da er 



') Vgl. oben p. 260. 

') Droysen p. 601-602. Vgl. oben p. 260. 5). 

*) Vgl. T. Orlich II. 11 ff. 



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264 ^- Bonchte von 1660 bis 1664. 

die Absicht habe ( — vennuthlich um der polnischen Angelegenheiten wil- 
len — ) nach Preußsen*) zu reisen.. II voudrait bien avoir de Fargent 
pour faire des troupes et pour ß*en servir k gagner le» personnes dont 
il aura besoin en ce royaume-lä; mais il en a si peu qu'on peut dire 
qu'il n*en a point du tout. II y a quelques jours qu'il dit dans sa 
chambre en soupirant que s'il avait de Targent, il ferait de grandes 
choses; son Imagination est presque toujours pleine de npuveautto et 
de desseins qu'il ne peut ex6cuter ou quil ne saurait de lui-m6me con- 
duire ä une bonne fin'). Si les affaires de Pologne ne lui tenaient 
fort au coeur pr^sentement, il ne laisserait 6cl^apper Tocoasion d'aller 
ä la di^te de Tempire'). II a un autre grand dessein et duquel il ne 
s'est pas cachö ä moi, qui est de faire que toute lautorit^ de Tempire 
rößide en la personne de Tempereur [et] en Celles*) des ^lecteurs, pri- 
vativement ä tous autres, et qu*il y ait toujours deux des ^lecteors 
avec Fempereur pour ßtre ses conseillers n^cessaires et gouverneurs avec 
lui [de] toutes les affaires de Tempire. II dit qu'il irait volontiers se 
tenir proche de Tempereur ä son tour une ann^e entiire, pour y gtre 
avec Tun des autres decteurs. Es ist dies ein Gedanke, der ihm schon seit 
lange durch die Kostgänger (pensionnaires) Oestreichs eingeflösst worden; 
r^lecteur de Brandebourg, qui est hautain et glorieux, qui se tient fort 
au-dessus des autres princes et ^ de la Jalousie que l'autorit^ soit si par- 
tag6e en Allemagne, ne jugeant pas de quelle consöquence est une pens^e 
de cette nature, y donnerait aveugl^ment." — Friedrich Wilhelm 
hat de Lesseins auch gesagt, der Kurfürst von Sachsen habe durch einen 
Abgesandten bei ihm anfragen lassen, wie er über die Reise nach Regens- 
bürg denke, und da er erfahren, dass er nicht dorthin gehen werde, be- 
schlossen ebenfalls zu Hanse zu bleiben. Er theilt ihm ferner mit, dass 
die Nachrichten aus Wien den Frieden ankündigten, und werde demnach, 
da sich auch der Kaiser nicht nach Regensburg begebe, dieser Reichstag 
weder wichtig noch von langer Dauer sein. 

J'ai cru que je ne devais pas nögliger de faire savoir k Votre 
Majest6 qu'un autre des desseins de M. T^lecteur dans lequel les mini- 
stres de Tempereur agissent avec lui de concert, est de tächer de d6- 
baucher les gouverneurs que les Suödois ont en Allemagne') dans les 
6tat8 qu'ils y possödent, qui sont la Pom6ranie et le pays de Br^me, 



') Der Kurfürst kam nach Preusseo, woselbst sich die ständischen Angelegen- 
heiten in diesem Jahr immer mehr verwickelten, erst im October. 
•) Vgl. Droysen p. 185. 1). 

') Nftmlich, um seine Beschwerden wider die Schweden yorznbringen. 
*) ceUe Ms. 
•) Pnisse Ms. 



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Verschiedene Plllne des Kurfürpten. Lotbringische ADgelegenbeitcn. 265 

pour faire qalls veuillent secouer le joug, chasser les Su^dois et se 
rendre maitres des pays avec Taide que Tempereur et M. Tölecteur 
leur donneraient. 

Indessen dieser Plan scheint de Lesseins chimärisch. Der Rath 
(conseil) ') von Schweden wacht mit grosser Sorgfalt über der Erhaltung 
dieser Landschaften, und jene Statthalter sind nicht bedeutend genug , um 
sich zu Herren derselben zu machen. — Vielleicht will man auf diesem 
Wege auch nur den Argwohn der Schweden gegen diese Gouverneure, 
Wrangel (in Pommern) und Königsmark (in Bremen) erwecken. En 
effet M. Felecteur a depuis long-temps, sous prötexte d*amiti6, entre- 
tenu une grande correspondance avec M. Wrangel, en lui faisant 
faire des prösents de temps en temps et en le conviant k le venir 
voir, ce que Wrangel lui avait promis, M. Felecteur sy) 6tant meme 
attendu d'avoir une visite de lui, depuis que je suis dans cette cour. 
Gleichwohl ist Wrangel nicht gekommen; entweder aus Politik, oder weil 
er nach Schweden gehen muss, wo man ihn zum Eronfeldherrn machen 
will, unter der Bedingung, dass er für immer dort seinen Wohnsitz nehme. 
Allein das, sagt man hier, sei nicht sein Wunsch und bedauert über- 
haupt in hohem Grade, dass man ihm Pommern nehmen wolle, de Les- 
seins hält freilich diese Hoffnungen auf Wrangel für wenig fest begrün- 
det. ... Königsmark, sagt man, wäre eher im Stande das Joch abzu- 
schütteln, wenn er anders der Mann dazu wäre, da er sich durch Kauf zum 
Eigenthümer des grössten Theils der bremischen Landgüter gemacht. 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 28. März 1662. 

[Vertrag Ludwig^s XIV. mit dem Herzoge yon Lothringen. Aeusterungen des Kur- 
fürsten Aber den letsteren. Noch keine näheren Nachrichten von Hoverbeck. Bericht 
de Lumbres* Über die Lage der Dinge in Polen.] 

Er hat die Depeschen des Königs vom 2. und 8. ') dieses Monats er- 28. Mftrs. 
halten. In der ersteren befahl ihm Se. Maj., in deren Namen dem Kurfür- 
sten den beigeschlossenen Bericht über die Vorgänge betreffend den Ver- 
trag des Königs mit dem Herzoge von Lothringen mitzutheilen. Er hat 
demzufolge den Kurfürsten dieserhalb aufgesucht und ihm den Bericht vor- 
gelesen. Der Kurfürst spricht seinen Dank dafür aus, dass der König ihn 
über eine Angelegenheit informiren lässt „oü 11 paraissait un proc^d^ si 
noble et si franc de la part de [Sa]*) MajestÄ et si double et si arti- 
fieux de celle de M. de Lorraine." Er behauptet seit der ersten Kunde 
(information) von jenem Vertrage etwas der Art geglaubt zu haben — und in 



') D. h. wohl der Senat. 

«)yMs. 

^ Vgl. oben die Schreiben des Königs an de Lesseins vom 2. nnd 9. März. 

«) Fehlt im Ms. 



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266 ^- Berichte von 1660 bis 1664. 

der That hatte er damals gegen deLesseins geäussert, da müsse irgend ein 
seltsamer Plan dahinter stecken. Der Gesandte hatte dies derzeit wenig beach- 
tet. Mais je ne dois pas oublier de dire pr^sentement k Votre Majestö, que 
monsieur T^lecteur ra'a dit que ce proc^d^ double de M. de Lorraine 
ne le surprenait point, puisquil avait eu dessein de le tromper lui- 
mSme presque de la meme mani^re dans le temps oü il dit qu'il fut 
sur le point d'avoir la guerre contre M. le duc de Neubourg, M. de 
Lorraine, en ce temps-lä, lui ayant envoy^ un secr^taire Italien quil 
avait alors, pour lui oflrir ses troupes et les mettre dans son service, 
ce secr^taire pressant extraordinairement de la part de M. de Lor- 
raine pour avoir Targent de M. T^lecteur qu'il dit qu'il fut presque 
sur le point de lui donner et qu'il lui allait donner effectivement, s'il 
n'eüt SU heureusement et assez k temps que M. de Lorraine avait 
d6jä trait^ et s'^tait engag^ avec M. de Neubourg son ennemi et na- 
vait envoy^ k lui que pour le duper '). — Der Kurfürst gesteht zugleich 
erstaunt zu sein, dass der König den Herzog nicht — wie einst mit Fug 
und Recht die Spanier gethan') — als Gefangeneu habe verhaften lassen. 
M. rdecteur me dit ensuite qu'il ne pouvait que louer la prudence de 
Votre Majestö de se pr6cautionner contre les surprises de ce duc. 

Der Kurfürst weiss noch immer nichts weiter, als dass Hoverbeek 
am 9. März in Warschau eingetroffen ist. Der letztere wird ausführlich in 
acht Tagen schreiben, de Lumbres hat, ebenfalls am 9. d M., berichtet, 
alles, was man thun könne, werde sich darauf beschränken, die Erneuerung 
der Constitution zu verhindern, welche die Wahl eines Nachfolgers bei Leb- 
zeiten des Königs verbietet; dies hoffe er zu bewirken. 



de Lesseins an Lionne[?]. Dat. Berlin 28. März 1662. 

[PrivataDgelegenbeitOD de Le88eiDB\ Er sehnt sich nach seiner AbreisOi weiche sich 
auch vom politischen Standpunkte zu empfehlen scheint.] 

28. März. de Les s eins' Mutter ist gestorben; in Folge dieses Ereignisses wird 

er Geschäfte in der Dauphin^ haben. J ai suivi votre conseil, et nai fait 
connaitre mon affliction k qui que ce soit . . ., afin qu'on ne croie point 
ici que j'aie int^ret de m'en retourner bientot en France. Er fürchtet 
sehr, dass seine Mühen vergeblich sind. Er ist verstimmt und leidend, wel- 
ches letztere er besonders dem schlechten üetränk zuschreibt, da es gar 
nicht möglich ist, irgend welches gute zu bekommen. Wenn er nicht bald 
die Aussicht auf einen guten Ausgang der Dinge erblickt, wird er nicht die 
Geduld behalten auszuharren, besonders wenn er dem Kurfürsten nach 



') Im Jahr 1651 (vgl. Pufendorf IV. 31. Droysen III. 1. 36. 3) ff.). 
^ Vgl. Ranke Franeös. Gesch. UI. 180. 



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ILaothriDgiscbe Angelegenheiten; Concessionen Frankreichs an den Kurfürsten. 267 

I*reu8Ben folgen müsßte, wie dies nach dem was er erfahren in der Ab- 
sicht desselben zu liegen scheint. — Er steckt ausserdem in Schulden und 
möchte die Erlaubniss des Königs zur Rückkehr haben, sobald jener es 
angemessen fände. Selbst politisch könnte dies vielleicht nicht ohne Vor- 
theil sein, da die Leute hier prahlten ihn beliebig lange zurückhalten zu 
können und sogar vorgäben, der König lasse sie darum ersuchen. 



Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. 30. März 1662. 

(Concept.) 

[de Lesseins darf die beiden Puncte seiner Instruction von einander trennen und allein 
über die Reicbsangelegenbeiten verbandeln, obne jedocb von den poIni8cben yöliig 
zu abstrabiren. Event. Versprechen einer jäbrlichen Gratification an den Kurffirsten. 
Die Erneuerung des de Luxnbres'scben Tractats, falls der Kurfürst darauf bestebt, 
zugestanden. Einwilligung des letzteren zu dem Einscbluas Pfalz - Neubnrgs in den 
Vertrag von Oliva gefordert. Versieberungen, die de Lesseins dem scbwedischen Ge- 
sandten in Berlin geben soll. Uebersendet den Bericht einer Erklärung des Marquis 
de la Fuentes über das Attentat Batteville's zur Mittbeilung an den Kurfürsten.] 

Man erlaubt dem Gesandten, die beiden Puncte seiner In- 30. März 
struction von einander zu trennen. 

Durch die Acquisition der Stimme des Kurfürsten von Brandenburg 
wird der König stets die Mehrheit der Stimmen im KurcoUegium für sich 
haben können und so gleichsam mittelbar der Herr über alle Entschliessun- 
gen des Reichs werden. 

Der König weiss ausserdem, dass die Sendung de Lesseins' in ganz 
Deutschland in der Leute Mund ist und in Wien grosse Besorgnisse ein- 
flösst. Dies muss als ein neuer Beweggrund gelten, sie nicht fehlschlagen 
zu lassen. Und wenn das Misstrauen einmal beginnt, sich zwischen dem 
Kaiser und dem Kurfürsten festzusetzen, so wird dies auch das Engage- 
ment des letzteren in Bezug auf die polnischen Angelegenheiten erleichtern. 

Indessen die Sache drängt, und wenn der Kurfürst sie hinschleppen 
wollte, wird der Gesandte erklären, dass seine Zeit durch Befehl des Kö- 
nigs auf eine bestimmte Frist (die er dann angeben wird) beschränkt ist. 

Ja, de Le SS eins' Bemühungen werden sogar von den polnischen Din- 
gen nie abstrabiren dürfen. Der Kurfürst wird sich, nach dem was er selbst 
oft gesagt und was auch in der That durch sein Interesse dringend ge- 
boten ist, wenigstens verpflichten, den betreffenden Absichten Oestreichs 
Widerstand zu leisten. So wird er denn keine Schwierigkeiten machen, 
sich Frankreich und der guten Partei anzuschliessen, wenn der Kaiser mit 
bewaffneter Hand in Polen eindringen wollte, um dort die Wahl zu stören. 

,,0n pourrait meme peut-etre le faire passer outre et Tengager ä 
d6clarer ... que si la concurrence pour cette couronne-lä se r6duit 
entre un prince fran^ais et un autrichien seulement, 11 favorisera et 
appuiera le fran^ais de son credit et de ses forces" *). 



') Vgl. Pufendorf IX. 44. 



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2ßg V. Berichte von 16(>0 bis 1664. 

Indessen wird de Lesseins alle diese Versuche nur dann anstellen, 
wenn dieselben einige Möglichkeit des Gelingens haben. — Und da der 
Kurfürst auf jene Weise noch lange nicht einmal der Hälfte von den Wün- 
schen des Königs nachkommt und durch den Rheinbund zugleich vollständig 
vor Ahndungen der Schweden gedeckt wird, wäre es unbillig zu beanspru- 
chen, dass ihm Se. Maj. dafür dieselben Vortheile und Gratificationen be- 
willige, als wenn er sich für alle ihre Interessen erklärt hätte. Gleichwohl 
soll er den Nutzen der königlichen Freundschaft fühlen: wenn er sich also 
für die Angelegenheiten des Reichs verbindet und in Betreff der polnischen 
die oben bedeuteten Versprechungen macht, wird ihm de Lesseins eine 
jährliche Gratification von 60,000 und allenfalls 60,000 Francs . . . ') bewil- 
ligen dürfen. 

Die Erneuerung des de Lumbres 'sehen Tractats erscheint nicht eben 
nothwendig, da der Rheinbund dem Kurfürsten die gleiche und sogar eine 
noch grössere Sicherheit gewährt, indem er zugleich andere mächtige Fürsten 
einschliesst. Besteht jedoch der Kurfürst auf dieser Erneuerung, so wird 
de Lesseins auch diese, mit den Zusätzen und Veränderungen, welche er 
in einer besonderen, vom Könige gezeichneten Denkschrift findet (^que vous 
trouverez dans un memoire a part signö de moi"*) *), zugestehen können. 

II ne sera plus n^cessaire de lui demander, comme il ätait porte 
dans votre instruction, qu'il . . . ') ä r^voquer son d6put6 de Ratisbonne, 
pour Tenvoyer ä Francfort*), puisque la r^assomption de la di^te a 
fait changer de face k Taffaire. 

Indessen muss man auf die Zustimmung des Kurfürsten zum Einschluss 
Neuburgs in den Frieden von Oliva dringen, welches dafür seinerseits 
die Hand zur Zulassung des Kurfürsten in den Rheinbund wird bieten 
müssen '). 

Wenn der schwedische Abgesandte sich noch in Berlin befindet, so 
wird de Lesseins ihm sagen, dass er Befehl erhalten hat, ihm von allem 
was vorgeht vertrauliche Mittheilung zu machen. Er wird denselben sogar 
davon unterrichten, dass die gegenwärtigen Bemühungen des Königs bei dem 
Kurfürsten ihr erstes Motiv in schwedischen Anmahnungen dazu haben. Ja, 
er wird hinzufügen, dass, wenn es Sr. Majestät gelingt, diesen Fürsten 
zu gewinnen, dieselbe allen ihren Einfluss anwenden wird, um die zwi- 
schen ihm und der Krone Schweden noch schwebenden Differenzen — und 



') Hier mehrere Zeilen geschwärzt. 

') Vgl. UDten. 

\) Das nächste Wort im Ms. verschrieben. 

*) Vgl. Droysen p. 602. 

^) Pufendorf IX. 36. Cum itaqne Lessanu's perspicereti electorem a se in- 
daci non posse, nt vinculo se indaeret in proprium damnam cessuro (durch An- 
schluss an die französ. Pläne in Polen), id ärgere institait, ut elector Rhenano foe- 
deri nomen daret, tum ut Neoburgicus paoe Olivensi includeretur, qui alias interces- 
surus Sit, ne elector in istnd foedus recipiatur. 



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Conoessionen Frankreichs. Der Vertrag von 1656 nnd der Rheinbund. 269 

zwar,' SO weit es in ihrer Macht, zum Vortheil der letzteren — zu erle- 
digen *). 

Der König ist ^erfreut darüber, dass der Kurfürst die lothringischen 
Nachrichten so wohl aufgenommen hat. Je vous adresse maintenant une 
autre piöce que je dösire que vous lui communiquiez, qui est la copie 
de ce que l'ambassadeur d'Espagne *), ä sa premiöre audience, m*a dit 
de la part de son maitre, en pr^sence de tous les ambassadeurs et 
ministres ötrangers, parmi lesquels j'avais pris soin d'y faire appeler 
le comte Truchses, et je ^n'assure qu'il trouvera que je ne suis pas 
sorti dösavantageusement de Tattentat de Batteville'). 

Der erste Zahlungstermin an den Kurfürsten wird sein, wenn dieser 
den Rheinbundsvertrag gezeichnet haben wird. Aber „vous pourrez pro- 
mettre qu*ä la d6livrance des ratifications du trait^ que vous signerez, 
pourvu qu'il y ait promis d'entrer dans Talliance du Rhin dans le temps 
dont vous serez convenu, je lui ferai payer une ann^e de ladite gra- 
lification . . . *) 

TJeber Veränderungen, welche der Kurfürst zu dem de Lum- 
bres'schenTractate beantragen lässt. Dat. Paris 30. März*) 1662. 

(Coneept) 

[Beigefügt noch einige Desiderata des Kurfürsten in Bezug auf den Rheinbundsver- 
trag und den Elbing betreffenden Separatartikel zum Vertrage von Oliva.] 

Sur le premier article; 30. März. 

que lalliance du Rhin ne lui pr^judicie en rien. 

Le sieur de Lesseins a la copie en main du trait^ d'alliance du 
Rhin, par lequel M. Mecteur pourra voir que non-seulement il ne lui 
est en rien pr^judiciable, mais qu1l lui sera trös-avantageux d*y en- 



') Vgl. über jenen scbwed. Gesandten in Berlin oben die Dep. yom 21. und 
28. Febr. 

*) Marquis de la Fuentes. 

') Vgl. Pufendorf IX. 25. Ranke III. 277—278. Beim Einzug eines neuen 
schwedischen Botschafters in London war es zu einem Rangstreit zwischen dem dor- 
tigen französischen und spanischen Botschafter, dem Qrafen d^Estrades und dem 
Baron Batteville, gekommen, in welchem es dem letzteren gelungen war, nicht ohne 
blutiges Handgemenge, den Platz -zu behaupten. Am 24. März 1662 liess Philipp IV. 
dem König Ludwig eine friedliche Erklärung hierüber machen. Vgl. ferner Martin 
XIII. 283 (der den Namen übrigens Vatteville schreibt). — Der König sendet 
de Lesseins dann Jenes Protocoll (Proc^s verbal contenant la d^laration que le 
marqnis de la Fuente a faite k Sa Majestd bei Dumont Corps diplomatique VI. 2 
partie p. 403 f.). 

*) Geschwärzt. 

') May Ms. 



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270 ^- Berichte von 1660 bia 1664. 

trer; et pour cet effet il faudra aj outer nommöment un article expr^a 
par lequel il sera dit que ledit ^lecteur y entrera dans le temps dont 
on conviendra. 

Sur le second; 

que le nombre sp^cifi^ pour le seeours soit augmeiit6. 

Sa Majestö croit que ledit sieur ^lecteur n'insistera plus sur cette 
augmentation, puisqu'entrant dans ralliance du Rhin, au lieu du nom- 
bre port^ par le trait^, il en aura le triple dans tous les besoins, tous 
les autres princes ätant Obligos de fournir leurs troupes aussi bien que 
Sa Majestö. 

Sur le cinqui^me; 

que les seeours ne puissent pas §tre augmentös que eonformöment 
ä la demande qui en sera faite par eelui qui en aura besoin. 

Sa Majestö en demeure d'accord. 
Sur le onziöme; 

que la Prolongation du traitö soit faite pour six ans, et qull n'y 
ait point d'interruption entre le trait^ fait et celui qui se fera. 

Sa Majestö n'a pas bien compris, par quelle raison ledit sieur 
ölecteur fait cette instance, puisque les ratifications du trait^ fait par 
ledit sieur de Lumbres, k ce qu'elle croit, n'ont jamais 6t^ 6chan- 
g^es*). Ledit sieur de Lesseins tächera d'en p6n6trer les motifs, et 
s'il n'y trouve rien de pr^judiciable pour Sa Majest^, eile lui pennet 
de Taccorder. 

Sur le douziöme; 

qu*on mette une clause gönörale au lieu de la particuliöre qui 
•porte que le trait6 ne pr^judiciera en rien aux trait^s faits avec la 
Suöde et les Provinces-unies des Pays-bas, et qu'il soit dit seulement 
en gön^ral que ce trait^ ne pröjudiciera point ä tous les trait^s faits 
avec les alli^s. 

Sa Majest^ en demeur^ d'accord, et le sieur de Lesseins se ser- 
vira de cet article auprös du resident de Suöde, pour lui faire voir 
que Sadite Majest^ n'est pas capable de prendre jamais aucun enga- 
gement contraire aux int^rets de la Suöde et au dernier trait^ de re- 
nouvellement d'alliance fait avec le comte [de Tott]. 
Touchant Talliance du Rhin') 

M. Pilecteur souhaite que tous ses 6tats d'AUemagne y soient com- 
pris Sans exception. 

») Vgl. dagegen Pufendorf VI. 12. 

*) RheinbundsTertrag am 4/14. Aug. 1658 zu Frankfurt a. M. zwischen den geiat- 
lichen Kurftirsten, Münster , Pfalz - Neuburg , Schweden -Bremen, den braunschweig. 



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Verbandlnngen Über Ernenening de» Vertrags von 1656 und den Rheinbund. 271 

U n'y aura pas difficulte ä Francfort sur cet article, on n'avait en 
autrefois point d'y comprendre ses ötats de Pomöranie qu'ä cause qu'il 
^tait d^jk dans une guen*e pour leg affaires de Pologne oti les alli6s 
ne voulaient s'embarrasser; mais aujourd'hui que ledit sieur 61ecteur 
est en paix avec un chacun, cette difficult^ a cessä, et on lui garantira 
la Pom^ranie conime ses autres ^tats. 

M. r^lecteur demande la^. garantie du Roi de Tarticle söparö qui 
conceme Elbing*). 

Le Boi ne fera nulle difficuk^ de coniirmer la d^claration qu'a 
donn^e le sieur de Lumbres*), son plönipotentiaire au trait6 d'Oliva, 
sur cette affaire, et on ne peut pas raisonnablement lui endemander 
davantage, d'autant plus que M. T^lecteur ne veut s'engager ä rien avec 
Sa Majest6 touchant les affaires de Pologne. 

Fait ä Paris le 30 mars') 1662. 



de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 4. April 1662. 

[Man zieht ihn unter aUerlei Vorwftnden hin. de Lambres über Hoverbeck. Er räth 

ab, sich in Verhandlungen bloss über die Reichsangelegenheiten einzulassen und ffigt 

ein betreffendes Memoire bei.] 

Die Proposition des Fürsten von Anhalt ist nur eine Vorspiegelung 4. Apr. 
(amusement) nnd eine arge Hinterlist gewesen um ihn zurückzuhalten, her- 
vorgegangen aus der Besorgniss, er möchte, einmal abgereist, nicht wieder- 
kehren, um lediglich über die deutschen Angelegenheiten zu verhandeln. 
Die fünf Wochen, welche man von ihm verlangt hatte, um die Berichte 
Hoverbeck's abzuwarten, sind gestern vor acht Tagen verstrichen. Man 
hat nun Briefe von diesem Gesandten erhalten, behauptet aber ihm gegen- 
über, dass die Depeschen nicht dechiflFrirt seien. — de Lumbres schreibt, 
dass Hoverbeck*) bei ihrer Conferenz und der Audienz, welche er beider 
Königin gehabt hat, fast lediglich das eine gesagt habe, „qu'un bon moyen 
pour disposer son maitre ä se joindre k Votre Majest^ ötait que le 



Herzögen und dem Landgrafen von Hessen - Cassel geschlossen; Beitritt Frankreichs 
am 15. Aug. Dieselbe Alliance^ der indessen noch mehrere Bundesgenossen beigetre- 
ten waren, am 31. Aug. 1660 zu Frankfurt mit Erweiterung des Schutzes aufSchwe- 
discb-Pommem auf drei Jahre verlängert. . 

') Vgl. oben de Lesseins' Schreiben an Lionne vom 21. Febr. 

•) S. Pufendorf VIII. 76 (vgl. IX. 42. 61). — Wir bemerken hier noch nach- 
träglich, dass de Lumbres im Friedensinstrument von Oliva bezeichnet wird als 
dominus de Herbingen, Loos et la Clojo, comes consistorianns regiique ordinis eqnes 
(8. Budawski p. 465). 

') May Ms. 

^) Vgl. hierüber Pufendorf ]X, 42 ff. 



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272 ^* Berichte von 1660 bis 1664. 

roi de Pologne fit qu'il füt satisfait sur les prttentions qu'il a en Po- 
logne." 

de Lesseins hat mit der letzten Post kein Schreiben Sr. Maj. er- 
halten. Er hätte eine genaue Anweisung gewünscht, um sich danach za 
richten, falls man ihm zu wissen thue, dass der Kurfürst mit dem Könige 
nur in Betreff der Reichsangelegenheiten einen Vertrag eingehen wolle; 
„mon opinion est que Votre Majest^ ne devrait pas y entrer pour 
ces seules affaires-lä, et j'envoie ä Votre Majesti un memoire qui coa- 
tient les raisons que j'ai d'avoir ce sentiment" *). In dieser Richtung" 
wird er also auch bis auf weitere Befehle verfahren. 



Denkschrrift de Lesseins, [o. D.]'). 

[Gründe, aus denen die Abschliessung eines auf die Reichsangelegenheiten sich be- 
schränkenden Vertrages mit dem Kurfürsten nicht rathsam erscheint.) 

Ein Vertrag des Königs mit dem Kurfürsten, welcher sich auf die An- 
gelegenheiten des Reichs beschränkte, würde dem ersteren geradezu nach- 
theilig sein, indem er seine Absichten in Polen aufhielte. 

Der Kurfürst hegt selber Absichten auf die polnische Krone. 

Und nichts wird ihn von diesem Gedanken abbringen können, ausser 
der Besorgniss sich einem Kriege auszusetzen, in welchem er keine Hoff- 
nung hätte sich auf die schützende Alliance irgend eines mächtigen Fürsten 
stützen können. 

Der Kurfürst erfreut sich der Alliance des Kaisers, aber der Krieg, 
welchen er befürchten muss, würde eben vom Kaiser ausgehen. 

Er steht sehr schlecht mit der Krone Schweden. 

Bleibt ihm also nur noch die Hoffnung auf die Protection des Königs 
mittelst einer Erneuerung des de Lumb res 'sehen Vertrags, welcher sonst 
demnächst abläuft*). 

Es wird nun gut sein, dass der Kurfürst in beständiger Besorgniss 
bleibe, Sr. Maj. zu missfallen und die Kräfte derselben und ihrer Allürten 
auf sich zu ziehen. 

Glaubt er sich dagegen, kraft eines solchen Alliancevertrages, vor dem 
Zorn Sr. Maj. gesichert, so wird er seine Absichten in Polen keck betrei- 
ben und es augenscheinlich nicht an dem Bestreben fehlen lassen, die An- 
gelegenheiten dort immer mehr zu verwirren. 

Er wird sich vielleicht gar zu Gunsten der Conföderirten zu Dingen 
hinreissen lassen, welche den König, in Rücksicht auf den König und die 
Königin von Polen, deren Autorität diese Revolten angreifen, nöthigen wer- 
den sich gegen ihn zu erklären. 

Der Kurfürst sowohl wie seine Minister bezeigen zu viel Verlangen 



») S. unten. 

*) S. die vorhergehende Depesche. 

') Der Vertrag von 1656 war zunächst auf sechs Jahre geschlossen (vgl. Pu- 
fendorf VI. 12. IX. 34. «oi\jas tempus jam fere elapsam sit"). 



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de Lesseins gegen einen auf die Beichsangelegenheiten beschrftnkten Vertrag. 273 

nach der Erneaernng der Alliance mit dem Könige in Bezog auf die deut- 
schen Angelegenheiten, um nicht dem Glauben Raum zu geben ^ dass sie 
darin lediglieh ein Deckungsmittel erharren, um dann nach Belieben ihre 
Wege verfolgen zu können, ohne sich viel um die Satisfaction Sr. Maj. in 
Polen zu kümmern. 

Der Kurfürst wird sogar daraus schliessen, dass der König den Plan 
in Polen nicht mit derjenigen Wärme ergreift, welche nöthig ist, denselben 
einem Gelingen entgegenznführen. 

Und andrerseits hat de Lesseins keineswegs alle Hofifnung aufgege- 
ben, dass sich der Kurfürst demselben doch noch vielleicht anschliesse. 
Man darf also nicht zu sehr eilen, mit ihm, abgesehen von dieser Be- 
dingung, zu verhandeln. Vielleicht wird er auf jene Absichten eingehen, 
wenn seine eigenen Interessen in Polen dabei zu seiner Befriedigung geordnet 
werden können. 

In der That hat de Lumbres geschrieben, Hoverbeck habe der Kö- 
nigin von Polen gesagt, dass der Kurfürst „ne s'^tait d6fendu d'entrer en 
traitö avec le Roi qu'ä cause qu'il avait cru que c'^tait dös cette diöte 
que Sa Majestö voulait Tobliger ä concourir avec eile pour faire riussir 
ce dessein de la suceession du roi de Pologne, et qu'il avait vu si peu 
d*apparence ä faire r6ussir une si grande affaire en si peu de temps, 
qu'il n'avait osö s'y engager.** 

Was für einen Vertrag man mit dem Kurfürsten auch schliessen möge 
derselbe wird ihn nicht enger binden als er durch den des Hrn. de Lum- 
bres gebunden war und trotz dessen er sich doch an das Haus Oestreich 
anschloss. 

„n parait assez clairement qu'il cherche ses avantages dans les 
traitös, mais qu'il consid^re peu ceux de ses alliös." 

Die gegenwärtige Conjunctur verleiht dem Bünduiss mit diesem Kur- 
fürsten keinen eigentlichen Werth, da der Kaiser sich in einem Alter be- 
findet, welches Maassnahmen behufs einer künftigen Wahl weit hinausschiebt. 
Ausserdem wüide man sich des ersteren bei einer solchen Gelegenheit auch 
nur durch grosse Summen versichern können. 

Der König besitzt durch seine anderweiten Alliancen hinreichenden Ein- 
fluss in Deutschland. 

Ebensowenig können andere Angelegenheiten beträchtlich genug sein, 
den König um ihretwillen zu einem Abkommen mit dem Kurfürsten zu vei^- 
mögen, auf die Gefahr hin, denselben als Gegner in der polnischen Sache 
zu behalten. ...'). 



*) Hier mehreren geschwärzt. 

Matar. tor Gesch. d. Gr. Kurfürsteo. IL 18 

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274 ^- Berichte von 1660 bis 1664. 

de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 11. April 1662. 

[Conferenz mit Anhalt und Somnitz am f>. April. Es ist dem Kurffirstcn unmöglich 
sich Imit den Absichten Sr. Maj. in Polen zu vereinigen. Schweden will den Eintritt 
desselben in den Rheinbund nicht dulden. Antwort des Kurfürsten an den schwedi- 
schen Gesandten, vor dessen Abreise, in puncto der pomraerschen Investitur.] 

11. Apr. Er hat durch die letzte Post kein Schreiben Sr. Maj., sondern nur 

eines Lionne's vom 22. März erhalten, worin ihm dieser ankündigt, Se. 
Maj. werde ihn binnen acht Tagen deren Entschliessungen wiesen lassen. 
— Am Mittwoch den ö''" haben ihn Anhalt und Soranitz aufgesucht und 
ihm mitgetheilt, es seien nun alle Briefe aus Polen dechiffrirt, indessen stün- 
den die Dinge dort für die Absichten Sr. Maj. so ungünstig, dass der Ent- 
schluss sich mit derselben zu vereinigen, eine Unmöglichkeit für den Kur- 
fürsten sei. Und zwar geben sie noch speciell zwei Gründe dafür au, 
nämlich *) 

1) dass man auf dem Warschauer Reichstage festgesetzt habe, dass in 
Polen bei Lebzeiten des Königs von der Wahl eines Nachfolgers nicht die 
Rede sein solle, 

2) dass man die Besorgniss hege, Sr. Maj. sei an der Durchführung 
der betreffenden Absichten nicht eben viel gelegen; dieselbe scheine sich 
vielmehr nur dem Könige von Polen zu gefallen darauf eingelassen zu ha- 
ben, da de Lumbres in Warschau mit ziemlicher Saumseligkeit (n^gli- 
gence) handele. — 

de Lesseins hat seitdem einen Brief de Lumbres' gehabt, welcher 
ihm diese angebliche ^Saumseligkeit^ erklärt. Da jener nämlich sah, da.<s 
im Augenblick auf diesem Reichstage nichts zu hoffen sei, ht er, gleichwie 
auch die Königin u. s. w., zu der Fiction genöthigt gewesen, als habe er 
alle Gedanken in Betreff der Wahl gänzlich aufgegeben — um nun ebeji 
eine günstigere Gelegenheit, sei es noch bei Lebzeiten des Königs von 
Polen, sei es nach dem Tode desselben, abzuwarten. — Da de Lesseius 
aber hiervon derzeit noch nichts wusste, hat er den genannten beiden bran- 
denburgischen Commissaren auf jene Gründe geantwortet, dass der Kur- 
fürst zwar sein vollkommen freier Herr, ihre Argumente jedoch nicht stich- 
haltig seien. Denn man habe auf dem Reichstage allerdings von dem Er- 
lass jener Constitution gesprochen, dieselbe jedoch noch nicht wirklich er- 
lassen'). Aussserdem sei Se. Maj. zu consequent, um ihre Pläne nicht 
kräftig aufrechtzuerhalten'). — de Lesseins ist nachher durchaus auf die 



•) Vgl. zum folgenden Droysen Zur Kritik Pufendorrs a.a.O. p. 101— 10*2 
sowie Pufendorf IX. 35. Cum porro nostri ostendereut, maximam negotio dilBcuI- 
tatem oriri e Polonorum constitutione nuperis comitiis condita, ne vivo rege de sno- 
cessore agatur, Lessanus id inficiari. Equidem non visum reginae et legato Gal- 
lioo in praesens amplius quid movere! 

*) sed constitutionem nondum in vim legis evaluisse Pufendorf (vgl. Droyseo 
a. a. 0. p. 102). 

') Droysen ehend. aus S o m n i t z' Diarium «^ 24. März): sein König würde nicht 

1 abstehen, er wäre gar zu sehr engagirt und wäre falsch, dass ihm das Werk 



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MTeitere Verhandlungen über die poln. Nachfolge. Der Kurf. u. Schweden. 275 

Vennuthung geführt worden, dass jene mit solchen Aeusserungen die In- 
tentionen der Königin und des Hrn. de Lumbres sondiren wollen. Uebri- 
g'ens haben sie bei dieser Gelegenheit die tleiehsangelegenheiten garnicht 
berührt, sei es non um de Lesseins zu veranlassen davon anzufangen, sei 
es^ weil ihr Gebieter nicht mehr dieselbe günstige Gesinnung in diesem Be- 
tracht bewahrt. — So war er denn bei Somnitz, um durch diesen den 
Korfürsten in jener früheren bezüglichen Stimmung zu erhalten. Falls es 
Sr. Maj. genügt über diese Dinge zu verhandeln, hatte er ihm einen Aus- 
zug aus den Briefen Hoverbeck's gesandt, woraus zu entnehmen, dass 
es mit dem Puncte der Constitution seine Richtigkeit habe. Somnitz ver- 
sichert ihn, dass der Kurfürst ül^er die Reichsangelegenheiten noch ganz 
so günstig wie bisher denke. 

Indessen bleibt de Lesseins bei seiner Meinung, dass dies von ge- 
ringem Werthe sei. 

Der schwedische Gesandte, welcher seit vier Tagen fort ist, hat Wal- 
deck gesagt, Schweden würde niemals zugeben, dass der Kurfürst in den 
Rheinbund trete. Man werde sogar dringende Vorstellungen dagegen bei 
Sr. Maj. erheben, da der Kurfürst den Verbündeten durch seine beständige 
IJnentschlossenheit in allen Dingen sonst mehr schaden i^s nützen würde. 
Derselbe Gesandte hat vor seiner Abreise schriftlich vom Kurfürsten 
die Antwort in puncto der pommerschen Investitur erhalten. Dieselbe ist 
ziemlich stolz und besagt im Wesentlichen „que T^lecteur ne sc croit 
point Obligo k se joindre au roi de Suöde pour faire demander k Tem- 
pereur par ses ministres conjointement avec ceux de ce roi Tinvesti- 
ture de la Pom^ranie, et que Tdecteur prie le roi de Su6de de ne lui 
plus faire de pareille demande." — Gleichwohl hat der Kurfürst jenem 
(wie de Lesseins von diesem selber weiss) bei der Abschiedsaudienz ge- 
sagt, er werde sich beim Kaiser dem nicht widersetzen, dass der König 
von Schweden seine Investitur in der Art wie er wünsche erhalte, de Les- 
seins dankt dem Kurfürsten für diese Erfüllung des Friedens von Münster 
im Namen des Königs. . . . 



Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. X3. April 1662. 

(Concept.) 

[de Lesteios für seine Sorgfalt belobt. Die Pläoe Lnbomirski't. Der Qedanke des 

KarfQrsten eine Yeränderang des Reichsregiments dnrchsnsetzen eine Chimftre. de Lei- 

seins soll Anhalt das Indigenat in Polen versprechen. ] 

de Lesseins' Schreiben vom 2L März *) ist eingegangen. Die Sorg- 18. Apr. 
falt, mit welcher er den König von allem unterrichtet, was er erkunden kann 



nicht sehr angelegen. Pufendorf: nee Galliae regem id negotium depositomm, sed 
non minus ante quam post mortem regia id persecutumm, velut in quod altins jam 
desoenderit, quam ut salva dignitate id deponere queat. 
*) 8. oben p. 262 ff, 

18* 



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276 ^' Berichte von 1660 bis 1664. 

und was den Dienst desselben oder denjenigen Schwedens betrifft, er- 
hält Lob. 

Hoverbeck wird keine Gelegenheit haben, seine goldene Trinkechale mit 
Nutzen anzubringen*), da de Lumbres gesehrieben hat, man habe endlich 
die wahren Absichten des Grossmarschalls ') entdeckt, welche nämlich dabin 
gingen, die polnische Krone den Söhnen Rakoczys") zuzuwenden, im 
Fall er nicht selbst darauf hoffen könnte. Er hat von Rakoczy's Mutter 
10,000 Ducaten und noch andere Sachen von hohem Werth empfangen. Ein 
von ihm abhängiger Castellau hat auf dem Reichstage den Ausschlass Prank- 
reichs, Oestreichs, des Moscowiters und aller deutschen Fürsten durchsetzen 
wollen, um nur noch die Ansprüche des Marschalls oder Rakoczy's gel- 
ten zu lassen. 

Der Gedanke des Kurfürsten in Bezug auf die Reichsangelegenheiten *) 
ist eine Chimäre. Der Wiener Hof würde sich noch weniger dazu verste- 
hen als die Reichsfürsten und Stände 'desselben, und diese zusammen sind 
mächtiger als das Kurcollegium. 

Es giebt noch ein Mittel den Kurfürsten in den polnischen Angelegen- 
heiten zu engagiren, und de Lesseins soll es anwenden, wenn es nicht 
schon zu spät ist, nämlich dem Fürsten von Anhalt zu versprechen „qu'ou 
lui procurerait Findigönat de la Pologne, lequel le rendrait capable de 
tenir des biens de la röpublique, et que le roi de Pologne lui en don- 
nerait conformöment k sa condition/' 



de Lesseins an Lionne. Dat. Berlin 25- April 1662. 

[Verl&sst diesen Hof, wo er nar noch Ghicanen, Hoohmath and bösem Willen be- 
gegnet. Der Kurfürst geht cur Messe nach Leipzig. Ankunft eines kaiserlichen 

Couriers.] 

25. Apr. . . . J'ai eu tant d'embarras aujourdliui et des chicanes si ridi- 

eules ä soutenir, que je n'ai pas eu le temps d'^crire au Roi. . . . J'ai 
trouv^ une gloire si hors de propos dans Tesprit de M. de Brande- 
bourg ou dans celui de ses conseillers et d'ailleurs tant de mau- 
yaise volonte et si peu d'affection pour Sa Majest^, que je me touve 
Obligo de prendre demain cong6 de M. l'ilecteur *). ... M. T^lecteur 
partant demain pour aller k la foire de Leipsic, son voyage devant 
€tre de quinze jourS; il a fallu que j'aie pressö, et c'est ce qui ma 
donnö lieu de connattre la mauvaise volonte de M. l'deeteur. 



») Vgl. p. 263. 

') Lubomirski. 

*) Der frühere Fürst yon Siebenbürgen Georg BakocBj; ygl. Pafendorf 
IX. 44. 

*) Vgl. oben p. 264. 

^) Vgl. Pufendorf IX. 36. ... abrupt« tractatione non sine offenoae significa- 
tione discedebat. 



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de Leastsi». verlässt Berlin. 277 

de LesQeins will nun nach Dresden^ jedoch zuvor nock nach Leipzig 
gehen. 

Man hat ihm eben mitgetheilt^ dass die Yeranlaseang des Hochmaths 
^dieser Leute" („de ,ces gens-ci") die Ankunft eines kaiserlichen Couriers 
sei, welcher diesen Morgen mit sehr höflichen Briefen hier eingetroffen. 



de Lesseins an Ludwig XIV.*) Dat. Hamburg 13. Mai 1662. 

[Abschiedsaadiens am 26. April. Der Kurfdrst will yon einem Vergleich mit Pfalz- 
Neuburg darchaus nichts wissen. Die Cölner Conferens ebenfalls abgebrochen. Hat 
den RurfQrstcn noch in Leipzig gesehen, wo derselbe mit demjenigen von Sachsen 
zQsammentraf. Man wollte Ton ihm nur eine Verlängerung des de Lumbres^schen 

Vertrags.] 

Er hat seither auf schleunige Erledigung seiner Negotiation gedrungen 13. Mai. 
und dabei die Gewissheit gewonnen, dass er nicht länger am Hofe des Kur- 
fürsten verweilen konnte, ohne der Würde des Königs zu nahe zu thun. 
So sachte er denn seine Abschiedsaudienz nach, welche am 26. April statt- 
fand. Dabei Hess sich zuerst allerdings alles zur Ausgleichung an und der 
Kurfürst zeigte sich ebenso bereitwillig einen Vertrag abzuschliessen als 
seine Minister schwierig, hochmüthig, schwankend und krittlich (^difficiles, 
orgueilleox, incertains et pointilleux^) gewesen waren. Er wollte zwar, dass 
auch Preussen in den Rheinbundsvertrag mitaufgenommen würde : aber hie- 
für hätte sich immerhin eine Vermittelung finden lassen, wenn er nur irgend 
ein Mittel zur Ausgleichung mit Neuburg hätte hören oder vorschlagen 
wollen. Aber über diesen Punct ereiferte er sich im Gegentheil in so selt- 
samer Weise, dass alles, was de Lesseins vorbrachte, ganz vergeblich 
war "). Mais il vaut* encore mieux qu'on dise que cette affaire ne se 
faisait point, parce que Sa Majestä ne youlait rien faire qui ddt pr6- 
judicier ä un de ses alli^s que s41 avait paru qu'elle se M rompue 
pat la mauvaise disposition qu'il y efit eu en M. T^lecteur d'entrer 
dans les int^rßts de Votre Majestö. Je pris cong6 de lui, sans qu'il 
vonldt changer de sentiment. — Die Minister sagen ihm noch, dass die 
Cölner Conferenz bereits in gleicher Weise abgebrochen worden sei. Er 
ist von Berlin nach Leipzig gegangen, wo er den Kurfürsten zweimal ge- 
sehen hat, „qui s'y est abouchö avec TÄlecteur de Saxe et qui y est 
all^ Bous le prötexte de la foire." Indessen hat er auch dort die Stim- 
mmig bei dem Kurfürsten wie bei dem Fürsten von Anhalt in Bezug auf 
Neuburg unverändert gefunden. Der letztere hat ihm zugleich gesagt 



') Nicht ganz dechiffrirt. 

') Vgl. Pufendorf IX. 36. Cum itaque Lessanus perspiceret, electorem a se 
indad non posse, ut rinculo se indueret, in proprium danmum cessnro; id urgere 
institoit, ut elector Rhenano foederi nomen daret, tum ut Neoburgicus paci Olivensi 
induderetur , qui alias intercessurus sit, ne elector in istud foedus recipiatur. Sci- 
Hoet ut praeteztum nancisoeretur tractationem abrumpendi, reique 
iofectae culpam in electorem conferendi etc. 



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278 V. Berichte ynn tOdO bis 1664. 

qu'ils aYai^"<i tous cru que je ne m'en irais point sans faire un traite 
puur la continuation de celui qu'avait fait M. de Lumbres, et c'est 
seulement ce qulls avaient prötendu de moi *), comme je le reconnaiÄ- 
sais depuis fort long-temps." — Seit fünf Tagen ist er nun in Hamburg. 



Schwerin an Lionne. Dat. Berlin 25. Jan. 1663. 

1663. Schwerin bedauert, im vergangenen Jahr nicht de Lesseins gesehen 

25. Jan. zu haben'), den ihm Lionne empfohlen hatte. — Beglaubigt Blumen - 
thaP), seinen Schwiegersohn. 

Dat. Paris 24. März 1663*). 

.Mars. Man conferirt hier unausgesetzt mit Blume nthal. Frankreich ist wohl 
geneigt den Königsberger Tractat zu erneuern, aber es will auch, dass Neu- 
burg in den Tractat von Oliva eintreten dürfe. Da Blumenthal dagegen 
erwidert hat, seine Instructionen enthielten nichts über diesen Pünct und 
die zum Anschluss an den Vertrag von Oliva freigelassene Zeit sei ver- 
strichen, so hat man es hier für angemessen befunden, diese Angelegenheit 
bei Seite zu lassen, ohne sich darauf zu versteifen, damit den Kurfürsten 
nicht dieser Anstoss etwa auf so gutem Wege aufhalte. — Da derselbe 
übrigens auch in den Rheinbund treten will, so fürchtet man wiederum, das? 
Neuburg dem widerstreben, ja für diesen Fall seinerseits wird ausscheiden 
wollen. Gleichwohl wird man hier sein möglichstes thun um beide zu me- 
nagiren und nichts versäumen sich Brandenburg gefällig zu erweisen, damit 
dasselbe nicht Kehrtum mache. 



de Lesseins an Lionne [?]• Dat. Romans*) 23. Mai 1663. 

[Ceremoniell, welches der Karffirst wHhrend seiner Anwesenheit am hrandenbnrgischen 
Hofe ihm gegenüber beobachtet hat. Er räth davon ab, dem neuen Gesandten an 
den Karfttrsten den Character eines Botschafters zu ertheilen. Das Beispiel Bran- 
denburgs dürfte auch den Anschluss Kursachsens an Frankreich nach sich ziehen. 
Frankreich geneigte Persönlichkeiten am brandenburgischen Hofe. 

^.IM. PouT satisfaire k Vordre que vous m'avez fait par M. de Pom- 
miers de vous faire savoir, si M. l'^lecteur de Brandebourg me faisait 
couvrir aux audiences que j'ai eues de lui; je vous dirai qu'aox deux 



') Pufendorf a. a. O. Cui elector demonstrabat, sibi potius yideri foedus quon- 
dam in Borussia conclusum renovari etc. 

") Vgl. oben de Lesseins* Depeschen v. J. 1662 

») Vgl. über dessen Sendung nach Frankreich Pufendorf IX. 56 flf. (vgl. 52^ 
und Übrigens über Christoph Caspar v. Blumenthal im allgemeinen Klap> 
roth u. Cosmar p. 361. v. Kessel Tagebuch ▼. Buch's H. p. 90. (l. 2). 

*) Ohne n&here Bezeichnung. 

*) An der Is^re in d. Unter-Dauphin^. 



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Blumenthal wieder nach Frankreich. Ceremoniell am brandenburg. Hofe. 279 

premi^res et k la derni^re qui fiit celle de cong6 il ne me fit point 
con-vrir; mais qu'aussi il ne se couvrit point et me traita d'ailleurs trAs- 
civilement, s'etant avancö chaque fois jusqu'ä la porte de sa chambre 
pouT me recevoir et m'ayant men6 dtner avec lui aprös chacune de 
ces audiences-1^. Aux autres audiences ou visites que je lui ai faites 
il m'a fait couvrir assez souvent. Lorsqu'en me promenant avec lui 
dans son cabinet, il se trouvait avoir son chapeau, et qu'il se cou- 
vrait, il me faisait couvrir en mSme temps; je Tai vu aussi deux fois 
lorsqu*il 6tait au lit incommod^ de la goutte, et chaque fois il me fit 
donner un fauteuil, et me fit couvrir lorsqull mettait son bonnet. En 
qtxantit^ d'autres occasions marcbant avec lui dans sa maison ou all- 
leurs, il m'a fait couvrir. D est presque toujours cependant sans cha- 
peau, et m6me quand il passe dans ses antichambres, il le tient tou- 
jours ä la main et va saluant fort civilement tous ceux qui s'y ren- 
contrent. En se mettant k table, il quittait son chapeau, et je donnais 
le mien k Tun de ses pages; il me faisait asseoir k table avant les 
princes qui se trouvaient dans sa cour, et je m'y suis vu avant le 
duc de Hanovre de la maison de Brunswick, un landgrave de Hom- 
bourg, le prince d 'Anhalt, un duc de Mecklembourg et le fils ain6 
du duc de Courlande, neveu de T^lecteur; un gentilhomme de Tdecteur 
me donnait k boire, et tous ces princes n'ötaient servis que par leurs 
pages k eux. Avant que me mettre k table, trois gentils-hommes me 
prösentaient k laver, Tun tenant un bassin, Vautre Taigui^re et Fautre 
la Serviette. Apr^s le repas, je donnais la main k madame T^lectrice 
pour la ramener k son appartement, et M. FÖecteur le plus souvent 
la donnait k la princesse d'Anhalt, Tusage ^tant qu'au lieu des offi- 
eiers de cette princesse -la personne qui tient plus de rang lui donne 
la main ordinairement; je la lui ai donn^ encore de cette maniöre en 
une promenade dans le jardin de Berlin. Dans son carrosse M. F^- 
lecteur me faisait toujours asseoir aupr^s de lui et m'y faisait monter 
avant M. le prince d'Anhalt, et quand il allait dans une calöche oü 
il n*y avait place que pour deux personnes, il m'y faisait monter prö^- 
förablement k toutes les personnes de sa cour. J'ai jou6 souvent avec 
lui aux d6s, et sa coutume k ce jeu-lä, est d'etre debout et d6couvert; 
mais des qu'il se couvrait ou qu'il se faisait donner un si^ge, il me 
faisait couvrir et me faisait asseoir en meme temps. 

Enfin, pour les honneurs et la civilit^, j'en ai re^u tout autant 
que j'en pouvais recevoir de ce prince , n'ayant que le caractöre d'en- 
voy6. J'aurais souhait6 qu'il eüt 6t^ aussi port6 k conclure les choses 
que le ßoi pouvait dteirer de lui comme il 6tait toujours dispos^ k 



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280 ^- Berichte ▼<»» 1660 bis 1664. 

me bien traiter dans les cär6inonies. Mais ce qui n'^tait pas mdr en 
ce temps-lä pourra Tetre pr^sentement, et je souhaite que le voyage 
de celui que je juge que le Roi doit y envoyer soit aussi heureux 
que la disposition y semble bonne. Je crois cependant vou» devoir dire 
que mon sentiment n'est pas que le Roi donne le caractere d*amba&- 
sadeur k celui que Sa Majestö enverra dans cette cour-lä.; ä cause que 
r^lecteur ne voudrait pas lui donner la main, et qu'il prötend et uscr 
autrement que les autres 6lecteurs, depuis qull a la souverainetö de 
Prasse*). Je crois aussi qu*il est n6cessaire de vous faire savoir que 
Fexemple de T^lecteur de Brandebourg pourra contribuer ä donner 
quelque disposition ä celui de Saxe de se') joindre dans les memes 
int^rßts, s'il voit que Tdecteur de Brandebourg s'attache sincdrement 
ä ceux du Roi, le comte de Kinski*), qui est un gentilhonune de 
la cour de Saxe, m'ayant fait dire ä Leipsic, apres la conförence que 
j y eus avec les ministres de Tölecteur de Saxe*), que T^lecteur de Bran- 
debourg donnerait un grand branle ä celui de Saxe, s'il prenait le 
parti de France, et qu'il n'y avait que cet exemple qui püt dötadier 
cet decteur des int^rets de Tempereur. Celui que le Roi enverra k 
Berlin trouvera de Taffection pour les int^rets du Roi auprös du sieur 
de Pöllnitz, grand -ecuy er et colonel du r^giment des gardes de 
r^lecteur. II trouvera aussi les sieurs Goltz et Wehsen*) fort bien 
intentionn^s pour les avantages de Sa Majestö, le premier desquels est 
gouveraeur de Berlin et Tautre est un gentilhomme du pays de Gueldre, 
grand-6euyer de madame Tölectrice et chambellan et capitaine des gar- 
des de M. r^lecteur. Si madame la princesse-douairiöre d'Orange est 
participante de la n^gociation qui se doit faire, on pourra aussi pren- 
dre confiance au comte de Dohna'), qui est du conseil de T^lecteur 
de Brandebourg: autrement, il s'en faudra d6fier, parce qu'il est enti6- 
rement k eile. 

Blumenthal an Lionne. Dat. Paris 26. Jan. 1664'). 

1664. Blumenthal schickt die seine Negotiation betreffenden Entwürfe. Er 

26. Jan. bittet Lionne zu ermöglichen, dass dieselbe baldigst zum glücklichen Ziel 

') Vgl. unten Abschnitt VI. 
') ie Ms. 
') quinski Ms. 
*) Vgl. oben p. 277. 

^) V^s Ms. Bei y. Orlioh I. 550 ein Öbrist Wehsen bei dem Leioheobegftng- 
niss der Enrfürstin Laise aufgeführt. 

•) Graf Friedrich zn Dohna. Vgl. oben p 48. 7Q. 228. 
') Vgl. Pufendorf IX. 58. 



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Negotiation Blamenthal's. Franz. Garantie d. Separatartikels s. Yertr. t. OliVa. 281 

gelange, und dass er demnächst — um den Befehlen Sr. Kurf. Durchl. ent- 
sprechen zu können — Audienz in Angelegenheiten des Prinzen von Ora- 
nien erhalte. — Das Zutrauen, welches er in die Güte Lionne's setzt 
und die mehrfachen Beweise derselben, die er erfahren, lassen ihm keinen 
Zweifel y dass derselbe ihm in beiden Beziehungen fordernd entgegenkom- 
men wird. 

Blumenthal an Lionne. Dat. Paris 28. Jan. 1664. 

Er hat, durch Lionne's Güte, schon heute Audienz bei dem Könige 28. Jan. 
in der oranischen Angelegenheit erhalten und dankt demselben dafür. Der 
Kurfürst wird sich ihm auf immerdar sehr verpflichtet fühlen, wenn es ihm 
gefsilllg ist, den guten Intentionen des Königs bei der abermaligen Erwä- 
gung zu secundiren, worin dieser, wie er gesagt hat, die Sache ziehen will. 
Ausserdem verspricht sich Blumenthal eine gleich schleunige Erledigung 
des Hauptgegenstandes seiner Verhandlung '). 



Dat. 5.(?)Febr. 1664*). 
(Abschrift) 

Serenissimi Electoris Brandenburgici consiliarius Status intimus et 5.(?)Feb. 
ad Christianissimum Galliarum Regem deputatus extraordinariuS; Chri- 
stophorus.Casparus liber baro a Blumenthal, publico hpcce 
instrumento, nomine mandatoque Suae Serenitatis Electoralis, notum 
testatumque facio quibuscumque interest: quod licet christianissimus 
Galliarum et Navarrae Rex ac Dominus Dominus Ludovicus XIV. 
ratificationem guarantiae super toto articulo separato declaratorio ar- 
ticuli secundi instrumenti pacis Olivensis ediderit; nihilominus Serenitas 
Sua electoralis, quantum attinet civitatem Elbingensem, offlciis quae 
Sua') Christianissima Regia Majestas ipsi apud regem et rempublicam 
Poloniae sincere praestare vult, contenta futura neque dictam guaran- 
tiam ad quicquam quod dictam civitatem Elbingensem concernit exten- 
sura sit. In cuius rei fidem etc. 

fNTous soussigu^s avons convenu de la r^versale ci-dessus transcrite 
touchant la cit6 d'EIbing; mais d'autant que M. le baron de Blumen - 
thal a d^clar^ qu'il n'avait pas un pouvoir süffisant pour cela, nous 
sommes demeur^s daccord qu'en cas que S. A. ^1. de Brandebourg 
n'approuve pas ladite röversale, et qu'elle fasse quelque difficult6 d'en 
fournir ses lettres de ratification en bonne forme dans le m§me temps 



') Emeaemng der Alliance mit Frankreich. 
') Vgl. Pufendorf IX. 58. 
') 8aora Ms. 



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282 ^- Beif^^^^^ von 1660 bis 1664. 

qu'elle est obligfee de fournir Celle des articles que nous avons ce jour 
d'hui sign^s, lesdits articles demeureraient nuls et comme non avenus, 
et que nous nous rendrions de part et d'autre sincörement et de bonne 
foi tous et un chacun') les actes et papiers que nous avons sign^s et 
nous sommes remis Tun k Tautre, lesquels n'ont 6t6 d^livrös qu'avec 
cette condition expresse que S. A. öl. de Brandebourg approuverait et 
ratifierait dans le terme susdit ladite reversale'). . . . Fait ä Paris le . .*) 
jour de ftvrier 1664. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. Paris 8. März 1664*). 

(Abschrift.) 

8. Märe. Der König bezeigt, bei Gelegenheit der Rückkehr Blumentliars*), 

seine Wohlgeneigtheit und seine Zufriedenheit mit dem Verhalten dieses 
Gesandten, auf welchen er zugleich in Betreff alles dessen, was sich wäh- 
rend der Negotiation desselben in Paris zugetragen, verweist. Diese wäre 
glücklich zum Zweck gekommen, wenn Blumenthal hinsichtlich einiger 
Schwierigkeiten, die aufgetaucht^ von den Intentionen des Kurfürsten un- 
terrichtet gewesen wäre. Indess glaubt der König, dass diese bei Bla- 
menthal's Ankunft leicht überwunden werden werden. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 15. Mai 1664. 

25. Mai. In lateinischer Sprache. Schickt Blume nthal zurück, um die schwe- 

benden Verhandlungen zum Abschluss zu führen*). 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. 8p. 15. Mai 1664. 
25. Mai. Desgleichen. In französischer Sprache. 



Der Kurfürst an Lionne. Dat. Cöln a. d. Sp. 15. Mai 1664. 
25. Mai. Desgleichen. In lateinischer Sprache. 



') une chaoune Ms. 

') Und zwar unbeschadet derjenigen Rechte, welche die Bevollmächtigten ihren 
Herren yorbehalten haben, im Fall gegenwärtiger Tractat unvollzogen bleibt. 

*) Die Zahl offen gelaasen. 

♦) Vgl. Pufendorf IX. 58. 

■^3 vConseiller en votre conseil d'^tat et prive, votre chambellan, chevalier de 
l'ordre de St.- Jean, commandeur'de Supplingenbourg et votre d^put^ extraordinaire.* 

•) Vgl. Pufendorf IX. 59. 



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Nener Alliaoce vertrag mit Frankreich. Nochmalige Sexidang Blumenthars. 283 

Garantie Ludwig's XIV. für den Separatartikel des Friedens von 25. Mai. 
Oliva. Dat. Fontainebleau 26. Mai 1664. — In französischer Sprache, un- 
terzeichnet von Ludwig XIY. und Lionne'). 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. ') Dat. Berlin 6. Juni 1664. 

[Bezeigt seine Befriedigung über den abgeschlossenen Vertrag, hat Blumenthal an- 
gewiesen, no6h einige andere Puncte, welche sein Interesse angehen, anzuregen.] 

Monseigneur mon trös-honor^ cousin, Falliance qu'il a plu k Votre 16. Juni. 
Majest6 de faire avec moi ') ayant 6t^ sign^e et ratifiöe, j*ai Wen voulu 
töinoigner k Votre Majest^ la satisfaction qui m*en reste et Tassurer en 
m6aie temps, que j'aurai beaucoup de soin de faire paraltre ma con- 
duite confonne k tout ce qui y a 6t6 stipul^ de ma part. Et comme je 
me fonde k cette heure d'autant plus sur la bienveillance dont Votre Ma- 
jest^ m'a toujours honor6, je me promets avec justice Teffet de tant de 
promesses que Votre Majest6 m'a fait faire par ses ministres qu'elle a 
envoyös vers moi. J'ai chargö donc le baron de Blumenthal de faire 
des instances aupr^s de Votre Majest^ et lui proposer encore quelques 
autres points qui touchent mon int^rct*), suppliant Votre' Majest^ de 
me r^jouir d'une favorable r^ponse et de s'assurer que je recevrai cette 
royale faveur avec la reconnaissance que Votre Majestö pourra dösirer, 
qui je serai toujours et v^ritablement — Monseigneur mon trös-honor^ 
cousin — de Votre Majest^ — le tr^s-humble et trös-ob^issant servi- 
teur — Frideric-Guillaume Electeur de Brandebourg. — De Berlin 
ce 6 du juin 1664. 

Brandenburgische Denkschrift an Ludwig XIV.*) [o. D.]') 

(Abschrift.) 

[Weitere Bitten des Kurfürsten an <fen König nach dem Abschluss des Vertrages.] 

Sire, les lumiöres que Votre IVIajest^ s'est acquise par Tapplication 
continuelle aux choses qui la regardent lui ont pu faire cbnnaitre Tar- 
dent d^sir que monseigneur T^lecteur a toujours eu de s'unir avec eile 



•) Lateinische Uebersetzung bei Pufendorf IX. 61. 

') Eigenhändig. 

') Vgl. Pufendorf IX. 59 60, auch Mignet N^gociations relatives k la 
Buccession d'Espagne sous Louis XIV. 11.20. — Der Vertrag datirte vom 
6. März 1664. , 

*) S. unten. 

^) Durch Blumenthal fiberreicht. 

*) 8. unten den Brief Ludwig's XIV. an den Kurfürsten von Anfang Septem- 
ber 1664. 



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284 ^' Berichte tob 1660 bis 1664. 

d*une 6troite amiti*: tdmoin Tenvoi vers Votre Majestö de son d6putö 
extraordinaire, le sieur baron de Blumenthal, par deux voyages 
consöcutifs '). Et comme S. A. 61. est heureusement venue k bout de 
ses ßouhaits par le traitö qui vient d'etre conclu, et se fondant avec 
cela 8ur les assurances de la bienveillance rojale de Votre Hajestö, 
eile s'en ose promettre qu'elle lui aecordera sans aucune difficultö les 
points suivants, savoir 

1) un prompt payement des cent mille 6cus qui lui ont 6t6 promis 
k diverses fois par les ministres de Votre Majest^, et nommöment par 
les sieurs de Lumbres et Terlon; 

2) Monseigneur T^lecteur souflfrant beaueoup de tort de MM. les 
Etats des Provinces-Unies au sujet d'une prötention dont le sieur baron 
de Blumenthal a inform^ MM. les ministres, il plaise k V. M., comme 
ami et alli6 commun, d*ordonner ä M. le corate d'Estrades') de leur 
faire agr6er la liquidation que S. A. 61. leur a Offerte et que toutes 
les provinces k la r^serve de celle de Hollande') ont d6jä acceptöe; 

3) de d6f(6rer aux instances que S. A. 61. a fait faire k Votre Majest6 
par son d6put6 extraordinaire au sujet de la restitution absolue d'O- 
range, tant pour les m6rites de cette illustre maison que pour les esp^ 
rances que le prince d'aujoürdliui donne de rendre un jour k Votre 
Majest6 les memes Services que ses pr6d6cesseurs Rois ont re^us des 
d6funts princes d'Orange ses devanciers. 

4) Votre Majest6 ayant agr66 d'etre arbitre des difförends d'entre 
monseigneur le duc de Savoie et les habitants de la religion r6form6e 
des vall6es de Pi6mont *), il lui plaise de faire remettre k ces pauvres 
gens le payement des 113,000 livres que Son Altesse S6r6nissime leur 
demande. — Au Roi. 



Vollmacht fllr Gravel, dem Vertrage zwischen Kurbranden- 
burg und Pfalz -Neuburg zu assistiren. Dat. Fontainebleau 

4. Juli 1664. 
(Concept.) 

4. Juli. Der König hegt den lebhaften Wunsch, eine vollkommene Einigang der 

GesinnuDg und der Interessen zwischen Brandenburg und Neuburg herbei- 



') 8. oben. 

*) Damals fransös. Ges. im Haag. 

*) Vgl. Pufendorf X. 1. — Die s. g. Horfyser'sohe Schuld. 

*) Vgl. Bas Dago Aonales des Provinces-Unies I. 731. t. Orlioh ü. 542. 



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Weitere Forderangen d. Kurf. an Frankreich. Ausgleichung mit Pfals-Neuburg. 285 

geführt zu sehen ^). Zo diesem ßehnf hat Se. Maj. Herrn Gravel, Mit- 
gliede ihres Staatsraths and ihrem Deputirten und Bevollmächtigten bei dem 
Reichstage zu Regensburg, Ermächtigung und besondern Auftrag gegeben, 
den Conferenzen beizuwohnen, welche dort') zwischen den Commissarien 
jener beiden Fürsten wegen endgültiger Schlichtung ihrer Diflferenzen und 
Ansprüche in Aussicht stehen*). Er wird dabei, im Namen Sr. Maj., als 
Vermittler auftreten, um einen Ausgleich der Parteien auf billige Bedin- 
gungen hin zu bewirken und sogar den König zur Garantie dieses Vertrags 
engagiren sowie denselben oder doch gewisse Artikel desselben zeichnen. 
Se. Maj. wird ihre Ratification dann in der Weise und binnen derjenigen 
Frist geben, über welche man übereinkommen wird. 



Bourdois*) an Lionne.[?] Dat. Berlin 9. Juli 1664. 

Bittschrift. — Bourdois war, wegen einer Denkschrift über die pol- 9. Juli, 
nischen Angelegenheiten, in der Bastille gewesen. — ... Aprös le trait6 
de paix d'Olive, la reine m'envoya en SuMe, avec le comte de Schlip- 
penbach, qui fit naufrage et duquel je me [suis] sauv^. — Post- 
Script um. Si Votre Excellence d^sire m'honorer de ses commande- 
ments, eile pourra adresser ses lettres ä M. le baron de Verpre[?], 
gentilhomme prös S. A. äl. de Brandebourg, ä Berlin. 



Ludwig XIV. a. d. Kurflirsten. Dat. Fontainebleau 25. Juli 1 664. 

(Abschrift.) 

[Zeigt ihm an, dass er dem Kurfürsten von Mains, auf dessen Qesuch, ein Truppen- 
Corps zur Unterwerfung Erfurts schickt] 

Mon firire, V^lecteur de Mayence m'ayant requis, en vertu du trait^ 25. Juli. 
de notre alliance, de Tassister d*un corps de cavalerie et d'infanterie, pour 
lui donner pioyen de r^duire ses sujets de la ville d'Erfort qui ont 
€U mis au ban de Tempire lequel leur a d^jä ^t6 signifiä par un des 
hörauts d'armes de Tempereur, j'ai volontiers embrassä cette occasion 



') Ueher das Zustandekommen derselben Tgl. Pnfendorf IX. 71 ff. 

') In Regensburg. 

') Von solchen Conferensen sagt Pufendorf nichts. Wohl aber heisst es dort 
s. J. 1663 (IX. 71) sQuanquam et ejus (Neoburgici) legatus Joannes Ernestus 
Rauten sie iniuB Ratisponae apud electorales de ea compositione moverety ac prin- 
cipi suo propositum Galli ac Monasteriensis praesulis officium adhibere, quod Caesar 
istud aögre in se susceptums sit.* Doch lehnt der Kurfürst dies ab , quia judica- 
bat, adhibitis proxenetis negotio non parum difficultatis acoessumm etc. (Vgl. v. Or- 
lich n. 108.) 

*) Vgl. Pufendorf IX. 32. — Er nennt ihn Burdegalensis und fibersetct 
dies am Rande mit Bourdeauz. 



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2QQ V. Berichte Ton 1660 bis 1664. 

de tömoigner ä un prince mon alli6, combien les intörSts de mes con- 
föd^res me sont toujours k coeur, et avec quelle foi et ponctualitä 
j'observe toujours toutes les conditions auxquelles je me trouve en- 
gag6 par mes trait^s. J'ai donc commandä un eorps de troupes que 
j'envoie audit 6lecteur de Mayence*) pour le servir et agir sous ses 
ordres ä la röduction de ladite ville d^claröe rebelle et mise au ban 
de Tempire, et j*ai voulu en mßme temps vous donner avis de ma r^ 
Solution eomme ä mon bon ami et alli6 et meme pour la part que 
vous devez avoir, comme decteur et prince de l'empire si considörable, 
de tout ce qui se passe dans T^tendue dudit empire, afin que vous 
soyez inform^ de mon Intention, et que, bien loin que cette marche 
de troupes doive donner ä personne aucun ombrage ou Jalousie, je 
n*y ai autre but que de prot^ger une cause si juste et de satisfaire aux 
obligations de mes traitös, ä quoi je ne doute nuUement que vous [ne] 
donniez votre approbation et vos louanges, consid^rant d'ailleurs qae 
je ferais bien volontiers pour vous la mßme chose, si jamais vous en 
aviez le m6me besoin etc. 



Ludwig XIV. an den Kurfllrsten. Dat. l.(?)*)Sept. 1664, 

(Concept.) 

l.(?)Sept. Schreiben, Blumenthal, bei dessen Heimkehr'), mitgegeben. Das 
Betragen dieses Gesandten sowohl als der glückliche Erfolg seiner Ver- 
handlung haben Sr. Maj. zu grosser Befriedigung gereicht. II m'a remis 
en partant une nouvelle lettre de vous, avec un memoire ^) touchant 
quelques -uns de vos int^rets, sur quoi lui ayant aussitöt fait savoir 
mes sentiments et mes intentions, je crois me pouvoir enti^rement re- 
mettre au compte que ledit baron lui-m6me vous en rendra. . . . 



Ludwig XIV. an den Kui-flirsten. Dat. Paris 22. Nov. 1664. 

(Concept.) 

[Die Streitigkeiten im mecklenburgischen Hause betreffend.] 

22. Not. Mehrere Gründe lassen es dem Könige sehr wünschenswerth erschei- 

nen, ein gntes Einverständniss zwischen den sämmtlichen Mitgliedern des 
mecklenburgischen Fürstenhauses hergestellt zu sehen. Zu diesem Zwecke 
entsendet er Herrn du Fresne, Mitglied seines Staatsraths. Und da er 



*) Vgl. B. B. Rousset Hist. de Lonvois I. p. 69 f. 

') Die Zahl undeutlich. 

») Vgl. Pufendorf IX. 64. 

♦) S. oben p. 283—284. 



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Frans. Truppencorps gegen Erfurt. Streitigkeiten im mecklenburg. Hause. 287 

erfahren hat, dass der Kaiser den Kurfürsten von Brandenburg zum Com- 
missar für die Wiedereinsetzung der Herzogin Christine') in ihre Güter 
gemacht hat, so hat er den Herrn du Fresne auch beauftragt Se. Kurf. 
Durchl. aufzusuchen, und zwar u. a. um dieselbe darauf hinzuweisen, [qu'Jil 
ne sera pas besoin d'en venir ä aucune voie de fait pour cette ex6- 
cution, mon cousin, le duc Christian de Mecklembourg, y donnant 
volontiers les mains et m'ayant engag^ sa parole de rendre ä ladite 
princesse tout ce qui lui appartient; mais je souhaiterais comme un 
effet tr^8-agr6able de Tamitiö que vous m'avez promise en renouvelant 
le trait^ de notre ancienne alliance, que vous voulussiez bien vous pr6- 
valoir d'une oecasion si favorable pour moyenner par votre adresse et 
par votre credit un aceommodement entre les parties de leur autre 
plus grand diflF(6rend.** — Es würde dies dem Kurfürsten ohne Zweifel 
gelingen, und genannter du Fresne, welchem er vollen Glauben schenken 
darf, wird ihm die Gedanken des Königs über diesen Gegenstand ausführ- 
licher auseinandersetzen. 



Der Kurftlrt an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 5. Dec. 1664, 

[Entsendet den Herrn Matthias, um den Salzhandel mit Frankreioh zu erleichtem und 
durch einen Vertrag zu ordnen.] 

Monseigneur mon trös-honore cousin, ITionneur que Votre Majest^ 15. Dec. 
m'a fait de m'accorder son amiti6 et alliance me fait songer incessam- 
ment aux moyens de Taffermir lous les jours par de nouveaux enga- 
gements, et particuliörement par quelque Etablissement de commerce 
entre les provinces que je possöde en Allemagne et le royaume de 
Votre MajestE, lequel se trouvant pourvu par la nature de plusieurs 
avantages et, entre autres, de celui de fort excellent sei en teile quan- 
tit6 qu'il en peut fournir aux pays voisins qui en ont besoin, j'envoie 
mon secrötaire d*6tat, le sieur Matthias'), en France pour faciliter les 
moyens de ce trafic et pour en Eriger mSme un trait6 avec ceux qui 



'} Herzog Christian von Mecklenburg-Schwerin liess sich von seiner 
Gemahlin Christina Margaretha, Tochter des Herzogs Johann Albrecht von 
Mecklenburg-Qüstrowy scheiden, wiewohl die Herzogin dagegen ein kaiserliches 
Commissionsrescript an Knrbrandenburg und die Herzöge von Braunschweig- Lüne- 
burg ausbrachte (1661). Der Herzog ging darauf zur katholischen Religion über 
(1663)» vermählte sich mit einer Montmorency und hielt sich seitdem meist in 
Frankreich auf. 

*) Michael Matthias, 1654 zum Postdirector ernannt (vgl. Stensel H. 229* 
V. Orlich U. 416). — Erman u. Reclam (II. 170) spenden ihm grosses Lob, na- 
mentlich wegen seiner Verdienste um den Bau des MüUroser Canals. Noch einmal 
kommen sie auf ihn zurück T. IV. p. 279. 



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288 V- Berichte von 1660 bis 1664. 

y pourront etre intereess^s, et je supplie Votre MajesW de favoriser 
ce dessaiu pur les ordres qui lui seraient nöcessaires pour cela aux 
fermiers et autres officiers de Votre Majest^, et meme par la ratifica- 
tion du trait^, en cas quHl v!nt ä y r^ussir. Comme en tout ceci je 
ne me suis propos6 autre but que celui d'^tendre encore plus loin 
la correspondance avec Votre Majestö, et que je ny cherche qu'an 
avantage commun et röciproque, voire que j'y pr6före les intÄr6ts de 
la France aux avantages et commodit^s qui m'en ont 6ti offerts de 
plusieurs endroits et dont il ne tient qu'ä moi que je ne pusse jouir 
de trös-grands, je me promets que Votre Majest6 ne trouvera point de 
difficult6 k y condescendre, et qu'elle agreera meme la sincärit^ de 
mon Intention et la passion que j'ai de me qualifier de plus en plus 
comme, — [gez.] Monseigneur mon tr^s-honor^ cousin, — de Votre 
Majest^ — le trös-humble et oböissant serviteur — Frideric-Guil- 
laume Electeur de Brandebourg. — De Cologne-8ur-la-Spr6e — ce 
5"e de döcembre Tan 1664. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d, Sp. 7. Dec. 1664. 

[Da d*£8trades^ Bemühangen wegen Erledigung der Horfyser'schen Schuld noch nicht 
zum Ziele geführt haben, empfiehlt der Kurfürst dem Könige diese Angelegenheit 

von neuem.] 

17. Dec. Monseigneur mon tr6s-honor6 cousin, j'ai diflförö jusqu'ici de re- 

mercier Votre Majestö de Fordre qu'elle a eu la bontö d'adresser ä 
son ambassadeur ä la Haye *) en faveur d'un certain diffi^rend que j'y 
ai k d^mßler avec les Etats-66n6raux des Provinces-Ünies') pour rai- 
son d'une prötendue ancienne dette de cent mille risdales, sur Tespe- 
rance que j'ai eue que l'appui de Votre Majestö produisant Teffet que 
je m*en devais raisonnablement promettre, je rencontrerais tout en- 
semble le moyen de lui en t^moigner ma reconaissance toute en- 
tiöre. Mais comme la chose n'a pas voulu röussir de la sorte par 
l'opposition de la province de Hollande, et qu'au rebours de la bonne 
intention de Voti'e Majestä et des offices que sondit ambassadeur y a 
rendus ensuite, je me vois diflför^ par de nouveaux d61ais sans en oser 
espörer une issue raisonnable et conforme au d6sir de Votre Majest^, 
je prends la libertö de lui recommander de nouveau cette affaire, per- 
suadö que je suis qu'elle sera disposöe de m'y continuer son assistance, 
et qu'elle mSme se voudra prövaloir de la eonjoncture präsente de 



*) d'Estrades. 
') Vgl. oben p. 284. 




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Weitere Besiehungen nach der ernenton AlHance. 289 

Tenvoi que MM. les Etats sont prets k lui faire'), pour timoigner ä 
cea deput^s la part que Votre Majest6 a la bont6 de prendre dans mes 
intdrgts et particuli^rement en celui-ci. 

Je me promets que ce qull') plaira k Votre Majestö de leur en 
dire me vaudra tous les ofSces que je puisse attendre de quelque part 
que ce soit, et que ne me voyant plus en 6tat de lui demander son 
assistance en cette rencontre, je me trouve däsormais aux termes de 
m'appliquer aux remerciments que je lui en dois faire et de lui t^- 
moigner, avec combien de respect et de passion je suis — [gez.] Mon- 
seigneur mon trös-honorö cousin etc. — Frideric-Guillaume Electeur 
de Brandebourg. — De Cologne-sur-la-Spr6e ce 7me d^cembre de Fan 
1664. 

Blumenthal an Lionne[?], Dat. Berlin 7. Dec. 1664. 

[Fragt an, ob CÖln, Pfalz-Neuburg uud Münster wirklich bei dem drohenden Kriege 

ewiscben England nnd Holland ihre Interessen s&ur Sprache bringen wollen» uud wie 

sich der König von Frankreich hierzu stellt.] 

Die Beweise von Geneigtheit für die Interessen des Kurfürsten, welche 17. Dec. 
Se. Excellenz an den Tag gelegt hat, haben sich Blumenthars Anden- 
ken so eingeprägt, dass er sich an niemanden mit mehr Vertrauen in fol- 
gender Sache wenden zu dürfen glaubt. Es läuft nämlich seit einiger 
Zeit das Gerücht, und der Kurfürst ist von mehreren Seiten unterrichtet 
worden, dass Cöln, Neuburg nnd Münster von dem Kriege Nutzen zu ziehen 
gedenken, der sich oflenbar zwischen England und den Vereinigten Nie- 
derländischen Provinzen zu entzünden im Begriffe ist; dass sie deshalb 
die Absicht haben, ihre Interessen dabei zur Sprache zu bringen (^ont des- 
sein d'y faire entrer ses int^r^ts*'), und zwar besonders jenes, dass sie seit 
so langer Zeit einige ihrer Plätze in den Händen der Staaten sehen: auf 
dass der Krieg nicht beendigt werden dürfte, ohne dass diese Plätze ihnen 
zugleich wiedergegeben würden. Und da der Kurfürst glaubt, dass die ge- 
nannten Fürsten sich hiezu nicht verbinden werden, ohne das vorher dem 
Könige angezeigt, ja sogar sich seiner Unterstützung versichert zu haben, 
wünschte er sehr zu wissen, was an der Sache ist und in welcher Art Se. 
Mfy. sich bewogen findet jene Ansprüche zu begünstigen. Er darf sich dabei 
wohl versprechen, dass dieselbe geruhen wird auf ihn hier mindestens eben- 
soviel Rücksicht zu nehmen, da er der am meisten interessirte dabei ist. 

Hierüber möchte man also einige Aufklärung durch Se. Excellenz er- 
halten, um danach seine Maassnahmen treffen zu können. 



'} van Beuniugen war eben damals nach Frankreich gesandt worden (vgl. 
Basnage I.' 719). 
*) qni Ms. 
Mater, tur Gesch. d. 6r. Kurmrsteo. U. 19 



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290 



V. Berichte von 1660 bis 1664. 



Monita des Kurfürsten seinen Beitritt zum Rheinbunde 

betreffend'), [o, D.] 

(Abschrift.) 

Monita') Domini Electoris Responsum Consilii Foederis 



Brandenburgensis Recessum 

Rhenani Foederis concer- 

nentia. 

1) In initio prooemii 

ea quae tum hie tum in primo 
articulo dicuntur de damnis prae- 
teritis rectius ad tempus futurum 
dirigi posse, et quidem ita: quod 
hoc foedus ad prohibendas omnes 
violentias, hospitationes, transitus, 
bellicas exactiones, impositiones 
tributorum aliaque damna et acer- 
bitates quae ex hello oriri solent 
et in futurum accidere possent 
factum sit. 

2) Ad verba 

ubi dicitur, quod Regia Majestas 
Sueciae, finito hello Polonico, tau- 
quam Dux Pomeraniae huic foe- 
deri accedere possit, notandum 
esse: quod, cum hie casus iam 
adimpletus sit, paragraphus huius 
introitus qui incipit „Reservato 
quod si'' in reeessu manere non 
possit, tum quod per se iuutilis 
est, tum etiara quod vergit in prae- 
iudicium Serenitatis Suae Electo- 
ralis et aequalitati Foederatorum 
aperte contrarius esse videtur. 

3) In fine prooemii 

ubi fit mentio de obligatione he- 



ad haec monita. 



In articulis huius recessus non 
tantum de praesenti, sed etiam de 
futuro facta est mentio. Cetenim 
Domini Gonfoederati graYissimis 
de causis praeambulum ipsis verbis 
quibus continetur concipiendum 
esse, unanimi cpnsensu statuerunt. 



Visum est legatis Foederato- 
rum postulatum Domini Electoris 
Brandenburgici ad hunc locum ae- 
quum et bene fundatum esse. Sed 
cum originale tractatus foederis, 
de quo copiae authenticae asser- 
vantur in omnium Foederatorum 
Prineipum archivis, immutari non 
possit, idcirco in reeessu qui de 
aecessione Serenitatis Suae Electo- 
ralis ad hoc foedus coneipietur 
postulati huius ratio habenda erit'). 



Eadem quaestio jdie dedma 
Novembris Anni 1657 Francofiirti 



M Vgl. Pufendorf IX. 65. 

') Diese Monita auch Id französischer Sprache in den Acten. 

') Pufendorf a. a. O. 



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Brandenburgische Monita den Rheinbund betreffend. 



291 



redom et posterorom, aequum esse, 
ut Electores et Principes Eccle- 
siastici eodem yinculo capitula sua 
astringant, ne, sede vacante, con- 
tra hoc foedus quid faciaut idque 
non tantum non infitientur, sed 
etiam noyum electum obligent, ut 
in eo permaneat et pacta servet. 

4) In art. primo haec verba 
,,Quamprimum ipsi significatum 
ftierit," cum obscuriora sint, mu- 
tanda essC; et quidem ita ponen- 
dum: quod illi qui in eodem cir- 
culo sunt intra tres septimanas, 
remotiores yero ad minimum intra 
sex auxilia sua mittere debeant, 
et quod computatio temporis fa- 
cienda sit ab eo die quo ipsis hoc 
significatum fuerit. 

5) In artic. secundo, in fine, 
loco verborum „cum omnium con- 
sensu^ ponendum esse: „ad ap- 
probationem illius qui auxilium 
imploravit.** 

6) Paulo infra 

haec verba „in communi consilio 
bellico eins instructio'^ ita immu- 
tanda esse: „iuxta instructionem 
in communi Confoederatorum con- 
silio faciendam et approbandam/' 

7) In articulo quarto, 

in fine, ubi dicitur quod illi qui 
praeter hoc foedus adhuc aliud 
inter se habent huius tantum foe- 
deris quantum sibi invicem prae- 
stare tenentur*), Serenitatis Suae 
Electoralis mens est, ut quan- 



agitata fuit, sed Electores et Prin- 
cipes Ecclesiastici diversas ratio- 
nes adduxerunt, propter quas huic 
sententiae subscribere non pos- 
sent, infer ceteras autem hanc quo- 
que, quod in omnibus actibus et 
recessibus hucusque aliter obser- 
vatum fuerit. 

Visum est, nihil hie immutan- 
dum esse, nam, praeterquam quod 
difficile est, ut, qui inter se re- 
motiores sunt, sex bebdomadarum 
spatio sibi invicem auxilia mittant, 
tum creditur, unumquemque hac 
in re bona fide acturum et copias 
suas, si iis opus fuerit, quampri- 
mum fieri potest, missurum. 



Intentio Confoederatorum con- 
venit cum ipsorum*) monito. 



lam satisfactum est huic po- 
stulato; idem enim observatum fuit 
in instructionibus [in?] novissima 
hac expeditione officialibus a Foe- 
deratorum consiliis extraditis. 

Placuit, ut ex capite huius foe- 
deris subministretur auxilium eius- 
que conditionibus etiam ratione 
quanti satisfiat Quodsi qui com- 
munis huius foederis consortes 
particularia inter se foedera ha- 
bereut aut in posterum inire vel- 



*) D. h. wohl der Bevollmächtigten des Kurfürsten s. unten p. 293. 
*} Ini Fransösisohen : sera quitte d'enyoyer le seconrs du i>ar Tune de oes al- 
Uanoes. 

19* 



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292 



V. Berichte von 1660 bis 1664. 



tum ^ex hoc generali et ex illo 
particulari debituni praestetur. 



8) In artie. sexto 

ubi habetur, quid quisque ad hoc 
foedus conferre debeat, aequum 
esse, ut Regia Majestas Sueciae, 
tanquam Dux Pomeraniae, quanto 
8U0 ratione huius provinciae nu- 
per in tutelam Foederis receptae 
aliquid adiiciat. 

9) Senissimuni quidem Electo- 
rem Brandenburgicum ratione om- 
nium et singulamm suarum ditio- 
num quingentos equites in quatuor 
centurias distributos et mille pe- 
dites in quinque centuriis promit- 
tere '). 

10) Et paulo infra, 

ubi dicitur, ut quisque quantuni 
suura quum primum de eo inter- 
pellatus fuerit mittat, rectius fieri, 
si certum tempus mittendi auxi- 
lium, et quidem id quod supra 
expressum fuit, determinetur. 

IJ) In articulo decimo, 
in principio, ubi dicitur ,,Ne Con- 
foederati ullam praeeminentiam sibi 
arrogent," id hoc niodo restrin- 
gendum esse : scilicet in rebus hoc 
foedus concernentibus. 



12) Paulo post 
haec verba „Ne Confoederati tarn 



lent, licebit illis meliori quo po- 
terit modo in tractatu sibi pro- 
spicere, dummodo nullum inde 
praeiudicium generali huic foederi 
accedat. 

Cum deputato Bremensi a re^e 
suo iniunctum sit, ut moderatio- 
nem quanti sui urgeat, inutile 
fore videtur ab eo petere, ut ei 
aliquid addat. 



Quod attinet quantum Domiui 
Electoris Brandenburgici, Foede- 
rati id acceptant, tametsi amplis- 
simas et ditissimas ditiones pos- 
sidet. 



üt supra ad monitum quar- 
tum'). 



Praeeminentia de qua agitur 
in hoc recessu aliter intelligi non 
potest quam in casum belli cui iu- 
tervenient copiae Confoederato- 
rum. Quo in casu penes illum 
Principem cuius in ditionibus bel- 
lum erit suprema potestas et ius 
imperandi in omnes copias con- 
foederatas esse debet. 

Circa hoc monitum nulla oc- 
currit difficultas: quum enim hoc 



') Pufendorf a. a. O. 
*) Vgl. die vorige Seite. 



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BrandeDburgiHche Monita den Rheinbund betrejBTend. 



293 



foedus esse desinet, desinent etiam 
esse Confoederati. * 



Ut supra ad monitum quin- 
tura*). 



Quando Domini Brandenbur- 
gici Culmbaeensis et Onolsbacen- 
sis se Offerent, audientur et spe- 
ratur, nuUam fore diflicultatem. 



nunc quam in futurum ullam prae- 
eminentiam praetendant^ ita mo- 
deranda esse: scilicet durante hoc 
foedere. ^ 

13) lu artic. decimo sexto 
loco verborum ^communi consilio" 
ponendum: ad voluntatem dlius 
cui anxilia subministrantur. 

14)*) Ultimo loco 
Serenissimum Electorem Branden- 
burgicum suis legatis clementis- 
sime iniunxisse, hoc agant, ut Gel- 
sisBinii Principes Brandenburgici 
Culmbaeensis et Onolsbacensis, qui 
etiam ad hoc foedus admitti pe- 
tunt et quorum legati primo quo- 
que tempore Consiliura Confoe- 
deratonim hac de causa inteipel- 
labunt, una cum altissime memo- 
rata Sua Serenitate Electorali re- 
cipiantur'). • 

Legati Brandenburgici*), cum haec monita exhibuissent, dixerunt, 

81 quid praeterea a Serenitate Sua Electorali hac de causa sibi prae- 

ceptnm fuerit, id proponendi liberam facultatem sibi reservare, quam 

. tameii reservationem se oretenus exprimere quam bis monitis subiun- 

gere maluisse. 



') Vgl. oben p. 291. 
') Feblt im Französiscben. 
') Pafendorf a. a. O. 

*) Diese Bevollmächtigten waren v. Mahrenholtz u. Gottfried v. Jena. Die 
betreffenden Verhandlungen wurden in Regonsburg gepflogen. 



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VI. 

Berichte von 1665 bis 1666. 

(du Moiilin und Colbert-Croissi.) 



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Einleitung. 



Als im Jahr 1665 der Krieg zwischen England und den Generalßtaaten 
ausgebrochen war und der kriegerische Bischof von Münster, Bernhard 
von Galen, als Verbündeter Englands in die holländischen Provinzen ein- 
fiel, war es für Holland und seine Verbündeten, zu denen durch Vertrag 
von 1662 in erster Reihe Ludwig XIV. gehörte, höchst wichtig, den Kur- 
fürsten auf ihre Seite zu ziehen. Niemand schien so geeignet als er den 
Bischof im Zaum zu halten, und wenn er sich für die General Staaten er- 
klärte, verhinderte er damit unfehlbar auch Kaiser und Reich, gegen die- 
selben Partei zu ergreifen '). — 

In dieser Angelegenheit entsandte also Ludwig XIV. gegen Ende 
des Jahres 1665, nachdem er den Staaten bereits ein Hülfscorps unter dem 
Marquis von Pradel gegen den Bischof geschickt hatte, einen Herrn 
du Moulin an den Kurfürsten, welcher damals nach Cleve gekommen war. 
duMoulin's Instruction vom 20. Nov. erläutert und motivirt ausführlich die 
Haltung des Königs während dieser Conjunctur und schliesst mit dem An- 
erbieten einer engen Alliance, sie zeigt den hohen Werth, welchen der König 
damals auf ein Zusammengehen mit dem Kurfürsten legte. 

Namentlich Wünschte man den Abschluss zwischen Brandenburg und 
den Generalstaaten zu beschleunigen, der auf manche Schwierigkeiten stiess ') 
und legte die hierauf bezüglichen Denkschriften, welche am brandenburgi- 
schen Hofe du Moulin übergeben wurden, in die Hände d'Estrades', 
des französischen Botschafters im Haag, welcher dort diese letzten Diffe- 
renzen ebenen sollte. Zu Anfang des December reiste du Moulin von 



') Basnage Annales des Provinces-Unies I. 759. II n'y avait point de 
prince plus propre que T^lectenr k raortifier r^veqno, et son secours ^tait d*antant plus 
n^ssaire qae s'il se d^olarait en faveur des i^tats, il emp^cherait rempereor et Tem- 
pire de prendre parti contre eax. 

") Vgl. auch Pufendorf X. lOff. 



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1 



298 ^^' Berichte von 1665 bis 1666. 

Cleye ab, kehrte jedoch im Laufe des nämlichen Monats noch einmal dalim 
zurück; um dann freilich Aussehen und Sprache des Hofes in Folge der 
inzwischen erfolgten Ankunft eines englischen Gesandten auffallend nngün- 
stig verändert zu finden. — 

Die Memoiren des Grafen d'Estrades geben über seine Sendang 
neben unsern Acten den besten Aufschluss; einige unserer Docomente finden 
sich dort schon gedruckt. In einem Briefe an d'Estrades bezeichnet 
Ludwig XIV. Herrn du Moulin als einen „höchst einsichtigen und be- 
sonnenen** Mann („fort intelligent et fort sage**); im Uebrigen finde ich 
nichts über diese Persönlichkeit^), wie denn auch Pufeudorf seiner und 
seiner Sendung garnicht gedenkt. — 

Nach ihm sollte anfangs d'Estrades selbst sich nach Cleve begeben, 
um jenen erwünschten Abschlnss zwischen dem Kurfürsten und den Gene- 
ralstaaten endlich zu Stande zu bringen, doch unterblieb dies, weil der Kar- 
fürst, wie man erfuhr, gewissen Ansprüchen des Ceremoniells dem Bot- 
schafter gegenüber nicht mehr genügen wollte. Statt seiner wurde deshalb 
Charles Colbert Marquis von Croissi, der jüngere Bruder des be- 
rühmten Finanzministers Jean-Baptiste Colbert und selbst später aus- 
wärtiger Minister Ludwig's XI Y., dahin gesandt. Sein Creditiv vom 
12. Januar 1666 bezeichnet ihn als Mitglied in des Königs Privat- und 
Staatsconseil und als maitre des requ^tes. Einen kurzen Abriss seiner Car- 
riere giebt der Geschichtschreiber der französischen Diplomatie*), wo er 
Colbert' s Berufung an die Spitze der auswärtigen Angelegenheiten an 
Stelle des Marquis von Pomp onne berichtet. Colbert-Croissi war dem- 



'} Mit dem Pastor du Moulin an der reformirten Kirche in Charenton, der in 
dem Werke von Erman und Reclam wiederholt erw&hnt wird und der wohl auch 
in dem Brief der Kurffirstin Luise an Schwerin aus dem Haag vom Ende d. J, 1666 
(v. Orlich 111. 472) gemeint ist» hat dieser Qcsandte doch wohl nichts zu than. 

*) Flassan 111. p. 475. — Wicquefort sagt von ihm im Schlusscapitel seines 
.Ambassadeur* (L. 11. Sect. 17. De quelques ambassadeurs illustres de notre temps 
p. 242— 243) M. Colbert doit beaucoup k son frbre ain^, qui Ta mis dans les affai- 
res et dans le grand monde ; mais il doit quelque chose de plus k sa vertu et k son 
m^rite, puisquUl s*y est maintenu et s^y maiutient encore par ses Services et par aa 
propre Süffisance. Les diverses li^gociations qu*il a ci>devant faites en Allemagne, 
particnlierement k Cleves et ä Aix-la-Chapelle, oomme ministre da 
second ordre, lui ont donn^ de la r^putation et entr^e aux ambassades. £n oelle 
d*Angleterre il s^st surpass^ lui-mSme, et a ^t^ Tadmiration de cette cour-lk qui 
n^en a pas beaucoup pour les ^trangers. Ceux qui savent ce qui s^est n^goci^ entre 
les deux cours depuis la triple alliance, et particnlierement depuis la rupture de Tan 
1672 et le trait^ de Londres de 1674, ne peuvent pas ignorer quMl a eu des affaires 
de la derniere importance k n^gocier. 11 8*y est conduit en sorte que le roi son 
maitre a jug^ qu^il nc pouvait pas faire un meilleur choix que de ce ministre pour 
le faire travailler avec le mar^chal d^Estrades et le comte d*Avaux k la paix g^ 
n^rale, et il y a apparence qu*il ne partira point de Nim^gue qu*il n*ait aid^ k 
donner la demi^re perfection k un ouvrage qui doit faire le repos de la cfar^ttent^ 
— Vgl. über Colbert- Croissi ausserdem Nouvelle biographie g^n^rale XI. 
p. 112. 



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Einleitung. 299 

zufolge Dacheinander Präsident im obersten Rath des Elsass und im Par- 
lament von Metz und Intendant von Paris. Im Jahr 1660 befand er sich 
in besonderer Afission beim Kaiser ^); 1661 in einer gleichen bei dem Papst. 
— Nach seiner uns hier interessirenden Sendung an den Kurfürsten hat er 
1668 den Frieden zu Aachen abgeschlossen und dann die Verhandlungen 
zwischen Ludwig XIV. und Carl II. von England geführt. Bekannt ist 
sein Antheil an den Conferenzen von Njmwegen. Im Augenblick seiner 
Ernennung zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten war er als ausser- 
ordentlicher Botschafter in München. Unmittelbar nachdem er hier am 
30. December 1679 den Ehepact des Dauphin mit der Prinzessin von Baiern 
gezeichnet hatte ^)^ begab er sich dann auf seinen neuen Posten, welchen 
er bis zu seinem Tode am 28. Juli 1696 verwaltete '). Er hatte ein Alter 
von 67 Jahren erreicht. 

Bin Mann, nicht entfernt von den Talenten seines berühmten Bruders 
und von verletzenden Manieren, die der überhebenden Anmassung seines 
Wesens entsprangen, trägt er einen grossen Theil der Schuld an der Fülle 
brutaler Qewaltthätigkeiten, welche die Politik Ludwig's XIV. zwar überall, 
insbesondere aber während der Periode seiner Verwaltung kennzeichnen. 
Kanke**) schildert ihn als Minister folgendermassen : 

„Croissi und Louvois gehörten schon einer zweiten Generation von 
Staatsmännern an, die vor allem von der Macht und Grösse ihres Fürsten 
durchdrungen, weitere Erfolge mehr von einem trotzigen Geltendmachen 
derselben als von Unterhandlung mit andern und geschicktem Eingehen auf 
deren Interessen und Bedürfnisse erwarteten. Croissi war ein Mann von 
allgemeiner Bildung, einigem historischem Wissen, reicher in mancherlei 
Missionen erworbener Erfahrung, von pünctlicher Arbeitsamkeit. Was ihn 
empfahl, war die Sicherheit, mit der er die Beschlüsse des Conseils auf- 
fasste und in seinen Depeschen niederlegte, in einer den Personen und Din- 
gen angemessenen Form, einem allezeit gewählten und Gemeines fernhal- 
tenden Ausdruck. In der mündlichen Unterhandlung dagegen, für welche 
die Gesandten fast ausschliessend auf ihn angewiesen waren, that er ihnen 
nicht Genüge. Seine natürliche I^ebhaftigkeit schlug in das Linkische um, 
wenn er sie massigen wollte: in der Regel aber Hess er ihr ihren Lauf. 
Man bedurfte vieler Ruhe und Vorsicht, um durch seine Aufwallungen nicht 
gereizt zu werden. Er hatte nicht die Geduld, die Gründe, die man ihm 
vorbrachte, zu würdigen; zuweilen bemerkte man, dass er selber nicht ein- 
mal vollständig unterrichtet sein möge: sein vornehmstes Argument war zu- 



^) Vgl. auch Pufendorf Vlll. 42. 64 sowie sein im vorhergehenden Abschnitt 
(p. 237) mitgetheiltes Creditiv an den Kurfürsten vom 12. Febr. 1660. Dass er da- 
mals dann wirklich den brandenbnrgischen Hof berührte, finden wir indessen nicht 
weiter erwfthnt. Nach Colbert*s Brief an Lionne voo) 12. Febr. 1666 muss er 
1667 — 1658 auf dem Wahltage in Frankfurt gewesen sein. 

*) Flassan a. a. O. M^moires de Pomponne I. p. 2&6. Martin Bist, de 
France XIII. p. 569—570. 

1 Flassan IV. p.l36flf. 

") FranBösisohe Geschichte lU. p.5d3f. (2. Aufl. p.546). 



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300 ^^- B<J"c^te v^n 1ÖÖ5 bis 1666. 

letzt immer das unwiderlegliche: die Macht und der Wille seines Für- 
sten** '). — 

Im üebrigen gebührt diesem Minister an dieser Stelle wohl ein Wort 
des Danks, da er an der Gründung des Archivs im französischen Departement 
der auswärtigen Angelegenheiten den wesentlichsten Antheil hat *•). — 

Unter Colbert's Mitwirkung kam nun damals zu Cleve zuerst der 
Vertrag des Kurfürsten mit den Generalstaaten gegen den Bischof von 
Münster (16. Febr.) und in Folge dessen der Friede des letzteren mit Hol- 
land (18. April 1666) zu Stande. 

Colbert's Correspondenz ndt dem Könige, mit Lionne, zum Theil 
auch mit seinem Bruder und d' Estrades giebt über die betreffenden Ver- 
handlungen mannigfache Aufschlüsse. Und es ist um so erwünschter, we- 
nigstens diesen Theil der betreffenden französischen Acten in ziemlicher 
Vollständigkeit vorlegen zu können^ als der Schwerpunct der europäischen 
Politik in jenen Tagen des Jahrs 1666 für den Augenblick an seinen Hof 
verlegt war ' '). Der französische Gesandte selber bemerkt einmal, dass be- 
hufs der Ausgleichung zwischen Münster und den Staaten mehr Vermittler 
hierhin nach Cleve zusammenströmten «Is erforderlich gewesen wären am 
ganz Europa den Frieden zu geben"). 

Besonderes Interesse dürfte ausserdem haben, was wir in den uoten 
folgenden Berichten von der Sendung des Grafen Wilhelm von Für- 
stenberg lesen, welcher gleich den andern rheinischen Fürsten u. s. w. 
auch den grossen Kurfürsleu zu einer engen Union mit Frankreich, in Rück- 
sicht auf dessen Pläne auf die Niederlande, heranziehen sollte. Nächst der 
Herbeiführung des Friedens zwischen Holland und Münster sollte das ^En- 
gagement des mächtigsten Kurfürsten des Reichs in alle Interessen des Kö- 
nigs^ der zweite Theil von Colbert's Aufgabe sein**). Auch wies der 
Kurfürst solche Gedanken, wie es scheint, nicht völlig zurück. Wie merk- 
würdig sind seine Aeusserungen "), in denen er das Recht der Königin von 



'*) Ranke tuhrt bei dieser DarntelluDg die Worte aus der Relation eines Vene- 
tianers an: L*ardere che prende fa che non ascolta gli argomenti de ministri che 
trattano seco et che li scordi! — Ganz ähnlich urtheilt nun eben auch Flassan 
a. a. O. über Croissi und ebenso sagt Sismondi von ihm (in einer in der Noa- 
velle biographie g^ndrale citirten Stelle) : II joignit la rudesse un peu grossiere de 
son caractere k Tarrogance si souvent blessante du maitre dont il ^tait charg^ de 
transmettre les sentiments aux puissances dtrangeres. 

'") S. Flassan IV. p.*l38. H. Bordier Les archives de la France 
p. 308—309. 

") Vgl. Stenzel II. 276. v. Orlich II. 38 ff. — Der Kurfürst schloss in dieser 
Zeit auch eine Reihe wichtiger Verträge ab. - Vgl. ausserdem über Colhert's 
Sendung Pufendorf X. 16—17. Mdm. du Pomponne II. 112. 

"} Oep. an Lionne vom 7. April 1666: nous aurons ici plus de m^iateurs qu'il 
n*en fandrait pour pacifier tonte TEurope. 

^*) Lionne an Colbert 26. März: et le second, s'il plait k Dieu, Tengageaient 
du plus puissant ^lecteur de Tempire dans tous les int^rSts de notre maitre. 

'^) Colbert theilt sie dem Könige am 16. März zu dessen grosser Genug- 
thuung mit. 



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Einleitung. 301 

Frankreich auf Brabant dem seinigeu auf die Jülich-Clevische Erbschaft ver- 
gleicht und aLs seinen Gewinn bei dem Unternehmen Geldern in*s Auge zu 
fassen scheint. — Auch der Incidenzfall mit Schweden , welches erklärte 
eine Betheiligung Dänemarks am Kriege gegen England nicht dulden zu 
können ; schien der hier angestrebten Union günstig. Indessen noch ehe 
sich der französische Hof zu directen Eröffnungen in dieser Richtung ent- 
schloss, wurde Colbert, desseu Anwesenheit in der Picardie gerade un- 
entbehrlich war, abberufen. 

Am 8. Mai 1666 machte er seine Abschiedsbesuche, und wie er der 
Kurfiirstiu die werthvollsten Geschenke von Seiten des Königs übergeben 
liatt-e, so ward auch er nun, abgesehen von sonstigen ausserordentlichen 
^Freundlichkeiten und Ehren, die man ihm erwies, mit einem diamautenver- 
zierten Portrait des Kurfürsten bedacht'*). — Auch später noch hat sich 
der Kurfürst dieses Gesandten gern erinnert*"). — 

Unter den Briefen des Letzteren aber au den König, dem er in diesem 
für ihn so wichtigen Jahre u. a. die UnterwerfVing der Stadt Magdeburg 
und seine endliche Ausgleichung mit Pfalz - Neuburg anzeigen konnte, forr 
dem uns namentlich diejenigen zu lebhafter Anerkennung auf, welche er zu 
Gunsten der französischen Reformirten au Ludwig XIV. richtete, schon 
jener Zeit ganz erfüllt von dem heissen, gesegneten Eifer für diese Sache, 
welcher ihn nie verliess und später die Thore des brandenburgischen Staats 
den R6fugi6s weit und gastlich öffnen sollte, um damit zugleich eine treff- 
liche neue Bevölkerung in denselben aufzunehmen. 



''^) Vgl. seine Dep. an den König dat. Amiens 13. Mai 1666. 

*'') S. das Schreiben an Colbert vom 11/21. Dec. 1679, worin er demselben 
seine Freude über seine Ernennung zum auswärtigen Minister ausspricht. Auch als 
im Herbst 1685 Col Hertas Sohn Torci den brandenburgischen Hof besuchte, ftus- 
serten sich der Kurfürst sowie der Fürst von Anhalt über seinen Vater sehr freund- 
lich s.. Bd. XXV. der brandenburgischen Correspondens im Pariser auswärtigen Ar- 
chiv (Brief Torci's an Colbert vom 2. Nov. 1685). 



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VI. Berichte von 1665 bis 1666. 

(du Moulin und Colbert-Croissi.) 



Der Kurfürst an du Fresne'). Dat. Berlin 28. Dec. 1664. 

(Abschrift.) 

1665. Fr6d6ric-Guillaume (t. t). Tr^s-noble et') bien-aimä, salut! 

7. Jan. JJQ^g avons appris avec beaucoup de döplaisir que Votre Seigneurie 
avait 6t6 attaqu6e de maladie dans Erfort, en sorte qu'elle n*a pas pu 
se rendre ici eu personne ni executer la commission qui lui a 6t6 don- 
nöe par Sa Majestö Royale des Gaules concernant les diff(6rends qui 
sont entre nos cousins les ducs de Mecklembourg. Nous avons re^u 
avec vos lettres') la copie de Celles que le Roi nous 6crit**), et nous 
avons 6t6 bien aise de voir par icelies que S. M. R. ait si fort k coeur 
rint^ret de nosdits cousins les ducs de Mecklembourg. Nous avons 
aussi entendu le noble M. Jean-Christophe Jodoci, conseiller de 
rdecteur de Mayence, et nous lui avons donnö de telles röponses que 
nous ne dontons poiut que Sa Royale Majest6 n'en puisse etre satis- 
faite, et nous lui faisons aussi savoir de notre part que nous avons 
sugg6r6 avec chäleur et affection singuliöre toutes les choses que uous 
avons estim6 faire ä la paix et ä la concorde*). 



•) Vgl. oben p. 286f. — Uebersetzung ? 

«) ce Ms. 

^) TOS lettres que la Ms. 

*) Vgl. oben das Schreiben des Königs Tom 22. Not. 

*) (In der Erfurter Sache, vgl. den Brief des Königs an den Kurfflrsten vom 
25. Juli. Abschriftlich bei unsern Acten ein Schreiben Friedrich Wilhelm'saa 
Kurmains Tom 27. Aug. und die Uebersetzung eines andern an die Stadt Erfurt vom 
31. Aug. 16640 



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Weitere Beziehungen nach der erneuten AUiance 303 

Et parce que nous voyons le soin que S. R. M. tömoignede cette 
affairC; et qu'elle soubaite qu'elle soit conduite ä une heureuse fin, 
nous ne cesserons point de suggörer et de persuader les choses qui 
pourront contribuer k un si louable dösir, ainsi que nous Tavons plus 
au lon^ fait eutendre audit sieur docteur Jod o ei, et nous demeure- 
rons pr€ts ä donner des preuves k Votre Seigneurie de notre bonne 
volonte et aflfection envers eile. — Donnö ä Berlin le 28me döeembre 
1664. . . . 

Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 9. Jan. 1665. 

(Concept.) 

Der König hat sieh über das Schreiben des Kurfürsten vom 7. Dec. 9. Jan. 
1664*) gefreut. Sein Gesandter im Haag') hat ihm von dem Eifer berich- 
tet, womit er seinen Befehl in der betreffenden Angelegenheit ') auszuführen 
suche. Da aber der Kurfürst jetzt von Verzögerungen schreibt, welche 
diese Sache erfahre, so hat der König, abgesehen von dem erneuten, den 
Wünschen des Kurfürsten ganz entsprechenden Auftrage, welchen er des- 
wegen au d'Estrades gesandt, auch hier dem Herrn van Beuningen') 
so dringliche Vorstellungen darüber machen lassen, dass an den baldigen 
gehörigen Wirkungen wohl nicht zu zweifeln ist. , 



Lionne[?J an Blumenthal. Dat. 9. Jan. 1665. 
(Concept.) 

Er hat BlumenthaTs Brief vom 7. Dec. 1664') empfangen und den 9. Jan. 
Inhalt desselben dem Könige mitgetheilt. Dieser hat ihm befohlen zu be- 
richten, dass er — abgesehen von den nämlichen Gerüchten, welche auch 
nach Berlin gedrungen — keine Kenntniss von der betreffenden Absicht 
besitze, dass bisjetzt keiner jener Fürsten •*) ihm eine solche oder ähnliche 
auf schriftlichem oder mündlichem Wege habe kund thun lassen. 

Hiezu will der Briefsteller in seinem eigenen Namen noch hinzufügen, 
dass die Voraussetzung jener Absicht selbst, d. h. die Voraussetzung eines 
so gut wie unfehlbar drohenden Krieges, nicht mehr zu existiren scheint, 
„le roi de la Grande -Bretagne s'^ta-nt, depuis peu de jours, d6clar6, 
comme il a fait, qu'il 6tait satisfait des Etats, et ne voulait point leur 



') S. oben p. 288—289. 

') d*E8tradeB. 

*) Erledigung der Horfy ser^schen Schaldsache. 

^) Ein ausgezeichnetes Lob spendet Wicquefort sowohl van Beuningen als 
d'Estrades im letzten Capitel des „Ambassadeur'' p. 245. 247—248. 

"") Vgl. denselben oben p.289. 

^) Der Bischöfe von Cöln and Münster und des Pfalzgrafen von Neaburg (s. 
ebenda). 



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304 ^I- Berichte von 1665 bis 1666. 

faire la .guerre, mais avoir seulement accord^ des repr^sailles k ses 
Sujets pour leur d6dorpmagement des pr6judices qu'il prdtend qulls 
out reQus par les compagnies hoUaudaises des') deux Indes.** 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Göln a. d. Sp. 25. Jan, 1665. 

[Die Polen ziehen die Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegen ihn hin. Er bittet 
deshalb den König am seine betreffende Verwendung.] 

5. Febr. Mouseigueur mon tr6s-honor6 cousin, c'est avec beaueoup de re- 

gret que je me vois oblig6 dlmportuuer si souvent Votre Majest^ pour 
mes affaires particuliöres. Mais comme j*ai sujet d*esp6rer qu'elle ne 
considirera plus comme teile celle qui concerne mes int^rets eu Po- 
logne, depuis qull a plu k Votre Majestä de les embrasser et me pro- 
mettre ses bons offiees aux choses qu'elle a exceptäes de la garantie 
de Tai-ticle du traitö d'Olive, ainsi me suis-je promis que la mani^re 
dont lambassadeur de Votre Majest6 en Pologue') s'y prendrait serait 
aecompagnÄe d'une teile efficaee et produirait des eflFets si avantageux 
pour ma satisfaction, que je ne serais plus k en redoubler les instan- 
ces pour la r6it6ration des memes Offices, Mais quelle que soit la 
cause qui m*a fait -jusqu'ici faillir dans une espörance si juste et si 
bien fondöe, tout cela n*a eu autre succös que les diverses ambassa- 
des et particuliörement la derniöre que j'avais destin^s pour la meme 
fin ^), c'est-ä-dire que, pour couvrir et döguiser, s*il se peut, le peu de 
volonte qu'on a de me satisfaire, on täche de remettre k une nouvelle 
deliberation avec les etats Tex^cution d'une aflfaire dont le Roi peut 
disposer sans la r^publique, apr^s qu'elle a 6t^ stipul^e par uii trait^ 
si solennel et confirm^e par des serments röciproques. Cela n'empeche 
pas que je ne sois entiörement persuade que Tautoritö et Ventremise 
de Votre Majest^ sera capable de rem^dier k tous ces dösordres et de 
disposer la Pologne k la voie de T^quiti et de justice, si eile com- 
mande k sondit ambassadeur de faire de nouvelles instances sur 
cette aflFaire et de n'en d6sister que je ne les voie suivies par une 
prompte satisfaction que je prötends. Comme la parole royale de 



1) de Ms. Vgl. hierüber M^moires du marquis de Pomponne U. (N^go- 
ciation de Bu^de) p. 2 ff. 

•) Der Bischof v. B^ziers. 

') Hoverbeols's und Georg r. Bonin^s (vgl. Pnfendorf IX. 86). ... Ad 
quae nostri : id ipsum grayiter electori dolere , quod ubi de ipsius emolamentis aga- 
tur, rex sua potestate uti nolit ac isla a se rejiciat, noto Poloniae more, ut oonsultationi 
denuo subiiciatur, cuius subrersio quaeritur. Es bandelte sich fortwährend nament- 
lich um die Auslieferung Elbings. 



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Weitere Beziehnngen nach der erneuten Alliance. 305 

Votre Majeste quelle a daigne d'y employer me sert de fondement 
pour en attendre de bons succös, je la puis assurer que le fruit qui 
m'en revieudra augmentera de beaueoup les obligations que j*en ai k 
Votre Majestö jointes*) au z61e et h la passion avec laquelle je suis 
[gez.] Monseigneur etc. — Frideric-Guillaume Electeur de Bran- 
debourg. — De Cologne-8ur-la-Spr6e le 25"»e de janvier 1665. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. G.März 1665. 

(Concept.) 

Der König bat das Schreiben des Kurfürsten vom 25. Januar empfan- ^ März, 
gen') und sogleich darauf an den Bischof von B6ziers, seinen Gesandteii^ 
in Polen, Ordre abgehen lassen, sich in seinem Namen wirksam bei dem 
Könige von Polen und der Republik zu verwenden, gemäss seinen Ver- 
sprechungen vom Vertrage von Oliva sowie dem „qui s'est depuis pass6 
ici au renouvellement de notre trait6 toüchant la place d'Elbing"'). 
Der Gesandte aber wird diesen Befehl sicherlich mit allem Eifer ausführen. 

Ludwig XIV. an den Kui-fursten. Dat. 30. Mai 1665. 

Der König hat vor zwei Tagen durch Herrn Matthias das Schreiben 30. Mai. 
des Kurfürsten vom ö. December 1664 ^) erhalten. Der darin ausgesprochene 
Gedanke ist ihm sehr angenehm gewesen und er ist erfreut, dass sein Kö- 
nigreich Dinge erzeugt, von denen die' Unterthanen des Kurfürsten Nutzen 
und Bequemlichkeit haben können. Er wird die betreffende Absicht in 
allem was von ihm abhängt auf jede Weise erleichtern ; inzwischen hat er 
alle Weisungen erlassen, die besagter Matthias gewünscht hat, um die- 
sem die zu seinen Verhandlungen nöthigen Aufklärungen zu verschaffen 
und ihn in den Stand zu setzen, die Angelegenheit zur Befriedigung seines 
Gebieters zu erledigen*). 

Der Kurfürst [an d'Estrades]. Dat. Cöln a. d. Spr. 20. Sept. 1 665. 

[Dankt ihm für seine Bemühangen in Betreff der Auslieferung Elbings und der Erle- 
digang der Hoi-fyser^schen Schuld. Will aus Erkenntlichkeit die Dorstener Vereinba- 
rungen nicht ratificiren.] 

Monsieur, c'est avec beaueoup de satisfaction que je viens d'en- 30. Sept. 
tendre, combien vous prenez de soin pour mes inti^gts, et que non- 
seulement vous avez pris la peine de recommander au Roi votre mattre 



') Joint Ms. 

•) S. oben. 

*) Vgl. Pufendorf IX. 60, 61. 
*) 8. ohen p. 287-288. 

") Vgl. unten das Schreiben de» Königs vom 5. October. 
Mater, zur Gesch. d. Gr. KurfTirsten. U. 20 



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306 ^- Berichte von 1665 bis 1666. 

en termes fort favorables que la ville d'Elbing me soit donn6e en vertu 
des trait^s que j'ai faits avec le roi de Pologne, de sorte que lii-des- 
8U8 Sa Majest^ a donn^ ddjä. ordre par un courrier exprfes k son ara- 
bassadeur, monsieur Töveque de B^ziers*), de faire en son nom tous 
les Offices possibles pour me faire donner satisfaetion touchant ladite 
ville , soit par sa remise ou par le dödommagement en argent qui a 
^te stipul^; mais que vous avez, outre cela, repr^sente encore k mes- 
sieurs les Etat« des Provinces-Unies la raison et le bon fondemeiit 
que j'ai de demander restitution des villes qu'ils tiennent dans mon 
duch^ de Cl^ves^). J'eu reconnais jla sincöre intention de haut-dite 
Sa Majeste et la bonne aflfection qu'elle me porte, et esp^re que dans 
Tun et l'autre point je verrai bientot les bons eflfets que votre entre- 
mise me promet, et m'assure que pour cette fin vous ne laisserez pas 
de poursuivre jusques au bout ce qu'avez si bien commencö. 

J'en aurai une Obligation tr^s-particuliöre non-seulement k vous, 
comme je le t^moignerai en toutes oecurrences, mais principalement 
au Roi votre maltre, auquel je vous prie de vouloir assurer que je 
tächerai en toute fa^on de reconnaitre ce singulier t^moignage de sa 
bienveillance, et que je ne manquerai de lui en donner des marques 
meme dans ce qu'il d^sire touchant la ligue particuliöre faite k Dor- 
sten'), ^tant r^solu de ne ratifier point ce trait6-lä, s'il n'est le bon 
gre de Sa Majeste, et qu'elle soit bien assuröe quil n'est point preju- 
diciable k Falliance du Rhin et k ses int6ret8. J'ai d^jk donnö pour 
cette fin ordre n^cessaire, comme vous entendrez plus amplement de 
mon ministre, le sieur Blaspiel*), qui en a toute Tinformation et 
lequel vous dira encore de bouche Testime que j*ai pour vous et com- 
bien je suis — Monsieur — votre tres-aflfectionn6 — [gez.] Frideric- 
Guillaume Electeur de Brandebourg. — De Cologne-sur-la-Spr6e le 
20me de septembre Tan 1665. 



') Vgl. oben den Brief des Königs vom 6. Mftrz. 

*) Vgl. Pufendo.rf X. 10. Hier heisst es freilich: Legatus quoqoe Gallicu» 
Strada innuebat, ea oppida melius in Belgarum quam electoris mana esse etc. 

') Vgl. Stenzel p. 270. Pufendorf X. 9 und unten die Instruction für 
du Moulin. 

*) Vgl. Pufendorf X. 8 ff . Werner Wilhelm Frhr. v. Blaspiel, damali 
Bevollmächtigter des Kurfürsten im Haag (über seine Person s. Klaproth u. Cofl* 
mar p. 398. v. Kessel Tagebuch v. Buch's I. 136. 140)). 



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i 



Der Döntener Vertrag nicht ratificirt. Invasioo des Bischofa von Münster. 307 

T^udwig XIV. an den Kurflirsten. Dat. Paris 5. Oct. 1665. 
(Abschrift oder Concept.) 

[Die Sendong des Herrn Matthias betreffend, demselben bei seiner Rückkehr 

mitgegeben.] 

. . . Le sieur Matthias*) ... m'ayant fait connaitre le d6sir que 5. Oct. 
vouß avez de lever des salines de Brouage') la fourniture du sei qui 
se consomme dans vos 6tats et d*en faire un traitö avec moi, j'ai or- 
donnö au sieur du Terroii [?], Intendant de la justice, police et finan- 
ces audit pays, d'apporter toutes les facilites possibles audit trait^ et, 
pour cet effet, de donuer audit sieur Matthias, qui s'ötait transportö 
exprös sur les lieux, toutes les lunii^res dont il aurait besoin tant pour 
convenir du prix dudit sei que pour trouver le moyen de le faire voi- 
turer par mer.depuis Brouage jusqu*& Hambourg. Mais comme il na 
pas jug6 qu'il fait de votre avantage de faire aucun traiti pour cette 
annöe, k cause de la chert^ dudit sei, il a resolu de s'en retourner 
vers vous, pour vous rendre compte de sa nögociation, et j'ai voulu 
le charger de cette lettre pour vous t^moigner que si dans un autre 
temps vous pouvez y rencontrer votre satisfaction, je serai bien aise 
de contribuer tout ce quisera en mon pouvoir. ... 



Schwerin an Lionne. Dat. Lippstadt ^J nSv. 1665. 

[Hat bereits vor zwei Monaten angefragt, wie der König über die Rüstungen dos 
Bischofs von Münster denke. Aber dieser Brief verloren, vielleicht aufgefangen. 
Wünscht nun aber die Entschlüsse Sr. Majestät zu wissen, damit sich der Kurfürst 

danach richte.] 

Es ist länger als zwei Monate her, dass er Sr. Excellenz schrieb, wie 8. Nov. 
der Kurfürst, von den grossen Kriegsrüstungen hörend, welche der Bischof 
von Münster damals unternahm, gar sehr wünschte die Beschlüsse Sr. Maj. 
in Betreff dieses Puncts zu kennen. Er hat die Antwort darauf mit um so 
grösserer Ungeduld erwartet, als der Kurfürst sich gedruugen sah, seine 
Maassregeln in dieser Sache zu ergreifen, in der er doch, in Rücksieht auf 
seine Alliance mit Sr. Maj., nichts hat entscheiden wollen, ohne vorher der 
Gesinnung des Königs kundig zu sein. Cependant me voyant frustr^ 
dans mon attente, j'ai röitörö l'ordre au sieur Beck*), auquel ma lettre 



') ^S^* ^^^^ ^^° Brief des Kui-fürsten an den König vom 5. Dec. 1664 und die 
Antwort des letzteren vom 30. Mai 1665. 

*) in Annis. 

*) Brandenburgischer Resident in Frankreich (vgl. Pufendorf IX. 36). Er man 
n. Keclam berichten über Johann v. Beck III. p. 37 folgendes: L'^glise fran^aise 

20* 



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308 ^- Berichte von 1665 bis 1666. 

sus-mentionnöe 6tait adressöe, d'en solliciter la r^ponse de Votre Ex- 
cellence. Mais j'ai ^t^ infiniment surpris et affligö en meme temps 
d'apprendre que ma lettre lui avait inanqu6, dont je crains qu'elle ait 
6t6 intereept^e *). —/Und obwohl der Kurfürst seither einem allgemein ver- 
breiteten Gerücht entnommen hat, dass der König den Generalstaaten eine 
beträchtliche Hülfe gegen den Bisehof von Münster zu senden gedenke, hat 
er doch seine Entschliessung noch immer suspeudirt, in der unveränderli- 
chen Absicht, sich in dieser Sache den Rathschlägen Sr. Maj. anzuschliessen, 
„ayant cette fernie espörance qu'elle n*aura autre dessein que de vou- 
loir r6tablir la paix troublee." — Se. Maj. hat immer geurtheilt, dass die 
Ruhe der Christenheit hauptsächlich von derjenigen des Reichs abhänge, 
und da es sehr schwer halten wird, den Ausbruch dieses neuen Kriegs zu 
verhindern, wenn andere Fürsten ihre Waffen mit denen des Bischofs ver- 
einigen'), so bittet Schwerin Se. Excellenz, ihn brieflich oder durch den 
Grafen d' Estrad es von den Intentionen des Königs zu unterrichten und 
ihn wissen zu lassen, „quelles mesures Sa Majestö dösire que S. A. 
6lectorale prenne en la conjoncture presente pour seconder Fintention 
du Roi, c'est-ä-dire d^avancer les moyens pour obtenir une prompte 
paix." 



k Berlin a compt^ parmi ses membres Ics plus distingu^s Mr. Jean de Beck, 
nomm^ dans nos registres conseiller de Sa S^r^nit^ ^lectorale et son re- 
sident k Paris avant la guerre. Quoiqu*il ne ftlt pas Fran^ais d*origine, il 
s'^tait sans doute Joint ä Teglise franQaise lorsqu^en 1660 et les ann^es suivantea il 
falsait k Paris les fonctions de resident de Brandeboarg. Ce v^n^rable Tieillard 
mourut h, Berlin le 2 f^vrier 1695 äg4 de quatre-vingts ans. II ^tait natif de Cl^ves 
et p^re de mad. Catherine Emilie de Beck, ^pouse de Mr. Jacques Bar bot 
de la Porte, ayeule de messieurs Laspeyres. — Uebcr seine Berichte s. Ranke 
Französische Geschichte V. p. 267—268. 

') Der Brief war, wie Lionne in seiner Antwort (vom 27. Nov.) vermuthet, 
gleich vielen andern, durch die IVuppen des Bischofs von Münster aufgefangen, »qui 
n'est pas fort soigneux de les faire renir k leurs adresses." — Im Uebrigen wird 
Schwerin in jener Antwort ganz auf den französischen Oesandten am brandenbnr- 
gischen Hofe, Herrn du Moulin (vgl, unten), verwiesen. 

*) Der Bischof von Münster, Bernhard v. Galen, war inzwischen in das Ge- 
biet der holländischen Republik eingebrochen. 



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/ 



Inyasion des Bischofs von Münster. Sendung und Instruction du Moulines. 309 

Ludwig's XIV, Instruction für du Moulin*). Dat. Paris 

20. Nov. 1665. 
(Concept) 

[du Moulin zum Kurfürsten nach Cleve gesandt, um dessen gegenwärtige Disposition 
SU erkunden und, wo möglich, einen noch engeren Anschluss desselben an Frankreich 
herbeizuführen. Ueber die Dorstener Verträge. Die Schritte des Bischofs von Mün- 
ßter diesem vom Wiener Hofe eingegeben. Die Protestanten müssen vor den Ab- 
sichten desselben auf ihrer Hut sein. Der König erfreut, dass der Kurfürst eine so 
beträchtliche Truppenzahl ausgehoben hat. Ausführliche Erläuterung der Haltung 
des Königs hei Eröffnung des englisch - holländischen Kriegs und bei dem Incidcnz- 
fall mit dem Bischof von Münster. Er hofft, dass der Kurfürst ihm seine Intentionen 
eben so offen mittheilen werde. Fordert denselben zum Abschluss des Vertrages im 
Haag und zu guter Freundschaft mit Schweden und Pfalz - Neuburg auf. Empfiehlt 
ihm eine gute Behandlung der Katholiken. Wie ihm Oestreich seine Ansprüche be- 
friedigt und die gegebenen Verheissungen gehalten hat? Der König ist zum Ab- 
schluss eines noch engeren Bündnisses mit dem Kurfürsten bereit.] 

Der König, in der Erwägung, von welcher Wichtigkeit es bei gegen- 20. Nov. 
Wärtiger Conjunctur ist, den Kurfürsten von Brandenburg, einen der mäch- 
tigsten Fürsten des Reichs, der ihm auch schon durch die rheinische Al- 
liance verbunden ist und der seit einigen Tagen seine niederdeutschen Staaten 
verlassen hat, um mit einem beträchtlichen Truppencorps in seine diessei- 
tigen Besitzthümer aus der Jülichscben Erbschaft zu kommen — völlig an 
seine Interessen zu fesseln, 

hat beschlossen, den Herrn du Moulin an denselben zu entsenden, 
damit dieser ihn bei seiner Ankunft in Cleve oder wenigstens alsobald darauf 
antreffe. Dieser Gesandte soll in seinen Verhandlungen, mit dem Kurfürsten 
nicht nur zu erkunden suchen, welche Verpflichtungen dieser vielleicht schon 
eingegangen ist und welches seine Stimmung hinsichtlich des gegenwärtigen 
Krieges*) sowie der andern Ereignisse sei, die noch zwischen andern Po- 
tentaten eintreten könnten: sondern er soll sich auch bemühen, denselben 
zu einem noch engeren Anschluss an Se. Maj. zu bewegen. 

Demnach wird du Moulin ungesäumt nach Cleve abreisen und dem 
Kurfürsten dort, nach Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens, das- 
selbe in folgender Weise erläutern. 

Se. Maj. hat, um dem Kurfürsten und zugleich ganz Europa ein öffent- 
liches Zeichen seiner Achtung, Hochschätzung und Neigung für denselben 
zu geben, diese Gelegenheit erwählt, um ihm die Versicherungen derselben 
erneuern zu lassen. 

Se. Maj. hat des Kurfürsten Entschluss in diese Gegenden zu kommen 
sehr erfreut, weil dies die Communication zwischen ihnen und ein durch- 
gehendes Einverständniss in dieser ernsten Conjunctur erleichtern wird. 

Herr Blaspiel wird nicht verfehlt haben ihm von der Wärme Nach- 



') Vgl. M^moires et n^gociations de M. le comte d^Estrades III. 589. 
IV. 17 — 18 u. 28 über diese Sendung du Moulines. 
') (Zwischen England und Holland.) 



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310 VI. Berichte von 1665 bis 1666. 

rieht zu geben, womit sich Se. Maj. ') im Haag durch den Grafen d'E 8 tra- 
de s in Sachen seiner Liquidation mit den Generalstaaten zu seinen Gun- 
sten verwandt hat, und dass er demgemäss auch bei jeder andern Gelegen- 
heit verfahren wird. 

Se. Maj. andrerseits weiss dem Kurfürsten vielen Dank dafür, dass er 
die zwischen ihm, Neuburg und Münster zu Dorsten vereinbarten Verträge 
nicht ratificirt hat, da er erfahren, wie der König an einem derselben, näm- 
lich dem der Alliance des westphälischen Kreises, Anstoss genommen'). 

In Betreff der beiden andern Verträge (das Gondirectorium jenes Kreises 
und den Punct der Religion angehend) ist Se. Maj. die erste, den Kurfür- 
sten zur Vollziehung derselben zu ermahnen. Namentlich jenen, wo der 
Kurfürst ein besonderes Interesse hat sich jener Condirection mit den an- 
dern Fürsten zu versichern. 

Jenen ersten Vertrag hingegen hat Se. Maj. in der That für ihren In- 
teressen in hohem Grade zuwiderlaufend gehalten und hält ihn noch dafür; 
sowohl, weil man damit, wie ihm schien, doch gleichsam allen andern Für- 
sten kundthat, dass diejenigen, welche ihn gezeichnet, d. h. drei Mitglieder 
des Rheinbunds, in diesem letzteren nicht ihre völlige Sicherheit zu finden 
glaubten, sodann, weil der König wohl unterrichtet war, dass das Absehen 
Münsters bei der Proposition dieses Tractats dahin ging, jenen gemeinsa- 
men Bund zwischen einer Anzahl von Reichsfürsteu mit Frankreich und 
Schweden nach und nach aufzulösen. 

Se. Maj. ist gegenwärtig sehr zufrieden, einer weiteren Betheiligun^ 
des Kurfürsten in dieser Richtung seine Wünsche entgegengesetzt zu ha- 
ben. Denn die Folge hat gezeigt, dass der Kurfürst sonst nicht so wie 
jetzt Herr seiner Entschliessungen sein würde, im Fall der Bischof von 
Münster in seine Staaten zurückgetrieben werden und genöthigt sein sollte 
auf die Unterstützung des Kurfürsten zu recurriren. Der Kurfürst wäre 
dann verpflichtet gewesen, kraft jenes Vertrages demselben diese Hülfe zu 
leisten, da er doch keinen Theil an der Absicht des Bischofs gehabt hat, 
einen Krieg gegen einen übermächtigen Feind zu unternehmen. 

Se. Maj. ist ausserdem von sehr glaubwürdiger Seite unterrichtet, dass 
den ersten Anstoss zu air diesen Schritten des Bischofs der Wiener Hof 
gegeben hat. Auf seiner Reise nach Ungarn sind air diese Projecte ge- 
reift, und sie zielen eigentlich auf ganz andere (dem Kurfürsten gewiss 
auch klare) Endzwecke als sie scheinbar verfolgen. 

du Moulin wird dem Kurfürsten vorstellen, wie sehr die ganze pro- 



*) Vgl. M6m. du comte d'Estrades IV. 27 und oben die Docomente vom 
6. Juni, 7. Dec. 1664 und 9. Jan. 1665. 

') Diese schon oben erwähnten Vertrüge bezogen sich erstens auf das Mitdirectoriam 
des westphälischen Kreises, welches Brandenburg erhalten sollte, zweitens auf die 
freie Religionsübung der Katholiken neben den beiden andern christlichen Glaubens- 
Parteien im Clevischen, drittens und hauptsächlich auf ein Bündniss zur Erhaltung 
und Beschützung des westphälischen Kreises, lieber die Nichtratification vgl. Pu- 
fendorf X. 9. Stenzel p. 272. Tücking Geschichte des Stifts Münster unter 
Christ. Bemard v. Galen. Münster 1865 p. 127 f. 



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Instruction du Moulin's. 311 

testantische Partei vor den Absichten dieses Bisehofs auf ihrer Hut sein 
massy obwohl denselben gegenwärtig ein besonderes Interesse mit dem Kö- 
nige von Grossbritannien zu verbinden seheint. Dies kann sich bei timui 
so unruhigen und ehrgeizigen Geiste jeden Augenblick ändern. 

Se. Maj. hat in hohem Grade die Weisheit des Kurfürsten gelobt , t in 
so beträchtliches Truppencorps ausgehoben zu haben. Auf diese Wd&ie 
hat er sich vortrefflich in Stand gesetzt, die Sicherheit seiner eigenen aus- 
gedehnten Besitzungen hüben, seinen Freunden beistehen, nach allen £i^*^^itfa 
hin, während dieser ernsten und unruhigen Lage der Dinge, eine acfitung- 
gebietende Stellung einnehmen zu können. 

Se. Maj. hat du Moulin nun beauftragt, den Kurfürsten von dfii tje- 
sondern Umständen und von den Motiven der Haltung zu untemchfeu^ 
welche dieselbe bei der Eröffnung des gegenwärtigen Krieges (zwischen diTi 
beiden Nationen) und bei dem Incidenzfall des Angriffs des Bischofs? von 
Münster auf die Staaten beobachtet hat, sowie ihm auch die Entschlie st lie- 
gen mitzutheilen, welche Se. Maj. ift Zukunft fassen dürfte, indem diesselbe 
sich verspricht, dass der Kurfürst seinerseits sich ebenso vertraulich *.töj3- 
nen wird, damit man, in völligem Einverständniss handelnd, sehne lltr zu 
einem schleunigen Priedensschluss (dem einzigen Ziel und Zweck des Kö- 
nigs) gelangen könne. 

du Moulin wird dem Kurfürsten also sagen, wie Se. Maj., als sie die 
grossen Rüstungen zum Kriege zwischen England und Holland gewahrte, 
zuerst -— aus Friedensliebe überhaupt und auch weil sie einsah, da^ssi v^ 
schwer zu vermeiden sein würde, dass die andern benachbarten Furzte u» 
und namentlich die, gleich ihr, im Besitze ausgedehnter Küsten befindlieliL-n, 
während der Dauer dieses Krieges von demselben nicht ebenfalls stark be- 
rührt würden — all sein Bestreben darauf richtete, ein. billiges AbkouKur/a 
zwischen den Parteien zu Stande zu bringen. Ja auf eine solche Haltung 
wiesen ihn noch zwei andere mächtige Beweggründe hin. Einmal nanilicli 
war der König durch Vertrag ') und seine Ehre verbunden, Holland zu v i^r- 
theidigen, und diese Verpflichtung lag Sr. Maj. nun unglücklicherweise ileiu 
König von Grossbritannien gegenüber ob, welchen dieselbe mit einer üi^d 
engen Banden des Bluts zwischen ihnen') durchaus entsprechenden Zärt- 
lichkeit liebt. 

Aber, auch abgesehen hievon, konnte, da die Kräfte der Staaten gegen 
diejenigen Englands nothwendig sehr im Nachtheil erschienen, kein Ver- 
nunftgrund Sr. Maj. anrathen, die Staaten unterliegen zu lassen und znzu* 
geben, dass die Obmacht über das Meer vollständig in die Hände (^im r 
Nation übergehe, welche sich jetzt schon die souveräne Herrschaft über dü^- 
selbe anmasst. 

Von diesen Gesichtspuncten aus fasste Se. Maj. den Beschlussj eme 



*) Pariser Alliance- und Handelsvertrag zwischen Frankreich und den General^ 
Staaten vom 27. April 1662. 

') Carl IL war durch seine Mutter Henriette Geschwisterkind mit Lud- 
wig XIV. 



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312 VI. Berichte von 1665 bis 1666. 

feierliche Gesandtschaft, mit einem Prinzen an der Spitze')» abzusenden, 
um den König von Grossbritannien zum Frieden zu ermahnen, demselben 
seine Vermittelung anzubieten und, falls er diese annehme, an dem Ab- 
schluss des Friedens zu arbeiten. 

Der König von Grossbritannien nahm diese Eröffnungen auf wie es ihm 
anstand. Er acceptirte die Yermittelung Sr. Maj.; die Gesandten begannen 
alsbald das Yerhandlungsgeschäft anzugreifen, indem sie die "Vorschläge 
aufs Tapet brachten, mit welchen sie beauftragt waren. Indessen ist nicht 
nur die ganze Campagne vergangen, ohne dass man die letzte Hand an 
das Friedenswerk hätte legen können, sondern aus der letzten Antwort, 
welche der König von Grossbritannien am 7^**" dieses Monats ertheilt hat, 
erhellt deutlich, dass auf ein Gelingen desselben gegenwärtig überhaupt 
nicht zu hoffen ist. Denn dieser König hat sich nicht begnügt die letzten 
Vorschläge genannter Gesandter zu verwerfen (obwohl dieselben bedeutende 
Concessionen in verschiedenen Puncten zu Gunsten Englands enthielten, zo 
deren Gewährung Se. Maj. sich anheischig machte die Staaten zu bewegen): 
sondern er hat auch eine Erklärung hinzugefügt, wie sie ihm in den bis- 
herigen 6 oder T Monaten der Verhandlung noch nicht beigekommen war, 
die Erklärung nämlich, dass er nicht über den Frieden verhandeln könne 
ohne die Minister Schwedens, Münsters und seiner andern AUiirten, welche 
er nicht einmal nennt. 

Da überdem Se. Maj. mit Sicherheit weiss, dass die Aufführung von 
Schweden in dieser Reihe unbegründet war, da das kürzlich zwischen Eng- 
land und dieser Krone vereinbarte Defenpivbündniss nur dann in Wirksam- 
keit treten soll, wenn der König von Dänemark sich demselben ebenfalls 
anschliesst — was dieser, wie er Sr. Maj. das Wort gegeben hat, nicht 
thun will noch wird -— : so muss man den Schluss ziehen, dass diese Aof- 
führung Schwedens von Seiten des Königs von England nur geschehen ißt, 
um damit seiner Partei ein stärkeres Ansehen zu geben — oder um damit 
der P'riedenshandlung ein neues Hinderniss in den Weg zu legen. Und man 
darf folglich auf den Frieden nicht eher rechnen, als bis die Erfolge der 
Waffen mächtiger auf Geister gewirkt haben, welche von demselben so ent- 
fernt sind. 

Während der Verhandlung haben die Generalstaaten Sr. Maj. fortwäh- 
rend angelegen, um dieselbe zum Bruch mit England zu nöthigen "), wie der 
Inhalt des Vertrages von 1662 sie dazu verpflichtet. Und Se. Maj. hat 
lediglich aus Rücksicht auf die Person des Königs von England, welche 
sie zärtlich liebt, sich dessen bisjetzt erwehrt, obschon gleichzeitig sämmt- 
liche englische Kaper alle französischen Kauffahrer in einer Art behandelt 
haben, wie sie ihre entschiedensten Feinde nicht anders hätten behandeln 
können. Schon aus diesem einen Gesichtspuncte des Schutzes seiner Un- 
terthanen und seiner Ehre also konnte der König, abgesehen von aller Ver- 



') Dem Herzog von Verneuil, einem natürlichen Sohn Heinrich*B IV. Vgl. 
M^m. de Pomponne II. 5. 6. 
") Vgl. hierüber Bas nage. 



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Instruction du Moulines. 313 

tragsverbindlichkeit, mit vollem Recht den Entschluss fassen, um welchen 
ihn die Holländer so dringend bestürmt haben, ja dessen Aufschub diesen 
so nnerträglieh war, dass sie ihre Gedanken oft allem zuwandten, was sei- 
nen Interessen nur am meisten zuwider sein kann. 

Als der Bischof von Münster mitten in der Campagne seine Invasion 
unternahm, zögerte Se. Maj. — bei einem so klaren Fall offenbarer Aggres- 
sion und einer Person gegenüber, der er keinerlei Rücksichten schuldete, da 
ihre geheimen Absichten seinen Interessen noch viel mehr zuwider sind bIs 
die öffentlichen — nicht den Staaten den Schutz (garantie) zu gewähren, 
zu dena sie ihn kraft des erwähnten Vertrages aufforderten, und schickte 
ihnen ein Corps von 6000 Mann der besten Truppen des Königreichs'). 
Jedoch auch dies nicht, ohne den Bischof vorher, in der Zeit da er zu 
rüsten begann, auf verschiedenen Wegen wissen zu lassen, dass sich Se. 
Maj. gern bei den Staaten verwenden würde, um ihm jedwede gerechte Ge- 
nugthming zu verschaffen: nur, wenn er die Staaten angriffe, wollte Se. Maj. 
ihm ,im Voraus erklären, wäre sie verpflichtet diese mit allen Kräften, worum 
sie von ihnen ersucht würde, zu unterstützen. 

Seitdem Se. Maj. jene Antwort des Königs von England gesehen hat, 
welche das Zustandekommen des Friedens auf Conferenzen zwischen Mini- 
stem verweist, welche erst binnen 3 oder 4 Monaten in London sein könn- 
ten — selbst vorausgesetzt (was doch sehr zweifelhaft ist), dass alle übri- 
gen Interessirten ihn dort am Sitze jenes Königs wollten verhandeln kom- 
men: hat sie es fürder weder ihrer Würde entsprechend noch von Nutzen 
halten können, ihre Gesandten müssig in England zu belassen. Se. Maj. 
hat deshalb vor drei Tagen einen Expressen an dieselben geschickt, mit 
dem Geheiss, heimzukehren»), nachdem sie dem Könige von England ihr 
empfindliches Missvergnügen über einen solchen Ausgang bezeugt, in Folge 
dessen der König nun lediglich darauf bedacht sein wird, jenen Vertrag 
von 1662 pünctlich zu erfüllen. 

Se. Maj. verspricht sich nun vom Kurfürsten, dass er sich ebenso ihr 
gegenüber über alle seine Gedanken und Intentionen eröffnen wird. 

Se. Maj. hat indessen eine grosse Freude gehabt, aus den letzten De- 
peschen von d'Estrades zu ersehen, dass der fleue Vertrag, welchen der 
Kurfürst im Haag verhandeln lässt*), auf dem Punct war zu seiner Befrie- 
digung abgeschlossen zu werden, wozu sie d'Estrades Befehl gegeben 
hatte seinerseits nach allen Kräften beizutragen. Besonders befriedigt haben 
sie zwei der Vertragsbedingungen, nämlich 1) das» die Staaten dem Kur- 
fürsten den Platz Orsoy*) überliefern und 2) dass er dieselben gegenwärtig 
mit einem Corps seiner Truppen unterstützen wolle. 

Wenn besagter Vertrag noch nicht vollendet sein sollte, so wird der 



') Vgl. M^m. de Pomponne II. 14. Basnage I. 762. Rousaet Hist de 
Lonvois I. p. 86. 

") Vgl. Basnage I. 770. 

») Vgl. hierüber Stenzel p. 275. Pufendorf X. lOff. 

*) Pufendorf X. 12. 



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314 ^^- Berichte von 1665 bis 1666. 

Kurfürst den König ganz besonders durch jede Willfährigkeit verpflichten; 
womit er den Abschluss desselben erleichtert, sowie der König seinerseits 
d 'Estrad es zu gleicher Nachgiebigkeit stimmen lassen wird. 

Se. Maj. ermahnt den Kurfürsten ferner zu guter Freundschaft mit dem 
schwedischen Hofe; sie wird gern, soviel in ihren Kräften, bei der Regent- 
schaft ') mit dahin wirken, dass der Kurfürbt auch hier seine Satisfaction 
und eine volle Sicherheit finde. 

Se. Maj. hat mit grossem Vergnügen vernoüimen, dass seit einiger Zeit 
ein innigeres Verhältniss zwischen dem Kurfürsten und dem Pfalzgrafen von 
Neuburg') besteht; sie ermahnt beide Fürsten, in ihrem eigenen Interesse, 
sich mehr und mehr mit einander zu verbinden. 

Sie kann es sich ebensowenig versagen, dem Kurfürsten mit Wärme 
den Schutz und die gute Behandlung der Katholiken in seinen Staaten und 
u. a. der Kapuziner in Cleve zu empfehlen. 

Se. Maj. wäre gar begierig zu wissen (wenn diese Nachfrage sich mit 
der Schicklichkeif vertrüge), welcherlei Genugthuung das Haus Oestreich dem 
Kurfürsten in der Jägerndorfer Angelegenheit hat zu Theil werden lassen, wo 
seine Rechte so klar, seine Ansprüche so unbestreitbar sind — welche Ge- 
nugthuung ausserdem in Betreff so vieler anderer Verheissungen, die es ihm 
in Regensburg und Frankfurt, welche besonders Don Luys de Haro znr 
Zeit des Pyrenäischen Friedens dem Frhm von Blumenthal gegeben*). 

Endlich gereicht Sr. Maj. die Erneuerung der Alliance zwischen ihr 
und dem Kurfürsten und der Eintritt des letzteren in den Rheinbund*) zn 
ausserordentlicher Genugthuung. Es wird nicht an Sr. Maj. liegen, wenn 
sie nicht ein noch engeres Bündniss schliessen, worin Se. Maj. dem Kur- 
fürsten dann seinen Vor theil verschaffen könnte, wie er in dem bisherigen 
sich seine Sicherheit verschafft hat. 



Denkschrift*) des Kurflirsten au du Moulin. (Dec. 1665.) 

(Abschrift.) 

[Worüber er raii den Generalstaaten noch nicht einig ist.] 

Dec. Ce qui a accroch6 la Prorogation de ralliance d'entre Sa S*r6nit6 

^lectorale de Brandebourg et MM. les Etats des Provinces-unies est 
premi^rement le point d'^vacuation. 

Car encore que MM. les Etats aient plusieurs garnisons dans les 
villes et autres places qui appartiennent k Sa Sör^nittS ^lectorale, sans 



') Carl XI. von Schweden war noch minderjährig. 

') Vgl. über die Verhandlungen zwischen beiden Pufendorf IX. 71 ff. Der 
endliche Erbverbrüderangsvertrag kam dann am 19. Sept. 1666 su Stande. S. tncb 
V. Orlich U. 103—109. Stenzel p. 280. 

*) Im Jahr 1660 in FaenUrabia. Vgl. Pufendorf IX. 4 

*) Derselbe erfolgte eben damals (Pufendorf IX. 65). 

*) Bereits gedruckt in M^m. d^Estrades III. 597 f. Vgl. ebend. 689 ff. IV. 26«, 



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Brandenbargische Denkschriften für da Moalin. 315 

q\ie lesdits seigneurs fitats [y] puissent pr6tendre aucun droit soit ex 
iure belli ou par quelque autre titre, — si est que Sa S6r6nit6 61ecto- 
rale n*a demand^ que la seule ville d'Orsoy ^) pour le prösent et, aprös 
la guerre finie, son chäteau de Guennep, avec ofiFre de laisser les gar- 
nisons des Etats') dans ses autres villes, ä savoir Wösel, R^es, Em- 
merik et Buderic*), avec F^vacuation, pour le moins^) dömolition du 
fort de Schenk situ6 dans son territoire, k condition qu'aprös Talliance 
finie on en conviendra, et que cependant on fera un bon r6glement 
Selon lequel lesdites garnisons seront obligöes de se gouverner. 

Sa S6r6nit6 ölectorale demande en outre qu*en vigueur des traitös 
f&its d'entre ses ancStres et MM. les Etats on lui laissera la paisible 
jouissance de la sup6riorit6 et des domaines, juridictions et autres 
droits qui lui appartiennent, et qu'on redresse toutes les contraventions 
qui se trouveront etre faites pai* lesdites garnisons ou autrement, et 
qne MM. les Etats, en consid6ration desdites leurs garnisons ou*) du 
voisinage, ne s*attribuent aucun pouvoir, autoritö ou prörogative dans 
les terres de Son Altesse 6lectorale qu'ils ne voudront soufiFrir qu'elle 
use riciproquement dans les Provinces-unies. 

L'autre point qui a accrochö Valliance est eelui du secours et de 
l'assistance que MM. les Etats pr^tendent que S. A. €\, leur fasse, sans 
lui avoir jusqulci voulu accorder des subsides convenables, comme 
pourtant ils ont fait k d'autres. 

II y a eu encore d'autres petits points dont on n'est pas enti^re- 
ment*) d'accord; mais» k ce qu'on a pu remarquer, ceux-lä n'empeche- 
ront pas la conclusion de ladite alliance. 



Denkschrift des Kurflirsten an du Moulin^). Dat. 1. Dec. 1665. 

(Abschrift.) 

[Bedingangeo , unter welchen sich der Kurffirät mit den Generalstaaten und Frank- 
reich zum Kriege gegen Münster verbinden will.] 

1) Sa Majestö ayant requis Son Altesse 6lectorale d'assister les i. Dec 
Etats-g6n6raux contre r^veque de Munster, fera en sorte que Talliance 



') Vgl. oben die Instruction fQr du MÖulin. 
*) de TEtat Ms. und M^m. d'Estrades. 
*) Büderich. 

*) et M^m. d'Estrades. 
') Fehlt M^m. d'Estrades. 
*) bien d*accord M^m. d* Estrades. 

^) Ebenfalls gedruckt in den M^m. d'Estrades lU. 599. Vgl. ebend. 589 ff. 
IV. 26 ff. 



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316 ^' Berichte von 1665 bis 1666. 

entre S. A. d. et leg Etats soit conclue sans plus de d^lai, tous les 
points en 6tant presque accordös. 

2) Que les Etats quittent absolument . . .*) la ville d'Oreoy ä 
S. A. 61. et lui donnenit aussi des subsides pour la lev6e et Tentretieii 
de ses troupes. 

3) Et parce que S. A. Ü. sera oblig6e k d'autres frais extraor- 
dinaires ä Toccasion de la guerre präsente, Sa MajestÄ lui payera, outre 
les subsides des Etats, une certaine notable somme durant cette guerre. 
et cela sans aucune faute. 

4) öi S. A. 61. ou ses 6tats et') sujets, sous quelque pr6texte que 
ce puisse') etre, venaient k etre attaqu6s de qui que ce soit, Sa Ma- 
jest6 promet de Tassister partout avec force et vigueur. [Aecorde.]*) 

5) SaMajest6 ne fera aucun trait6 avec Tfeveque ou ses adherents, 
ni seul ni conjointement^ avec les Etats, sans le su et consentement de 
S. A. 61ectorale, et sans qu'elle y trouve enti6rement sa süret6; ce que 
S. A. 61. observera aussi r6ciproquement. [Accord6.] 

6) Quand S. A. 61. fera agir son arm6e aux pays 6tranger8 avec 
Celle de Sa Majest6 ou des Etats, on lui donnera toujoürs les memes 
quartiers, vivres et autres avantages comme aux autres et ne fera au- 
cune diflF6rence en cette occasion. [Accord6.] 

7) II sera permis ä S. A. 6lectorale d'agir ä-part avec son armee, 
si ce n'est que la n6cessit6 et la raison de guerre demandät une con- 
jonction, en quel cas S. A. 61. ne fera aucune difficult6 de joindre 
son arm6e k celle du Roi ou des Etats, pourvu qu*on laisse la direction 
et la conduite de son arm6e k ses g6n6raux, comme cette conjonction 
se fera aussi* r6ciproquement avec rarm6e de S. A. 61. en cas de be- 
soin. [Accord6.] 

8) Les 6tats et tcrres de S. A. 61. ne seront cliarg6s ni de*) Sa 
Majest6 ni des Etats d*aucuns quartiers ni contributions ni autres pa- 
reilles incommodit6s. [Accord6.J 

9) On ne fera aussi aucun camp dans les •) pays de S. A. 61ecto- 
rale. [M. de Witt dit qu'on mettra: „qu'en cas qu'on n*y soit oblig^ 
par une n6cessit6 indispensable.'*] 



*) et sans aucune reseryo M^m. d^Estrades. 

') ou M. d'E. 

') püt M. d*E. 

*) In einem andeni Exemplar, welches mir nur Yon 4) ab belaasen ist 

') de la part de M. d*E. 

*) le M. d'E. 




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Rückkehr and abenoalige Sendung du Moulines. 317 

10) Ce traitö ne concernera que cette guerre präsente de Mun- 
ster. [Accord6.] 

Schwerin an Lionne. Dat. Cleve 4. Dec. 1665. 

tdu Moalin mitgegeben. Der Kurfürst ist ganz geneigt, sich mit dem Könige über 
seine Haltung in der gegenwärtigen Conjunctnr zu verständigen.] 

Schwerin hat Sr. Excellenz zweimal wegen der nämlichen Angele- i Dcc. 
genheit geschrieben, in welcher Se. Maj. Hrn. du Moulin gesandt hat, 
ohne Antwort erhalten zu haben*). Er will deshalb Sr. Excellenz versi- 
chern, dass der Kurfürst sich gern mit Sr. Maj. in Betreff der „diesseitigeti"" 
Angelegenheit verständigen wird, „et parce que Son Altesse ölectorale 
s'est expliqu6e, seien le d^sir du Roi, fort cordialement et sans r^- 
serve, nous souhaiterions bien aussi qu'il plüt k Sa Majest^ de nou» 
faire savoir aussi ses sentiments, afin que nous nous en puissions taut 
mieux regier. Je me remets, au reste, monsieur, k ce que ledit M. 
du Moulin vous en dira davantage, lequel s'^tant "trös-dignement ac* 
quitt^ de sa commission *) , ne laissera pas d'assurer Votre Excellencc 
des respects que je lui porte etc. 



Denkschrift Ludwig's XIV. für du Moulin'). Dat. Paris 

17. Dec. 1665. 
(Concept.) 

[du Moulin abermals nach Cleve entsendet. Der König bat die beiden Denkschriften 
des Kurfürsten das Bündniss mit Holland betreffend in sorgfältige Erwägung gezo 
gen. Er legt die Negotiation darüber in d'Estrades^ Hände, der sich später selbft 
nach Giere begeben soll, du Moulin soll sich über das Ceremoniell erkundigen, 
weiches man am brandenburgischen Hofe einem Botschafter des Königs gegenüber 

zu beobachten gedenkt.] 

Der König ist mit dem Verhalten du Moulin's bei dessen erster 17. Dec. 
Reise zum Kurfürsten von Brandenburg vollkommen zufrieden gewesen — 
und hat deshalb beschlossen; ihn wiederam zu demselben zu entsenden^ um 
ihm im Wesentlichen folgende Eröffnungen zu machen. 

Vor Allem hat Se. Maj. grosse Freude über die Versicherungen der 
Zuneigung für seine Person und seine Interessen empfunden, womit der 



') Vgl. oben Schwerin^s Brief vom 8? November. 

») Vgl. M^m. d'Estrades IV. 18. (Ludwig XIV. an d'Estrades S.Jan. 
1666.) Quant ä la n^cessit^ dont le sieur de Witt vous a parl^ que j'eusse en ces 
conjonctnreB-ci nne personne de ma part auprös de monsieur Tdlecteur de Brande- 
bourg, vous aurez vu par Tarriv^e du sieur du Moulin k la Haye, que je ravoia 
connuS comme lui, et y avois pourvu par Tenvoi dudit du Moulin, que voue 
trouverez, je m^assure, fort intelligent et fort sage. 

') (Welcher wieder cum Kurfürsten zurückgesandt wird.) 



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318 VI. Berichte von lß65 bis 16C6. 

Kurfürst du Moulin beauftragt hatte. Der König erwidert dieselben von 
Herzen durch seine ganz besondere Hochschätzung der persönlichen Eigen- 
schaften des Kurfürsten u. s. w. 

Se. Maj. hat ferner mit vielem Vergnügen von der Neigung des Kur- 
fürsten erfahren, sich mit den Generalstaaten, seinen Verbündeten, zu ver- 
einigen, um dieselben in dem Kriege zu unterstützen, welchen der Bischof 
von Münster ihnen erklärt hat '). Sie hat die beiden Denkschriften, welche 
der Kurfürst du Moulin zugestellt hatte, in sorgfältige Erwägung gezi> 
gen, insbesondere die Darlegung der Bedingungen, auf welche hin derselbe 
sich mit ihr und den Staaten wider jenen Bischof zu verbinden bereii 
ist'). Da indessen die Erfüllung der meisten jener Bedingungen viel- 
mehr von diesen letzteren abhängt als von dem König, der nur dazo 
ermahnen kann (wie er stets gcthan und auch durchaus weiter zu thun g^ 
denkt), so hat Se. Maj. geglaubt, keinen bessern Weg einschlagen zu kön- 
nen als den, diese ganze Angelegenheit in die Hände des Hrn. d' Estra- 
des, seines ausserordentlichen Botschafters in Holland, zu legen. Diesem 
befiehlt der König, sich, nach gehöriger Instruction über die letzten Ab- 
sichten der Staaten, unverzüglich selber nach Cleve zu begeben, um alle 
diese Angelegenheiten mit dem Kurfürsten zu Ende zu bringen. Eine De- 
pesche Sr. Maj., welche du Moulin an d' Estrades überbringt*), macht 
denselben mit allen betreffenden Intentionen des Königs, namentlich auch 
hinsichtlich der Artikel der von du Moulin mitgenommenen Denkschrift 
des Kurfürsten') bekannt. . . . Cependant, iP) peut Tassurer*) en g^n^ral, 
comme lui ayant 6t6 dit de la propre bouche de Sa Majestd, que les 
ordres qu'il porte audit sieur d'Estrades sont de s'employer autant 
qu'il sera en son pouvoir et en son industrie pour m^nager en cette 
n^gociation les avantages et toutes les satisfactions dudit sieur 61ecteur. 

Voilä en substance tout ce que ledit du Moulin aura ä dire, a 
son passage ä Cleves, pour ce qui regarde les affaires; mais avant 
qu*en partir pour aller k la Haye, il devra pressentir ou de l'^lecteur 
lui-meme ou par le raoyen de ses ministres, quelle sorte de r6cep- 
tion et de traitement ledit ^lecteur fera k Tambassadeur du Roi') . ■, 
et cela comme de lui seulement, sous pr6texte d'en informer ledit 
sieur d'Estrades ...; et comme le sieur de Lionne, par ordre du 
Roi, a inform^ ledit du Moulin de tout ce qui peut regarder ce point 



Vgl. M^m. d'EstradeB III. 611-612. 

') S. oben die Denkschrift vom 1. December. 

') S. dieaelbe M^m. d'Estrades III. 589 ff. (vom 18. Deoemb«r). 

*) S. oben. 

*) (du Moulin.) 

*) (Den Eurffirsten.) 

") Vgl. M^m. d'Estrades m. 595. 5%. 



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Abermnlige Sendung du Moulin's. 319 

des') cörtmonies, Sa Majest^ a jug6 sup€frflu de s*en expliquer plus 
particuli^renient dans ce memoire. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 19. Dec. 1665. 

(Concept.) 

[Bcgliiubigungsschreiben für da Moulin.] 
BeglaabiguDgsschreiben für du Moulin; im Sinne der Instruction für 19. Dec. 
denselben vom 17. ejusd.'). ... „Comme j'agis en ceci pour la defense 
de mesdits alli^s, ainsi que j'y suis oblig^, je vous assure aussi que 
je me propose pour un autre objet principal le maintien du repos de 
Tempire, auquel vous savez que j'ai contribuö dans la conclusion de 
la paix de Westphalie et depuis par les soins continuels que j'ai pris 
de la conserver.^ 



Lionne an Schwerin. Dat. Paris 20. Dec. 1665. 
(Concept.) 

[du Moalin mitgegeben.] 

Lionne benutzt die Rückkehr du Moulines, um Schwerin die Be- 20. Dec. 
Zeugungen seiner Dienstergebenheit zu erneuern. Er zweifelt nicht, dass 
diese zweite Reise des Abgesandten dem Kurfürsten sehr angenehm sein, 
and Schwerin bereitwillig mitwirken werde, um die Dinge zu einem schnel- 
len Abschluss zu führen. — Der erste Brief Schwerin's*) will schlechter- 
dings nicht zum Vorschein kommen und Lionne ist über das Verbleiben 
desselben beunruhigt. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cleve 30. Dec. 1665. 

[Antwort auf des Königs Schreiben vom 19. December.] 

Monseigneur mon trös-honorö cousin, les assurances qu*il a plu k 30. Dec. 
Votre Majesti de me donner de la continuation de sa bienveillance 
envers moi par sa röponse de Paris du 19me du courant*) et que le 
sieur du Moulin m'a confirm6es plus amplenlent de bouche m'ont 6t6 
si Chorea, que je ne souhaite rien avec plus de passion que d'avoir 
le moyen d'en temoigner k Votre Majestö la trös-vöritable reconnais- 
sance qui m'en demeure. Je supplie Votre Majestö d'en 6tre entiöre- 
ment persuadäe et de croire que j'aurai toujours une passion fort sin- 



') de Ms. 

■) S, oben. 

*) Vgl. oben 6chweriii*8 Briefe an Lionne vom 8. Nov. und 4. Dec. 1665. 

*) S. oben. 



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320 ^^- Berichte von 1665 bis 1666. 

cdre pour tout ce qui concerne ses intörSts, corame je me suis d6clart 
plus au long et en detail audit sieur du Moulin, esp^rant qull en 
fera un fidöle rapport ä Votre Majest^, ä laquelle je souhaite, au reste, 
toutes sortes de prosp^rit^s imaginables et suis toujours etc. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 12. Jan. 16G6. 

(Coneept.) 

[Beglaubigungsschreiben für Colbert-Croiasi, der seinen Weg über Holland nimmt 
d'Cstrades hat seinen Posten nicht verlassen können.] 

1666. Beglaubigungsschreiben für Colbert-Croissi. — d'Estrades, des 

12. Jan. Königs ausserordentlicher Botschafter in Holland, hat ihn wissen lassen, 
ein wie grosser Nachtheil davon zu besorgen sein würde, wenn er auch nur 
für einen Augenblick einen Posten verliesse, wo zu jeder Stunde hochwich- 
tiges eintreten könne, wobei seine Gegenwart absolut nothwendig wäre'). 
So hat der König denn um so lieber eine besondere Person seines Hofs 
gewählt, die er noch besser von seinen Gesinnungen unterrichten konnte. 
Dieselbe wird ihren Weg über Holland nehmen, um genauer über die In- 
tentionen der Generalstaaten belehrt bei dem Kurfürsten anzulangen. — Es 
ist Herr Colbert, Mitglied in seinem Staats- und Privatcon seil und maitre 
de requötes ordinaires de son hötel, ein höchst ausgezeichneter Mann. 



Instruction Ludwig's XTV. für Colbert-Croissi. 

Dat. 12. Jan. 1666. 

(Coneept.) 

[Zweck dieser Sendung, das Bündniss des Kurfürsten mit Holland herbeizufQbren. 
Von dessen Erklärung wird nebenbei auch die Haltung der braunschweigiscben Her- 
zöge abhängen. Ausfährliche Darlegung der vorangegangenen Verhandlungen du Mou- 
lines und d^EstradesV Der englische Gesandte in Cleve. Geld, welches derselbe 
vertheilt hat. Weshalb man nicht d'Estrades dorthin gesandt hat. Event, darf Col- 
bert Subsidien in Aussicht stellen , wenn der Kurfürst nämlich zu einem engeren 
Bündniss in Betreff der eigenen Interessen des Königs bereit ist.] 

12. Jan. Colbert wird die Wichtigkeit der ihm übertragenen Verhandlung leicht 

ermessen können. Von ihr hängt es ab, ob es gelingen wird den Kurfür- 
sten von Brandenburg sammt einem ansehnlichen Truppencorps für (üe 
Partei der Holländer gegen den Bischof von Münster zu gewinnen, welcher 
dann seine Invasion nicht mehr lange aufrecht erhalten könnte, oder ob 
man diesen Kurfürsten gerade im Gegentheil die Partei des Bischofs neh- 
men und die Staaten angreifen sehen soll; wozu er durch einen englischen 



') Vgl. oben des Königs Denkschrift für dn Moni in vom 17. Dee. 1665 und 
über die wahren Gründe, aus denen man von d'Estrades^ Sendung absah, unten 
die Instruction Colbert' s. 



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Sendung und Instruction Colbert^s. 321 

Abgesandten *) , durch seine Schwiegermutter und insgeheim vielleicht auch 
durch das Haus Oestreich lebhaft angestachelt wird. 

Die Erklärung des Kurfürsten zu Gunsten der Staaten ist^ abgesehen 
von dem Gewicht seiner Kräfte und dem Ansehen seiner Person, welches 
den Kaiser in Bezug auf eine bewaffnete Unterstützung cles Bischofs vor- 
sichtiger machen wird'), auch höchst nothwendig, um dem Schwanken der 
beiden braunschweigischen Herzöge, Georg Wilhelm's von Celle und 
seines Bruders, des Bischofs von Osnabrück '), ein Ende zu machen, welche 
12,000 Mann auf den Beinen und mit den Staaten über ihre Unterstützung 
in diesem Kriege verhandelt haben. Doch haben diese bisjetzt gezaudert 
irgend einen Act der Feindseligkeit gegen den Bischof zu begehen, indem 
sie das gewissermassen von dem Vertrage abhängig machen, welchen die 
Staaten mit dem Kurfürsten von Brandenburg schliessen würden: sei es 
nun um ihrer grösseren Sicherheit willen, sei es aus Freundschaft für den 
Kurfürsten und in der Absicht ihn zu begünstigen, indem sie die Staaten 
zur Bewilligung seiner Forderungen nöthigen. — 

Colbert soll nun zunächst eine vollständige Kenntniss der Sachlage 
und der bisher von Sr. Maj. in dieser Richtung gethanen Schritte erhalten, 
auch ehe ihn d'Estrades mündlich weiter unterrichten wird. 

Folgt die Erzählung der ersten Sendung du Moulines. Die beiden 
betreffenden Denkschriften*) findet Colbert abschriftlich beigeschlossen. 
— Der König hat die ganze Angelegenheit an d'Estrades verwiesen und 
an diesen die Depesche gerichtet, von der ebenfalls eine Copie hier beige- 
legt wird"). Colbert wird daraus ersehen, dass der König du Moulin 
noch ein zweites Mal nach Cleve zurücksandte, mit dem Auftrage, dem 
Kurfürsten nur zu sagen, dass er sich nach dem Haag begebe, um d' Estra- 
des den Befehl zu überbringen, von Herrn de Witt die definitiven Ab- 
sichten der Staaten hinsichtlich des Vertrages zu erkunden, alsbald darauf 
indessen selber nach Cleve zu kommen, um hier die Sache wo möglich zum 
Abschluss zu bringen. 

In der Zwischenzeit zwischen diesen beiden Reisen du Moulin's ist 
beim Kurfürsten ein englischer Abgesandter, Namens [Vane]*), eingetroffen, 
welcher an diesem Hofe die Summe von . . . ^ mal hunderttausend Franken 
vertheilt haben solP). Und in der That ist das sehr wahrscheinlich, nicht 
allein, weil Se. Maj. auch Nachricht von England bei der Abreise dieses 
Gesandten hatte, wonach man demselben 10,000 Pfund Sterling (also eine 



>) Vgl. ftber deDselben (Walter Vane) Pufendorf X. 15 u. sonst, v. Orlioh 
II. 38, M^m. d'Estrades III. 608. 619. 627. IV. 8. 14. 28. — Er schlug dem Kur- 
flfnten vor, die VermitteluDg «wischen den streitenden Parteien zu übernehmen. 

*) M4m. d'Estrades III. 612. 

*) Ernst Augast, später erster Kurfürst von Hannover. 

*) Vgl. p. 314 ff. 

*) (Schreiben des Königs an d'Estrades vom 18. Dec. 1665.) 

*) Name im Ms. unleserlich. 

'') Die Zahl ganz undeutlich. 

*") Vgl. Stenael p. 276 (uAch einem Brief yan Beuningen*s an de Witt), 
Maier. sar Gesoh. d. Gr. Kurfünteo. IL 21 



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322 ^I- fiericbte Ton 1665 bis 1666. 

entsprechende Summe) in die Hand gegeben, sondern anch wegen der of- 
fenbaren Wirkung dieser Geldvertheilung; denn du Moulin hat das zweite 
Mal die Sprache des Kurfürsten und seiner Minister sehr verändert ge- 
funden. 

Se. Maj. hatte du Moulin auch beauftragt, sich ^sans affectadon'^ 
nach der Behandlung zu erkundigen, welche der Kurfürst einem französi- 
schen Botschafter (ambassadeur) würde zu Theil werden lassen , um dies 
dann d'Estrades mitzutheilen '). Es handelte sich dabei namentlich um die 
rechte Hand, welche das Kurhaus Brandenburg und der gegenwärtige Kur- 
fürst selber den Botschaftern gekrönter Häupter stets ohne Schwierigkeit 
und Streit gelassen hat. Indessen, erstaunlich genug, man hat darauf ge- 
antwortet, das sei zwar wahr und sogar noch der letzte Botschafter, wel- 
chen man am Hofe gesehen, der Marquis von Oonzaga'), habe diese Ehre 
genossen; indessen, seitdem habe der Kurfürst ein anderes Reglement ge- 
trofifen und gewähre dieselbe nun keinem mehr'). 

Da du Moulin d'Estrades diese Antwort brachte, wünschte jener, 
wie es in der Ordnung war, erst neue Ordre vom Könige zu erhalten und 
schlug seinerseits vor, was' auch in der That angemessen war, dass er deo 
Kurfürsten nun nur in der Eigenschaft eines ausserordentlichen Oesandteü 
(envoy6 extraordinaire), mit Beiseitesetzung seines Characters als Botschaf- 
ter, sehen könnte. 

Gleichwohl hat der König aus mehreren Gründen diesem Ausknnftsmit- 
tel seine Zustimmung nicht ertheilen- können^) und, ohne diesem Incideuzfall 
irgend weitere Beachtung zu bezeigen, den Entschluss gefasst, diese näm- 
liche Sendung vielmehr Herrn Colbert zu übertragen: unter den Vorwän- 
den für diesen Wechsel, die Colbert aus seinem Beglaubigungsschreiben 
an den Kurfürsten — dasselbe ist ä cachet volant — ersehen wird '). — 

Um aber hiernach zum Kern der Sache zu kommen: so wird Colbert 
1) aus dem Briefe des Königs an d'Estrades vom 18. December sehen, 
was Se. Maj. für angemessen fand, auf die Denkschrift des Kurfürsten zu 
Erwidern, welche der letztere du Moulin bei dessen erster Reise mitgege- 
ben hatte*). 

Man sendet Colbert auch die Antwort abschriftlich, welche d'E s tra- 
de s am 4. Januar auf diese Depesche Sr. Maj. gegeben), nachdem er 



') Vgl. oben. — M^m. d'Estradea III. 5dö. 596. 

«) Im Jahr 1660 (Tgl. Pufendorf Vlll. 64). 

*) Vgl. auch M^m. d^Estrades IV. 34 und Pufendorf X. 12. Sed com haec 
qaae hinc inde concipiebantur formulae non congruerent, Strada regia aai iuaau ope- 
ram ei foederi conciliando offerebat. Quem elector Clivos accedere optabat. Sed ean 
ia digniorem locum in electoris aedibus vetere Caesareoram et regiomm legatorum 
more sibi deposceret, id quod electores de compacto deinceps band permiitere decre* 
verant, id iter omissam est. 

*) M^m. d'Estrades IV. 43 ff. 

*) Vgl. oben p. 320. 

') S. oben. 

') Vom 10. Jan.? ^vgl. M^m. d'Estradea IV, 26f.). 



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Instruction Colbert*8. 323 

Herrn de Witt die Denkschrift des Kurfürsten und die Erwiderungen Sn 
Maj. mitgetheilt hatte. Ebenso werden ausserdem die Antworten de WitL's ') 
in einer Denkschrift beigeschlossen. 

Ferner desgleichen ein Schreiben des Königs ^vom heutigen Datum an 
d'Sstrades, welches Colbert diesem selber überreichen wird und Winang 
sie beide die Willensmeinungen Sr. Maj. hinsichtlich einiger Puneü* tler 
Antwort de Witt's ersehen werden. Colbert wird bei seiner Ankiujft 
im Haag von d'Estrades den letzten Stand der Angelegenheiten irfeh- 
ren, and sie werden mit de Witt conferiren müssen, damit Co-lbert voll- 
ständig unterrichtet zum Kurfürsten abreist. 

Colbert wird aus den Pidcen, die man ihm zustellt, entnehmen, dass 
In Betreff des S»«*" Artikels von des • Kurfürsten Denkschrift ') Se. Ma^, 
d' Estrades geheissen hatte dies Ansuchen schlechterdings zurückzuweisen 
und sich darüber gegen de Witt zu erklären, damit dieser sich keine lür- 
wartungen darauf mache. d'Estrades hat dies auch bereits ausgeführt 
und de Witt seinerseits seine Anerkennung der Gründe für ein solches 
Verfahren des Königs ausgesprochen. 

Dem Kurfürsten selbst gegenüber hatte d'Estrades Befehl ein wenig 
anders aufzutreten. Nämlich so, dass er ihm zwar jede Hoffnung nr^htoe, 
dies besondere Subsidium Sr. Maj. für den Münsterschen Krieg zu erlan- 
gen, auf den der Kurfürst seinen Vertrag, dem letzten Artikel seiner Denk- 
schrift*) zufolge, ausschliesslich beschränken will, — ihm jedoch gleichwohl 
zu erkennen gebe, Se. Maj. würde ihm gern ein solches Subsidium bewilli- 
gen, wenn er sich in andere, grössere Engagements mit ihr für ihre ^/ige- 
nen Interessen einlassen und ihr, nach Beendigung des Münsterschen Krie- 
ges, seine Truppen geben oder doch in ihrem Dienste verwenden wollt*-. 

Einige Tage nach Abgang dieser Depesche vom 18. December {w*?[eh€ 
da Moulin bei seiner zweiten Reise mitgegeben wurde) vernahm Se. Mnj, 
von allen Seiten her von Tergiversationen des Kurfürsten, von der Ankunft 
jenes englischen Abgesandten bei ihm, von seinen fortwährenden Verlj^jnil- 
lungen mit Ministern des Hauses Oestreich und Gesandten Münsters — und 
war also in Sorge darüber, d' Estrades eine solche Eröffnung aii den 
Kurfürsten befohlen zu haben. Denn sie befürchtete nun, derselbe möchn? 
vielleicht einen gar Übeln Gebrauch davon machen, „soit par sa l^giiret^ 
naturelle, soit parce que tous ses ministres sont ou malintentioiui^s 
ou gagnfes par les Autrichiens ou par les Anglais." Und so w ürdeu 



') 8. oben p. 316 — 317. Dort ist auch zu ergehen, dasB Art. 4—8 jener Denkschrift 
auf keinen Widerspruch stiessen. Bei Art. 9 (,0n ne fera aussi aucnn camp ilans 
les pays de 8. A. ^1.*) wollte de Wi tt danach zugesetzt haben: qu'en cas qu'on y »*Ai 
Obligo par une n^cessit^ indispensable. 

') .Et parce qne 8. A. ^. sera oblig^e k d'autrcs frais extraordinaires k Voccb.- 
sion de la guerre präsente, 8a Majest^ lui payera, outre les subsides des Etatp^ uno 
certaine notable somme durant cette guerre, et cela sans aucune faute,* vgl oben 
p. 316. 

*) 10, Ce trait^ nc concernera que cette guerre präsente de Munster. 

21* 



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324 ^^' Berichte von 1665 bis 1666. 

denn die einen und die andern erfahren, dass der Kurfürst von Sr. Maj. 
aufgefordert worden, ihm, nach Vollendung des Münsterschen Krieges, ihre 
Truppen zu überlassen — und diese Kenntniss nur dazu dienen, die Bü- 
düng entgegengesetzter Liguen und Unionen zu befördern und zu erleichtern. 

Diese Einsicht (lumidre), welche Se. Maj. Colbert eröffiiet, soll dazu 
dienen, desselben Yerhaltea hinsichtlich dieses Punctes fcu regeln and ihn 
abzuhalten, irgend einen Schritt in dieser Richtung zu thun, welcher Sr. 
Maj. zum Nachtheil gereichen könnte. Se. Maj. glaubt nur, dass es nichts 
schaden kann, wenn der Kurfürst (wie nicht zu zweifeln) die nämliche Sub- 
sidienforderung gegen ihn erneut, nach Auseinandersetzung der (des Königs 
Depesche vom 18. December zu entnehmenden) gerechten Oründe, welche 
Se. Maj. verhindern dieselbe für den gegenwärtigen Münsterschen Krieg zu 
bewilligen, hinzuzufügen, dass dies überhaupt auf alle Fälle nur dann ge- 
schehen könnte, wenn der Kurfürst andere Verbindungen mit ihr zu Gun- 
sten ihrer eigenen Interessen eingehen wollte — ohne sich näher hierüber 
zu erklären. 

Es wird gut sein, wenn Colbert nicht vergisst sich von d'Estrades 
darüber unterrichten zu lassen, was zwischen ihm und de Witt hinsichtlich 
eines Gedankens vorgegangen ist, welchen der König gehabt hat, um den 
Bischof von Münster eher zur Vernunft zu bringen und den Colbert aus 
einem beigefügten Auszuge der Depesche Sr. Maj. an d'Estrades vom 
1. Januar*) entnehmen wird. — Denn, sei es nun, dass die Staaten das 
ihnen in so verbindlicher Weise gemachte reelle Anerbieten Sr. Maj., ihnen 
eine ganze Armee gegen den Bischof zu senden, angenommen, oder dass 
sie vorgezogen haben, den letzteren das nur fürchten zu lassen und sich 
mit der Fiction zu begnügen: so wird dieser neue Incidenzfall Colbert 
für seine Verhandlung vielleicht sehr nützlich sein können. Und zwar, um 
dem Schwanken des Kurfürsten ein Ende zu machen, indem man ihm ent- 
weder kundthut, dass die Staaten, indem sie jetzt die Macht Sr. Maj. weit 
mehr als bisher gebrauchen können, auf seine Truppen leicht verzichten 
könnten — oder, indem man ihm — indirect und ohne Drohung — die Be- 
sorgniss nahe legt, er möchte sich durch Ergreifen der Gegenpartei in eine 
gar böse Affaire verwickeln und das nämliche Corps, welches gegen den 
Bischof marschiren solle, sich selber auf den Hals ziehen. — 

Indessen soll Colbert die höflichsten Grüsse (les civilit^s empress^es) 
vom K^önige bestellen. — 



Der brandenburg. Agent [Beck] an Lionne'), Dat. 14. Jan. 1666. 

(Abschrift.) 

[Beschwerde darüber, dass die Truppen des Königs im Herzogthum Cleve Quartiere 

genommen haben.] 

U.Jan. L'agent de Brandebourg a ordre de luonseigneur rdecteur son 



•) S. M^m. d'Estrades IV. 9—10. (Lionne an d'Estrades I.Jan. 166ß.) 
*) Vgl. M^m. d*£strade8 IV. 39. Der KOnig schreibt an d'Estrades hier- 



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lostrnction Colbert^s. Die fransÖsisohen Trappen Im Clevisoben. 325 

mattre de prier monseigneur deLionne devouloir repr^senter au Roi 

que comme Sa S^r^nit6 ^lectorale se sent fort obligäe des assurances 

qu'il a plu ä Sa Majestö de lui donner de son affection, et qu'elle ne / 

permettrait pas que dans la conjoncture präsente des affaires et les K 

desordres de la guerre les pays et 6tats de monseigneur Völecteur souf- 

rissent aucun dommage, aussi a-t-il (sie) eW extrgmement surpris de voir 

que, contre la capitulation faite avec les seigneurs les Etats-g^nöraux 

des Provinces-unies et au refus de leurs propres villes, comme Celles de 

Nimögue, Ztttphen et autres, les troupes du Roi command^es par le sieur 

de Pradel se sont log^es au duch6 de Clöves dans les villes, forte- 

resses et places des garnisons de S. A. ^lectorale, ce qui cause la ruine 

entiäre de ce duch6 et autres terres acyacentes de son obeissance, les 

villes lui ötant rendues inutiles par la dösertion des habitants; de sorte 

que Sa S^ränit^ 61ectorale souffre des pertes notables dans ses biens et 

revenus, et ne peut etre maitre ni jouir de ce qui lui appartient, sans 

parier des insolences et pilleries que les gens de guerre commettent 

joumellement dans le plat-pays ä la vue mSme et jusqu'aux portes 

de sa r^sidence. 

Ce proc6d6 6tant trös-fächeux et contre ce qui a 6t6 jusqu'ä prä- 
sent si louablement pratiqu6 par Sa Majest^ trös-chr^tienne dans tout 
Tempire, oü eile a toiyours fait religieusement observer la paix depuis 
qu'elle a ^i6 conclue ä Munster, Sa S6rönit6 ölectorale est entiörement 
persuadäe que c*est contre son Intention et ses ordres, et qu*elle ne 
voudrait pas traiter autrement le duch6 de Clöves que les autres pro- 
vinces et ^tats de Tempire dont il (sie) est membre. 

C'est pourquoi le seigneur 61ecteur de Brandebourg espÄre que 
le fioi ne lui refusera pas d'apporter un prompt remMe k ces desor- 
dres et commandera au sieur de Pradel de demander incessamment 
d'autres quartiers aux seigneurs les Etats -G^nöraux pour le logement 
de ses troupes'); que m6me Sa Majestö n'aura pas desagröable d'en 
öcrire auxdits seigneurs les Etats et d'en donner charge expresse ä 



über a. a. : Vou8> communiquerez cet article au sieur Colbert aussitdt qu'il sera 
arriT^, et vous verres ensemble avec le sieur de Witt, ce qvCil pourra dire de 
mieaz audit ^lecteur de Brandebourg, pour emplüher que les cabales cootraires ne 
TieoneDt k beut du dessein quMIs ont d'aigrir son esprit et d'empdcher la conclusion 
de son trait^. Ebend. p. 42. 

') Vgl. Pufendorf X. 12. Qui (sc. Belgae) et Interim Clivica oppida enormi 
praesidio onerayerant, immisso quoque Gallico milite provincialibus adniodnm mo- 
lesto: ne quid forte eleotor in oppida ista tentaret. 



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326 ^' Berichte von 1665 bis 1666. 

monseigneur son ambassadeur k la Haye, de qaoi Sa Söränit6 äe<4o- 
rale la prie instamment de ce faire. 

Lionne an Colbert. Dat. 15. Jan. 1666. 
(Concept.) 
15. Jan. Der Kurfürst hat ihm gestern durch seinen Agenten eine Denkschrift ') 
zustellen lassen, wovon er Colbert Abschrift schickt. Der König schreibt 
deswegen an d'Estrades. — Se. Maj. schickt der Kurfürstin ein Ge- 
schenk, welches derselben seit nur zu langer Zeit versprochen gewesen 
ist. ...') 

Lionne an Colbert. Dat 22. Jan. 1666. 
(Concept.) 

[Die Verfdgang über die Gratificationen betreffend. Die SUMten wollen Depntirte 

nach Cleve senden.] 
22. Jan. Was er Colbert die Verfügung über die Gratificationen betreffend an- 

empfohlen hat, war nur seine persönliche Meinung, der allerdings von nie- 
mandem widersprochen worden war, als er davon in Gegenwart Sr. Maj. 
geredet. Indessen hat er noch die genaue Willensmeinung Sr. Mig. dar- 
über wissen wollen, und dieselbe hat ihn beauftragt Colbert mitzutheilen, 
sie wolle ihn in keiner Beziehung binden; er möge das alles an Ort und 
Stelle so gut wie möglich einzurichten suchen. II ne vouB sera pas mal- 
ais6 de connaltre au vrai, de quel pied marchent les gens et Fölecteur 
meme, et particuli^rement depuis qu'il aura signö le traitö, n'ötant gu^re 
ä pr^sumer qu'il voulait faire ce pas qui d^sobligera TAngleterre, sans 
avoir dessein de tenir ce qu'il aura promis, les ratifications memes 
pouvant etre expödiöes et öchang^es de part et d'autre en huit jours 
de temps. . . . M. d*£strades me mande par saderniöre döp^he...« 
que MM. les Etats faisaient partir des d^put^s pour aller ä Clöves; 
vous y arriverez Wen ä propos pour obliger les parties ä se joindre ou 
pour renouer la nögociation. 



Colbert an Lionne. Dat. Haag') 24. Jan. 1666. 

[Verhandlnngen mit de Witt and d^Estrades. Die schwierigen Poncte der Verhand- 
lang swischen den Staaten und Brandenharg: das Sahsidiom, die Garantie der cöl- 
nischen and neabargischen Plätse a. s. w. Bevemingk in Cleve. Gute HoffhungeD 
de Witt*6 ; dessen Vorschlag an Frankreich in Betreff der ßubsidion. Besuch Colbert'« 
bei der Prinzessin Ton Oranien.] 
24. Jan. Colbert hat mehrere Conferenzen mit d'Estrades und de Witt ge- 



*) S. oben. 
*) Geschwärst. 

*) Seine Ankunft daselbst hatte Colbert Lionne schon am 21***" angeseigt- 
Vgl. sonst M^m. d'Estrades IV. 58 ff. 



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^ 



Verhandlangen Co]bert*8 im Haag. 327 

habt. Er will sich nicht dabei aufhalten, die Schwierigkeiten aufzuzählen, 
welche die Staaten in Betreff der Satisfaction des Kurfürsten sowie wegen 
seioer Forderung, dass die Garantie, welche ihm jene durch die früheren 
Verträge für seine Plätze an den Küsten des baltischen Meers versprochen, 
auf seine gesammten Besitzungen in Prenssen und Pommern ausgedehnt 
vrerde, und wegen einiger anderer ähnlicher machen. — Diejenigen Puncte, 
welche die meiste Mühe machen möchten, sind*) 1) das Subsidium, wel- 
ches die Staaten dem Kurfürsten geben sollen. Sie bieten ihm nämlich das- 
selbe, was sie den Herzögen von Braunschweig gegeben haben, d. h. die 
Aushebung und Unterhaltung von 2000 Pferden und 4000 Fusssoldaten, 
tinter der Bedingung, dass er selber die Truppen aushebt und eine gleiche 
Zahl unterhält. Der Kurfürst dagegen verlangt von jenen Aushebung und 
Erhaltung von 8000 Mann, indem er sich erbietet^ die Aushebung zu besor- 
gen und den Unterhalt der übrigen 4000 auf sich zu nehmen, und zwar so- 
wohl in Rücksicht darauf, dass er für den Augenblick von der Restitution 
Orsoys abgestanden ist') als weil die Staaten ihm versprochen haben, ihn 
günstiger zu behandeln als die Herzöge von Braunschweig. Von de Witt 
sind mehrere Vermittelungs vorschlage (exp6dients) gemacht worden, welche 
der Kurfürst verworfen hat. d'Estrades seinerseits war mit einem an- 
dern hervorgetreten, nämlich dem Kurfürsten, ausser jenen 6000, noch die 
Unterhaltung von 2000 Mann, jedoch ohne die Aushebung derselben, 
zu bewilligen. Die Agenten des Kurfürsten wären hiermit auch sehr ein- 
verstanden, aber de Witt hat den französischen Diplomaten erklärt (^nous ') 
a d^clar^^), dass die Staaten darein nicht willigen würden, weil, wenn der 
Krieg andauere, dies nicht nur schon an und für sich eine sehr erhebliche 
Vermehrung der Kosten für sie sein, sondern auch den Braunschwelgem 
Veranlassung geben würde, dieselbe Forderung an sie 'zu stellen. Statt 
derselben, hat er ihnen zu verstehen gegeben, könnten sie ein Aequivalent 
an Geld für diese Unterhaltung auf vier Monate bewilligen, und es ist wahr- 
scheinlich, dass der Kurfürst baares Geld jener Unterhaltung (von noch 
einer Anzahl Mann) vorziehen wird. 

Die 2)*« Schwierigkeit betrifft Rheinberg und die andern Plätze des 
cölnischen Landes und Neuburgs*), wegen deren der Kurfürst keine Ga- 
rantie einzugehen sich verpflichten will. Und Colbert hat gefunden, dass 
er bei dieser Einwendung in seinem guten Recht ist, sowohl nach dem In- 
halt der früheren Verträge, als auch weil es ihm als Kurfürsten des Reichs 
übel ansteht, die genannten Plätze gegen etwaige gerechte Unternehmungen 
von Cöln und Neuburg, ihren rechtmässigen Herren, zu garantiren, und zwar 
gegen den Vertrag von Münster und gegen die besonderen Allianceverträge 
der betreffenden Fürsten. Deshalb ist er denn in de Witt gedrungen, ihm 
ein Aaskunftsmittel an die Hand zu geben, um diese Schwierigkeit auszu- 



*) M^m. d'Estrades IV. 45. 46. 

') Vgl. oben (Denksohr. vom 1. Dec. 1665}. M d*B. ni. 612. 

') d^Estrades a. Colbert. 

*) Eftvenstein q. 8. w. (vgl, Pqfendorf X, 14). 



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33g VI. Berichte von 1665 bis 1666. 

gleichen, de Witt hat hiegegen viel Widerstreben bezeigt, indem er be- 
hauptete, dass die Garantie des Kurfüfsten fiir sie sonst völlig werthlos 
wäre, weil gerade jene Plätze vorzngsweise ihre Staaten deckten: indessen 
könnten sie wohl in den nämlichen Vorbehalt (r6serve) willigen, den Se, 
Maj. zn Gunsten der genannten Fürsten in seinem Alliancevertrage mit den 
Vereinigten Provinzen gemacht habe. Und dies wird den Kurfürsten wahr- 
scheinlich zufriedenstellen. 

Es bleibt aber noch eine andere Schwierigkeit. In den ersten Ent- 
würfen des Vertrages hiess es, dass der Kurfürst sich für den E^rieg nicht 
engagire, welcher zur See zwischen England und den Staaten geführt wird 
Nachher hat der Kurfürst die Worte ^zur See" streichen lassen. Indess, 
wenn er in gutem Glauben handelt, so steht zu hoffen, dass er diesen Ar- 
tikel lassen wird wie er war, und dass man sogar dazu in Betreff etwaiger 
Absichten der englischen Truppen noch etwas wird hinzufügen können. 

Colbert wird dort an Ort und Stelle Herrn Beverningk »), Gross- 
schatzmeister von Holland, finden, welcher Befehl hat, die Erneuerung dieses 
Vertrages nach Kräften zu erleichtern. So hat er denn viel Hoffnung mit 
seiner Sendung zu reussiren, zum mindesten in dem was das alleinige In- 
teresse der Staaten betrifft. Aber de Witt ist überzeugt, dass der Kur- 
fürst und seine Minister ganz gewonnen sind, et afin de le rendre plus 



') Vgl. Pufendorf X. 12 ff., BasDage I. 793, über die Person selbst aber nament- 
lich Wicqu e fort Ambassadeur IL p. 250: Hier6me Beverning est sans doate an 
des Premiers bommes des Provinces-Unies pour ]a n^gociation. La ville de Gonde 
(Goada*^, qui d'aillears ne manque pas de grands sujets, Ta d^put^ plus d*nne fois aui 
assembl^es des ^tats de ]a province de Hollande et aux ooU^ges de g^n^raÜtd, et iJ s 
toigours parfaitement bien r^pondu k ce qu*on pouvait se promettre de son habilet^. 
Ce fnt lai qui en Tan 1654 fit avec Olirier Gromwel le trait^ qui donua lapaiz 
aux Provinces-UDies , mais qui faillit k les jeter dans nne guerre civile k cause des 
int^rets du prince d'Orange qui, selon Tavis de quelques • uns , n*7 avaient pas 4t4 
bien mdnag^s. La Hollande en son particulier fut tellement satisfaite du servLce qn*il 
lui rendit en oette rencontre, quVlle lui fit donner la Charge du tr^sorier - g^n^ral ; 
o*est-k-dire de prämier ministre des Provinces - Unics. 11 n'y a point d^afiaire si dif- 
ficile qu*il ne d^mele lorsquUl 8*y veut appltquer. Si on en veut des preures, il 
ne faut que voir le trait^ qu'il fit conclure k Cl^ves avec T^T^que de 
Munster en Tan 1666, et il n*a pas moins heureusement n^goci^ k Madrid tou- 
chant les importants int^rets des proTinces de Flandres. S*il n'a pas r^ussi k Co- 
logne, il B*en faut prendrc k la mauvaise disposition des esprits et k la m^chaote 
conjoncture des affaires plntdt qu*k sa mani^re d^agir qui s'est toujours soutenue avec 
la mdme force. Aussi lui a-t-on confi^ toute la n^gociation qui s'est falte k Nüne- 
gue, et c'est lui que les Etat« ont cholsi pour Taller acbever avec le Roi trea-chr^* 
tien aupr^s de Gand. 11 se trouve rebut^ des emplois, de sorte qu*au lieu que les 
autres les chercbent il les fuit, aimant mieux se puss^der dans sa solitude champetre 
que de nourrir le cbagrin que les affaires lui donnent et qui bien souvent ne lai 
est pas moins incommode qu'k ceux qui ont k n^gocier avec lui. Pour faire le es- 
ractere de Beverning, il faudrait une autre plume que la mienne, paroe qu'k en bien 
examiner toutes les parties, il se trouvera que, sans une petite in<$gallt^ qai se ren- 
contre dans son humenr, il n'y a rien qui ne soit aohev^. 



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Golhert*! Verluuidlangen im Haag and Ankunft in Cleve. Beyerningk. 329 

retenu k contrevenir au traiW qu'on pourra faire avec lui, il nouß avait 
ouvcrt un avi» qui est qu'cncore que Sa Majeste ne doive rien contri- 
buer aux subsides qulls pr^tendent lui donner pour rentretieii de ses 
troupes, n^nmoins eile voulüt bien qu'il füt donn6 tant en son nom 
qu'en celui des Etats ; afin que ledit electeur ait sujet de croire que 
s'il manque audit trait^, il pourra avoir affaire au Roi. Hierbei finden 
d' Estrade 6 und er (Colbert) auch kein Bedenken, und es scheint sogar, 
dass man den Karfürsten auf diese Weise zu einem engeren Anschluss an 
Se. Maj. führen könnte*). 

Da man ihm mitgetheilt hat, dass der Geist der Prinzessin von Orauien 
vollkommen am Hofe des Kurfürsten herrsche'), obwohl dieselbe hier im 
Haag ist, so hat er geglaubt, ihr — wenn auch nichts von ihr zu hoffen 
ist, sogar im Gegentheil — gleichwohl seine Aufwartung machen zu sollen '). 
Morgen in erster Frühe reist er ab. 



Colbert an Lionne. Dat. Cleve 28. Jan. 1666. 

[Mittheilung Beverningk's. Lage der Sachen und Stimmung der einzelnen Persön- 
lichkeiten de« Hofs.] 

Colbert ist diesen Morgen angekommen und wird morgen um eilf Uhr 28. Jan. 
Audienz haben. — Beverningk hat ihm mitgetheilt, dass der Baron von 
Goes*) und der englische Gesandte unausgesetzte energische Anstrengungen 
machen y um den Kurfürsten für die Münstersche Partei oder wenigstens 
zum Verbleiben in der Neutralität zu gewinnen, indem sie sich ganz richtig 
denken, dass auch im letzteren Falle die Streifereien (les conrses) der staa- 
tischen Garnisonen, Truppenpassagen in sein Gebiet und andere Anlässe 
zum Streit, welche die Fortsetzung des Kriegs dieselben ihm zu bieten 
zwingen wird, ihn zu einem offenen Bruch mit den Staaten drängen wer- 
den. Und Colbert besorgt sehr, dass ihnen dies glücken möchte; denn 
die Prinzessin von Oranien und die Kurfürstin sind augenblicklich den Ab- 
sichten Oestreichs und des Königs von England geneigt, indem sie meinen, 
dass der letztere viel zur Wiederherstellung des kleinen Prinzen von Ora- 
nien in die Aemter und Würden seiner Vorfahren beitragen könne. Ausser- 
dem erwägt die Kurfürstin auch noch, dass ihr Gemahl, wenn er sich er- 



') Indessen lehnt Lionne dies Ansinnen im Namen des Königs durch sein Schrei- 
ben an Colbert vom 5. Februar ab. Er hält dasselbe für eine List (adresse) de 
Wittes, welche Se. Maj. entweder in die Lage bringen könnte wirklich die Kosten 
tragen sa müssen oder um des Wortbruchs (manquement) der andern willen den Kur- 
fürsten zu verlieren. 

') Vgl. M^m. d'Estrades IV. 44. 

') Vgl. ebend. p. 59. Madame la princesse d'Orange a ^t^ tres - satisfaite de la 
risite que monsieur Colbert lui a rendue. La princesse d'Anhalt, sa fille, n'en 
a pas moins t^moign^ de joie, et je sais qu'elles ont ^orit favorablement k Cl^ves sur 
von Buiei. 

*) Gesandter des Kaisers. 



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330 ^I' Berichte yon 1665 bis 1666. 

klärt, selbst wird an die Spitze seiner Armee treten wollen, dass ihn dann 
Schwerin') (als Gouverneur der kleinen Prinzen) nicht begleiten und ein 
anderer dessen Stelle einnehmen könnte; diese Erwägung wird bei ihr mäch- 
tiger sein als jede andere, um sie zur Unterstützung der Neutralität zu be- 
wegen. Was den Kurfürsten selber angeht, so ist Beyern ingk überzeugt, 
dass er ziemlich geneigt ist sich mit den Holländern zu verbinden, aber 
zurückgehalten durch die Furcht vor den Schweden. ... Beverningk hatte 
Colbert auch gesagt, dass alle andern Schwierigkeiten beseitigt seien und 
er hofiFe, man würde den Vertrag binnen drei Tagen geschlossen haben. 
Nichtsdestoweniger hat Colbert aus einigen kleinen Streitagkeiten, welche 
Pöllnitz und Beverningk bei ihm (da sie ihn beide besuchten) hatten 
wohl erkannt, dass diese Schwierigkeiten nicht allein nicht beseitigt sind, 
sondern sogar, sobald jener eine Forderung zugestehe, die Minister de& 
Kurfürsten, welche diesen Vertrag nicht wünschen, ihm neue schwierigere 
in den Weg legen, und dass sie diese Angelegenheit in die Länge ziehen 
werden, wenn die Dazwischenkunft des Königs nicht der Unentschlossenheit 
des Fürsten ein Ziel setzt und die Vertheilung der Gratificationen nicht 
seine Minister gewinnt. — Beverningk hat ihm auch gesagt, dass der 
Kurfürst geäussert habe, man habe die Garantie des Königs für ihn und 
seine Staaten gewünscht, im Fall er angegriffen würde, und da Colbert 
sieht, dass der König in der Denkschrift des Kurfürsten für du Moulio 
zu diesem Artikel ^Genehmigt** gesetzt hat'), so kann dies keine Schwie- 
rigkeit mehr sein. — Beverningk hat ihn, nach einigem Umschweif, halb 
scherzend (plntöt par forme degracieuser que d'interroger) gefragt, ob er 
nicht Ordre hätte einen besonderen Vertrag mit dem Kurfürsten zu schlies- 
sen, worauf ihn Colbert des Gegentheils versichert und ihm versprochen 
hat, dass der König ihm gestatten würde, nach Abschluss jenes andern Ver- 
trages heimzukehren. Macht ihm der Kurfürst Propositionen in dieser 
Richtung, so wird er sich dieserhalb an die Vorschrift seiner InstmcüoD 
halten und Beverningk nichts davon mittheilen, es sei denn, dass man 
es ihm anders beföhle. 



Lionne an Colbert. Dat. 29. Jan. 1666. 
(Coneept) 

[Soll verificiren, ob der Karfürst dem päpstlichen Nuntius den Vorrang eingerftomt 

habe.] 

29. Jan. Hat dem Könige seinen Brief gelesen, worin er ihm seine Ankunft Im 

Haag anzeigt'). 

Obwohl der König weiter nicht mehr daran denkt, dass der Kurfür^l 
verweigert hat Herrn d'Estrades den Ehrenplatz zu lassen, so wünscht 



Das nahe Verhältniss zwischen der KnrfQrstin Luise and dem älteren Otto 
T. Schwerin ist namentlich aas y. Orlich*s Werk bekannt. 

*) Vgl. oben die Denkschrift des KarfElrsten an du Moalin vom 1. Dec. 1665. 
') Vgl. oben p. 326. 



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^.. 



Stimmniig am brandenburgisohen Hofe eto. 331 

Se. Maj. dennoch, dass Colbert ohne grosse Beeiferung („sans affecta- 
tdon**) einen besonderen Umstand dort an Ort und Stelle verificire, den sie 
▼or einigen Tagen einem Briefe entnommen hat. Nämlich dass, als der 
Nuntius, welcher in Cöln residirt, neulich Se. Kurf. Durchl., kurze Zeit 
nach deren Anknnft daselbst, in Cleve besuchte, sie diesem ohne Schwie- 
rigkeit die Vorhand gelassen habe. £s wäre dies um so seltsamer, als Se.' 
Kurf. Durchl. denselben, bei ihrer Confession, lediglich als einen — noch 
dazu nicht einmal durch ein Beglaubigungsschreiben autorisirten — Mini- 
ster eines weltlichen Fürsten betrachten musste. Indessen , wie dem auch 
sei, Colbert wird darüber keine Beschwerde laut werden noch auch nur 
merken lassen davon zu wissen. 



Blumenthal an Podewils')- Dat. Cleve "Jf^t. 1666. 

Der Tod der Königin -Mutter von Frankreich, den Se. Maj. Sr. Kurf. 1. Febr. 
Durchl. notificirt hat, hat den Hof veranlasst, heute auf vierzehn Tage 
Trauer anzulegen. Er hat Colbert gesehen, welcher ihm persönlich sehr 
gefallen hat. Aber es schmerzt ihn, dass man denselben nicht besser we- 
gen der Erfüllung der so oft wiederholten Versprechungen des Königs in- 
struirt hat. Podewils soll selbst urtheilen, ob es ein billiges "Verlangen sei, 
„que nous nous intöressions sans mesure et gans en demander des re- 
Gonnaissances reelles." Zu dem Vertrage mit den Staaten ist Neigung 
genug vorhanden, besonders sobald dieselben anerkennen, dass sie nun auch 
Veranlassung haben, dem grossen Fürsten, dessen Beistand sie erwerben, 
gegenseitig seine Interessen zu fördern. ... Je vous rends gräce de Thon- 
neur qua vous voulez tömoigner k mon beau-fr6re, et nous le ferons 
conjointement 4 mon arrivie k Paris, car c'est eu peu de jours que 
je pars d'ici. . . . 

Postscriptum. Der Bischof von Münster hat einen Pass nachgesucht 
um jemanden hieher zu entsenden; Blumenthal vermuthet, dass es Bra- 
beck*) sein wird. — A monsieur monsieur de Podewils, maröchal de 
camp pour S. M. le Roi tr^s-chr^tien k Paris. 



*; S. obeo p. 249. 

') Jodooas Edmund Brabeck (vgl. über ihn Alpen De vito Christo- 
pbori Bernardi ep. Monast. I. 93 f.); derselbe hatte im Herbst 1665 das Bflnd- 
Dias des Bischofs mit England notificirt n. s. w. (rgl. PnfendorfX. 15. Alpen 
a. a. O. p. 677 — 678. Tücking a. a. 0. p. 129). 



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332 ^' Berichte von 1665 bis 1666. 

Colbert an Lionne. Dat. Cleve 2. Febr. 1666. 

[Audienz bei dem Kurfürsten und der Kurfürstin. Erste Gespräche mit Schwerin 
und Anhalt. Schneller Abschluss des Kurfürsten mit Beverningk. Verdttchtige Mo- 
tive desselben. Schwierigkeiten, welche die Staaten noch gegen diese Vereinbarang 
erheben. Besprechung mit Schwerin über französische Subsidien und einen engeren 
Vertrag des Kurfürsten mit dem Könige. Colbert stellt anheim, ob er über einen 
solchen in förmliche Unterhandlung treten soll. Bererningk^s Verhalten .nicht Ter- 

trauensvoll genug.] 

2. Febr. Er hat schon neulich geschrieben , dass er am 29. v. M. nm 11 ühr 

Audienz haben sollte '). In Anbetracht der Honneurs hat man nichts un- 
terlassen, was die Ehrfurcht vor dem Könige bezeigen konnte. Auch die 
Versicherungen der Wohlgeneigtheit Sr. Maj. hat der Kurfürst in Aus- 
drücken erwidert, welche seine Erkenntlichkeit und gute Gesinnung bekun- 
den, insoweit die Schwierigkeit, womit derselbe sich auf französisch aus- 
drückt (er bediente sich dJeser Sprache) das gestattete. — Indem Colbert 
nun dem Fürsten von der Erneuerung der AUiance mit den Staaten sprach, 
sagte er demselben u. a., der König sehe wohl, dass es dem Ruhm des Kur- 
fürsten gelte, seine alten ungerecht angegriffenen Freunde und Bundesge- 
nossen zu unterstützen, dass es aber in seinem Yortheil liege, den Krieg 
von den Grenzen seiner Staaten zu bannen, — was wahrscheinlich ohne 
weiteres eintreten werde, sobald er seine Truppen mit denen des Königs 
vereinigt haben würde. Der Kurfürst erwiderte ihm, dass er die Erneue- 
rung dieses Bündnisses immer begehi't habe, und dass die Dazwischenkunft 
Sr. Maj. ihm dieselbe Wünschenswerther mache, da«s indess die Staaten 
sieb gar zu schwierig zeigten. Er habe schon, auf die Remonstration der 
Staaten hin, dass dies ihnen ähnliche Forderungen von Seiten Cölns zuzie- 
hen würde, von der Auslieferung Orsoys abgelassen'); sie stünden aber 
auch an Ausdrücke in den Vertrag aufzunehmen, welche nur im Geringsten 
die Bereitwilligkeit bekunden könnten ihm nach dem Frieden sein recht- 
mässiges Eigenthum zurückzugeben. Die Subsidien, welche sie ihm. anbö- 
ten, wären nicht einmal so hoch, als die sie den Herzögen von Braun^ 
schweig bewilligt hätten. Der Kurfürst sprach ihm darauf von den staatischen 
Truppen höchst verächtlich und meint, sie würden den seinigen und denen Sr. 
Maj. nur schaden, wenn sie mit ihnen vereinigt wären. Er fügte hinzu, dass 
die Schweden sich mit dem Bischof von Münster zu verbinden im Begriff 
seien, sammt den Kurfürsten von Cöln und Mainz, dem Pfalzgrafen von Neo- 
burg und vielen andern, -r- Colbert suchte den Kurfürsten zunächst davon 
zu überzeugen, dass er, indem er sich für die Holländer erkläre, den Ruhm 
haben werde diesen Krieg zu beendigen, dass umgekehrt das Gegentheil 
(wenn er die andere Partei ergriffe oder neutral bleibe) denselben • verewi- 
gen (perp6tuer) hiesse. Er sagte dann weiter, dass er seine Minister 'und 
Beverningk um eine Denkschrift über die Schwierigkeiten, welche diesen 
Vertrag verzögerten, bitten, dann mit dem letzteren darüber conferiren und 



I? 



Vgl. oben den Brief vom 28. Januar. 
») Vgl. Pufendorf X. 12. 



i 



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Siimmang der einseinen Personen am Hofe. Colbert*B erste Verhandlungen. 333 

sie endlich gemeinschaftlich die Ehre haben würden dem KarfUrsten Bericht 
hierüber zu erstatten. 

Er hat auch die Eurfürstin gesehen und sich bei dieser sogar des Bun- 
des , welchen dieselbe mit dem Könige durch die Taufe des Prinzen ihres 
Sohnes ') geschlossen, als eines Grundes bedient, um sie zur Unterstützung 
eines guten Erfolgs seiner Sendung durch ihren Einfluss zu bewegen. Und 
sie hat ihren guten Willen dazu bezeugt. Sie zweifle nicht, sagte sie, dass 
die Vermittelung des Königs die EntSchliessung des Kurfürsten bestimmen 
werde ; sie mische sich zwar nicht in Staatsangelegenheiten, werde aber doch 
mit Freuden, so viel in ihren Kräften, dazu beitragen u. s. w. Kurz, Col- 
bert hat bei der Kurfürstin ein viel lebhafteres Interesse für die Befriedi- 
gung des Königs als, wie ihm schien, bei dem' Kurfürsten selbst gefundeo. 
Die Folge wird zeigen, ob das Verstell ung oder aufrichtig ist. 

Er hat auch Schwerin gesehen, welcher ihm bei der ersten Conferenz 
— abgesehen von seinen Oomplimenten und eifrigen Ergebenheits Versicherun- 
gen — ungefähr ebenso gesprochen hat als der Kurfürst. Schwerin hat 
ihm gesagt, dass er vom Kurfürsten Befehl habe ihn aufzusuchen, um ihn 
von den Schwierigkeiten dieses Vertragsabschlusses und besonders von den 
Dingen, die der Kurfürst von Sr. Maj. begehre, zu unterrichten. 

Desgleichen sah er den Fürsten von Anhalt, welcher ihm am wenig- 
sten günstig von dem Vertrage sprach und behauptete, dass die Holländer 
gar zu sehr mit dem Kurfürsten feilschten und die Absicht bekundeten ihn 
zu täuschen. Colbert hat dagegen seine Ueberzeugung nicht zurückge- 
halten, dass der Kurfürst zu grossmüthig sei um von seinen Freunden allzu 
harte (rigoureuses) Bedingungen in einer Zeit zu verlangen , wo sie seiner 
Hülfe bedürften. 

Tags darauf hat er Beverningk vorgeschlagen ihn zu besuchen, da 
er Schwerin erwarte, damit nicht Separatconferenzen Veranlassung, zu 
Misstrauen gäben. Beverningk sprach seinen herzlichen Dank für dies 
aufrichtige Verfahren aus, theilte ihm aber zugleich mit, dass er Blaspiel 
erwarte: nach der Unterhaltung mit diesem werde er zu ihm kommen. Er 
kam auch in der That, wollte aber, so lange Schwerin da war, nicht hin- 
aufkommen (mais il ne voulut point monter, tant que ledit sieur de Schwe- 
rin y fut). Nachdem Schwerin weggegangen, wirft Colbert Bever- 
ningk dies leise vor und unterbreitet ihm alle die Puncte, von denen ihm 
Sehweirin gesprochen und welche er zu Papier gebracht hatte. Sie con- 
feriren darüber in der Kürze, indessen, da die Zeit drängt, legt man die 
Prüfung für ein anderes Mal zurück. 

Nachmittags geht er die jungen Prinzen sehen und sagt bei'm Abschiede 
zu Schwerin, er suche nun Beverningk auf, um mit diesem zuzusehen, 
inwieweit man den Kurfürsten hinsichtlich der fraglichen Puncte befriedigen 
könne. Aber jener antwortet ihm, das sei nicht mehr nöthig; da Bever- 
ningk sich in den Conferenzen mit Blaspiel nachgiebiger gezeigt und 



') Des Prinzen Friedrich (nachmaligen Königs Friedrich I. von Preussen), 
getauft am 29. Juli 1GÖ7 (vgl. oben p. 129}. 



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334 • VI. Bericbtö von 1665 bis 1666. 

dann alles und jedes mit seiner Kurf. Durchl. festgestellt habe*. Colbert 
bezeugt hierüber grosse Freude, und insbesondere deshalb, dass der Kur- 
fürst so schnell durch Thatsachen seine Achtung vor der Vennittelung Sr. 
Maj. bekundet habe; er schmeichelt Schwerin persönlich mit der Aus- 
sicht auf die Dankbarkeit des Königs. Und gleich darauf sucht er Be- 
verningk auf, welchen er damit beschäftigt findet an de Witt und die 
Staaten zu schreiben und die zwischen ihm und Sr. Kurf. Durchl. festge- 
stellten Artikel und Bedingungen in's Reine zu bringen. Er bezeigt Be- 
verningk ebenfalls seine Freude, aber dieser scheint ihm ein wenig über- 
rascht. Doch sagt er ihm, dass die wenige Zeit, die ihm bis zum Abgange 
der Post (ordinaire) übrig sei, ihn abgehalten habe, ihn von seinen Abma- 
chungen mit dem Kurfürsten in Kenntniss zu setzen. Er liabe sog^ar Grund 
zu besorgen, dass seine Herren seine Nachgiebigkeit in Betreff einiger Ar- 
tikel nicht völlig billigen würden; so u. a. in Hinsicht der Subsidien, wo 
der Kurfürst gefordert habe, dass, auch im Fall seine Erklärung^ und die 
Vereinigung seiner Truppen mit den ihrigen dem Kriege ein Ziel setzte j 
ihm gleichwohl alles für die Aushebung und die Unterhaltung seiner Trup- 
pen auf vier Monate Versprochene bezahlt werde. Er habe dies in der 
Erwägung zugestanden, dass die Aushebung doch auf jeden Fall zu- 
nächst geschehen müsste, dass man aber auch die Zahlung der vier Monate 
Unterhalt nicht über den Tag verschieben könne, wo der Kurfürst Revue 
über seine Truppen halte. — Beverningk hat Colbert ferner gebeten 
dem Herrn Botschafter (d'Estrades) zu schreiben, dass er belieben 
möge die Ratification bei den Staaten zu unterstützen. Colbert that dies 
sogleich und sagte ihm darauf, er wolle sich nun zum Kurfürsten begeben, 
um demselben die Befriedigung kundzuthun, die es dem Könige gewähren 
würde zu erfahren, bis zu welchem Grade er seine Vermittelung geehrt 
habe. Er wolle hinzufügen, wie er die Genehmigung des Kurfürsten zu 
haben glaube, wenn er Sr. Maj. diese gute Kunde durch einen besondem 
Courier sende. Beverningk erwiderte, das sei alles schön und gut, in- 
dess zu beachten, dass der Fürst ihm Geheimniss empfohlen habe, bis er 
seine Truppen zusammen haben würde. Freilich, fügte er hinzu, denke er 
nicht, dass der Kurfürst das Geheimniss auch auf Colbert auszudehnen 
beabsichtige, und auch Colbert selbst kann das nicht glauben, da sie doch 
beide in derselben Angelegenheit gesandt sind. — Der Kurfürst selber wie- 
derholt ihm in Bezug auf das Geheimniss was ihm Beverningk gesagt 
hatte: gleichwohl werde es ihm sehr angenehm sein, wenn der König von 
der Rücksicht unterrichtet werde, die er auf seine Vermittelung genommen. 
Allein all dies wurde in einer so frostigen Manier vorgebracht, dass Col- 
bert einigen Grund zu dem Argwohn schöpfte, es möchte etwas wider die 
Interessen des Königs im Werke sein, „ne voyant gu6re d'apparence que 
ledit ölecteur, agit^ par les sollicitations des envoy^s de Tempereur 
et de FAngleterre et en leur prösence, püt prendre une si prompte t& 
Solution de lui-mgme; que, quand mSme Finterposition du Roi, qui 
y^ritablement doit etre bien puissante aupräs d'un prince ferme et ^clairö, 
avait pu produire de si prompts effets auprös de celui-ci, il n*au- 



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Eilige Ventftndigang des Kurfarsten mit Beverningk. 335 

rait') paß m'en fait un secret*), et, au contraire, il s'en serait ouvert 
ä moi premiörement et m'aurait feit voir par lä le pouvoir qu'avait 
sur lui rinterpoBition du Roi ou, au moins, il m*aurait envoyö qu6rir 
dans le meme temps quil avait conclu ayec ledit Beverning, pour 
me le dire. Et pour ce qui regarde ses ministres, je ne voyais point 
aussi qu'ayant Tarne vönale et ötanf gagn^s, comme on m'a feit en- 
tendre, par la maison d'Autriche et par TAngleterre, ils fussent capa- 
blas, Sans etre assur^s des gräces du Roi, de donner un conseil si 
eonforme au desir de Sa Majest^, s'ils ne voyaient en meme temps 
d'autres moyens de satisfeire Tempereur et le roi d'Angleterre." — 

So hat denn Colbert mit denjenigen, von welchen er am meisten Licht 
erhalten konnte, soviel als möglich conferirt, und alles, was er vernommen, 
ihn io seinem Misstrauen bestärkt, dass unter den Motiven, die den Kur- 
fürsten bestimmt haben, die Ungeduld obenan steht, die französischen Gar- 
nisonen die Plätze verlassen zu sehen, wo sie in noch grösserer Zahl als 
die holländischen sich befinden und über die er sich unaufhörlich beklagt '), 
obwohl Colbert ihm davon schon gemäss den betreffenden Anweisungen 
in der Depesche Lioune's gesprochen hat. Ihn drängt dabei auch die 
Furcht vor dem XJebel, welches dieselben ihm zufügen könnten, im Fall er 
sich gegen die Staaten erklärte oder selbst nur die Neutralität bewahrte, 
bei welcher es für ihn unmöglich sein würde lange in fJleve zu verweilen 
Das Sofosidium, das er durch Zeichnung des Vertrages für seine Truppen 
gewinnt, ist ebenfalls ein dringendes Motiv. Dazu nun die Wahrschein- 
lichkeit, ja nahezu Gewissheit, bald den Frieden mit dem Bischof von Mün- 
ster zu schliessen. Und da der König von ihm ausdrücklich nichts ver- 
langt als die Erneuerung der Alliance und die Vereinigung seiner Truppen 
lediglich für diesen gegenwärtigen Münsterischen Krieg, so wird der Kur- 
fürst vielleicht beabsichtigen, nachdem er Se. Maj. zufriedengestellt hat, 
nunmehr auch das Haus Oestreich und den König von England zufrieden- 
stellen zu dürfen: d. h. so, dass er jenen zu erkennen giebt, unmittelbar 
nach Beendigung dieses Krieges habe er freie Hand sich mit ihnen enger 
als jemals zu verbinden — und vielleicht schon jetzt Verbindungen mit dem 
Kaiser anknüpft, um denselben in der Absicht zu unterstützen, welche man 
ihm hier unterlegt, nämlich von den Niederlanden im Namen der Infantin*) 
Besitz zu ergreifen. Dies entspricht auch den Interessen Englands, das dann 
die Armee des Kaisers künftig augenscheinlich durch die Truppen Münsters 



') D*avait Ms. 

') Der Argwohn and Zorn des frauzOa. Uofes über died Verfahren spricht Kch 
aach noch in dem Schreiben Ludwig*8 an d'Estraded vom 19. Febr. 1G6G aus 
(Mdni. d^Eatrades IV. 130). 

») Vgl. oben p. 324 ff. 

*) Seiner Verlobten Margaretha Theresia, jüngeren Tochter König Phi- 
Hpp'ilV. von Spanien, welche ihm am 12. Dec. 1666 vermählt ward, vgl. über das 
Aufsehen I welches damals dieses Gerücht erregte, Kanke Franz. Gesch. III. 298. 



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336 ^^' Berichte von 1665 bis 1666. 

and; wie gesagt, vielleicht auch durch dfejemgen Brandenburgs verstärkt 
sieht; welche zusammen sich den Truppen Sr. Maj. widersetzen könnten. — 
Allerdings, vorausgesetzt dass die Holländer für den mächtigen Schutz, den 
der König ihnen gewährt hat und noch gewährt, stets recht erkenntlich blei- 
ben und sich von den Interessen Sr. Maj. nicht trennen, kann dieser Al- 
liaucevertrag mit dem Kurfürsten, nach Colbert's Meinung, dem Könige 
doch nur vortheilhaft sein; denn er wird offenbar einem Kriege ein Ende 
setzen, nach dem die Holländer auf dieser Seite frei und besser im Stande 
sein werden, die Absichten des Königs zu unterstützen (seconder). Col- 
bert glaubt, dass von Seiten de Witt 's und des grössten Theils der 
Herren Staaten nichts zu fürchten ist, indem er übrigens hierüber, da es 
ausserhalb seines Bereichs liegt, auf Herrn d'Estrades verweist. 

Im Uebrigen hat ihm Beverningk gestern gesagt, dass er Schreiben 
von den Herrn Staaten empfangen habe, welche ihn anwiesen, auf zwei 
Puncten, welche er nachgegeben, vielmehr mit Nachdruck zu bestehen. Der 
eine davon betrifft die Restitution des Genneper Zolls*), welche der Kur- 
fürst, nach Colbert's Ansicht, mit vollemi Rechte verlangt; der andere ist, 
dass der Commandant der kurfürstlichen Truppen den Staaten den Eid lei- 
sten soll, den ganzen Inhalt des betreffenden Vertrages unverbrüchlich zu 
beobachten. Der Kurfürst will , dass- dieser Commandant nur ihm schwö- 
ren ') und den Staaten lediglich ein von ihm gezeichnetes Schriftstück ge- 
ben soll , wodurch er anerkennt jene Erfüllung des Vertrags in die Hände 
des Kurfürsten eidlich gelobt zu haben und verspricht dies zu halten. Auch 
dies erscheint Colbert durchaus billig; er hat an d'Estrades gestern 
geschrieben, wie er nicht zweifle, dass derselbe die Staaten zur Bewilligung 
des einen wie des andern dieser Puncte leicht bewegen werde. 

Geldversprechungen hat er bisjetzt noch keinem der brandenburgischen 
Minister gemacht. Man wird sich dieser zu bedienen haben, wenn es sich 
darum handeln wird, ihren Einfluss zu gebrauchen, um den Kurfürsten za 
einem engern An?chluss an den König zu bewegen. Ausserdem giebt ihm 
seine Instruction keine Vollmacht zu solchen Eröffnungen, sondern er soll 
danach , wenn der Kurfürst vom Könige Subsidien beansprucht, darauf mit 
den in den Depeschen Sr. Maj. angeführten Gründen antworten*) und über- 
haupt von dieser Vereinigung des Kurfürsten mit derselben nur unter Vor- 
behalt (par forme d'exception) und in den ihm durch jene Instruction vor- 
geschriebenen Ausdrücken sprechen. Dies hat er denn auch mehrmals so- 
wohl dem Kurfürsten wie Schwerin gegenüber gethan. Der erstere hat 
ihm kein Wort darauf erwidert, Schwerin aber geantwortet, das heisse 
doch wohl auf die Interessen des Königs eingehen, wenn man sich den 
Bundesgenossen desselben zum Behuf eines Krieges anschliesse, welcher 
nurder Weg (acheminement) zu einem möglichen andern grösseren zwischen 



r 



') Vgl. Pufendorf X. 14. 

') Pufendorf X. 13. Haud quoque decorani, docem qui electoris copiis pne- 
ficiondns sit, Belgis jurejurando se obstringere, velut huic parum fidatar. 
') Vgl. oben Colbert's InstruotioD vom 12. Janaar. 



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BesprechungeD Über französ. Subsidieu a. einen engern Vertrag mit Frankreich. 337 

jenen und dem Kaiser um Brabauts willen sei — und der Kurfürst wäre 
überdem mit dem Könige schon durch den Rheinbunds verti:ag alliirt. 
Schwerin hat ihm dann auch von 100,000 Thalern gesprochen, die dem 
Kurfürsten von Seiten des Königs durch Blondel, d'Avaugour und an- 
dere Minister Sr. Maj. im Norden gemacht seien — und, nachdem er sich 
nachdrücklich über den guten Stand, worin der König seine Finanzen ge- 
bracht, verbreitet, Colbert bereden wollen, dass es sich für die Grösse 
Sr. Maj, ziemte j dem Kurfürsten endlich diese Summe zu zahlen, der sich 
derselben nun bereits durch zwei Verträge ') — mit Hintansetzung dessen, 
was er dem Kaiser schulde — verbunden habe. Er hat ihm femer zu ver- 
stehen gegeben, dass mau von anderer Seite ansehnlichere Anerbietungen 
mache, und dass diet^er letzte Vertrag dem Kurfürsten viele Feinde auf den 
Hals ziehen könne. Und dabei zeigte er ihm deutsche Schreiben von Cöln 
und Mainz, worin diese abmahnen sich zu Gunsten det Holländer zu er- 
klären. Darauf Hess sich Schwerin in eine weitläufige Rechtfertigung sei- 
ner Person ein, dass man ihn beschuldigt habe östreichisch zu sein und die 
hunderttausend Thaler nicht haben annehmen zu wollen, um seinen Herrn 
nicht zu einem Bündnisse mit Frankreich zu verpflichten. — Colbert 
hat sich begnügt zu erwidern, dass dies Geld, wie er glaube, unter Be- 
dingungen versprochen worden sei, welche der Kurfürst nicht genehmigt 
habe; der rheinische Vertrag und der gegenwärtige beträfen nicht unmit- 
telbar die InteresFen des Königs, in Hinsicht des letzteren müsste es ge- 
nügen , dass der König seinen Alliirten ein Truppencorps von 8000 M. ge- 
liehen habe . . . : auf jeden Fall könne jenes Subsidium nur bewilligt werden, 
wenn der Kurfürst noch andere Verbindungen mit dem Könige auf des- 
sen eigene Interessen bezüglich einzugehen sich bereit zeige. — Schwerin 
wiederholt hierauf nur seine früheren Reden, der Kurfürst verbinde sich 
Sr. Maj. hinlänglich durch den gegenwärtigen Vertrag. Colbert fürchtete 
nun, dass, wenn jener keine Aussicht erblicke, nach Beendigung des mün- 
sterschen Krieges eine Unterstützung vom Könige zu erlangen, dies für 
ihn Veranlassung werden könnte die Alliance mit dem 'Kaiser und Eng- 
land zu unterstützen, da der Kurfürst vor Allem der Noth wendigkeit 
seine Truppen zu verabschieden entgehen und von irgendwo die Mittel ha- 
ben möchte dieselben zu unterhalten. Er ging also etwas weiter vor und 
fügte hinzu , er habe ihm nur gesprochen und könne ihm nur sprechen im 
Hinblick auf den münsterschen Krieg, den Gegenstand seiner Sendung: da 
Schwerin ihn aber unterrichte, dass der Kurfürst ein gross Verlangen 
trage sich dem Könige nach Beendigung dieses Krieges noch enger zu ver- 
binden, so möchte er ihm eine Denkschrift über die Bedingungen und An- 
erbietungen, welchen man Sr. Maj. für diesen Fall stelle, geben; er würde 
dieselbe dann durch einen Courier an den König senden. Da der König 
zu einem herzlichen Einverständniss mit dem Kurfürsten sehr geneigt sei, 
so wage er zu hoffen, derselbe würde darauf entweder ihm befriedigende 



') Vom 24. Februar 1656 und 6. März 1664 (s. oben). 
Maler, zur Geich. d. Gr. KurllirsteD. U. 22 



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338 ^^' Berichte von 1665 bis 1666. 

Weisungen zuschicken oder Blumenthal des Weitern unterrichten, den 
der Kurfürst, wie man ihm versichere, zu Sr. Maj. sende. — Schwerin 
erwidert, dass der Kurfürst die Gunstbeweise des Königs durch ihn (Col- 
bert) lieber als durch jeden andern empfange, und dass jener, indem er 
sie annehme, wenn nicht öffentlich, so doch wenigstens unter der Hand 
sich hinlänglich engagire. 

Schwerin zieht dann eine bösartige (m^chante) Parallele mit dem 
Kurfürsten von Baiern, der, wie er sagt, während er mit dem Kaiser verbun- 
den sei, zugleich fortfahre Verbindungen mit Frankreich zu unterhalten. — 
Colbert antwortet, er wisse nicht, ob jener Kurfürst so gewaltige Ver- 
bindungen mit Frankreich gehabt habe, indessen könne er wohl urtheilen, 
dass derselbe niemals Geld vom Könige erhalten haben könnte, um Sr. Maj. 
und deren Alliirten den Krieg zu machen: dass übrigens, wenn dieser Fürst, 
dessen Länder innerhalb derer des Kaisers eingeschlossen seien, sich ge- 
zwungen gesehen habe sich mit diesem zu verbinden, man dies keineswegs 
für den Kurfürsten von Brandenburg, dessen Gebiete vielmehr beinahe 
Bämmtlich (?) an die des Königs grenzen, als Grund würde geltend machen 
können die Waffen wider den letzteren zu ergreifen, selbst wenn (was ihm 
nicht schiene) Se. Maj. den Krieg haben sollte. „Mais cela" — so sagt 
Colbert Schwerin weiter — „est hors de ma n^gociation, et sur cela 
je me remets sur tous les articles contenus au memoire quo M. de 
Brandebourg donna k M. du Moulin''*). — Schwerin fragt ihn nun, 
wie man hierüber beschlossen, und Colbert antwortet, dass, abgesehen 
von den Subsidien, die Intentionen des Königs mit den Wünschen des Kur- 
fürsten übereinstimmten. • 

Alles in Allem hat es also durchaus den Anschein, dass die Erneue- 
rung des Bündnisses mit den Staaten abgeschlossen werden wird. Man 
wird davon in zwei Tagen wissen — , wenn der Kurfüst nicht seine An- 
sichten ändert, wofür Colbert nicht stehen will. — Beverningk's Ver- 
halten ihm gegenüber ist nicht ganz so vertraulich gewesen, wie es nach 
seiner Handlungsweise gegen ihn oder vielmehr nach derjenigen des Kö- 
nigs hätte sein sollen. Indessen immer bleibt gewiss, dass wenn diese An- 
gelegenheit (wie es den Anschein dazu hat) gelingt, man den guten Erfolg 
nur der Achtung, welche der Kurfürst vor der Vermittelung des Königs 
hat, zuschreiben kann und die Staaten Sr. Maj. dafür verpflichtet sein 
werden. Und unter diesen Umständen ist es denn auch, meint Colbert, 
der Klugheit gemäss, weder Beverningk noch dessen Herren irgend eine 
Unzufriedenheit zu bezeugen. Den Geldpunct betreffend, so wird er — er 
wiederholt es — für diesen Vertrag keines geben, es sei denn; dass neue 
Schwierigkeiten entstünden. 

Man sieht aber andrerseits auch; dasS; nach Beendigung des münster- 
schen Krieges, ein Vertrag mit dem Hause Oestreich zu besorgen ist, und* 
Wenn Colbert in den engen Schranken seiner Instruction, bleibt, so ist 
zu befürchten, dass der Kurfürst, der seine Truppen jedenfalls auf Un- 



«) Vgl. oben p. 315 ff. 



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QttnBtige Stimmung des KurfarttOD. Der englische Gesandte. 339 

kosten irgend jemandes unterhalten will, mit den Feinden abschliesse, be- 
sonders wenn er Aussicht auf eine Entzweiung der Holländer und Prank- 
reichs mittelst der Intrigue des Prinzen von Oranien erblickt. Es wird 
dem Könige gefallen zu prüfen, ob diese Erwägungen und alle diejenigen, 
welche die Weisheit Sr. Maj. dazu hinzufügen wird, die Gründe überwiegen 
müssen, welche dieselbe hatte sich dem Kurfürsten nicht hinsichtlich einer 
grösseren Verbindung zu eröffnen. Eventuell wird ihm der König gefäl- 
ligst die nöthigeu Befehle und Weisungen darüber zugehen lassen, was er 
versprechen und bewilligen 4anu. Indessen glaubt er, dass es noch besser 
wäre darüber mit Blumenthal zu verhandeln, der sich mit einer Condo- 
lenz wegen des Todes der Königin-Mutter (dessen Anzeige durch den König 
Colbert dem Kurfürsten übergeben hat) nach Paris begiebt '). 



Colbert an Lionne. Dat. 9. Febr. 1666. 

[Oünstige Acussernng des Kurfürsten in Bezug auf seine Hinneigung zu Frankreich. 

Der englische Gesandte. Colbert hofft, dass Beverningk bei seiner Rückkehr ein 

besseres Betragen einschlagen wird.] 

...') Colbert erneut die Auseinandersetzung seiner schon früher an- 9. Febr. 
gegebenen Befürchtungen, besonders wenn der Kurfürst von den Staaten 
in Betreff der Restitution seiner Plätze nichts erlangen kann, wozu diesel- 
ben, wie er glaubt, nicht gar geneigt sind. Gleichwohl muss er Folgendes 
mittheilen. Als er heute den Kurfürsten von den deutschen Fürsten unter- 
hielt and ihm bemerkte, nur einer derselben könne dem Hause Oestreich 
MiBStranen einflössen, dann zu verstehen gab, dass — der Absichten 
dieses Hauses zu geschweigen — nach dessen Interessen schon zu 
schliessen wäre, dass es die Niederdrückung des sein igen nicht ungern 
sehen, ja selbst dazu beitragen würde, während der König im Gegentheil 
stets aufrichtig seine Yergrösserung wünschte: da hat der Kurfürst dies gut 
geheissen und ihn versichert, auch er sei immer sehr geneigt den guten 
Gesinnungen des Königs zu entsprechen. — Der englische Abgesandte di- 
nirte gestern mit dem Kurfürsten, und man hat Colbert glauben machen 
wollen, derselbe habe seineu Abschied genommen um heimzukehren. Da 
Colbert indessen nach einigen Worten, welche feinem] der Officiere (of- 
ficiers) des Kurfürsten entschlüpft waren, Grund zu dem Argwohn hatte, 
dass jener Gesandte nicht nur die Erneuerung eines Defensivvertrages vom 
Jahr 1662 ') erlangt habe, sondern dabei den Interessen des Königs sogar 
in noch weiterem Umfange eine Benachtheiligung drohe (mais m6me qu'il y 
avait quelque extension encore plus pr^judiciable aux int^rets du Roi), so hat er 
gesucht sich darüber durch Schwerin Aufklärung zu verschaffen, der ihm 
indessen hoch und theuer versichert, dass der betreffende Gesandte nichts . 
von allem was er begehrt habe erlangen können. 



*) Vgl. Pufendorf X. 25. 

*) Von dieser Depesche hat die Archivbehörde mir nur den Schluss belassen. 
') Vielmehr vom 20. Juli 1661 (Tgl. Pufendorf IX. 27. Stenzel p.257). 

22* 



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340 ^- Berichte von 1665 bis 1666. 

Er zweifelt nicht, dass, dank der Geschicklichkeit der Herren d' Estra- 
des und de Witt, Beverningk bei seiner Rückkehr besser den Bewei- 
sen von Achtung und Vertrauen, womit er ihm entgegengekommen, entspre- 
chen wird. 



Colbert-Croissi an J.-B, Colbert. Dat. Cleye 9. Febr. 1666. 

(Abschrift.) 

[Beverningk nach dem Haag gegangen , um sich eine Vollmacht zum Abschlnsa zu 

holen ; die Aussichten für denselben von beiden Seiten fortwährend gGnstig. Colbert's 

Misstrauen gegen Beverningk und gegen den Kurfürsten, dessen letzter Zweck hiebei 

die Herstellung des Prinzen von Oranien ist.] 

9. Febr. ... M. Beverningk, envoy6 des Etats, ayant regu lettres de M. 

de Witt vendredi dernier aprös-raidi qui lui donnaient avis que les 
Etats lui avaient d6pech6 un courrier qui lui apportait leur resolution 
sur tous les articles qull avait accord^s, et le courrier n'^tant arriv^ 
ni ce jour-lä ni le lendemain, prit la resolution de s*en aller k la Haye, 
taut parce qu'il eut crainte que ce courrier ne ffit pris par les troupes 
de Munster que parce qu'^tant averti qu'il y avait quelques articles 
par lui accord6s que les Etats n'agr^aient pas, il crut avoir plutot 
[bien] fait draller lui-nieme d^duire ses raisons et tächer de rapporter 
un plein-pouvoir pour conclure; et m'ayant communiqu6 son dessein, 
je lui dis que s*il pouvait le faire agröer k M. Telecteur de Brande- 
bourg qu'il n'en couQüt point de döfiance, je croyais qu'il ne ferait 
point mal de s'en aller ä la Haye en diligence et revenir de raeme. 
C'est ce qu'il fait avec le nieme consentement de M. de Brandebourg, 
que j'ai eu Thonneur de voir depuis et qui m'a t6moign6 etre toujours 
dans une bonne disposition de conclure promptement. Et comme d'ail- 
leurs M. d*Estrades m'6crit du 7«, que MM. les Etats devaient ce 
jour-lä nißme trouver un temp^rament ä T^gard de la restitution du 
p^age de Guennep qui satisferait M. de Brandebourg, je ne fais quasi 
point de doute que ce traite ne se conclue bientot. Mais je crains 
bien qu'il ne se trame ici quelque autre chose de pr^judiciable aux 
intörSts du Roi. Je vous ai d^ji 6crit le soup§on qui m'^tait venu de 
la conduite du sieur Beverningk; depuis, plus je me suis 6tudie ä 
lui complaire, et plus j'ai de sujet de m'y confirmer. J'ai reconnu 
qu'il avait d'assez fr^quentes conförences avec les envoy6s de Tempe- 
reur et d*Angleten'e, quoique je lui eusse dit que je n'en voulais point 
avoir avec eux. J'ai aussi remarqu6 en lui une grande dSmangeaißon 
de se mgler de la paix de TAngleterre avec MM. les fitats, beaucoup 



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Beverningk nach dem Haag. Colbert'ß Misstrauen gegen ihn u. den KurfiirBten. 34 1 

de dövotion pour la maison d'Orange et quelque sorte de jalousiie et 
denvie contre le sieur de Witt. N^anmoins je n*avais ])as juge ä 
propos d'en 6crire ä M. d'Estrades, de crainte quil ne yrnrüt que 
ce füt une espece de ressentiment que j^avais de son mauvai?; jnocedö 
en mon eudroit; mais comme il m'avait fait entendre quil agimit avec 
plus de coueert avec moi, s'il en avait ordre des Etats, j ai seuleinent 
informö M. d'Estrades de cette particularit^, et Tai pri6 de rcmcttrc 
par sa prudence et par celle de M. de Witt la bonne correspoiulanee 
entre ledit envoye et moi. ... II me mande quil a comniiiiiique ma 
lettre k M. de Witt, qui a fort lou6 mon proc^d^ et blämc- crliii de 
l'autre, et qu'il lui a temoign^ en confidence qu'il soup^onnait fort Be- 
verningk d'avoir d'autres int6rets que les siens, mais qu'i! vhn\ ohligö 
de dissimuler *). Toutes ces circonstances me confirment dans nies pre- 
miöres d^fiances et fönt juger que M. de Brandebourg, qui souliaite 
fort le retablissement du prince d'Orange et qui est pousst* j^an;^ re- 
läche ä le procurer tant par la douairi^re d'Orange que par l'tMeetrice, 
par le prince d' Anhalt et Schwerin, mettra tout en pratique pour 
en venir ä bout. Pour cela on lui fait voir qu'il n'y a di^ plii;^ ^fir 
moyen pour y parvenir que de se Her avec la maison dAutriclie et 
rAngleterre; que par leur moyen il naura pas plutot traite avec les 
Etats qu'il fera leur paix avec T^veque de Munster et aiim Kargent 
des Etats sans coup f6rir; que meme ce trait^ lui acquerra mi nou- 
veau merite envers les Etats et donnera encore plus de crerlil rt jdas 
de moyens d'agir ä sa facti on et ä celle du prince d*Orangi\ qiii sunf 
d6jä fort puissantes; qu'apres cette paix faite, la maison dAut riebe et 
lui proposeront de la part du roi d'Angleterre des condiiiuiis a^sez 
avantageuses pour les Etats, lesquels on disposera facilemeut ile tlon- 
ner pouvoir k Beverningk de venir ici ou dans quelque autre ville 
entendre et discuter ces propositions, pour en faire son rai^|inrt aux 
Etats; et peut-etre pour pallier la perfidie que ce serait enniinettrc 
envers la France, leur feront-ils entendre que ce qui aura etö [huimisc^ 
aura 6t^ communiqu^ ä M. d'Estrades, quand cela sera ime fuis re- 



*) M^m. d'Estrades IV. 102. Le sieur de Beverning s'en eat retouri^iJ le 
9 de ce mois k Cl^ves. II a ordre de conclure le trait^ et d'accorder Its poitjis qui 
avaient retard^ la conclusion; ainsi on peut compter cette affaire faito, :^'il n'airive 
quelque pr^tension nouvelle du cot^ de T^lecteur. Monsieur Colbtrt s'y gai 
conduit avec tant de prudence, que les Etats et le sieur dv. Wit uu 
sont tr^s-satisfaits et ont ordonn^ au sieur de Beverning ih: rm ricn 
ayancer ni conclure sans sa participation et avis. — Doch glicht^o «icb 
damals de Witt und Beverningk wieder aus ebend. p. 124 vgl. auch p. W}. 14d> 



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342 VI- Berichte von 1665 bis 1666, 

Solu. II ne faut pas douter que rAngleterre ne fasse des conditions 
plus avantageuses aux Etats que par le passö, pour les d^sunir d'avec 
le Roi, et Ton y ins6rera quelque article qui en apparence donnera 
quelque satisfaction au Roi, afin de couvrir par lä l'horreur d'une lä- 
chet6, et lorsque ledit Beverningk aura termin6 toutes les difßeultte, 
ce qui lui sera facile, on portera les articles k MM. les Etats. La 
toute la faction de Brandebourg et d'Orauge agira, . . . M. d'Estrades 
et M. de Witt s'y opposeront comme ils le doivent; on publiera qu'il 
n'y a qu*eux qui ne veulent point la paix; qu'ils out dessein d'entre- 
tenir une guerre immortelle et ruiner tout le commerce des Etats; 
comme il n*y a pas un bourgmestre qui ne se soumit aux 6trivi^res 
pour avoir la libert6 de son trafic, tout le pays sera contre le sieur 
de Witt ... 



Lionne an Colbert. Dat. 12. Febr. 1666. 
(Concept.) 

[VoUständige Billigung seines bisherigen Verhaltens und seiner Ansichten. Zasun- 
menkunft, die er mit Wilhelm von Fürstenherg wird haben müssen.] 

12. Febr. Lionne hat Colbert's Depeschen vom 28. Januar und 2. Februar •) 

empfangen. Der König billigt sehr seine Haltung und ist über den guten 
Stand der Hauptangelegenheit, die zu seiner Sendung den Aulass gegeben, 
hocherfreut gewesen. 

Die Antwort, welche er Beverningk auf dessen Frage, ob man auch 
. noch einen besondern Vertrag mit dem Kurfürsten zu schliessen beabsich- 
tige, gegeben hat'), ist seiner Einsicht würdig gewesen, „et si dans la 
suite vous entriez dans quelque nögociation avec ce prince, outre ce 
qui regarde la guerre de Munster ou la paix d'Angleten-e, eile devra 
etre soigneusement cach6e aux ministres des Etats." 

Anhalt scheint zu ihm wie ein Mensch gesprochen zu haben, der sich 
kaufen lassen will. 

d'Estrades meldet dem Könige aus dem Haag unter dem 4. d.M.'), 
dass man dem Kurfürsten seine Forderung in Betreff der Zahlung von Auehe- 
bung und Unterhalt seiner Truppen während vier Monate, selbst wenn der 
Friede früher zu Stande kommen sollte, gewährt habe. Ebenso das Begehren 
hinsichtlich des Eides des Generals seiner Truppen. Demnach bliebe nur noch 
der Punct wegen des Zolles von Gennep zu berichtigen, welcher nicht 6000 
Livres Rente werth ist. 

Man billigt gleicherweise alle Meinungen Colbert's über Bever- 



») S. oben p. 329 ff. 332 ff. 

») Vgl. Dep. vom 28. Januar. 

») Vgl. M^m. d'EBtrades IV. 88 f. 



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gie ^ 



Colbert von seinem Hofe belobt. MisBion Wilhelm^s t. Fürstenberg. 343 

ningk und die Staaten. Die persönliche Ansicht Lionne's über jenen 
geht dahin^ dass er den Ruhm diese Angelegenheit vollbracht zu haben für 
sieb allein begehrt und gedacht habe, Colbert komme ihm denselben zu 
entreissen. 

Bedenklicher ist die Kälte, womit der Kurfürst von diesem Abschluss ge- 
sprochen hat. Sie giebt zu bedeutendem Nachdenken Veranlassung und, 
die Wahrheit zu sagen, ist das' Motiv dieser — unbedingt absichtlichen — 
Haltung nicht eben leicht aufzufinden. Man hofft indess, dass Colbert 
sieh hierüber vor seiner Abreise wird Aufklärung verschaffen können. . . . *) 
In Betreff der hunderttausend Thaler, von denen Lionne keine Kennt- 
nis b hat'), hat Colbert die durchaus passende Antwort gegeben. 

Man darf sich nicht darüber wundern, wenn die Staaten dem Kurfür- 
sten von Cöln hinsichtlich seines Platzes Rheinberg keine Qenugthuung ge- 
vrähren, solange derselbe ihnen bei den andern Fürsten Ungelegenheiten zu 
bereiten sucht*). — Wenn der Kurfürst von Mainz zu Ungunsten der 
Staaten au den von Brandenburg geschrieben hat, so geschieht das dem 
Uischof von Münster zu Liebe, dem er sehr zugethan ist — und gemäss 
seiner besondern Verpflichtung für die Hülfsleistungen , welche er von 
demselben behufs der Reduction der Stadt Erfurt empfangen hat. 

Colbert hat wohl* daran gethan, Schwerin selbst die Rolle des 
Bittstellers (demandeur) zuzuschieben, indem er ihm anbot, dem Könige 
einen Courier mit seinen etwaigen Vorschlägen wegen einer engeren Ver- 
bindung seines Herrn mit Sr. Maj. zu senden — nach welcher sich Se. Kurf. 
Durchl., Schwerin's Zeuguiss zufolge, so sehr sehnte*). So werden denn 
diese Herren hiemit keinen Missbrauch zum Nachtheil des Königs treiben 
können. 

Seine Besorgniss vor •einer Alliance des Kurfürsten mit dem Hause 
Oestreich, falls er bei dem Inhalt seiner Instruction stehen bliebe, ist durch- 
aus begründet. Und es ist dies eine Sache, über welche Se. Maj. nicht 
allein bereits tief nachgedacht, sondern die zu hindern dieselbe auch alle 
möglichen Mittel aufgesucht hat. Colbert wird davon bei einer Zusam- 
menkunft erfahren, die er nothwendiger Weise allernächstens mit Wilhelm 
von Fürstenberg wird haben müssen*). Derselbe ist seit zwei Monaten 
in Paris und reist diesen Morgen nach Lüttich zu seinem Fürsten') und 
von dort ohne Aufschub nach Düsseldorf weiter. Man hat mit ihm fast 
täglich von diesem Gegenstände gesprochen und er nimmt nun ein Project 
mit, dessen Gelingen, wie Colbert auch' finden wird, die im Augenblick 
wichtigste Angelegenheit in der ganzen Christenheit ausmachen würde. Da 
indessen Fürstenb er g nur mit seinem Herrn, Mainz und Neuburg verhan- 



') Einige Worte geachwttrzt. 

') Vgl. das Schreiben vom 2. Febrnar. 

') Vgl. ebenda und das Schreiben dat. Haag 24. Januar. 

*) Dep. vom 2. Februar. 

^) S. unten Lionne an Colbert dat. 19. Februar. 

*) D6m Kurfürsten von Cöln. 



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344 ^^- Berichte von 1665 bis 16G6. 

dein kann, so wird, webn Oolbert dafür hält, dass man auch mit dem 
Kurfürsten von Brandenburg ein gleiches zu thrni habe, dies seine Auf- 
gabe sein müssen. 

Colbert an Lionne. Dat. Cleve 12. Febr. 1666. 

[Der englische Gesandte etc. haben Büverningk's Abwesenheit mit Erfolg benatzt, 
um der Erklärung des Kurfürsten für Holland entgegenzuwirken. So sind Anhalt 
und Schwerin, wie sich in Colbert's Conferenzen mit ihnen, gezeigt hat, dagegen 
Gespräch zwischen Bevemingk und d^Estrades über ein Bündniss des Kurfürsten mit 
dem Könige. Gründe Colbert^s gegen den Abschluss eines solchen.] 

12. Febr. ... Pendant ... [Fjabsence [de M. de Bevemingk]') leg en- 

voy^B d'Espagne') et d*Angleterre n*ont rien laiss^ d*intent6 pour mi- 
ner notre n^gociation, et on') dit k M. Telecteur de Brandebourg et 
k ses ministres que Bevemingk avait 6t^ dösavou^ de tout ce qu'il 
avait accord6; que M. de Witt ne voulait point d'alliauce avec ledit 
61ecteur, et que, pendant que son envoyö Tamusait de ces belle« pro- 
positions, il allait conclure sous main la paix avec M. TÄveque de 
Munster; qu'ainsi de toutes ces esp^rances qu'il^ donnait ä M. Tdecteur 
de Brandebourg il n'aurait que le d^plaisir d'avoir inutilement d6clare 
sa mauvaise volonte contre l'öveque de Munster, malgr6 toutes les sol- 
licitations des ölecteurs de Cologne et de Mayeuce*) et presque de 
tous les princes de l'empire. L'euvoy^ d'Angleterre a aussi offert audit 
äecteur, outre les assistances qu 'il lui promettait de la part de son mai- 
tre, avec Tentretien de ses troupes, au cas jjuil demeurät neutre, de 
le rendre arbitre de la paix entre TAngleterre et la Hollande*), et 
que, si les articles propos^s par FAngleterre netaient pas a^röables, 
on s'en d^sisterait entiörement et . . . ne denianderait pour toute con- 
dition*) que le r^tablissement du prince d'Orange. Ces avis qui ma- 
vaient 6t6 donnös par Tenvoyö de Lunebourg'), le resident de Däne- 
mark^) et d'autres personnes affectionnöes ä la France, m'ont encore 
6t6 confirm^s par les conftrences que j'ai eues, pendant Tabsence dudit 
sieur de Bevemingk, tant avec le prince d'Anhalt qu'avec M. de 
Schwerin. Ce premier m'a fait entendre qu'il n'y avait rien de plus 



') Pendant son absence Ms. Vgl. Dep. vom 9. Febr. an J.-B. Colbert. 
') Vgl. V. Orlich IL 38. 
>) ont? 

*) Vgl. Dep. vom 2. Februar. 
*) Vgl. auch Mdm. d'Estrades III. 619. 
^) toutes conditions Ms. 

") S. über die damaligen Vertreter von Braunschweig- Wolfenbüttel und Hannover 
am Hofe des Kurfürsten Pufendorf X. 17. 
») D. Ahlefeldt. 



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Widerstand gegen den Abschluss des Kurfürsten mit Holland. 345 

dangereux que de se döclarer en cette conjoncture-ci; qu'il ne lui en 
pouvait revenir aucun avantage; que les subsideg que les Etats lui') 
donnaient pour Tentretien de ses troupes n'^taient pas suflisants [et] 
meme moindres que ceux quon lui offrait pour demeurer neutre; 
que prenant le dernier parti, il contentait la plus grande partie des 
princes de Tempire; que meme le Roi n'avait pas sujet de 8*en 
plaindre; que peut-etre il aurait Thoftneur de procurer la paix, non- 
seuleraent entre les Etats et T^veque de Munster, mais m^me entre le 
roi d'Angleterre et les Etats, et que pour cela du cote d'Augleterre 
on le laissait assez le maitre des conditions, au Heu que prenant le 
parti des Hbllandais, il renoncerait ä tous les avantages qui lui ^taient 
oflFerts tant de la part de la maison d'Autriche que d'Angleterre. H 
exposait toute cette grande 6tendue de pays qu'il a aux attaques de 
ses voisins qui sont enuenris des Hollandais; que les Suödois, qui 
semblent se vouloir d^clarer pour le pai-ti de T^veque de Munster, 
pourraient bien k leur tour Tattaquer dans la Pom6ranie; que verita- 
blement Tinterposition du Roi et lapuissante protection que Sa Ma- 
jest6 donne k ceux qui sont dans ses intörets balan^ait toutes ces fortes 
raisons qui le portaient k la neutralite; mais qu'apr^s tout, eile 6tait 
trop juste pour trouver mauvais que M. de Brandebourg demeurät 
dans un repos oü il trouvait et Tentretien de ses troupes et la süret6 
de ses 6tats. Je lui dis que tout ce qu'il me faisait Thonneur de rae 
dire 6tait convainquant en apparence, mais qu'^tant eclaire comme il 
est, je m'assurais qu'il n aurait besoin que de ses propres connaissan- 
ces pour le dötruire; quil savait qu'il ny avalt point de meilleure 
sftret^ pour la conservation des ötats que la r^putation qu'a le prince 
de secourir ses alliös avec fermetö quand ils sont attaques, et qu ayant 
re^u du secours des Hollandais dans ses besoins, toute la terre le 
louerait de les assister aussi dans cette conjoncture, et ses ennemis 
memes n'oseraient pas Tattaquer. ... Er mahnt davon ab, den Verspre- 
chungen des Hauses Oestreich zu trauen und fährt fort, qu*ä F^gard des 
. propositions des Anglai8,*il ny avait guere d'apparence que ne pou- 
vant, comme il est constant, donner des subsides k r^veque de Mun- 
ster qui par la guerre qu'il fait aux Hollandais fait une fort notable 
diversion et fort avantageuse pour eux, ils payassent de grandes som- 
mes dargent k M. de Brandebourg pour demeurer neutre, k präsent 
qu'ils ont la France sur les bras et qu'ils ont bien de la peine k trou- 
ver le fonds n^cessaire pour leur arm^e navale; que quant k la pro- 



') D. h. dem KorfürsteD. 



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346 ^'1- Bericbte von 1665 bis 1666. 

Position que je savais qu'ils avaient faite ä M. de Brandebourg de le 
rendre arbitre de la paix entre eux et les fitats et de De demander 
pour toute condition ^) que le retablissement de M. le prince d'Orange, 
je croyais qii'il ny avait pas un bon serviteur de la maison d'Orange 
qui ne les düt^prier ä mains jointes de ne point parier en faveur dudit 
prince, parce qu'apparemment cette condition lui serait un obstacle 
quon formera ä toutes les charges que ses pred^cesseurs avaient pos- 
sed^es^), n'^taut pas ä prösumer que des gens bien sens^s comme 
MM. les Etats veuillent recevoir un chef de la main de leurs enne- 
mis^). 11 ne repliqua que par des plaintes de la mani^re d'agir des 
Etats [et] de la mauvaise volonte de M. de Witt pour M. He Brande- 
bourg et pour tuute sa maison, et quelque soin que je prisse de lui 
oter ees mauvaises opinions, il ne me*) parut pas fort bien dispose a 
la conclusion du trait^. M. de Schwerin, de son c6t6, m'exag^rait 
aussi les dangers oü s*allait mettre M. de Brandebourg en se d6cla- 
rant pour les Etats et les avantages qu on lui ofifrait de toutes parts 
pour demeurer dans la neutralite. II me pressait aussi d*6crire pour 
obtenir de Sa Majeste les cent mille 6cus promis ä M. de Brande- 
bourg. . . . 

M. d'Estrades m'^crit que le sieur de Beverniugk, envoy^ de 
Hollande, preuant cong6 de lui ä la Haye, pour venir ici, lui dit que 
M. de Brandebourg lui avait t6raoign6 par deux fois etre surpris de 
ce que je ne lui proposais aucune liaison avec le Roi, et que de la 
maniöre dont le sieur du Moulin lui avait parl6 il lui avait fait en- 
tendre quil apportait ä raondit sieur d 'Estrades des ordres pour 
cela; que lui-dit M. d'Estrades avait r^pondu audit sieur de Be- 
verningk quil nen avait re§u aucun, et que je ncn avais pas aussi; 
raais que lui et moi savaient bien que le Roi avait grande estime pour 
M. de Brandebourg, et que s'il me proposait quelque liaison avec Sa 
Majeste, je lui en rendrais compte tout aüssitot, et quil ne doutait 
point que le Roi ne füt dispos^ & entretenir une bonne eorrespon- 
dance avec M. de Brandebourg. Je me sui* aussi donnö Fhonneur de 
vous informer, monsieur, de ce que M. de Schwerin m'avait dit au 



') toutes conditions Ms. 
' ') "^gl* ^l>cr diese Angelegenheit M^m. de Pomponne II. 166 ff. 

*) Aehnlich des Kurfürsten eigene Antwort an Vane bei Pufendorf X. 15« 
Quod rex causam Arausionensis suscipere volit, gratum sibi esse: huic tarnen noci- 
lurum, si de ista nunc moveatur, Belgts exclamatnris , per exterorum arma slbi ob- 
trudi, penes quem tantae in sua republica partes futurae sint. 

^) ma Ms. 



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Colbert gegen ein besonderes Bfindniss des Königs mit dem Kurfürsten. 347 

sujet de cette liaison et de ce que je lui avais r6pondu*). Je nai 
voulu outre- passer ce qui m'est prescrit par mon Instruction; si Sa 
Majeet^ 6tait dans le dessein d'engager ce prince dans les int^rets de 
sa couronne, il y aurait Heu de croire qu'il serait plus h propos de 
le faire ä präsent que les ministres sont bien disposes qu'ä aucun 
autre temps. . . . Mais je suis oblig^ de vous dire sur cela deux con- 
sid6rations qui m'ont retenu dans rempressement que j'aurais eu de 
tacher dacqu^rir ce prince k Sa Majest^. La premi^re [est] que Be- 
verningk n'a rien laissö d'intent^ pour d^couvrir, si je traitais quel- 
que chose avec ce prince pour les interßts propres de Sa Majest^, ce 
qui m'a fait juger ou que les Etats craignent que Sa.Majestö ne prenne 
des mesures avec d'autres qu'eux pour les desseins que vous savez^ 
ou que ledit Beverningk, qui est accus^ d'ßtredlnclination espag- 
nole'), n'ait täcli6 de savoir ce que je faisais pour le Service propre 
de Sa Majest^ que pour le traverser et servir le parti auquel il in- 
cline. ... La seconde ^st que je me ressouviens, monsieur, qull vous 
plut. me parier ä Francfort') au sujet de M. de Brandebourg d'une 
maniöre qui me fit croire que vous Taviez pu'acquörir au Roi sans les 
SuMois qui s'y. opposörent; de sorte que j'ai cru que dans cette con- 
joncture-ci que Sa Majeste les presse de se d^clarer*), et qu'ils sont 
d*ailleurs assez sollicit^s par l'empereur et par TAngleterre, il serait ä 
craindre que venant ä d^couvrir que Ion propose & l'ölecteur de Bran- 
debourg une plus grande liaison que celle qui regarde Taffaire de 
Munster, cela ne determinät tout-ä-fait leur r^solution en faveur de 
l'empereur et de TAngleterre, les Su^dois 6tant, comme vous savez,. 
toujours port^s de prendre un parti contraire au Danemark et ä M. 
Ffilecteur de Brandebourg. Ainsi je crois que quand il n'y aurait que 
cette derniöre consid6r^tion-lä, il faudrait diflförer k faire aucune pro- 
position audit ölecteur d'alliance particuliöre avec le Roi, jusqu'ä ce 
que les Su6dois se soient declarös. Ce n^est pas que de la maniöre 
que j'entends parier des Su6dois k des personnes qui savent fort bien 
quelles forces ils ont par mer et par terre, je n*aie*) sujet de croire 
qu'elles ne sont aucunement considerables, et que cette levee de bou- 



*) S..Dep. vom 2. Februar. 

') üeber Beverningk*s frühere Meinungsverschiedenheiten mit de Witt, wel- 
che ihn auch bewogen hatten sein Amt niederzulegen vgl. Basnage I. 751. 

* ') Auf dem Wahltage 1657—1658, wo Lionne Frankreich vertrat (vgl. übrigens 
Pufendorf VII. 37 und oben p.299. 5)). 

*) Vgl. Mdm. dePomponnell. (N^gociation de Su^de.) 

*) j'ai Ms. 



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348 ^'I- Berichte von 1665 bis 1666. 

clier n'est que pour faire quelque figure dans le monde danß cett« 
conjoncture-ci que tout le monde arme, et pour souteuir en quelque 
fa^on cette reputation que leurs armes out acquise par le pas8^ et se 
faire rechercher. On assure aussi que la plus saine partie du s^oat 
ne veut point de guerre, et qu'il ny a que Wrangel et ses parti- 
sans qui la d^sirent. Mais . . ., quoique ce priiice-ci soit considörable, 
nöanmoins je crois que quand son alliance sera incompatible avec celle 
des Suedois, Sa Majest6 aimera mieux reuoncer k celle -ei, pour con- 
Server ces messieurs, dont la seule reputation fait plus de figure dans 
toute l'Allemagne que tous les plus grands efforts de Telecteur de 
Brandebourg. 

Der Kui-fürst an Lionne. Dat. Cleve 13. Febr. 1666. 

13. Febt. Beglaubigungsschreiben für Blume uthal als ausserordentlichen Ge- 

sandten, welcher die Condolenz zum Tode der Königin - Mutter abstatten 
und ausserdem über einige staatliche Fragen (que^tions d'^tat) verhandeln 
soll *). Der Kurfürst ersucht ergebenst um die Hülfe und wichtige Unter- 
stützung, auf welche ihm der König hat Hoffnung machen lassen. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cleve 15. Febr. 1666. 

15. Febr. Condolenz zum Tode der Königin-Mutter von Frankreich, welchen der 

Kurfürst durch den Brief des Königs vom 22. Januar erfahren hat. Blu- 
menthal soll Sr. Maj. dieselbe ausdrücken und ihm zugleich die Erkennt- 
lichkeit des Kurfürsten für die Versicherungen der Freundschaft und des 
Wohlwollens bezeigen, womit ihn der König jüngst durch die Minister, 
welche er hieher nach Cleve gesandt hat '), zu beehren beliebte. 



Colbert an Lionne. Dat. Cleve 15. Febr. 1666. 

[Genneper Zoll. Ratiiicationsfrist. Durch Beverningk's Schuld keine ErwftbnnDg 

des Königs in den Vertrag aufgenommen. Der lUneburgische Gesandte. Verschiedene 

Meinungen über die Art der Verwendung der brandenburgischen Hülfdirappen.] 

15. Febr. ßevemingk hat Colbert gesagt, dass er die Angelegenheit wegen 

des Genneper Zolls mit dem Kurfürsten zur Befriedigung der Staaten erledigt 
habe, da jener sich mit einer Summe von 50,000 Livres für 12 Jahre be- 
gnügt hat'), obwohl dieser Zoll mehr als 8000 Livres jährlich einträgt — 
und dass man nach diesen 12 Jahren beiderseits Commissarien ernennen 
wer^j;^ \im ilU^ Rt'cbte der Parteien auf den Zoll zu prüfen und festznstel- 
len. Kr haliü \ ollmncht gehabt noch mehr zu bewilligen, und er fügte 

'} 8. Puf^Midorf X. 25. (Vgl. Dep. vom 2. Februar.) 

') du Moulin und Colbert-Croissi. 

'j Vgl, PafendoEf X. U. Stenzel p. 277 (nach Dumont VI. 3. p. 101). 




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BlameDthal nach Frankreich. Der König i. d. hrandenh.-holl. Vertr. nicht erwähnt. 349 

hinzu, darin die gute Wirkung der Bemühungen des Königs zu sehen: um 
so mehr, als der Kurfürst an Stelle der zwei Monate, welche er sonst als 
Ratificationsfrist forderte, um inzwischen an dem Zustandekommen des Frie- 
dens mit Münster arbeiten zu können, sich in dieser letzten Conferenz dahin 
erklärt habe, dass die Ratification noch binnen vierzehn Tagen') nach der 
Unterzeichnung des Vertrags stattfinden möchte. Seitdem hat man an der 
Redaetion sämmtlicher Artikel dieses Vertrags gearbeitet. — Doch hat B e - 
verningk keinen, der weder mittelbar noch unmittelbar des Königs er- 
wähnte, darin aufgenommen. Schwerin hat Colbert sogar gesagt, dass 
es sehr leicht gewesen wäre, im Eingange etwas von der Achtung des Kur- 
fürsten vor der Vermittelung des Königs anzubringen und ihm dann zu 
verstehen gegeben, dass Beverningk dagegen einwendete, der Vertrag 
betreffe nur Se. korf. Durchl. und die Herren Staaten, worauf Colbert ge- 
antwortet hat, der König werde zufrieden sein Sr. kurf. Durchl. bei dieser 
Gelegenheit Beweise seiner Hochschätzung und den Herren Staaten gleiche 
von dem Schutz gegeben zu haben', welchen Se. Maj. ihren Alliirten immer 
angedeihen lasse, und dieselbe zweifle nicht, dass beide das Andenken daran 
bewahren würden, das mehr werth sei als eine Einschaltung im Vertrage. 
Colbert gesteht, dass er hierin einen sehr tadelnswerthen Mangel an 
Erkenntlichkeit von Seiten Beverningk's findet. Jedoch glaubt er kein 
Missvergnügen darüber bezeigen zu müssen, zunächst, weil er sieht, dass 
unter allen den Puncten^ welche durch den Kurfürsten Herrn du Moni in 
zugestellt worden sind, kein einziger sich befindet, welcher Sr. Maj. nicht 
eher zur Last als nützlich sein möchte: so u. a. der vierte'). Freilich hätte 
Colbert gewünscht, dass der fiyjfte'^) jener Puncte aufgenommen wäre, 
welcher eine gegenseitige Verpflichtung sowohl für 'Se. Maj. als für den 
■Kurfürsten und die Staaten enthielt, weder zusammen noch besonders mit 
dem Bischof von Münster und dessen Anhängern ohne die andern Theile 
zu verhandeln. Und er hatte Beverningk sogar bedeutet, dass, da der 
König seine Truppen mit denjenigen der Staaten und des Kurfürsten ver- 
binde und sie in Gemeinschaft für den Dienst der Staaten verwende, es 
ihm angemessen erschiene, diesen Artikel in den Vertrag zu setzen, 
,,et ce qui me le faisait d'autant plus souhaiter, c'est que je consid6- 
rais que . . . le Roi voudra s'acqu^rir du m6rite envers l'empire en se 
donnant la gloire de faire la paix et publiant que c'est un effet de 
ses soins pour la conservation du repos de Tempire qui commencait 
ä etre.troubl^e par les arm^es ^trang^res, au lieu que si cette paix 



') Dies ward dann wirklich in den Vertrag aufgenommen (a. Pufendorf X. 13). 

*) Vgl. ohen p. 316. 8i S. A. ^1. on ses ^tats et sujets, sous quelque pr^tezte 
que ce piiisse dtre, venaient k 6tre attaqu^s de qui que ce soit, Sa Majest^ promet 
de Tassister partout aveo force et vigueur. 

*) Sa Mi^'est^ ne fera aucun traitd avec IMvgque ou ses adh^rents ni seul ni con- 
jointement avec les Etats, sans le su et consentement de S. A. ^lectorale, et sans qu^elle 
j trouve enti^rement sa süretd, ce que S. A. ^1. observera aussi r^ciproqnement. 



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350 ^' Berichte von 1665 bi» 1666. 

ne se pouvait faire avec la participation du Roi, Sa Majestö tendrait *) 
la main k ce qu'elle se fit ou sans aueune m^diation ou par celle de quel- 
que priiice ou 6tat ami de la Frauee et saus quo Tempereur en püt tirer 
avantage. Mais je trouve cet envoy6 (Beverningk) si mal-intentioiiDe 
pour la France, que je crois que n'ayant point d ordre expr^s d'insister 
sur toutes ces clioses ni le pouvoir de signer le trait^, il vaut mieux que 
je le laisse en T^tat qu'il est, et que je ne t^moigne rien qui puisse 
faire douter que le Roi nait pas satisfaction d'avoir procura par son 
interposition raccomplissement du renouvellement de cette alliance. 
M. Tenvoy^ de Lunebourg, qui me visite et que je vais voir aussi assez 
souvent, m'est venu t^moigner la joie qu'il avait du bon succäs de notre 
n^gociation; il dit qu'il en allait informer ses maitres, et quil esp^rait 
d'eux tirer dans Tallianee le duc de Wolfenbutel et meme le duc de 
Hauovre, et qu'aüssitot M. T^lecteur le dösirerait, leurs troupes seraient 
pretes ä marcher. L'envoy^ de Hollande [a] propos6 de son cöte de 
de joindre ses') troupes des le commencement du printemps k Celles 
desdits princes et d'entrer dans le pays de M. de Munster tandis que 
Celles des Etats jointes [k] Celles du Roi attaqueront les places que 
M. de Munster a prises sur eux. Mais M. de Brandebourg me dit hier 
qu'il [y] travaillerait au premier jour et ferait un projet lui-meme de 
ce qu'il aurait k dösirer, et je vois que son inclination le porterait fort 
k faire joindre toutes les [forces], pdur les Commander lui-mSme et 
[y] faire servir le petit priuce d'Orange de volontaire, ce qui em- 
barrasserait extremement MM. les Etats, et je ne doute point quils 
n'appuient fortement la proposition du sieur Beverningk, qui estas- 
sur^ment la plus avantageuse pour eux." 



Colbert an Lioiine. Dat. Cleve 18. Febr. 1666. 

[l/nterzeicbnung des Vertrages. Der päpstliche Nuntius niemals hier gewesen. Col- 
bert sowie Beverningk nach dem Haag. Abschiedsaudienz des englischen Gesandten.] 

18. Febr. CoIbert hatte gehofft, dass der Vertrag etwa schon am letzten Dienstag 

unterzeichnet werden würde, indessen wird er es erst heute'). ...*) „Tai 
eu occasion en parlant k quelques-uns des principaux de cette cour-ci, 
[et] meme äM. de Blumenthal, de m'^elaircir sans affection au sujet 
de l'avis que Ton donne au Roi de la visite du nonce du pape qui 



*) tiendrait Ms. 

») (De» Kurfürsten.) 

») Der Vertrag datirt vom 6/16. Februar 1666 (vgl. Pufendorf X. 18). 

'*) Mehrere Worte (wie es echeint, auf Gratificatlonen bezüglich) geschwint 



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UnterzeiobnuDg des Vertrages mit Holland. 351 

est ä, Cologne ä. M. Tdecteur de Brandebourg*); mais il n*y en a point 
qui ne m'ait dit qu'il ne visitait personne et qu'il n'6tait point connu 
ici, n'y dtant jamais venu." — Die Zeit bis zur Rückkehr seines Couriers 
wird Colbert beuutzeu nach dem Haag zu eilen, um d'Estrades von 
dem Stande der Dinge zu unterrichten. 

Der englische Gesandte hat seine Abschiedsaudienz genommen ') und 
wird, wie man Colbert gesagt hat, sich auf 3 bis 4 Meilen (lieues) ent- 
fernen, bis er Antwort von seinem Gebieter hat. 

Der holländische Gesandte geht morgen nach dem Haag, wo, wie 
Schwerin gesagt hat, man wohl binnen 10 oder 12 Tagen die Auswechse- 
lung der Ratificationen vornehmen könne. Deshalb bittet ColbertLionne, 
ihm den Courier so bald als möglich zurückzusenden und ihn so die Be- 
fehle des Königs wissen zu lassen. 



Colbert-Croissi an J.-B. Colbert. Dat. Cleve 18. Febr. 1666. 

(Abschrift.) 

[Unterzeichnung des Vertrages. Der Kurfürst wünscht den Frieden zwischen den 
Staaten nnd Münster und wo möglich auch zwischen jenen und England zu vermit- 
teln. Colbert trifit die Gesandten Englands und Hollands zusammen im Cabinet des 
Karfürsten au. Der englische Gesandte doch noch hier. Die Ansprüche des Königs 
auf Brabant und Hennegan. Acusserung des kaiserlichen Gesandten über das Bund- 
niss des Kurfürsten mit den Generalstaaten.] 

Colbert hat seinen Courier nicht abgehen lassen wollen, bis er die 18. Febr. 
Unterzeichnung des Vertrages durch die Cominissarien gesehen: dieselbe 
ist nun eben vor sich gegangen ') und binnen vierzehn Tagen wird die Aus- 
wechselung der Ratificationen stattfinden. Indessen ist der Zweck Sr. kurf. 
.Durchl. darauf gerichtet, den Frieden zwii-chcn den Staaten und Münster 
zu vermitteln, damit er ohne Gefahr den von ihm gegebenen Versprechun- 
gen genügen könne, oder damit diese Eile ihm dem Kaiser und den Für- 
sten, welche zur Gegenpartei neigen, gegenüber zur Entschuldigung für 
seine Erklärung zu Gunsten der Staaten diene. Der Kurfürst schmeichelt 
sich auch den Frieden zwischen England und Holland zu Stande zu brin- 
gen. Vor zwei Tagen begab sich Colbert zu einer Stunde zu ihm, wo er 
sonst dort nicht zu erscheinen pflegte: er fand alle Cavaliere verlegen, sie 
wuasten nicht, ob sie ihn eintreten oder verweilen lassen sollten. Endlich, 
da er drängte und sich bereit zeigte selbst zu öflFnen, entschlossen sie sich 



*) Vgl. oben Lionne an Colbert dat. 29. Januar p. 331. 

•) Vgl. Pufendorf X. 15. 

*) Vgl. oben. d^Estradcs schreibt Lionne am selben Tage (^M^m. II. 129): 
Je crois k präsent le trait^ de T^ecteur de Brandebourg sign^: on n*a rien oubli^ 
de divers endroits pour le rompre; mais M. Colbert s^y est condult avec tant de 
prndence, qnHl en est venu k bout avec la satisfaction des deux partis, et particn- 
lif^ment de M. de Wit. Vgl. das Schreiben des Königs an d^Estrades vom 
19. (p. 135} und vom 26. Febr. (p. 153). 



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352 VI. Berichte von 16Ü5 bis 1666, 

ihm zu sagen, die Gesandtea Englands und Hollands wären im Zimmer — 
sie hätten einander zufällig daselbst angetroffen — und liessea ihn eintre- 
ten. Nachher (au sortir) kam Beverningk zu ihm und begann eine übel 
klingende (m6chante) Rechtfertigung dieser Zusammenkunft, welche Col- 
bert's Misstrauen noch steigerte'). Gleichwohl hat er jenem gesagt, von 
einem solchen weit entfernt zu sein, weit entfernt zu argwöhnen, dass die 
Staaten, nach dem was der König soeben für sie gethan, daran denken 
könnten ohne Theilnahme Sr. Maj. Verträge mit gemeinschaftlichen Feinden 
zu schliessen. — Vor vierzehn Tage hiess es schon, der englische Gesandte 
gehe fort'), und trotzdem bleibt derselbe noch immer ruhig hier. 

Colbert sieht, dass man überall von der Gerechtigkeit der Ansprüche 
des Königs auf Brabant und den Hennegau wohl überzeugt ist. Indessen 
trotzdem hat man keinen Nachbarn, der es wohl zufrieden wäre, dass Se. 
Maj. den Besitz dieser Landschaften erwürbe. Und es unterliegt folglich 
keinem Zweifel, dass sie Kies Königs Absichten nach allen Kräften kreuzen 
werden, wenn Se. Maj. ihnen nicht ein gut Theil zugesteht (a moins qu'elle 
ne leur fasse une assez bonne part), das ihnen als Vormauer gegen die kö- 
niglichen Waffen dienen kann. So glaubt denn Colbert, dass man prüfen 
muss, mit wem sich am sichersten verhandeln lasse und wer sich mit dem 
wenigsten begnügen wird. Wenn man es vermeiden kann, viel an der Küste 
abzugeben, so wird das immer am besten se'in : indessen dies Raisonnement 
fordert eine andere Zeit. — Man ist hier überzeugt, dass Mainz, Cöln und 
Neuburg mehr Verbindungen mit dem Kaiser als mit dem Könige haben 
und den Durchzug kaiserlicher Truppen nach Flandern nicht hindern wer- 
den. Auch ist wohl wahr, dass das Ansehen (r^putation) des Königs, je 
grösser es ist, den Eifer seiner Verbündeten desto mehr erkältet. Darum 
glaubt Colbert, dass es für ihn und alle diejenigen, welche auswärts im 
Dienste des Königs verwandt werden, gerathen ist nicht sowohl die Macht 
des Königs als vielmehr lediglich die Gerechtigkeit seiner Absichten im 
Munde zu führen. 

Postscriptum vom 19. Februar. Schwerin hat Colbert gestern 
mitgetheilt, dass er den kaiserlichen Gesandten, Baron von Goes, im Na- 
men Sr. kurf. Durchl. aufgesucht und demselben die Gründe auseinander- 
gesetzt habe, welche jene bewogen sich den Staaten zu verbinden, um Mün- 
ster zum Frieden zu zwingen : jener Gesandte habe darauf bemerkt, das sei 
nicht der rechte Weg'). Da Beverningk morgen nach dem Haag geht 
und man überdem überzeugt ist, dass der König von England seine Ver- 
sprechungen nicht erfüllen kann, so glaubt Colbert, dass man von den 



Vgl. M^m. d^Estrades IV. 151. Der König schreibt dort über dies Ereig- 
niss: II peat y avoir lä-dodans des n^gociations pour le rdtablissement du prisce 
d^Orange et que peat-§tre Beverning cache meme au sieur de Wit. Yous royeiy 
combien il est important de bien ^claircir la chose. 

*) Vgl. auch oben das Schreiben an Lionne vom 18. Februar. 

*) Qoes scheint — nach der Dep. Colbert^s an Lionne vom 20^^^^ — auch 
hincugefügt su haben, viele Reichsffirsten dürften vielleicht fQr Münster Partei 
nehmen. 



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Der französische Hof theilt Colbert's Argwohn. 353 

oben bezeichneten Intriguen nicht viel zu fürchten braucht. Zumal aber, 
wenn er d'Estrades von allem unterrichtet haben wird, wird es ihm leicht 
werden, diese Verhandlungen abzuschneiden *). 



Lioiine an Colbert. Dat. 19. Febr. 1666. 
(Concept.) 

[Die Besorgnisse Colberfs wegen Intriguen zwischen dem Kurfürsten und Beverningk 
^wohl nur zu begründet. Auch de Witt selber verdächtig. Aeusserungen des letz- 
teren gegen d'Estrades in Betreff der Wiedereinsetzung des Prinzen von Oranien. 
Colbert soll den König wo möglich nicht strict verpflichten, künftig die Ansprüche 
des Kurfürsten an die Staaten auf Rückgabe seiner Plätze zu unterstützen. Gründe 
hiefür. Bevorstehende Zusammenkunft zwischen Colbert und Fürstenberg. Geschenk 
des Königs an die Kurfürstin.] 

Lionne hat Colbert's Depesche vom 9. d.M.') empfangen und er- 19. Febr. 
fährt zugleich aus dem Haag, dass Beverningk nach Cleve vollkommene 
Vollmacht mitnehme , dem Kurfürsten in allem zu willfahren *). Denn man 
kann doch nicht glauben, dass derselbe sich auf die Geldzahlung sollte ver- 
steifen wollen, in welchem Punct, wenn er sich mit der Ratification beeilen 
will, lediglich eine DiflFerenz von wenigen Tagen stattfinden kann*). 

Das Benehmen Beverningk's ist in der That unerträglich gewesen, 
und seine Herren haben dies so wohl erkannt, dass van Beuningen 
Befehl gehabt hat Se. Maj. zu versichern, derselbe w^erde sich bei seiner 
Rückkehr völlig ändern. 

Nämlicher van Beuningen hat Lionne gesagt, Se. kurf. Durchl. 
habe Beverningk einige Propositionen gemacht, in Betreff deren sie na- 
mentlich in Rücksicht auf Colbert das Geheimniss verlangt habe, aber 
Beverningk nehme trotzdem die Weisung mit ihm dieselben mitzutheilen. 
Den Gegenstand jener Vorschläge hat van Beuningen nicht nennen kön- 
nen, und Se. Maj. hat vcrmuthet, es müsse die Ausgleichung mit England 
in Betreff der Wiedereinsetzung des Prinzen von Oranien in seine Aemter 
sein. Erstaunlich ist nur, dass man darüber an Ort und Stelle dem Herrn 
Botschafter*) keine Erklärungen gegeben hat. 

Alle Besorgnisse Colbert's sind nur zu wahrscheinlich und vielleicht 
noch etwas schlimmeres im Hintergrunde. Denn Colbert nimmt die Per- 
son de Witt 's davon aus und misst demselben eine Unruhe wie dem Bot- 
schafter des Königs bei *"), falls man den Staaten mit Dingen käme, die mit 
dem Kurfürsten von Brandenburg gegen die Interessen dieser Krone über- 



*) Der Rest geschwärzt. 
") Vgl. oben. 

') 8. das Schreiben d^Estrades* an Ludwig XIY vom 11. Februar (M^m. 
d'Estrades IV. 102). 

*) Vgl. M^m. d'Estrades IV. 130. 
*) d'Estrades. 

*") Vgl. oben Colbert's Depesche au seinen Bruder vom 9. Februar. 
Mater, zur Gesch. d. Gr. Kurfürsten. U. 23 



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354 VI. Berichte von 1665 bis 1666. 

dacht und gleichsam zurechtgemacht wären. Gleichwohl ist es vielleicht an 
dem, dass de Witt an diesem Complot (trame), wenn es begründet iht 
nicht minder Theil hat als Beverningk. Der König setzt nicht vorau^s 
dass dasselbe den Zweck haben -könnte die Staaten zu einem zweiten Ab- 
fall ') von seiner Krone zu verleiten, welches dieselben der ganzen Welt ver- 
abscheuungs würdig machen würde. Aber weil die Staaten glauben, das.> 
Se. Maj., da sie sich nur aus Rücksicht auf sie auf den Krieg gegen Eng- 
land eingelassen, selber sehr zufrieden sein werde aus demselben herauszu- 
kommen, sobald sie sich mit dem Könige von Grossbritannien über einen 
Ausgleich verständigen können, so ist es sehr wahrscheinlich, dass sie die- 
sen Ausgleich zu überstürzen denken, indem sie jenem Könige den Punct, 
welcher ihm nothwendig am meisten am Herzen liegt, nämlich die Wieder- 
herstellung des Prinzen von Oranien'), opfern. — Dies erscheint dem Kö- 
nige als das Glaublichste in Betreff der geheimen Dinge, welche in Cleve 
vor sich gehen. — Herr de Witt hat zur selben Zeit d' Estrades wie 
im tiefsten Vertrauen befragt, was er hinsichtlich dieser Wiederherstellung 
thun solle, indem er sogar aussprach, dass sich derselben noch weiter ge- 
gen die blinde Leidenschaft der meisten Provinzen und Städte zu wider- 
setzen, eine Last sei, welche er kaum mehr zu ertragen vermöchte^). — 
Das einzige, was Herr de Witt in dieser Auseinandersetzung gegen d'E- 
strades gethan hat, um diese für den französischen Hof so bittere Pille 
ein wenig zu überzuckern, war dass er hinzufügte, Se. Maj. könnt«, um 
Antheil an dem Dank für diese Wiederherstellung zu haben, sich bei den 
Staaten zu Gunsten jenes Prinzen verwenden, so dass jene als auf sein An- 
liegen und aus Rücksicht auf ihn erfolgt erschiene. „Voyez, je vous prie» 
quel personnage on voudrait faire jouer au Roi dans une affaire d^jä 
ajustöe entre les partis. II faut n^^anmoins dissimuler jusqu'i ce au 
moins que Ton puisse etre mieuX ^clairci, ce qui apparemment ne tar- 
dera pas long-temps ä etre, tant par les lumi^res que Sa Majest^ vous 
donne par cette lettre que par ce que Beverningk vous pourra dire 
ä son retour. Cependant je vous envoie une copie de ce que Sa Ma- 
jest6 a jug6 k propos de repoudre ä M. l'ambassadeur sur le discours 
du sieur de Witt"'*). 

" Colbert muss möglichst vermeiden den König zu verbinden, nach 
dem Frieden*) mit dem Bischof von Münster die Ansprüche des Kurfür- 
sten gegen die Staaten auf Rückgabe seiner Plätze zu unterstützen, indem 



') Als den ersten »Abfall" betrachtete man den Separatfrieden mit Spanien, wel- 
chen die Generalstaaten am 30. Januar 1648 mit Spanien abgeschlossen hatten. 

') Die Exclusion desselben von den Würden seiner Vorfahren war im Jahr 1654 
erfolgt. 

') S. Schreiben d*Estrades' an den König vom 11. Febr. und den erbitterten 
Brief des Königs vom 19*«« (a. a. O. p. 103 ff. 129 ff., vgl. ebend. 145). 

*) Eben in dem Schreiben vom 19*^» an d'Estrades. 

*) Bis dahin war der Aastrag dieser Frage verschoben, vgl. Pafendorf X. l!^« 



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Geschenk Ludwjg's XIV. an die Kurfürstin. 355 

er stets bei den allgemeinen Ausdrücken von Yersprechungen guter Dienste 
bleibt: um so mehr, als es sich leicht ereignen könnte, dass diese Dififereuz 
die eine und die andere Partei abhängiger von Sr. Maj. macht und der- 
selben Gelegenheit giebt, ihre eigenen Angelegenheiten in den Niederlanden 
mit Hülfe eines und vielleicht aller beider Theile zu fördern, indem ein jeder 
von ihnen, obgleich bewafifnet, doch aus Furcht vor dem Widerstand des 
andern neutral und gleichgültig (indifferent) bliebe. 

Se. Maj. wird Colbert zurückrufen, wenn sie es für angemessen halten 
wird. Jedoch wird dies erst nach einer Unterredung erfolgen können, wel- 
che Colbert noth wendiger Weise mit dem Grafen Wilhelm von Für- 
stenberg haben muss'), der alsbald nach Düsseldorf kommen wird, um 
daselbst den Pfalzgrafen von Neuburg zu sehen, und Colbert von da aus 
den Ort der Zusammenkunft bezeichnen wird. Es wird dann vielleicht nö- 
thig sein, dass Colbert, behufs der Ausführung jener grossen Gedanken, 
welche Se. Maj. gehabt hat, eine neue Verhandlung mit dem Kurfürsten 
von Brandenburg anknüpft, deren Gelingen alle Unzuträglichkeiten (incon- 
v^nients) eines beabsichtigten Anschlusses Sr. kurf. Durchl. an das Haus 
Oestreich aufheben würde. . . . ') — 

Lionne glaubt, dass das Geschenk des Königs an die Kurfürstin etwa 
zur nämlichen Zeit in Cleve ankommen wird als dieser Brief in Colbert's 
Hände gelangt. Dasselbe besteht in einem vollständigen Ameublement 
sammt anderm Geräth von Silber zum Schmuck eines .Zimmers. Colbert 
soll es Ihrer Durchlaucht mit den Empfehlungen des Königs präsentireu '). 



Colbert an Lionne. Dat. Cleve 20. Febr. 1666. 

[Gespräch mit Schwerin über die Abreise des englischen Gesandten , der, gleich sei- 
nem Hofe, über des Kurfürsten Abschlass mit Holland höchst unbefriedigt ist, über 
die Bendung eines Secretärs nach England, über eine Vermittelung des Friedens zwi- 
schen den beiden Seestaaten , über die polnische Thronfolge. Der Kurfürst keines- 
wegs gänzlich unter dem Einfluss seiner Gemahlin, Scbwerin's und Anhaltes.] 

Schwerin ist eben von hier abgegangen und hat ihm noch mitgetheilt, 20. Fwbr. 
dass der englische Gesandte sehr unbefriedigt abgereist sei. Er, 8chwe- 



') S. oben p. 343. 

*) Das Folgende, auf Gratificationeu (für Schwerin) bezüglich, geschwärzt. * 
*) Vgl. M^moires de Pomponne II. 112, wo es von dieser Sendung Col- 
bert's beisst: Sa Majest^ avoit appuy^ de sa considdration la recherche qu'ils i^die 
Staten) faisaient d*une liaison Streite avec Tdlectour de Brandebourg, et Colbert, maitre 
des requStes, qu'elle avoit envoy^ k Cleves vers le prince, et qu*elle avoit charg^ 
de riches pr^sents pour Tdlectrice, avoit agi si heureusement qu'il Tavoit 
d^termin^ k prendre le partl iea Etats etc. S. ferner Mignet N^goc. rel. h la suc- 
cession d^Espagne II. p. 303. v. Orlioh II. 38. «Der französische Gesandte Col- 
bert hat eben (den 19. März) des Königs Präsent: ein grünsammetnes Bett, reich 
von Gold gestickt, mit den dazu gehörigen Stühlen, schöne Tapeten, einen schönen 
Spiegel und silbernen Tisch mit zwei Gueridons und silberne Kronen mit Leuchters 
präsentirt und solches alles in der Kurfürstin Kammer aufschlagen lassen J* (Schwe- 
rin 's Tagebuch) vgl. p. 41 und auch Stenzel p. 276. 

23* 

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356 VI- Berichte von 1665 bis 1666. 

rin, habe demselben darlegen wollen, dass der gegenwärtige Vertrag nichts 
enthalte, was den König von England kränken könne, jener ihm aber er- 
widert, sein Gebieter (dies waren die Worte) würde diesen Vertrag als die 
grösste „d^sobligation" von Seiten des Kurfürsten, — vielleicht gar als 
einen Bruch ansehen. Er habe ihm zugleich ein Schreiben eines englischen 
Ministers über die Furcht gezeigt, welche nmn dort vor dem Abschluss be- 
sagten Vertrages hege, der die nämlichen Worte gebrauchte. Schwerin 
hat sich von selber erboten, dieselben Colbert zu zeigen und hinzugefügt, 
dass die Rücksicht hierauf den Kurfürsten bewogen habe, einen Secretar*) 
nach England zu senden. Colbert hat erwidert, er habe deswegen keinen 
Argwohn gehabt, und, wenn diese Dinge dem Kurfürsten Feinde zuziehen 
sollten, würde es ihm an dem Schutz guter Freunde nicht fehlen. ■ — Schwe- 
rin hat ihm darauf zu verstehen gegeben, der Kurfürst hätte wohl gewünscht 
etwas zum Frieden*) beizutragen, beabsichtige aber ohne den Willen des 
Königs sich nicht darin zu mischen. Schwerin sagte ihm ferner, dass, 
als sich jüngst die Gesandten Englands und Hollands zufällig beim Kur- 
fürsten getroflFen *), der erstere einige EsöflFnungen gemacht, der andere aber 
darauf lediglich geantwortet habe, die Interessen seines Vaterlandes seien 
mit denen Frankreichs verbunden, er könne daher auf nichts ohne Einver- 
ständniss Colbert' s eingehen. Colbert hat hierauf einfach erwidert, der 
König habe nichts versäumt um den Frieden herbeizuführen; wenn der Kur- 
fürst von Brandenburg durch die Vereinigung seiner Truppen den Bischof 
von Münster gezwungen haben werde um Frieden zu bitten, würden die 
Engländer vielleicht eher Vernunft annehmen, zumal wenn sie erkennten, 
dass es ihnen unmöglich sei die feste Einigung zu zerreissen, weiche zwi- 
schen Frankreich und Holland besteht und, wie sich der König nach dem 
was er für die Staaten gethan hat versprechen darf, unerschütterlich be- 
stehen wird. So würde auch Se. kurf. Durchl. der Ehre theilhaft, durch 
seine Erklärung den Frieden zwischen sämmtlichen Staaten herbeigeführt 
zu haben, „et je me sauvai de cette proposition de raediation par des 
assurances de Testime que Sa Majest^ fait de la personne de M. de 
Brj\ndebourg, ne croyant pas que Tintention du Roi soit de rendre ce 
prince m^diateur de ce diff^rend." 

Schwerin hat gegen ihn (mit Beziehung auf die in dem Postscriptuni 
vom 19. Februar an seinen Bruder^) angegebenen Aeusserungen des Baron 
Goes), auf seinen Kopf, geäussert, dass lediglich die Rücksicht auf die 
polnischen Angelegenheiten den Kaiser zurückhalten könnte dem Bischof 
von Münster zu Hülfe zu kommen. Und er hat hinzugesetzt, dass der 
X^aiser in Wahrheit nicht daran denke jene*) Krone für sich selber zu er- 
werben, aliein verhindern wolle, dass dieselbe einem seinem Hause feindli- 



>) Lucas Aohem (s. Pufendorf X. 19). 

*) Zwischen England und Holland. 

') Vgl. oben Colbert*s Depesche an seinen Bruder vom 18. -Februar p. 351f 

*) 8. eben p.352. 

*) Die polnische. 



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Verhandlung zwischen Oolbert und Schwerin. 85? 

chen Prinzen übertragen werde. Colbert entgegnet, da hierauf ' eiDziigE- 
hen nicht seines Amtes sei, so könne er nur „par forme de conversatitnr' 
davon sprechen. Als Se. kurf. Durchl. mit ihm auf das nämliche Thema 
gekommen, habe er derselben bemerkt, wie es in deren Interesse liege^; nicht 
zuzugeben, dass das Haus Oestreich diese Krone erwerbe. Alles was der 
Kurfürst in diesem Betracht wünschen könne, wäre, dass der Gewählte i4n 
Freund seines Hauses sei, da er jene Würde, wie er ihm versichert, für 
sich selbst und die seinigen nicht begehre'). Ueberdem habe man ifnn 
(Colbert) an seinem Hofe zu verstehen gegeben, dass, als man den'PHilz- 
grafen von Neuburg vorgeschlagen, er eine grosse Aversion gegen dii ^ei;i 
Gedanken kundgegeben'): so möchte er Schwerin denn — zur Befriedi- 
gung seiner Neugier — gern fragen, welche Wahl dem Kurfürsten die ange- 
nehmste sein möchte. Schwerin erwidert: diejenige, welche die Wirreu des 
Königreichs beilegen würde — und geht alsbald auf ein anderes Thema ü)wt. 
Je finirai ma lettre par un r^cit succint de ce que j'ai pu recuii- 
naitre de la disposition de cette cour-ci; il est certain que madarae 
Telectrice, M. le priuce [d'Anhalt] et M. de Schwerin ont beaucoup 
de credit, mais pas si grand et si absolu qu'ils Tont eu par le pa2?se, 
r^lecteur s'appliquant fort k la connaissance de ses aflfaires, en sorte 
qu'il leur est fort difficile et souvent impossible de lui persuader des ^) 
choses qui sont contre ses veritables intörets. 



Colbei-t an Lionne. Dat. Cleve 27. Febr. 1666. 

Colbert ist seit gestern zurück*) und reist diesen Vormittag noch 27. Fohr- 
Duisburg zu der Conferenz mit Fürstenberg, indem er hier nichts Neues 
von einiger Wichtigkeit gehört hat. 



') M^m. de Pomponne II. 38; 117. (Die franEös. Gesandten in Stock hol ia 
sagen dem scbwed. Grosskanzlcr von Lubomirski: qu^il la [die polnische KroDe] 
promettait ä IMlecteur de Brandebourg pour son fils, qui devoit se faire cathciMqiie 
et r^nnir la Prusse ducale k la Pologne.) 

') Vgl. auch oben die Berichte de Lesseins* vom Jahr 1662. 

') les Ms. 

*) Er war inzwischen im Haag gewesen vgl. M^m. d^Estrades IV. 145. 148, 
Brief d' Estrad es' an den König vom 25. Febr., an Lionne vom 26. Er hatte flort 
mit d' Estrade 8 zusammen auf die Ausschliessung des Prinzen von Oranien zu drin* 
gen,- über die Bedingungen des Vertrages mit Münster zu verhandeln u. s. w.: Mon* 
sieur de Wit s'est ouver.t k monsieur Colbert de toutes les pr^tensions de«i Etats 
touchant Taccommodement avec T^veque, en cas qu'on en fasse quclque ouvcrtun^i et 
«ur cc qui regarde celui d'Angleterre. Comme ce dernier m'a dit quMl devoit a^abnir* 
pher avec le comte GuiUaume de Fürstenhorg, fai cm qu'il ^toit du aei'vlcfl 
du Roi quUl tir&t de monsieur de Wit tous les ^claircissemens possihles snr crtte 
mati^re, afin d* avancer davantage Touvrage dans la Conference quMl anra avec le 
comte de Fürstenherg. 



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358" ^- Berichte von 1665 bis 1666. 

Colbert an Lionne. Dat. Wesel 2. März 1666. 

?. MÄrz. Colbert kehrt gegenwärtig von Duisburg zurück und hat die Ikpe. 

sehe Lionne's vom 25. Februar erhalten 0- „L'on ne pouvait pas rece- 
voir plus ä propos jrordre que vous me donnez au sujet de ce que 
j'ai k n^gocier touchant cette conftrence, k T^gard de laquelle j'allaiB 
d^8 demain commencer." 



Colbert an Ludwig XIV. Dat. Cleve 7. März 1666. 

[Seine Besprechung mit Fiirstenberg. Die Depesche Lionne's vom 25. Februar bat 
ihn bestimmt, vorläufig nur die Stimmung des Kurfürsten in dieser Richtung zu son- 
diren. Betreffende Unterhaltung zwischen dem letzteren und ihm. Verhandlung zwi- 
schen den Staaten und dem Bischof von Münster durch den kaiserlichen Residenten 
Friqnet im Haag. Mittheilungen Anhaltes über des Kaisers Bemühungen, Hollands 
Alliance zu gewinnen. Der wolfenbütteler Gesandte nach Münster, wo auch Jena 
und Gesandte Cölns und Ncuburgs den Bischof zum Frieden zu bewegen suchen.] 

7. Miirz. Sire, je n'ai point eu Thonneur de rendre compte ä Votre Majest^ 

par Tordinaire dernier de ce qui s'est pass6 ici, parce que j'^tais pour 
lors en chemin pour me trouver au lieu'*) que monsieur le comte Guil- 
laume de Ftirstenberg m'avait assign6 pour m'informer des intentloDs 
de Votre Majest^, et je n'ai demeurö ici, ä mon retour de la Haye, que 
le temps qu'il fallait pour voir monsieur de Brandebourg, auquel pour 
ne point donner d'ombrage de mon voyage et pour me pr6parer aussi 
un raoyen de lui pouvoir faire k mon retour sans rien hasarder les 
propositions qui regarderaient le service de Votre Majest^, je dis que 
j'allais voir M. de PradeP), et que, commfe ledit sieur comte*) est 
de mes arais et dans le voisinage, je serais bien-aise aussi de le voir, 
pour tächer de savoir de lui les sentiments de M. de Cologne et M. 
le duc de Neubourg touchant la paix de Munster, afin d'en venir ren- 
dre compte k Son Altesse dectorale. 

Ledit sieur comte m'a instruit assez exactement du sujet de son 
voyage vers Votre Majest^ et du projet dont il est charg6 tant pour 
faire finir la guerre que T^veque de Munster a commencöe que pour 
porter les princes vers lesquels il doit y aller k [ce qui] peut etre de 
leurs v^ritables int^rets ou du Service de Votre Majestö. 

Tout ce qu'il m'a dit lä-dessus et du tour qu'il veut donner k sa 



') Wohl zurückbehalten. 
') Duisburg (vgl. oben). 

^) Der schon oben erwähnte Marquis de Pradel, Generallieutenant, Befebls- 
haber des Hülfscorps, welches Ludwig XIV. den Staaten gesandt- 
*) Fürstenberg. 



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Conferens Colbert's mit Wilhelm v. Färstenberg. 359 

nägociation et des raisons dont il veut se servir me parut fort adroit 
et eapable de produire tout le bon effet qu'il en attend. Mais comme 
ce qui est persuasif en la bouche d'un Allemand, ministre de M. de 
Cologne, aurait, selon mon sens, un eflfet tout contraire, s'il 6tait dit 
par un sujet de Votre Majest6 honor^ de ses ordres, nous avons 6te 
assez embarrassös ä trouver les moyens dont je me devrais servir au- 
pre de M. de Brandebourg pour une semblable nögtfciation, jugeant 
bien qu'ä moins que de le faire [entrerj insensiblement däns la n^ces- 
site de faire pour ses propres int^rets ce que Votre Majest6 d^sire et 
de le rendre lui-meme demandeur envers Votre Majest^ de quelque 
secours et assistance pour cet eflfet, on aurait beaucoup de peine ä 
lengager dans les iuterets de Votre Majest^, et il se ferait acheter 
bleu ch^rement. Comme par le projet dont ledit conite est charg6 
Votre Majest6 ne veut pas qu*on entre dans cette nögociation qu'apr^s 
que la paix de Munster sera faite, nous ^tions seuleraent tomb^s d'ac- 
cord, qu'ä mon retour ici je rendrais compte ä. M. de Brandebourg de 
la r^solution dans laquelle ledit sieur comte m'a assure que sont MM. 
de Cologne et de Neubourg d'obliger T^veque de Munster k la paix 
meme aux conditions oflFertes par les Etats, et cela non-seulement par 
les Yoies amiables, mais aussi en lui faisant entendre que s'il sopi- 
niätre äcontinuer la guerre, ils pourraient bien se d^clarer contre lui. 
II avait aussi et6 d'avis qu'aprös que j'aurais informö Son Altesse 
electorale de tout ce qull m'a dit au sujet de cette paix, je tächasse 
de lui insinuer en lui faisant rappoi*t de notre conversation comme par 
maniöre d*entretien, que j'avais connu que MM. de Cologne et de Neu- 
bourg craignant que cette guerre n'allumät un feu qu'il serait difficile 
d'öteindre, avaient dessein de proposer ä la premiere assembl^e des 
d6p«t6s de Talliance du Rhin de tripler le nombre de troupes qu'ils 
sont Obligos d'entretenir, afin de se mettre en 6tat de garantir leurs 
pays de tous passages de troupes et toutes sortes d'oppression et de 
s'entre-secourir mutuellement, et que si cette proposition netait pas 
agr^^e de tous les princes, au moins ils s uniraient avec ceux qui lap- 
prouveraient, afin d'etre en pouvoir de se garantir. II avait aussi 
trouv6 k propos que je melasse dans cet entretien quelque chose qui 
ttooignät de la d^fiance de la conduite et des intentions de M. Teve- 
que de Strasbourg *); que j'ajoutasse nöanmoins que puisque le principal 
but de cette proposition fQt la conservation du repos de lempire, je 
n'y voyais rien qui ne düt etre agr6able ä Votre Majestö. Je ne lui 



*) Franz Egon von Fürstenberg, Wilhelm's Bruder. 



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360 ^^* Berichte von 1665 bis 1666. 

redirai point tous les adoucisseraents que nous avions concert^ de meler 
dans ce rapport, pour faire voir ä ce prince que je ne lui en faisais 
que pour contenter sa curiositö et pour satigfaire ä la promesse que 
je lui avais faite, avant mon d^part, de lui rendre compte de notre 
conftrence. Enfin, ledit sieur corate avait cm que cette ouverture obli- 
gerait ledit prince k dire quelque chose qui pourrait me faire coiuaai- 
tre, quelles seraient ses intentions; que meme, s*il ny trouvait k re- 
dire que la trop grandc d^pense que lesdits princes seraient oblig^ 
de faire pour ce pr^tendu triplement, je pourrais lui faire connaltre que 
Votre Majestö aime trop le repos de Tempire pour ne pas donner quel- 
que assistance aux princes qui coop6raient le plus ä sa conservation, 
comme Son Altesse 61ectorale, et que s'il ne me r^pondait rien qui püt 
donner lieu de croire qull füt bien-intentionnö, pour lors, avaut que 
de lui faire de plus grandes ouvertures, on prendrait le parti de t&cher 
d'attirer les autres princes voisins dudit ^lecteur dans les int^rßts de 
Votre Majest6, pour le röduire dans la n^cessit^ de s'y engager aussi, 
et, en tout cas, que ne lui faisant par lä directement aucune proposi- 
tion de la part de Votre Majeste, je ne hasarderais rien qui püt pre- 
judicier k son Service. — 

Depuis j'ai regu ä mon pasage ä Wesel, par le retour du cour- 
rier*) que j'avais envoy6 vers Votre Majestö, la d6p6che de M. de 
Lionne du 25 de ce mois'), par laquelle, entr autres choses, il me fait 
savoir que Votre Majest6 ne veut pas que je propose ä M. de Bran- 
debourg aucune liaison plus ötroite avec eile qu'aprds qu'elle sera in- 
form6e de ce qu*on aura r^pondu k Stockholm aux propositions de M. 
de Pomponne'), et que Votre Majest6 m'aura envoy^ lä-dessus ses or- 
dres, ce qui m'a fait prendre la r^solution * d*etre plus röservö auprös 
dudit prince et de ne lui proposer aucune assistance de la part de 
Votre Majest^, mais seulement de tÄcher de p6n6trer, quels peuvent 
etre ses sentiments au sujet de cette liaison des princes voisins avec 
lui, afin de pouvoir infonner Votre Majeste par avance et avant que 
de recevoir ses ordres pour faire quelque proposition audit prince de 
ce qu'on en peut espörer ou craindre; et suivant cela, je lui ai sim- 
plem ent rendu compte k mon retour de ce que j'aväis appris du sieur 
comte Guillaume de Fürstenberg des diligences que MM. de Co- 
logne et de Neubourg pr^tendaient faire pour obliger M. Töv^que de 



') Vgl. M^m. d'Estrades IV. 153. 

') Sollte heissen de Pautre mois (vom 25. Febr.; vgl. oben das Schreiben an 
Lionne vom 2. März. 

^) Damals ausserordentlicher Botschafter in Schweden. 



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Gesprftch Colbert'a mit dem KurfQrsteii hierüber. 361 

Munster ä faire la paix et du dessein qu'ils'avaient'd'envoyer une per- - 
sonne de confiance vers Son Altesse ^lectorale et ensuite vers mes- 
sieurs les Etats, pour trouver quelque temp^rament sur Tarticle de 
Borkelo, qui est la principale diificult^ de ce trait^. 

M. Fdecteur m'a t^moign^ bien de la joie du dessein de ces prin- 
ces, et ma dit qu'il y aurait v^ritableraent lieu d'esp^rer que tant de 
puissances concourant k obliger ledit evSque k faire la paix, il ne 
s'opiuiätrerait pas k continuer plus longtemps la guerre; mais n^n- 
moins il 6tait toujours aussi fier et lui avait fait dire qull le priait 
d'etre seulement spectateur de ce qui se passerait et qu'il aurait le 
divertissement de voir, de quelle mani^re il traiterait les Hollandais. 
Son Altesse 61ectorale a ajout6 que Ton disait que Tempereur envoyait 
une arm^e de quinze mille horaraes pour Tassister, et qu*il ötait aussi 
averti de bonne part que les Suödois venaient au secours dudit 6vßque. 
Je ne crus pas le devoir d^sabuser de ces opinions, et je lui dis seu- 
lement qu'en ce cas-lä S. A. d. jugerait sans doute que le parti qu*il 
y aurait k prendre pour nous serait d'aller avec une bonne annöe k y 
la rencontre de celle de Tempereur, pour la combattre avant qu'elle 
puisse joindre celle de r^veque de Munster; et sur cela je lui dis par 
maniöre d'entretien, avec tout radoucissement qui me fut possible^ ce 
que j'avais appris de }i. le comte Guillaume de Fürstenberg au 
sujet de la proposition du triplement, ajoutant simplement que, pourvu 
que cela produisait la paix de Munster, Teffet en serait bien avanta- 
geux k Fempire. II me r^pondit seulement que pour lui il 6tait ami 
de l'empereur, mais qu'il T^tait encore plus de Fempire et qu'il en pr6- 
fi6rerait le repos k tonte autre consid^ration; et comme il changea aus- 
sitot de discours, je ne crus point le devoir presser davantage lä-des- 
6U8, de crainte d'outre-passer les ordres de Votre Majest6. Et comme 
Fenvoy6 de Fempereur lui avait dit qu'il y avait apparence que Votre 
Majest6 et les Etats ^taient bien aise de ne pas faire sitöt la paix, 
vu que les Etats n'avaient pas encore voulu convenir d'un lieu, de m^- 
diateurs ni de d6put68 pour la traiter, je lui fis connaitre que ce se- 
rait le moyen d'en faire une longue n^gociation , et que les pr^limi- 
naires dureraient assez pour mettre tout Fempire en guerre; mais qu'au 
contraire, si Föveque de Munster voulait la paix, il la pouvait faire en 
peu d'heures, acquiescant aux oifres raisonnables que lui fönt les Etats 
de se contenter que toutes clioses soient remises au merae 6tat qu'elles 
6taient auparavant son irruption, sans rien pr^tendre pour les dom- 
mages par eux soufferts. S. A. el. est tomb^ d'accord de ce que je 
lui ai dit sur ce sujet. Pour moi, Sire, je ne sais pas encore, quelle 



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362 ^I- Berichte von 1665 biB 1666. 

est ä cet 6gard l'intention des j&tats; jusqu'ä präsent cette n^oeiation 
ne s'est faite que par rentremise du sieur Friquet'), agent de rem- 
pereur ä la Haye. C'est par lui que les propositions desdits Etats ont 
6t6 envoyöes 4 M. de Munster, et Taji-ticle de Borkelo est con^u en 
des termes lesquels, quoiqu'ils semblent n'aboutir ä rien qua des te- 
moignages de respect envers [rempereur], n^anmoins en les expliquant 
favorablement pour Sa Majest^ imperiale, il y a Heu de dire qulls le 
rendent en quelque fa§on juge des droits que M. de Munster a sur 
Borkelo, mettant au moins ledit öveque dans une plus absolue n^ces- 
sit6 de faire ce que Tempereur voudra qu*il n'^tait ci-devant. J'teris 
ä M. d*Estrades pour sjvoir de lui, de quelle mani^re se doit faire 
cette nögociation et en quel lieu; et si c'est de ces c6tös-ci, Votre Ma- 
je6t6 me fera, s'il lui plait, savoir ce quelle jugera k propos que j y 
fasse pour le bien de son seiTice. J'attendrai aussi des ordres de Votre 
Majestö sur les propositions qu'il y aura k faire ä M. de Brandebourg; 
si cependant les princes ses voisins fönt les premiöres d^marches, j'au- 
rai möins de difficult^s k le porter k suivre leur exemple, principale- 
ment si Ton peut porter tous les princes de Brunswick et Lunebourg 
et meme le duc de Hanovi-e k se joindre ensemble pour les int^gts 
de Votre Majest6, k quoi les protestans sont d^jä portös d'inclination, 
k ce que j'ai pu apprendre ici. 

Je prendrai encore la libert6 d'informer Votre Majeste que le prince 
d'Anhalt me dit hier comme en grande confidence, qu'il savait de 
bonne part que Tempereur faisait tout son possible pour porter les 
Etats des Provinces-unies k s'allier avec lui pour s*opposer aux entre- 
prises que Votre Majeste pourrait faire sur le Brabant et sur le Hai- 
naut; qu'il leur avait d6jä fait repr^senter le danger qu'il y aurait pour 
leurs 6tats d'avoir un si puissant prince que Votre Majeste pour leur 
proche voisin et qui leur pourrait redemander les place» dudit duch6 
dont ils sont ep possession; qu'il leur offrait aussi de leur faire don- 
ner s6ance et voix d^liberative dans les diätes de Fempire. D y 
ajouta') d'autres semblables faiblesses qui ne raöritaient pas, selon 
mon sens, une r^ponse sörieuse, et aussi je me suis content^ de lui 
dire que vöritablement ce serait un si grand avantage pour les Etats 
d*avoir leur söance dans les diätes et de remettre tous les diff^rends 
qu'ils ont avec la couronne d'Espagne aux d^cisions de la chambre 
aulique de l'empereur, que je croyais que cela m6ritait bien qu'ils fis- 



') Vgl. Pufendorf X. 15. 
') ig'oate Ms. 



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Der Kaiser, Holland und Mflnster. 3g3 

sent banqueroute k la reconnaissance quils doivent des secours et de 
la puissante protection qu'ils ont toujours trouvte auprfes de Votre Ma- 
jest^ et des rois ses pr^döcesseurs contre tous dans leurs plus pres- 
eants besoins envers la France, pour s abandonner enti^rement aux bon- 
nes intentions que la maison d'Autriche a pour eux. Je crois qu'on 
ne peut rien inftrer de cette pr^tendue confidence et de beaucoup 
d'autres semblables discours que les ministres et principaux officiers 
de ce prince me fönt souvent sinon une grande envie de savoir, si 
j'ai quelques. propositions k faire k M. de Brandebourg. — L*envoy6 
du düc de Wolfenbutel est parti ce matin d'ici, pour aller k Munster 
ge joindre au sieur J6na*), quiy est de.la part de M. Mecteur 
de Brandebourg, et k Venvoyö de MM. T^lecteur de Cologne et duc 
de Neubourg'), pour obliger ledit sieur ^veque k consentir k la paix 
aux conditions proposöes, et meme il m'a assur^ que si on ne Ty pou- 
vait pas porter, il lui d^clarerait que son maltre est resolu d'employer 
aussi ses forces pour ly contraindre. — 

Voilä, Sire, quant k präsent, tout ce que j'ai ciu pouvoir m^riter 
que je prisse la libertö d'en 6crire k Votre Majestö, 6tant avec tout le 
zde et toute la soumission que je dois — Sire — de Votre Majest6 — 
le tr6s-humble, tr^s-oböissant et tr^s-fid^le sujet et serviteur [gez.] Col- 
bert — A C16ves ce 7« mars 1666. 



Colbert an Lionne. Dat. Cleve 7, März 1666. 

[Verdrase dieses Hofes darüber, dass die Staaten nealich nichts zu Gunsten des Prin- 
zen von Oranien beschlossen haben. Verdacht, dass der Kurfürst, aus Rücksicht auf 
den Yortheil der oranischen Partei, den Friedensabschluss mit Münster hinhalten 

möchte.] 

... Je continue k prendre la libert6 de rendre compte au Roi de 7. März, 
ce qui se passe ici; mais v6ritablement les affaires que j'y ai ne me 
donnent pas une mati^re bien considörable , n'ayant, depuis Tordre') 
qu'il vous a plu me donner par le retour de mon courrier, qu'^ atten- 
dre patiemment la r^solution que prendra M. l'^v^que de Munster sur 
toutes les instances qui lui sont faites de toutes parts pour lobliger 
k consentir k la paix et la venue des ordres dont il plaira au Roi 
mlionorer. 



*) Friedrich v. Jena s. Pufendorf X. 16. Stenzel p. 277. 
') Pufendorf a. a. 0. 

') Vom 25. Febr. (vgl. oben die Depesche an Lionne vom 2. und diejenige an 
den König vom 7. Mftrz). 



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364 ^^' Berichte von 1665 bis 1666. 

Cette cour-ci a bien de chagrin de ce que les Etat« n'ont rien 
resolu en leur derniöre afisemblöe en faveur de M. le prince d'Orange '), 
et ses Partisans croient que si la paix ne se fait dans ce mois-ci avec 
rövßque de Munster, lesdits Etats seront obligfes d*apporter un autre 
ordre pour le commandement de leur arra6e, et que pour lors leurs*) 
brigues, qui se remuent fort ä präsent, seront les plus fortes. Je ne 
sais, si cette consid^ration-U ne fera pas que M. de Brandebourg, au 
lieu de procurer la conclusion de la paix, la retarde autant qull pourra, 
meme, comme la bonne foi n'est pas des mieux etablies ici, il ne fasse 
entendre sous main k M. de Munster qu*il ne doit pas appr^hender 
beaucoup de mal de son arm6e ^). ' Si je n'avais eu crainte de yous 
etre ennuyeux, je vous aurai« rapportö quelques discours qui m'ont 
€ti faitS; qui me seniblent assez bien fonder ce soup^on nonobstant la 
raison de Vint^ret p^cuniaire qui se trouve plus grand en faisant bientat 
la paix. Je vous en öcrirai peut-etre avec plus de certitude par le 
premier ordinaire; pour moi, monsieur, je vous avoue que quand meme 
ces int^rSts particuliers retarderaieut la conclusion de cette paix, je ne 
vois pas, Selon mon petit raisonnement, que nous nous en devions beau- 
coup chagriner; car si j'osais prendre la libert^ de vous döcouvrir mes 
sentiments, je croirais que plus les Etats auront d'embarras, et plus le 
Roi aura de facilitö k venir ä bout de ses desseins; et comme je me 
puis perdre et egarer dans les raisonnements que je fais sur la con- 
joncture präsente des affaires, je n'oserai plus faire aucune d6marche 
que Celle qull plaira au Roi me prescrire. 



Ludwig XIV. an d. Kurfürsten. Dat. St.-Gerniain 9. März 1666. 

(Abschrift oder Concept.) 

9. Mark. Antwort auf den Brief des Kurfürsten vom lö. Februar'), welche Blu- 

menthal mitnimmt. Derselbe wird ihm alle Meiaungen des Königs aus- 
führlicher auseinandersetzen, so auch über die Angelegenheit, von welcher 
der Gesandte ihm gesprochen hat und welche die Interessen des Kurfürsten 
in Polen betrifft. 



') Vgl. Schreiben d'Estradea' vom 25. Febr. (p. 144, vgl. p. 161). 
') Nämlich dinjenigen der Oranisten (vgl. unten). 
^) Vgl. dagegen unten die Dep. an den Xönig vom 16. Märe. 
*) 6. denselben oben p. 348, vgl. Pufendorf X. 25. 



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ÄfioksenduDg Blumenthars aus Frankreich. 365 

Lioniiü au den Kurfürsten. Dat. 16. März 1666. 

(Concept.) 

Daukt für den Brief des Kurfürsten, den ihni Blumenthal gebracht 16. März 
hat '). 

Colbert an Ludwig XIV. Dat. Cleve 16. März 1666. 

[VerhandlangeD Colbert's und d'Estrades* mit de Witt über die Münster zu stellenden 
Friedensbedingungen. Der Kurfürst wünscht in der That den schnellen Abschluss 
des Friedens. Sein Druck auf den Bischof von Münster durch Jena und seine Be- 
mühungen bei den Staaten durch Blaspiel in dieser Richtung. Colbert ein Brief an 
d'Estrades entlockt. Eröffnungen des cölnischen Kanzlers an den Kurfürsten hinsicht- 
lich einer Union mit Cöln, Neuburg u. s, w. Nur eine unmittelbar vom Könige kom- 
mende Proposition der Art kann hier Eingang finden. Das Benehmen dieses Hofs 
gegen den kaiserlichen Gesandten macht Colbert für den Erfolg seiner Negotiation 
besorgt. Merkwürdige Aeusserungcn des Kurfürsten über das Recht der Königin von 
Frankreich auf Brabant, sowie über das seinige auf Geldern.] 

Es ist richtig, dass, als d'Estrades de Witt veranlasste sich hier- IG. März, 
über zu erklären, dieser gesagt hat, die Staaten Hessen dem Könige von 
England die Wahl, ob man entweder beiderseits alles während des Krieges 
in Besitz Genommene behalten oder ob man einander vielmehr alles her- 
ausgeben solle. Und sie verlangten ausserdem, dass der Bischof von Mün- 
ster alle Plätze in ihre Hände zurückgebe, welche er während des Krieges 
besetzt hat, und insbesondere Borkelo, dass derselbe ferner unmittelbar nach 
Unterzeichnung des Vertrags entwaffne und verspreche sich in Zukunft jedes 
Versuchs zu gewaltsamer Durchsetzung seiner Ansprüche zu enthalten. 
„Mais, aprös que nous lul eümes fait connaltre que par leur premi^re 
proposition non-seulement ils demandaient la restitution de Borkelo, 
mais meme une espöce de renonciation de l'eveque sur ledit Heu, et 
que nous Tefimes pri^ de nous dire, si ce projet, qu'ils avaient donn6 
au ministre de Tempereur, plutot apparemment pour 6loigner Sa Ma- 
jeste imperiale de la m^diation, vu le juste soup^on qu'ils en pouvaient * 
avoir, que dans Tesp^rance qu'il ffit agr^6, ne serait pas adouci, quand 
d'autres princes non suspects s'emploieraient pour composer ce diflF6- 
rend, il nous dit qu'il ne savait paS; quelles seraient les intentions des 
Etats; que les provinces de Gueldre, Overyssel et Groningue qui sont 
minies de cette guerre') insistaient fort ä